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SHOA – Die 9 ½ Stunden Doku gegen das Vergessen von Claude Lanzmann

27. Januar 2014

 

Der französische Filmemacher Claude Lanzmann legte Mitte der 80er Jahre mit “Shoah” eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten über die Vernichtung des europäischen Judentums im Nationalsozialismus vor. 12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, 9 ½ Stunden Film gegen das Vergessen.

Dabei verzichtet dieses epische Großprojekt auf Musik, auch auf jegliche Form des Kommentars und vor allem auf historisches Archivmaterial — auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern, von ausgemergelten Körpern. Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit, sondern die Gegenwärtigkeit des Erinnerns. Lanzmann besuchte die Orte der Vernichtung, die “Todesfabriken” Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Auschwitz und fand Orte vor, über die Gras gewachsen war. Daher die Insistenz, mit der er in Polen, in Israel, in den USA, in Deutschland letzte Augenzeugen der Katastrophe — seltene Überlebende der “Sonderkommandos”, Zuschauer und auch NS-Täter — ausfindig machte und zu Deportation und Lageralltag befragte.

Das Erlebte aber drängt mit aller Kraft ins Vergessen. Es bedurfte eines hohen, psychologisch geschulten Aufwands und einer ausgefeilten Fragetechnik, um die Befragten zum Sprechen zu bringen und ihnen zu entlocken, was nicht bewältigt werden kann. Ohne chronologische Anordnung und bewusst fragmentarisch präsentiert, ergeben die Interviews ein subtil gewobenes Geflecht ineinander verschränkter Perspektiven auf das Unbegreifliche.

Leider ist der Film ohne Untertitel, so dass nur Zuschauer mit Französischkenntnissen den ganzen Film verstehen können, aber der deutschsprachige Anteil ist durch die TäterInnen sehr hoch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lanzmann

4 Kommentare leave one →
  1. Filme permalink
    28. Januar 2014 10:44

    http://www.critic.de/tag/naziretrofilme/

    Hier gibt es noch einige Zusammenstellungen die noch den ein oder anderen unbekannten Streifen offenbaren könnten. Die Seite an sich ist in ihrer Analyse ziemlich schlecht, die politische Perspektive auf den Faschismus ist rein bürgerlich / antideutsch und daher kaum zu gebrauchen, aber man muss ja die Texte nicht lesen. Verständlich sind sie sowieso nicht 😉

  2. Die Flucht aus Sobibor permalink
    19. Oktober 2014 23:42

    Die Flucht aus Sobibor

    http://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_aus_Sobibor

  3. Flucht aus dem KZ permalink
    19. Oktober 2014 23:47

    Flucht aus dem KZ – Hörspiel

    1937 flüchten sieben Gefangene aus einem Konzentrationslager…

  4. Der Muff von tausend Jahren permalink
    19. Dezember 2015 16:55

    Der Muff von tausend Jahren

    „Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat“, kommentierte Bundeskanzler Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2629300/1968-1989-Der-Muff-von-tausend-Jahren

    Die Veröffentlichung eines Buches 1996 befeuert die Debatte um die Aufarbeitung des NS-Erbes und zeigt, dass so etwas wie ein Abschluss der Vergangenheitsbewältigung in weite Ferne rückt.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2629294/1990-2015Aufarbeitung-oder-Schlussstrich

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