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Sattar Beheschti einer der bekanntesten Iranischen Blogger und Arbeiteraktivisten ermordet

24. November 2012

von Jaafar Pooyeh

Vergeblich haben die Folterer und Bediensteten des despotischen Regimes, die sich als Stellvertreter Gottes auf Erden halten, versucht Sattar Beheschti durch schwere Misshandlungen und Folter von seinen Ansichten abzuhalten. Die Folter endete für den gefangen gehaltenen Arbeiter tödlich.

Trotz der Bemühungen der Sicherheitsbehörden des Regimes, die bereits die Familie von Beheschti zum Schweigen gezwungen hatten, verbreitete sich seine Todesnachricht blitzschnell auf der Welt und löste eine Welle von Abscheu und Abneigung gegen das Regime aus Sattar Beheschti, ein sozialaktiver Arbeiter und Weblogger, wurde durch die Folter der Sicherheitsbeamten des „Welayat Faghih“ Regimes ermordet. Nach Angaben verschiedener Nachrichtenquellen, haben die Beamten in Zivilkleidung am Dienstag den 9. Aban (30. Oktober 2012), das Haus von Sattar Beheschti in „Robat Karim“ (Südteheran)gestürmt und ihn ohne jegliche richterliche Vorlage zu einem unbekannten Ort verschleppt. Dabei haben sie seinen Rechner und sein Handy mitgenommen. Die Nachfrage der Familie nach dem Verbleiben von Sattar bleibt erfolglos. Am vergangenen Mittwoch benachrichtigen die Beamten der Sicherheitsbehörde den Schwager über den Tod von Sattar Beheschti.

Die Schwester von Sattar Beheschti, dessen Ehemann von den Sicherheitsbeamten aufgerufen wurde sagt: „Erst fragten sie meinen Mann, ob Sattar krank war? Mein Mann antwortete, dass Sattar keineswegs krank war. Dann haben sie gesagt, dass Sattar tot ist. Mein Mann solle der Schwester und Mutter von Satar bescheid geben. Als mein Mann nach den Bestattungsformalien fragte, teilten sie ihm mit, dass sie morgen unsere Fahrt zur Leichenhalle in Kahrizak organiseren werden, damit wir den Leichnam mitnehmen können. Als mein Mann nach der Todesursache, und den Grund der Festnahme fragte, legte man ihm Handschellen an, brachte ihn in einen anderen Raum und schlug ihm heftig ins Gesicht: „Halts Maul! Hier stellen nur wir die Fragen.!“, sagte man ihm.

Die Verbrecher und Bediensteten des Velayat Faghieh Regimes, haben einen jungen Arbeiter wegen seines Strebens nach Freiheit festgenommen und gefoltert, und die Antwort auf Fragen seiner Familie haben sie mit Schlägen und Gewalt gegeben. Der politische Gefangene Sattar Beheschti wurde am 10. Aban (31.Oktober 2012), in das Evin Gefängnis gebracht. Laut Aussagen von Gefangenen im Evin Gefängnis, wurde Sattar Beheschti an einem Abend in deren Zelle überwiesen. Sein Körper war von blauen Felcken bedeckt, an seinem ganzen Körper waren Prellungen zu sehen.

Die Spuren der Folter waren für jeden sichtbar. Sein Gesicht war blass, alle konnten sich vorstellen was ihm angetan worden war. Beim Gehen, sogar beim sitzen musste er vor Schmerz schreien. Den Gefangenen hatte er erzählt, dass seine Peiniger ihm das Leben nehmen werden. Er war nur 20 Stunden im Evin Gefängnis. Danach hat man ihn zu einem unbekannten Ort gebracht. Laut weiteren Angaben, wurde Sattar Beheschti durch die Beamten der „Fata“ (Polizei für Internet) festgenommen. Diese millitärische Insitution wurde durch Ismael Ahmadi Moghadam gegründet und befolgt die Aufgabe der Kontrolle des Internets. Satar Beheschti führte ein Weblog wo er kritische Äußerungen machte. In seiner letzten Veröffentlichung schreibt er über die Drohungen des Regimes: „Wir sind bereit für den Kampf! Entweder werden wir von dem Gefängnis des Körpers befreit oder wir werden die Gitter Eures mit Gewalt erhaltenes Gefängnis zerbrechen!“ Diese Aussage führt dazu, dass die Peiniger in sein Haus stürmen und ihn festnahmen.

Die Mutter von Sattar Beheschti, die sehr über den Tod ihres Sohnes mitgenommen war sagte: Der einzige Fehler meines Sohnes war, dass er über das Leid der Menschen und der Gesellschaft schrieb, vom Leiden der Arbeiter und die existenzielle Armut der Gesellschaft. Mein Sohn war ein Arbeiter und kannte die Lasten eines Arbeiters. Er war der Ernährer der Familie und meine Stütze. […] Nun teile ich das Leid anderer Mütter deren Kinder man ermordet hat. Deren Leid ist auch mein Leid. Somit hat sich das Regime vergeblich hinterhältig bemüht seine Untat zu verschleiern und die Familie zum Schweigen zu zwingen. Die Courage der Schwester von Sattar Beheschti ist vorbildlich. Deutlich und voller Stolz teilte sie dem ausländischen Nachrichtendienst mit: „Mein Bruder war Arbeiter, er hatte die mittlere Reife, er hatte keinen universitären Abschluss, trotzdem erkannte er das Leiden der Gesellschaft und leidete auch selber darunter. Er war erschöpft von dieser Last, als wenn er den Doktorgrad im Leiden erlangt hätte, den Master der Quals, und den Bachelor der Freiheit. Stolz verkünde ich, dass mein Bruder Satar Beheschti ist! […] So wie er es zuvor angekündigt hatte, hat er den Käfig der Gewalt mit seinem Leib und Leben zerbrochen, er verdient Hochachtung.“

Quelle: Arbeiter News Nr.60 (PDF)

8 Kommentare leave one →
  1. Anon permalink
    25. November 2012 23:38

    Ich weis ja nicht… Natürlich ist das eine Tragödie wenn es so ist wie dargestellt, aber andererseits sollte man als denkender Mensch und dafür halten sich die Anarchisten ja, sehr kritisch bei Irankritik und Islamhetze sein.
    Das sieht mir nach Stimmungsmache aus und auch wenn da was dran sein sollte, ist es nicht im Sinne der Freiheit und des Friedens den Iran zu dämonisieren.

    Wir haben hier die Doppelmoral und Heuchelei so verfeinert das wir selbst an unsere Lügengebilde glauben. Dabei hat der Westen unendlich mehr Leid zu verantworten.
    Das will man nur nicht sehen, ist zu unbequem.

    • xxx permalink
      26. November 2012 21:21

      „Wir haben hier die Doppelmoral und Heuchelei so verfeinert das wir selbst an unsere Lügengebilde glauben. Dabei hat der Westen unendlich mehr Leid zu verantworten.
      Das will man nur nicht sehen, ist zu unbequem.“

      Ich weiß ja nicht, wie oft du dich hier rumtreibst oder auf (snarcho-)syndikalistischen Blogs allgemein, aber ich glaub du erzählst damit keinem hier irgendwie was neues.

      Wenn du „Dämonisierung des Irans“ und „Islamhetze“ suchst solltest du dir vielleicht mal die Dumpfbacken von Politically Incorrect oder der judäischen Volksfront angucken, da siehste mal was wirklich rassistische Hetze gegenüber Menschen aus muslimisch geprägten Länder ist.

      Hier wurde ein unbequemer Arbeiter von der herrschenden Klasse seines Herkunftslandes ermordet und was anderes wird im Artikel auch nicht dargestellt.

    • 27. November 2012 10:57

      der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund … und das islamistische Regime im Iran hat seit 1979 zehntausende Linke aller Richtungen ermordet um den eigenen (kapitalistischen) Standort zu sichern … der IWF gibt dem Ahmadinejad-Regime übrigens in aller Regel gute Noten für seine Wirtschafts- und Sozialpolitik

      • 28. November 2012 00:43

        aight: „der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund“!
        alles andere ist nämlich dusselige machtpolitische Polarisierungs – shice von oben,
        meine Freunde sind nur von unten- für unten, und links.

  2. Anon permalink
    28. November 2012 13:56

    „Hier wurde ein unbequemer Arbeiter von der herrschenden Klasse seines Herkunftslandes ermordet und was anderes wird im Artikel auch nicht dargestellt.“

    Einverstanden, hab wohl überreagiert.

    @micha
    Ich versteh mich selber zwar auch als Anarchist, das aber nur unter anderem. Meine Freunde müssen nicht links sein. Ein ideologisches Brett vorm Kopf stößt immer ab… 😉

    Im größerem Zusammenhang gesehen brauchen wir jedes Land das einer unipolaren Welt mit gleichgeschalteten „einzig wahren“ Moral und Gesellschaftsvorstellungen die Stirn bietet.

    Zur „Feind meines Feindes Argumentation: Wenns hart auf hart kommt sieht vieles schon anders aus. Genauso wie die Anarchisten mit Kommunisten zusammengekämpft haben wird man spätestens wenn die Kriegstreiberei aus dem Ruder läuft, Stellung beziehen müssen statt Parolen zu klopfen.

    Diese ideologischen Formeln sind einfach zu billig und werden oft genug von Provokateuren gestreut um Streit zu stiften und die Bewgung zu diskreditieren, denn sowas kennt jeder der aufgepasst hat schon gut genug von der Gegenseite.

    • 28. November 2012 17:09

      @ anon: seh ich selbstbewusster: es kommt sowieso, und in der heutigen zeit gerade darauf an, sich nichtg von Mächten polarisieren zu lassen! und wenn du schreibst, „meine Freunde“, dann überleg mal , was Freunde sind! – die müssen nicht links sein, – aber ausbeuter und unterdrücker bleiben ausbeuter und unterdrücker, egal auf welcher seite welcher machtdefinition. mir ideologische bretter vorzuwerfen, ist polemik nach der psych. spiegelmethode.wir brauchen nicht jedes „land“ – wir brauchen uns als menschen jeden landes. die „staaten“ töten weiter.
      Und mit Kommunisten zusammen zu kämpfen, wo möglich, stelle ich nicht in abrede, – ihnen die majorisierung zu überlassen schon.- marxisten, partei- und staatskommunisten haben immer anarchisten als tapfere kämpfer in revolten bezeichnet, und empfohlen, sie nach der kommunistischen machtübernahme einzusperren (und zu töten)! –
      wer hat da also ideologische formeln und scheuklappen?
      zusammen von unten machen is wohl zu „einfach“?
      schön‘ tag noch und nix für ungut. –
      george orwell lesen hilft gegen das sich von oben polarisiern lassen, glaub ich…

      • Anon permalink
        29. November 2012 00:03

        Hallo noch mal,

        Ich wollte nicht polemisch sein, ich denke nur das Leben sollte zum Maßstab genommen werden, -eigene Erfahrungen und Schlüsse. Und ich sehe nicht wo ich mich polarisieren lasse…

        Zusammen von Unten zu machen ist eben nicht zu einfach, es ist das was man tun muss. Aber bleiben wir realistisch, es ist ein mühseliger, langwieriger und oft genug aussichtsloser Kampf. Die Masse ist viel zu zerstreut, zu zersplittert, unorganisiert, desinteressiert, mit Fernsehen und Konsum abgelenkt.
        Die Logik der Umstände ist dagegen stärker, als die Logik der Absichten. Welche Umstände können denn mit den derzeitigen Verhältnissen aufräumen? Occupy? Anonymous? die Gewerkschaften und die Linke?
        Vielleicht irgendwann aber erst wenn das System schon an sich selber zerbicht. Und damit es zerbrechen kann brauchts die Krise, muss es sich in seiner Gier und Wahn an einem „Stalingrad“, Teheran, Islamabad oder sonst einem Gegner die Zähne ausbeissen.
        So ungefähr sehe ich das. Ansonsten läuft es eh auf ne Gesellschaft a la 1984 hinaus.

        „wir brauchen uns als menschen jeden landes. die “staaten” töten weiter.“
        Beispiel Syrien: Die Menschen … leiden und werden in einem Stellvertreterkrieg umgebracht. Frag Sie was Sie ausrichten können. Nicht das ich jetzt für den Staat an sich bin. Ganz und gar nicht, nur muss man Tatsachen akzeptieren.

        „staatskommunisten haben immer anarchisten als tapfere kämpfer in revolten bezeichnet, und empfohlen, sie nach der kommunistischen machtübernahme einzusperren (und zu töten)!“

        Ja, Kampfgenossen eben, keine Freunde. Wünsche eine Gute Nacht.

      • 29. November 2012 11:31

        ich mach ja – „das was man tun muss“. mit meinen kollegen, -und im aufbau von strukturen, ach und überall da, wo mich das leben so hinstellt. aber von mir zu erwarten, illusionen in die falschen wege zu schüren, und zeit zu vergeuden, indem man falschen allianzen die definitionsmacht überlässt, oder sich mit mördern auf einer der jeweils „großen seiten“ gemein macht – dafür bin ich zu alt und zu lange dabei, um das als geeignet anzusehen! – da sind wir besser beraten und gegenüber den kollegen auch absolut glaubwürdiger, wenn wir mühsam kleinklein alles von unten aufbauen, damit nicht wieder die möglichkeit für „eliten“ besteht, unser leben zu regeln, wenn’s dann kracht – weil die kollegen bis dahin selber machen gelernt haben. bewegung von unten gibt es jetzt schon so gut wie überall -da liegt es an uns, klarzumachen, dass da unsere solidarität hingehört und die perspektive für ein leben ohne ausbeutung und unterdrückung in der selbstermächtigung liegt. daher „kampfgemeinschaften“ ja, aber zu einem Parteifunktionär „Genosse“ zu sagen, dafür bin ich zu alt!

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