Zum Inhalt springen

Kein Grund zum Feiern – Gegen Staat, Nation und Kapital

13. September 2013

keingrundzumfeiernIn diesem Jahr finden in Stuttgart die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit statt. Unter dem Motto „Zusammen Einzigartig“ wird die Stadt am 2. und 3. Oktober in (un)verkrampftem Nationalstolz versinken. Es wird eine Fanmeile für Deutschland, zahlreiche Festakte und Stände geben, damit sich Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesländer mit „Politik zum Anfassen“ profilieren können. Etwa 500.000 Menschen werden zum schwarz-rot-goldenen Freudentaumel erwartet – tausende Sicherheitskräfte sollen – falls nötig, auch gewaltsam – für den reibungslosen Ablauf des Spektakels Sorge tragen.

Zwei Tage, in welchen Stuttgart sich im absoluten Ausnahmezustand befindet und das sogenannte ‘’deutsche Vaterland’’ gefeiert wird. Doch welchen „Nutzen“ haben wir abhängig Beschäftigte, Mieter*innen, Schüler*innen, Arbeitslose oder Rentner*innen, eigentlich von dieser Nation? Das kapitalistische Alltagsleben, in dem wir uns befinden, ist geprägt von harten Interessensgegensätzen: Arbeiter*innen müssen immer länger und immer schneller schuften – zu Gunsten der Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen. Von dem ohnehin schon kargen Lohn muss ein immer größerer Teil für Miete ausgegeben werden, weil aus dem dem Wohnraum, welchen wir zum Leben nutzen, Andere ein Geschäft machen.

Eigentlich ist es absurd: National gedacht sind alle gleich und können sich unter „schwarz-rot-goldenem“ – Banner singend in den Armen liegen. Die von Staat und Kapital produzierten und zementierten Interessensgegensätze wirken für kurze Zeit wie ausgehebelt, Konkurrenzkampf und Ausbeutung weichen der „nationalen Schicksalsgemeinschaft“.

Wir meinen: Die Bundesrepublik und ihr Nationalismus ist überhaupt kein Mittel für unsere Interessen, sondern sie verwaltet unsere Armut, um ihre Interessen zu gewährleisten und ist ein Angriff auf die Idee eines schönen Lebens. Solange es Nationen gibt, stehen diese miteinander in Konkurrenz. Die Folgen dieser Konkurrenzsituation sind vielfältig und für alle spürbar: militärische und wirtschaftliche Interventionen (z.B. in Form von Spardiktaten) oder die Ausgrenzung derer, die sich in ihrem Aussehen, ihrer Herkunft, ihrer Kultur oder ihrer Geschlechtsidentität von der hier vorherrschenden weißen, deutschen Mehrheitsgesellschaft unterscheiden.

Deshalb gibt es für uns nie einen Grund Nationen zu feiern – nicht am 3. Oktober und auch an keinem anderen Tag! Wir rufen zu Aktivitäten gegen die Einheitsfeierlichkeiten auf.

Lieber „gemeinsam unartig“ als „zusammen einzigartig“!

Für eine Welt ohne Staat, Nation und Kapital.

Quelle und weitere Infos: Kein Grund zum Feiern

6 Kommentare leave one →
  1. Kardinal Meisner lobt Bischof Tebartz-van Elst permalink
    14. September 2013 22:28

    Kardinal Meisner lobt Bischof Tebartz-van Elst

    Kardinal Meisner stellt sich hinter Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und kritisiert Kardinäle Marx und Lehmann: „Ich bin entsetzt, dass hier nicht mehr bischöfliche Brüderlichkeit auch in der Öffentlichkeit sichtbar wird“

    Köln (kath.net)
    Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat sich am Freitag hinter den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst gestellt und diesen gegenüber verschiedenen Vorwürfen gestärkt. In einem Interview mit dem Kölner Domradio warnt Meisner die deutschen Bischöfe vor vorschnellen Verurteilungen. „Was mich sehr, sehr betrübt, ist Folgendes: Wir Bischöfe werden ja bei der Bischofskonferenz angeredet mit ‚Liebe Mitbrüder‘, d.h. wir sind untereinander Mitbrüder. Und ich bin entsetzt, dass hier nicht mehr bischöfliche Brüderlichkeit auch in der Öffentlichkeit sichtbar wird. Ich bin als Kölner Erzbischof der Metropolit auch von Limburg. Und ich lese alles an Predigten, Aufsätzen und pastoralen Modellen, die ich vom Bischof von Limburg in die Hände bekomme. Ich kann immer nur sagen: Höchstes Lob! Da ist eine theologische Tiefe und eine katholische Ausrichtung unseres Glaubens, das ist vorbildlich“, so Meisner wörtlich.

    Werbung
    messstip

    Der Kölner Erzbischof erklärt dann, dass man den Limburger Bischof helfen müsse, wo man nur könne. Er höre auch von vielen jungen Priestern, die völlig hinter dem Bischof stehen. Ihm sei es unbegreiflich, wie die Medien sich geradezu gegen ihn verschworen haben.

    „Da wird berichtet, dass eine Liste mit 4.500 Unterschriften von Frankfurter Katholiken, die die Abberufung des Bischofs fordern, vorgelegt worden ist. Einen Tag zuvor ist eine Liste mit 5.000 Unterschriften für den Bischof vorgelegt worden, aber davon redet keiner! Hier wird ein Kampf gekämpft, ich weiß gar nicht, wogegen. Aber man trifft den Bischof zu Unrecht. Ich habe manchmal den Eindruck, es geht einzig und alleine um seine theologische Haltung und seinen Stil der Verkündigung. Ich muss es noch einmal sagen: All die Dinge mit Flügen und dem Bau eines Hauses, das sind alles für mich nur Vorwände. Dahinter steht etwas anderes.“

    Kritik übte Meisner auch an Aussagen von Kardinal Marx, der den Limburger Bischof indirekt kritisiert hat. „Da muss ich sagen: Da hat er keine Ahnung! Ich bin jetzt fast 25 Jahre hier, und ich habe auch Jahre durchgemacht, wo es mir ähnlich ging wie jetzt Tebartz-van Elst. Und wo wirklich nichts war! Ich kam nach Köln, wo mich noch gar keiner kannte, und über mir schwebte eine dunkle Wolke des Misstrauens und der Verleumdung mit Dingen, von denen ich gar nichts gewusst habe. Da sollten wir Bischöfe doch ein bisschen vorsichtiger sein, wenn wir solche Urteile fällen, die sehr glatt und einsichtig klingen, die aber doch der Realität entbehren.“

    Kardinal Meisner erinnerte im Gespräch auch daran, dass der Limburger Bischof von sich aus eine Apostolische Visitation beantragt habe. Bischof Tebartz-van Elst habe gesagt, dass er nichts zu verbergen habe. Der Vatikan habe dies abgelehnt. Laut Meisner werde Tebartz-van Elst sowohl vom Papst als auch vom Präfekten der Bischofskongregation „hoch geschätzt“. „Der Präfekt hat mir gesagt, sie stünden ganz hinter dem Bischof. Hier sind nur äußere Dinge zu regeln, aber keine Verfehlungen, die seine moralische Integrität berühren. Darum ist der Kardinal Lajolo als ein brüderlicher Berater und Begleiter geschickt worden, um aus dieser Situation herauszuhelfen.“

    Außerdem übt Meisner auch Kritik an Aussagen von Kardinal Lehmann, der den Bischof von Limburg kritisiert hat. Es sei eine „gefährliche Situation“. Diese sei aber nicht dem Bischof zuzuschreiben, sondern „all denen, die wahrscheinlich mit seiner Theologie und mit seinem pastoralen Stil nicht zufrieden“ sind. „Wir wollen das Beste hoffen, dass der Kardinal Lajolo helfen kann, damit sich die Situation entspannt und ein gedeihliches Miteinander wieder möglich ist. Denn dazu sind wir da: Unsere Kräfte der Umwelt zu schenken und nicht sie aufzureiben durch solche Auseinandersetzungen.“

    http://www.kath.net/news/42813

  2. Aufruf zur Revolte permalink
    16. September 2013 20:49

    Aufruf zur Revolte

    Der gesamte Text von „Aufruf zur Revolte“ von Prinz Chaos II. und Konstantin Wecker kann kostenlos heruntergeladen werden unter http://www.gtvh.de/AufrufzurRevolte

    Debattieren könnt Ihr hier:
    http://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/09/05/13529

  3. Erotiker der Vernunft permalink
    16. September 2013 21:28

    Herbert Marcuse – Ein Erotiker der Vernunft

    „Die Studentenbewegung kannte Heroen, die Widerstandkämpfer der „Dritten Welt“, und sie hatte intellektuelle Leitfiguren, die dem Protest Sprache und Richtung gaben. Im Zentrum stand Herbert Marcuse. Als deutsch-jüdischer Emigrant, im amerikanischen Exil ein gefeierter linker Philosoph, Marxist und Freudianer zugleich, verkörperte er für die junge Generation ein radikal neues Denken. “ (Text & Quelle: MDR http://tinyurl.com/of2c4he )

  4. chuck permalink
    20. September 2013 00:02

  5. Theorie der feinen Menschen permalink
    21. September 2013 21:59

  6. Das Kapital verhöhnt den Gehorsam der Massen permalink
    12. November 2014 22:52

    Das Kapital verhöhnt den Gehorsam der Massen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s