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„Hafen-Vier“ bereit zum Sympathiestreik

19. September 2012

Die Ortsgruppe Nr. 4 Göteborg des schwedischen Hafenarbeiterverbandes hat beschlossen, am Generalstreik der europäischen Hafenarbeiter teilzunehmen. Der Streik richtet sich gegen die geplante Deregulierung in Portugals Häfen. „Es geht um Arbeitsplätze und die Erhaltung von Arbeitsbedingungen in den Häfen,“sagt Erik Helgeson, Kassierer der Ortsguppe 4, („Hafen-Vier“). Zu den Forderungen der EU im Rahmen der „Krisen-Hilfe“ gehört die Deregulierung den portugiesischen Häfen, sowie die Aufhebung der strikten Arbeitsteilung zwischen Schiffsbesatzungen und Hafenarbeitern. Sich an die Seite der portugiesischen Hafenarbeiter zu stellen ist für die „Hafen-Vier“ unvermeidlich. „Sie sind die ersten in einem Prozeß, der alle Häfen betreffen wird. Wenn wir jetzt nicht mobilisieren, werden sie sich Land für Land, Hafen für Hafen vornehmen. Schlußendlich sind wir an der Reihe, und dann gibt es niemanden, der uns unterstützen kann,“ sagt Erik Helgeson zur syndikalistischen Wochenzeitung Arbetaren.

Die portugiesischen Hafenarbeiter haben seit mitte August mehrmals gestreikt. Nun sammeln sich Europas Hafenarbeiter in der Europäischen Hafen-Internationale EDC zur Gegenoffensive. „Wir hoffen mit unseren Sympathiestreiks alle Häfen Europas stillzulegen. Das wird ein verdammt turbulenter Herbst und Winter,“ so Erik Helgeson. Die anderen Ortsgruppen des Hafenarbeiterverbandes werden, eine nach der anderen, Stellung zu der Frage nehmen. Die Sympathiemaßnahmen werden dann durch den EDC koordiniert und werden Ende dieses Monats stattfinden. Der Hafenarbeiterverband gehört dem reformistischen Gewerkschaftsbund LO nicht an. Obwohl der Hafenarbeiterverband die Mehrheit der Hafenarbeiter organisiert, ist es der LO-Verband „Transport“, der Tarifpartei ist. Deshalb ist der Hafenarbeiterverband nicht an eine Friedenspflicht gebunden.

(Nach einem Artikel von Axel Green in Arbetaren #36/2012)

Erik Helgeson, Kassierer der „Hafen-Vier“

6 Kommentare leave one →
  1. A.d.Ü. permalink
    19. September 2012 09:56

    Erik Helgeson, Kassierer der “Hafen-Vier”,
    ist natürlich nicht der Autor. Die letzte Zeile ist die Bildunterschrift zum verlorengegangenen Foto von Erik. Das sehenswerte Bild gibt es bei:

    http://arbetaren.se/artiklar/hamnfyran-redo-for-sympatistrejk/

    • Oldschool permalink
      19. September 2012 20:07

      Der Kollege ist wirklich sehenswert. Ein sympathischer Genosse.

      • Erika permalink
        20. September 2012 18:10

        Gell?
        Im doppelten Wortsinn: Ein Bild von einem Mann.

  2. Chantal permalink
    19. September 2012 16:52

    „Wenn wir jetzt nicht mobilisieren, werden sie sich Land für Land, Hafen für Hafen vornehmen.“

    Es ist so einfach und es kapieren die wenigsten, bzw sie richten ihr Handeln nicht danach.

  3. Hafenstreik permalink
    26. September 2012 22:40

    The Swedish Dockworkers‘ Union stopped production all around Sweden yesterday during a one-hour solidarity strike in support of the struggling Portuguese dockworkers. The turnout for the strike assemblies was good and morale amongst the strikers high.
    The International Dockworkers‘ Council’s (IDC’s) coordination office in Barcelona reports that the international work stoppages between 08 and 09 AM were a success in the other European countries as well.

  4. Hafenarbeitergewerkschaft contterm: »Wir wollten uns das nicht bieten lassen« permalink
    3. Oktober 2012 04:41

    Woher kommt und was will die neue Hafenarbeitergewerkschaft contterm? Ein Gespräch mit Wolfgang Kurz
    (Interview: Jörn Boewe Quelle: junge welt, 02.10.2012 / Betrieb & Gewerkschaft)

    Wolfgang Kurz ist Erster Vorsitzender von »Contterm – Fachgewerkschaft Deutsche Seehäfen«
    Warum ist die Hafenarbeitergewerkschaft contterm entstanden?
    Es ging um die Schließung des Containerterminals Tollerort hier im Hamburger Hafen im Januar 2009. Ich war damals selbst noch ver.di-Funktionär. Der Betreiberkonzern wollte das relativ schnell durchziehen. Gerüchte darüber kursierten im Hafen, aber unsere ver.di-Vertreter im Aufsichtsrat verweigerten uns – den betroffenen Beschäftigten, ver.di-Mitgliedern – über Monate jede Auskunft. Auf unsere Nachfragen erklärten uns der zuständige ver.di-Sekretär und unser Gesamtbetriebsratsvorsitzender, die beide im Aufsichtsrat saßen: »Wir wissen von nichts.« Ganz offensichtlich versuchten sie, die Belegschaft für dumm zu verkaufen, um die Schließung in Ruhe über die Bühne zu bringen. Wir wollten uns das nicht bieten lassen. Gemeinsam mit einigen Kollegen von Eurogate und dem Gesamthafenbetriebsverein nahmen wir die Gründung der contterm in Angriff. Im Dezember 2009 wurde diese dann formell vollzogen. (…) http://www.jungewelt.de/2012/10-02/005.php

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