Zum Inhalt springen

Eingesandt: Was ist „Kulturmarxismus“?

20. November 2012

Relativ unbeachtet vom syndikalistischen und libertär-klassenkämpferischen Lager hat sich in den letzten Jahren eine von der politischen Rechten in den USA ausgehende Verschwörungstheorie entfaltet, die einen angeblichen, immer einflussreicheren, „Kulturmarxismus“ ausmacht. Dabei handelt es sich um eine Verschwörungstheorie, die, kurz gesagt, postuliert, dass mächtige neo-marxistische Kräfte unter dem Deckmantel der Politischen Korrektheit versuchen Ehe, Familie und die gesamte traditionelle westliche Kultur zu zerstören, um dadurch die Bedingungen für eine soziale Revolution zu schaffen. Als Ursprung dieser Strategie zur Zerstörung der gesamten westlichen Zivilisation gelten für die Anhänger dieser Verschwörungstheorie insbesondere die Theoretiker der Frankfurter Schule. Um auch in deutschsprachigen Breitengraten über diese Verschwörungstheorie zu informieren, haben Genossen einen Artikel aus den USA zu diesem Thema übersetzt und uns eingesandt. Der Artikel stammt aus dem Online-Magazin einer autoritär-leninistischen Partei, der „Amerikanischen Partei der Arbeit“ (American Party of Labour). An einigen Stellen merkt man ihm die leninistische Terminologie und dessen Positionen auch an. Doch überwiegen unserer Auffassung nach die Informationen und Analysen diese Schwachpunkte. Mit der klassenkämpferischen Grundlinie gehen wir als Anarcho-Syndikalisten konform. Es sei an dieser Stelle auch angemerkt, das wir mit der „Political correctness“ grundsätzliche Probleme haben, sei sie von rechter oder linker Seite geäußert und eingefordert. Autoritäre Bevormundung – egal aus welchem Lager kommend – hemmt Diskussionen und Erkenntnisse.

Doch nun genug der einleitenden Worte.

Eine Widerlegung von William S. Linds „Kulturmarxismus“

Was ist „Kulturmarxismus“?

Jeder Mensch, der sich eine gewisse Zeit an politischen Diskussionen beteiligt hat, wird früher oder später einmal auf den Begriff „Kulturmarxismus“ („kultureller Marxismus“) gestoßen sein. Dies ist ein Begriff , der üblicherweise von Elementen der extremsten Rechten benutzt wird, wie Neo-Nazis und ihren Sympathisanten, aber in den letzten Jahren auch gehäuft im Mainstream konservativer Kreise auftaucht. Bis vor kurzem war dieser Begriff nichts weiter als ein schlecht definiertes rechtslastiges Modewort wie „Feminazi“, „gay-agenda“, „politisch korrekt“ oder „Community Organizer“.

Dies änderte sich alles am 22. Juli 2011.

An diesem tragischen Datum startete Anders Breivik, ein neofaschistischer Terrorist, eine Mordserie, die über 70 Todesopfer forderte. Breivik kann auf eine lange Geschichte im europäischen Rechtsradikalismus zurückblicken und der Begriff „Kulturmarxismus“ taucht auffällig oft in seinen politischen Schriften auf.

Jetzt ist es mehr als zuvor wichtig, dass die Menschen den Begriff „Kulturmarxismus“ verstehen und die Art, wie er von der politischen Rechten benutzt wird, um ihre Basis sowohl zu verängstigen als auch zu mobilisieren. Kurz gesagt ist der Begriff Kulturmarxismus ein Schlüssel zum Verständnis dafür, wie die Rechte denkt, kommuniziert und arbeitet.

Erst einmal ist es nahezu unmöglich das Schlagwort Kulturmarxismus zu verstehen. Die Phrase selbst ist bedeutungslos. Bei der nächsten Diskussion mit jemandem, der den Kulturmarxismus heraufbeschwört, empfiehlt es sich nach einer exakten Definition zu fragen. Die meisten werden nicht einmal versuchen zu antworten. Diejenigen, die es tun, geben eine Definition, die nichts mit Marxismus zu tun hat. Sie mögen bis zur Besessenheit völlig davon überzeugt sein, dass der Kulturmarxismus ihre Gesellschaft zerstört, dennoch zögern sie und stammeln herum, wenn sie um eine schlüssige Definition gebeten werden.

Wie kann jemand dermaßen von etwas besessen sein, was er gleichzeitig nicht erklären kann? Warum überhaupt benutzt die Rechte diesen Begriff, wenn er nahezu unmöglich zu definieren ist? Die Antwort auf diese Frage liegt im Kalten Krieg. Also lasst uns hier den Gebrauch und nicht die intendierte Bedeutung des Begriffs Kulturmarxismus untersuchen.

Geschichte der rechten Schmierenkampagnen

Während des Kalten Kriegs wurden Kontrahenten als „Kommie“ und „Rote“ verunglimpft. Liberale wurden oft als „Pinkos“ bezeichnet, als hellrot eingefärbt, mit der Implikation, dass Liberale mit zuckersüß verpackten kommunistischen Ideen hausieren gingen. Ein anderer Begriff, der oft heute noch Verwendung findet, ist der des „nützlichen Idioten“, meist in Bezug auf Liberale oder radikale Linke, die sich nicht als Marxisten identifizieren. Es wird angenommen, dass der Begriff auf Wladimir Lenin zurückgeht, der ihn in Bezug auf Liberale und Linke in anderen Ländern gebrauchte, die unwissentlich die Arbeit der Bolschewiken erledigten.

Es ist nicht überraschend, dass das Zitat eine Fälschung ist; Lenin hat den Begriff nie benutzt. Was im Kalten Krieg auf jeden Fall klar war, ist, dass wenn es darum ging politische Konkurrenten zu diskreditieren, angedeutet wurde, sie wären Kommunisten. Dies musste nicht auf Ziele innerhalb der Linken beschränkt sein. Die John Birch Society stand in dem Ruf Republikaner wie Demokraten gleichermaßen als aktive Handlanger des internationalen Kommunismus zu beschuldigen und unterstellte, dass sie absichtlich China in die Hände Maos und Kuba in die Castros beförderten und obendrein vorsätzlich die Kriege in Korea und Vietnam verloren. Obwohl der Begriff oft benutzt wurde, um eher konservativ Eingestellte zu beschreiben, wurde er fast ausschließlich von Konservativen benutzt. Kommunismus war gleichbedeutend mit allem, was schlecht und von Übel war.

Der Gebrauch des Wortes Kommunist als etwas Herabsetzendes setzte sich bis weit in die 1990er fort und hat tatsächlich eine Wiederbelebung erfahren im Geschwafel der Tea Party-Bewegung und ihrer „Experten“ wie Glenn Beck, aber scharfsinnigere konservative Ideologen hatten erkannt, dass Begriffe wie „Kommie“ oder „Roter“ im Zuge des Zusammenbruchs der UdSSR und des Ostblocks eine Menge an Aussagekraft verloren hatten. Weit problematischer war die Aufgabe, Amerikas umfassende Umschließung durch neoliberale Wirtschaftspolitik und Privatisierung mit der Anschuldigung in Einklang zu bringen, dass sich das selbe Land am Rande des marxistischen Sozialismus befinde. Wie konnte Amerika sich mit Volldampf auf eine sozialistische Revolution hin zubewegen, wenn es gleichzeitig eine Politik befürwortete, die NAFTA und GATT, Deregulierung und das Zusammenstreichen von Wohlfahrts-Programmen beinhaltete?

Marxist hatte zu dieser Zeit immer noch eine negative Konnotation, besonders wegen dem Triumphalismus, den Liberale wie Konservative gleichermaßen zum Ausdruck brachten. Aber es war klar, dass wenn einst idealistische Liberale inzwischen die Linke, Klassenpolitik und die Arbeiterklasse als solche völlig zugunsten einer Hinwendung zum neoliberalen Kapitalismus aufgegeben hatten, es unglaubwürdig sein könnte, diese weiterhin zu beschuldigen Kommunisten zu sein. Also trat der „Kulturmarxismus“ auf die Bühne.

„Theoretische“ Grundlage des Begriffs

Der Begriff Kulturmarxismus tauchte in den frühen 1990er-Jahren erstmals auf und kam gleichzeitig mit den sogenannten „Cultural Wars“ auf. Der Begriff wird oft benutzt in den Schriften des originären Culture Warrior [Kultur-Kämpfers] Pat Buchanan, aber auch in denen von William S. Lind. Tatsächlich war es Lind, einer der weniger bekannten Culture Warriors, der den Begriff definierte und versuchte seine Geschichte zu schreiben. Lind stellt einen Leitfaden über seinen gefürchteten Kulturmarxismus zur Verfügung, in einem treffenderweise „What is Cultural Marxism?“ genannten Artikel. Hier seine Definition:

Kulturmarxismus ist ein Zweig des westlichen Marxismus, abweichend vom Marxismus-Leninismus der alten Sowjetunion. Er ist allgemein als „Multikulturalismus“ bekannt, oder weniger förmlich, als Politische Korrektheit. Von Anfang an haben die Verfechter des Kulturmarxismus gewusst, dass sie erfolgreicher sein können, wenn sie den marxistischen Charakter ihrer Bemühungen verschleiern, deshalb auch der Gebrauch von Begriffen wie „Multikulturalismus“.

Das erste Problem mit dieser Definition ist, dass wenn diese Kulturmarxisten verstanden, dass sie ihren marxistischen Charakter verschleiern müssen, warum sie dann überhaupt den Begriff Marxismus verwenden? Wir werden uns später mit denen befassen, die Lind anprangerte und werden feststellen, dass sie sich selbst entweder als mehr oder weniger traditionelle Marxisten verstanden und damit widerlegen, dass sie irgendwas verschleiern würden oder zumindest offen einen marxistischen Einfluss auf ihre Arbeit zugaben und damit abermals die Behauptung diskreditierten, sie würden irgendetwas verheimlichen wollen. Es gibt keinen Beweis dafür, das irgendjemand versuchte marxistische Ideen hinter dem Schleier des Multikulturalismus zu verstecken.

Außerdem ist festzuhalten, dass Leute wie Lind und Buchanan, Verteidiger der „westlichen Kultur“, tatsächlich selbst „Multikulturalisten“ sind. Offensichtlich glauben sie an eine Art monolithische Einheit wie „die westliche Kultur“ oder „die westliche Zivilisation“. Während die europäische Kultur viel aus den selben Quellen bezieht, üblicherweise dem klassischen Griechenland und Rom, schöpft sie auch aus nicht-europäischen Quellen. Die Nationen Ost-Asiens waren stark von der chinesischen Kultur und Philosophie beeinflusst, aber nur ein ignoranter Dummkopf würde die „östliche Kultur“ als monolithisch bezeichnen. Natürlich bietet die Behauptung, die „westliche Zivilisation“ wäre in Wahrheit multikulturell, automatisch eine Angriffsfläche für die Anschuldigung des „Kulturmarxismus“, was zeigt, wie nützlich dieser Begriff in den Händen der rechten Kultur-Kämpfer ist. Wie problematisch diese Definition auch sein mag, ist sie dennoch unglaublich praktisch, da sie es erlaubt, die mit den Begriffen Marxisten, „Rote“, und „Kommies“ assoziierten negativen Konnotationen zu verwenden, ohne dabei in Rechnung stellen zu müssen, dass die ausgewählte Zielperson eventuell anerkanntermaßen ein Verfechter des liberalen Kapitalismus sein kann. Seine Überzeugungen mögen zwar die der neoliberalen freien Marktwirtschaft sein, aber er ist ein Kulturmarxist!

Lasst uns mit Linds fehlgeleiteter und bald auch antisemitischer Erklärung des Kulturmarxismus fortfahren.

Der Kulturmarxismus entstand nicht in den 1960er-Jahren, sondern 1919, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Die marxistische Theorie prophezeite, dass im Falle eines großen europäischen Krieges sich die europäische Arbeiterklasse ganz Europas erheben würde, um den Kapitalismus zu überwinden und den Kommunismus zu erschaffen. Doch als 1914 der Krieg kam, trat dies nicht ein. Als dies letztendlich 1917 in Russland geschah, wurde es von Arbeitern in anderen europäischen Ländern nicht unterstützt. Was war falsch gelaufen?

Halten wir fest, dass Lind keinen Beleg gibt, um zu erklären, wo die marxistische Theorie die Vorhersage trifft, auf die er oben anspielt. Was kurz vor dem Krieg geschah, war eine große Spaltung innerhalb der damals als sozialdemokratisch bekannten Bewegung gegen Ende der 2. Internationale. Einige Sozialdemokraten hatten einen kriegsbefürwortenden Standpunkt vertreten, während andere, vor allem Wladimir Lenin, eine prinzipielle Einstellung gegen den Krieg vertraten. Dies hatte während dieser kritischen Zeit einen schädlichen Effekt auf die Bewegung. Die zweite Behauptung trifft nur zum Teil zu. Auf die bolschewistische Revolution 1917 folgten Revolutionen in Ungarn und Deutschland, die beide mit militärischen Mitteln niedergeschlagen werden mussten. Im ersten Fall kam es zu einer Invasion rumänischer Truppen, die die Revolution niederschlugen. Während die Revolution in vielen Ländern nicht ausbrach, spielten die Aktivitäten von Kommunisten in Europa eine Rolle hinsichtlich des Scheiterns der Intervention im Russischen Bürgerkrieg. In den Vereinigten Staaten streikten die Gewerkschaften und weigerten sich, Schiffe mit Waffen zu beladen, die für die Weißen Garden in Russland bestimmt waren. Kommunistische Revolutionen in West-Europa konnten mit Waffengewalt zerschlagen werden, aber sogar die siegreichen Mächte der Entente waren nicht fähig, das bolschewistische Kind in seiner Wiege zu töten.

Linds Verschwörungstheorie geht weiter:

Unabhängig voneinander kamen zwei marxistische Theoretiker, Antonio Gramsci in Italien und Georg Lukacs in Ungarn, zur gleichen Schlussfolgerung: Die westliche Kultur und die christliche Religion hatten die Arbeiterklasse dermaßen gegenüber ihren wahren, marxistischen Klasseninteressen geblendet, dass der Kommunismus im Westen unmöglich war bis beides zerstört werden konnte. 1919 fragte Lukacs, ‚Wer wird uns vor der westlichen Zivilisation retten?‘

Hier nennt Lind tatsächlich Namen. Es bleibt festzuhalten, dass weder Gramsci noch Lukacs Anstrengungen unternahmen die marxistische Basis ihrer Theorie und Arbeiten zu verschleiern und sich selbst als Marxisten identifizierten. Wenn sie den marxistischen Charakter ihrer Arbeiten verheimlichen wollten, wie Lind in Bezug auf seine verhassten „Kulturmarxisten“ unterstellt, dann taten sie das auf eine sonderbare Weise. Es weist auch nichts darauf hin, dass sie beabsichtigten ihre Ideologie hinter dem Schleier eines sogenannten „Multikulturalismus“ zu verbergen. Es steht jedem frei Lukacs Schriften nach den Begriffen „Multikulturalismus“ oder „multikulturell“ zu durchforsten; der Autor dieses Artikels hat keines von beiden gefunden.

Nachdem wir dies abgehandelt haben, kommen wir zu Linds Behauptung über Gramscis und Lukacs Antwort auf die Frage, warum Europäer außerhalb Russlands nicht erfolgreich ihre kapitalistischen Regierungen stürzten. Die Behauptung schreit förmlich nach der Frage: Wenn die christliche Religion das westeuropäische Proletariat so blind für ihr Klassenbewusstsein machte, wie kam es, dass klassenbewusste Arbeiterbewegungen in West-Europa dann vor Ende des 19. Jahrhunderts aktiver waren? Immerhin war die erste Arbeiter-Revolution die Pariser Kommune, nicht die Oktober-Revolution. Hat Lind schlicht vergessen, dass das Christentum weitaus stärker im Russischen Reich verankert war, dieses kein säkularer Staat war und der Zar als Repräsentant Gottes auf Erden gesehen wurde?

Das Zitat von Lukacs ist außerdem in einer irreführenden Weise dargestellt. Es erscheint so, als wenn Lukacs sich über die Tatsache beklagt, dass diese ewig gottesfürchtigen Christen und ihre „westliche Kultur“ gleichgültig gegenüber dem marxistischen Klassenbewusstsein wären. Hier ist das Original-Zitat, im Kontext:

Wenn ich zu dieser Zeit meine emotionale Verfassung in bewusste Begriffe zu fassen versuchte, kam ich mehr oder weniger zu der folgenden Formulierung: die Mittelmächte würden möglicherweise Russland schlagen; dies könnte zum Niedergang des Zarismus führen; dagegen hatte ich keine Einwände. Es bestand auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der Westen Deutschland besiegen würde; wenn dies zum Niedergang der Hohenzollern und der Habsburger führen würde, war ich ebenfalls dafür. Aber dann stellte sich die Frage: wer sollte uns vor der westlichen Zivilisation retten? (Die Aussicht auf einen Endsieg des Deutschlands dieser Zeit erschien mir wie ein Alptraum.) – Vorwort zu Theory of the Novel [Die Theorie des Romans], 1962

Mehrere Fakten werden unmittelbar offensichtlich, wenn wir das Zitat im Kontext lesen. Erstens hat es ganz klar nichts mit dem Klassenbewusstsein in West-Europa oder dem Scheitern anderer Revolutionen nach 1917 zu tun. Außerdem unterscheidet Lukacs zwischen dem sehr christlichen Russischen Reich, dem Deutschen und dem Österreichisch-Ungarischen Reich und dem „Westen“, womit die Mächte der Entente gemeint sein müssen. Als Randbemerkung: einige andere „Kultur-Kämpfer“ (culture warriors) aus der Zwischenkriegszeit würden auch beklagen, dass der „Westen“, namentlich die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Frankreich multikulturelle, degenerierte Gesellschaften seien. Schließlich und weitaus wichtiger hinsichtlich dieses Zitates ist, falls es von Lukacs jemals tatsächlich laut geäußert wurde, dass es von 1914 ist und nicht von 1919, wenn er das Versagen anderer europäischer Revolutionen im Hinterkopf gehabt hätte.

Der nächste Ausschnitt von Linds Anschuldigung gegen Lukacs ist ziemlich aufschlussreich:

Im selben Jahr [1919, was tatsächlich fünf Jahre nach dem oben zitierten Abschnitt war] als er stellvertretender Kommissar für Kultur unter der kurzlebigen bolschewistischen Regierung von Bela Kun in Ungarn wurde, war es eine seiner ersten Amtshandlungen in den öffentlichen Schulen Ungarns Sexualkunde einzuführen. Ihm war bewusst, dass wenn er die traditionelle westliche Sexualmoral zerstörte, er einen gigantischen Schritt hin zur Zerstörung der westlichen Kultur als solche machen würde.

Dies war eine ziemlich beeindruckende Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass die ungarische Sowjetrepublik unter Bela Kun vom 23. März bis zum 6. August 1919 bestand. War dies trotzdem Zeit genug die Sexualmoral in dem historischen Herzen der europäischen Kultur, welches Ungarn darstellt, zu zerstören? Nebenbei war Lukacs auch Kommissar in der 5. Division der ungarischen Roten Armee. Es möge jeder selber nachrechnen.

In Bezug auf die angebliche traditionelle Sexualmoral „des Westens“, hier ein paar Fakten. Eine Art Mini-Sexualrevolution ereignete sich in den 1920er-Jahren, etwas was die „Kultur-Kämpfer“ sicher schnell verdammt hätten. Was sie sich nicht klarmachen ist, dass vor dieser Revolution die Prostitution weitaus verbreiteter war und junge Männer wesentlich häufiger ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit einer Prostituierten machten. Während sie also gegenüber den jungfräulichen Frauen, denen sie den Hof machten, anständige Gentlemen waren, bereiteten sie sich mithilfe dieser Prostituierten auf ihre Hochzeitsnacht vor. Da William S. Lind ein Militärexperte ist (obwohl er niemals beim Militär gedient hat), sollte man annehmen, er weiß über die Verbreitung von Prostitution Bescheid und wie sie Hand in Hand mit dem Militär geht. Die spanischen Konquistadorenbenutzten in Kolumbus Zeit oft junge einheimische Mädchen als Sex-Sklavinnen und die Aussicht auf den Besitz einer vorpubertären Sex-Sklavin war ein wesentlicher Motivationsfaktor für einige Spanier den Atlantik zu überqueren. Die Vergewaltigung von Sklavinnen war im Süden vor dem amerikanischen Bürgerkrieg eine gängige Praxis. Sogar die von rechtsaußen Stehenden wie Breivik bewunderten Kreuzritter waren dafür bekannt stets mit einer großen Gruppe von Prostituierten zu reisen. Dies sind gut dokumentierte Fakten, aber Menschen wie Lind lassen sich von solchen Trivialitäten nicht beeindrucken. Schließlich kann man diejenigen, die solche Fakten zusammentragen, einfach als „Kulturmarxisten“ anklagen. Verdammt, was für ein nützlicher Begriff!

Bevor wir mit Linds idiotischer Tirade fortfahren, seid gewarnt. Wir betreten antisemitisches Territorium.

1923 gründete eine Gruppe deutscher Marxisten, teilweise inspiriert von Lukacs, einen Think Tank an der Frankfurter Universität in Deutschland, mit dem Namen Institut für Sozialforschung. Dieses Institut, bald bekannt unter dem Namen Frankfurter Schule, wurde zum Begründer des Kulturmarxismus.

Es sei bemerkt, dass die Begründer der Frankfurter Schule ihre Theorien nie „Kulturmarxismus“ nannten.

Um den Marxismus von ökonomischen in kulturelle Begriffe zu übertragen, mussten die Mitglieder der Frankfurter Schule – Max Horkheimer, Theodor Adorno, Wilhelm Reich, Erich Fromm und Herbert Marcuse, um die wichtigsten zu nennen – Marx in einigen Punkten widersprechen. Sie argumentierten, dass Kultur nicht wie von Marx behauptet, einfach Teil des gesellschaftlichen „Überbaus“ sei, sondern eine unabhängige und sehr wichtige Variable. Sie sagten auch, dass die Arbeiterklasse keine marxistische Revolution anführen würde, da sie zu einem Teil der Mittelklasse wurde, der verhassten Bourgeoisie.

Ja, alle der hier erwähnten Personen waren jüdischer Herkunft, einige mehr, andere weniger assimiliert. Wurde der Leser nicht gewarnt? Lasst uns eine sehr wichtige Feststellung zur Frankfurter Schule machen. Sie widersprachen Marx nicht nur in einigen trivialen Punkten betreffend Kultur und Überbau (die Einheit von Gesetzen und Ideen, die sich aus einer besonderen Produktionsweise ergibt, z.B. Kapitalismus). Die Behauptung, dass nicht die Arbeiterklasse eine sozialistische Revolution anführen würde, ist eine ziemlich ernste Zurückweisung des Marxismus. Natürlich haben die Anhänger des „Kulturmarxismus“- Konzepts kein wirkliches Interesse daran, was der Marxismus zu sagen hat. Es sei hier festgehalten, dass Marx selbst einräumte, dass es im Kapitalismus eine reale Lohnerhöhung geben könnte, die das Klassenbewusstsein des Proletariats einschläfern kann. Deshalb schrieb er, dass der Minimallohn, der nötig ist, um den „Arbeiter zu reproduzieren“, kurz ihn oder sie dazu zu bringen auch am nächsten Tag zur Arbeit zu kommen, abhängig vom Lebensstandard eines jeweiligen Landes variiert. Außerdem ist es wichtig klarzustellen, dass zu der Zeit als der Kapitalismus im 19. Jahrhundert dominant wurde, der Bourgeois nicht mehr synonym war mit der „Mittelklasse“.

Wer würde (eine marxistische Revolution anführen)? In den 1950ern beantwortete Marcuse die Frage: eine Koalition von Schwarzen, Studenten, feministischen Frauen und Homosexuellen.

Seien wir ehrlich, es ist nett von Lind uns so bereitwillig eine Liste von Menschen zur Verfügung zu stellen, die er hasst. Was er uns nicht zur Verfügung stellt, ist eine Quelle für seine Behauptung. Marx Theorie, dass die Arbeiterklasse die Revolution anführen würde, sollte für jedwedes kapitalistische Land gelten. Behauptet Lind, dass Marcuse nur von Amerika sprach? Marcuse war eindeutig ein Anhänger von Marx, doch seine eigenen Vorstellungen unterschieden sich vom traditionellen Marxismus so stark, als wenn sie etwas anderes als Marxismus darstellen. Man kommt zu einem Punkt, wo man sich fragen kann „Wenn der Kulturmarxismus so viel enthält, dass im Widerspruch zum Marxismus steht, kann er dann überhaupt noch das Wort Marxismus enthalten?“ Natürlich ist die Antwort ein nachdrückliches ‚Ja!‘, wenn nicht allein schon deshalb, weil kein anderer Name das gleiche Stigma trägt, das Marxismus unter Konservativen hat.

Als schicksalhaft für Amerika erwies sich, dass die Frankfurter Schule nach der Machtergreifung Hitlers 1933 flüchten musste – und sich in New York City neu gründete. Dort richtete sie ihre Konzentration statt auf die Zerstörung der traditionellen westlichen Kultur in Deutschland nunmehr darauf, sie in den Vereinigten Staaten zu zerstören.

Man lese diese Sätze sehr aufmerksam. Hitlers Machtergreifung vertrieb diese üblen jüdischen Professoren aus seinem Land und zwang sie nach Amerika zu emigrieren. Vielleicht hätte Lind, wie viele seiner ideologischen Mitkämpfer, es vorgezogen, sie wären in Deutschland geblieben. Auf jeden Fall unterstellt er, sie hätten sich aktiv um die Zerstörung Deutschlands bemüht, womit Hitler übereingestimmt hätte und dass sie den Versuch starteten, die westliche Kultur in den Vereinigten Staaten zu zerstören. Offensichtlich glaubt Lind, dass sowohl Deutschland als auch die Vereinigten Staaten eine gemeinsame westliche Kultur teilen; sieh an, er ist ein Multikulturalist!

Um dies zu erreichen, erfanden sie die „Kritische Theorie“. Was bedeutet diese Theorie? Jede traditionelle Institution, beginnend mit der Familie, brutal und unaufhörlich zu kritisieren, mit der Absicht diese zu zerstören. Sie schrieben ein Reihe „Studien zur Vorurteilsforschung“, die besagten, dass jeder, der an die traditionelle westliche Kultur glaubte, vorurteilsbeladen wäre, ein „Rassist“ oder „Sexist“ oder „Faschist“ – und außerdem geistig nicht gesund.

Die treffendste Antwort auf diese Passage ist, dass kein Beispiel gegeben wird, um irgendeine dieser Behauptungen zu belegen. Es ist wahr, dass die Kritische Theorie Institutionen wie die Familie kritisierte, aber dies taten auch Marx und Engels. Warum attackiert Lind nicht Engels Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats? Vielleicht weil er es nie gelesen hat oder nie davon gehört hat? Lind bezieht sich wieder einmal auf die „traditionelle westliche Kultur“, obwohl die Beschaffenheit der Familien in der gesamten europäischen Gesellschaft und Geschichte stark variierte. Wie Stephanie Coontz in ihrem Buch The Way We Never Were: American Families and the Nostalgia Trap [Wie wir niemals waren: Amerikanische Familien und die Nostalgie-Falle] betont, ist das Verständnis, das die meisten Amerikaner von der traditionellen Familie haben, überhaupt nicht traditionell, sondern klaubt sich Stückchen aus verschiedenen historischen Epochen zusammen. Aber natürlich, sie ist womöglich eine Kulturmarxistin.

Das wichtigste ist, dass die Frankfurter Schule Marx mit Freud vereinte und der Psychologie die Technik der psychologischen Konditionierung entnahm. Wenn heutzutage die Kulturmarxisten etwas vorhaben wie Homosexualität zu „normalisieren“, dann argumentieren sie nicht philosophisch für ihren Standpunkt. Sie strahlen Fernsehshow um Fernsehshow in jedes amerikanische Heim aus, in der der scheinbar einzige normale Mann ein Homosexueller ist (die Schlüsselpersonen der Frankfurter Schule verbrachten die Kriegsjahre in Hollywood).

Dass die Frankfurter Schule versuchte die Theorien von Marx mit denen Freuds zu verschmelzen ist eine Tatsache und die Ergebnisse dieser Kombination ist einer der Gründe, warum viele Marxisten die Frankfurter Schule ablehnen. Der zweite Teil dieser Passage ist nur noch bizarr. Erstens wurde die „Normalität“ von Homosexualität nicht philosophisch, sondern wissenschaftlich begründet, von ausgebildeten professionellen Medizinern. Dann unterstellt Lind hier eine direkte Verbindung zwischen kulturmarxistischen Intellektuellen und der Unterhaltungsindustrie, als ob beide am gleichen Strang ziehen würden. Natürlich ist der Aspekt des letzten Satzes, der für den Leser zweifellos besonders hervorsticht, die Behauptung, dass unzählige Fernsehshows und Filme den „einzigen normal erscheinenden Mann“ als homosexuell darstellen. Bitte, man zähle einmal die Anzahl der Fernsehshows und Filme auf, die das tun. Man sollte meinen, dass wenn diese Praxis so weit verbreitet wäre, wie Lind es unterstellt, Filme wie Brokeback Mountain nicht diese Aufmerksamkeit erhalten hätten. Sehen wir uns Linds Schlussbemerkung an:

Der nächste Konservatismus sollte Multikulturalismus und Politische Korrektheit demaskieren und dem amerikanischem Volk sagen, was sie wirklich sind: Kulturmarxismus. Sein Ziel bleibt, was Lukacs und Gramsci 1919 vorgegeben haben: die westliche Kultur und die christliche Religion zu zerstören. Er hat bereits gewaltige Schritte dahin getan. Doch wenn der durchschnittliche Amerikaner herausfindet, dass Politische Korrektheit eine Form von Marxismus ist, anders als der Marxismus der Sowjetunion aber nichtsdestotrotz Marxismus, dann hat der Kulturmarxismus ein Problem. Der nächste Konservatismus sollte den Mann hinter dem Vorhang benennen – der alte Karl Marx persönlich.

Hier versäumt es Lind eine klare Definition von Multikulturalismus und Politischer Korrektheit zu geben, trotzdem er letzteres als Eigenname verwendet, so als ob es eine tatsächliche Ideologie wäre. In der Realität unterscheidet sich die Ideologie der Frankfurter Schule so stark vom Marxismus, dass sie fast schon zu etwas Anti-Marxistischem wurde. Man könnte argumentieren, dass der Einfluss der Ideen der Frankfurter Schule auf die sogenannte Neue Linke dem Marxismus und dem Klassenbewusstsein weit mehr geschadet als genützt hat, mit dem Endergebnis, dass die Linke sich von Klassenbewusstsein und Materialismus entfernte und dadurch zersplittert und ineffektiv wurde. In diesem Sinne sollte Lind die Frankfurter Schule lobpreisen und nicht verdammen. Dies jedoch wäre ein Thema für einen anderen Artikel.

In seiner Schlussfolgerung bestätigt Lind, was der Autor dieses Artikels zuvor festgestellt hatte und zwar, dass Konservative den Terminus Kulturmarxismus verwenden, um den abwertenden Gehalt des Wortes „Marxist“ zu erhalten, und insbesondere ist dieser Begriff hilfreich für sie, um solch schwierige Fragen zu vermeiden, wie Wortführer und Individuen, die offensichtlich den Kapitalismus oder eine neoliberale Wirtschaft mit offenen Armen begrüßen, trotzdem Marxisten sein können. Linds Artikel ist insoweit aufschlussreich, als dass er eines der seltenen Beispiele ist, dass wir einen echten Versuch eines konservativen Intellektuellen sehen, Kulturmarxismus tatsächlich zu definieren und zu erklären. In seinem Versuch den Kulturmarxismus zu „demaskieren“, demaskiert sich Lind jedoch lediglich selbst als Ignorant, Heuchler, Lügner und Schmierenjournalist.

In der Mehrzahl der Fälle wird der Begriff „Kulturmarxismus“ vom konservativen Fußvolk in die Runde geworfen, wie auch von ihren extremeren neofaschistischen Verbündeten. Meistens ist es ein Anlass zum Amüsement, wenn man sie danach fragt, was diese Phrase tatsächlich bedeutet. Doch wie Linds Artikel beweist, hat der Begriff eine Geschichte und er entsprang nicht etwa den Hallen der Frankfurter Schule, sondern den Köpfen extrem rechter Ideologen, die eine automatische negative Reaktion auf Konzepte wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit provozieren wollen. Sie tun dies, durch den Gebrauch bedeutungsloser Wörter und Phrasen wie Multikulturalismus, Politische Korrektheit und Kulturmarxismus. Wenn du das nächste Mal auf jemanden triffst, der den Begriff „Kulturmarxismus“ vom Stapel lässt, weise einfach auf die folgende Definition hin (es sei denn, du willst dich amüsieren und fragst nach einer Definition, um sie sich dann winden zu sehen).

Kulturmarxismus <Subst.> 1. Eine bedeutungslose Phrase, die gebraucht wird um zu signalisieren, dass der Autor oder Sprechende keine Ahnung hat, wovon er oder sie redet.

Quellen

Coontz, Stephanie, The Way we Never Were: American Families and the Nostalgia Trap, BasicBooks, 1992

Lind, William S., What is Cultural Marxism?

http://www.marylandthursdaymeeting.com/Archives/SpecialWebDocuments/Cultural.Marxism.htm

Lukacs, Georg, The Theory of the Novel, 1962 http://www.marxists.org/archive/lukacs/works/theorynovel/preface.htm

http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-allissues/2002/fall/mainstreaming-hate

Original-Quelle: Red Phoenix

24 Kommentare leave one →
  1. Higgins permalink
    20. November 2012 23:03

    Nein, nie gehört oder gelesen, den Begriff. Bin jetzt über 20 Jahre praktisch und theoretisch in vielen Bereichen aktiv gewesen. Tut mir leid, da war nie was mit „Kulturmarxismus“.

  2. 21. November 2012 06:54

    Nur zur Info: Früher hieß es noch Kulturbolschewismus.

  3. Granado permalink
    21. November 2012 12:12

    Beruft sich nicht auch Breivik darauf?

  4. 21. November 2012 12:32

    Das die NWO insgeheim eine NSWO ist weiss man als Linker/Anarcho doch seit der Erscheinung von Caroll Quigley’s: Katastrophe und Hoffnung. Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit. Und man ist STOLZ darauf!

  5. Bonaventura permalink
    21. November 2012 17:29

    Drollig ist, daß Herr Lind von der »Zerstörung der traditionellen westlichen Kultur in Deutschland« vor Hitler schwafelt. Große Teile des politischen, kulturellen und ökonomischen Führungspersonals in der Weimarer Republik (sieht man einmal von der Sozialdemokratie und den Linksliberalen ab) war ‚anti-westlich‘ eingestellt, gegen die ‚verweichlichte und verweichlichende‘ westliche Demokratie. Nicht umsonst hatten Typen wie Oswald Spengler („Der Untergang des Abendlandes“) gigantische Auflagen.

    Sauvra hat recht – der ‚Kulturmarxismus‘ ist der Neuaufguß des ‚Kulturbolschewismus‘ der ‚völkischen‘ und Nazi-Propaganda.

  6. Gähn permalink
    21. November 2012 21:12

    Gibt Interessanteres, was einen beschäftigen könnte…

    • Geilo permalink
      21. November 2012 23:03

      Das ist ja mal wieder ein konstruktiver Beitrag. Und was wäre deiner Meinung nach interessanter? Dein Briefmarkenalbum? Gähhn….

      • Gähn permalink
        22. November 2012 08:07

        Selbst das ist interessanter, ja.

  7. Adporno permalink
    22. November 2012 11:17

    Scheiße, dieser „Kulturmarxismus“ funktioniert: Kaum wirft man das Wort auf, fangen alle an sich über Unsinn den Kopf zu zerbrechen…

    • 23. November 2012 03:45

      das stimmt. sagt der verfasser ja auch.
      sogar desinteressierte leute müssen sich ja anscheinend gähnend dazu äussern.

      aber immerhin war das ja ein großer teil des wahnhirns von breivik, das sollte uns kulturmarxisten doch zu denken geben.

      • Adporno permalink
        23. November 2012 15:30

        Stimmt! Was wir brauchen ist die vegane Diskussion!
        Es gibt bereits eine Technik aus dem leninistischen Tantra Yoga, die Geräusche nur mit den Zähnen hervorbringt, sodass das Zahnfleisch und die anderen fleischhaltigen Teile nicht benutzt werden.

      • Higgins permalink
        23. November 2012 21:29

        Ich fände es auch besser, wenn wirklich gehaltvolles und Klassiker gelesen würden. Kulturbolschewismus ist tatsächlich nicht uninteressant. Was mich nur stört, ist, wenn Aufgüsse als etwas neues hingestellt werden. Das nervt einfach und hält von den wirklich grundlegenden Themen und Werken ab. En masse werden unsinnige Bücher veröffentlicht, die man angeblich gelesen haben müßte. Ersetze das Unrast-Programm (ausgenommen die Klassiker dort) durch 10 bedeutende Werke der Weltgeschichte, ob literarisch oder wissenschaftlich, und du bildest dich wirklich weiter.

    • 23. November 2012 13:41

      da krieg ich ja richtich schiss, den artikel hier zu verbreiten… oh mann, hab ich ja schon längst!

      • Adporno permalink
        24. November 2012 14:38

        Ja stimmt die Klassiker sind wichtig:
        Es wurde jetzt wieder einer von Rudolf Rocker entdeckt:
        „Marxismus/Leninismus und Kultur“ heißt das Buch.
        Darauf hat der Heiner Becker auch die Rechte nicht, denn das Buch war den gutgläubigen Leuten in den Archiven und Ortsgruppen nicht bekannt.
        😉

      • 25. November 2012 03:30

        @dporno: denn ma fix her damit 😉

  8. Cloneheadz permalink
    7. Dezember 2012 21:31

    Cloneheadz 24 – latte art

  9. Kulturmensch permalink
    29. Januar 2014 21:12

    Kulturmensch

  10. Refused permalink
    23. Januar 2015 02:09

    Ich habe den Begriff zum ersten Mal gehört, als ich vor einigen Monaten auf „Barbara Spectre“ gestoßen bin: https://www.youtube.com/watch?v=Pvd0aMEHsac
    Bei weiterer Recherche fand ich auf einer anderen Webseite folgendes Zitat: „Through an organisation called One Sweden, which she heads, she promotes multiculturalism (cultural Marxism) against Europeans in their own homeland.“
    Dies wird oftmals in Verbindung gebracht mit den Inhalten bzw. Aussagen des Buches „The Pentagon’s New Map“ von Thomas P. M. Barnett. Daran anknüpfen soll „Blueprint for Action: A future Worth Creating“. Darin soll er 4 neue Gesetze der Globalisierung herausgearbeitet haben: http://www.lichtland.org/lul/docs/Die_4_GlobalisierungsGesetze.pdf
    Allerdings habe ich die Bücher noch nicht gelesen, und kann nichts darüber schreiben und auch keine Vermutung anstreben, ob dabei eine Verbindung besteht.
    Interessant ist diese Information jedoch für mich unter Berücksichtigung von CETA und TTIP, wie auch des Ausbaus bzw. der Verschmelzung von Europol in die USA: http://www.thenewamerican.com/usnews/politics/item/15232-europol-in-the-united-states-beginning-of-an-eu-us-police-merger
    Jedoch ist anzunehmen, dass das eher von den USA ausgeht. Ich muss mich mal näher damit beschäftigen und noch andere Quellen finden. Vielleicht könnte aber auch das eine dem anderen ungewollt in die Hände spielen, oder alles ist bloßer Unfug. Ich muss auch noch andere Quellen suchen. Vielleicht ist ja die Info für jemanden hilfreich.

  11. Refused permalink
    23. Januar 2015 02:11

    P.S.: Danke für die Info über „kulturmarxismus“.

Trackbacks

  1. Kulturmarxismus | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: