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Schwarz-Roter Ticker (105) [5 Meldungen]

25. Dezember 2012

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Kleinvieh macht auch Mist!

iwwspendeIn der Vorweihnachtszeit griff die Hamburger IWW-Gruppe tief in den Sparstrumpf. Immerhin: 100 Euro für die Neupack-Streikenden! Am 28.12., ab 12 Uhr, ist Aktionstag der Unterstützerinnen im Doerriesweg, Hamburg-Stellingen. Genaueres auf www.soli-kreis.tk. Auch die Streikenden beim Neupack-Werk II in Rotenburg (W) freuen sich über Besuch im Jeersdorfer Weg. Dort auf dem Acker vor den Toren der Kleinstadt gibt es kaum Soli-Tourismus, während das Hamburger Werk bequem mit der S-Bahn erreichbar ist.

Nicht vergessen: Sicher freuen sich die Neupack-Geschäftspartner über E-mails besorgter Kunden. Hier ein paar Adressen: holger.battling@elsdorfer.de, arne.plifke@elsdorfer.de, Katharina.Kohle@elsdorfer.de, Christina.Luettke@elsdorfer.de, info@dmk.de, hermann.cordes@dmk.de, michael.feller@dmk.de (siehe auch:https://syndikalismus.wordpress.com/2012/12/20/neupack-streikbrecher-becher-igitt-milram-im-visier/)

Vorankündigung: Anarcho-Syndikalismus in Deutschland 1933-1945

as1933Das Standardwerk über die knapp 1.000 widerständigen Anarcho-Syndikalisten nach 1933 reiht sich ein in die Monographien zur Geschichte anderer Arbeiterorganisationen in Nazideutschland. Es füllt damit eine besondere Lücke auf dem Buchmarkt aus. «Anarcho-Syndikalismus in Deutschland 1933–1945» bietet eine erste umfassende, fundierte und kompakte Ausarbeitung zum Thema. Der Autor zeigt auf, wie sich der Anarcho-Syndikalismus in der «Freien Arbeiter-Union Deutschlands» (FAUD) organisierte, und veranschaulicht die zentralen Aktivitäten gegen die Hitler-Diktatur. Unter Berücksichtigung der Genese und Entwicklung des Anarcho-Syndikalismus bis 1933 sowie dessen charakteristischer Faschismusanalyse untersucht Helge Döhring die Neuformierung der FAUD unter den schweren Bedingungen der Illegalität. Ausgehend von den geographischen Zentren beleuchtet der Autor die Umstände und Methoden ihrer Aktivitäten sowie die Trägerschaft des Anarcho-Syndikalismus nach Klassen, Altersstufen und Geschlechtern. Daran schließt sich die Frage nach der Wirkung des Anarcho-Syndikalismus während der Nazizeit an und ebenso, welche Auswirkungen die Diktatur auf diese Bewegung hatte. Anhand ausgewählter Protagonisten der FAUD geht der Verfasser dem Naziterror in seinen Facetten nach und präsentiert Zeugnisse der Bewegung, welche die Nazizeit überdauern konnten. Schließlich wird in groben Zügen die Organisation und Neuausrichtung des Anarcho-Syndikalismus nach 1945 skizziert. Mit seiner Konzeption ist das Buch in der Lage, ein breit gefächertes Publikum in Wissenschaft, Lehre und in politischen Bewegungen anzusprechen.

Helge Döhring, Anarcho-Syndikalismus in Deutschland 1933–1945, Ca. 250 Seiten, broschiert, ca. 22.80 EUR, ISBN 3-89657-062-5, erscheint ca. 3/2013 (Schmetterling Verlag)

Übersicht: Berichte zur Demo “There is no Alternative — Kapitalismus überwinden”

Berichte & Fotos:
Presseerklärung vom Pressereferat des Anarchistischen Netzwerkes Südwest*
[Mannheim] Über 500 Menschen demonstrieren gegen Kapitalismus
there is no alternative – kapitalismus überwinden! 600 (nicht nur) anarchist_innen auf demonstration in mannheim
Regen, Repression und Kartoffelsalat mit Plätzchen
Foto’s der  Anarchistischen Gruppe Freiburg
Bericht zur anarchistischen Demo in Mannheim vom 22.12.
Fotos von beobachternews.de

Bürgerliche Medien
Demo gegen Kapitalismus in der Innenstadt
Eingriff in den Krisendiskurs                               (FdA-IFA)

Mieten werden 2013 weiter steigen

Millionen Mieter müssen sich nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds 2013 auf weiter steigende Wohnkosten einstellen. „Wir müssen in den Ballungszentren und Universitätsstädten bei Neuverträgen mit Mietpreissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent rechnen“, sagte Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten der Nachrichtenagentur dpa. Bei den laufenden Mietverträgen dürfte das Plus im Durchschnitt bei 2 bis 3 Prozent liegen. Scharfe Kritik äußerte er an der jüngst vom Bundestag beschlossenen Reform des Mietrechts: „Die Reform wird zu einer Welle von Klagen vor den Gerichten führen, die schon so genug zu tun haben.“ (FAZ)

Weiterer Angriff auf Sozialleistungen im kommen?

Eine angebliche Sparliste von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die unter anderem eine Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes bei der Mehrwertsteuer beinhalten soll, hat neben der Opposition auch Politiker aus der Regierungskoalition auf den Plan gerufen. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hatte berichtet, Schäuble lasse für die nächste Legislaturperiode ein umfangreiches Sparpaket ausarbeiten. Um den Bundeshaushalt auf Belastungen aus Konjunkturrisiken oder aus der Eurokrise vorzubereiten, reichten nach seiner Einschätzung die Vorgaben der Schuldenbremse nicht aus. In einer internen Vorlage, die der Ressortchef bereits gebilligt habe, schlagen die Beamten demnach vor, auf alle Waren und Dienstleistungen nur noch den regulären Tarif von 19 Prozent zu erheben. Der Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds solle sinken. Damit die Beiträge zur Krankenkasse dennoch stabil gehalten werden könnten, schlügen Schäubles Fachleute einen „Gesundheits-Soli“ vor – also einen Aufschlag auf die Einkommensteuer. Um die Rentenkassen zu entlasten, sollen die Deutschen zudem über die vereinbarte Regelaltersgrenze von 67Jahren hinaus arbeiten. Der Vorruhestand solle so unattraktiv gemacht werden wie möglich und die Witwenrenten gekürzt werden. Ein Sprecher Schäubles wies den Bericht als falsch zurück. „Es gibt keine derartigen Pläne für nach der Wahl“, sagte er. (FAZ)

17 Kommentare leave one →
  1. Granado permalink
    25. Dezember 2012 15:22

    http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/38/38254/1.html
    Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb
    Bernhard Wiens 25.12.2012
    Kircheneinnahmen sind heute wie dazumal Quelle der Inspiration

    http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/38/38265/1.html
    Die Wiederentdeckung der Solidarität
    Wassilis Aswestopoulos 25.12.2012
    Griechenland: „Schlimmste Weihnachtszeit seit dem Zweiten Weltkrieg“

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/807574.es-gibt-keine-patentloesungen-fuer-opel.html?action=print
    17.12.2012 / 0 / Seite 6
    »Es gibt keine Patentlösungen für Opel«
    Gewerkschaftsaktivist fordert neue Auseinandersetzung mit dem Kapital statt abstrakter Rettungspläne

  2. NSU-Komplex: Neues zum Nagelbomben-Anschlag von Köln permalink
    25. Dezember 2012 18:55

    NSU-Komplex: Neues zum Nagelbomben-Anschlag von Köln

  3. Neupack permalink
    25. Dezember 2012 19:55

  4. Nazi-Pressekonferenz zum NPD-Verbot & Demo permalink
    27. Dezember 2012 10:20

    Nazi-Pressekonferenz zum NPD-Verbot & Demo

  5. Gebt die Daten frei permalink
    27. Dezember 2012 13:53

    Gebt die Daten frei

    Open Access Wenn alle profitieren sollen, muss nicht nur mit Steuergeldern finanzierte Forschung öffentlich gemacht werden, sondern auch die Geheimstudien der Pharmaindustrie

    http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/gebt-die-daten-frei

  6. Geglückte Geschichtsschreibung? permalink
    28. Dezember 2012 11:00

    Quelle: http://sopos.org/aufsaetze/506eb4368b098/1.phtml
    Über verdrängte Zusammenhänge, ungestellte Fragen und unausgewertete Archivbestände
    von Gregor Kritidis

    „Nie wieder Krieg“ als Imperativ gesellschaftskritischer Forschung nach dem 2. Weltkrieg
    In der alten Bundesrepublik wurde die zeitgeschichtliche Forschung von dem historisch-moralischen Imperativ mitbestimmt, dass nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen sollte, dass es nie wieder ungebremsten Terror gegen die innere Opposition und Andersdenkende geben und sich der industriell organisierte Massenmord nie wiederholen solle. Imperative, die auch in die Gründungsdokumente der zweiten Demokratie eingingen. Nach 1945 bemühte sich eine neue Generation von Wissenschaftlern, aus dem Bann der überlieferten Legitimationswissenschaften herauszutreten und die Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik aufzuklären und zu einer Konsolidierung demokratischen Denkens beizutragen.[1] Die Protestbewegung der späten 1960er Jahre verstärkte diese Dynamik

  7. Naui (Mexican) & anarchist vs Nazi scum NSM Phoenix-Arizona permalink
    28. Dezember 2012 13:29

  8. The murder of an American Nazi permalink
    28. Dezember 2012 13:31

  9. Granado permalink
    28. Dezember 2012 13:53

    http://mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=50db34f11c74a&akt=news_allgemein&view=print&si=50dd8b3b3d09a&lang=1
    Bundesagentur für Arbeit: Stimmungsmache gegen Hartz-IV-Aufstocker geht wieder los
    26.12.2012
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/arbeitsagentur-chef-weise-selbststaendige-sollen-seltener-hartz-iv-erhalten-1.1558892
    26. Dezember 2012 12:34
    Arbeitsagentur-Chef Weise: Selbständige sollen seltener Hartz IV erhalten
    http://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb2212.aspx
    127.000 Selbstständige müssen mit Hartz IV aufstocken

    Klicke, um auf kb2212.pdf zuzugreifen


    http://mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=434904be2e9df&view=print&si=50dd8b3b3d09a&lang=1
    Selbstständig und Arbeitslosengeld II

    http://www.jungewelt.de/2012/12-28/029.php?print=1
    28.12.2012 / Inland / Seite 5
    »Emmely« wieder bei Kaiser’s an der Kasse
    Nach erfolgreichem Kündigungsschutzprozeß steht Verkäuferin Barbara Emme wieder im Berufsleben
    Torsten Hilscher, dapd

  10. Aufmerksamer Leser permalink
    28. Dezember 2012 23:22

    In der aktuellen GWR ist mal wieder die szenige Nabelschau Thema. Natürlich extrem gesittet, so wie sich das für das anarchistische (Möchtegern)-Establishment gehört. Den Artikel würde ich eigentlich gar nicht posten, aber weil darin mein Lieblings-Blog erwähnt wird (Genau, ihr macht einen guten „Job“, liebes Team von Syndikalismus.tk) und zudem auch die Diffamierungskampagne von Dieter Nelles und der GWR aufgegriffen wird, über die hier auch berichtet wurde, stell ich das hier ein. Bezeichnend ist, das Kellermann nicht differenzieren kann und nicht zwischen Angegriffenem und Angreifer zu unterscheiden vermag, sondern beide in einen Topf wirft. Solche Genossen braucht niemand.
    —-
    Sich der Geschichte stellen!
    Gegen Mythen, Selbstgefälligkeit und Sonnenscheinanarchismus

    Als Anarchist könne man sich „den Luxus der Objektivität leisten“, heißt es zu Anfang von Volins Die unbekannte Revolution, in dem er seine Interpretation der Russischen Revolution darlegt, an der er selbst beteiligt war.

    Er begründet diesen „Luxus“ wie folgt: Als Libertärer habe er „keinerlei Interesse, die Wahrheit zu verraten, keinerlei Grund, ein ‚geschminktes‘ Bild der Realität zu zeichnen“, er interessiere „sich weder für die Macht noch für eine führende Position“, habe „kein Interesse an Privilegien und auch nicht an dem Triumph einer Doktrin ‚um jeden Preis'“. Einzig „um die Feststellung der Wahrheit, denn nur die Wahrheit ist fruchtbar.“

    Das hört sich wunderbar an und es wäre zu schön, wenn man als Libertärer so erhaben über den Dingen schweben würde. Nun ist die Sache so einfach nicht und da sollte man sich nichts vormachen. Auch und vielleicht besonders „unter uns“ gibt es Kampf um Deutungshoheit – man denke an die Auseinandersetzung zwischen Nelles/Döhring (GWR 362); und gibt es für meine Begriffe kaum nachvollziehbar drastische Reaktionen auf einem nicht genehme Positionen und Thesen. Wenn beispielweise im Diskussionsforum auf syndikalismus.tk zum Boykott gegen den Unrast Verlag aufgerufen wird oder vom „finsterste[n] reaktionäre[n] Pfaffengebiet“ die Rede ist, weil dort ein von mir herausgegebener Sammelband mit einem Aufsatz von Michael Seidman publiziert wurde, kann man sich schon wundern.

    Ich würde beispielsweise nicht mal im Traum darauf kommen öffentlich zum Boykott des PapyRossa-Verlags aufzurufen, wenngleich dieser eine wirklich abgründige Stalin-Biographie von Domenico Losurdo veröffentlicht hat.

    Es gibt einen Satz von Bakunin, über den ich, obwohl er so simpel ist, lange nachdenken musste und der meines Erachtens zu seinen wichtigsten gehört. „Es ist leicht möglich“, schreibt er 1872, „daß Marx sich theoretisch zu einem noch rationelleren System der Freiheit erheben kann als Proudhon, aber Proudhons Instinkt fehlt ihm“.

    Mir geht es dabei nicht um Bakunins Interpretation von Marx und Proudhon, sondern was Bakunin hier mit dem nicht unproblematischen Begriff des „Instinktes“ in Abgrenzung zum Theoretischen ins Feld führt.

    Vielleicht sollte man eher von einer „Haltung“ oder – für FoucaultfreundInnen – einer Form der „Ästhetik der Existenz“ sprechen. Denn: Was letztlich die AnarchistInnen ausmachen sollte ist genau jene freiheitliche Haltung, die sich gerade dann beweisen muss, wenn es ärgerlich und ungemütlich wird. Denn bei Sonnenschein sind wir alle meist freundlich, aber wer von uns ist so vermessen, sich als einen Melchor Rodríguez García (vgl. GWR 346) zu imaginieren?

    Anders als García befinden wir uns glücklicherweise (noch) nicht im Bürgerkrieg und haben es deshalb eigentlich verhältnismäßig leicht, uns eine libertäre Haltung zu gönnen. Und zu dieser gehört meines Erachtens, dass wir die Stimmen und die Kritik der Anderen wahr- und ernstnehmen. Das bedeutet auch, eine Konfliktkultur zu kultivieren, bei der nicht alles persönlich genommen wird, und wo man nicht – ganz KP-Mentalität – die Geborgenheit der „Partei“-Familie aufs Spiel setzt, wenn man mal abweichende Positionen vertritt.

    Als Schreibtischhausmann und unproletarischer Feierabend-Akademiker denke ich hierbei vor allem an Auseinandersetzungen mit Büchern. Gegen die Arbeit von Michael Seidman mit seiner Kritik an der CNT-Politik, Felix Schnells Abhandlung über Gewalt und Gruppenmilitanz in der Ukraine 1905-1933, in der Machno als ein, den Bolschewisten im Grunde gleichender, Warlord erscheint: „Die sowjetische Geschichtsschreibung stellte Machno als gewissenlosen Banditen und Konterrevolutionär dar und übersah dabei gerne, wie viel er im Grunde mit der Revolution zu tun hatte, ja dass er in gewisser Weise aus demselben Holz geschnitzt war wie die Bolschewiki, die im Bürgerkrieg und dann später bei der Kollektivierung die Sowjetmacht behaupteten und die sowjetische Staatsbildung durchsetzten“; oder schließlich Martin Baxmeyers beeindruckendes Buch über Die anarchistische Literatur des Bürgerkriegs (1936-1939) und ihr Spanienbild, dessen Hauptthese folgendermaßen lautet: „Die anarchistische Bürgerkriegsliteratur war nicht die Verwirklichung der kulturellen Utopie der Anarchisten im Sinne einer neuartigen, freien und kollektiven Praxis, die anarchistische Ideologeme aktualisierte, gestaltete und zu verbreiten half.

    Zwar veränderten sich während des Bürgerkriegs in der Tat die literarischen Produktions- und Rezeptionsbedingungen.

    Inhaltlich und formal jedoch entfernte sich die libertäre Bürgerkriegsliteratur in signifikanter Weise von ihren ideologischen ‚Wurzeln‘. Sie näherte sich stattdessen der profranquistischen Bürgerkriegsliteratur an, aktualisierte nationalistische, kolonialistische und sogar rassistische Theoreme und schuf ihren eigenen Spanienmythos.“
    Wie soll man auf all diese Texte reagieren?

    Soll man sich schmollend in die Ecke legen oder reagieren wie die StalinistInnen seinerzeit auf Solschenizyn: mit Verleumdung? Das wäre lachhaft und würde nur jenen Recht geben, die, wie seinerzeit Marx und Engels, meinen, dass der Anarchismus eine „Sekte“ oder eine „hanswurstische Karikatur“ sei. Nein, man muss all diese Darstellungen und Thesen nüchtern diskutieren, kritisieren oder auch anerkennen. Jens Kastner hat in einem Gespräch mit mir zu Seidman und Baxmeyer erklärt: „Diese Bücher sind gerade da besonders stark, wo sie politisch am frustrierendsten sind.“

    Und genau darum geht es: Man sollte solche Arbeiten als Herausforderung begreifen, als wichtige Wegweiser aus einer anarchistischen Phantasiewelt, als notwendige Demystifizierungen, an denen wir alle mit unseren Mitteln teilnehmen sollten. Kein Mensch lässt sich von angeblich unfehlbaren Helden und Heldinnen beeindrucken und die, welche das nötig haben, sind wohl beim KIKA besser aufgehoben.

    Diese notwendige Auseinandersetzung beinhaltet aber auch, dass es nicht angehen kann alles Vergangene, sofern es den eigenen Vorstellungen von Anarchismus nicht passt, kurzerhand als unanarchistisch beiseite zu schieben und somit dasselbe Spiel zu spielen, wie jene unermüdlichen BeweisastronautInnen, nach denen Marx nicht Engels nicht Lenin nicht Stalin nicht Mao usw. usf. ist und man am Ende nichts weiter serviert bekommt als einen „reinen Marx“ auf der einen und eine „böse Geschichte des Marxismus“ auf der anderen Seite; in der gewaltfrei-libertären Variante: die „wunderbaren TolstoianerInnen“ auf der einen und der „barbarische Rest“ auf der anderen.

    Im kritischen Marxismus ist man da oft schon weiter, wenn man bedenkt, wie ernsthaft dort selbst Marx, zumindest ab und an, kritisch diskutiert wurde und wird.

    Es wäre deshalb nicht zuletzt ein Armutszeugnis sondergleichen, wenn der (kritische) Marxismus uns in Sachen Selbstreflexion davonläuft und uns als HüterInnen eines Erbes zurücklässt, dessen Darstellung nur durch eines besticht: Ignoranz gegenüber dem eigenen Elend.

    Philippe Kellermann

    Graswurzelrevolution Dezember 2012
    http://graswurzel.net/374/a.shtml

  11. Wer labert hat recht. permalink
    29. Dezember 2012 10:25

    Ein intelecktüller Placebonobo-Effekt auf zwei Beinen.

  12. Granado permalink
    29. Dezember 2012 16:35

    Zu: Kleinvieh macht auch Mist!
    Solche Adress-Verkopplungen (kommen öfter vor) funktionieren nicht!
    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/12/25/schwarz-roter-ticker-105-4-meldungen/www.soli-kreis.tk

    Anmerkung Syndikalismus: Danke für den Hinweis.

  13. Granado permalink
    29. Dezember 2012 18:17

    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=15565
    Erziehung zum Klassenhass? Waldorfschüler verspotten ihre Chorweiler Nachbarn
    27. Dezember 2012 um 14:01 Uhr
    [video src="http://www.stadtsender.de/flashplayer/index.php?current_video=50765chorweiler@0.flv" /]

    http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/38/38252/1.html
    „Geiz ist geil“ und Ausbeutung
    Ralf Heß 29.12.2012
    Hamburg meldet eine ansteigende Zahl obdachloser Osteuropäer
    Im Dezember 2011 hat die schwarz-gelbe Bundesregierung beschlossen, auch weiterhin den Zuzug rumänischer und bulgarischer Arbeitskräfte nach Deutschland zu begrenzen. Ziel dieser Politik ist es, den deutschen Arbeitsmarkt von der billigen Konkurrenz aus dem Osten der Europäischen Union abzuschotten. Dass diese Politik jedoch nicht funktioniert, zeigt ein Blick in die Hamburger Obdachlosenheime.

  14. Granado permalink
    30. Dezember 2012 15:25

    http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/38/38240/1.html
    Die kränkelnde Arbeitsgesellschaft
    Tomasz Konicz 30.12.2012
    Die zunehmende Krisenkonkurrenz führt zu einer raschen Zunahme psychischer Erkrankungen bei Lohnabhängigen

  15. Interview mit Frank Peter Hellmann permalink
    1. Januar 2013 11:48

    Interview mit Frank Peter Hellmann http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=32323

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