Zum Inhalt springen

Bericht aus dem Jobcenter Chemnitz

25. September 2012

Neulich war ich wieder einmal in das Jobcenter Chemnitz befohlen. Von Einladung kann ja in Anbetracht der angedrohten Sanktionen keine Rede sein.

Im Gegensatz zu meinem vorher gegangenen Termin im März dieses Jahres, war ein deutlich kälterer Empfang zu bemerken. Dies begann bereits mit einer über Gebühr verlängerten Wartezeit gegenüber des angegebenen Termins. Der „Empfänger“ soll dadurch wohl „klein“ gemacht werden.Nachdem ich dann endlich aufgerufen wurde und ich meinen Sitz etwas näher an Frau F. herangerückt hatte, kam die Aufforderung nach größerem Abstand. Ein Zeichen der Angst? So kam es mir jedenfalls vor. Der Frage nach meiner „Bewerbertätigkeit“ entgegnete ich mit der Frage nach dem für Langzeitarbeitslose „maßgeschneiderten Angebot“, wie es die Arbeitsministerin laut verkündet hatte. Nun, so Frau F., dies sei für das Jobcenter in keiner Weise maßgeblich oder gar bindend. Nachdem ich von dieser Frage aber nicht abging und dabei etwas lauter wurde (ob des Verhaltens der Frau F.) löste sie offenkundig „Stillen Alarm“ aus. Gleich darauf trat eine Dame in das Zimmer mit der Frage, ob sie helfen könne. Sie konnte nicht.

Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich eine Mitwirkungspflicht habe, ansonsten würde das ALG II entsprechend gekürzt. Meiner Gegenfrage nach der Mitwirkungspflicht des Jobcenters, mir eine Arbeit mit ausreichender und würdevoller Bezahlung zu beschaffen, wurde ausgewichen. Mit der Angabe, es gebe keine Arbeit durch das Jobcenter, welche diese Maßgaben erfülle. Sich darum zu kümmern sei die alleinige Aufgabe des Arbeitslosen. Unterstützung könne ich dabei nicht erwarten.

Ich gab allerdings nicht auf und stellte erneut meine Frage nach dem „maßgeschneiderten Angebot“, das doch jeder Langzeitarbeitslose bekommen solle.

Offensichtlich hatte ich nun eine Grenze überschritten. Frau F. wörtlich: „Seien Sie ruhig, seien Sie ruhig!“. So geht man also mit der gerade im Moment ach so heiligen Meinungsfreiheit und der Forderung nach würdevoller Arbeit im Jobcenter Chemnitz um.

Die Stadt wird sozialdemokratisch regiert, die Linke macht mit!

Auch Arbeitslose sind Wähler. Diese Parteien sind allerdings für sie nicht wählbar!

HR

Quelle: Arbeit-Zukunft

20 Kommentare leave one →
  1. O!le aus dem Wald permalink
    25. September 2012 21:04

    Für solche Schlaffies bleibt dann wohl nur die npd!
    Heult hier rum und würde sich im leben nicht wehren. Bah, Sklave.

    • Erik Alfredsson permalink
      26. September 2012 18:07

      Vielen Dank für diese brilliante Analyse aus anarcho-syndikalistischer Sicht mit klarer Klassenperspektive! Sind doch eh alles Schlaffies („low-performing-workforce“) diese Langzeit-Ossies. Schon der Vorgesetzte meines Urgroßvaters, ein gewisser Gutsentspeckter Bräsig, wußte:
      „Die Armut kommt von die Powerteh!“

      • Unkel Bräsig permalink
        27. September 2012 17:32

        Gutsentspeckter und praktiver Ökonomiker!

    • 29. September 2012 09:29

      Die wählen statt SPD und Linke lieber die Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Bäääh, Sklavenpartei.

      • Unkel Bräsig permalink
        29. September 2012 23:37

        Daß du man deine Nase ins Gesicht behalten tust

      • Mining und Louising permalink
        30. September 2012 09:35

        Wenn der praktive Ökonomiker von „Powerteh“ spricht, mein er kein modisches Fitness-Getränk, sondern frz. „pauvrete“ (=Armut).

        Sag mal, Du Teetrinker, kannst Du Deiner primitiven Verachtung für die Arbeiterklasse nicht woanders Luft machen?

      • 30. September 2012 16:33

        Das ist doch nur Übungssache….. Lernen muss man es natürlich wie alles andere auch ….. laufen schreiben kochen saufen ….. arschhochkriegen ….. barrikadenbauen …..

        Das Phantom der Wirklichkeit

        http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1742172/Das-Phantom-der-Wirklichkeit

        Wenn der schlaue Kopf mit der Pfeife, selbige nicht nur mit Tabak bestückt hätte, hätte er es zumindest einfacher akzeptieren können 😆

      • 30. September 2012 20:39

        @ Mining und Loser

        Mein Bäääh, Sklavenpartei bezog sich auf O!les Bah, Sklave.
        Was ist daran „primitive Verachtung für die Arbeiterklasse“ ❓
        Das Wort hat der Genosse Mike:
        https://syndikalismus.wordpress.com/2012/09/27/rudolf-rockers-bankrott-des-russischen-staatskommunismus-im-anarchistischen-radio/#comment-14993

        Wenn Du ein Problem mit dem Powertee hast, liegt das nicht an dem Tee, sondern an Deinem Kopf. Wenn Du es also nicht verträgst, Finger weg!!! Gilt genauso für das berühmte Feierabendbierchen, wenn Du nicht klarkommst, Finger weg!!! Könntest es ja mal mit Hopfentee probieren, beruhigt ungemein, falls das auch zu sehr knallt, geht nur noch linksdrehendes Wasser ….. danach wird’s aber echt eng.

      • Unkel Bräsig permalink
        1. Oktober 2012 01:34

        Ma wech von de Mistverständnis – was tust du uns nu damit belernen wollen mit deine Thee- und annere Getränkekunde?

      • Fritzing permalink
        1. Oktober 2012 17:57

        Stellenstreichungen jetzt auch schon in der klass. Literatur? Müssen sich Mining und Louising jetzt schon halbtags eine Planstelle teilen? Oder warum singt der Armuts-Trinker die beiden im Sprechular an?

      • 1. Oktober 2012 22:19

        Die allermeisten von uns sind nicht mal ansatzweise so bräsig wie Du und Du und Du.

      • FDJ-Veteran permalink
        1. Oktober 2012 22:23

        @ povertydrunkard
        „Das Wort hat der Genosse Mi[el]ke:
        https://syndikalismus.wordpress.com/2012/09/27/rudolf-rockers-bankrott-des-russischen-staatskommunismus-im-anarchistischen-radio/#comment-14993
        Das Zitat ist doch gar nicht von Erich Mielke, das ist doch von Egon Krenz!

  2. Erik Alfredsson permalink
    25. September 2012 23:22

    Hilfreich ist schon mal, nicht alleine auf das Amt zu gehen. Dann halten sich die BürokratInnen häufig schon mit Falschauskünften und rechtswidrigen Handlungen zurück.
    In meiner früheren Praxis als Begleitperson wirkte es manchmal geradezu „Wunder“, wenn ich bloß wortlos das Gesetz aus der Aktentasche nahm…

  3. 28. September 2012 01:30

    Arge-Mitarbeiter erstochen – trotz Deeskalationstraining?

    Heute mal wieder Meldung in der Bild: Arbeitsloser hat eine Arge-Mitarbeiterin in der Arge Neuss erstochen. Der Leiter der Arge gibt sich vor der Presse weltmännisch: „Wir haben extra für alle Mitarbeiter der Arge ein Deeskalationstraining eingeführt, aber sowas kommt trotzdem immer wieder vor.“
    Klar gelogen: Das mit dem Deeskalationstgraining ist Blödsinn,
    das habe ich jahrelang erlebt. Sachbearbeiter in den Jobcentern provozieren planmässig und gezielt und drohen mit Gewalt. Häufiges Verhalten der Mitarbeiter: Man muss sich eine Strafpredigt anhören, bekommt rhetorische Fragen gestellt, und wenn man wie aufgefordert darauf antworten will, unterbricht einen ein hinter einem sitzender anderer Sachbearteiter und brüllt „Schweigen Sie gefälligst! Sie haben hier nichts zu sagen!“, wobei er von hinten mit den Fäusten unmittelber in der Kopfnähe des Arbeitslosen herumfuchtelt. Ein häufig vorkommender ähnlich ablaufender Vorgang, der mit Sicherheit so trainiert worden ist. Unter Deeskalationstraining verstehe ich etwas anderes. Vor allem: Als mich ein solcher, aus dem Nebenzimmer herbeigerufener Arge-Mitarbeiter beim herumgefuchtel von hinten am Kopf traf, sagte die Arge-MItarbeiterin vor mit sofort „Das war nichts, kann ich bezeugen“.

    Eingestellt von Dragon2010 um 05:06

    1 Kommentar:

    Anonym hat gesagt…

    Sie haben da völlig recht. Ich war 2004 vom SPD-Ortsverein auf einem Wochenendseminar für Gesprächstraining für Betriebsräte, Personalführungskräfte, Schiedsmänner und Laienrichter; Bei dem Seminar war auch die Justizministerin von NRW anwesend. Ebenso waren Freuenrechtsgruppen der SPD und sogar ein Richter vom Amtsgericht Düsseldorf anwesend, der mehrmals sage, das wäre alles so in Ordnung. Dort wurde genau die von Ihnen genannte Gesprächsstragegie trainiert. Es wurde dann noch empfohnen, Aussagen abzusprechen und den Opfern Gewalttätigkeit nachzusagen. Mir wurde sogar übelgenommen, daß ich Veranstaltungen mit diesen Thematiken verlassen habe; Deshalb wurde mir von dem Richter nahegelegt, mein Ehrenamt als Jugendhilfsrichter aufzugeben, was ich auch tat.

    26. September 2012 08:21

    http://derhartzivblogger.blogspot.de/2012/09/arge-mitarbeiter-erstochen-trotz.html

  4. - DioxXxid - permalink
    29. September 2012 09:11

    Es geht uns gut Frau Merkel

  5. Schlafloser, ... permalink
    29. September 2012 10:19

    … weil mich die Frage nicht losließ, was Euch geritten hat, diesen MarxLeninStalinTrotzkistendreck zu übernehmen.

    A – Verspätsommerloch
    B – Redaktör war unterzuckert
    C – Maul-Wurfprämie
    D – Sabonächtelang durchgesoffen
    E – Zuviele Scherzkekse genascht
    F – Start einer Genossenversuchsreihe
    G – Pausenclownsyndrom
    H – Wasserkopfausfluss
    I – Gittfaktor
    J – aja heißt, leckt mich doch alle am Arschgeweih
    K – FAU-Entzugserscheinungen
    L – aaangeweile
    M – Unausgelebte sadomaso-christliche Phantasien
    N – Spaltpilzsuppenkasperletheaterdirektorambitionen
    O – pfer eines Hackerangriffs
    P – Artikel wurde mit Zufallsgenerator ermittelt
    Q – Kaffee ins Ohr geklatscht, weil das letze Bier schlecht war
    R – Es sind eh nur noch 3 Monate bis zum Weltuntergang
    S – Vor lauter Haaren das Toupet nicht mehr gefunden
    T – Vegetariernachweis verloren
    U – (siehe X)
    V – ogelfrei seit Therapieabbruch
    W – olkenkuckucksheimbewohner geworden
    X = U
    Y – es
    Z – onstiges

    • punk permalink
      30. September 2012 21:30

      mining und louising hat dienst geschoben.

  6. Das große Opfern - Hartz IV und sein Sanktionsrepertoire permalink
    2. Oktober 2012 16:54

    Quelle: http://ad-sinistram.blogspot.de/2012/10/das-groe-opfern.html

    Das große Opfern (Montag, 1. Oktober 2012)
    Hartz IV und sein Sanktionsrepertoire, das der teils willkürlichen Auslegung von Kommunen und Sachbearbeitern unterordnet ist, hat eine Front geschaffen. An dieser Front gibt es Opfer verschiedener Provenienz. Meist sind es stumme Opfer, die keiner körperlichen Gewalt ausgesetzt werden, sondern der finanziellen Garotte, die langsam aber sicher die Atemwege zuschnürt. Und manchmal sind es Opfer in fortissimo, was heißt: nicht sie sind laut, sondern der Rummel um sie, um die körperlichen Übergriffe an ihnen. Wie sich letzte Woche zeigte, können diese Übergriffe auch tödlich sein.

    Die Front scheint gnadenlos. Sie bringt Menschen in Stellung, sie läßt in Gräben, die wir Jobcenter getauft haben, Bürger aufeinander zielen. Sie macht Hass und Abneigung und manifestiert Feindschaften.

    An dieser Stelle wurde oft genug darüber schwadroniert, wie man die, die nichts haben, die nichts mehr finden, die von einem Arbeitsmarkt aussortiert wurden, der rücksichtslos an Profite gebunden ist, behandelt werden, sofern sie einen Leistungsanspruch nach SGB II nachgewiesen haben. (…)

  7. Hartz-IV-Empfänger redet Tacheles permalink
    5. Oktober 2012 21:13

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: