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Keine Lohnzahlungen: Arbeiter protestieren nachdrücklich in Bosnien

7. Februar 2014

bosnien-tuzla-arbeiter-aufstandDie pro-kapitalistische „Zeit“ berichtet über massive Arbeiterproteste in der bosnischen Stadt Tuzla. Tausende Arbeiter demonstrierten gegen ausstehende Lohnzahlungen und gingen dann zum Angriff auf ein örtliches Regierungsgebäude über. Die Polizei griff die Arbeiter mit Tränengas und Hunden an. Hier der Bericht der „Zeit“, der wie so oft die Polizei als neutrale Kraft darstellt.

Bei Protesten Tausender unbezahlter Arbeiter im Norden Bosniens ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen. Allein in der Stadt Tuzla sollen mehr als 130 Menschen verletzt worden sein, darunter überwiegend Polizisten.

Zu den schweren Zusammenstößen kam es, als eine Kundgebung in Tuzla in Gewalt und Randale umschlug. Aufgebrachte Demonstranten bewarfen ein örtliches Regierungsgebäude mit Steinen, woraufhin die Polizei mit dem Einsatz von Tränengas reagierte. Die Menge wurde zurückgedrängt, kehrte aber später wieder zurück, umzingelte das leere Gebäude und setzte Reifen und Müll in Brand. Die Sicherheitskräfte wurden durch spezielle Hundestaffeln verstärkt.

Danach weiteten sich die Proteste aus: Aus Solidarität mit den Arbeitern in Tuzla gingen Tausende Bewohner der Hauptstadt Sarajevo sowie der Städte Zenica, Mostar und Bihac auf die Straße. Die Proteste sollen an diesem Freitag fortgesetzt werden.

Verfehlte Politik der Regierung

Der Unmut entzündete sich bereits am Dienstag und richtete sich zunächst konkret gegen die Privatisierung von vier staatlichen Fabriken. Schließlich mussten die Unternehmen doch Insolvenz anmelden, die Zahlungen an die Arbeiter wurden daraufhin eingestellt. Schnell kehrte sich die Wut der Demonstranten jedoch generell gegen die verfehlte Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Regierung sowie gegen die grassierende Korruption unter Politikern.

Die Erwerbslosenquote in Bosnien liegt bei fast 40 Prozent. Nach offiziellen Angaben lebt ein Fünftel der 3,8 Millionen Bosnier in Armut. Ein durchschnittlicher Monatslohn in dem Balkanland liegt bei 420 Euro.

Quelle: Zeit

3 Kommentare leave one →
  1. 7. Februar 2014 16:02

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/606516_Sozialproteste-eskalieren-Regierungsgebaeude-gestuermt.html
    „Demonstrationen in 20 Städten
    Bis Freitag hat sich der Ruf „Diebe, Diebe“ schon auf 20 Städte in der bosniakisch-kroatischen Föderation aus geweitet, darunter Bihac, Mostar, Zenica oder Sarajevo. „Nehmt die Aasgeier fest“, riefen Demonstranten in der bosnischen Hauptstadt. Am Freitag kam es erstmals auch zu einem Protest in Banja Luka, der Hauptstadt der Serbischen Republik. „Es lohnt sich nicht zu schweigen, es wird nur noch schlimmer werden“, war dort auf Transparenten zu lesen. „Hast du vielleicht Geld?“ stand auf einem großen Spruchband, das am Freitag in der Früh an einer Brücke von Visoko auftauchte.

    Die Demonstranten protestieren gegen Arbeitslosigkeit, Armut und die mangelnden Zukunftsperspektiven in dem früheren Bürgerkriegsland. Offiziellen Statistiken zufolge sind in Bosnien-Herzegowina 45 Prozent ohne Job. Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des blutigen Konflikts hat die Wirtschaft der früheren jugoslawischen Teilrepublik noch immer nicht Tritt gefasst.
    Politische Lähmung durch Nationalismus…“

  2. Geilstes Fußballerlebnis der Welt permalink
    8. Februar 2014 19:24

    „In Tuzla drangen die vermummten Jugendlichen mit Abzeichen des örtlichen Fußballklubs in das Gebäude der Regionalregierung ein, zerstörten die Einrichtung und warfen Fernseher aus den Fenstern. Mehr als 5.000 Demonstranten applaudierten den Jugendlichen.“

  3. Granado permalink
    11. Februar 2014 19:32

    http://www.hintergrund.de/201402112986/politik/welt/fruehling-in-bosnien-und-herzegowina/drucken.html
    Frühling in Bosnien und Herzegowina
    Tausende demonstrieren gegen Armut und Arbeitslosigkeit
    Von THOMAS EIPELDAUER, 11. Februar 2014

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