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Hefte 391 bis 400 der Anarchosyndikalistischen Flugschriftenreihe online

30. Januar 2013

400Wir freuen uns über das Erscheinen zehn neuer Ausgaben der Anarchosyndikalistischen Flugschriftenreihe berichten zu können. Die Nummern 391 bis 400 sind ab sofort online. Das heisst – nicht ganz. Als Heft 391 war ein Text von Rudolf Rocker zu den „Grundsätzen der IAA“ vorgesehen gewesen. Aufgrund der Urheberrechtsansprüche des Heiner Becker, der juristisch betrachtet der „Rechteinhaber“ an Rockers Werk ist, sehen wir uns gezwungen dieses Heft ausfallen zu lassen. Zur Erinnerung: Im September 2010 wurden gegen uns und andere Genossinnen und Genossen Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Münster eingeleitet. Hintergrund dessen war ein „Hinweis“ von Hansi O. und anderen Mitgliedern der FAU Berlin, die Heiner Becker scharfgemacht hatten, gegen den Syndikalismus-Blog (damals noch Syndikalismus.tk) vorzugehen, da bei uns und anderen Texte von Rudolf Rocker zur freien Verfügung für jederman zugänglich waren und wir Rockers Text „Anarcho-Syndikalismus“ als Online-Broschüre publizierten. Das Resultat dieser Denunziation waren polizeiliche Ermittlungen, die sich gegen uns und weitere, FAU-unabhängige anarcho-syndikalistische Strukturen richteten. Dabei sind durch Anwaltskosten und den Kosten für Akteneinsicht etc. mehrere 1000 Euro angefallen.

Im Unterschied zu den vorherigen Ausgaben finden sich die neuen Hefte direkt auf dem Syndikalismus-Blog. Die Materialienseite unserers Blogs unter klassenkampf.uuuq.com/asf.htm wird im Moment umgebaut. Der Zugriff ist dennoch weiterhin uneingeschränkt möglich. Nach Abschluss der Umgestaltung werden sich die neuen Hefte dann auch dort finden. Die Adresse der Materialienseite bleibt die selbe. Verlinkungen müssen nicht geändert werden.

Neu im Sortiment finden sich die folgenden Texte als PDF:

391Rudolf Rocker: Der Sozialismus und die Grundsätze der IAA
392Schapiro, Alexander: Die Taktik der IAA
393Jensen, Albert: Die Weltwirtschaftskrise – der Syndikalismus als Ausweg
394Müller-Lehning, A.: Die IAA und der Kampf gegen Militarismus und Krieg
395Besnard, Pierre: Die IAA und die Rote Gewerkschafts-Internationale
396 Carbo, Eusebio C.: Die IAA in Spanien
397Mallada, Avelino Gonzalez: Die CNT Spaniens unter der Republik
398Borghi, Armando: Die Unione Sindacale Italiens – Für eine freiheitliche Internationale
399Die Kontinental-Amerikanische Arbeiter-Assoziation
400Gerhard, H.W: Der Anarchosyndikalismus in Deutschland

Viel Spass beim Lesen, Weitergeben und Verteilen. Und nicht vergessen: Macht Werbung für unsere Sache! Lest und verbreitet die anarchosyndikalistische Literatur unter FreundInnen, Bekannten, KollegInnen.

Siehe auch: Ermittlungen gegen Syndikalismus.tk nach Anzeige von Heiner Becker vom 14. März 2011 auf dem Syndikalismus-Blog

36 Kommentare leave one →
  1. A.Ron permalink
    30. Januar 2013 07:50

    Das ist wirklich ein schwarzes Kapitel der FAU. Man fragt sich noch immer was die geritten hat, so einen Scheiss zu machen.

    • 30. Januar 2013 17:09

      Das ist kein schwarzes Kapitel der FAU sondern das einzelner Personen. Die FAU hat sich auf ihrem alljährlichen Kongress in einer von allen Syndikaten verabschiedeten Erklärung von den juristischen Schritten des Rechteinhabers distanziert und sie klar und deutlich verurteilt. Im Gegensatz zu deinem wirren Gebrabbel begrüßt die FAU als Gesamtorganisation jede freie Veröffentlichungen von Rocker, wie z.B. diejenige, die hier von SynTK vorgenommen wurde.

      http://www.fau.org/artikel/art_110614-124020

      • 30. Januar 2013 19:14

        dumm nur, dass gegenüber diesen personen eine äusserst bürgerlich anmutende politik des aussitzens praktiziert wurde, bevor und nachdem es zu dieser begrüßenswerten resolution kam.
        da kam kein interner aufschrei, aufruf zur selbstkritik o.ä. nach der methode, „genossen, da habt ihr aber scheisse gebaut“ oder ne entschuldigung aus berlin –
        und darauf bezieht sich – glaub ich- das „Scheiss zu machen“. kritik an tatsächlichen missständen und fehlern ist solidarität, vergesst das nicht.
        wirres gebrabbel geht anders – und wurde auch aus berlin praktiziert – leider.

      • 30. Januar 2013 19:26

        es gibt hier scheinbar leute, da beschränkt sich die ausseinandersetzung mit kritik in beschimpfungen: – „wirres gebrabbel“ – „lern denken“ – bei wem möchte sich denn so jemand „autorität“ verschaffen? tsts..

      • 30. Januar 2013 19:30

        Die ganze Erklärung ist das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben wurde. Es sind nur leere Worte, denen keine Taten gefolgt sind. Einzig der Druck von außen war es, der die FAU dazu nötigte, sich letztendlich dazu verhalten zu müssen. Konkrete Unterstützung seitens der FAU gab es keine für die Betroffenen. (So wie ich das sehe gibt es nur eine einzige lokale FAU-Gruppe die sich auch fianziell solidarisch verhielt).

        Ich habe die ganze Auseinandersetzung aufmerksam verfolgt. Der Grund für die Denunziation der Berliner liegt auf der Hand. Missmut und Ärger über den Blog hier und die von der FAU unabhängigen eigenständigen Zusammenhänge, konkret die Hamburger und Bremer Genossen. Das brachte und bringt immer noch einige Herrschaften in Rage. Das z.B. hier an der FAU Kritik geäußert wird können die in ihr tonangebenden Gesichter nicht ertragen. Die FAU hat einen Alleinvertretungsanspruch für das Label „Anarcho-Syndikalismus“.Auch wenn sie das wohl nie zugeben würden, ist das ein Grund, der nicht zu unterschätzen ist. Neben dem gibt es dann noch die pure Bösartigkeit eines Denunzianten wie dem H2O, der dachte das seine Denunziation gar nicht an’s Licht kommt, und der den Becker deswegen stellvertretend scharf machte und vorschickte.

      • Ahja permalink
        30. Januar 2013 22:26

        Hallo Queckpeng, oder wie du dich nennst. Du solltest selbst erst einmal weniger wirr brabbeln. Beantworte mir doch einmal die Frage:
        Warum sind Texte bei syndikalismus.tk verboten, dann auch bei syndikalismusforschung.info, während DIESELBEN Texte die ganze Zeit und bis heute auf der FAU-Homepage drauf sind?
        z.B. hier:

        http://www.fau.org/texte/anarcho-syndikalismus/

        Ist die FAU was Besseres? Oder – hat die FAU etwa kein ViSdP, wo Becker mal nachlesen könnte, wer für das Verbrechen auf der FAU-Homepage verantwortlich ist? (von FAU-Berlin-Mitgliedern wird bei anderen offenbar die Publikation von Rocker-Texten mit ViSdP schon als “ Verbrechen“ gesehen – wie mir berichtet wurde – bloß sich selbst nehmen sie dabei offenbar aus – dafür soll wohl auch die Pseudo „Solidaritätserklärung“ dienen).
        Doch wie kam der liebe Becker auf Personen die offen mit ViSdP veröffentlichen – genau wie dies bei der FAU – bloß ohne juristische Folgen der Fall ist? Das ist doch schon etwas merkwürdig – oder findest du nicht?
        Die FAU hat abgewirtschaftet, da hat sich ganz einfach zuviel menschlicher Abschaum angesammelt, der von dem Rest auch noch gedeckt wird.

      • Cengiz permalink
        31. Januar 2013 16:31

        Ich verstehe euch deutsche Anarchisten nicht. Osstinga und die FAU hätten bei uns sich entschuldigt. Für den Schaden hätten sie die betroffenen Genossen entschädigt. Und das ohne lange Diskussion und feiges Verstecken in Strukturen von der Organisation. Es ist auch niedlich das das Blog Syndikalismus den Namen vom Denunzianten nicht ausschreibt. Ihr behandelt diesen zu gut, Genossen. Er verdient Oeffentlich und Strafe. Gruß von einem Internationalist und Kommunist.

    • Nora permalink
      30. Januar 2013 17:17

      Das braune Kapitel der FAU.

  2. 30. Januar 2013 19:21

    auf jeden fall Danke für den kontinuierlichen Ausbau dieser Flugschriftenreihe – das will ich bei all dem Ärger über diese Unsitte der Küchenkabinette nicht vergessen!!! ❤
    Und eigendlich hat jedes Anarchosyndikat dagegen ja auch Werkzeuge des aufgabenbetont mandatierten Delegationsprinzips mit Rückrufmöglichkeit – wenn sie den gelernt und angewendet werden!

    • anarchistin permalink
      30. Januar 2013 21:18

      wurde dieser hansi o. dann wenigstens aus der FAU berlin ausgeschlossen? ich kann mir schwer vorstellen, daß sie dessen denunziation gut fanden. oder die meisten wussten nichts darüber. ich hatte bisher vermutet, der wäre zum zeitpunkt der denunziation betrunken gewesen. falls es wirklich so war wie im obigen text beschrieben… so was krasses hab ich dem damaligen kultursyndikat nicht zugetraut. lässt sich das irgendwie belegen? warum gibt es in der Fau berlin eigentlich „sektionen“ und keine unabhängigen syndikate mehr wie früher? genug mitglieder um syndikate auszugründen wird es doch wohl geben? das ging doch früher auch mit wesentlich weniger leuten. aber daß kritische kommentare wie meiner auf dieser seite erscheinen, war damals vermutlich der grund für die denunziation.

  3. Der Kampf ums tägliche Brot (R.Rocker Broschüre bei Syndikat A) permalink
    30. Januar 2013 21:06

    V 72: R.Rocker – Der Kampf ums tägliche Brot

    Ohne eine revolutionäre Erziehung der Massen wäre eine wirkliche Revolution überhaupt nicht möglich; sie bildet die erste Vorbedingung für die Möglichkeit der Revolution schlechthin.
    Aber ihre eigentliche und entscheidende Bedeutung bekommt die revolutionäre Agitation erst, wenn sie in den Alltagskämpfen um die tägliche Existenz ihren Ausdruck findet und sich sozusagen in praktische Aktion umsetzt.
    In den ununterbrochenen Kämpfen um die täglichen Notwendigkeiten des materiellen Lebens erstarken die Kräfte der Massen, entwickelt sich ihr Selbstbewusstsein, ihre Initiative, ihr soziales Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Kämpfe um wirtschaftliche und soziale Verbesserungen oder um größere politische Rechte und Freiheiten sind sozusagen die Vorpostengefechte der Revolution.
    erhältlich bei Syndikat-A Medienvertrieb, Moers.
    http://www.syndikat-a.de

    • 31. Januar 2013 08:07

      danke!

    • chiflado permalink
      2. Februar 2013 17:13

      hier ist er – bitte

  4. SRF permalink
    31. Januar 2013 15:46

    Meine uneingeschränkte Solidarität gilt demjenigen, gegen den hier seit nun mehreren Jahren eine Rufmordkampagne als angeblichem „Denunzianten“ losgetreten wurde.

    • Verdrehung von Opfer und Täter permalink
      31. Januar 2013 16:49

      Genau! Sehr gut SRF!! Der Täter Oostinga ist das arme Opfer! Blame the victim!

      • Erik Alfredsson permalink
        1. Februar 2013 13:50

        Denunziation und das Vertuschen derselben hat in der FAU eine lange Tradition. Manch einer ist da schon Opfer der eigenen Methoden geworden.

    • nodum in scirpo quaerere permalink
      2. Februar 2013 10:05

      Der größte Schweinehund im Land,
      ist und bleibt der Denunziant.

      • 667 - the neighbour of the beast permalink
        4. Februar 2013 11:20

        … diesen Spruch haben Burschenschafter 1997 einer Frau auf den AB gesprochen, nachdem sie bekannt gemacht hat, dass sie auf ihren Treffen z.B. das Horst-Wessel-Lied singen. Er ist ein Paradebeispiel für Mobstimmung gegen angebliche „Verräter“ und kann beliebig eingesetzt werden, um Mißstimmung hervorzubringen. Wenn jemand mit solchen Sprüchen kommt, werde ich sofort mißtrauisch.

      • Bonaventura permalink
        6. Februar 2013 00:31

        Beleidigt nicht immer die armen Schweine. Es heißt:

        Der größte Lump im ganzen Land,
        das ist bleibt der Denunziant

        Der Satz wird Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben.

        Ein paar brauchbare Bemerkungen und weiterführende Hinweise finden sich im Wikipedia-Artikel „Denunziation“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Denunziation).

        Die öffentliche Bloßstellung der das „Horst-Wessel-Lied“ singenden Burschenschaftler fällt nicht darunter. Ganz besonders deshalb nicht, weil die Frau, die von diesen Herren bedroht wurde, es offenbar unter ihrem Namen (und nicht anonym) getan hat.
        Aber man kann von diesen Leuten nicht erwarten, daß sie vor lauter deutschtümelnder Besoffenheit und besoffener Deutschtümelei auch noch ihrer Muttersprache mächtig sind.

      • Granado permalink
        6. Februar 2013 12:06

        @Bonaventura
        Der Schweinehund ist kein Schwein, sondern ein Schweinehirtenhund, der wegen seiner spezifischen Dienste herabgewürdigt wird, wie der Hund des Katenbewohners zum Köter wird 😉

      • nodum in scirpo quaerere permalink
        6. Februar 2013 19:30

        @ 666,999

        Pfui, Argwohn, Spürhund von des Teufels Meute!

      • nodum in scirpo quaerere permalink
        6. Februar 2013 19:42

        @ 666,999

        Wer selbst mißtrauisch ist, verdient kein Vertrauen.

      • Bonaventura permalink
        7. Februar 2013 00:21

        @ Granado:
        auch Hunde sollten nicht beleidigt werden …

        @ nodum in scirpo quaerere:
        der beste Spürhund ist Spurobold, der Dienstspürhund des Fähnlein Fieselschweif.

        Und seit Erich Kästners „Die Konferenz der Tiere“ sollten wir wissen, daß die schlimmste Beleidigung im Tierreich »Du Mensch!« ist.

      • Anarchosyndikalist permalink
        7. Februar 2013 22:52

        Kein Wunder, wenn mensch nur ein Mensch ist.

        Mensch = was zum Mann gehört
        Schelte für weibliche Wesen
        menscheln = Schwächen zeigen

        Und die Nazis halten für Übermenschen.
        Kotztesker gehts garnienicht

  5. FRS permalink
    1. Februar 2013 10:00

    täter? nach allem, was ich weiß, hat er sich im kreis von genossen darüber unterhalten, wer hinter dieser seite stecken könnte. wie viele andere auch. das ist völlig legitim. und ziemlich nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass diese seite gerne mal den „scharfmacher“ gegenüber genossen spielt und mit scheiße um sich wirft. wollt ihr also nun sagen, es wäre verboten, sich darüber zu unterhalten, zumindest mit bestimmten leuten (die wer definiert)? das wäre schon ziemlich dreist, wenn man weiterhin bedenkt, dass diese seite es sich von anfang an nicht nehmen lässt, leute aus der bewegung namentlch herauszupicken und – tata – zu denunzieren. auf jeden fall verwechselt ihr da was. becker war es, der die anzeige erstattet hat. und auf namen wie FM zu kommen, der hier offen herumtingelt, brauch der keine informanten. SRF hat recht: so ärgerlich der vorfall becker womöglich ist, die hier laufende rufmordkampagne erzeugt den wesentlich größeren brechreiz. kindergarten.

    • Feststellung permalink
      1. Februar 2013 22:20

      1. Heiner Becker ist ein Genosse.
      2. Bei dem Gespräch wurden Genossen genannt, die hinter dieser Seite (also syndikalismus.tk) stehen.
      3. Becker hat die ihm genannten Genossen zurecht angezeigt – weil die schwirren hier eh rum.
      4. Das ist völlig legitim, sich nach diesem Vorfall nicht zu entschuldigen – man hat ja nichts Falsches gemacht.

      – weil 1. Becker ja ein Genosse ist, und 2. Leute Probleme bekommen haben, die hinter dieser Seite stehen, und diese Seite sowieso hetzt.

      Ob die namentlich genannten Leute tatsächlich hinter dieser Seite stehen – interessiert nicht.
      Ob die namentlich genannten Leute nur aufgrund der Namensnennung überhaupt in diesen Zusammenhang gebracht werden konnten – egal.
      Ob Becker ein Genosse ist, mit dem man über alles spricht – interessiert ebenfalls nicht.
      Ob man wissentlich Namen genannt hat, deren Namensinhaber daraufhin einigen Stress hatten – ist noch lange kein Grund die Sache klären zu wollen.
      In Folge: Brechreiz ist ein organisches Bedürfnis.

    • 2. Februar 2013 00:28

      @ FRS:

      Nun, es war nicht Herr Becker, der ‚auf etwas gekommen‘ ist, sondern Leute aus der Berliner FAU und andere Interessierte haben in gemütlicher Kneipenrunde Herrn Becker – oder vielleicht ja nur in dessen Anwesenheit? – Namen genannt, die angeblich hinter „stk“ und der Veröffentlichung von der Urfassung von Rockers »Anarchosyndikalismus« stecken. Vielleicht wußten sie ja nicht, daß Herr Becker der Besitzer des Rockerschen Nachlasses ist, obwohl das in der libertären Szene schon länger bekannt war und die Plappermäuler es durchaus gewußt haben konnten, da sie mit Herrn Becker schon etwas länger bekannt waren, tw. auch mit ihm zusammengearbeitet hatten. Und wohl auch gewußt haben, daß Herr Becker – warum auch immer – gegen den Herausgeber der »barrikade« wie gegen die GenossInnen von »Syndikalismus-Forschung« eine spezielle Abneigung hat (um es mal zurückhaltend auszudrücken). Worin er sich mit den übrigen beteiligten Akteuren durchaus einig war.
      Herr Becker hat die Informationen jedenfalls genutzt, um gegen ehemalige FAU-Genossinnen und -Genossen die Staatsgewalt zu mobilisieren – mit dem bekannten Ergebnis.
      Vielleicht denkst du, daß das die ‚gerechte Strafe‘ dafür ist, daß »stk« „gerne mal den ’scharfmacher‘ gegenüber genossen spielt“ (weil hier z.B. die ‚antideutschen‘ Eskapaden der FAU Hamburg nicht mit dem Mantel der tätigen Nächstenliebe zugedeckt wurden?). Erich Mühsam – den kennst du vielleicht – nannte so etwas „Staatsanarchismus“.
      Herr Becker ‚tingelt‘ übrigens um einiges länger unter Anarchisten und deren Verwandten herum – er wie andere sollten eigentlich wissen, was es heißt, die Staatsgewalt gegen Genossinnen und Genossen in Stellung zu bringen. Und die Leute, die ihm Namen genannt haben – ach, das geschah natürlich nur aus Versehen und ohne böse Absicht. Denn es ist natürlich so, daß jemand, der „hier offen herumtingelt“ und (auch deshalb) eine entsprechende Akte beim Staatsschutz und den anderen ‚Diensten‘ hat, sich nicht beklagen darf, wenn er noch ein weiteres Bündel aufgeladen bekommt.
      Nun ist allerdings allgemeine Staatsfeindlichkeit – bisher zumindest – kein Straftatbestand an sich, sondern ’nur‘ ein Grund, vom Staatsschutz überwacht und ausspioniert zu werden. Wenn es um konkrete ‚Tatbestände‘ geht – etwa Verletzung von Urheberrechten -, sieht die Geschichte ja etwas anders aus. Sowas liefert allerlei staatlichen Stellen einen hervorragenden Vorwand, (mal wieder) gewisse Strukturen völlig legal und aus ‚gutem Grund‘ auszuleuchten und Informationen von einer Dienststelle zu anderen zu tragen. Denn es sollte doch bekannt sein, daß der alte Sponti-Slogan „Legal – Illegal – Scheißegal“ das sehr, sehr viel ältere Geheimdienstmotto ist. Es wird also alles, was gefunden wird, weitergegeben und aufbewahrt.
      Du findest, der „vorfall becker“ sei „ärgerlich“? Für wen? Für die Genossinnen und Genossen, die Zeit und Geld investieren mußten, um sich gegen die Denunziation zu wehren? Die – wie Syndikalismus-Forschung – die 2000 Euro für die Anwaltskosten und die Unterlassungsklage des Herrn Becker bezahlen ‚durften‘? (Hast du übrigens was in den Soli-Fond gespendet?) Oder für die, die – warum und wie auch immer – die nötigen Informationen für Herrn Becker geliefert haben?
      Und von der FAU (Gesamtorganisation) ist bis2011her keine Entschuldigung gekommen, auch nicht von der FAU Berlin, und auch nicht von den Schwätzern an jenem Abend.
      Nun, von der Resolution des Pfingstkongresses (http://www.fau.org/artikel/art_110614-124020) abgesehen erschien auf der FAU-Seite ein Text von Rudolf Rocker: »Vorwort Rudolf Rockers zu „Hashish: an oryentalishe legende“ von Fritz Lemmermayer « (http://www.fau.org/texte/arbeitsgesellschaft/art_110908-130320), eine Übersetzung aus dem Jiddischen. Weiter so!
      Aber es ist trotzdem interessant, daß die Texte Rudolf Rockers, die „Syndikalismusforschung“ von ihrer Internet-Seite entfernen mußte und die besagten über 2000 Euro Anwaltskosten für die Beklagten ergaben, unbehelligt auf der FAU-Seite zu finden sind (http://www.fau.org/texte/anarcho-syndikalismus/).
      Wäre dafür – und für den Rest – nicht mal langsam eine Stellungnahme

      • 2. Februar 2013 00:31

        … fällig?
        [pardon, es fehlt oben das letzte Wort]

    • Warum lesen wir… permalink
      28. Januar 2017 13:43

      Warum lesen wir…

      … überhaupt?

      Immerhin das sollte klar sein, dass es kein gutes Leben ohne Vernunft, keine Vernunft ohne Wissen und kein Wissen ohne Texte gibt.

      Ein Text ist eine systematische Anordnung von Zeichen auf einer Zeitachse. Da das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist, komplexe Informationen auf ein Mal zu begreifen, ist eine sequentielle Struktur der Informationen, und nicht etwa eine simultane, im Erkentnisprozess vonnöten. Argumente in allen Bereichen, Diskussionen, Berechnungen, naturwissenschaftliche Beweise, aber auch Musik, Theater und Literatur verlaufen sequentiell und zeichenhaft, sind also in diesem Sinne sämtlich Texte.

      Daraus folgt, dass je komplexer die Systematik oder Logik eines Textes, desto langsamer die Rezeption des Textes ablaufen wird und ablaufen muss. Einen komlexen Text zu verstehen erfordert einen freieren Umgang mit der Sequentialität aus lernpsychologischen Gründen: man muss Informationen und Zusammenhänge mehrfach rezipieren, um sie zu begreifen, sie mit vorherigen oder späteren Textstellen abgleichen, den hermeneutischen Zirkel umlaufen, sie mit dem inneren Text des eigenen Wissens in Beziehung setzen, innehalten, memorieren und eigene Schlussfolgerungen ausprobieren.

      In welcher medialen Form ist dies am ehesten möglich?

      Nicht in der Form des Films, nicht in Form eines Vortrags, überhaupt nicht in einer medialen Form, in welcher der Sender den Rezeptionsvorgang des Empfängers zeitlich organisiert und das Rezeptionstempo bestimmt. Also nicht in der Form des äußeren Dialogs mit einer Person, sondern als inneren Dialog mit einer Informationsstruktur, als geleiteten Denkvorgang sozusagen.

      Die Form des geschriebenen Zeichens kommt der Langsamkeit des menschlichen Erkenntnisapparates entgegen. Einsamkeit und Nüchternheit sind daher keine beiläufigen Elemente des Erkennens. Vernunft ist ohne diese rezeptive Einsamkeit vielleicht gar nicht möglich.

      Lesen ist also die die beste Methode, komplexe Informationen aufzunehmen und zu Urteilen über weitreichende Sachverhalte zu kommen. Ohne diese wiederum ist keine rationale Orientierung in einer Welt möglich, in der das gute Leben und oft sogar das Leben überhaupt verteidigt oder erst erkämpft werden muss.

      Es gibt kein gutes Leben ohne Vernunft. Aber es gibt, behaupten wir, auch keine Vernunft ohne einen Begriff vom guten Leben.

      Beides ist jedenfalls ohne Lektüre gar nicht oder nur schwer zu haben – noch schwerer jedenfalls als ohnehin.

      https://deadwallreveries.wordpress.com/warum-lesen-wir

  6. chiflado permalink
    2. Februar 2013 17:18

    Nicht so schön und griffig wie bei den Broschüren aber immerhin der Text.
    http://raumgegenzement.blogsport.de/2009/10/26/rudolf-rocker-der-sozialismus-und-die-grundsaetze-der-iaa-1932/

  7. Planet der Habenichtse permalink
    23. März 2013 19:57

    http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Enteigneten

    The Dispossessed – Ursula K. Le Guin

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