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„Junge Föderation“ Mainz online

28. Januar 2014

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In Mainz tritt eine anarcho-syndikalistische Jugendgruppe mit der Bezeichnung „Junge Föderation“ seit kurzem durch einen Blog an die Öffentlichkeit. Die Texte durchzieht ein ausgesprochen frischer und positiver Wind. Über die Auffassungen der Gruppe gibt die Stellungnahme „Unsere Sichtweise“ Auskunft.

Uns stören: Staat, Art der aktuellen Wirtschaft und Religion.

Der Staat nervt, weil er menschliches Leben so steuern will, dass dabei Profit und Unterwürfigkeit rauskommen. Das beeinflusst die aktuelle Form der Wirtschaft und macht sie den staatlichen Interessen, den Interessen der Herrschenden und Besitzenden, untertan – diejenigen, die alles erarbeiten müssen, bekommen kaum einen nennenswerten Anteil, sollen aber acht Stunden jeden Tag geben, wohingegen Reiche überhaupt nicht arbeiten müssen. Die Ungerechtigkeit ist dabei, dass der Reichtum nicht aus der indivduellen Kraft erwächst, sondern seine uferlosen Höhenflüge der Ausbeutung anderer Menschen, ganzer Landstriche, ganzer Länder verdankt.

Dieser unethische Reichtum wird zu politischer Macht monopolisiert und für die Interessen Einzelner gegen die Gemeinschaft der Menschen weltweit so eingesetzt, dass das System bestehen bleibt und Fortschritt verhindert wird. Betrogene Betrüger füllen dabei die Parlamente und die Chefetagen. Die Religion erfüllt den Zweck, diese niedrige Stufe der menschlichen Kultur in der Gesellschaft zu festigen und jeden kritischen Gedanken auf Irrfahrt Richtung “Gott” zu schicken.

Dieses ganze gestörte Verhalten vernichtet unser menschliches Wesen. Wir hingegen wollen Leben – und das machen wir jetzt auch!

Genauer gesagt

leben-brian-zitat1Wir ziehen unsere Konsequenzen aus dieser Auffassung der aktuellen zentralistischen Gesellschaft. Wir sind keine Politiker und denken, dass scheinprofessionelle Mütterchen für Alles (z.B. Merkel), die Gesellschaft nur desorganisieren. Wir vertreten uns selbst und schaffen Organisationen, in denen wir das auch wirklich können. Bei uns besteht deswegen die Freie Vereinbarung. Wenn während unserer gemeinsamen Vorhaben zwischenmenschliche Probleme auftreten sollten, eliminieren wir sie nicht durch die Unterwerfung unter Traktate, Gesetze, Gebote, rechte oder linke Political Correctness, sondern im Miteinander, in der Praxis. Im Zentrum unserer Geselligkeit sollen Spaß und Nutzen stehen.
Auf diese Weise wollen wir selber wieder lernen, wie man ohne Priester, Chef und Staat, so lebt, dass der Nachbar zum Menschen wird.

Neben der Freien Vereinbarung wollen wir die Selbstbestimmung des Individuums in allen Lebensbereichen fördern. Dabei ist uns bewusst, dass wir als Menschen von der Gesellschaft hervorgebracht wurden – im Einzelkämpfermodus sind wir nichts, in der Kooperation mit anderen, erwachsen der Menschheit Kultur und Freiheit.

Für uns ergibt sich aus dem Vorgebrachten, die Gesellschaft auf einer föderalistischen Basis neu zu errichten. Unser Zusammenhang soll dazu in erster Linie im Einzelnen Bewusstsein und sozialen Geist wecken. Diese Prinzipien sind Rahmenbedingungen. Es sind keine Dogmen, an die wir uns ketten, sondern Erkenntnisse, die wir in der Praxis zu unserem Vorteil  nutzen wollen.

Wenn wir zur Stellungnahme in politischen Fragen gezwungen sind, ergibt sich unsere Stellung aus eben diesen Rahmenbedingungen, aus unserer antipolitischen Haltung heraus. Für uns zählt die Praxis, das, was tatsächlich passiert und nicht das, was man in die mageren Hüllen vorgefertigter Beschlüsse pressen könnte. Damit unterscheiden wir uns von der rigorosen Pauschalisierung durch die jeweilige politische Korrektheit der verschiedenen Lager. Diese Lager weisen Wesensverwandtschaften auf, weil sie gemeinsam der zentralistischen politischen Religion entstammen, die sich Gesetzen und Geboten bedient, um das menschliche Leben nach ihrem Sinn zu verformen. Dabei ist es nicht entscheidend, welchen Inhalt das jeweilige Gebot hat, sondern es ist an sich immer ein Zwangskorsett, welches die Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven einschnürt, wo dies nicht sein müsste. Wir wollen nicht dogmatische Manifeste und abstrakte Vorstellungen über unser Handeln entscheiden lassen, sondern wir regeln unsere Belange im konkreten Fall durch Freie Vereinbarung selbst.Für uns ist der Alltag der vorrangige Handlungsspielraum. Pauschale Stellvertreterpolitik für andere, bspw. sogenannte “Minderheiten” zu betreiben, ohne über die tatsächlichen Bedürfnisse der Einzelnen Bescheid zu wissen und ohne Teil dieser Gemeinschaft zu sein, lehnen wir als verantwortungslos und unpersönlich ab. Es muss sich daraus zwangsläufig Bevormundung ergeben und dadurch ebenso zwangsläufig eine Politik gegen unsere und ihre Selbstbestimmung.

Auf diese Weise suchen wir Formen zu vermeiden, wie sie in der Vergangenheit immer wieder die politischen Szenen ausgemacht haben: wohlhabende Marxisten, die angeblich einen “Arbeiterstandpunkt” teilen und Nazis, die angeblich etwas mit “Freiheit” zu tun haben und sich “Autonome” nennen. Hierin wird ersichtlich, dass all das antithetische Gesellschaftsspiel nur im abstrakten Kontext politischer Religion denkbar ist, dass Zwischenmenschlichkeit durch Politik entfremdet wird.

Unser Ausweg aus dieser Misere sind die Organisierung Gegenseitiger Hilfe, ein geselliges und offenes Miteinander im Sinne von Aufklärung und Emanzipation und die Arbeit an konkreten Projekten, derer man tatsächlich bedarf, statt abstrakter Diskussionen.

Quelle: Blog der Jungen Föderation (ASJ) Mainz

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  1. Rentner hinter Gittern permalink
    2. Februar 2014 15:46

    Rentner hinter Gittern

    Hohe Mauern, Stacheldraht, Gitterstäbe. Im Knast sitzen Verbrecher, vor denen die Gesellschaft geschützt werden soll. Das Gefängnis ist eine eigene Welt, hart und oft rücksichtslos. Doch was passiert eigentlich, wenn alte Menschen ins Gefängnis müssen? Die Gesamtzahl aller Straftaten in Deutschland ist zwar rückläufig. Der Anteil der Tatverdächtigen, die über 60 Jahre alt sind, aber nimmt zu.

    Hans C. klammert sich an den Rollator und blickt aus dem Fenster seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Lingen-Damaschke. Der 70-jährige Diabetiker hat einen Herzinfarkt hinter sich, ein Bein musste ihm amputiert werden. Hans C. sitzt wegen Betrug und Steuerhinterziehung. Gebrechliche Gefangene wie er kämen in normalen Gefängnissen nicht zurecht – für den Strafvollzug eine wachsende Herausforderung. „Die Deutschen werden immer älter, auch die Zahl der Gefangenen im Rentenalter steigt“, so Helmut Krone, der stellvertretende Anstaltsleiter. „Wir haben hier im Krankenhaus unserer JVA eine ‚Langliegeabteilung“. Da sind inzwischen gebrechliche und demente Gefangene untergebracht, die eigentlich in ein Pflegeheim gehören würden.“

    In Detmold hat die Gefängnisleitung reagiert und eine spezielle Station aufgebaut, die sogenannte Lebensälterenabteilung. Inzwischen führt man dort eine lange Warteliste, denn die wenigen Plätze für alte Gefangene sind begehrt. Wer hier Ärger macht, kommt zurück in den normalen Vollzug. Und dort geht es für die Alten oft ungemütlich zu: „Im Knast herrscht eine strenge Hierarchie“, so Justizvollzugsbeamtin Karin Ludewig. „Da kommen die Alten nicht nur beim Fußballspielen schnell unter die Räder.“ Vor allem die sogenannten Ersttäter im hohen Alter, gebrechlich und ohne Gefängniserfahrung, haben massive Probleme in den großen Haftanstalten, werden ausgenutzt oder gedemütigt.

    Doch selbst in der neuen Seniorenabteilung in Detmold geht es nicht ohne Startschwierigkeiten ab, auch für Gefangene, die schon sehr lange sitzen, so wie Jürgen W.: „Ich bin Bankräuber und muss hier mit Vergewaltigern zusammen sitzen“, so der 60-Jährige empört. „Im normalen Knast wären die so klein mit Hut, aber hier reißen die ihre Klappe ganz weit auf. Weil sie wissen, dass in dieser Abteilung keiner Ärger machen und zurück in den normalen Vollzug will.“

    Die Reporter Carsten Rau und Hauke Wendler begleiten drei alte Straftäter in der Haft und nach der Entlassung. Wie geht man mit Gefangenen um, die eigentlich einen Altenpfleger bräuchten? Wie bereitet man Menschen auf die Freiheit vor, die für Jahrzehnte eingesperrt waren? Wo kriegt ein entlassener Sicherungsverwahrter eine Wohnung und neue Zähne her?

    http://www.youtube.com/watch?v= QXlNtUNoTiw

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