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Kapitalistische Barbarei (2)

25. November 2012

In Bangladesh sind schon wieder Arbeiterinnen und Arbeiter auf grauenhafte Weise um ihr Leben gekommen. In einer Textilfabrik in der Nähe von Dhaka brach ein Feuer aus, das sich zu einem Großband entwickelte. Da die Kapitalisten alle Notausgänge zugesperrt hatten, konnten die Kolleginnen und Kollegen nicht in`s Freie gelangen. In den ersten Berichten ist von über 124 verbrannten/erstickten ArbeiterInnen die Rede. Zum Xten-male hat in Bangladesh solch eine von Menschenhand erzeugte Katastrophe stattgefunden. Auch in vorangegangen Fällen verbrannten Arbeiterinnen und Arbeiter, weil die Besitzer Notausgänge geschlossen hatten bzw. diese mit Produkten und Paletten verstellt waren. Im Kapitalismus ist der Arbeiter  nur ein Kostenfaktor und kein Mensch. Man kann ihn ganz offensichtlich auch in Fabriken einsperren. Das aufrichtige Gejammere der Kapitalisten wird sich nun sicherlich nur um die verlorengegangene Ware drehen, die Einrichtung der Fabrik und die (vermutliche) Nichteinhaltung von Lieferfristen. Öffentliches Beileid für die Opfer ist nichts anderes als Geheuchele gepaart mit Krokodilstränen.

Die kapitalistische Barbarei zu Überwinden, kapitalistische Ausbeutung und Abhängigkeiten restlos abzuschaffen, ist die einzige Garantie dafür, das es nicht wieder zu solch einer Katastrophe aufgrund von Profitstreben der Kapitalisten kommt. Kapitalismus mordet – täglich. In Bangladesh wurde das auf’s neue der ganzen Welt vor Augen geführt. Unser Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen und Verletzten. An unserem Platz das beste dafür zu tun, das der Kapitalismus besiegt und beseitigt wird, ist das wirkungsvollste, das wir tun können, um solche Katastrophen zu verhindern.

Informationen zum Brand finden sich u.a. auf der Webseite der Frankfurter Rundschau.

4 Kommentare leave one →
  1. 25. November 2012 20:01

    Ein Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch hat in der Nacht zum Sonntag mindestens 112 Menschen das Leben gekostet. Das Feuer war am Samstag abend im Erdgeschoß des neunstöckigen Gebäudes im Industrieviertel Ashulia am Rande der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Ein Sprecher des betroffenen Unternehmens Tazreen Fashion Ltd. erklärte gegenüber Medienvertretern, der Betrieb habe den Sicherheitsstandards der Europäischen Union entsprochen. So habe es vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in Panik zum Hauptausgang gestürmt. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte demgegenüber, diese Fluchtwege hätten alle in das brennende Erdgeschoß geführt. Einen Notausgang an der Außenseite des Gebäudes habe es nicht gegeben. »Wenn es wenigstens einen Rettungsweg außerhalb der Fabrik gegeben hätte, wäre die Zahl der Opfer sehr viel geringer gewesen«, erklärte er der Nachrichtenagentur AP.

    Noch während der Löscharbeiten kam es zu Protesten von Angehörigen der Eingeschlossenen, die der Feuerwehr vorwarfen, zu langsam voranzukommen. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die aufgewühlten Menschen vor, während der Kommandeur der Feuerwehr gegenüber dem Bangladescher Nachrichtenportal bdnews24.com Verzögerungen bei der Brandbekämpfung einräumte. Es habe »Wasserknappheit« gegeben, sagte er.

    In der Fabrik stellten rund 1000 Arbeiter Kleidung für europäische und asiatische Firmen her, so für das deutsch-belgische Unternehmen C&A. Thorsten Rolfes, Leiter Unternehmenskommunikation von C&A Europa, bestätigte am Sonntag in einer Pressemitteilung, daß Tazreen Fashion 220000 Sweatshirts an C&A liefern sollte. »Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses furchtbaren Unglücks sowie deren Familien und Angehörigen«, so Rolfes.

    Demgegenüber macht Ineke Zeldenrust von der international tätigen Kampagne für saubere Kleidung (CCC) die Modeunternehmen für die Tragödie mitverantwortlich. »Diese Marken wußten seit Jahren, daß viele der Fabriken, die sie für ihre Aufträge auswählen, Todesfallen sind. Ihr Versagen, dagegen Maßnahmen zu ergreifen, hat sich zu verbrecherischer Fahrlässigkeit ausgeweitet.« Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen in Bangladesch fordert die Kampagne eine unabhängige und transparente Untersuchung sowie eine faire und umfassende Entschädigung für die betroffenen Familien.

    In Ashulia arbeiten mehr als eine halbe Million Menschen in Tausenden Textilfabriken, oft unter erbärmlichen Bedingungen. Immer wieder kommt es in solchen Unternehmen zu Tragödien aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen. So verbrannten bereits im Dezember 2010 in einer anderen Fabrik in Ashulia 25 Angestellte. Seit 2006 starben der CCC zufolge in Bangladesch mehr als 500 Menschen bei Feuern in Textilfabriken. Erst im September kamen in Pakistan bei einem Großbrand in einer Textilfabrik, die für die deutsche Discountkette KiK produzierte, mehr als 300 Menschen ums Leben.

    »Diese Toten hätten vermieden werden können und müssen«, betonte Zeldenrust. Es sei allgemein bekannt, daß die Sicherheit an vielen Arbeitsplätzen nicht gewährleistet ist und daß die Beschäftigten in den wichtigsten Produktionsländern bei der Herstellung von Kleidern für den europäischen und amerikanischen Markt »täglich ihr Leben riskieren«.

  2. Sauvra permalink
    25. November 2012 22:32

    Mitte Dezember 2010 gab es bereits einen Brand mit den selben Merkmalen in Ashulia. in der Fabrik des Präsidenten der bangladeschische Handelskammer. Der Grund für das Feuer und die verbarrikadierten Türen ist der selbe wie damals: die Arbeiter streiken für höhere Löhne bzw. für die Auszahlung der verhandelten Löhne. Die Hinterbliebenen werden mit einen Lakh (=10.000) Taka (70 Taka = 1 Euro) entschädigt.
    Man spart nicht nur auf Kosten der Menschen an Arbeitssicherheit, sondern will sie dadurch zu niedrigen Löhnen zwingen.

  3. O!le aus dem Wald permalink
    26. November 2012 11:27

    Hahaha – und KIK ist gleich um die Ecke 😉 Was für eine bescheuerte Welt!

  4. 26. November 2012 17:07

    http://worldnews.nbcnews.com/_news/2012/11/26/15446713-thousands-protest-after-bangladesh-fire-traps-workers-kills-at-least-112

    Thousands of Bangladeshi workers blocked the streets of a Dhaka suburb Monday, throwing stones at factories and smashing vehicles, as they demanded justice for at least 112 people killed in a garment-factory fire that highlighted unsafe conditions in an industry rushing to produce for major retailers around the world.

    Another fire broke out in a multi-story garment factory in a Dhaka suburb on Monday, but a fire department official said the blaze was under control and there were no immediate reports that anyone had died in the latest blaze.

    Some 200 factories were closed for the day after the protest erupted in Savar, the industrial zone where Saturday’s deadly fire occurred. Protesters blocked a major highway.

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