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Aufruf zur Solidarität mit den ukrainischen Anarchisten

23. Januar 2014

Ukraine ProtestsVorbemerkung Syndikalismus: Der folgende Bericht und Aufruf zur Solidarität mit den „anarchistischen und linken Kräften in der Ukraine“ wurde von dem Anarchosyndikalisten Alexandr Wolodarskij, einem Mitglied der „Autonomen Aktion der Arbeiter“ verfasst und auf Indymedia Deutschland gepostet. Wir haben auf eine „Glättung“ des Textes verzichtet, um keine wichtigen Informationen bzw. Aussagen zu verzerren. Der Text spricht in jedem Fall für sich und ist die erste uns bekannte Stellungnahme anarchistischer/syndikalistischer Kräfte in der Ukraine nach den Morden vom 22. Januar.

Von Alexandr Wolodarskij

kapitalistenarmeeViele unsere nicht-ukrainische Kameraden verstehen in die letzte Zeit nicht, dass die Situation in Kiew sich stark geändert hat.Das, was gerade passiert ist kein „Euromaidan“ mehr, es geht nicht mehr um die EU-Assoziation, das sind keine oppositioemernelle Aktionen gegen Janukowitsch und keine Geld- und Machtspiele der Oligarchie.

Am 16. Januar wurde Rubikon überschritten, als die repressiven Extremistengesetze wurden verabschieden. Entweder wird jetzt bei uns der Polizeistaat wie in Russland oder Belarus oder noch schlimmer gebaut, oder wird die Regime niedergeschlagen. Am 22. Januar hat die Regierung bestätigt, dass ihre Absichten ernst sind. Sieben Tote.Vier davon erschossen. Zwei bis zum Tode gefoltert.Igor Lutsenko, der bekannte liberale Aktivist, der vor kurzer Zeit entführt wurde, wurde lebendig freigelassen (im Wald, ohne der warmen Kleidung), aber sein Mitmensch im Unglück Jurij Werbitskij (der Mathematiker, der nur vor kurzer Zeit politisch und sozial aktiv wurde), wurde tot gefunden. Angeblich waren die Exekutors vom Foltern zu begeistert. Die zufällig ausgewählte AktivistInnen sind regelmässig per Telefon angedroht. Diese Leute haben nichts mit der Gewalt gegen Polizei zu tun, und sind auch keine Anführer oder bekannte Mediapersonen, es sieht so aus, dass die Macht eine Art von „Dezimierung“ verwendet, die Opfer der Repressionen werden aus den Demonstranten willkürlich ausgewählt, um Angst zu verbreiten.

Deswegen nehmen jetzt die linke und anarchistische AktivistInnen an den Protesten teil. Das ist nicht nur die Gewissensfrage, es geht auch um die politische Zweckmäßigkeit. In einem Staat, der nach Extremistengesetzen von Kolesnitschenko [ultra-rechter Politiker, homophob und russischer Nationalist aus der Partei der Regionen] lebt, haben wir auch kein Platz, der Kampf für die Basisrechte ist auch ein wichtiger Teil des Klassenkampfes. Der Faschismus von der Partei der Regionen ist heute viel realistischer, als der angeblische Faschismus von Swoboda Partei [ukrainische parlamentarische Ultra-rechte, nehmen an den Protesten teil], oder von den Deppen aus dem Rechten Sektor [außerparteiliche Nazis, die bei den Protesten aktiv sind und einen grossen Anteil von Riot Porn produzieren, aber keine Massenunterstützung haben].Die Polizisten versuchen jetzt die verletzten Leuten gleich im Krankenhaus wegen „Teilnahme an den Massenunruhen“ zu verhaften. Deswegen wachen jetzt viele AktivistInnen (darunter Linke und AnarchistInnen) dort, um die Kranken zu beschützen.

Die linke und anarchistische Kräfte in der Ukraine brauchen die Solidarität von unseren Kameraden weltweit, nehmt mit uns Kontakt, macht die solidare Aktionen bei den ukrainischen Konsulaten und Botschaften, hilft uns die ukrainische Machthabern, wenn sie in Ausland sind, auf allen Niveauen zu boykottieren.

Gegen Faschismus und gegen den Staat!Hoch die Antinationale Solidarität!

Alexandr Wolodarskij, Mitglied der Anarcho-Syndikalistischen Organisation Autonome Union der Arbeiter, Kiew/Erlangen.

8 Kommentare leave one →
  1. chiflado permalink
    23. Januar 2014 13:27

    bitte nicht ….

    diese doch sehr zweifelhaften und/oder recht oberflächlichen aussagen kritik-und kommentarlos „unterstützen“ … auch und gerade aus anarchistischer sicht in der ukraine gibt es durchaus stimmen, die sich nicht mit den faschisten und nationalisten bei den protesten in eine front begeben … http://www.ainfos.ca/en/ainfos28859.html

    und etwas aktueller: http://www.hintergrund.de/201401212958/politik/politik-eu/vorwaerts-mit-neonazis.html

    • 23. Januar 2014 18:32

      Hallo!
      Der Anarchist, der in diesem Interview spricht ist auch unser Kamerad aus der Autonomen Union der Arbeiter.

      Und das was er sagt ist die Wahrheit.
      Aber Interview ist ziemlich alt, nach 16. Januar wurde die Situation geändert, es geht nicht mehr um Kampf zwischen Regierung und der parlamentarischen Opposition, es geht wirklich um die Aufstellung einer Diktatur. Das sind nicht mehr die selben Proteste wie in November oder in Dezember.

      Jetzt kämpfen ganz verschiedene Kräfte gegen der Regierung, alle haben verschiedene Ziele und verschiedene Motivation. Nicht alle kämpfen zusammen, es geht gar nicht um eine „Waffenbrüderschaft“ mit Neonazis.

  2. Anarcha permalink
    23. Januar 2014 19:37

    Gerade weil es dort Faschos gibt, sollte man einen dritten Weg anbieten, oder wollt ihr ständig aus Angst vor schlechtem Eindruck den Schwanz einziehen? Was wichtig ist, ist dass man klar aufzeigt, das man weder für die derzeitige Regierung noch für die ebenso rechte Oppostion ist. Aber überlasst ruhig weiterhin das Feld den anderen und badet in euren beschissenen Szene.Mimimi´s.
    Diese Anarchisten SIND unterstützenswert! Es wird ja auch klar gesagt, dass sie gegen beide Seiten sind, man beachte u.a. das schlechte Deutsch, was zu missverständnissen führen kann

  3. chiflado permalink
    24. Januar 2014 17:29

    durchaus anerkennung für die in den kommentaren erwähnten positionen — wenige sätze, die ich etwas und ziemlich „albern“ finde, wie: „den schwanz einziehen“ usw.— (was für ne dämliche sexistische äusserung ist das denn?) .- die von mir angegebenen links sollten vor allem auf die „relativierung“ von parteien und organisationen wie „svoboda“ hinweisen, wie sie in dem ursprünglichen artikel gemacht wurde — das in den westlichen medien dies völlig unterschlagen wird bis hin zu den grünen von „prowestlichen“ und „prodemokratischen“ demonstrantenten geredet wird und gleichzeitig die „rot-schwarzen“ fahnen der faschisten gezeigt wird, ist hier vielleicht nur eine randnotiz —

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