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Kritik veganer Argumente

12. Oktober 2013

endlich veganDieser Text kritisiert einige Argumente von Tierrechtler_innen. Der Text selbst ist keine Kritik des Veganismus, sondern eine Kritik an falschen Argumenten für den Veganismus. Kritisiert werden das Recht, der Staat, die Moral sowie ein falsches Verständnis der Ökonomie. Der Text ist nach verschiedenen Argumenten gegliedert, die von Veganer_innen vorgebracht werden. Wenn Menschen sich vegan Ernähren, kann dies aus den verschiedensten Gründen passieren. Das Mitleid, die Solidarität mit dem quälbaren Körper kann dabei eine Grundlage sein. Dieses Mitleid wird nicht weiter im Text angesprochen. Als Grundlage für eine vegane Ernährung ist es nicht zu kritisieren. Ziel dieser Auseinandersetzung sind die politischen Forderungen, die moralischen Argumente und die politische Praxis der Tierrechtsorganisationen.

Das Argument „Es gibt eine Überbevölkerung des Planeten“ wurde aufgenommen, da es in enger Verbindung steht mit den Argumenten „Vegan leben ist natürlich“ und „Veganismus löst das Problem des Welthungers“.

1. „Vegan leben ist natürlich“

„Unser Körper ist ganz offenbar dafür „geschaffen“, vegetarisch ernährt zu werden, oder genauer gesagt, wie die großen Menschenaffen eine Nahrung zu verdauen, die aus Früchten, Nüssen und Schößlingen besteht. Damit sind wir nicht adäquat an den Fleischverzehr, geschweige denn an den Konsum der Milch anderer Tierarten angepaßt.“ (Clements 2006: 37)

Ob Fleischessen natürlich ist oder nicht, erscheint in der Debatte um das Tier immer wieder von Interesse zu sein. Ob und wie viel Fleisch der Mensch gegessen hat, als er noch in Höhlen gewohnt und der Giraffe gute Nacht gesagt hat, scheint für viele ein wichtiges Argument zu sein, wenn es um ihre Essgewohnheiten geht. Mit der Natürlichkeit einer Sache ist aber wenig ausgesagt über ihren Orientierungswert für unser Verhalten. Etwas ist natürlich, wenn es ohne den Einfluss der menschlichen Vernunft existiert bzw. von ihr nicht verändert ist. Das elendige Verrecken von Menschen an Fieber und Krankheit war lange Zeit natürlich und unserem eigenen Handeln entzogen. Hier sehen wir schon, dass Natürlichkeit ein schlechtes Argument für oder gegen eine Sache ist.

Der Mensch entwickelte Medikamente und Heilmethoden, welche diese Natürlichkeit ersetzten durch eine Medizinkultur. Wenn heute Menschen an heilbaren Krankheiten sterben, dann ist das nicht mehr natürlich, denn es wäre mit den entsprechenden Mitteln zu verhindern. Im Kapitalismus fallen aber die Mittel, die erfunden und produziert werden, nicht zusammen mit den Mitteln, die einem Menschen zugänglich sind, der sie benötigt. Heute ist ein Bedürfnis ein schlechtes Argument wenn Mensch etwas haben will. Nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, welche sich in Geld verwandeln lassen. Der Mensch, der Medikamente benötigt, aber ohne Geld nicht bekommt, wird halt sterben gelassen, weil der vorhandene gesellschaftliche Reichtum nicht für ihn da ist und sich einen Dreck um seine Interessen kümmert. Die gleiche Krankheit, die vor 2000 Jahren Menschen natürlich dahinraffte, sorgt heute für Tote dieser Kultur, da es die von Menschen eingerichtete Art zu wirtschaften ist, welche sie umbringt.

Das Verhältnis ist also doppelt vertrackt: Natürlichkeit ist kein Argument dafür, dass etwas gut ist. Noch dazu können Dinge, Verhaltensweisen und Verhältnisse, die einmal natürlich waren, später Kultur werden: Ganz plastisch, wenn Steine (Natur) in eine Straße (Kultur) verwandelt werden.

Oder komplizierter, wenn eben eine Krankheit einen Menschen umbringt, welche längst heilbar wäre: Weil das nicht nur mit der Krankheit, sondern auch mit dem Vorhaben, aus Medikamenten Profit machen zu wollen, zu tun hat.

Wenn nun einer im Streit für sich in Anspruch nimmt, die „natürliche“ Ernährung gefunden zu haben, ist Vorsicht geboten: Hier geht es um die Nutzung des allgemeinen Vorurteils, dass alles Natürliche irgendwie auch gut sei. Jede neue Untersuchung, ob das Fleisch nun vor 2 Millionen Jahren, 1,5 Millionen Jahren oder zu Beginn der Gulaschkanone zum allgemeinen Lebensmittel wurde, klärt zur Frage, wie in dieser Welt zurechtzukommen ist, herzlich wenig.

Den miesen Kniff, „Das Natürliche“ zur Messlatte des eigenen Verhaltens zu machen, haben nicht nur Veganer drauf. Auch Fleischesser schwören auf das „gute Bio-Fleisch vom Metzger nebenan“, andere lehnen Medizin ab und kehren bei der Grippe zu Großmütterchens Kräutertee zurück oder legen sich gleich Heilsteine auf. Hier wird das Gesundheitssystem oder die Nahrungsmittelindustrie nicht mehr kritisiert, weil sie den Zweck hat Profit zu machen. Ziel der Kritik wird hier die menschliche Kultur in ihrem abstraktesten Sinn. Kritisiert wird, dass es überhaupt vom Menschen gemacht ist. In dem unkritischen Vorurteil „zurück-zur-Natur“ wird gleich der menschliche Verstand und sein Produkt, die Kultur, per se über Bord geworfen, anstatt eine GEGEN_KULTUR zu propagieren und die Kultur als historisches Produkt zu begreifen und zu verändern. Die Natürlichkeit als Gütesiegel zu betrachten, ist damit eine rückwärtsgewandte Ideologie, welche dem Menschen und seinen Potentialen negativ gegenübersteht.

Natürlichkeit ist als Argument für eine Sache also nur zu verstehen, wenn allgemein dem, was Menschen bewusst gestalten, schon misstraut wird. Dafür gibt es heute auch allen Grund: Genmanipulierte Gurken, „Superdünger“, Atomenergie, Kriege, Lohnarbeit, Massentierhaltung und vieles mehr sind keine bewusst eingegangenen Verhältnisse und Technologien zur Steigerung unserer Lebensqualität, sondern einzig zur Profitmaximierung gedacht. Wichtig zu beachten ist aber, dass auch vegane Lebensmittel, Bioprodukte, Windenergie und Homöopathie diesem Ziel verpflichtet sind. Es kommt viel mehr auf eine Kritik der konkreten Kultur an als auf das positive Beziehen auf eine Natur.

2. „Veganismus löst das Problem des Welthungers“

„Ein Hauptgrund für die Hinwendung zum Veganismus ist die hoffnungslose Ernährungssituation in der Welt.“ Clements 2006: 11)

Die Produktion von Weizen, Soja und anderen Lebensmitteln, die als Tiernahrung verwendet werden, könnte auch mit einem Faktor 1:10 direkt an den Menschen verfüttert werden. So errechnen PETA & Co, dass mit einer veganen Welternährung kein Mensch mehr hungern müsste. Dabei ist allerdings schon einiges vorausgesetzt. Die Menschen verhungern, weil es zu wenig Nahrungsmittel gibt, woran die Fleischindustrie, nach diesem Argument, (mit)schuld hat.

Schon heute werden genügend Lebensmittel für die Versorgung aller Menschen produziert. Der Grund für die chronische Unterernährung von knapp 1 Milliarde Menschen im Jahre 2012 ist nicht in der mangelnden Anbaufläche oder Problemen bei technischer Konservierungs- oder Transportmittel zu suchen.

Im Kapitalismus werden Lebensmittel als Waren geboren, das heißt, sie werden nur produziert, um verkauft zu werden. Solange die Menschen also nur ihr nacktes Bedürfnis nach Essen haben, werden sie weiterhungern, und sobald sie Geld haben, werden für sie auch Lebensmittel produziert. Für Menschen mit Geld wird im Allgemeinen alles produziert – genau das wissen Veganer_innen an anderer Stelle nur zu gut, wenn sie die unnötige Grausamkeit von Stopfleber kritisieren, für welche Gourmets gerne einen stattlichen Preis bezahlen. Selbst die Produktion von zehnmal so vielen veganen Lebensmitteln würde am globalen Hunger nichts ändern.

Wenn Clements also schreibt, dass Rinder „[…] 24% der Landfläche unseres Planeten [beweiden] und […] Getreide [konsumieren] in einer Menge, die ausreichen würde, um hunderte Millionen Menschen zu ernähren“ (Clements 2006: 12), dann suggeriert Clements, dass der Staat aufgrund des „Fleisch und Milch Mythos“, wie sie es gerne nennt, diese Zusammenhänge nicht sieht oder nicht sehen will. Sie bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, wer denn Nahrungsmittel anbauen soll für Menschen, welche keine Nahrungsmittel bezahlen können. Welcher kapitalistische Konzern hat denn an sowas ein Interesse? Als Proleten züchten die Angestellten der großen Tierfabriken kein Rind aufgrund eines Mythos. Ihr unmittelbares Interesse liegt in ihrem Lohn. Der Kapitalist wiederrum kauft die Ware Arbeitskraft vom Proleten, weil er sich davon Gewinn erhofft. Einige Großagrarier leben gut von dem Geschäft mit der Ware Lebensmittel. Mehr Lebensmittel werden nicht produziert, weil mehr nicht gekauft werden, weil die hungernden Menschen kein

Geld haben, um ihr Bedürfnis nach Essen auch zur Geltung zu bringen. Wenn nun kritisiert wird, dass Menschen hungern, ist hier der Grund zu suchen – und nicht in der Konstruktion eines Mangels an Weizen, Kartoffeln und Mohrrüben auf der Erde.

3. „Es gibt eine Überbevölkerung des Planeten“

Ist der Grund für den Hunger in der Welt erst einmal im Fleischkonsum und im Mangel an Kohl und Kraut entdeckt, scheint es auf der Hand zu liegen, dass es einfach zu viele Menschen gibt. Die Existenz von 7 Milliarden Menschen stört und zerstört den Planeten, die Natur, die Tiere und irgendwie auch die Menschen, die sich dem Schutz der Natur und den Tieren verschrieben haben. Hier schleicht sich über die scheinbar leichte Einsicht in die Tatsache der Überbevölkerung auch gleich eine ganze Reihe von Fehlurteilen ein. Anstatt zu erklären, warum in armen Regionen der Welt die Menschen viele Kinder bekommen, wird die Armut der Menschen damit erklärt, dass sie viele Kinder bekommen. Viele Kinder sind aber doch gerade ein (wenn nicht das einzige) Mittel für Menschen jenseits der Industrienationen, um auch im Alter versorgt zu sein (oder darauf zu hoffen). Auch die hohe Kindersterblichkeitsrate wird eher im Zusammenhang mit zu viel Kindern gesehen, anstatt den Wunsch nach vielen Kindern aus der Kindersterblichkeit zu erklären. Hier steht die Welt Kopf. So wird den armen Weltregionen auch gerne eine kulturelle Eigenheit angedichtet, anstatt zu sehen das ihre angeblichen Eigenheiten nur die Lösungen von armen Menschen sind, welche genau die gleichen Probleme zu lösen haben wie andere Menschen: Überleben im Zeitalter des Kapitalismus.

Zu viele Menschen gibt es auf diesem Planeten nicht als objektive Tatsache. Ernährung und Technik (Urheberrecht) werden künstlich knapp gehalten, um Profit zu erzielen. Große Gebiete der heutigen Welt sind für das Kapital uninteressant. Der Imperialismus im 21. Jahrhundert erobert nicht mehr mit Gewehr und Soldaten die Erde. Die Nationen selbst wollen verwertbar sein. Ist eine Region rohstoffarm und ohne Infrastruktur, ist sie uninteressant. Nur aus dieser Perspektive gibt es „Überbevölkerung“, d.h. Regionen voller Menschen, die für das Kapital nicht verwertbar sind und deswegen auch keine Lebensgrundlage haben. Aus Sicht des Kapitals sind Menschen die nicht verwertbar sind Überschuss.

4. „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ (Speziesismus)

Der Mensch ist genau wie der Schimpanse oder die gemeine Meeralge ein Teil des immer noch laufenden evolutionären Prozesses. Dass der Mensch sich in einigen Punkten sowohl vom Bonobo Affen wie von der Ameise unterscheidet, ist offensichtlich: Atomanlagen, Steuerrecht und Engelszungeneis ist bei anderen Spezies nicht zu finden. Diese taugen als die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier allerdings nicht viel, weil wohl niemand behaupten würde, dass die Menschen erst zu Menschen wurden, als eine Eisdiele im südlichen Italien zum ersten Mal eine blaue Kugel Eis an einen dicken deutschen Touristen ausgab.

Die Versuche, den Menschen in einem Satz von allen anderen Tieren zu unterscheiden, sind so zumeist mehr als Unterhaltungsliteratur zu verstehen. Platon erklärte, der Mensch sei ein „zweibeiniges Lebewesen ohne Federn“. Der Philosoph Diogenes zeigte schnell die Grenzen dieser Definition und rupfte ein Huhn. Er stellte es Platons Schülern entgegen mit dem Satz: „Das ist der Mensch Platos!“ Wir überspringen jetzt einmal eine ganze Reihe amüsanter Versuche, den Mensch in ein oder zwei Sätzen zu definieren, und kommen zu den Versuchen in kapitalistischer Zeit. Interessant ist hier der Einfluss der Gesellschaft, der Sozialisierung, auf die Menschenbilder. Adam Smith, einer der Väter der klassischen Nationalökonomie, sah im Menschen das einzige Wesen mit einer „natürlichen“ Neigung zum Tausch. Hier wird am deutlichsten, was die Frage nach der Natur schafft: Eine Rechtfertigung der Umstände wie sie gerade sind. Es ist kein Zufall, dass Adam Smith gerade in der kapitalistischen Gesellschaft den Tausch als natürlich erkannt haben will. Eine Natur des Menschen zu konstruieren dient fast immer dazu, andere Verhältnisse als unnatürlich, und damit als schlecht zu bezeichnen, wie wir bereits bei „Vegan leben ist natürlich“ gezeigt haben.

Es gibt keinen ontologischen, wesenhaften Unterschied zwischen Tier und Mensch. „Man kann die Menschen durch das Bewusstsein, durch die Religion, durch was man sonst will, von den Tieren unterscheiden. Sie selbst fangen an, sich von den Tieren zu unterscheiden, sobald sie anfangen, ihre Lebensmittel zu produzieren, ein Schritt, der durch ihre körperliche Organisation bedingt ist. Indem die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, produzieren sie indirekt ihr materielles Leben selbst.“ (MEW 3: 21). Damit ist das materielle Leben der Menschen nicht nur ein Produkt ihrer Existenz, sondern auch eine seiner Voraussetzungen. Was der Mensch ist, kann also nicht durch sein Wesen begriffen werden, als vielmehr durch seine Handlungen und damit auch durch die Gesellschaft. Der Mensch ist damit auch prozesshaft und in der Veränderung begriffen.

Nun wird der Satz „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ zumeist aber in einer ganz anderen Absicht gesagt, als religiöse Evolutionskritiker_innen zu widerlegen oder philosophische Spielchen zu treiben. Veganer_innen sehen in dieser Aussage eine Grundlage für die Aussage, dass es irgendwie gar keinen Unterschied gäbe zwischen Menschen und anderen Tieren und fordern daher die Gleichberechtigung von Mensch und Tier. Dabei wird oft darauf bestanden, dass die Ungleichbehandlung (manchmal wird auch nur auf das zugefügte Leid eingegangen) von Tieren wegen ihrer Gleichheit mit dem Mensch zu beenden ist.

In dem Satz „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ wird keine Auflösung hin zum Menschen unternommen. Dem Menschen wird als Kulturwesen nicht zugestanden, sich zu den Tieren anders zu verhalten wie es andere Tiere zu anderen Tieren tun, sondern als Tier, als Naturwesen wird eine Einheit postuliert, welche wiederrum moralisch aufgeladen wird.

Dabei sollte sehr genau darauf geachtet werden, was eigentlich Ziel der Argumentation ist. Dass der Mensch sich von jedem anderen Tier unterscheidet, wird schon deutlich im Anliegen der Tierrechtler_innen: Sie kämpfen für die Rechte von Tieren, da diese selbst kein Verständnis für Rechte haben und vertreten werden müssen.

5. „Der Mensch/Tier Dualismus muss endlich aufgebrochen werden“ (Speziesismus II)

Tiere sind biologisch definiert als Lebewesen, die ihre Energie nicht aus Photosynthese gewinnen. In diesem Sinne ist der Mensch ein Tier. Der Mensch unterscheidet sich von jedem anderen Tier in seinen Fähigkeiten, Wolkenkratzer zu bauen oder Messer und Gabel zu benutzen. Jeder Hinweis darauf, dass auch manche Affenarten Werkzeuge benutzen, um Ameisen zu essen, zeigt nur deutlicher den Unterschied an Qualität.

Wenn die Tiere als das ganz andere gesehen werden, hat es tatsächlich eine bestimmte Funktion: Wenn der Mensch das Fühlende und Denkende auf der einen Seite ist, dann bleibt für das Tier nur noch das Trieb- und Instinktgeleitete Ding übrig: Das Pantoffeltierchen oder das Kariesbakterium. Wenn alle Tiere zusammengefasst werden, wird nicht mehr unterschieden zwischen Menschenaffen, Kuh und Huhn oder Ameise, Biene und Stechmücke. Das ermöglicht auch eine gängige Rechtfertigung: „Es ist ja nur ein Tier“, als ob Tier festlegen würde, ob ein Nervensystem vorhanden ist, Schmerz empfunden werden kann, Angst oder Freude bekannt sind. Tier ist eine ziemlich unbrauchbare Kategorie um etwas über ein Lebewesen festzustellen.

Genau an dieser Stelle ist auch ein Speziesismus fest zu stellen, wenn das Wort benutzt werden will. Tiere werden als Gesamtgattung wahrgenommen und Kühen aufgrund des Tier-seins alles abgesprochen, was Mensch-sein ausmacht, als ob es sich hier um einen einfach Dualismus aus Schwarz und Weiß handelt. Verwechselt werden sollte diese Kritik allerdings nicht mit der generellen Gleichsetzung von Menschen mit anderen Tieren.

6. „Speziesismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Kapitalismus …“

Speziesismus findet sich bei Schwarz/Grünen Aufklebern gerne in einer Reihe mit dem anderen genannten. Dabei sollte zuerst einmal gesehen werden, dass schon die anderen Herrschaftsverhältnisse zu unterschiedlich sind (oder zu diffus) um überhaupt eine Gleichsetzung zuzulassen.

Homophobie bedeutet eigentlich die „Angst vor gleichgeschlechtlicher Liebe“ und entspringt aus dem Reich der bürgerlichen Psychologie, welche die Ermordung und Ausgrenzung von Homosexuellen durch die Unterdrückung eigener latenter Homosexualität erklären will. Dass es sich dabei um einen Zirkel handelt, scheint nicht aufzufallen: Denn eine Begründung, warum diese Menschen ihre eigene Homosexualität unterdrücken und dann andere Schwule/Lesben jagen, wird nicht geliefert. Es wird sich geschickt um die Frage gedrückt, welche Gründe Menschen sich zurechtlegen, warum Schwule/Lesben schlecht seien und von diesen Gründen gibt es für das nationalistische Pack doch genug: Schwule/Lesben schaden der Nation weil sie keine Kinder bekommen, sie entziehen sich damit der Aufgabe des Erhalts der glorreichen Nation auch in der nächsten Generation.

Speziesismus ist, wie wir vorher festgestellt haben, das nichtunterscheiden von verschiedenen Tieren. In dem, dass alle Tiere als nichtmenschlich zusammengefasst werden, sind sie nur Tiere. Während also Rassismus biologische oder scheinbiologische Unterschiede zwischen Menschen zur Grundlage macht für die Notwendigkeit, sie verschieden zu behandeln, ist die Grundlage des Speziesismus gerade umgekehrt, sie gleich zu behandeln: Alles keine Menschen, alle gleich.

Egal ob in oder außerhalb der veganen Szene wird dieser Irrtum ständig reproduziert: Tierrechtler_innen wollen die Tiere retten. Gerne wird auch auf Antispeziesistischen Camps diskutiert, ob Autofahren vegan sei oder nicht, weil so viele Fliegen beim Autofahren sterben. Hier ist Tier gleich Tier und alle Argumente, dass es doch einen Unterschied gebe zwischen Kühen und Hühnern und Fliegen zählen nicht mehr. Hier ist der Schritt nicht mehr weit, Argumente einfach Argumente sein zu lassen und sich voller Empathie mit der ermordeten Kartoffel auf dem Felde zu solidarisieren.

So bleibt festzuhalten, dass die Betrachtung von Mensch/Nichtmensch nicht ausreicht, um allen Tieren gerecht zu werden oder gar zu entscheiden, wer z.B. die Fähigkeit hat, Schmerzen zu empfinden. Den simplen Mensch / Tier Dualismus allerdings nicht mit einer stärkeren Differenzierung zu überwinden, sondern durch ein „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ zu ersetzen, sorgt für noch weniger Durchblick. Ausdrücke wie „nichtmenschliche Tiere“, um die Verwandtschaft von Mensch und anderen Tieren auszudrücken, sind damit nicht unbedingt tauglich. Viel eher gehen sie in die Richtung eines esoterischen „Wir sind alle verwandt“, anstatt klar zu machen, worum es gehen sollte: Differenzierung.

7. „.. ist Herrschaft und muss beendet bzw. bekämpft werden“

Herrschaft ist ein Verhältnis zwischen Lebewesen. Menschen beherrschen andere Menschen weil sie sich etwas davon erhoffen. Wenn Herrschaft einmal zum Selbstzweck wird, dann nur weil Menschen so viel Energie in ihre Herrschaft stecken müssen, dass sie die Früchte ihrer Herrschaft über andere gar nicht mehr genießen können. Damit ist aber nicht gezeigt, dass Herrschaft aus sich selbst entspringt, sondern nur, dass Herrscher scheitern können: Sie herrschen und es bringt ihnen nichts, weil sie so mit herrschen beschäftigt sind. Wann nur kritisiert wird, dass geherrscht wird, wird ja gerade von dem Zweck der Herrschaft abgesehen.

8. „Es ist dringend notwendig, die Tiere mit Rechten auszurüsten“

Ein Recht ist eine staatliche Garantie, etwas tun zu können und dabei nicht gehindert zu werden. Nun ist es mit den Tierrechten schon deshalb eine schwierige Sache, weil die Tiere ihre Rechte nicht einfordern können. Es bedarf also zwangsweiße der „Tierrechtler_innen“, also Menschen, welche die Rechte der Tiere im Namen der Tiere einfordern.

Für ein Recht benötigt es den Staat. Genau den Staat, der die Gesellschaft mit ihren ganzen Widersprüchen erst einrichtet. Durch das staatliche Recht auf Eigentum ist es möglich, dass einzelne Menschen die Produktionsmittel der ganzen Gesellschaft besitzen. Um leben zu können, müssen die anderen Menschen ihre Arbeitskraft als Ware an die Produktionsmittelbesitzer_innen verkaufen. Tiere zählen in dieser Gesellschaft als Eigentum, als Ware, als Dinge , die, wie alle Waren, eingesetzt werden zur Mehrung des Reichtums. Tiere werden in dieser Gesellschaft geschlachtet um Gewinn zu erzielen, genau wie Möhren gezüchtet werden um Gewinn zu erzielen. Dass Menschen das Bedürfnis haben zu essen, ist nur der Hebel der Profitmaximierung. Dass bei der Produktion von Möhren und Fleisch am Ende Menschen satt werden, ist nur ein Nebeneffekt der Produktion. Lebensmittel werden nicht produziert, damit Menschen sie konsumieren, sondern damit aus ihnen Gewinn gemacht werden kann. Jeder Gammelfleisch Skandal und Vergiftungsfall spricht hier Bände, genau wie der Welthunger. Wäre das Ziel der Lebensmittelproduktion, Menschen satt zu machen, würden nicht 1 Milliarde Menschen im Jahre 2012 zu wenig zum Essen haben.

Auch hier werden wieder verschiedene Interessen durch das staatliche Recht auf Eigentum gegenübergestellt: Die Lohnarbeiterin, die möglichst wenig ihres Lohns für Essen ausgeben will, der Arbeitgeber, der möglichst wenig Lohn zahlen will, und die Lebensmittelindustrie, die pro verkaufter Ware möglichst viel Geld erzielen möchte. Interessen spielen in diesem Konflikt nur eine Rolle, wenn sie sich als rechtlich legitimierte erweisen. So ist der einfache Hinweis darauf, dass jemand Hunger hat, überhaupt kein Anlass dafür, ihm Essen zu geben. Auch sein Wunsch nach einer Wohnung findet nur Berücksichtigung, wenn er von seinem Recht Gebrauch macht, sich – wenn er das nötige Geld hat – eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen.

Das „Recht auf Leben“ ist dabei keine Ausnahme. Es gibt für Tiere eben kein Recht auf Leben, weil es ein Recht des Metzgers gibt, sie als sein Eigentum zu schlachten und für seinen Gewinn zu verkaufen. Das kann moralisch angeklagt werden, ist aber Fakt. Da im bürgerlichen Staat die Freiheit des Einen immer da aufhört, wo die Freiheit des Anderen beginnt, endet die Freiheit des Huhnes zu leben dort, wo das Gewinninteresse der Fleischindustrie beginnt. Hier herrscht eben keine „rechtlose Zone“, sondern das Recht ist überhaupt erst die Grundlage für die moderne Fleischindustrie.

Tierrechte zu fordern ist nun eben nicht die Kritik der bestehenden Verhältnisse, sondern deren volle Akzeptanz. Im Namen der Tiere wird ein Recht verlangt, d.h. wird vom Staat eine Handlung gefordert: Staat, verbiete zu kleine Käfige, verbiete zu kurze Ketten, verbiete am besten gleich das Töten von Tieren. Der Staat, der die Grundlage der modernen Fleischindustrie ist, wird nicht etwa als deren Grundlage angegriffen, sondern als mögliche Lösung präsentiert. Im Namen des Pragmatismus wird Staatskritik als unmöglich umzusetzen gebrandmarkt und die Akzeptanz des Staates als einziges gangbares Mittel akzeptiert.

9. „Es ist unmoralisch Fleisch zu essen“

„Ein Mensch mit Moral hat weder neue Bedürfnisse noch – erst einmal – andere praktische Sorgen als bisher. Er hat ein zusätzliches Anliegen: Dass seine Interessen und Nöte “bloß” die seinen sind, will er sich nicht nachsagen lassen. Die Bedürfnisse, die und wie er sie wirklich hat, setzt er in ein kritisches Verhältnis zu einem fiktiven Allgemeinen, das dazu passen soll: Er interpretiert sie als Rechte und Pflichten.“ GSP – Moral Das allgemeine Interesse wird also ins Feld geführt als Argument gegen die niederen Triebe der Fleischesser: Die Erde wird durch den Fleischkonsum vernichtet, die Tiere getötet, die Kinder fett und die Alten krank. Das zusammen zeigt deutlich, dass es im Interesse der Allgemeinheit liegt, dass Tiere ein Recht auf Leben bekommen. Dabei beruft sich die Gegenseite natürlich auch auf die Allgemeinheit: Ohne Tierfabriken keine Arbeitsplätze, kein Wachstum des nationalen Reichtums, kein Exportweltmeister, keine Freiheit des Individuums sich sein Steak zu grillen. Auf die eigenen Interessen wird sich hier also gar nicht mehr berufen, sondern die Widersprüchlichkeit innerhalb der Klassengesellschaft wird schlecht vereinheitlicht: in einem allgemeinen Interesse das versucht jeden Zweifel zu zerstreuen, das es eigenes Interesse ist. Ähnliches kennt man von den Gewerkschaften, die nur Lohnerhöhungen fordern, damit die Binnennachfrage steigt und am Ende alle profitieren oder Unternehmen, welche die Löhne kürzen, damit der Arbeitsplatz erhalten bleibt.

„Was Tieren in unserer Gesellschaft angetan wird, entbehrt jeglicher Form von moralischem Bewusstsein, Respekt und Empathie. Tiere sind leidensfähige Wesen, doch anstatt dies zu respektieren, werden ihre Bedürfnisse und ihre Würde mit Füßen getreten.“ (www.tierbefreier.de)

Diese Argumentation verweist auf höhere, ethische Werte, an denen mensch das persönliche Verhalten gegenüber leidensfähigen Wesen – wie Tiere es unbestritten sind – messen soll. Diese Werte heißen: Gerechtigkeit, Gleichbehandlung, Respekt gegenüber Leben. All diese Werte sollen unbeschränkt gelten, v.a. eben für Tiere. Dass Tierrechtsmoralisten dabei schnell in Konflikt mit den herrschenden Praktiken beim Umgang mit Tieren stoßen, ist ebenso klar wie lehrreich.

Kritisiert wird das gesellschaftlich gängige Verhalten gegenüber Tieren: Massentierhaltung und das Essen von tierischen Produkten werden als Sauerei und moralisch denkenden Menschen nicht würdig angegriffen und direkt ein Ideal dagegengestellt, nämlich eine Gesellschaft, in der die Tierausbeutung überwunden ist, es keine Massentierhaltung mehr gibt und nach Möglichkeit alle vegan leben.

Interessanterweise sind diese moralischen Werte, an denen die Tierhalterei gemessen wird, der Sache etwas ganz fremdes: Weder interessiert die von der Fleischproduktion gebeutelten Tiere diese moralischen Werte in ihrem persönlichen Schaden, noch wird dadurch irgendetwas erklärt – die Tiere werden in einem für sie schädlichen Gegensatz eben zu toter Ware gemacht. Statt diesen Gegensatz zu erkennen, ihn zu erklären und gegebenenfalls zu kritisieren, wird weiter moralisiert. Die Tierrechts-MoralistInnen kennen ja auch gar nicht die Zwecke, für die Massentierhaltung und Tierschlachterei betrieben werden – sie wissen nur um das unmoralische Verhalten dieser Abteilung der kapitalistischen Produktion.

Wenn Fleischessen moralisch kritisiert wird, werden Tiere plötzlich nicht mehr umgebracht weil das profitabel ist, sondern wegen „Speziesismus“. Als nationale Ressource soll ein ausgebildeter Arbeiter nicht verrecken, wenn er gerade mal nicht gebraucht wird auf dem Arbeitsmarkt. Zu viele werden aber gar nicht mehr gebraucht, wieso mit den Hartz Gesetzten ja durchaus auch gezeigt wird, wie viel so ein unwert(schaffendes) Leben noch wert ist: 354 Euro im Monat, etwa so viel wie ein WG-Zimmer in der Stuttgarter Innenstadt. Die Arbeiter_innen in den Tierfabriken schlachten kurz gesagt nicht mehr um ihre Wohnung und ihren Urlaub zu finanzieren, sondern sind „Monster“.

So passiert auch mit dem besten Argument gegen Fleischkonsum etwas Seltsames: Das Mitleid mit den Tieren wird plötzlich propagiert und gepredigt und gegen die Menschen ins Feld geführt, die scheinbar kein Mitleid mit den armen Tieren haben „die doch so unschuldig sind“. Dabei haben wir schon gesehen, dass die Bedürfnisse der Menschen im Kapitalismus gar nicht der Grund für die Produktion ist. Warum sollte der Mensch Mitleid mit dem Tier haben, wenn er noch nicht einmal seine eigene Situation, in der er selbst 8 Stunden am Tag unter fremdem Willen schuftet, als eine Situation begreift, die es zu verändern gilt?

Das Argument der Unmoral versucht gerade nicht, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch geknechtet ist, sondern sieht im Fleischkonsum des Menschen seine Sünde, seine Verwerflichkeit. Da der Mensch unmoralisch handelt, also an einer Messlatte, die von Tierschützern selber gesetzt wird, versagt, muss er zu seinem und dem Glück der Tiere gezwungen werden. Rechte für Tiere: um sie vor dem Menschen zu schützen. Dieser scheint heute als unmoralischer der größte Feind des Tieres zu sein und eben nicht die warenproduzierende Gesellschaft. Dabei beginnt hier der eigentliche Widerspruch.

10. Über die Moral

Moralisch denkenden Menschen geht es bei der moralischen Betätigung nicht um eine Kritik oder gar Ablehnung der herrschenden Verhältnisse. Diese Leute machen bei deren Betrachtung ein ganz neues Fass auf: Sie messen das individuelle Verhalten einzelner Akteure an einem Gesamten, einem übergeordneten Gemeinwesen, zu dem jedeR seinen/ihren Beitrag leisten soll. Kritisiert wird dann regelmäßig so etwas wie „gierige Manager“ oder „faule Arbeiter“, die sich tatsächlich nicht zu schade dazu sind, ihren materiellen Interessen nachzugehen. Dass es hierzulande jedoch einen staatlich eingerichteten Interessensgegensatz gibt, bei dem stets das eine oder andere Interesse untergebuttert wird, institutionalisiert quasi Leute bei ihrer Lebensplanung zu kurz kommen, interessiert solche Gutmenschen nicht. Dass es ein „Gemeinwesen“, an dem alle zusammen arbeiten würden, nicht gibt – sondern nur die freie Konkurrenz, bei der gezwungenermaßen andauernd Leute zu kurz kommen, kommt in deren Gedankengang gar nicht mehr vor.

Da wird dann nur bei dem einen oder anderen gegensätzlichen Verhältnis nach dem „richtigen“, moralisch legitimierten Vertragsverhältnis gefragt, nie aber der eingerichtete Gegensatz kritisiert. Dass es zum Wesen dieser Gesellschaft gehört, ökonomische Gegensätze nicht abzuschaffen, sondern sie aufrechtzuerhalten, daran wollen moralische Menschen gar nichts ändern. Dass die verschiedenen Interessen sich hier zwangsläufig entgegenstehen, scheint ihnen kein Problem zu sein. Die moralischen Gutmenschen unterschreiben sie sogar, wenn sie nach dem „richtigen“ Verhältnis schreien.

Im Schul-Unterricht beispielsweise nehmen verantwortungsbewusste Lehrer gerne die Wichtigkeit der Moral für eine funktionierende Gesellschaft durch, und da kriegt man dann allen möglichen Quark um die Ohren gehauen. Anhand eines Beispiels aus der philosophischen Moral Diskussion kann man das verdeutlichen:

Da soll es einen Mann geben, dessen Frau todkrank ist, und einen Arzt, der als einziger die heilende Arznei dagegen hat. Der Arzt verlangt 10 000 € für die Arznei. Der Mann arbeitet, leiht und treibt Geld auf, kriegt aber nur 5000 € zusammen – der Arzt weigert sich trotz aller Bitten, ihm das Medikament auch für 5000 € zu geben. Da der Mann keine andere Möglichkeit sieht, bricht er beim Arzt ein, klaut ihm das Medikament und lässt die 5000€ liegen.

Die wichtige Frage, der sich die heranwachsenden Staatsbürger jetzt annehmen sollen, ist, ob diese Tat denn moralisch zu rechtfertigen gewesen ist.

Da wird dieser ganze Gegensatz – die private Verfügung über das Medikament, der gesellschaftliche Willen nach ihm – schon unterstellt und als quasi naturgegeben hingenommen. Ob das Verhalten des Mannes richtig war, soll beurteilt werden, nicht was das denn eigentlich für ein bescheuerter Gegensatz ist. Warum kriegt man lebensnotwendige Medikamente nur gegen Geld, diese Frage wird sich nicht gestellt, obwohl sie Ursache für das ganze Problem ist.

Moralische Regeln bzw. Verhaltensweisen lassen sich auch selten mit Argumenten untermauern: Man soll Medikamente nicht klauen, weil sich das nicht gehört und dem anderen schadet. Nach Kants kategorischem Imperativ, dem bürgerlichen Vordenker schlechthin: „Handle nur nach der Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde“ soll eine Gesellschaft voller Gegensätze unterstellt werden, die einzelnen moralisch angegriffenen Akteure sollen von ihren materiellen Interessen ablassen, um das Ganze im Blick zu behalten. Dabei ist der ganze Witz, dass das falsche Ganze Schuld an der Nicht-Einlösung der eigenen Interessen ist.

11. „Es ist gesünder Vegan/Vegetarisch zu leben“

„Dabei bleibt nicht einmal Ernährungswissenschaftlern verborgen, dass Herzinfarkte und Abgespanntheit in der Mehrzahl der Fälle von einem Arbeitsplatz herrühren, der die Leistungsverausgabung zum Zwecke der Gewinnsteigerung organisiert. An der Güte und Normalität dieser Sorte Arbeit zweifelt niemand. Lieber werden Küche und Herd in eine Apotheke verwandelt, deren Utensilien von Reformhäusern und Ökobauern stammen. Das hilft zwar nichts, weil die kostengünstige Entsorgung von kapitalistisch produziertem und staatlich dosiertem Umweltdreck die Böden auch der schlauesten Bauern vergiftet, nicht erst seit Tschernobyl.“ (Freerk Huisken; Erziehung im Kapitalismus)

Dass vegane und vegetarische Ernährung per se gesünder sei, hat keinen Halt. Eine vegane Ernährung ist nur gesünder, wenn sie vollwertig ist. Die Aufzählungen der modernen „Fleisch“ Krankheiten in den veganen Readern und Büchern ignorieren immer die größte Ursache für Stress und Herzkrankheiten in unserer Gesellschaft: Nicht das Schnitzel, sondern die Arbeit ist der größte Feind eines gesunden Lebens. Hier wird deutlich, dass Veganismus leicht dazu benutzt werden kann, die desolate Gesundheitslage vieler Bürger_innen in ihrem eigenen Essverhalten zu entdecken. Damit wird den Menschen nicht nur ihr Vorurteil bestätigt, sie seien ihres Glückes Schmied und damit auch für ihre Krankheiten selbst verantwortlich. Auf der anderen Seite kann so die reale Ohnmacht gegenüber der Arbeit, die für das eigene Überleben notwendig ist, negiert werden: Es liegt alles nur an meinem Essverhalten. Und so quälen sich Mensch von einer Diät zur nächsten und manche finden den Weg bis zur veganen Ernährung.

Veröffentlicht in Flugblatt #1 – Kritik veganer Argumente

28 Kommentare leave one →
  1. Helal permalink
    13. Oktober 2013 09:34

    Argumente des Veganismus – diese Formulierung setzt vorraus, dass es Argumente dafür gäbe. Da der Veganismus aber eine Religion ist und aus einer hippiesken Heitideivorstellung der Welt resultiert und nicht aus der Realität, gibt es hier keinen Raum für Argumente – und auch nicht dagegen, denn Veganer würden nie Argumente gegen ihre Doktrin akzeptieren können, weil ihre Dogmen nur Sinn machen, wenn sie mit aller Absolutheit und frigiden Verkniffenheit ins Feld geführt werden.

    Veganismus ist reiner Schwachsinn, denn der Mensch isst von Natur aus Fleisch, der Mensch ist von Natur aus AUCH alles, was die Leute so furchtbar finden.
    Unsere Natur ergründet sich weder in der Heitideivorstellung der Bambi-Fans, in die sie dann alles was sie brauchen als Grundlage reinstecken können, noch in der „Mensch-dem-Menschen-ein-Wolf“ Doktrin der Zentralisten.
    Unsere menschliche Natur ist auch der Ursprung von Industrie und Hochhausbau, auch wenn es uns nicht passt.

    Ich bin auch kein Fan von „Tempo 200, mein Auto fährt auch ohne Wald“ – die Zerstörung des Ökosystems aufgrund von finanziellen Belangen ist ein Argument gegen Herrschaft und ihr Wirtschaftssystem. Aber dem Menschen eine bestimmte Diät vorschreiben zu wollen, ist nicht nur größenwahnsinnig, sondern ebenso gesundheitsschädlich.
    So verschiedenen wir unsere Körper sind, so verschieden wie unsere Anforderungen sind, so speziell muss auch unsere Ernährung auf diese Bedürfnisse eingerichtet sein.
    Veganismus – und das wollen sie ja immer nicht hören, hat bei zahlreichen Leuten die es tatsächlich ausprobiert haben sexuelle Probleme mit sich geführt. Im Kraft- und Kampfsportbereich sind es verschwindend wenige Leute für die eine vegane Diät auf Dauer funktioniert und die Veganer nutzen sie als verallgemeinertes Beispiel, was völlig dumm ist und mal wieder zeigt, mit welcher Arroganz die Veganer davon überzeugt sind, sie seien die besseren Menschen, diese miesen Philister. Sie sind so arrogant, dass sie tatsächlich annehmen, nichts über die Tätigkeiten und Bedürfnisse des Menschen wissen zu müssen, sondern mit ihrer plumpen Interpretation von Moral einfach nur irgendwo hingehen müssen und es veganisieren müssen, dann stimmt das schon. Dieser missionarische Teil der Religion bestätigt den eingangs genannten Umstand.

    Veganer und besonders die doktrinären Veganer, die denken sie seien sonstwas, von anarchistisch bis anarchosyndikalistisch, sind nichts weiter als dogmatische, jakobinische Linke, die ihren unbedeutenden Anschauungen durch das oberflächliche Mitwirken in sozialen Bewegungen ihrem antisozialen Bestreben eine größere Tragweite verleihen wollen. Aber es steht in seinem doktrinären, starren, verkorksten Charakter einer Religion entgegen allem anarchistischen freimütigen Streben und ist deshalb von frei denkenden emanzipatorischen Sozialisten ebenso zu bekämpfen wie alle anderen starren Gebilde, von der Religion bis zur kapitalistischen Wirtschaft.

    Andererseits! Die vegane Ernährung hat in manchen Fällen durchaus ihre gesundheitsstiftende Wirkung. Sie entfaltet in Kombination mit scharfen Gewürzen bei bestimmten Prostataleiden eine langfristige Wirkung und es gibt sicherlich noch andere Fälle, in denen Patienten damit behandelt werden können.
    Aus diesem Grunde ist sie als Ernährweise in bestimmten Fällen nicht zu verwerfen und ihre spezifischen Produkte sind keineswegs in jedem Fall eine Bedrohung für das freie Denken. Es ist vielmehr die rigorose und geistlose Art, mit der Veganer vorgehen und alles ihrem Glauben unterwerfen wollen. Aus diesem Grund ist hier mal wieder ersichtlich, dass Anarchisten die Veganer in ihrer Mitte dulden kaum was vom anarchistischen Geist verstanden haben, der sich gegen jede dogmatische Starrheit richtet. Die freie Gesellschaft ist geprägt von der Eigenschaft sich auf die Bedürfnisse der Menschen einzustellen, nicht wie im Zentralismus, indem der Mensch sich künstlich geschaffenen Herrschaftsgebilden und ihren Religionen unterwerfen muss.

    In Zukunft würde ich mir wünschen, dass Anarchisten mit praktischen Tätigkeiten glänzen und weniger damit, sich durch Veganismus, Gendern und andere rigorose Trends, die auf eine messianische Heilsvorstellung hinauslaufen, von der bösen Gesellschaft distanzieren zu wollen.

    Hier noch 2 Videos:

  2. Helal permalink
    13. Oktober 2013 10:57

    Noch ein kleiner Nachtrag: „Veganismus“ inhaltlich widerlegt, aus anarchistischer Sicht:

    Das Leben zeichnet sich durch den tollen Spruch aus: Alles ist eins.
    Das bedeutet, dass wir zwar uns selbst eine Zeit lang erfahren können, aber unser selbst als Geist/Körper Einheit irgendwann zerfällt. Das heißt aber nicht, dass das Leben stirbt, sondern das Leben transportiert nur unsere Geist/Körper-Einheit nicht mehr weiter – wir zerfallen in unsere Bestandteile und werden zu Boden. Unsere Einzelteile gehen in Tieren, Menschen, Pflanzen, in Allem eben auf.
    Ich schätze, dass durch die immensen Umwälzungsprozesse zwischen Gestein und Erdmagma alles was schon mal Außen, oben auf der Erde war auch schon mal flüssig in der Gluthitze des Erdkerns war. Dieser Kreislauf ergäbe Sinn, denn die Tektonische Plattenverschiebung sorgt für Vulkanismus, aber auch für das Abtauchen der Platten und somit von dem, was auf ihnen drauf ist.

    Damit sollte hinreichend bewiesen sein, dass Alles eins ist.
    So, wenn man jetzt behauptet, dass der Konsum eines Teiles von dem „geeinten Alles“ falsch sei, schlecht sei, dann müsste man, wenn es sich hier um eine logische, sinnvolle Argumentation, statt einer Religiösen und Künstlichen, Weltfremden handelte auch den Konsum von allem anderen ablehnen.
    Natürlich ist Autofahren nicht vegan! Erdöl ist nicht vegan, Fossilien sind nicht vegan, Museen sind damit nicht vegan, Menschen sind nicht vegan.
    (Das führt mich zu dem Exkurs: Ist der Veganismus eine Kontinuität der christkatholischen Ablehnung des „Fleischlichen“?)
    Aber es gibt keinen Teil des „großen Ganzen“ der nicht konsumiert werden sollte – nur die Auswahl die wir treffen und wie wir damit umgehen ist entscheidend: Selbst Plutonium, Gift des Fingerhuts und andere auf den ersten Blick gefährlich und furchtbar erscheinenden Stoffe sind schon sehr gewinnbringend eingesetzt worden.
    Aus diesem Grund bestätigt sich ein Prinzip des Anarchismus: Die Ermittlung des menschlichen Bedarfs. Der Mensch muss so leben, dass er glücklich ist, daraus ergibt sich sein Bedarf. Wenn dieser Bedarf eine Organtransplantation vorsieht, dann darf sie nicht dadurch künstlich unterbunden werden, trotz der vorhandenen technischen Möglichkeit, weil man irgendeinem Jehova etwas geschworen hat – z.B. Der Anarchismus ist dazu da, eine Gesellschaft herbei zu führen die wieder Inhalt hat und das Leben des Menschen stärkt. Das bedeutet, dass sein Wohlbefinden durch Bedarfssicherung hergestellt wird und nicht durch Überfütterung der einen und Unterernährung der anderen.
    Das bedeutet aber auch, dass die Flexibilität des Lebens nicht abgelehnt werden darf:
    Wir Anarchisten negieren nicht, dass Leben und das Sterben von etwas was einmal gelebt hat, Teil unserer Welt ist. Wir müssen aber unterscheiden was den Bedarf des Menschen ausmacht und was nicht: Der Mord an Menschen, weil diese Menschen durch ihr jüdisch Sein z.B. nicht in die Ideologie gepasst haben ist krank und pervers, aus anarchistischer Sicht, weil es nicht den Bedarf des Menschen erfüllt, wenn der Mensch sich und sein Leben unter die Belange und Sonderinteressen der Ideologie der Herrschenden zwängen muss. Es ist lebensfeindlich, weil hier ein künstliches Problem geschaffen wird, welches nicht existieren müsste. Es entspringt nicht dem Bedürfnis, sondern dem Selbstzweck.
    Veganismus und der völlig bekloppte Antispeziesismus ist auch so eine rigorose Art zu Denken, die sich gegen den Bedarf des Menschen und damit in bestimmten Fällen gegen sein Wohlbefinden richtet und somit abzulehnen ist.
    Es ist eine Ideologie, die nicht den Bedarf des Menschen zu decken in der Lage ist und auch gar nicht fokussiert, sondern religiöse Askese predigt und damit entgegen der föderalistischen Bestrebungen des Anarchismus gerichtet ist, welche das Wohlbefinden und den Bedarf des Menschen keiner dogmatischen Weise unterwerfen wollen, sondern ihn durch angepasstes Wirtschaften, durch angepasste Ernährung und angepasste Medizin bedienen wollen.
    Der Veganismus steht somit zum Kapitalismus, wie die Homophobie zur Homosexualität.
    Statt eines Begreifens und eines differenzierten Umgangs mit einer Sache, die ihr zweifellos die Schärfe nehmen würde, die allen Beteiligten schadet, wird mit rigorosen antithetischen Bindungen das Gegenteil von dem erreicht, was eigentlich erstrebt wurde.
    Das Nichtbegreifen des Unterschiedes vom Zentralismus der vom Menschen Unterwerfung fordert zum Föderalismus der die Organisation dem menschlichen Bedarf unterordnet, ist eines der Hauptwidersprüche zwischen Veganismus als rigorose Ideologie und Anarchismus.
    Anarchismus ist eben nicht nur die Abwesenheit von Herrschaft, von Diskriminierung und wem diese tiefere Einsicht fehlt, der wird nie zu irgendeinem Kern unserer menschlichen Probleme vorstoßen und automatisch und unweigerlich wird sich durch Anleihen und Fremdeintrag von Ideologien die dem freiheitlich emanzipatorischen Wesen fremd sind auch der Anarchismus und seine sozialen Bewegungen verflachen und sich verlieren, in dumpfer geistloser Gleichmacherei und rigorosem Schwadronieren à la „Meat is murder!“

    P.S.: Wenn mir von Veganern und Veganerinnen weniger Verachtung entgegengebracht worden wäre, so wären auch diese Argumente sachlicher und differenzierter ausgefallen. Aber durch meinen persönlichen Erfahrungshorizont bin ich selbst ein wenig emotional eingeengt.
    Die gemachten Thesen sind deshalb nicht falsch. Sie scheiden den rigorosen Veganismus als Ideologie vom Anarchismus und somit erfüllen sie ihren Zweck.
    Anarchistischer Veganismus sollte vielleicht stattdessen eine Möglichkeit sein. Ein Veganismus eine Ernährweise, die erkennt, wann es tatsächlich von Nutzen für den Einzelnen ist, vegane Produkte zu essen und die ebenso erkennt, dass es mannigfaltige andere Weisen gibt und sie nebenher existieren lässt.
    Vegan-Anarchismus, als eine pauschal vegane Fassung des Anarchismus, ist allerdings als doktrinärer Einfluss ins anarchistische Denken zu verwerfen, ebenso wie seine dogmatische Grundlage, der sogenannte „Antispeziesismus“.

    • IRRITIERT permalink
      13. Oktober 2013 13:30

      @Helal

      Du bist leider ein gekränkter Kopf, dessen Realitätswahrnehmung darunter leidet.
      Auch bei dir fehlt wie bei den Urhebern des Textes eine notwendige Differenzierung hinsichtlich der Beweggründe und Ziele von Menschen mit veganer Lebensweise.

      Fang bitte einmal an, nachzudenken. Was du hier postulierst, lässt sich wissenschaftlich nicht halten.

      • Helal permalink
        14. Oktober 2013 12:14

        Gähn – soso, du allein bist nicht etwa irritiert, sondern gleich die ganze Wissenschaftlichkeit?
        Das sieht mir eher so aus, als liegt hier ein Fall von versuchter Selbstüberhöhung und einem eigenen Realitätsverlust vor.
        Besonders weil du gewisse „Beweggründe“ erwähnst, die ja wohl kaum das Maß der Dinge sein können und die ebenso nicht wissenschaftlich sein müssen, nur weil Leute sie dazu machen – Das Problem ist, dass sie das als Schutz vor Kritik tun und nicht weil es tatsächlich so ist.

        Ach ja nochwas: Die gesamte „Wissenschaftlichkeit“ ist nicht „haltbar“ – auf Dauer 😉 und kann kein Gesetz, keine Vorschrift rechtfertigen zumindest vom anarchistischen Standpunkt aus.

        Es geht mir um die Bedarfsdeckung des Menschen und in meinem Schrieb bin ich nicht blind für den Nutzen veganer Ernährung in bestimmten Fällen. Ich negiere nur den kulinarischen Herrschaftsanspruch auf Allgemeingültigkeit. Schade, dass du den Text nicht durchgelesen hast.

  3. Anonymous permalink
    13. Oktober 2013 13:22

    Grundsatzfrage: Warum werden hier in jüngster Zeit häufiger kritische Stellungnahmen am Veganismus veröffentlicht?

    Darüber hinaus ist dieser Text beim Einhalten eigener Forderungen gegenüber der „Veganen-Community“ (die Vielfalt der politischen Überzeugungen von Veganern wird ignoriert) inkonsequent. Er kann an keiner Stelle einhalten, was er von anderen erwartet.

    Es wird von „Differenzierung“ gefaselt, aber an keiner Stelle wird zwischen den unterschiedlichen theoretischen Hintergründen der sog. „TierrechtlerInnen“ unterschieden.

    zu 1.:

    „Genmanipulierte Gurken, „Superdünger“, Atomenergie, Kriege, Lohnarbeit, Massentierhaltung und vieles mehr sind keine bewusst eingegangenen Verhältnisse und Technologien zur Steigerung unserer Lebensqualität, sondern einzig zur Profitmaximierung gedacht. Wichtig zu beachten ist aber, dass auch vegane Lebensmittel, Bioprodukte, Windenergie und Homöopathie diesem Ziel verpflichtet sind.“

    Hier fehlt erstmalig eine Differenzierung hinsichtlich der Ziele der Produzenten von „veganen Lebensmitteln, Bioprodukten, Windenergie und Homöopathie“, da z. B. Genossenschaften und Kooperativen sehr wohl diese Produkte erarbeiten können ohne Profitmaximierung anzustreben.

    zu 2.:

    „[…] 24% der Landfläche unseres Planeten [beweiden] und […] Getreide [konsumieren] in einer Menge, die ausreichen würde, um hunderte Millionen Menschen zu ernähren“ (Clements 2006: 12), dann suggeriert Clements, dass der Staat aufgrund des „Fleisch und Milch Mythos“, wie sie es gerne nennt, diese Zusammenhänge nicht sieht oder nicht sehen will.

    Hier wird der Autorin etwas unterstellt, was aus dieser Aussage nicht hervorgeht. Es ist eine Tatsache, dass Rinder viel Getreide verbrauchen um Muskelmasse aufzubauen, welches alternativ genutzt werden könnte. Dies ist eine Tatsache, welche unabhängig von der Gestaltung gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse gilt.

    zu 3.:

    Auch hier fehlt erneut eine Differenzierung hinsichtlich der Urheber irgendwelcher Aussagen.

    zu 8.:

    Für Rechte bedarf es keinen Staat. Jedes Kollektiv bedarf Regeln nach denen das Zusammenleben funktioniert. In einer Gemeinde, die anarchistisch lebt, haben alle Mitglieder das Recht/Anrecht auf gleiche Beteiligung an kollektiven Prozessen. Somit hat jedes Individuum Rechte, auch unabhängig vom Staat.

    zu 9.:

    Es ist auch notwendig auf den moralischen Aspekt des Umgangs mit Tieren hinzuweisen. Unabhängig von der gesellschaftlichen Organisierung der Produktionsverhältnisse bedarf es der kollektiven Verständigung über den Umgang mit anderen Lebensformen.
    Nicht allein der Kapitalismus führt zur Ausbeutung von Tieren, so wurden Tiere auch in nichtkapitalistischen Gesellschaften ausgebeutet.

    Darüber hinaus hat jedes Mitglied der kapitalistischen Gesellschaft sein Handeln zu reflektieren, d. h. dann auch, dass die Arbeit in einem Schlachthof abgelehnt und zugleich für andere Verhältnisse gekämpft werden muss. Die Argumentation, dass die Arbeiter in den Schlachthöfen diese Tätigkeiten ausführen müssen um zu überleben, stabiliert die kapitalistische Ausbeutung anstatt für Alternativen zu mobilisieren.

    zu 11.:

    Warum werden hier zwei Ursachen für gesellschaftliche Erkrankungen (Ernährung überwiegend basierend auf tierischen Proteinen und Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft) als gegensätzliche Erklärungsmuster präsentiert?

    Es geht nicht um ein entweder oder zwischen den Erklärungsansätzen, sondern um ein sowohl als auch.

    • Grundsatzantwort permalink
      13. Oktober 2013 17:55

      Weil es mehr als erforderlich ist, wie unschwer am IRRITIERTEN VOLLKORNPFOSTEN und seinem Nachschlag-Gefasel abzulesen ist.

    • Helal permalink
      14. Oktober 2013 12:24

      „Grundsatzfrage: Warum werden hier in jüngster Zeit häufiger kritische Stellungnahmen am Veganismus veröffentlicht?“

      Dazu vielleicht folgendes Zitat:

      „Der Veganismus ist perfekt, weil er wahr ist!“ Lenin.

      • Fuck Animal Liberation - #3 - "Survivel of the Fittest?" permalink
        20. Dezember 2013 23:48

        Fuck Animal Liberation – #3 – „Survivel of the Fittest?“

        Der vorerst letzte Teil meiner „Fuck Animal Liberation“-Serie. Dieses Mal geht es insbesondere um den Aspekt der Ausbeutung von Mensch UND Tier innerhalb der landwirtschaftlichen Industrie und die Folgen daraus. Als Text zu finden auf meinem Blog: http://www.alles-fuer-die-katz-blog.blogspot.co­m

      • Anarchismus auf dem Land - # 1 - Grundlegendes permalink
        6. Januar 2014 18:47

        Anarchismus auf dem Land – # 1 – Grundlegendes

        Anarchismus in der Provinz ist ein in der politischen Szene eher verpöntes Thema, daher widme ich mich in dieser Serie intensiv den Fragen, die Selbstorganisation und Freiheit ferab urbaner Räume aufwerfen.

        Als Text zu finden auf meinem Blog: http://www.alles-fuer-die-katz-blog.blogspot.co­m

    • Von Singer zu Hitler permalink
      15. Dezember 2013 16:38

      Von Singer zu Hitler

      Martin Blumentritt

      Peter Singer gilt zurecht als umstrittener Autor. Allerdings war die Diskussion um die Singer-Affaire selber auch problematisch. (PE ist im Folgenden Praktische Ethik).
      Man hat sich nur auf die Konsequenzen Singers gestürzt, die in der Tat auf unhaltbare, gefährliche Thesen führen, wie diese z.B.:

      „Wenn der Fötus nicht denselben Anspruch wie eine Person hat, dann hat ihn das Neugeborene offensichtlich auch nicht, und das Leben eines Neugeborenen hat also weniger Wert als das Leben eines Schweines, eines Hundes oder Schimpansen.“(PE 169)

      Abtreibung und Kindstötung ist Singer nicht mehr in der Lage zu moralisch unterscheiden und so plädiert er auch für Euthanasie an neugeborenen Kindern. Vor allem setzt er Menschen und Schweine als Personen gleich. Das liegt allerdings daran, daß er keinen vernünftigen Begriff von Person hat. Dazu später mehr.

      „Wenn diese Folgerungen zu schockierend erscheinen, um ernst genommen zu werden, dann sollten wir uns vielleicht daran erinnert, daß unser heutiger absolute Schutz des Lebens von Säuglingen Ausdruck einer bestimmten jüdisch-christlichen Haltung ist und nicht etwa ein universaler moralischer Wert.“(PE 171f)

      Singer greift immer wieder die jüdisch-christliche Moral an, ohne auch nur ein einziges Argument dagegen zu formulieren, warum es sich unabhängig von der religiösen Herkunft um falsche Lehren handelt. In einem Vortrag sagte Walter Hess (zitiert nach unveröffentlichten Manuskript):

      „Zu fordern, einmal vorhandene metaphysisch-weltanschaulich-religiöse Überzeugungen, die ja nicht eo ipso falsch sein müssen, im Nachdenken über das moralisch Richtige…einfach auszublenden, würde zum einen die Menschen überfordern, wäre auch von der Sache her falsch. Was immer auch für wahr gehalten werden darf, sollte doch, sofern der Blick auf zu lösende Probleme von erkennbarer Relevanz ist, in die Suche nach der richtigen Lösung einbezogen werden, und zwar auch dann, wenn es sich dabei um weltanschauungsgeprägte Teile eines Überzeugungssystem handelt, die als solche nicht jedem argumentativ zu vermitteln sind.“(W.Hess, Nochmals zur Frage der Abtreibung)

      Obgleich ich nicht unbedingt die Thesen von Hess teile, der fuer den 218 StGB ist und das Ganze aus einer Polemik gegen Norbert Hoerster stammt, der Singer verteidigt und überbietet, so ist ihm doch dahingehend recht zu geben, daß die Herkunft von Argumenten keine Wahrheit oder Unwahrheit präjudiziert.
      Singer ahnt natürlich, daß so plausibel seine Thesen doch nicht sind, denn er weiß das sie hinken:

      „Es trifft natürlich zu, daß die potentielle Rationalität, das potentielle Selbstbewußtsein usw. eines fötalen Homo sapiens weit über das hinausgeht, was eine Kuh oder ein Schwein aufzuweisen haben; aber daraus folgt nicht, daß der Fötus einen größeren Anspruch auf Leben hat.“(PE165)

      Singer versucht die Plausibilität, die Abtreibung in der Mehrheit der Bevölkerung erheischt, zu übertragen auf die Kindstötung. Das gelingt mit dem Trick, daß er den Begriff der Person empirisch zu bestimmen trachtet, d.h. auf vorfindliche Eigenschaften und Verhaltensmöglichkeiten bezieht. Genau das vermeidet allerdings ein angemessener Begriff der Person, der gerade nicht auf empirische Eigenschaften, sondern metaphysische sich bezieht. Über den Trick, die Person an empirischen Eigenschaften festmachen zu wollen, wird die Heiligkeit des menschlichen Lebens negiert. Denn diese bezieht sich auf die menschliche Art als eines Systemzusammenhangs im Sinne Mayrs, nicht auf die konkrete Beschaffenheit eiens Einzelnen. Es wird damit vermieden auf die faschistische Idee zu kommen, Menschen aufgrund empirischer Eigenschaften, z.B. Behinderungen zu töten. Menschen dürfen, weil sie zur menschlichen Art gehören, nicht getötet werden, gleichgültig, ob sie die artspezifischen Kriterien vollständig erfüllen. Art ist nicht die Summe der Individuen, die bestimmte Merkmale haben, sondern ein produktiver und reproduktiver Systemzusammenhang. „Arten sind Gruppen sich (tatsächlich oder potentiell) kreuzender natürlicher Populationen, die von anderen solchen Gruppen reproduktiv isoliert sind.“(E.Mayr) Dies ist allerdings nur der biologische Aspekt, eine notwendige, keine hinreichende Bedingung des Menschseins. Der Mensch ist auf seine Biologie nicht zu reduzieren. Die Humanität bezeichnet nämlich weder empirischen Befund noch ein fixes Muster, sondern eine Aufgabe, die die Menschen in einem Bildungsprozeß, der offen ist, zu erfüllen haben. Dabei ist Behinderten durch Andere beizuspringen und zu helfen. Keinesfalls darf ihnen aufgrund empirischer Sachverhalte das Menschsein oder Personensein abgesprochen werden. Der Begriff der Person hat dieselbe Extension (Begriffsumfang) wie die Art homo sapiens. Person ist ein Aspekt des Menschseins, der sich niemals empirisch aufweisen läßt. Dies dennoch zu tun führt in die Aporien, wie sie seit Lockes psychologischen Definitionsversuch bis hin zu Singer existieren.
      Das Problem der Tötung ist auch nur dann zu klären, wenn man weiß, daß eine Tötung ein Lebendiges voraussetzt. Dies ist dann auch der ganze empirische Anteil an Voraussetzungen, daß daraus resultiert, daß nur ein Lebendes getötet werden kann. Leben ist wissenschaftlich so bestimmt:

      „Nach dem heutigen Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse weichen die Lebewesen unserer Zeit durch folgende, allen gemeinsame Merkmale eindeutig von der unbelebten Materie ab:
      – durch den chemischen Aufbau; – durch eine zelluläre Organisation; – durch Stoff- und Energiewechsel; – durch Reizbarkeitserscheinungen; – durch Zweckmäßigkeit und Anpassungsfähigkeit; – durch die Zunahme des Ordnungsgrads (Verringerund der Enthropie) – durch besondere psychische Eigenschaften.“H.Rahmann, Die Entstehung des Lebendigen S. 9)

      Es lag nahe, vor dem dritten Monat, da das Nervensystem noch nicht entwickelt ist, noch nicht von einen *lebenden* Embryo zu sprechen, sondern von einer Entwicklung des Lebens, was in den meisten Ländern dazu führte, den Schwangerschaftsabbruch in den ersten drei Monaten straffrei zu lassen. Denn Praxis hat Kontrafaktizität zur Voraussetzung, zum Sachverhalt des Tötens, der ja empirisch stattgefunden haben muß, um bestraft zu werden, gehört, daß das, was getötet wird schon bzw. noch lebt. Sonst wird gar nicht getötet, sondern Leben bloß verhindert oder ein Leichnam geschändet. Streitet man das ab, hätte man unter der Hand die Menschenwürde in Genomwürde verwandelt, d.h. man hätte Leben mit der Existenz des Genoms identifiziert. Die Einmaligkeit eines Gens liegt bei jedem komplexen Lebewesen vor. Das definiert noch nicht, das bereits ein Lebendiges vorliegt. Menschenwürde darf nicht in Genomwürde verwandelt werden.
      Wenn man sich – nach dem Stand der Wissenschaft – geeinigt hat, daß ein lebendiges Embryo vorliegt, das ein Nervensystem hat, muß noch festgestellt werden, daß es ein Mensch ist, was allerdings mühelos zu bewerkstelligen ist, weil Menschen Menschen zeugen. Es liegt also – wenn der Nachweis gebracht ist – eine potentielle Person vor. Das Lebensrecht kommt allerdings dem menschlichen Lebewesen als solchem und nicht ihm als Wesen in einem bestimmten Zustand zu. Schon der mittelalterliche Denker Thomas von Aquin sprach dem Embryo nicht vom Anfang an – bzw. gar nicht – eine Geistseele zu, sondern sah darin das Rohmaterial eines Wesens, das erst ein paar elementare Zustände durchlaufen muß bis es eine Geistseele hat. Daher findet man für Abtreibung im katholischen Mittelalter auch nie den Ausdruck Mord. Das ändert sich erst mit der Veröffentlichung des Dekrets von Papst Pius IX. 1869. So eindeutig ist also die Auffassung darüber, in welchen Entwicklungsstadium der Mensch zu Seelenträger auch im Katholozismus nicht.
      Aristotelisch war „Seele“ das Prinzip, das lebende von toten Gegenständen unterschied. Diese selber wurde dann noch mal in vegetabilische, animalische und geistigen Aspekt unterschieden, wobei erste Pflanzen, den Tieren zusätzlich das zweitere und dann dem Menschen auch noch der Dritte Seelenaspekt zukam. Seele ist da also nichts Flüchtiges nach dem Axiom: „Die Seele schwinget sich wohl in die Höh‘ juchhe, / der Leibe bleibt auf dem Kanapee.“ Sie ist eine Organisationsweise von Seiendem, das lebt und die verschwindet, wenn jemand stirbt. Sie ist keine Entität, die unabhängig von der materiellen Welt existiert, sondern eines ihrer Organisationsformen. Heute wissen wir mehr darüber, so daß wir anhand des Inneren, des Genotypus feststellen können, ob es ein Lebendiges und was für eins es ist.
      Selbst dann, wenn man entgegen dieses Sachverhalts das Lebendige schon mit dem Genom identifiziert, bleibt noch die folgende Möglichkeit, der Freiheit zur kulturspezifischen Definition.
      So entspricht die Straf-Freiheit im Grunde auch den jüdischen zivil- und religionsgesetzlichen Bestimmungen (der Halacha). J. Leibowitz erläutert das so:

      „Ein Schwangerschaftsabbruch kommt nach der Halacha und den Bestimmungen der Tora einem Mordfall gleich, nur daß jemand, der dieses Verbot übertritt, vor dem Menschengericht unschuldig ist. In einer Welt, die auf der Anerkennung des Toragesetzes beruht, ist der Übertretet dieses Verbots vor dem Menschengericht frei, vor dem göttlichen Gericht aber schuldig.“(J.Leibowitz, Gespräche über Gott und die Welt, S. 244)

      Dies wäre ein Plädoyer für das Recht auf kulturabhängige Beurteilung, aus der sich der Staat raushalten sollte, eine Lösung, die wohl allen zuzumuten wäre. Eine kulturabhängige Bewertung kann nicht für die Tötung von Kindern gelten und für Embryos, die im Prinzip selbstständig lebensfähig wären (z.B. bei Frühgeburt eintretend).
      Denn man würde sich anmaßen als ob man ein allwissender Gott wäre einzelne Menschen zugunsten einer perfektionierten Sozialtechnologie zu entmündigen, die über Tot und Leben entschiede, wie das Singer vorschlägt:

      „Sofern der Tod eines geschädigten Säuglings zur Geburt eines anderen Kindes mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, dann ist die Gesamtsumme auf eine glückliches Leben größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird.“(PE 183)

      C.Kürten hat in der Diskussion dann ja auch gefragt:

      „Wenn Sie , Herr Singer, einem Menschen mit Down-Syndrom (Mongolismus) begegnen – begegnen sie einemm Menschen, dessen geistige Fähigkeiten begrenzt sind, oder begegnen Sie den Grenzen Ihrer Möglichkeiten, diesen Menschen zu verstehen?“ (Bedingungslos Ja zum Leben, Universitas 51, Mai 1996, S.432; das Heft enthält auch ein Beitrag von Singer selber)

      Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Glück ist eine Kategorie, die ein empirisches Moment hat, ein individuelles Moment, das nicht in Substitution durch ein anders Individuum beurteilt werden kann. Beurteilt werden kann die Glückswürdigkeit, ob die Maximen des Handelns Moral widersprechen, mehr nicht. Umso bedauerlicher ist das Ganze, da Singer ja die Parallelen zum Dritten Reich selber sieht:

      „Die Nazis haben fürchterliche Verbrechen begangen; aber es bedeutet nicht, daß alles, was die Nazis taten, fürchterlich war. Wir können die Euthanasie nicht nur deshalb verdammen weil die Nazis sie duchgeführt haben, ebensowenig wie wir den Bau von neuen Straßen aus diesem Grund verdammen können.“(PE 210)

      Die Autobahnen und das Töten von Menschen zu vergleichen ist schon eine Anmaßung, die auf keine Kuhhaut mehr geht. Singer reduziert die ganze moralische Problematik auf Interessen, wobei er ein abstrakten Interessenbegriff hat, der so unspezifisch ist, daß er auch die Bedürfnisse von Tieren umfaßt. Dabei wird übersehen die spezifische Bedeutung des Begriffs des Interesses.
      Der Begriff des Interesses tritt erstmals bei den französischen Materialisten auf, besonders eindringlich bei Helvetius, der Interesse für das einzige Triebrad hält. In der empiristischen Tradition wird diese „Kraft“, die auch als Selbstliebe bezeichnet wird, naturalisiert, sie besteht darin Schmerz zu meiden und Vergnügen zu suchen, also das, was man gemeinhin seit Freud Lustprinzip nennt. Dann wird die Frage zu beantworten gesucht, wie die Individuen ohne vorausgesetzen Primat der gesellschaftlichen Ordnung sich zueinander verhalten sollen (die Darstellung folgt der Arbeit von G.Mensching, die anschließend zitiert wird):

      „Les hommes ont fait des conventions. La moral n’est que le recueil de ces conventions. Le véritable objet de cette science est la félicite du plu grand nombre.“(Helvetius, De l’homme, WW Bd. IX. S.141 „Die Menschen haben Konventionen gemacht. Die Moral ist nur die Sammlung dieser Konventionen. Der wahre Gegenstand dieser Wissenschaft ist das Glück der größten Zahl.“)

      Zum erstenmal seit dem Mittelalter werden egoistische Ansprüche als berechtigt anerkannt, das Interesse an unbeschränkter Entfaltung ist Ausgangspunkt. Die Frage, wie die in der antagonistischen Gesellschaft notwendigerweise divergierenden Interessen miteinander zu vereinbaren sind, liegt der Moral zugrunde. Die hat Holbach formuliert:

      „L’ordre n’est autre chose que l’accord qui se trouve entre les parties d’un tout pour conspirer à un but. Le beau moral resulte de l’ordre moral, qui est l’accord des volontés et des action des hommes, pour conspirer à leur bonheur, le seul but que des être sensible puissent se proposer…Un corpes politique est dans l’ordre, lorsque tous les membre qui le composent, concourent fidèlement à son maintien.“(Holbach, Systèm social, Bd. 1, S. 97. „Ordnung ist nichts anderes als die Übereinstimmung zwischen den Teilen eines Ganzen, um für ein Ziel zusammenzuwirken. Das moralisch Gute ergibt sich aus der moralischen Ordnung, die in der Übereinstimmung des Willens und der Handlungen der Menschen besteht, um für ihr Glück zusammenzuwirken; dies ist das einzige Ziel, das empfindende Wesen sich setzen können…Eine politische Einheit ist in Ordnung, wenn alle Menschen, aus denen sie sich zusammensetzt, zuverlässig an ihrer Erhaltung mitwirken.“)

      Die Produktion eines Konsens ist das Telos der materialistischen Moralphilosophie, die anfänglich ganz naive Entwürfe beinhaltet, die noch – bis heute bei den Nachfolgern – verfeinert werden. An den Aporien hatten Holbach, Hevétius und Condorvet ihre Reflexionen angeknüpft. Das Interesse am Glück der Sinnesempfindungen setzt sich polemisch gegen die Philosophie und Religion, in der diese verachtet und verdammt waren und wo physische Lust vergänglich erschient und nur die visio beatifica die einzigge wahr Glückseligkeit verbürgen sollte. Das richtet sich gegen den Stoizismus.

      „Que nous serons anti-stoiciens! Ces philosphes sont sévéres, tristes, durs; nous serons doux, gais, complaisants. Toutes âmes, ils font abstraction de leur corps; tout corps nous ferons abstaction de notre âme.“(La Mettrie, Discours sur le bonheur, Euvr phil. Bd. II, S. 84 „Unsere Organe sind eines Gefühls oder einer Bewegung fähig, die uns Vergnügen bereitet und uns das Leben lieben läßt. Ist der Eindruck dieses Gefühls kurz, so ist es Vergnügen; länger, so ist es Wollust; ist er fortdauernd, dann bedeutet er das Glück. Es handelt sich immer um dieselbe Empfindung, die sich nur in ihrer Dauer und in ihrer Lebhaftigkeit unterscheidet.“)

      Dies führt schließlich in einen puren Irrationalismus der abstrakten Subjektivität, die aller Vernunft beraubt wird:

      „Servon nous de la raison même pours nous égarer, si nous pouvon en être plus heureux…L’esprit, le savoir, la raison sont le plus heureux… L’esprit, le savoir, la raison sont le plus souvent inutile à la félicité, et quelque-fous funestes et meurtriers; ce sont de ornement étreanggers dont l’âme peut passer.“a.a.O. 97 Bedienen wir uns der Vernunft, selbst um uns zu verirren, wenn wir dadurch glücklicher werden können….Geist, Wissen und Vernunft sind zur Glückseligkeit meistens unnütz und manchmal verderblich und mörderisch; dies sind fremde Ornamente, die die Seele entbehren kann.“)

      Die Idee der Aufklärung schlägt hier in das Gegenteil um, sie bestätigt nunmehr nur noch die Unvernunft. Individualität verliert sich in dem grenzenlosen Hedonismus selber:

      „Jedem Triebimpulse folgend, wird sie zu einem Stück Natur, das von anonymen Gesetzen beherrscht wird, die gerade nicht individuell sind. Bestimmtheit, einen Charakter kann das Individuum nur gewinnen, indem es den Widerstand der äußeren Realität erfährt und in rationale Erkenntnis umsetzt. Darin stimmen alle übrigen Materalisten überein. Auf der Umsetzung von Widerständen, die sich dem Individuum in der Gesellschaft entgegenstellen, in rationalen Verhalten beruht, allgemein gesprochen, geradezu die Morallehre der Aufklärung. Aus La Mettries Position würde hingegen folgen, daß das Individuum das Anderssein seiner Umwelt nicht erkennt. So bliebe es Monade und verharrte der Realität gegenüber in unzivilierter Brutalität. Hindernisse auf dem direkten Wege zur Lust könnte es bedenkenlos ausräumen, eine Konsequenz, die La Metrie – ähnlich wie später Marquis de Sade – gezogen hat, wenn auch nur hypothetisch.“ (Günther Mensching, Totalität und Autonomie, S. 199f)

      Für das 18.Jahrhundert war es schon avanciert, den Lustcharakter des Bösen herauszuarbeiten und dies antezipiert bereits Marquis de Sade, es ist allerdings wenig aufklärerisch diesen zu affirmieren zu einem naturgesetzlichen Faktum, das von keiner Vernunft aufgehoben werden könnte. Aus der Ehrenrettung des Bösen folgt eine Herrenmoral, nach der die Stärke an die Stelle des besseren Arguments rückt.

      „Indem ich akzeptiere, daß moralische Urteile von einem universalen Standpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, daß meine eigenen Interessen nicht einfach deshalb, weil sie meine Interessen sind, mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muß, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, daß für für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“(PE 23)

      Hier wird behauptet, man könne Interessen durch ein „taking the role of the other“ objektiv beurteilen, über das Interesse andere Menschen und auch den Bedürfnissen von Tieren, in die wir uns noch viel weniger versetzen können, verfügen. Das ist eine weitere Hybris.

      „Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entscheidung betroffen sind. Dies erfordert von mir, daß ich all diese Interessen abwäge und jenen Handlungsverlauf wähle, von dem es am wahrscheinlichsten ist, daß er die Interessen der Betroffenen maximiert.“(PE24)

      Einzelinteressen sind Nach Singer:

      „Interesse an der Vermeidung von Schmerz, an der Entfaltung von Fähigkeiten, an der Befriedigung elementarer Bedürfnisse wie Nahrung und Behausung, am Genuß von Freundschaft und Liebe in der Beziehung mit anderen und an der Freiheit, eigene Pläne zu verfolgen, ohne daß man von anderen gestört wird.“(PE 35)

      Er bezweifelt, „daß es irgendeine moralisch signifikaten Eigenschaft gibt, die alle Menschen um gleichen Maße besitzen.“

      „Wenn ein Wesen leidet, kann es keine moralische Rechtfertigung dafür geben, sich zu weigern, dieses Leiden in Erwägung zu ziehen.“(PE 73)

      Die inhumanen Schlußfolgerungen, wie Euthanasie sind kein Zufall, sondern gründen in den falschen Prämissen der Philosophie Singers.
      Prämissen Singers:

      1. moralisches Verhalten ist mit der argumentativen Verteidiung unserer Lebensweise verknüpft (PE 20), intuitiv gefühlte Normen, Tradition oder Autoriät sind unverläßlich.
      2. moralische Beurteilungen müssen universelen Charakter haben (PE 23) Wer seinen Egoismus nicht zur Disposition stellt ist aus dem Diskurs ausgeschlossen.
      3. Es gibt eine fumdamental signifikate Eigenschaft für Lebewesen der verschiensten Art, nämlich die Fähigkeit sich zu freuen und glücklich zu sein (PE 72). Es wird die Substituierbarkeit grundlegender Gefühle von einemm Individuum durch andere gefordert.
      4. Alle Lebwesen (auch Tiere sic!) haben das moralische Recht auf Berücksichtigung des Bedürfnis auf Leidvermeidung und Glücksverfolgung (=Interessen).
      5. Die Fähigkeit, eine Handlung nach eigener Entscheidung zu vollziehen, heißt Autonomie. Rationale, selbstbewußte und autonome Lebewesen heißen Personen. Person und Mensch ist bei Singer zweierlei (Sic!) Kranke Menschen ohne Reflexionsfähigkeit sind keine Personen, dafür aber einige Tiere. (PE 106, 115)
      6. Natürliche Interessen für Personen sind allgemeines Lebensinteresse, die Schmerzvermeidung, die Entfaltung von Fähigkeiten, Befriedigungg von Nahrungs- und Wohnbedürfnissen, Genuß von Freundschaft und Liebe, sowie die Freiheit, eigene Pläne zu verfolgen, ohne von den anderen gestört zu werden.(PE 35, 43)
      7. Das moralische Prinzip der Gleichheit wird zum Prinzip der gleichen Interessenerwägung, natürliche Interessen der Einzelpersonen sind eingeschränkt und auf das Interesse der Gesamtheit der Personen bezogen.
      8. Handeln und Unterlassen sind äquivalent (Siehe aktive Euthanasie).
      9. Es gibt keine moralisch signifikaten Eigenschaft, die alle Lebewesen der Spezies Mensch im gleichen Maß besitzen. (PE33)

      Die letzte Behauptung leitet sich daraus ab, daß er die Humanität auf das Empirische des Menschen reduziert, Moral wird naturalisiert, indem sie utilitaristisch verkommt. Singer ist dann nicht mehr in der Lage den Wertunterschied zwischen Tieren und Menschen zu begreifen. Der Mensch besitzt aufgrund seiner Autonomie über die biologischen und psychischen Grundbedingungen hinaus Möglichkeiten und Bedingungen ihrer Befriedigung, die nicht vorgegeben sind, sondern von den bewußt geschaffenen Formen menschlicher Gesellschaft abhängig sind. Die Menschen besitzen Selbstbewußtsein – nicht im Sinne der Selbstwahrnehmung und der Fähigkeit sich selbst (z.B. im Spiegel) zu identifizieren, was auch einige höhere Säugetiere können – im Sinne der Subjektivität, die er im Bezug zu sich selbst und den Anderen erst heranbildet. Der Mensch gewinnt erst intersubjektiv die Fähigkeit zu spezifisch menschlichen Akten. Hierin gründet die spezifische Differenz zu anderen Lebewesen, die diese nicht besitzen. Daraus, daß der Mensch fähig und gezwungen ist frei zu sein, beruht auch die Notwendigkeit von moralischen Normen, da die Möglichkeit der Verfehlung und Entfremdung vom Menschsein möglich (und wirklich) ist. Er bedarf der Kriterien des guten und schlechten Handelns. Die Reflektion darauf begann in der Antike als verschiedene Gemeinwesen mit unterschiedlichen Sitten aufeinander stießen und Tradition dadurch in Frage gestellt worden ist. Ethik wird so potentiell durch Moral abgelöst, wie das in der Neuzeit dann verwirklicht wird.
      Es ist demnach zynisch und inhuman Menschen und Tiere ethisch gleichzusetzen, wie das im Folgenden Satz geschieht:

      „Wenn wir es falsch finden, einem Kleinkind ohne Grund so viel Schmerz zuzufügen, dann müssen wir…es ebenso falsch finden, einem Pferd ohne Grund dasselbe Maß an Schmerz zuzufügen.“(PE 75)

      Wer für Tierexperimente sei, muß dann auch Experimente mit Kleinkindern und geistig Behinderten zulassen. Die Verwerflichkeit des Tötens ist an das Merkmal der „Personalität“ geknüpft und mit 4 Gründen versehen:

      1. Töten hätte katastrophale Auswirkungen, wenn sie außerhalb von Notwehr und Kriegen geschehe,
      2. das Interesse von Personen, ihre Pläne und Wünsche auch in der Zukunft zu verwirklichen wäre verletzt,
      3. das Recht auf Leben wäre beseitigt, das die notwendige Bedingung einschlißt, das zu wünschen, worauf man ein Recht hat,
      4. die Zerstörung der Autonomie.

      Der Denkfehler besteht darin, daß Singer die „Personalität“ als Zugehörigkeit zur Klasse aller Dinge mit bestimmten angebbaren Eigenschaften interpretiert. Damit entgeht ihm, daß die Humanität und Personalität gerade sich einer solchen positiven Bestimmung entzieht. Er verfehlt also das Menschsein insgesamt.
      Die Argumentation negiert, so wie jede faschistische Ideologie die Humanität des Menschen.

      „Humanität heißt wörtlich das, was den Menschen vor allen anderen Lebewesen auszeichnet, seine Natur oder sein Wesen. Seiner Natur nach ist der Mensch nicht auf bestimmte Verhaltensweisen und Lebensformen festgelegt. Er ist ein offenes Wesen mit einem außergewöhnlich weiten Spielraum, innerhalb dessen er als einzelner, als Klein- oder Großgruppe sich unterschiedlich entwickeln und tätig werden kann. Überdies wird man nicht schon durch biologische Prozesse, sondern erst durch (Selbst-)Erziehung und freie Sinnstiftung zu einem konkreten Menschen. Humanität bezeichnet daher weder einen empirischen Befund noch ein vorfindliches Muster, sondern eine Aufgabe, die die Menschen in einem nie abgeschlossenen Prozeß der Bildung, der Selbstfindung und des Selbstentwurfs näher zu definieren und aus eigenem Antrieb auszuführen haben. Humanität ist das stets riskante Unternehmen der Individuen und der Gesellschaft, zu sich selbst zu kommen und ein gelungen-erfülltes Leben zu führen. Sie meint weniger die Schwäche und Hinfälligkeit, Niedrigkeit und Bosheit des Menschen als die für das persönliche, soziale und politische Leben gültige normative Leitidee eines „wahren“, von Selbstverwirklichung und Mitmenschlichkeit bestimmten Menschseins. Humanität ist eine formale Idee, die für verschiedene, von den jeweiligen persönlichen und soziokulturellen Bedingungen, Interessen und Sinnvorstellungen abhängige Ausgestaltungen offen ist. Sie besagt, daß es dem Menschen letztlich nicht auf Selbstbehauptung und Expansion, sondern auf jene Verständigung mit seinesgleichen ankommt, die unter den Ideen von Gerechtigkeit und Sittlichkeit steht. Humanität geht vom unbedingten Wert des Menschen, von seiner Freiheit und Würde als unhintergehbarem Fluchtpunkt allen persönlichen, sozialen u. politischen Bemühens aus.“(Humanitiät, in: Lexikon der Ethik O.Höffe (Hrg.))

      Und daran etwas zu ändern, wie Singer intendiert, dagegen wird man sich mit allen gebotenen Mitteln zu wehren haben.

      http://www.martinblumentritt.de/agr317s.htm

  4. Apropo wissenschaftlich haltbares Postulat ~ Fleisch & Kochen ~ Evolution der Ernährung & des Gehirns permalink
    13. Oktober 2013 16:07

    Nahrung fürs Gehirn ~ Fleisch & Kochen ~ Evolution der Ernährung & des Gehirns

    Das Essen hat mehr dazu beigetragen, uns zu dem zu machen, was wir sind, als man vielleicht vermuten würde. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich von gekochten Speisen ernährt. Vor 2,6 Millionen Jahren haben unsere Vorfahren damit begonnen, Fleisch zu essen. Kochen ist deshalb die größte Steigerung der Ernährungsqualität in der gesamten Geschichte des Lebens.

    Was heute so untrennbar zur menschlichen Kultur gehört, war ganz zu Anfang ein Faktor, der maßgeblich zur Entwicklung unserer körperlichen und geistigen Fähigkeiten beigetragen hat. Lange Zeit ging man davon aus, dass Lebensumfeld und Sozialstruktur die Evolution unserer Vorfahren beeinflusst haben. Doch nun fragen sich Wissenschaftler, ob ein anderer wesentlicher Bestandteil des Lebens, nämlich die Nahrung – gekochte Speisen, aber auch das Essen von rohem Obst und Gemüse – diesen revolutionären Effekt bewirkt haben könnte.

    Etwas, das für uns alltäglich ist, das Essen, hat den Verlauf der Menschheitsgeschichte scheinbar elementar verändert. Man ist, was man isst – die Dokumentation geht dieser These aus evolutionsbiologischer Sicht unterhaltsam und wissenschaftlich fundiert auf den Grund.

    • 15. Oktober 2013 15:03

      Früher war alles besser, sogar der liebe Gott, denn man konnte ihm noch ein Schnippchen schlagen, sprich, eine Ohrfeige verpassen.

      „Der Ursprung des Wortes Maultasche geht auf das 16. Jahrhundert zurück und ist zunächst in der Bedeutung als „Ohrfeige“ bezeugt. Tasche geht dabei wohl auf „tatschen“ bzw. „tätschen“ im Sinne von „schlagen“ zurück. Erst später wurde die Teigware danach benannt. Vermutlich aufgrund der aufgeschwollenen Form, ähnlich einer Wange nach einer Ohrfeige.

      Zur Entstehung dieses Gerichts gibt es verschiedene Legenden.

      Eine besagt, dass auf diese Weise die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher auch der Name Maultasche) in der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott verstecken wollten, was im Volksmund zum Beinamen „Herrgottsbscheißerle“ führte. Leicht abgewandelt erzählt man sich, dass es Protestanten waren, die der ursprünglich nur mit Kräutern und Spinat gefüllten Teigtasche heimlich Fleisch beifügten. Hierzu passt die Tradition in schwäbischen Familien, dass „Maultaschen in der Brühe“ das typische Gericht am Gründonnerstag ist. Die ohnehin reichlich hergestellten Maultaschen gibt es dann am nachfolgenden Karfreitag in einer der möglichen anderen Zubereitungsarten.“

      Die Vollkornpfosten-Fraktion mit ihren vegetarischen und veganen Maultaschen sind noch krassere Kontrollfreaks als der liebe Gott, sie wollen ihn toppen. Wenn das nicht gruselig ist.

      PS:

      Und irgenwie schließt sich der Kreis: Das oben verlinkte Arbeitsgerichtsurteil — dieses „Vorfällchen“ wurde gezielt von der Propagandamaschine gehypt —- ist eine schallende Ohrfeige für die Arbeiterklasse gewesen.

  5. 14. Oktober 2013 09:12

  6. Rabbi says eating soy makes you gay permalink
    9. November 2013 21:32

    Rabbi says eating soy makes you gay

    According to several reports, religious leader from Gur Hasidic movement forbids students to consume any soy-based products, claiming hormones will lead to ‚homosexual activity‘

    Daniel Koren

    Here’s an interesting, albeit confusing, story.

    The ultra-Orthodox Gur Hasidic dynasty, known for imposing restrictions on its community (including banning married yeshiva students from participating in foreplay), has added another strange restriction to its list of what they cannot do, possibly the weirdest, and most unprecedented yet: Eating soy and all soy-based products.

    The rabbi of the Gur Hasidic sect fears that the hormones in soy will cause his students to become more feminine (both physically and emotionally), and, according to a report in BaOlam Shel Haredim, that the rabbis and older students will become sexually aroused around them.

    Heeb Magazine reports that the rabbi has also declared that eating soy-based products will lead to „gay sexual activity,“ ordering the students to „stay away from any food containing soy because even eating a soy-based product just once a week can cause unwanted arousal.“

    Obviously, as we all know, extreme quantities of soy do raise estrogen levels, and in very rare cases, can cause men to grow breasts. Mind you, the amount of soy needed in order for this to happen far surpasses the average amount of soy found in, say, an order of deep fried tofu, even if you ate the entire dish itself.

    Also, even if one ate that much soy, it’s kind of preposterous to assume it would have any effect on your sexual orientation.

    The head rabbi also worries that soy will cause female students to sexually mature faster than intended.

    No scientific evidence is available to support the Gur rabbi’s decision to make such a claim; in fact, many studies suggest tofu is one of the healthiest proteins around, particularly for vegetarians.

    It’s also certainly one of the least expensive.

    Just this past August, Gur Rabbi Abraham Benjamin Silberberg enforced another ban, restricting men from giving handshakes to one another.

    Why, you might ask? Unfortunately, because Silberberg claims such innocuous handshaking activity can also turn men gay.

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4447271,00.html

  7. Menschenschutz permalink
    5. Dezember 2013 00:07

    Menschenschutz

  8. Reinhard permalink
    1. Juli 2014 16:09

    Selten so einen Schwachsinn gelesen.

    Argumentieren setzt voraus, auf die Argumente der Gegenseite einzugehen. Anderen offensichtlich schwachsinnige oder böswillig verzerrte Argumente ohne Quellenangabe zu unterstellen und diese dann zu widerlegen, ist nur selbstgefällige Schmiererei.

    Daher macht es dann auch keinen Sinn, hier nochmals die fundierte Tierrechtsargumente aufzuführen.

  9. Kritik des Antispeziesismus - Ein Vortrag von Peter Bierl permalink
    27. Dezember 2014 00:30

    Kritik des Antispeziesismus – Ein Vortrag von Peter Bierl

    „Politischer Veganismus gehört in linken Zusammenhängen mittlerweile zum guten Ton. Kaum ein AZ kommt ohne vegane „Volxküche“ aus. Wer es wagt dort offen Fleisch zu konsumieren wird zumindest schief angeschaut, denn Fleisch ist in vielen antispeziesistischen Augen Mord.

    Einer der prominentesten Antispeziesisten ist Peter Singer, der, so Kritiker, in seinen Schriften zwischen lebenswerten und lebensunwertem Leben selektiere und in der Vergangenheit dafür plädiert habe, behinderte Kinder bis zum 28. Tag nach der Geburt töten zu können. Ähnliche Thesen habe er in seinem Buch „Animal Liberation“ (1975) vertreten, mit dem Singer den Begriff Tierrechte populär gemacht hat.

    Der Journalist und Autor Peter Bierl setzt sich in seinem Vortrag mit Singers Thesen, den Tierrechtlern und Antispeziesisten auseinander und zeigt, dass diese Konzepte weniger dazu taugen, das Leid und die Quälerei von Tieren zu beenden, als vielmehr Menschen abzuwerten und damit einer neuen Rassenhygiene Vorschub leisten.

    Eine Veranstaltung der Hochschulgruppe Kritische Wissenschaft an der Universität Passau.“

    (Text, Quelle & MP3: https://www.facebook.com/events/36220… )
    Facebookgruppe der veranstaltenten Gruppe: https://www.facebook.com/pages/Kritis

  10. Kritik des politischen Veganismus permalink
    10. Januar 2015 17:04

    Kritik des politischen Veganismus (Diskussionspapier)

    Dieses Diskussionspapier wurde am 23.12.2014 im GEGEN_KULTUR Verlag veröffentlicht. Kritik und Anregungen werden unter “Debatte Kritik des politischen Veganismus” auf keinort.de veröffentlicht. Am Ende soll mit einem abschließenden Papier die Kritik gewürdigt werden.

    Kritik des politischen Veganismus

    Die ‚Kritik des politischen Veganismus‘ klärt
    – warum der politische Veganismus selbst nicht nur die Gemeinsamkeit sondern auch den fundamentalen Unterschied zwischen dem Mensch und anderen Tieren kennt
    – warum die Leidensfähigkeit der Tiere kein Argument ist, diese auch zu berücksichtigen
    – warum der Slogan ‚Tiere sind keine Ware‘ vorbeigeht an dem, was eine Ware ist
    – warum der Welthunger nichts zu tun hat mit unseren Essgewohnheiten

    Inhaltsangabe
    1.) Mensch und Tier
    2.) Leidensfähigkeit
    3.) Tiere sind keine Ware
    4.) Welthunger

    Tiere zu essen oder nicht zu essen, das kann jeder halten, wie er will. Es gibt jedoch eine Reihe von Leuten, die sich dazu entschieden haben, keine tierischen Produkte zu konsumieren, und die es nicht aushalten, dass andere ihre Abneigung gegen Tierisches, ihre ausschließliche Vorliebe für Pflanzliches nicht teilen. Sie machen aus der Ernährungsfrage eine politische Frage, ein politisches Programm und verurteilen die Mehrheit derer, die sich pflanzlich und tierisch ernähren. Sie berufen sich für ihre individuelle Entscheidung zu einer bestimmten Ernährungsart auf Gründe, für die sie Allgemeinverbindlichkeit beanspruchen. Konsequenterweise werfen sie ihren Allesfresser-Mitmenschen vor, mit der Verspeisung von Tieren ernste Fehler zu begehen.
    Im Tierreich verzehren die Tiere einander, um ihr Leben zu erhalten. Es passt hier nicht, die Tiere zum Mitleid aufzurufen. Naturwesen stellen sich ‚ignorant’ zu ihrem Essen; sie fressen, bis sie satt sind. Das macht der Mensch als biologisches Lebewesen ebenso. Damit könnte das Thema beendet werden, wäre da nicht der politische Veganismus. Dieser stellt den Imperativ auf, der Mensch dürfe tierische Lebewesen nicht essen. Es geht ihm dabei aber nicht einfach nur um eine private Entscheidung, man selbst esse keine Tiere mehr, sondern: Das darf man – also weder man selbst noch andere – nicht.

    1.) Mensch und Tier
    Tiere haben für den politischen Veganismus grundsätzliche Gemeinsamkeiten mit dem Menschen:
    „Der Mensch ist ein Tier; und was die meisten Menschen gegenüber anderen Tieren unterscheidet, ebenso wie das, was Menschen voneinander unterscheidet, ist weniger ihre Biologie, es sind nicht in erster Linie ihre grundsätzlichen Fähigkeiten oder angeborene Eigenschaften, sondern es ist vor allem ihre aktuelle, materielle Lebenssituation.“1
    Eine dieser „grundsätzlichen Fähigkeiten oder angeborenen Eigenschaften“ sieht der politische Veganismus in der Fähigkeit zu leiden. Diese soll ausschlaggebend sein für Menschen, Tiere nicht zu essen bzw. zu nutzen.

    Tiere leben ihren natürlich bestimmten Gewohnheiten entsprechend. Sie fallen mitleidlos über ihre pflanzliche oder eben auch fleischliche Nahrung her und handeln sich damit keine Kritik der politischen Veganer ein. Diese wissen, dass ihr Aufruf, sich auf pflanzliche Nahrung zu verpflichten, nur beim Menschen fruchten kann. Damit kennt der politische Veganer einen Unterschied zwischen Tier und Mensch, den er gleichzeitig für irrelevant erklärt: Mensch und Tier seien fundamental gleich, weil ‚leidensfähig‘ und sie sind zugleich fundamental ungleich, da nur die Menschen dazu fähig sind, von ihren natürlichen Bedürfnissen Abstand zu nehmen.
    Der politische Veganismus unterstellt damit selbst, dass Tiere keine Zwecke kennen – sich also nicht selbst mit Wille und Empathie zur Welt stellen –, wenn sie von Tieren eben nicht verlangen, was sie vom Menschen erwarten: sich vegan zu ernähren. Mit diesem Wissen darum, dass man dem Tier kein Gewissen daraus machen kann, wie es sich ernährt, unterstellt man, dass die Tiere eben doch etwas grundsätzlich anderes sind als der Mensch.

    2.) Leidensfähigkeit

    a.) Die Mensch wie Tier gemeinsame ‚Leidensfähigkeit‘ soll nun ausschlaggebend dafür sein, Tiere nicht zu essen. Der politische Veganismus weitet die goldene Regel auf das Vieh aus und weiß zu sagen: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu!“.
    Der Widerspruch der goldenen Regel ist, dass es ganz offensichtlich Zwecke gibt, welche mit Gewalt gegen andere durchgesetzt werden, und das gerade diejenigen Zwecke sind, von welchen die Menschen überzeugt sind, dass es die besten sind. So schreckt der politische Veganismus im Namen des Tierleides nicht davor zurück, Tiere zu befreien und verstößt damit klar gegen das Interesse der Farmbesitzer, die ihrerseits die goldene Regel in Anschlag bringen können: ihr Interesse an einer Einkommensquelle.
    Wo der politische Veganismus für die Tiere beansprucht, dass niemand es wollen könne zu leiden, weiß der Fleischesser seine Freiheit zu reklamieren, sich zu ernähren wie er wünscht und gesteht dies auch großzügig dem Veganer zu.

    b.) Die ‚Leidensfähigkeit‘ der Tiere ist damit nicht das einzige Gut welches sich über die goldene Regel zu legitimieren weiß. Jede Seite – Tierfreunde wie Tiergenießer – unterstellen ihr Interesse am richtigen Umgang mit den Tieren als naturgemäßes und richtiges. Der politische Veganismus unterstellt einfach, dass das Leid der Tiere für den Menschen schwerer zu wiegen habe als das Interesse am Fleisch. Das Mitleid der Veganer für das Leiden in der Welt kennt allerdings selbst eine Grenze, an welcher sie ihr eigenes Interesse an Nahrung über das Leiden stellen: Die lebhafte Debatte innerhalb des politischen Veganismus, ob es noch ‚vertretbar‘ ist, Honig zu konsumieren oder Milch von Lebenshöfen, ob manche Pflanze nicht auch Respekt verdiene, so manches Insekt dagegen vielleicht nicht, zeugt davon, dass die Grenzen, die Veganer dem Töten von Lebewesen setzen, willkürlich sind.
    Die ‚Leidensfähigkeit‘ ist für Fleischesser eben kein Argument, weil sie zu nichts verpflichtet. Die moralische Höherwertigkeit des eigenen Standpunkts, welche der politische Veganer sich mit dem Verzicht auf Fleischkonsum bestätigt, ist für Fleischesser kein verbindlicher Grund für den Verzicht auf Fleisch. Der Konsum tierischer Produkte hat sich schlicht selbst als Zweck und dieser verschwindet nicht durch das Lob welches sich Veganer selbst zusprechen.

    c.) Aus der ‘Leidensfähigkeit’ der Tiere wird nun beim politischen Veganismus von einem persönlichen Standpunkt der Übergang vollzogen zu einem Verbot, dem in der Welt Geltung verschafft werden soll. Dazu haben sich nun verschiedene Schulen des politischen Veganismus zu verschiedenen Konsequenzen zusammengefunden:

    I.) Namensgebend für die politische Konsequenz ist die vereinigende Praxis des politischen Veganismus, sich selbst rein halten zu wollen von den Gräueln der modernen Tierhaltung. Oft flankiert von der falschen Vorstellung, der Konsument sei der Auftraggeber der Fleischindustrie2, konzentriert man selbst seinen Konsum auf die Pflanzen- und Mineralwelt. Beim praktischen Umgang damit wird klar, dass der Veganer seine Ausweitung des Merkspruchs „Was du nicht willst…“ irgendwo beenden muss, damit er überhaupt überleben kann. Also beginnt die Debatte, was zu essen noch statthaft, was bereits unstatthaft ist. Endet für die einen bereits beim Wurm die „Solidarität mit dem quälbaren Körper“, melden die anderen beim Verzehren von Pflanzen Bedenken an, wenn deren Leben durch das Pflücken beendet wird. Der Tierschützer tritt ein für eine bessere Behandlung der Tiere.

    II.) Manche politischen Veganer gehen allerdings weiter, als nur den eigenen Ernährungsplan umzustellen. Sie sehen sich in der selbst auferlegten Verantwortung, das Schlachten praktisch zu beenden: In der Tradition der direkten Aktion und der Propaganda der Tat werden Schlachtautos abgefackelt und Hühner aus dem Schlachthof oder Versuchstiere aus Laboren befreit. Und nicht selten wird bei diesem Stellvertreterkampf für die „Rechte“ der Tiere im Namen deren Leidensfähigkeit rücksichtslos gegen die Leidensfähigkeit der Menschen vorgegangen, die ihr Geld in Laboren und Tierzuchtbetrieben verdienen: der Tierbefreier.

    III.) Wer sich nicht selbst aufgerufen fühlt, gegen ‚das System‘ als einsamer Rächer aktiv zu werden, entdeckt nicht selten im Staat genau das Gewaltmonopol, das er selbst schmerzlich vermisst bei der Durchsetzung seiner erdachten Ge- und Verbote rund um das Tier. Diese Schule des politischen Veganismus erblickt im bürgerlichen Staat und seinen verschiedenen Gewaltabteilungen – Polizei, Armee, Justiz, Knäste – die Potenz zur Durchsetzung eines allgemeinen Tierkonsum-Verbots und engagiert sich dementsprechend: als Tierrechtler

    *
    Mit der Leidensfähigkeit ist die Kritik des politischen Veganismus abgeschlossen. Die nun folgenden Unterpunkte ‚Tiere sind keine Ware‘ sowie ‚Welthunger‘ sind Zusätze des politischen Veganismus, um auch Fleischessern ‚gute Gründe‘ zu geben, warum diese für den politischen Veganismus sein sollten.

    3.) „Tiere sind keine Ware“

    a) Der Slogan „Tiere sind keine Ware“ ist angelehnt an die bekannten linken Parolen, „Wasser“ oder „Bildung“ sei keine solche, hat aber eine grundsätzlich andere Bedeutung. Die Forderung der linken Parolen ist, dass Güter wie Wasser oder Bildung grundsätzlich jedem zugänglich sein und deswegen nicht den Charakter von Waren haben sollten. Waren zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass die Menschen, welche sie benötigen, zunächst einmal von ihrer Benutzung ausgeschlossen sind und erst für Geld in deren Genuss kommen.
    Diese Parole prangert an, dass durch den Warencharakter die Tiere zu Sachen würden, „verdinglicht“. „Tiere sind keine Ware“ ist also nicht mit den linken Parolen zu verwechseln. Diese finden es verwerflich, dass der Reichtum in der Welt den Menschen nicht zugänglich ist, der politische Veganismus will die Tiere gerade dem Zugriff der Menschen entziehen.3
    b) Anhänger der Parole wollen Tiere nicht als Ressource wissen, unabhängig davon ob es um die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse geht oder um solche des Kapitals. All jene Übel, die Veganer gerne und oft zitieren, bebildern und als Videos ins Internet stellen – Earthlings ist der bekannteste dieser Filme –, folgen tatsächlich aus dem Warencharakter des Fleisches, der Milch etc. Die Gräuel, welche die Tiere in der industriellen Tierproduktion erleiden müssen, sind sogar schädlich für deren Gebrauchswert für den Menschen. Fleisch aus Massentierhaltung ist voll von Medikamenten, Geschwüren, ungesunden Zusatzstoffen etc.
    Wo der politische Veganismus sich mit seiner Parole „Tiere sind keine Ware“ also ganz ignorant gegen den wirklichen Charakter der Ware stellt und damit nichts weiter gesagt haben will, als dass Tiere keine „Sache“ seien, kann eine Analyse, welche berücksichtigt dass Tiere heute eben nicht dafür, dass sie gegessen werden, sondern als Ware gehalten werden, erklären, warum sie so leiden müssen. Die Zustände der Massentierhaltung sind Ergebnis der Kapitalkalkulation, aus möglichst wenig Investition möglichst viel Profit zu schlagen. In dieser Kalkulation hat weder das Leiden der Tiere noch das Bedürfnis der Menschen nach gutem Fleisch seinen Platz.4

    4.) Welthunger

    Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung weiß: „Wir können dazu beitragen, den Welthunger zu überwinden, indem wir weniger oder am besten gar kein Fleisch essen.“5
    Die Menschen verhungern nach dieser Rechnung, weil es zu wenig Nahrungsmittel gibt, woran die Fleischindustrie, (Mit)Schuld hat. Der politische Veganer glaubt, dass die Ignorierung des Gebotes, man dürfe keine Tiere essen, noch ganz andere Folgen zeitigt: Ein großer Teil der Menschen leidet an Hunger wegen der Vermessenheit eines anderen Teils der Menschheit, welche die Tiere nicht respektiert.
    Schon heute werden trotz Fleischproduktion mehr Lebensmittel produziert als für die Versorgung aller Menschen notwendig. Der Grund für die chronische Unterernährung von 850 Millionen Menschen im Jahre 2014 kann also nicht in der mangelnden Anbaufläche oder Problemen bei technischen Konservierungs- oder Transportmitteln zu suchen sein – geschweige denn bei der energieaufwendigen Produktion von Fleisch.
    Das wird allerdings dauernd behauptet: Wenn so z. B. Clements in ihrem Buch über Veganismus schreibt, dass Rinder „[…] 24% der Landfläche unseres Planeten [beweiden] und […] Getreide [konsumieren] in einer Menge, die ausreichen würde, um hunderte Millionen Menschen zu ernähren“6, dann suggeriert sie, dass der Staat aufgrund des „Fleisch-und-Milch-Mythos“, wie sie es nennt, diese Zusammenhänge nicht sieht oder nicht sehen will. Sie bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, wer denn Nahrungsmittel anbauen soll für Menschen, welche keine Nahrungsmittel bezahlen können.
    Und sie legt nahe, wie einfach es angeblich in einer Welt kapitalistischer Warenproduktion ist, den Hunger derer zu bekämpfen, die kein Geld für ihre Ernährung haben: Jeder Biss in einen Gemüsebratling – ein Beitrag zum Kampf gegen den Welthunger.

    *

    Die hier vorliegende Kritik des politischen Veganismus will dazu anregen, sich mit den Gründen für Welthunger, Massentierhaltung und –elend zu beschäftigen. Der politische Veganismus ist keine Ein- sondern eine Entführung aus den Fragen, für welche Interessen Tier und die meisten Menschen be- und vernutzt werden.

    Fußnoten

    1) http://asatue.blogsport.de/2014/08/12/von-kritikern-und-geistersehern
    2) Auf die Rolle des Konsumenten wird hier nicht weiter eingegangen. Die Erklärung zur Rolle des Konsumenten im Kapitalismus findet sich in GEGENSTANDPUNKT 2/10 bzw. hier: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/10/2/gs20102067h1.html
    3) Auch die linke Parole ist schwach: Welches Gut sollte denn vernünftigerweise eine Ware sein? Lebensmittel vielleicht, oder die auch nicht? Was ist eigentlich unnütz und unwichtig genug, dass es ruhig Ware sein darf?
    4) Das Bedürfnis der Leute nach Fleisch macht die Leute ganz im Gegenteil erpressbar. Die Industrie benutzt dieses als Hebel zur eigenen Bereicherung. Das Interesse an Steak und Bockwurst ist also nicht der Zweck, sondern nur Bedingung der Fleischproduktion.
    5) http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/hauptursache-fur-die-lebensmittelkrise-fleischproduktion
    6) Clements 2006: 12

    http://keinort.de/?p=646

    • Viele viele Worte permalink
      12. Januar 2015 17:43

      Ich denke, wo kein eigenes Bewusstsein waltet, da können Worte die Gesamtsituation nicht verbessern. Veganismus ist das Problem eines wirren Charakters, ähnlich den Religionen und anderem Hokus-Pokus. Es muss direkt dagegen gar kein Argument gefunden werden, sondern nur gegen die asketische Zwangsneurose aus der der Veganismus u.a. entspringt.

  11. Anonymous permalink
    7. Januar 2016 09:23

    Bild is sch***e

  12. Who killed Bambi – Peter Singer und der Antispeziesismus &&&&& Kritik des Antispeziesismus - Ein Vortrag von Peter Bierl permalink
    1. Juni 2016 01:09

    Who killed Bambi – Peter Singer und der Antispeziesismus

    Seit Jahren ist Jan Gerber mit demselben Vortrag unter selbem Titel unterwegs (siehe auch hier), da bringen die NeocommunistInnen mit einem Vortrag in Frankfurt mal frischen Wind in die Debatte zur Kritik des Antispeziesismus: Peter Bierl formuliert in diesem äußerst hörenswerten Vortrag, der anlässlich der Verleihung eines Tierrechts-Preises an Peter Singer durch die Giordano-Bruno-Stiftung in Frankfurt organisiert wurde, eine Kritik an der Ideologie der Tierrechte. Dazu gibt er zunächst einen Überblick über die Geschichte der eugenischen Ideologie (u.a. Darwin und Nietzsche bekommen dabei ihr Fett weg) und zeigt dann, immer mit Verweis auf Peter Singer, wie das Konzept der Tierrechte mit Vorstellungen von Rassenhygiene verbunden ist. Es gelingt ihm dabei zu zeigen, wie sozialdarwinistische und eugenische Idiologeme nicht nur in großen Teilen der Gesellschaft (u.a. Thilo Sarrazin), sondern auch in Teilen der Linken verbreitet sind (gegen Ende kritisiert er u.a. auch den Zusammenhang um Susann Witt-Stahl und die Tierrechtsgruppe Nord). Als gemeinsame ideologische Klammer zeigt Bierl dabei den evolutionären Humanismus auf. Quintessenz des Vortrag ist für mich zum einen, dass, wer einen Begriff der Menschheit als Gattung aufgibt, welcher sich nicht in der empirischen (etwa biologischen) Existenz von Menschen erschöpft und als Gattungs-Sein immer ein Sollen (im besten Sinne: die Verwirklichung des Communismus) impliziert, notwendig bei einer Selektion in lebenswertes und lebensunwertes Leben ankommt. Wer zum anderen im Sinne des Utilitarismus „erwartbares Glück“ ökonomisch zusammenrechnet und damit die gesellschaftlichen Ursachen für Leid (das als negativer Maßstab aufgegeben wird) außer Acht lässt, kann dann zielsicher bei der Tötung von Einzelnen landen. Der Vortragsmitschnitt enthält leider ein permanentes, störendes Klappern am Mikrofon.

    Download: via freakshare (mp3; 102,7 MB; 1:52:09 h) | via AArchiv: Vortrag (mp3; 47,8 MB; 1:23:34 h) und Diskussion (mp3; 16,5 MB; 28:50 min)

    Ankündigungstext:

    Anfang Juni 2011 wurde der australische Bioethiker Peter Singer von der Giordano-Bruno-Stiftung in Frankfurt mit einem Preis für seinen Einsatz für Tierrechte ausgezeichnet. Verbände wie die >Bundesvereinigung Lebenshilfeevolutionären Humanismus< auseinander, den die Giordano-Bruno-Stiftung vertritt. [via]

    weiterführende LINKS im Artikel
    http://audioarchiv.blogsport.de/2011/08/26/who-killed-bambi-peter-singer-und-der-antispeziesismus

    Kritik des Antispeziesismus – Ein Vortrag von Peter Bierl

  13. LESCH VERSUS VEGGIE-WAHN ~ Harry, fahr mal den ollen Kant vor permalink
    28. September 2016 21:37

    LESCH VERSUS VEGGIE-WAHN ~ Harry, fahr mal den ollen Kant vor

  14. Frangus permalink
    4. Oktober 2016 13:26

    Immer mehr Leute leben Vegan, daran wird auch der tolle Artikel hier nix ändern. Die Menschheit hat sich immer weiterentwickelt und gewaltfrei und selbstbestimmt zu leben ist nur der nächste logische Schritt. Außerdem war Jesus schon Veganer, was nur immer gut vertuscht wird.

    Go Vegan F*ckers 😉

    http://veganbits.com/where-do-you-get-your-protein-from/#.V_OP6Y-LQ-U

    • Eman permalink
      5. Oktober 2016 15:14

      Gehen Sie Ihren Herrn Jesus bitteschön selber ficken , Herr Frangus.

Trackbacks

  1. Kurz verlinkt: kritik veganer argumente | Schwerdtfegr (beta)
  2. retten veganer die welt ? | campogeno

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