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Was sich 2013 ändert

28. Dezember 2012

2013Das neue Jahr bringt einige Veränderungen für die Bevökerung. Ein Überblick.

Arbeitsmarkt I: Die Bezugsdauer beim Kurzarbeitergeld wurde angesichts der sich derzeit abschwächenden Konjunktur bereits zum 14. Dezember dieses Jahres auf bis zu zwölf Monate verdoppelt. Dies soll den Unternehmen Planungssicherheit geben sowie Entlassungen möglichst verhindern.

Arbeitsmarkt II: Die Verdienstobergrenze für Minijobber steigt um 50 auf 450 Euro. Wer eine solch geringfügig entlohnte Beschäftigung im Jahr 2013 erstmals annimmt, muss Beiträge zur Rentenversicherung abführen. Betroffene können sich aber auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Ebenfalls um 50 Euro angehoben wird die Obergrenze für Minijobs: Für sie gilt damit künftig eine Entgeltspanne zwischen 450,01 und 850 Euro. Die höhere Minijobgrenze kommt auch Frührentnern zugute: Sie dürfen dann bis zu 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne dass dies rentenmindernd angerechnet wird.

Arbeitsmarkt III: In der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie bringen neu vereinbarte Branchenzuschläge Zeit- und Leiharbeitern mehr Geld. Die Zuschläge gleichen nach Angaben des Branchenverbandes IGZ in fünf Stufen und binnen neun Monaten die bisherige Tariflücke zwischen der Zeitarbeit und den Stammbelegschaften nahezu aus. Die Staffel beginnt nach der 6. vollendeten Einsatzwoche mit einem Zuschlag von 7 Prozent. In der höchsten Stufe nach neun Monaten beträgt der Zuschlag 31 Prozent.

Langzeitarbeitslose: Rund sechs Millionen Hartz-IV-Empfänger bekommen monatlich fünf bis acht Euro mehr. Der Regelsatz für einen Single steigt von 374 auf 382 Euro. Das ist ein Plus von 2,1 Prozent. Beim Start von Hartz IV 2005 waren es 345 Euro. Der Hartz-IV-Satz für Partner erhöht sich um acht auf 345 Euro, für Kinder bis sechs Jahre auf 224 Euro (plus 5 Euro), für Kinder von 7 bis 14 Jahren um 6 auf 255 Euro und für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren um ebenfalls 6 auf 289 Euro.

Rente I: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt von 19,6 auf 18,9 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 1995. Somit werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber um jeweils mehr als drei Milliarden Euro jährlich entlastet. Ein Durchschnittsverdiener mit 2600 Euro brutto im Monat zahlt dann etwa neun Euro weniger als bisher in die Rentenkasse ein. Der Beitragssatz wird gesenkt, wenn – wie nun zum Jahresende – die Rücklagen der Rentenkasse über die Marke von anderthalb Monatsausgaben steigen.

Rente II: Auf dem Weg zur Rente mit 67 erreicht die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze die zweite Stufe: Neu-Rentner des Geburtsjahrgangs 1948 müssen im Jahr 2013 für eine abschlagfreie Rente zwei Monate über ihren 65. Geburtstag hinaus arbeiten. Im Jahr 2029 ist dann der Prozess beendet, die Rente mit 67 erreicht.

Riester-und-Rürup-Rente: Das steuerliche Abzugsvolumen für eine Basisversorgung im Alter und damit die Fördergrenze soll von 20 000 auf 24 000 Euro angehoben werden. Riester-Spargelder sollen bei einer Privatinsolvenz besser geschützt sein. Auch die steuerlich begünstigte Absicherung von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit soll verbessert werden, ebenso der Erwerbsminderungsschutz. Die Pläne werden voraussichtlich Anfang 2013 beschlossen.

Praxisgebühr: Wer ab 1. Januar 2013 zum Arzt geht, muss keine Zehn-Euro-Gebühr mehr bezahlen. Die quartalsweise fällige Aufwendung wurde 2004 eingeführt und sollte die Zahl der Arztbesuche reduzieren. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Durch den Wegfall der umstrittenen Praxisgebühr erwartet die Krankenkassen ein Defizit von knapp zwei Milliarden Euro im Jahr.

Versicherung: Mehreinnahmen von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro im Jahr werden ab 2013 in die Pflegeversicherung fließen. Dort steigt der Beitragssatz zum 1. Januar von 1,95 auf 2,05 Prozent, Kinderlose zahlen künftig 2,3 Prozent. Menschen mit geistiger Behinderung oder Demenz, die von Angehörigen zu Hause betreut werden und keine Pflegestufe haben, erhalten ab 2013 Pflegegeld: 120 Euro oder Sachleistungen im Wert von bis zu 225 Euro. Diese Leistungen werden zusätzlich zu den heute bereits möglichen 200 Euro fällig. Für die Pflegestufen I und II erhöhen sich die Zahlungen ebenfalls. Gefördert werden auch Pflege-WGs mit einem Zuschuss von bis zu 10 000 Euro (2 500 pro Mitbewohner), wenn eine Wohnung pflegegerecht umgebaut wird. In der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze von 50 850 auf 52 200 Euro Bruttojahresgehalt. Wer ab dem kommenden Jahr eine private Pflegeversicherung mit einem Mindestsatz von 10 Euro abschließt, erhält ab 2014 rückwirkend einen Zuschuss von 5 Euro pro Versicherungsmonat. Eine vorherige Gesundheitsprüfung soll nicht stattfinden.

Rechtsschutz: Die Rechte von Patienten etwa zur Einsicht ihrer Behandlungsunterlagen werden ab 2013 erstmals gebündelt in einem Patientenrechtegesetz geregelt.

Familie: Das umstrittene Betreuungsgeld ist sicher. Eltern, die Kinder bis zum dritten Lebensjahr nicht in einer öffentlichen Einrichtung betreuen lassen, bekommen ab 1. August 100 Euro im Monat – allerdings erst nach dem Auslaufen des Elterngeldes. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss von 15 Euro, wenn die Eltern das Geld in die private Altersvorsorge investieren. Gleichzeitig ist das Recht auf einen Kita-Platz oder eine Tagesmutter für Kinder über einem Jahr ab August gesetzlich verbürgt. Eltern, die keine Betreuungsmöglichkeit finden, können diese dann einklagen. Zwischen sieben und zehn Euro niedriger wird das Elterngeld ausfallen. Dazu führt eine Änderung bei der Berechnung: Statt genauer Beträge werden zur Bemessung pauschal 21 Prozent Sozialabgaben vom Lohn abgezogen.

Verkehr I: Zug und Flugzeug bekommen nun auch durch Fernlinienbusse Konkurrenz. Zum Schutz der Bahn wurde der nationale Busverkehr 70 Jahre lang begrenzt, nun hob der Bundesrat die Beschränkungen auf. Aus Rücksicht auf den Öffentlichen Nahverkehr liegen die Haltestellen aber in mindestens 50 Kilometer Entfernung.

Verkehr II: Der Führerschein verliert seine Sonderposition. Ab 19. Januar ist er nur noch 15 Jahre gültig. Die neue Richtlinie folgt einem EU-Beschluss.

Unisex-Tarife: Seit 21. Dezember zahlen Männer und Frauen gleiche Tarife in den Versicherungen. Teurer wird es für Männer bei der Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge, für Frauen bei Risikoversicherungen.

Die Rundfunkgebühr wird nach dem Prinzip »Eine Wohnung, ein Beitrag« umgestellt. Die Zahl der Fernseh- und Radiogeräte oder die Zahl der Mitbewohner spielt keine Rolle mehr. Jeder Haushalt muss den einheitlichen Beitrag zahlen. Die Rundfunkabgabe von – wie bisher – 17,98 Euro im Monat wird also gleichermaßen fällig für Singles, Großfamilien oder eine WG. Hintergrund der Umstellung ist, dass öffentlich-rechtliche Radio- und TV-Sender via Smartphone und Laptop inzwischen überall empfangbar sind, immer mehr Bürger ihre Radio- und Fernsehgeräte zu Hause abmeldeten, was die Einnahmen aus der Rundfunkgebühr schmelzen ließ. Die Abgabe soll dies nun stoppen.

Quelle: Neues Deutschland

8 Kommentare leave one →
  1. NIX² permalink
    28. Dezember 2012 15:58

    NIX²

  2. AHA permalink
    28. Dezember 2012 17:35

    Ist schon schwer mit der Mathematik…

  3. Nachgerächnet permalink
    29. Dezember 2012 09:52

    Reiche Griechen kaufen Berlin

  4. Steuern runter - Motivation rauf! permalink
    29. Dezember 2012 11:12

    Steuern runter – Motivation rauf!
    http://unternehmenssteuern.de/bk/ean_firmenwagen.html

  5. Zombies im Gartenteich permalink
    29. Dezember 2012 18:03

    Zombies im Gartenteich

    Von Blech, Jörg

    Parasiten sind weit mehr als ungebetene Tischgäste. Viele der Kreaturen steuern mit biologisch aktiven Substanzen das Verhalten ihrer Wirte – anscheinend werden auch Menschen manipuliert.

    Ist es Todessehnsucht, die den kleinen Flohkrebs treibt? Statt wie seine Artgenossen abzutauchen, wenn eine Ente naht, klettert er auf einen Zweig, der auf dem Wasser dümpelt. Auf seinem Floß erscheint das kecke Krustentierchen wie auf dem Präsentierteller – schwups, ist es im Entenschlund verschwunden.

    Nein, der Krebs ist des Lebens nicht überdrüssig. Hinter seinem selbstmörderischen Verhalten, das in nahezu jedem Tümpel zu beobachten ist, steckt ein ungewöhnlich raffinierter Wurm. Polymorphus paradoxus, so der Name des hakenbewehrten Parasiten, nistet an den Nervenzellen des Flohkrebses – und macht sich dessen Gehirn untertan.

    So wie ein Luftpirat den Piloten mit der Pistole zwingt, vom Kurs abzuweichen, so verändert Polymorphus mit biochemischen Signalstoffen das Verhalten des Flohkrebses. Der verliert seinen natürlichen Fluchtreflex vor Enten und wird deshalb prompt verspeist. Dem Wurm ist das nur recht: Er landet mit dem Happen in seinem nächsten Wirt, der Ente.

    Dass Schmarotzer im Gehirn das Kommando an sich reißen und ihre Wirte in willenlose Zombies verwandeln, bot bisher vor allem Stoff für Horrorfilme. In der „Invasion der Körperfresser“, einem Klassiker von 1956, besiedeln außerirdische Monster die Menschen, zerstören deren Persönlichkeit und verwandeln sie in seelenlose Körperhüllen.

    Derlei Geschichten stehen längst nicht mehr nur in Drehbüchern. Gruselstorys über ungebetene Gäste, die das Tun ihrer Wirte kontrollieren, füllen in zunehmender Zahl die Fachzeitschriften der Parasitologen. Dass die Aliens mitnichten aus dem Kosmos stammen, sondern irdischen Ursprungs sind, und dass manche von ihnen sogar im Körper des Menschen hausen, steigert das Unbehagen noch.

    Laborbefunde enthüllen in immer größerem Detail, wie „bemerkenswert ausgeklügelt und hartnäckig Parasiten“ sind, konstatiert der amerikanische Experte Carl Zimmer in einem soeben erschienenen Buch*. „Einige kastrieren ihre Wirte, oder sie erobern deren Sinne.“ Im Dienste ihrer eigenen Fortpflanzung steuern sie das Verhalten von Insekten, Fischen, Säugern – und möglicherweise auch von Menschen.

    Der Kleine Leberegel gehört zu den ersten Wesenswandlern, die man im Reich der Schmarotzer aufgespürt hat. Seine Kindheit verbringt er in einer Schnecke, die Jugend in einer Ameise, die Paarungszeit im Schaf (siehe Grafik). Um den Sprung von Wirt zu Wirt zu schaffen, besetzt der Parasit das zentrale Nervensystem der Ameise und zwingt das Insekt, auf die Spitze des nächsten Grashalms zu klettern. Dort beißt sich die Ameise unfreiwillig fest, bis sie – samt Leberegel – von einem Schaf abgegrast wird.

    Wie der „Hirnwurm“ die Ameise, so manipulieren Parasiten im ganzen Tierreich unterschiedlichste Wirte. Wenn

    Bandwürmer, die in einem Stichling wohnen, in ihr nächstes Domizil, einen räuberischen Vogel, übersiedeln möchten, dann verpassen sie dem Fisch eine auffällige Farbe: Orange oder Weiß. Doch vor allem verändert der Wurm das Verhalten des Stichlings. Der von Natur aus ängstliche Fisch wird unvorsichtig – und damit eine leichte Beute für Vögel.

    Auch Parasiten, die einen Menschen entern wollen, beeinflussen das Verhalten von Wirten. Jenes Geißeltierchen etwa, das die Leishmaniase auslöst, manipuliert die Sandmücke, von der es übertragen wird: Es verstopft den Darm des Stechinsekts. Da die Mücke ihren Blutdurst nicht mehr stillen kann, pikst sie immer wieder in die Haut des Menschen – und überträgt auf diese Weise eine erhöhte Zahl von Erregern. Aus ähnlichen Gründen beißt auch ein Floh, der Pestbakterien im Leibe trägt, überdurchschnittlich häufig zu.

    Mit unterschiedlichsten Kniffen steuern die Parasiten das Verhalten ihrer Wirte. Das „Friss mich!“-Signal des Stichlings zum Beispiel erzeugen die Bandwürmer auf relativ einfache Weise: Sie fressen den Magen der Fische leer. Toll vor Hunger sucht der Stichling daraufhin nach Futter und lässt jede Vorsicht fahren.

    Ungleich subtiler geht jener in den Tropen lebende Saugwurm vor, der die Bilharziose bedingt. Im Gehirn von Süßwasserschnecken schaltet der Parasit gezielt bestimmte Gene des Wirts an. Diese wiederum verändern offenbar Wachstum und Fortpflanzung der Schnecke – zu Gunsten des Schmarotzers.

    „Parasiten sind ausgerüstet mit einer großen Apotheke voller Wirkstoffe“, schreibt der Wissenschaftsautor Zimmer. Jeder von ihnen werde in einer anderen Lebensphase eingesetzt.

    Zu den Virtuosen im Einsatz von chemischen Waffen gehört der etwa 40 Zentimeter lange Rattenbandwurm Hymenolepis diminuta, der sich in seltenen Fällen sogar bis in den Darm des Menschen verirrt. Für gewöhnlich lebt er in Ratten, bis er mit deren Ausscheidungen ins Freie gelangt. Dort lauert der Wurm auf kotfressende Käfer, die ihrerseits wieder von Ratten verspeist werden – es schließt sich ein Zyklus, den Hymenolepis mit einem erstaunlichen Arsenal chemischer Wirkstoffe steuert.

    Erst lockt der Schmarotzer den Käfer: Mit Wurmeiern verseuchter Rattenkot verströmt einen spezifischen Duft, der den Appetit der Insekten anregt. Wie genau dieser unwiderstehliche Geruch entsteht, weiß man zwar noch nicht – doch als sicher gilt, dass er das Werk des Wurms ist.

    Im Käfer angekommen, greift der Besucher zur nächsten Chemikalie, die ähnlich wie ein sterilisierendes Käferhormon wirkt. Abermals profitiert der Wurm: Nährstoffe und Körperfette, die normalerweise in die Reifung der Eier flössen, hat er nun allein für sich und nimmt sie mit seinem lang gezogenen Leib begierig auf.

    Nach derlei Mast zieht es den Wurm wieder in eine Ratte. „Damit ist der Käfer gewiss nicht einverstanden, also muss der Parasit noch eine andere Schublade mit Drogen öffnen“, erklärt Zimmer. „Einige von ihnen – vermutlich Opiate, die Gefühle des Schmerzes und der Angst abstumpfen – bewirken, dass der Käfer sich weniger gewissenhaft versteckt.“

    Zur Abwehr der Ratte vertraut das Kerbtier zwar noch auf spezielle Drüsen, aus denen es stinkende Gifte versprüht. Allein: Im Augenblick des Nagerangriffs verweigern die Abwehrspritzen ihren Dienst – der Parasit hat sie gelähmt.

    Selbst das Verhalten des Menschen, dessen Körper mehr als 30 Arten von Schmarotzern – Amöben, Milben, Band- und Hakenwürmer – beherbergt, scheint gegen Parasiten nicht gefeit. Wenn beispielsweise der tropische Guineawurm Dracunculus medinensis den Menschen verlassen will, dann lotst er ihn gezielt ans Wasser.

    Zu Beginn der Invasion schlummert der Parasit noch friedlich im Körper. Aber wenn nach ungefähr einem Jahr die Jungen schlüpfen, dann packt die Horde die Umzugslust. Mit gezielten chemischen Attacken provoziert der Nachwuchs das menschliche Immunsystem; als Reaktion brechen vor allem an den Beinen peinigende Geschwüre auf.

    Am besten lässt sich der Schmerz mit kühlem Wasser lindern – und genau darauf ist die Strategie der Würmer angelegt. Denn sobald der Infizierte die eitrigen Extremitäten ins Wasser taucht, fällt der Startschuss für eine gewaltige Stampede: Millionen von Jungwürmern schwimmen aus den Wunden los und befallen ihre Zwischenwirte, bestimmte Kleinkrebse.

    Ein ebenfalls wenig geheurer Organismus findet sich – als Zufallsgast – in jedem zweiten Menschen: das Sporentierchen Toxoplasma gondii. Natürlicherweise lebt der Einzeller in Katzen (Hauptwirt) und in Ratten (Zwischenwirt). In letzteren weckt er eine fatale Neigung: Infizierte Nager verlieren ihre angeborene Angst und entwickeln sogar eine „unkluge Anziehung“ zu gefräßigen Katzen, wie es die Parasitologin Joanne Webster von der University of Oxford formuliert. Mit den furchtlosen Ratten gelangt auch Toxoplasma in den Darm seines Hauptwirts, der Katze.

    Als biologischer Irrläufer landet der Parasit, beispielsweise wenn man eine infizierte Katze streichelt, häufig in Menschen und setzt sich – für immer – im Gehirn fest. Glaubt man tschechischen Forschern, so kann diese Dauerbesiedlung sonderliche Folgen für die Persönlichkeit haben.

    Die Gruppe um Jaroslav Flegr von der Karls-Universität in Prag hat 170 Frauen und 224 Männer untersucht; die meisten von ihnen waren Biologiestudenten oder Mitarbeiter des Zoologischen Instituts. Einerseits ermittelten die Forscher, wer mit Toxoplasma infiziert war; zum anderen ergründeten sie den Seelenzustand mit Hilfe eines Fragebogens.

    Das Ergebnis ließ die Forscher frösteln: Die angesteckten Menschen unterschieden sich in ihrer Persönlichkeit merklich von Menschen ohne Erreger im Hirn. Die infizierten Männer (27 Prozent der Untersuchten) hatten beispielweise eine deutlich geringere Bereitschaft, moralische Standards zu akzeptieren. Infizierte Frauen (23,5 Prozent) wiederum erschienen seltsam gelöst, oft geradezu vorwitzig.

    Die weit verbreiteten, scheinbar schlummernden Toxoplasma-Infektionen, prophezeit Parasitologe Flegr, könnten sich als „ernstes und äußerst unterschätztes medizinisches Problem erweisen“. Die seelischen Veränderungen entstünden vermutlich durch jene „biologisch aktiven Substanzen“, mit denen sich Toxoplasma normalerweise das Rattenhirn unterwirft.

    Dass Parasiten Menschen steuern können, steht auch für Zimmer außer Frage. Der Mensch sei schließlich nicht mehr als ein Haufen von Zellen, der durch chemische Befehle beisammengehalten wird: „Wenn ein Parasit diese Signale kontrollieren kann, dann kann er uns kontrollieren.“ JÖRG BLECH
    * Carl Zimmer: „Parasite Rex – Inside the Bizarre World of Nature“s Most Dangerous Creatures“. The Free Press, New York; 320 Seiten; 26 Dollar.

    DER SPIEGEL 37/2000

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17322829.html

  6. EU-Kommissar zur Energiewende — Oettinger verheißt Deutschland 40 Jahre Atomenergie permalink
    31. Dezember 2012 14:30

    EU-Kommissar zur Energiewende — Oettinger verheißt Deutschland 40 Jahre Atomenergie

    Von wegen schnelle Energiewende: Deutschlands EU-Kommissar Oettinger vermutet, dass noch jahrzehntelang Atomstrom zwischen Alpen und Ostsee genutzt wird. Als große Gefahr betrachtet er die steigenden Energiepreise. mehr…

    http://www.sueddeutsche.de/politik/eu-kommissar-zur-energiewende-oettinger-verheisst-deutschland-jahre-atomenergie-1.1562112

  7. Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin — "Die Reformen beginnen zu wirken" permalink
    31. Dezember 2012 14:31

    Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin — „Die Reformen beginnen zu wirken“

    Kanzlerin Merkel erwartet auch 2013 kein Ende der Euro-Krise und mahnt zur Geduld. In ihrer Neujahrsansprache fordert sie die Deutschen auf, dennoch nicht mutlos zu werden. Deutschland werde „zu einem der modernsten Energiestandorte der Welt“ umgebaut. Von Daniel Brössler, Berlin mehr…
    http://www.sueddeutsche.de/politik/neujahrsansprache-der-bundeskanzlerin-nicht-einfacher-sondern-schwieriger-1.1562046

  8. 26. Januar 2013 01:34

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