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Frankreich: Erneute Selbstverbrennung eines Erwerbslosen

14. Februar 2013

nantesAus Protest gegen das Auslaufen seines Arbeitslosengeldes hat sich ein 43-jähriger Franzose vor einem Arbeitsamt durch Selbstverbrennung das Leben genommen.

Der Mann überschüttete sich mit Benzin und zündete sich dann an. Er erlag seinen schweren Verbrennungen. Das teilte die Polizei am Mittwoch im westfranzösischen Nantes mit. Zuvor hatte der Arbeitslose mehrere regionale Medien über die beabsichtigte Selbstverbrennung informiert. Nach eigenen Angaben wollte er gegen die Entscheidung des Arbeitsamtes protestieren, das Arbeitslosengeld für ihn nicht zu verlängern. Zudem habe er Rückzahlungen leisten sollen. Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass der Franzose als arbeitslos eingeschrieben war und seine Bezüge auslaufen sollten. Im Radiosender France Info bestätigte ein Mitarbeiter der Behörde, der Mann habe die Selbstverbrennung bereits am Vortag angedroht.

Diese Selbstverbrennung ist nicht die erste in Frankreich im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld. Im vergangenen Jahr tötete sich auf die gleiche Weise ein 51-jähriger Arbeitsloser bei Paris. In der nordfranzösischen Kleinstadt Hazebrouck stürzte sich eine Französin brennend auf einen Bürgermeister. Sie starb wenige Tage später an den Verletzungen.

Quelle: Iran German Radio

3 Kommentare leave one →
  1. Mpf permalink
    14. Februar 2013 22:46

    Hinter solcher Handlungsweise steckt nicht Arbeitslosigkeit — wie bei einsitzenden Genossen — sondern Religiösität.

  2. Fragezeichen permalink
    15. Februar 2013 14:30

    Was muss dem eigentlich alles vorausgehen, dass Menschen die Kraft aufbringen können, sich zwar auf grausamste Weise selbst zu vernichten, es aber nicht zustande bringen (wollen?!), anstatt oder vor dem eigenen Freitod die Institution ihrer Peiniger in Flammen aufgehen zu lassen?
    Das war ja nicht der erste Freitod von Arbeitslosen (oder völlig überlasteten „Arbeitnehmern“) in Frankreich und auch in Deutschlund.
    Das „gesellschaftliche“ Unwerturteil über deren angeblich INDIVIDUELLE Unbrauchbarkeit und Nutzlosigkeit, muß doch von ihnen vollständig akzeptiert worden sein, wenn die faschistische Selektion sog. unwerten und nutzlosen Lebens, vom Deliquenten selbst besorgt wird?

  3. Artikelvorschlag für Startseite permalink
    15. Februar 2013 23:42

    George Orwell ~ Die Farm der Tiere

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