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Arno Gruen – Der Wahnsinn der Normalität

1. Januar 2014

Wahnsinn wird für gewöhnlich als mangelnder Bezug zur Realität definiert. Das Normale und die Realität bilden damit ein Begriffspaar, dessen logische Zusammengehörigkeit selten hinterfragt wird. Der bekannte Psychoanalytiker Arno Gruen, der zuletzt an der Rutger University, New Jersey lehrte, kritisiert diese Sichtweise. Wer bestimmt, was als realistisch zu gelten hat? Wie entsteht die Übereinkunft bei der Definition des Normalen? Leben wir in einer wahnsinnigen Welt, deren Krankheit es eben gerade ist, so zu tun als wäre alles normal? Diese Fragen diskutieren Michael Pfister und Nicole Müller im Gespräch mit Arno Gruen.


Buchtipps:

Arno Gruen: Der Verrat am Selbst — Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004.
Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: Eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1998.

17 Kommentare leave one →
  1. Chruschtschows Baby permalink
    1. Januar 2014 23:07

    Chruschtschows Baby

    1961 erschütterte die größte verursachte Explosion die Welt: Die sowjetische Zar-Bombe. Sie hatte eine Sprengkraft von etwa 57.000 Millionen Tonnen TNT, 4000 Mal mehr als die Atombombe von Hiroshima.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1764770/Chruschtschows-Baby

  2. Werner Rügemer: Überleben nur mit Nahrungsmittelbons permalink
    2. Januar 2014 19:53

    Einerseits werden unter Präsident Obama in vielen Branchen oft nur Hungerlöhne gezahlt, andererseits feiern Unternehmen wahre Gewinnexplosionen. Die Einzelhandelskette Wal Mart ist ein Beispiel dafür…
    Mitarbeiter der Demokratischen Partei im US-Kongress haben im Mai 2013 eine Studie veröffentlicht, die das belegt. Ihr Titel: “Die Belastung unserer Wirtschaft durch Niedriglöhne”. Die Untersuchung zeigt, dass Niedriglöhne die Mittelklasse im Land flächendeckend unterhöhlen. Seit 2007 seien vor allem traditionelle Mittelklasse-Jobs abgebaut worden, während die meisten neuen Jobs niedrig bezahlt würden. Die Ungleichheit der Einkommen sei heute extremer als zu irgendeinem Zeitpunkt im vorigen Jahrhundert. “Das oberste eine Prozent der Einkommensbezieher vereinnahmt 93 Prozent der Einkommenssteigerungen… Im dritten Quartal 2012 erreichten die Unternehmensgewinne 1,75 Billionen US-Dollar, das ist der höchste Anteil am Bruttosozialprodukt in der US-Geschichte. Währenddessen fielen die Einkommen der Lohnabhängigen auf den niedrigsten jemals registrierten Anteil am Bruttosozialprodukt.”
    Als Beispiel dient der größte Arbeitgeber der USA, die Einzelhandelskette Wal Mart. Sie hat zwei Millionen Beschäftigte weltweit, davon 1,4 Millionen in den USA. Von 2007 bis 2010 wuchs das Vermögen der sechs Erben der Eigentümerfamilie Walton von 73 auf 89 Milliarden Dollar. Allein im vorigen Jahr lagen die Gewinne bei 17 Milliarden. Das Walton-Vermögen entspricht etwa dem Vermögen von 41,5 Prozent aller US-Familien. Bei McDonald’s mit 860 000 Beschäftigten sieht es ähnlich aus, hat das Wall Street Journal festgestellt.
    Quelle: ver.di Publik
    http://publik.verdi.de/2013/ausgabe-08/gesellschaft/gesellschaft/seite-9/A0


    Der Markt macht die Politik – Anny Hartmann Mitternachtsspitzen


    Flirt nach rechts
    Mit dem Slogan „Wer betrügt, fliegt“ will die CSU im Wahljahr 2014 gegen Armutsmigranten aus Osteuropa Stimmung machen und damit vor allem bei rechtskonservativen Wählern punkten. Dass dieser Stammtischjargon nun auch deutsche Großparteien erreicht hat, ist mehr als bedenklich. Wie sich das Ganze entwickeln könnte, zeigt ein Blick ins Nachbarland Österreich. Ein Gastartikel von Emran Feroz

    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=19798

  3. (A) Szene-allergie 2014 permalink
    4. Januar 2014 17:16

    Ein sehr nettes Ding – Danke Syndikalismus.Blog!

    Die ganze Sendung ist eine einzige Metapher: Da sitzt der lebenserfahrene Psychologe und Philosoph und versucht seine Erkenntnisse zwei Menschen näherzubringen, dem Moderator und der Moderatorin.
    Er referiert über Ichlosigkeit und das ohne auf dem linken Auge blind zu sein, sondern erwähnt neben dem Faschismus auch den Marxismus und neben lieblosen Soldateneltern auch die kranken „antiautoritären“ 68er. So muss es sein.
    Bezeichnenderweise kapieren die beiden Fernsehfutzies das alles nicht so recht. So sucht die Moderatorin in der Vereinfachung und der Herausbildung von Regelsätzen à la „das heißt ja nichts weiter als…“ (21:47) ihre Rettung ins verlogen Abstrakte, ins Intellektuelle zu finden.
    Letztendlich scheinen die beiden aber gar nicht kapiert zu haben, welche Brisanz in dem steckt, was der Gruen darlegt – sie suchen nur nach Inhalten die unter ihre Panto-Brillen und Intellektuellenfrisuren passen, suchen nach Halt in ihrem Wiedergekäuten Marx vor den sie sich schützend geschmissen haben. („Natürlich nicht im realexistierenden Sozialismus aber…“KOTZ!) Auch der Moderator versucht am Anfang noch, wo er kann, die bürgerliche und intellektuelle Sphäre zu schützen, indem er nicht mehr von „Gehorsam statt Zwischenmenschlichkeit“ (Gruen) sondern von „Vernunft anstatt Gefühl“ schwafelt. (5:30)

    Was ich persönlich bei Gruen gut finde, ist wie gesagt, seine Ehrlichkeit vor dem Marxismus, seine Nähe zu liberalen Ideen, die immer wieder in der Geschichte zu freiheitlichen Ideen ausgebaut werden konnten und seine Haltung zu Herrschaft, Gehorsam, Macht und Privatbesitz.
    Wo ich ein wenig kritisieren würde, wäre sein Satz bei etwa 6:00 wo es um die „männlichen“ Dingsdadinger geht. Also er nennt das Leitmotiv des „Heldentums“. Ich denke eher, dass es sich historisch gesehen, bei uns in Deutschland z.B. um ein Leitmotiv der Herrschenden und des Bürgertums handelt, welches damit gesellschaftliche Umstände rechtfertigt. So wird der auf der Tasche der Bauern liegende Ritter, Fürst, König – Adlige eben – zu einem „Helden“ stilisiert, weil er nichts besseres zu tun hat, als sich – mangels sinnvoller Tätigkeiten – in Kreuzzüge, Suche nach der Minne und anderem Blödsinn stürzt.
    Aus diesem Grunde kann man nicht behaupten, dass es ein „männliches“ Motiv ist, nur weil es oft mit Männern verkörpert wird, denn diese Männlichkeit ist ja bereits entfremdet und daher ist es nicht die Männlichkeit von Natur aus, die zB auch immer Weiblichkeit enthält, sondern die herrschaftlich entartete Existenz des männlichen Menschen in der Klassengesellschaft.

    (Schade, dass eben diese schmuddeligen Intellektuellen, wie etwa die Moderatoren, den Anarchismus so verunglimpften, alleine, dadurch dass sie ihn rezipierten.
    Heute sind die Früchte dieser (versatzstückweisen) Rezeption und Missinterpretation, dass solche Leute wie der Gruen sich nicht eingehender mit den Klassikern, den handfesten Formen der „Freiheit als gesamtgesellschaftlichem Prinzip“ auseinandersetzen.
    Ein Grund für das Scheitern der Intellektuellen beim Verstehen des Anarchismus, ist die Arbeitsweise an der Universität – das gestückelte Patchworklernen, die damit einhergehende Vermischung von einer Sache mit anderen Sachen und das Verhaftet bleiben im Abstrakten, was meistens Chaos herbeiführt, niemals aber zum eigentlichen Kern eines Gegenstandes oder einer Idee vordringt.
    Mutationen dieser intellektuellen Unfähigkeit sieht man ja heute daran, dass sich immernoch selbsternannte Anarchisten links nennen, oder linksradikal und dass sie Marx, Adorno, Foucault usw irgendwo immernoch anbetteln, sie zu führen. Von den sogenannten „Praktiken“ in der „anarchistischen“ Szene ganz zu schweigen.)

    Als zukunftsweisender Ausblick aus anarcho-syndikalistischer Sicht könnte man zum Beispiel an das von Gruen angesprochene Knast-Re-Humanisierungsprogramm (23:30) anknüpfen.
    Dort wurde ja versucht aus emotionslosen Killern, Menschen mit Empathie zu machen, indem ihnen Kultur in Form von Shakespeare nähergebracht wurde. Für uns wäre ein Szene-Re-Humanisierungsprogramm nötig.
    Um nun den eigenen Mitgliedern in den Gruppen und Organisationen Hinweise und Hilfestellung zu geben, eine eigene Persönlichkeit, Empathie und zwischenmenschliche Kompetenzen zu entwickeln, könnten wir Rocker’s „Die Sechs“ als eine Art freiheitliche Lebensschule heranziehen.
    Denn anscheinend hat die Psychologie ja gerade mit diesem Programm im Knast herausgefunden, dass Zentralismus nicht nur Kultur zerstört, sondern dass Kultur auch die Betroffenen vom Zentralismus und seinen Symptomen heilen kann!
    Von dieser Erkenntnis können wir in unseren Gruppen profitieren, die von Neurosen, Depressionen, Drogensüchten, fehlender Empathie und Ängsten lahmgelegt sind.
    Und Kultur besitzen wir ja reichlich… also „besitzen“ in dem Sinne tut sie Heiner M. Becker – aber naja… wer weiß….vielleicht erbarmt sich sein Kumpa… sein Kumpel J. S. und redet dem Feudal-anarchisten Becker ins Gewissen, dass er uns wieder den Rocker und dessen Erkenntnisse vervielfältigen und (Was viel wichtiger ist) auf ihm aufbauend weitere Erkenntnisse machen lässt. Und vielleicht liest der Becker ja auch mal den Gruen, besonders im Hinblick auf sein gestörtes Verhältnis zu sich selbst und seiner Spezies, wenn es um halluzinierten Privatbesitz geht… wer weiß…

    Zum Schluss dieses Kommentars möchte ich noch auf den folgenden Aufsatz Arno Gruens aufmerksam machen:

    „Die Konsequenzen des Gehorsams für die Entwicklung von Identität und Kreativität“

    zu finden auf: http://www.lptw.de/archiv/vortrag/2003/gruen_arno.pdf

    • Anonymous permalink
      7. Januar 2014 18:49

      zu Arno Gruen der Wikipedia-Eintrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Gruen

      sein neuestes Buch:
      Arno Gruen: „Dem Leben entfremdet. Warum wir ­wieder lernen müssen zu empfinden“,
      208 Seiten, 19,95 €uro. Klett-Cotta Verlag, 2013.

      http://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft/Dem_Leben_entfremdet/31751

      Ein Zitat von José Saramago ist dem Buch von Arno Gruen vorangestellt, [aus
      „Die Stadt der Blinden“].

      Und er sagte: Ich wollte zeigen, dass unsere aufgeklärte Moral bedroht ist. Wir können sehen, aber sehen nicht. Wir leben mit dem alltäglichen Horror und haben gelernt wegzuschauen.

      Warum wir als Originale geboren werden und meistens als Kopien sterben.
      Wir leben in einer vollkommen durchkonstruierten Welt und sind unfähig, lebendig, mitfühlend und empathisch die Wirklichkeit wahrzunehmen. Anlass für eine Fundamentalkritik an unserer Zivilisation durch den bedeutenden Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen.

      Wir leben in einer vollkommen durchkonstruierten Welt und sind unfähig, lebendig, mitfühlend und empathisch die Wirklichkeit wahrzunehmen. Anlass für eine Fundamentalkritik an unserer Zivilisation durch den bedeutenden Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen.
      Unser Bewusstsein und unsere Wirklichkeit sind beherrscht von Krisen, Hass, Exzessen und Gewalt bis hin zur Verachtung des Menschlichen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Technik und Informatik beeinflussen, beaufsichtigen, befehlen uns: Das abstrakte Bewusstsein entfremdet uns unaufhaltsam dem Leben. Das Empfinden für die Wirklichkeit und das Mitgefühl für andere Menschen werden zunehmend durch ein unnatürliches und nicht mehr menschliches Bewusstsein abgewertet und unterdrückt. So nehmen wir den Ursprung unseres selbstzerstörerischen Tuns nicht mehr wahr. Das empathische Bewusstsein würde es uns ermöglichen, den Weg des Lebens neu zu entdecken.

      Ein Gespräch mit dem Autor auf D-Radio Kultur:
      http://www.deutschlandradiokultur.de/der-empathische-mensch-kann-kriege-verhindern.954.de.html?dram:article_id=246057

      http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/arno-gruen-dem-leben-entfremdet-100.html

      Vielen Dank für die Einstellung des TV Beitrages und den Kommentar! 🙂

      • empa... was? permalink
        8. Januar 2014 07:00

        Ich denke mit Empathie müssen wir in diesem Zusammenhang nur bedingt zur Tat schreiten – wir sollten sie natürlich ausprägen, aber für eine freiheitliche Bewegung ist genau der Föderalismus mit seinem Verhältnis zum Menschen und die Zwischenmenschlichkeit in ihm, genau das Richtige.

        Der Anarcho-Syndikalismus hat ohne Übertreibung mit den Ausführungen Rudolf Rockers zum Föderalismus eine adäquate und tatsächlich „radikale“ Lösung für unsere Probleme, die die heutigen Marktführer in Sachen Lösungen wieder mal nicht sehen. Die in einem früheren Beitrag angesprochene Wissenschaftsgläubigkeit zum Beispiel, geht nicht weit genug, blendet auch aus und ist damit zum Scheitern verurteilt.
        Auch „Empathie“ ist jetzt nicht allein irgendein Lösungsmittel, sondern die ganze Sammlung an mentalen und geistigen Eigenschaften, die der Mensch im föderalistischen Gesellschaftszustand ausprägt und auch benötigt sind, was uns mangelt. Um da hin zu kommen ist es eben nötig diese Eigenschaften und Fähigkeiten auszuprägen, zu trainieren, wenn man so will, aber die haben wir in unserer feinen „Szene“ genannten Bewegung noch nicht.
        Die meisten sind depressiv und leben gestützt auf ein mechanisches Gerüst aus („anarchistischen“, linken) Vorschriften. Fassade für eine kaputtgemachte Innenwelt.
        Eben da müssen wir zur Genesung unserer Bewegung ansetzen und eben da können wir anderen Menschen etwas anbieten – geistige Gesundheit und Klarheit in einer verwirrenden und verdummten Welt. Sie ist verdummt, weil die Fortschrittsbremse Zentralismus in ihr wirkt.
        Ein neues Motherboard einzubauen, auf eine andere Grammatik umzuschalten, eine andere Organisationsgrundlage zu etablieren müsste helfen und das beginnt in jedem einzelnen selbst. Wenn die Aktivisten ausstrahlen, es sei ok, die Symptome des Zentralismus, wie Persönlichkeitsstörungen usw. locker flockig zu tradieren, dann wird das nichts.
        Für Anarchisten heißt „Vor der eigenen Haustür kehren“ heute, die Stellen wo sie vom Zentralismus betroffen sind zu bereinigen, das gilt besonders für mentale, seelische, geistige Probleme, die durch unsere entfremdete Lebens-fremd-führung kommen. Ein neues Leben ist nicht möglich, mit den Symptomen des Alten. Da muss erstmal die eigene, persönliche Revolution gemacht werden. Danach kann der betreffende hinaus in die Welt treten und zeigen wie man sich befreit und kann das anbieten, erst dann hat der Anarchismus / Anarcho-Syndikalismus wieder was „in der Hand“ und kann richtungsweisend werden.
        Heute bietet er nur linke Werte mit einigen anderen Vorzeichen oder mit versetztem Komma, aber grundsätzlich im Widerspruch der Zeit und somit im Kampf um echten Fortschritt steht er nicht.
        Für uns ist von daher erstmal wichtig die Selbsttherapie einzuleiten. Es kann nicht angehen, dass wir es als genossenschaftlich empfinden, wenn niemand in einer Gruppe ein Sterbenswort darüber verliert, dass 90% in der Gruppe einfach keine Mails lesen, unpünktlich sind, völlig lustlos auf den Treffen hängen und gar keinen Antrieb haben, bzw. dass ihnen immer wieder dubiose Ausreden einfallen nicht handeln zu müssen, sie sich aber auf der anderen Seite in völlig sinnlose Action stürzen, die keine Perspektive hat. Da muss uns mal ein Licht aufgehen und da müssen wir mal ehrlich sein und erkennen, dass das so nicht ganz richtig ist. Dass da die Genossen und Genossinnen ein seelisches Problem mit sich rumschleppen.
        Solidarität beginnt genau da, das in Angriff zu nehmen und darüber zu quatschen. Es aus der Welt zu schaffen.
        Über Jahrzehnte diese Dinge in unseren Gruppen zu verschweigen ist in etwa so, als würde man einen Bullen dabei beobachten, wie er dem Nebenmann /-frau auf die Fresse haut und man würde ohne weitere Reaktion neben dieser Szene her schreiten. Denn was sind Depressionen und weitere Störungen anderes, als die Reaktion und damit ein Symptom auf die kapitalistisch durchgestylte Welt des Zentralismus? Ob uns nun der Bulle ein blaues Auge haut, oder der Chef oder das Studium uns eine Existenzangst aufbürdet, die niemand erträgt, das ist letztendlich gleichbedeutend. Wer da über Veganismus quatscht oder andere Ausflüchte herbeikonstruiert der hängt genau in dieser Bewusstlosigkeit, der ignoriert die echten Nöte seiner Genossen und Genossinnen und trägt dazu bei, daß sie tradiert werden und behebt sie bei sich selbst auch nicht. Das ist dann die Überkompensation, das Verschweigen, das Wegblicken.

        Solche Sachen wie die Arbeiten von dem Gruen können für uns nur Belang haben, wenn wir sie auf uns beziehen, nicht als Selbstzweck, à la „Huch was ein schöner Text!“. Der Gegenstand seiner Arbeiten hat (auch) mit uns zu tun und prägt unser Leben mit und damit auch unsere gesellschaftliche Arbeit.

        Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

  4. Wo stünde ICH in der Stunde der Bewährung? KenFM im Gespräch mit: Reiner Braun permalink
    5. Januar 2014 15:40

  5. Arno Gruen: Wider den Gehorsam (Buchtipp) permalink
    11. Juni 2014 19:47

    Nur wer ungehorsam ist, lebt frei

    Wer den Mut zum Ungehorsam hat, der entzieht sich nicht nur vermeintlichen Autoritäten, sondern nimmt die Menschen lebendig und mitfühlend wahr. Wie sehr die Kultur des Gehorsams entmenschlichen kann und welche Wege aus dem Kreislauf der Unterordnung führen, zeigt Arno Gruen: ein befreiendes Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit.

    Lange bevor wir sprechen können und sich unser Denken organisiert, müssen wir lernen, gehorsam zu sein und unsere Gefühle zu unterdrücken. In allen Lebensbereichen erzwingt unsere Zivilisation einen reflexartigen Gehorsam. Zugleich belohnt sie ein Gruppendenken, das ein selbstbestimmtes, freies Denken unmöglich macht. Scharfsinnig entlarvt der bedeutende Psychoanalytiker Arno Gruen die Pathologie der freiwilligen Knechtschaft: Wir selbst halten uns nicht für gehorsam und erkennen nicht, dass die Idealisierung des Unterdrückers ihm Macht über uns verleiht. Es ist höchste Zeit, gegen die Kultur des verschwiegenen Gehorsams zu revoltieren: Nur so können wir die Demokratie stärken und besser miteinander leben.

    Verlag Klett-Cotta, Stuttgart.
    1. Aufl. 2014, ca. 23.08.2014. ca. 100 Seiten, Klappenbroschur ca. 12,00 Euro.
    ISBN: 978-3-608-94891-2

  6. Arno Gruen ~ Empathie und die Generation Ich permalink
    13. Juni 2014 19:34

    Arno Gruen ~ Empathie und die Generation Ich

    [anscheinend kann man bei YT den Text unter dem Video nicht mehr kopieren]

  7. Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition | Arno Gruen| SWR Tele-Akademie permalink
    27. Januar 2015 18:37

    Unsere Welt wird zunehmend von Wettbewerb, Profitdenken und Isolation bestimmt. Aber für ein geglücktes Leben dürfen wir das Empathische in uns nicht verdrängen …

  8. 4. April 2015 12:50

    Gerald Hüther – Es hätte verhindert werden können

    Komplett
    Die neue Lust am eigenen Denken | Gerald Hüther im Gespräch

  9. Zum Tod von Arno Gruen Warum sind wir so gerne gehorsam? permalink
    24. Oktober 2015 10:54

    Moderation: Britta Bürger
    Der deutsche Psychoanalytiker Arno Gruen ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wir erinnern mit einem im vergangenen Jahr geführten Gespräch an den einst vor den Nazis aus Berlin geflüchteten Wissenschaftler, der sich zeitlebens mit den Ursachen von Gewalt und Fremdenhass auseinandersetzte.

    „Wider den Gehorsam“ – es ist eine direkt und an jeden gerichtete Aufforderung, mit dem der Psychoanalytiker Arno Gruen sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch überschrieb. In dem Essay geht Gruen der Frage nach, warum wir uns immer wieder freiwillig dem Willen anderer Menschen unterwerfen.
    Hören Sie im Beitrag die Wiederholung eines Gespräches mit Arno Gruen von 2014.
    Quelle: Deutschlandradio Kultur – http://www.deutschlandradiokultur.de/zum-tod-von-arno-gruen-warum-sind-wir-so-gerne-gehorsam.970.de.html?dram:article_id=304094

  10. Religionskritik nach Walter Benjamin permalink
    4. November 2015 23:58

    Religionskritik nach Walter Benjamin

    „Religion und Kapitalismus kommen, als Vater und Sohn oder als feindliche Brüder, offensichtlich ganz gut miteinander aus. Die Hoffnung, der Kapitalismus würde wenigstens säkulare Verhältnisse schaffen, wird alltäglich enttäuscht. „Alles Stehende und Ständische verdampft, alles Heilige wird entweiht“, hieß es im Kommunistischen Manifest – ja, und doch steht die Religion wieder vor der Tür, als Business, als Lifestyle, als Fundamentalismus.

    Laut Benjamin ist der Kapitalismus selbst „eine reine Kultreligion, vielleicht die extremste, die es je gegeben hat“. In der Krise wird der ganz normale Wahnsinn besonders augenfällig. Denn es bedeutet, notwendig fetischistisch jeden Tag Waren zu tauschen und die Selbstbewegung der Dinge voranzutreiben.

    Was sind angesichts dieser Konstellationen von Business und Wahnsinn Fragen einer Religions- als Kapitalismuskritik? Einer Kritik, die weder religiöse Strukturen nachbastelt, weil sie sich vorschnell drüberhinaus wähnt, noch das Versprechen auf grundlegend andere Verhältnisse kassiert?“ (Text, Quelle & MP3: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31613 )

  11. Das ganz normale Böse und warum wir trotzdem gute Menschen sein können permalink
    8. Juni 2016 23:59

    Das ganz normale Böse und warum wir trotzdem gute Menschen sein können

  12. Die Narzissmus-Falle ~ Vortrag Prof Dr Reinhard Haller permalink
    9. Juni 2016 00:00

    Die Narzissmus-Falle ~ Vortrag Prof Dr Reinhard Haller

  13. Stimmen im Kopf & Bipolar - Auf einem anderen Stern permalink
    10. Juni 2016 00:03

    Bipolar – Auf einem anderen Stern

    Zwischen ausufernder Euphorie und Todeswunsch: Caterina, Laurence, Frédérie und Louis leiden an bipolaren Störungen. Ohne Vorwarnung wechseln sie entweder in eine manische Phase mit paradiesischem Stimmungshoch oder in die Hölle einer depressiven Phase. Caterina Profili erklärt mit viel Humor und Feingefühl eine gemeinhin verkannte Krankheit.

    Menschen mit bipolarer Störung erleben ein andauerndes Wechselbad der Gefühle. Die manisch-depressive Erkrankung bleibt oft unerkannt. Caterina, Laurence, Frédérie und Louis leiden an einer solchen Affektstörung. Ohne Vorwarnung steigen sie immer wieder in paradiesische Stimmungshöhen auf und rutschen dann wieder in die Hölle ab. In der manischen Phase fühlt man sich übermächtig, in der depressiven Phase fällt man in ein tiefes Loch – mit einem chemischen Cocktail als einzigem, abstumpfendem Fallschirm. Um besser zu erklären, was dabei passiert, gibt Caterina Profili Einblick in die dissonante Welt ihres bipolaren Gehirns.

    Aber nicht nur Caterina leidet unter manisch-depressiven Störungen, sondern auch die melancholische Laurence, die charismatische Frédérie und Louis, der sich in sein Zimmer einsperrt und nichts mehr essen will. Für Frédérie lautet der Befund „manisch-depressive bipolare Störungen mit submanischen Phasen und latenter Aggressivität“. Mit Humor und Einfühlsamkeit räumt Caterina Profili mit Vorurteilen auf und erklärt die gemeinhin verkannte Krankheit. Caterinas Biografie, die im Film erörtert wird, ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark die Störung das Leben der Betroffenen verändert.
    http://www.arte.tv/guide/de/051134-000-A/bipolar-auf-einem-anderen-stern?autoplay=1

    Stimmen im Kopf

    Etwa sechs bis 15 Prozent aller Menschen hören irgendwann einmal im Leben Stimmen. Weit über die Hälfte der Stimmenhörer sind psychisch gesund und führen ein völlig unauffälliges Leben. Trotzdem werden Stimmenhörer weiterhin stigmatisiert. Nur wenige sprechen daher offen über ihre Erfahrungen.

    Welche Erklärung hat die Wissenschaft für das Phänomen Stimmenhören? Woher kommen die Stimmen? Galt das Stimmenhören besonders in den letzten Jahrzehnten als Symptom einer gestörten Hirnfunktion, werfen Forscher heute einen neuen Blick auf dieses alte Phänomen – und fördern Erstaunliches zutage: Gehirnscanner zeigen, dass das Stimmenhören keine „Einbildung“ ist; Betroffene „hören“ tatsächlich etwas. Auch scheinen in vielen Fällen die Inhalte des Gehörten weit mehr Bedeutung zu haben als bisher angenommen.

    Drei Stimmenhörer, die ihr Schweigen gebrochen haben, beweisen, dass die Erfahrungen sehr vielfältig sind: Innere Stimmen können als Höllenqual oder auch als Gabe, Inspiration und Glück empfunden werden. Der Tontechnikerin Jennifer Siedler wiesen die Stimmen den Weg aus einer Krise; den Schauspieler Rolf Fahrenkrog-Petersen brachten sie dazu, seine traumatisierte Kindheit aufzuarbeiten; Eleanor Longden erforscht mittlerweile sogar selbst das Stimmenhören an der Universität Liverpool. Seit zehn Jahren Stimmenhörerin, engagiert sie sich bei Intervoice, einem weltweiten Netzwerk aus Stimmenhörern, Therapeuten und Forschern aus 26 Ländern auf fünf Kontinenten.
    http://www.arte.tv/guide/de/053951-000-A/stimmen-im-kopf?autoplay=1

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