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Schwarz-Roter Ticker (101) [6 Meldungen]

26. November 2012

„Wer für die Reichen bluten konnt, kann für die Seinen mehr!“

Was ist los in den Kinder- und Jugendorganisationen der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands? Auf ihrer Großveranstaltung zur 30-Jahr Feier führten die Kinder und Jugendlichen Erich Mühsams „Soldatenlied“ in einer durchaus gelungenen Fassung auf – und zwar mit dem Original-Text des anarchistischen Verfassers. Ob die Kinder und Jugendlichen wissen, das Erich Mühsam Anarchist und später sogar Mitglied der anarcho-syndikalistischen Freien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) wurde? Beim Auftritt in der Halle wurde zu diesem Lied „nur“ der folgende Text eingeblendet: „Dieses Lied entstand gegen den 1. Weltkrieg und spricht sich für Völkerfreundschaft und Befreiung aus.“ Wir finden es gut, wenn die Kinder und Jugendlichen mit diesem Lied die Bekanntschaft mit dem wirklich befreienden, selbstorganisierten, anti-autoritären Sozialismus machen. Der Text ist zeitlos gut – „bis alle Welt frei sein wird“.

Soldatenlied (1916)

Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.

Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.

Soldaten! Ruft’s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergeßt den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.

Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
daß ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!

Kliniken sollen Boni für Chefärzte offenlegen

Krankenhäuser sollen künftig Bonusvereinbarungen mit ihren Chefärzten offenlegen. Das sieht ein Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen vor, der im Rahmen des Patientenrechtegesetzes in dieser Woche verabschiedet werden soll. Der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn (CDU), sagte der F.A.Z., den Ärzten sei selbst unwohl, „wenn es in Arbeitsverträgen Bonuszahlungen für mehr Operationen gibt. Deswegen wollen wir, dass es mehr Transparenz für die Patienten gibt“. Patienten sollten wissen können, ob in ihrem Krankenhaus solche Verträge existierten. „Denn dann müssen sie mit unnötigen Operationen rechnen,“ fügte er hinzu. Heftige Kritik kam dagegen von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Deren Hauptgeschäftsführer Georg Baum sagte der FAZ, man lehne das Ansinnen ab. „Arbeitsverträge sollten nicht Gegenstand der Gesundheitspolitik sein.“ (FAZ)

Über 5.000 auf Silvio-Meier-Demo in Berlin

Am Samstag beteiligten sich mehr als 5000 Menschen an der diesjährigen Silvio-Meier-Demonstration. Jedes Jahr gedenken Antifaschist*innen in Berlin dem am 21. November 1992 durch Nazis ermordeten Antifaschisten Silvio Meier. Aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland waren in diesem Jahr Antifaschist*innen angereist. Der Schwerpunkt der Demonstration war die Mordserie des „NSU“ und die Strukturen der Berliner Naziszene in Berlin-Lichtenberg. Dort, in der Lückstraße 58, befindet sich der Stützpunkt des „NW-Berlin“. Als die Demonstration an dem Laden vorbei zog, wurde der Laden angegriffen. (…) Zum Ende der Demo wurde das martialische Aufgebot der Polizei, dass auch von Einsatzhundertschaften aus anderen Bundesländern unterstützt wurde, immer übergriffiger. Im Verlauf der Demonstration wurde vom Bündnis beschlossen, die Demonstration bereits am S-/U-Bhf Lichtenberg zu beenden. Obwohl dies mit der Polizei abgesprochen war, verhinderte sie die Abreise der Demonstranten. Sie sperrte alle Eingänge zum S- und U-Bhf, wollte nur Gruppen aus maximal fünf Personen durchlassen und gingen mit Greiftrupps immer wieder in die Demo hinein und prügelte wild um sich. Das harte Vorgehen führte zu vielen Verletzungen, sowie mindestens 22 Festnahmen. (…) Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Berliner Polizei heute mal wieder klar gemacht hat, wo für sie der Feind steht, nämlich links. (Indymedia)

Reaktionäre Burschenschaften trafen sich in Stuttgart

Fast 600 Abgesandte von etwa 100 Burschenschaften waren nach Stuttgart gekommen, um bei dem Sondertreffen jenen Streit im Dachverband beizulegen, der beim traditionellen Burschentag in Eisenach im Frühjahr eskaliert war. Mit großer Mehrheit hatten die Vertreter von etwa 10.000 Burschenschaftern dort ihren Schriftführer Norbert Weidner wiedergewählt, obwohl dieser kurz zuvor den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als Landesverräter und seine Hinrichtung als „rein juristisch“ gerechtfertigt bezeichnet hatte. Dazu hatte es Auseinandersetzung um einen sogenannten „Ariernachweis“ bei der Aufnahme in Burschenschaften gegeben. So hatte die Mannheimer Burschenschaft ein Mitglied aufgenommen – deutscher Staatsbürger, alle Aufnahmekriterien erfüllt, aber Sohn chinesischer Eltern. Den Rechten war er nicht Deutsch genug. (…) Mit keiner ihrer Forderungen haben sich die gemäßigten Burschen durchsetzen können. Zwar wurde Weidner überraschend doch noch abgewählt, anscheinend ein letzter Triumph über die strammen Rechten. Doch an seine Stelle wählte das Plenum Michael Paulwitz von der Heidelberger Burschenschaft Normannia, der zugleich Beisitzer im baden-württembergischen Landesverband der Republikaner ist. Außerdem verhinderte eine Mehrheit, dass die Deutsche Burschenschaft künftig direkt einzelne Burschenschafter bestrafen kann, die das Ansehen des Verbandes beschädigen. Gegen die Versammlung der Burschenschafter demonstrierten etwas mehr als 100 AntifaschistInnen. Sie wurden wiederholt von Polizei angegriffen. (Mit Material der Frankfurter Rundschau)

Bahn AG droht ­Schienenkartell

Hamburg. In den Verhandlungen um Schadensersatz im Schienenkartell-Fall erhöht die Deutsche Bahn den Druck. So wolle der Konzern vier Unternehmen notfalls auf Entschädigung in dreistelliger Millionenhöhe verklagen, die über Jahre Preise und Mengen für Gleise und Weichen abgesprochen hatten, darunter ThyssenKrupp und Voestalpine, berichtet der Spiegel. Insider gehen davon aus, daß dem Konzern 500 Millionen Euro Schaden entstanden ist. Diese Summe könnte die Bahn einfordern. Das Kartell war 2011 aufgeflogen, im vergangenen Juli verhängte das Bundeskartellamt Bußgelder in Höhe von 124,5 Millionen Euro. (jW)

Die Heute-Show über das Streikrecht in kirchlichen Betrieben

28 Kommentare leave one →
  1. Michael Schmidt-Salomon: Keine Macht den Doofen! permalink
    26. November 2012 22:46

    Zu schön, die „Heute-Show“ (u.a.) zu Streikrecht in kirchlichen Betrieben!!

    Wo und wann, erfährt Mensch sonst von den staatlichen Zuschüssen für Kirchen-Obere
    in Höhe von über 420 Euro jährlich? In den öffentlichrechtlichen Medien kaum. Bei den Parteien? Nee.

    Z.B. aber hier: http://www.alibri-buecher.de
    und z.B. hier: http://www.giordano-bruno-stiftung.de/

    Siehe z.B. hier: ‚Religionen: Respekt? Wovor denn?‘
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-09/religion-ideologie-respekt

    Und hier ein schönes Buch, z.B. als Gabe unterm Weihnachtsbaum!

    Michael Schmidt-Salomon: Keine Macht den Doofen!
    Piper-Verlag 2012, 128 Seiten. €uro 5.99 (D)
    http://www.keine-macht-den-doofen.de/

    Michael Schmidt-Salomon liest aus seiner Streitschrift

    • Higgins permalink
      29. November 2012 12:21

      In Ausgabe Nummer 2 von „Alles wird gut“ ist ein sehr intererssanter und ausführlicher Artikel enthalten zur Anfangsgeschichte der I-FAU! Es ist schon frappierend, festzustellen, dass sich innerhalb von 30 Jahren doch nur so wenig an den Grundproblemen geändert hat. Kritisch (auch den Verfassern gegenüber) gelesen ist der Artikel echt lesenswert! Sie haben übrigens eine Anzeige drin für ein Organ der FAU/AP!
      Heute heißen sie „Anarchistische Gruppe – Rätekommunisten“, haben mit Anarchismus jedoch nichts zu tun, obwohl sie in nicht wenigen anarchistischen Internetseiten als solche verlinkt werden….soviel zur Lernfähigkeit in der anarchistischen Bewegung…seit über 30 Jahren 🙂
      Sehr gut, dass die Ausgaben nun online sind!

    • 2. Dezember 2012 11:41

      Hier gibts noch die Printausgaben, alle beide…relativ günstig

  2. A-head permalink
    29. November 2012 07:40

    Gerade wollte ich mir mal ansehen was die Intellektuellos aus der FAU in ihrem „Krisenblog“ zur aktuellen Entwicklung der Dinge schreiben. Nun, da ist seit August tote Hose. Keine neuen Beiträge wurden seit dem veröffentlicht. Is aber auch klar, ist ein dröger Blog, nix für Arbeiter und nicht-Akademiker. So wie es scheint sind sie ihrer bejubelten Financial Times Deutschland vorausgegangen und haben vor dieser ihre Arbeit eingestellt und dicht gemacht. Kein Verlust. Nur eine Spielwiese selbstdarstelleristischer FAUistas weniger.

    • 29. November 2012 11:37

      der link dazu fehlte: http://www.krisenblog.org/

      (nich aufgeben, womoglich sitzt auch da ja jemand, den man wachrütteln kann…)

    • 29. November 2012 11:52

      wusste gar nicht, dass es in der FAU Intellektuelle und Akademiker gibt 🙂

      • Pinky permalink
        29. November 2012 13:42

        Das ZK der FAU in Bonn (aber auch das davor in Frankfurt) ist voll von Brains. GROSSEN Brains! Akademiker-BRAINS. MEGA-Brain sitzt aber in Südwestdeutschland. Es ist schon auffällig, das in einer einstmals als Arbeiter_innenorganisation angetretenen Gruppe nun studierte Akademiker das Wort führen. Seit Jahren. Das ist wie bei den Trotzkisten, nicht wahr?

      • 29. November 2012 14:28

        bei den TrotzkistInnen sind es eher Studierte, die eine Umschulung zum Werkzeugmacher oder Maschinenschlosser gemacht haben 🙂

      • fred permalink
        2. Dezember 2012 19:11

        stimmt. immer diese schlimmen intellektuellen die die ganze bewegung ruinieren: bakunin, kropotkin, rocker. widerlich.

        „Deshalb ist auch die CNT nicht bloß eine Vereinigung industrieller Arbeiter wie die Gewerkschaften in allen anderen Ländern. Sie vereinigt in ihren Reihen auch die Syndikate der Bauern und Feldarbeiter und die der geistigen Arbeiter und Intellektuellen.“ rudolf rocker, anarcho-syndikalismus

        die klassische bewegung hätte den teufel getan so vulgär zu spalten. anarchisten sind freunde der aufklärung und wissenschaft. und seine geistigen „wortführer“ waren meist „studierte“ menschen. wenn sie auch nicht wie damals üblich an der uni waren. die syfo leute die man hier mag sind es übrigens auch. man kann ja seine probleme mit bestimmten ansichten und personen haben. dieser stumpfe anti intellektualismus steht anarchos aber nicht gut zu gesicht. das ist eher etwas das sich vor allem über die sowjets und die faschos breit gemacht hatte. http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-intellectualism#20th_and_21st_centuries

      • Anarcho-Sozialist permalink
        3. Dezember 2012 00:00

        Fred hat völlig Recht.

        Und in Bezug auf Arbeiterkinder, die studieren, was für viele mit viel zusätzlicher Arbeit verbunden ist, um das Studium überhaupt finanzieren zu können, ist dieses alberne anti-intellektuelle Geschwätz und Gepöbel besonders unsolidarisch.

        Arbeiterkinder sollen nicht studieren – wünscht die herrschende Klasse.
        Arbeiterkinder sollen nicht studieren – wünschen die „Anarcho-Syndikalisten“.

        Man kann nur hoffen, dass es möglichst vielen derjenigen Arbeiterkinder, die trotzdem wünschen zu studieren, gelingt dieser reaktionären Allianz zu trotzen.

      • 3. Dezember 2012 13:49

        Schaut mal, der gute Heinz parodiert den typischen Rechtfertigungszwang vieler Intellektueller, der ihre hochtrabenden Diskussionen oft einleitet 🙂

    • Higgins permalink
      29. November 2012 12:16

      Anscheinend hat die FAU den Krisenblog von der fau.org Seite genommen, ich finde ihn nicht mehr. Aber geben tut es ihn noch, google weiss das. Die Trauergemeinde um diesen entschlafenen Riesen möge sich mit labournet.TV trösten – ist auf fau.org auch verlinkt 🙂 Und mal schauen, was als nächstes aus dem Boden gestampft und nicht mehr betreut wird.

      • 2. Dezember 2012 22:24

        @ Fred: studiert und gebildet ist nicht dasselbe. Heute bedeutet studiert meist eben nicht gebildet, sondern strunzdoof und abgehoben. Und wann Rocker studiert hat, wäre auch mal interessant – du scheinst auch ziemlich „studiert“ zu sein, und einen Schein für Sein zu halten.

      • fred permalink
        3. Dezember 2012 12:15

        die worte waren bewusst gewählt. und mir war völlig klar, das so ein plumper einwand kommen wird. studieren ist etwas anderes (intensiveres und systematischers) als sich einfach nur zu bilden. und man kann studierend sein, ohne eine uni zu besuchen, also „student“ zu sein. der begriff ist keinem offiziellen status vorbehalten. leute wie rocker, bakunin, kropotkin und andere haben selbst davon gesprochen das sie „studien“ betreiben. und ihre art und weise sich zu bilden entsprach tatsächlich dem niveau eines studierens. sie verstanden sich zudem als intellektuelle und wurden auch als solche verstanden.

        das die meisten studis heute „strunzdoof“ sind stelle ich nicht in abrede. trotzdem scheinst du nicht zu wissen wovon du redest. denn abgehoben sind die wenigsten.in der regel kommen nur weitere unselbstbewusste opportunisten raus. viele davon landen heute übrigens ins scheiß jobs oder der arbeitslosigkeit. das studium ist heute oft nicht mehr als eine verlängerte schulbank oder ein ausbildungsverhältnis. das scheint dir entgangen zu sein. heute irgendwie studieren ist keine große sache. und hätte es früher so ein hochschulsystem gegeben kannst du dir sicher sein das davon auch ein paar genossen gebrauch gemacht hätten die jenseits der uni studierten.

        wahrscheinlich meinst du mit „abgehoben“ diese ganzen linken studis. ja, die sind abgehoben. das hat aber wohl weniger mit ihrem studentendasein oder ihren seltsamen wortwahlen zu tun. du scheinst ja nicht studiert zu haben, tust aber dennoch ziemlich auf aufgehoben und strunzdoof. aber hier sollte es auch nicht um studis gehen. das problem ist hier der vulgäre anti intellektualismus, der der anarcho syndikalistischen tradition unwürdig ist.

        mein studium hatte ich abgebrochen.

      • 4. Dezember 2012 00:37

        @Higgins: schönes Teil mit dem Heinz! Er hätte aber auch wirklich von da kommen können! Das wird aber nicht ernst genug genommen 😦

      • 4. Dezember 2012 13:10

        Gut wären Arbeiterbildungsvereine. Ein paar wenige unter sozialdemokratischer Anleitung dürfte es noch geben. Auch die MLPD schult ihre Mitglieder. Dazu gibt es marxistische Abendschule und Rosa Luxemburg-Stiftung. Die Nase läßt sich zwar schnell rümpfen, aber das entbindet nicht von der Notwendigkeit, selbstorganisierte Arbeiterbildungsvereine auf freiheitlich-emanzipatorischer Grundlage ins Leben zu rufen und zu pflegen. Statt studentisches Geschwätz und pseudointellektueller Nachplapperei können sich dort zentrale Werke angeeignet und quellenorientierte Exkursionen gemacht werden. (Kollektive) Selbstbildung ist die beste Bildung, weil dahinter ein wirklicher Wille steht und volle Motivation. Bildung muß sich erarbeitet werden, denn ein linker Konsumstudent wird immer dumm bleiben, egal, wieviel Sekundärliteratur er zu den gerade gängigen Modethemen gelesen hat.

  3. Mitfinanziert, geprägt, geschützt u. gestärkt - Verstrickungen d. Geheimdienste mit dem Neonazi-Umfeld permalink
    29. November 2012 08:51

    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38064/1.html
    Von Reinhard Jellen, Telepolis 29.11.2012

    Rolf Gössner über mögliche Verstrickungen der Geheimdienste mit dem „Zwickauer Trio“. Teil 2

    Von prominenten Journalisten wird die These von einem Zusammenwirken von Geheimdiensten und der „Zwickauer Zelle“ (die sich selbst ja gerade nicht als Zelle, sondern als Netzwerk von Kameraden mit dem Grundsatz Taten statt Worte bezeichnete) in das Reich der Verschwörungstheorien verwiesen. Der Kriminalbiologe Mark Benecke äußerte in einem anderen Zusammenhanghingegen:
    „Man weiß so wenig. Nur eins: Geheimdiensten ist absolut alles zuzutrauen. Es ist ihr Job, zu lügen, zu täuschen und zu tarnen. Manchmal auch zu morden – wer das bestreitet, lebt im Glücksbärchenland.“

    Zweiter Teil des Gesprächs mit Rolf Gössner, dem Autor von Geheime Informanten – V-Leute des Verfassungsschutzes: Neonazis im Dienst des Staates

    Herr Gössner, halten Sie es für möglich, dass der Verfassungsschutz nach der Wende in Ostdeutschland gezielt Neo-Nazi-Einheiten aufgebaut hat, um unter Ausländern Angst und Schrecken zu verbreiten?

    Rolf Gössner: Auf diese eher spekulative Frage kann ich nur sagen: Grundsätzlich ist im Zusammenhang mit Geheimdiensten nur wenig auszuschließen, aber hier fehlen uns bislang harte Fakten, Indizien und Nachweise für eine solche Annahme. Allerdings mussten wir feststellen, dass der Verfassungsschutz Neonazi-Szenen über sein Netz von V-Leuten – ob gewollt oder nicht – unterstützt – und damit gerade eben auch deren gewaltbereite Kräfte, die gerade unter Migrantinnen und Migranten Angst und Schrecken verbreiten.

    „Der Verfassungsschutz deckt seine kriminellen V-Leute anstatt sie unverzüglich abzuschalten“
    Wie hoch ist allgemein die Vernetzung der Neo-Nazi-Szene mit den unterschiedlichen Behörden?
    …weiter…siehe Quelle
    ——
    Teil 1: Eine konspirative Einrichtung des Verfassungsschutzes?

    Reinhard Jellen 27.11.2012

    Rolf Gössner über die Verstrickungen der Geheimdienste mit dem Neonazi-Umfeld des „Zwickauer Trios“. Teil 1

    Im Zuge der Ermittlungsskandale und der Vertuschungsaktionen um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) mussten bislang Heinz Fromm, der Bundesverfassungsschutzpräsident, der thüringische Verfassungsschutzpräsident Thomas Sippel, der sächsische Verfassungsschutzpräsident Reinhard Boos, Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz-Chef Volker Limburg und Berlins Verfassungsschutz-Chefin Claudia Schmidt vorzeitig ihren Hut nehmen. Dennoch ist fraglich, ob jemals die Verbindungen des faschistischen Terror-Trios mit den hiesigen Geheimdiensten aufgeklärt werden.
    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38063/1.html

    • 4. Dezember 2012 00:27

      @verunsicherter Fred: weißt du eigentlich, was du da geschrieben hast? Einmal tief durchatmen, und vielleicht kommt dir die Erleuchtung. Ich antworte dir nicht.

  4. Solidarität permalink
    29. November 2012 11:18

  5. Granado permalink
    29. November 2012 14:17

    http://www.jungewelt.de/2012/11-29/026.php?print=1
    29.11.2012 / Inland / Seite 4
    Pflegerin scheitert mit Mobbingklage
    Berlin. Eine Berliner Pflegehelferin ist mit einer Mobbingklage gegen den Pflegedienst Mitte gescheitert. Das Arbeitsgericht Berlin hatte die Klage am Dienstag zurückgewiesen, wie die Tageszeitung am Mittwoch meldete. Angelika Konietzko hatte in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke des Pflegedienstes Mitte gearbeitet. Nach eigenen Aussagen habe sie dort auf die »schlechten Arbeitsbedingungen und die unzumutbaren Bedingungen für Pflegebedürftige« aufmerksam gemacht. Daraufhin sei sie gemobbt worden und schließlich krank geworden, äußerte Konietzko vor Gericht. Der Anwalt des Pflegedienstes sagte, sie habe den Betriebsablauf gestört und sei deshalb gekündigt worden. Konietzko, die wegen aktueller sowie zuvor entstandener Verfahrenskosten verschuldet ist, will nun weiter klagen. (jW)

  6. Bilder sagen mehr als Worte permalink
    29. November 2012 14:51

  7. 30. November 2012 15:54

    http://libcom.org/news/russia-police-search-kirov-anti-fascists-homes-trumped-case-29112012

    At six in the morning of November 27, a series of searches at homes of
    eight members of anarchist group Autonomous Actions were carried out in
    the Russian city of Kirov by police officers who were accompanied by
    operatives of the anti-extremism E Centre. Officers seized all computer
    equipment, such as system units and printers, as well as music CDs and
    books.

  8. Kultur der Panik Krise des Kapitalismus - Teil 8 (Tomasz Konicz) permalink
    1. Dezember 2012 09:04

    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37520/1.html
    von Tomasz Konicz, auf heise.de/Telepolis 30.11.2012

    Die Krise bringt inzwischen ihre eigene Ästhetik hervor und bemächtigt sich der kapitalistischen Kulturproduktion. Krise des Kapitalismus – Teil 8

    My home is my castle, my car is my tank: Auf diesen Nenner lässt sich der ästhetische Wandel bringen, der vielen neuen Fahrzeugmodellen der Autoindustrie ihre regelrecht bösartige, raubtierhafte Prägung verleiht – insbesondere im Mittelklasse- und Oberklasse-Segment. Die neuen Karren der Mittelschichts-Angehörigen, die sich noch ein auf Sichthöhe umzäuntes Reihenhäuschen mit ein paar Quadratmeter Rasenteppich erarbeiten konnten, visualisieren das zunehmende Hauen und Stechen, das hierzu notwendig wird. Nahezu eine jede neue Mittelklassenlimousine sieht aus, als sei sie einem Batman-Film entsprungen. Schwarz – früher den Autos von Machtmenschen wie Konzernchefs, Politikern oder Mafiosos vorbehalten – ist zur beliebtesten Farbe der Mittelklasse geworden.
    (…weiter…> Quelle)

    Teil 7: Krise global. Ein Überblick über die krisenbedingten globalen Abhängigkeiten und Ungleichgewichte http://www.heise.de/tp/artikel/37/37515/1.html

  9. ZDF Heute Show 2012 Folge 104 vom 30.11.12 in HD permalink
    1. Dezember 2012 17:42


    Quelle: youtube / ZDF

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