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Berichte zur anarchistischen Demo am 22.12. in Mannheim

23. Dezember 2012

mannheim221212

Der Bericht des Anarchistischen Funken zur Demo in Mannheim: Am 22.12. fand in Mannheim eine Demonstration unter dem Motto: „There is no Alternative – Kapitalismus überwinden“ statt. Über 500 Menschen folgten dem Aufruf des Anarchistisches Netzwerks Südwest welches mittlerweile aus 13 Gruppen besteht. Der Aufruf zur Demo wurde außerdem von mehr als 16 Gruppen unterstützt.

Bullen, Regen und schon wieder diese Bullen….

Ab 14:30Uhr sammelten sich die ersten Demoteilnehmer*innen direkt vor dem Bahnhofsgebäude, welches bereits mit hunderten Cops umsäumt war, die auch überall in der Innenstadt patroullierten. Die Außenwirkung war trotz starker Bullenpräsenz am Bahnhof recht gut, da viele Menschen an den Demonstranten vorbei strömten und einige erkundigten sich über die Demonstration und nahmen interessiert Flyer entgegen.

Bereits auf der Anreise nach Mannheim wurde der Bus der Freiburger Kolleg@s von einem Polizeihubschrauber verfolgt und wenige Minuten später mit einer Kolonne von Bullen angehalten. Eine genauere Beschreibung dazu gibt es hier: nigra. Auf Grund dieser lächerlichen Kontrolle verzögerte sich der Start der Demonstration, da in Mannheim auf die Freiburger Kolleg@s gewartet wurde.

Bevor es dann endlich los ging gab es noch eine Rede des Forum deutschsprachiger Anarchisten*innen, eine weitere Rede des Libertären Bündnisses Ludwigsburg und der Aufruf zur Demonstration wurde vorgetragen. Danach ging es trotz fast keinem Regens zunächst eher wenig kämpferisch und sehr zaghaft los. Die durch das lange Rumstehen verloren gegangene Stimmung kam dann allerdings doch wieder und die Demo zog in der Dämmerung durch den Regen. Die Bullen bauten von Beginn an ein großes Bedrohungsszenario mit Doppelspalier, Pferdestaffel und ZiviCops am Rande auf. Gleichzeitig versuchten sie mit dem sogenannten „Anti-Konflikt“-Team einen auf lieber, netter Onkel zu machen. Dabei sind es doch die gleichen verlogenen Schweine die uns schikanieren, rumschubsen und auf uns schießen wenn es ihnen befohlen wird. Der Großteil der Demonstrationsroute führte durch stark befahrenes aber wenig bewohntes Gebiet wodurch sich die Außenwirkung der Demonstration in diesen Teilen Mannheims in Grenzen hielt. Stadt und Polizei erlaubten keine bessere Route, da der ungestörte Konsum auf dem hässlichen Weihnachtsmarkt wichtiger sei als Meinungs- und Demonstrationsfreiheit.

Auf halbem Wege gab es eine Zwischenkundgebung bei der zwei weitere Reden gehalten wurden. Die erste trug den Titel „Wer von der Krise redet, darf vom Geschlechterverhältnis nicht schweigen“ und die zweite wurde vom AK Antifa Mannheim gehalten. Am Anfang und am Ende der Zwischenkundgebung forderte der Lautsprecherwagen der Demo die Bullen auf ihre Präsenz einzuschränken und ihre Kräfte zurück zu ziehen, welche die Demo ständig provozierten. Das Resultat war das einige Bullen von den Seiten an die Spitze und an das Ende der Demo gezogen wurden. Die Ausdrucksweise dieser Aufforderungen war unserer Meinung nach allerdings ausbaufähig. Ein Polizeiaufgebot ist selbst mit nur einem Bullen überzogen und nervt! Vielleicht sollte mensch sich auch überlegen ob für die Zukunft nicht andere Formen des Protests effektiver sind als angemeldete Demonstrationen.

Lautstark ging es weiter durch den Regen bis zur zweiten Zwischenkundgebung auf der es dann noch eine Rede der Anarchistischen Gruppe Freiburg sowie ein Grußwort der Anarchistischen Föderation Rhein/Ruhr i.Grd., welche einen Bus zur Demo organisiert hatte, gab. Als die Demonstration dann die letzten 200 Meter durch eine enge Straße zur Abschlusskundgebung zurücklegte sahen einige Bullen die Chance endlich auf die Spitze des Demozuges zuzuschlagen. Unseren Informationen nach gab es aber keine Verletzten. Nach der Abschlusskundgebung bildete sich eine kleine Spontandemo Richtung Jugendzentrum in Selbstverwaltung Friedrich Dürr, wo auf alle eine hervorragende VoKü wartete. Ab 20.00 Uhr startete dann eine Party unter dem Motto „Tanzen für die Anarchie“ die zur Finanzierung der zweiten Anarchistischen Buchmesse in Mannheim diente.

Unser Fazit zur Demo – gerne wieder!

Wir sind höchst erfreut zu sehen, dass sich im Südwesten langsam aber sicher eine recht starke anarchistische Bewegung zu etablieren scheint. Die Demo war trotz Repression, Kälte, Nässe und kleineren organisatorischen Schwierigkeiten gut besucht, entschlossen und ein echtes Zeichen der anarchistischen Bewegung im deutschsprachigen Raum. Die Herrschenden haben versucht unserem Drang für die Freiheit zu kämpfen Einhalt zu gebieten. Trotzdem gab es zwei spontane Demonstrationen ohne Bullenpräsenz. Wir werden nicht aufhören weitere kleine aber wichtige Schritte zu gehen um aus der Bedeutungslosigkeit zu brechen. Vielen Dank an die Kolleg@s, die diese Demonstration organisiert haben, an alle die dabei waren und einen erhobenen Stinkefinger an die Bullen, Hunde der Herrschenden, Marionetten und Verteidiger eines menschenverachtenden kapitalistischen Systems.

Der Kampf geht weiter! Für die Anarchie!

anarchistischer Funke

Bilder und Berichte findet ihr bisher unter: AG Freiburg und nigra.noblogs.org

Alle Redebeiträge der Demo lassen sich in der Sonderausgabe der Gaidao zur Demo nachlesen diese findet ihr unter: FDA-IFA.org

Übernommen vom Blog des Anarchistischen Funken

Kurzbericht der AS News: Am 22. Dezember 2012 gingen in Mannheim bis zu 600 Menschen trotz strömendem Regen, überzogener Auflagen und einem massiven Polizeiaufgebot gegen Kapitalismus und die Auswirkungen der aktuellen Krise auf die Straße. Immer wieder kam es zu Rangeleien mit der Polizei, diese setzte Schlagstöcke gegen den vorderen Block ein.

Mit zwei lauten Spontandemos wurde der Aktionsradius erweitert und das repressive Versammlungsgesetz – zumindest für einen kurzen Moment – außer Kraft gesetzt.  Zuvor wurde der von der Anarchistischen Gruppe Freiburg organisierte Bus kurz vor Mannheim von einem Polizei-Helikopter im Tiefflug verfolgt und vom BFE Bruchsal herausgezogen, kontrolliert und durchsucht.

Hier geht es zu einem kleinen Fotoalbum der Anarchistischen Gruppe Freiburg von der Demo.

Quelle: AS News

mannheim221212-3

37 Kommentare leave one →
    • Higgins permalink
      24. Dezember 2012 10:11

      „Vielleicht sollte mensch sich auch überlegen ob für die Zukunft nicht andere Formen des Protests effektiver sind als angemeldete Demonstrationen.“ (A-Funke)

      Genau…sympathische kleinere Aktionen mit einladendem Charakter auf dem Weihnachtsmarkt wären lustiger gewesen und es hätte tatsächlich mehr Menschen erreicht. Solche Demonstrationen, diese hier ist ein Paradebeispiel, sind ein kraftaufreibender Anachronismus, der unterm Strich nichts bringt.

  1. Adporno permalink
    24. Dezember 2012 09:20

    Geil ist der „Nike“-Schuh vorneweg in der selben Farbe wie das „No Alternative“-Banner ;).

    Ja, ich hatte alles falsch eingeschätzt, als ich in den Beiträgen vorher die Form „Demonstration“ kritisiert habe.
    E i g e n t l i c h wäre sie ja auch sehr sehr „erfolgreich“ gewesen die Demo und hätte den Kapitalismus um ein Haar abgeschafft, w e n n da nicht unverhofft Polizisten aufgetreten wären und es unverschämt, ohne Konsens (!) geregnet hätte. Also die Demo war quasi 5 Minuten davor…. Toll, und ich Depp mach das Schöne vorher so runter. Das musste ja auch auf stolzen und unermüdlichen Widerstand stoßen – und ich in blindem Ehrgeiz frage mich noch „Wollen die es seit zig Jahrzehnten nicht kapieren?“

    Nein, diese Demo war anders, als all die andern – Hier sind die Massen gleich mitmarschiert, die Menschen sind aus dem Haus geströmt und haben sich solidarisch erklärt mit dem „Anarchismus organisieren“ und die, die griechisch konnten, konnten sogar lesen, was auf dem zweiten Banner stand!
    Famos.

    „Die Herrschenden haben versucht unserem Drang für die Freiheit zu kämpfen Einhalt zu gebieten.“

    Und nur ganz knapp ist es ihnen gelungen! Der Drang, da war er! Ich glaube aber auch, dass es Aufregung und Erstaunen bei den Polizisten gegeben hat – nicht nur die Demonstranten waren über die „Bullen und wieder Bullen“ überrascht, sondern auch die Polizei über den mächtigen „Drang für die Freiheit zu kämpfen“. Das hat die Herrschenden kalt erwischt!

    Die Rede, „Wer von der Krise redet, darf vom Geschlechterverhältnis nicht schweigen“, hat auch nebenbei den Streik bei Neupack zum absoluten Sieg und zur Aneignung der Maschinen und des Betriebes durch die Arbeiter*_*Innen geführt. Das kam dadurch, dass diese Familie Krüger Angst vor dem Gendern hatte und deshalb freiwillig abgezogen ist. Sie quasi vor dem / der Drang_In für die Freiheit*_*In kapitulierte.

    „Die Außenwirkung war trotz starker Bullenpräsenz am Bahnhof recht gut“
    Die war ganz toll: Jeder Manager der mit dem Zug von Vorstandssitzung zu Vorstandssitzung gefahren ist, hat seinen Labtop aus der Tasche geschmissen und massenhaft Tierrechtsflyer eingepackt.
    Die Leute am Bahnhof waren auch nur wegen der Demo dort. Die Züge fuhren an diesem Tage leer.

    „Unser Fazit zur Demo – gerne wieder!“

    Es muß so sein – auf die nächsten 30 Jahre Demo, Anarchie organisieren und Geschlechterverhältnis!
    Vielleicht sind die Straßen bis dahin besser, dann ist es das Gebesserverhältnis.

    • 24. Dezember 2012 14:42

      Es gibt keine richtige Demo am falschen Bahnhof (Adorno)

      • Adporno permalink
        26. Dezember 2012 07:42

        „Je mehr Bahnhöfe es gibt, desto mehr wird die Gerechtigkeit dadurch gefährdet, dass die Stärkeren, Gescheiteren, Geschickteren die Demonstration schädigen.“ (Horkheimer)

      • Adporno permalink
        26. Dezember 2012 07:44

        „Wer überall Bahnhof twittert, hat eine besondere Neigung dazu. Der Anstoss, den er nimmt, ist eine Demo seiner eigenen Verfassung.“
        (Horkheimer)

      • Die neuen Leiden der jungen Bahnschrankenwärterin permalink
        26. Dezember 2012 15:03

        „Wer zuviel Bahnhof raucht, kommt von dem Trip nicht so schnell wieder runter.“
        (Neuss)

      • Adporno permalink
        27. Dezember 2012 15:45

        „Der Bahnhof hat bekanntlich seine Gesetze, und sie haben noch niemals als Gesetze der Demo gegolten.“
        Trotzki

      • 27. Dezember 2012 16:43

        Wer die Veränderung der Bahnhöfe für umnmöglich erklart, trägt selbst dazu bei, sie unmöglich zu machen (S-Bahn de Bahnhovoir)

      • 27. Dezember 2012 22:16

        Zuerst hatte die Demo kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.
        Eine Demo dauert 90 Minuten.
        (Sepp Herberger)

      • Hauptsache Bahnhof permalink
        27. Dezember 2012 22:59

      • Adporno permalink
        28. Dezember 2012 18:06

        „Wer von seinem Bahnhof nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Demonstrant.“
        (Nietzsche)

      • 28. Dezember 2012 23:15

        Fahren einzeln und frei
        wie im Zug und dabei
        Gleise wie ein Wald,
        diese Sehnsucht ist unser.
        (Nazim Hikmet)

      • Höllenpförtner permalink
        29. Dezember 2012 09:40

        „Dein Bahnhof komme, wie im Himmel so auf Erden.“
        (Papst Benedikt der aktuelle)

      • Steistermück permalink
        29. Dezember 2012 12:13

  2. Siko 2013 permalink
    24. Dezember 2012 14:19

  3. "KAmpf DEm WEihnachtsterror!" permalink
    25. Dezember 2012 19:06

    Alljährliche Anti-Weihnachtsdemo gegen die Weihnachtsheuchelei.Die Demo ging am 22.12.2012 um ca.14. 00 Uhr vom U-Bhf-kgkKurfürstendamm los, und endete dann am Wittenbergplatz. Leider mit zu wenig TeilnehmerInnen!

    • Adporno permalink
      26. Dezember 2012 17:36

      Ja, leider mit zu wenig Teilnehmer*_*Innen. Die Demo hätte sonst mit dem Weihnachtskult abgeschlossen und alle hätten nächstes Jahr die Geschäfte boykottiert.
      Stattdessen wären sie besinnlich in die Kirchen gegangen statt ins Kaufhaus – damit es wieder zu einer sinnlichen Glaubenssache wird.

      Das wäre gut gewesen, leider waren nicht genügend Teilnehmer*_*Innen da – Fuck, es war kurz davor zu funktionieren.

      Ich finde man sollte die Strategie verändern: Es wäre besser noch vorwurfsvoller und boshafter aufzutreten – das zieht unheimlich an! Außerdem strahlt es viel Würde aus und sprüht förmlich vor verlässlichen Alternativideen.
      Klar, alle arbeitenden Hausfrauen, Schlosser, Obdachlose, Zahnarzthelferinnen und Bauarbeiter wollen im Prinzip mit schwarzen Klamotten bekleidet schreiend die Straße langziehen – davon träumen die schon ihr ganzes Leben, endlichen können sie das Tierrecht erringen und für das 24te Geschlecht eintreten!
      Mensch Klasse, wenn das mal bloß Rudolf Rocker und Erich Mühsam eingefallen wäre – die hätten aber mit dem Naziregime abgerechnet, Du! Hoho.

      So – ich geh jetzt demonstrieren und schrei irgendjemanden an: „Du Pottsau*_*In! Irgendwas wirst du schon verbrochen haben!“

      • libertarian Socialist permalink
        26. Dezember 2012 22:04

        @ Adporno

        In vielen Fällen triffst du den Nagel auf den Kopf.

        Danke für deine Beiträge.

      • anarchistin permalink
        26. Dezember 2012 23:09

        „pottsau“ ist speziesistisch! oh ich meine natürlich „pottsau*_*“ ist speziesistisch. damit wertest du schweine_innen ab.

      • 27. Dezember 2012 22:09

        Hm, er wertet wohl eher die Wale ab und reduziert diese auf das Femininum „sau“, statt das reichhaltige Panorama an Geschlechtern zu berücksichtigen.

  4. Arno Nym permalink
    26. Dezember 2012 22:30

    Ich bin ein dabei gewesener.
    Nach meiner Wahrnehmung war und ist allen beteiligten klar wo die Grenzen einer Demo liegen. ABER: sie hat auch eine nicht zu unterschätzende Innenwirkung!
    Zeigt sie doch, das wir in der Lage sind Dinge zu organisieren, Widerstände zu überwinden und Widersprüche aus zu halten.
    Im übrigen sei noch angemerkt das ich mir wirklich sehr ärgere keinen Fotoapperat oder wenigstens ein Mobiltelefon zu besitzen, denn es hat an mehereren Stellen echt schöne „Bilder“ gegeben. Hier nur mal ein paar Beispiele:
    Als wir eine Brücke überquerten, schauten die Insassen einer Bahn sehr interessiert nach draussen. Ein Kollege zeigte uns die Linke Faust zum Gruß, ein anderer (und das fand ich wirklich sehr süß!) formte mit seinen Händen ein Herz, das er die gesamte länge der Demo über zeigte). Immer wenn wir duch bewohnte Gegenden kamen (und das passiert trotz der schlechten Rute doch einige male) – kamen Menschen auf ihren Balkon und/oder an ihre Fenster – viele grüßten uns oder gaben ihrer Symphatie anders ausdruck.
    Eine andere Begebenheit war am Ende der Demo (auf dem Rückweg zum Bus). Wir kamen an einer Polizeiwache vorbei und eine Polizistin schaute sichtlich verwirrt und irritiert aus dem Fenster.

    ps: natürlich wären auch andere Aktionsformen möglich gewesen. Aber ganz ehrlich – um mich an einem Katz und Mausspiel zu beteiligen, wäre ich an diesem Tag nicht nach Mannheim gereist. Und es dürfte da vielen ganz ähnlich gegangen sein. Zumal viele der Vorschläge (wenn ich das jetzt mal so nennen darf) die hier gemacht wurden eher etwas für Leute mit Ortskenntnis (!) ist und nicht unbedingt für Menschen aus 500 km Entfernung und Mietbus, der durch Verspätetet Abreise auch nicht billiger wird.

    pps: ich bin dann mal gespannt auf die Berichte von Adporno, von all den tollen Aktionen an denen er sich 2013 so betiligen wird und/oder die er gar maßgeblich organisiert.
    Nicht zu vergessen die Auswertungen des handels: können ja fast nur Erfolge werden, wo sich ihm und seinen Genossen die Mennschen in schaaren anschließen werden, da sie ja immer so nah an den Menschen sind 😉

    • Adporno permalink
      28. Dezember 2012 17:56

      1. „Zeigt sie doch, das wir in der Lage sind Dinge zu organisieren, Widerstände zu überwinden und Widersprüche aus zu halten.“

      *Hust* – ganz konkret wogegen gab es da Widerstand, außer hohlen Phrasen wie „Kapitalismus abschaffen!“ ?
      Was wurde organisiert? Jmd meldet das an, bewirbt es vorher und dann reisen die Leute an. Hm, Großartig!
      Ich find’s gut, dass du nicht sofort auf Oberflächlichkeiten und blinde Routine anspringst.

      2. „schauten die Insassen einer Bahn sehr interessiert nach draussen. Ein Kollege zeigte uns die Linke Faust zum Gruß, ein anderer (und das fand ich wirklich sehr süß!) formte mit seinen Händen ein Herz, das er die gesamte länge der Demo über zeigte).“

      Das eine war ein Nazi, der euch Schläge angedroht hat und das andere war ein Makler, der eure Bemühung hinsichtlich des „Kapitalismus Abschaffen“ süß fand.
      Beide haben eine Sekunde später wieder auf ihr I Phone gesehen und alles was sie dort erblickten war wichtiger als das Herumgehampele auf der Straße.

      3. „andere Aktionsformen möglich gewesen“

      Ja zB die „Aktionsform“ (Wenn ich das Wort schon sehe, bekomme ich Kotzkrämpfe ausm Arsch) Organisation, Gegenseitige Hilfe und Kultur.
      3.1. „Abreise auch nicht billiger wird.“ – Eben!!! Aber das Geld hätten viele Genossen und Genossinnen gebrauchen können, die etwas nachhaltiges, perspektivisches und sinnvolles machen, zugegeben, Posen kann man damit nicht und irgendwelche desinteressierten Passanten kann man damit auch nicht erschrecken.
      Das Geld für’s Ticket hätte tausend besseren Dingen aus der freiheitlichen Bewegung zugute kommen können und deine schwachsinnig in Autonomenmanier vertane Energie ebenso.

      Zu der tollen „Aktionsform“ „Demonstration“:
      – wo ist das lokalistisch, wenn alle auf einem einzigen Fleck über irgendetwas klagen?
      – wo ist das föderalistisch, wo alle auf dem selben Trauermarsch ihr Trübsal von der Seele brüllen?
      – wenn auf dem „Lauti“ (Nochmal Kotz) scheiße gelabert wird zB „Der Anarchosyndikalismus in Spanien war eine Befreiungsbewegung für Mensch und Tier“, dann stehste da – „Toll, Danke auch!“ oder noch besser, wenn da n u r Scheiße gelabert wird – was wesentlich häufiger der Fall ist, dann kannste dich peinlich fremdbeschämt umdrehen und zusehen, dass dich niemand von den Passanten erkannt hat – auch sauber!
      – Datenerhebung von der Polizei und dem Verfassungsschutz usw
      – Aufwand der – ganz objektiv betrachtet – ins leere verpufft wie Fahrtkosten, Anfahrtsmühe, Nahrung, Getränke, unterbrechen der Tätigkeit, usw
      – Desinteresse der ansässigen Bevölkerung gegenüber einer monotonen Horde
      – absolute Kruzweiligkeit – eine Sekunde nachdem die Demo einen Straßenzug passiert hat, ist davon nichts mehr übrig – im Gegenzug dazu haben viele Leute von einem guten Buch lange etwas, oder von konkret mit dem Aufwand und dem Geld geleisteten Hilfe.
      Sowas spricht die Leute und zeigt ihnen direkt und unmissverständlich „wie wir’s meinen“, aber wenn man denen vor der eigenen Haustür eine „neue Macht demonstriert“ indem man massenhaft brüllt „Schafft die Macht ab!“ – das nimmt doch keiner ernst.

      So … und jetzt noch eine klitzekleine Kleinigkeit:

      „ich bin dann mal gespannt auf die Berichte von Adporno, von all den tollen Aktionen an denen er sich 2013 so betiligen wird und/oder die er gar maßgeblich organisiert.“

      „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!“
      Anarchistisch ist das nicht, aber ein guter Christ wäre stolz darauf! Ich möchte auch gar nicht ketzerisch sein und sage es gleich: Neiiiin – ich bin leider auch nicht dein neuer Messiahs.
      Tja, schade!

    • 28. Dezember 2012 23:52

      Zum einen verringert sich die Anzahl der Demoteilnehmer von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, zum anderen stellt sich der Staat seit Jahrzehnten immer besser auf Demonstrationen ein. Dass es nicht ratsam ist, mit Bussen zu solchen Demonstrationen anzureisen, sollte spätestens seit Brokdorf 1981 klar sein. Es gibt darüber und über zahlreiche andere Ereignisse gute Dokumentationen. Tatsächlich wäre das Geld, was in diese Demo gesteckt wurde in die Investition für Bildung, u.a. solcher Broschüren besser aufgehoben gewesen. So wiederholt jede junge Generation die Fehler der Vorgänger frisch aufs neue. Der Staat lacht sich ins Fäustchen und verfügt über viel mehr Erfahrung, weil er es versteht, diese weiterzugeben und weil er – im Gegensatz zur A-Bewegung – dazulernt. Es ist nicht mehr die Zeit offener Kräftemessen. Man demonstriert nicht, wenn man von vornherein verloren hat. Und es ist mir schleierhaft, wie man diese Demütigungen noch als Erfolg verklickern kann. Die Anzahl der Teilnehmer war für heutige Verhältnisse tatsächlich relativ hoch. Das lag an der technisch guten Vorbereitung. In dieser HInsicht muß ich es loben: Es gab eine lange Vorbereitungszeit, es wurde in vielen Städten mobilisiert mit Veranstaltungen. Es gab Monate im Voraus Texte und Zeitungen dazu, sowie Koordination. Das alles hatte natürlich einen gewissen Mobilisierungseffekt. Wenn der Staat jedoch so deutlich die Grenzen aufzeigt, wird der Aufschwung nicht lange anhalten. Die Bewegung wäre gut beraten, lieber kleine Aktionen zu machen, die Erfolge vermitteln und dadurch dauerhaft motivierend wirken. Wichtig sind Alltagssolidarität und Aktivitäten, wo Menschen mitmachen können und nicht so offen von der Staatsgewalt angegangen werden können. Diese Demo war eine Kraftprobe vorwiegend von denjenigen, die bei Festnahmen nicht so viel zu verlieren haben. Das sind nur wenige, vor allem eher privilegierte Aktivisten. Auch die müssen sich fragen: Lohnt sich das? Demonstrationen sollten offen sein für Familien, für ältere Menschen, für Menschen mit Behinderungen, für solche, die am nächsten Tag pünktlich auf der Arbeit sein müssen, für solche, die die Justiz eh schon auf dem Kieker hat. Generell ist es ratsam, die Auftritte im politisch-kräftemessenden Rahmen zu reduzieren und zu verlagern in die Betriebe, sowie in die Kultur und Erziehungs, bzw. Bildungsarbeit.
      Solche Demonstrationen mitsamt der ewigen Kesselei sind kräftezehrende Strohfeuer. Wenn die A-Bewegung nicht dazulernt, wird auch diese Generation innerhalb weniger Jahren wieder abebben, und das Spielchen beginnt von vorne. Die A-Föderation gibt sich die Jahre darauf wieder einen anderen Namen und eine neue Zeitung heraus, freut sich abermals über ihr Wachstum.
      Ist es nicht an der Zeit, mal generell und perspektivisch durchdacht etwas neues zu machen? Vielleicht schöpfen dann auch wieder diejenigen Menschen Hoffnung, die sich bereits von Aktivitäten verabschiedet haben.

  5. Aufständige Weberin permalink
    26. Dezember 2012 23:50

    Für den langen Marsch empfiehlt es sich, sich nur mit linksdrehendgesponnen roten Socken in die Linksfraktion einzuschleichen.

  6. Heimkinder-Demo 18.12.2012 in Wien permalink
    27. Dezember 2012 09:40

    Heimkinder-Demo 18.12.2012 in Wien

  7. 2. Demo des Flüchtlingscamp (7.12.2012, Wien) permalink
    27. Dezember 2012 10:00

    2. Demo des Flüchtlingscamp (7.12.2012, Wien)

  8. Leica-Demontration Nußloch 18 Dezember 2012 permalink
    27. Dezember 2012 10:01

    Leica-Demontration Nußloch 18 Dezember 2012

  9. NAG Demo München 04.Dezember 2012 permalink
    27. Dezember 2012 10:05

    NAG Neue Assekuranz-Gewerkschaft
    http://www.neue-assekuranz-gewerkschaft.de/

    NAG Demo München 04.Dezember 2012

  10. Demo für freie Bildung - 5.12.2012, Wien permalink
    27. Dezember 2012 10:18

    Demo für freie Bildung – 5.12.2012, Wien

  11. Demo gegen Burschenschaft Germania - 80 demonstrierten gegen die Verbindung in Kassel permalink
    27. Dezember 2012 10:28

    Demo gegen Burschenschaft Germania – 80 demonstrierten gegen die Verbindung in Kassel

  12. wir kämpfen, bis unsere Forderungen erfüllt werden.. Flüchtlingsdemo zum UNHCR am 10.12.2012 permalink
    27. Dezember 2012 10:30

    wir kämpfen, bis unsere Forderungen erfüllt werden.. Flüchtlingsdemo zum UNHCR am 10.12.2012

  13. Recht auf Bleiberecht! Dulden heißt beleidigen! DEMO am 05.12.12 in Rostock! permalink
    27. Dezember 2012 10:31

    Recht auf Bleiberecht! Dulden heißt beleidigen! DEMO am 05.12.12 in Rostock!

  14. Jesus Christus permalink
    27. Dezember 2012 21:48

    Jedem seinen Bahnhof – Hauptsache der Zug fährt endlich ab.

  15. The Deadbeats - Kill The Hippies EP permalink
    28. Dezember 2012 17:26

    The Deadbeats – Kill The Hippies EP

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