Zum Inhalt springen

ArbeiterInnen besetzten kurzzeitig Ford in Köln

8. November 2012

ArbeiterInnen sprengen Sitzung des Europäischen Gesamtbetriebsrats von Ford *** Großeinsatz der Polizei bei Ford Köln *** Mediale Hetze über angebliche Krawalle und verletzte Polizisten *** 6 Festnahmen – Dazu gestern Abend Solikundgebung vor Polizeipräsidium Kalk.

Über 250 ArbeiterInnen besuchten am 7. November mit fünf Bussen von dem belgischen Ford-Werk in Genk das Kölner Ford Werk. Sie wollen damit ein wichtiges Zeichen setzen, dass nur ein gemeinsamer länderübergreifender Kampf gegen die Standortlogik zum Erfolg führen wird. Sie wollten vor der Sitzung des Europäischen Gesamtbetriebsrats protestieren, die auf dem Kölner Fordwerk stattfindet und sich entschieden gegen die Schließung von Genk und Vernichtung von 4.300 Arbeitsplätzen (plus 5.500 bei den Zulieferern) ausdrücken. Da die ArbeiterInnen sich nicht abwimmeln lassen wollten, verschafften sie sich Zutritt zum Ford Gelände und besetzten Zwischenzeitlich Gebäude von Ford.

Diese Form basisdemokratischen Protestes ist in Deutschland ungerne gesehen und  so rückte Werksschutz, Werkfeuerwehr und eine ganze Armada der Polizei an, um die 250 ArbeiterInnen an ihrem Protest zu hindern. Sie wurden stundelang in der Kälte vor Werkstor 3 gekesselt und anschließend wurden ihre Personalien kontrolliert und gezwungen zurück nach Belgien zu fahren.  Derweil lief die bürgerliche Lügenpresse zu höchst Form auf und behauptet Polizisten seien verletzt worden, Autos angezündet, etc. Halt was so Lakaien der Bourgeoisie angesichts kämpferischer ArbeiterInnenproteste sich in ihren Hollywood-Phantasien ausmalen.

Außerhalb des Kessels versammelt sich einige wenig BasisgewerkschafterInnen und Linke um sich solidarisch mit den Ford ArbeiterInnen zu zeigen. So wurde in Flugblättern auch auf die kommende Solidaritätsdemonstration in Köln mit dem europäischen Generalstreik am 14. November hingewiesen, wo unter anderen auch Rednerinnen von Ford Genc auftreten werden. Gewiss wären ein paar mehrsolidarische Menschen vor Ort nicht verkehrt gewesen! Und ebenso wäre es heute ein gutes Zeichen gewesen, hätten die Kolleginnnen und Kollegen von Ford Köln den spontanen Besuch aus Genc genutzt, statt zu arbeiten den Moment zu nutzen für einen tiefergehenden Gedankenaustausch auf Basisebene.

Ausführlichere Berichte zur Lage bei Ford Genc und dem Protest: http://www.labournet.de/branchen/auto/ford/genk/index.html

Und nochmal zur Erinnerung: Nächsten Mittwoch, 17:30 Hans Böckler Platz, Solidaritätsdemo mit dem europäischen Generalstreik und den ArbeiterInnnen von Ford Genc: http://www.no-racism.de/14n-soli-demo-in-koeln-der-krise-gemeinsam-begegnen/#more-3163

Quelle: Linksunten Indymedia

Video gefunden bei Entdinglichung 😉

10 Kommentare leave one →
  1. opel permalink
    8. November 2012 11:39

    aus solidaritaet mit den arbeiter*innen der autoindustrie haben wir nun beschlossen, uns doch ein auto zu kaufen – natürlich das neuste modell, sonst hat das ganze ja keinen zweck und wir fordern alle, die noch alte autos haben, sie zu verschrotten und ein neues zu kaufen für den klassenkampf — ansonsten ist die kritik der arbeiter*innen aus genk ( von wegen deutschem standortvorteil) in einem punkt nicht nachvollziehbar — in belgien ist so gut wie keine oder nur sehr schwache gewerkschaftliche bzw. syndikalistische organisierung vorhanden —

  2. Adporno permalink
    8. November 2012 12:25

    Antideutsche fahr’n keinen Ford.

    😉

  3. gerald permalink
    8. November 2012 14:02

    was lernen wir daraus?
    wenn hier was gehen soll dann müssen leute von außerhalb kommen 😮

  4. 8. November 2012 14:22

    Hier ist eine Botschaft der Vrije Bond (Freie Bund). Am Sonntag 11 November gibt es in Genk (Belgien), eine große Demonstration gegen die Schließung des Ford-Werkes (vom 12.00 bis 16.00). Wir, die Mitglieder des Vrije Bond aus der Niederlande und Belgien, werden partizipieren an dieser Demonstration. Wir planen, eine kleine anarchistische/anarcho-syndikalistischen Block. Wit treffen uns beim CITI-bank auf dem Europalaan, um 12.00.

    Hier gibt es ein Strassenplan:

    https://maps.google.nl/maps?client=safari&q=citi+bank+europalaan+genk&oe=UTF-8&ie=UTF-8&hl=en

  5. zu opel popel permalink
    8. November 2012 16:27

    Die MLPD ist wohl mit Betriebsgruppen bei Ford vertreten. Sie berichten recht ausführlich. Auch darüber das alle Arbeiter abfotografiert wurden: „Von allen 250 Genker Kollegen und weiteren deutschen Kollegen und Unterstützern wurden nicht „nur“ die Personalien aufgenommen, sie wurden wie Schwerverbrecher erkennungsdienstlich behandelt. Alle wurden einzeln von verschiedenen Seiten fotografiert mit jeweils einer Nummer auf der Brust.“

  6. dude permalink
    9. November 2012 13:29

    geil wie die bullen TOTAL übertrieben reagieren…mal wieder

  7. Henry Ford permalink
    17. Mai 2015 17:31

    Henry Ford, Hitlers Inspirator

  8. Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde permalink
    17. Mai 2015 17:39

    Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde

    Die Filmautoren konzentrieren sich auf die Konzerne, die für Hitlers Kriegsführung unentbehrlich waren, gestützt auf neues Archivmaterial sowie Interviews mit Zeitzeugen und Experten.

    Henry Ford, der legendäre Autobauer, der GM Manager James D. Mooney und der IBM Boss Tom Watson wurden von Hitler für ihre Verdienste um das Dritte Reich mit dem Großkreuz des deutschen Adlerordens ausgezeichnet, dem höchsten Parteiorden für Ausländer. Zu diesem Zeitpunkt, 1937 und 1938, lief Hitlers Rüstungsmaschine bereits auf vollen Touren. Die deutschen Töchter dieser amerikanischen Konzerne, Opel, die Ford Werke AG und Dehomag, hatten sich bereitwillig in die Kriegsvorbereitungen des „Führers“ integrieren lassen. Ohne die von Opel und Ford produzierten Lastwagen und Kettenfahrzeuge hätte Hitler weder die Tschechoslowakei besetzen noch Polen und Frankreich überrennen können. Opel beteiligte sich außerdem an der Fertigung der Ju-88, Hitlers wichtigstem Bomber. Standard Oil of New Jersey lieferte bis in die ersten Kriegsjahre hinein Rohöl, Spezialmotoröl für Panzer und Bleizusätze für das Benzin der Luftwaffe. Die Hollerith-Maschinen der IBM, Vorläufer des heutigen Computers, sollten Hitler helfen, Krieg und Vernichtung zu organisieren.

Trackbacks

  1. KollegInnen aus Genk besuchen Köln « Entdinglichung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: