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ASG Hamburg: Pleitegeier Airbus

13. Juli 2012

Die Anarchosyndikalistische Gruppe Hamburg-Altona informiert: In einem Flugblatt informierte der Vertrauensleutekörper der Rüstungskonzerns und Luftfahrtzulieferers DIEHL seine Kolleginnen und Kollegen über die Gespräche um einen IGM-Zukunftssicherungsvertrag, um die Leiharbeit zu begrenzen und die Arbeitsplätze zu sichern. Das hier veröffentliche Dokument der Hilflosigkeit macht deutlich, wozu „Zukunftstarifverträge“ gut sind – sie sind ein tarifliches Schmiermittel zum Arbeitsplatzabbau und zur Lohndrückerei. Er hilft einzig und allein der Beschäftigungssicherung für die IGM-Funktionäre.

Jede/r sollte sofort sehen, worauf das hinausläuft. Der VLK macht seinem Ärger über die unbefriedigende Verhandlungssituation gehörig Luft – und der Betriebsrat stimmt in Abstimmung und unter Federführung der IGM dann den „notwendigen Anpassungen“ einvernehmlich (oder nach einem weiteren harmlosen Warnstreik) zu. Hier geht es um Massenentlassungen, die klar und deutlich die Belegschaft beim Airbus-Zulieferer DIEHL von derzeit 530 auf 480 Mitarbeiter/innen zum 1.1.2017 ankündigt. Außerdem werden die Zeitarbeitskonten pro Mitarbeiter um 135 Stunden schlicht und ergreifend gekürzt. Das ist Lohnraub der allerfeinsten Sorte, wenn es dazu kommen sollte. Aber wäre das nicht der Anteil der Belegschaft, um die Jobs zu sichern, der vertretbar wäre? Aber weitere lest selbst und freut euch, daß wir im Norden an der Elbe so frische Luft haben …

Um aber das Dilemma bzw. den Interessenkonflikt in diesem Rüstungskonzern deutlich zu machen: die unterzeichnenden Vertrauensleute sind (fast) alle gleichzeitg auch Betriebsräte. Umgekehrt wie Betriebsräte automatisch Mitglied im VLK sind, wird hier die Meinung der Mitgliedschaft noch weiter auf die Spitze getrieben und die innergewerkschaftlichen Einflußmöglichkeiten („Demokratie“) ad absurdum geführt. Der VLK soll die Basis der IGM im Betrieb vertreten – der Betriebsrat muß (ob er will oder nicht) mit dem Unternehmen „vertrauensvoll zum Wohle des Betriebes“ zusammenarbeiten. Wenn beide „gewerkschaftlichen“ Gremien nun identisch sind – was dann?

Wir werden weiterhin aus Finkenwerder berichten – Airbus plant ein US-Werk, EADS will europäische Drohnen bauen – und die Zulieferbetriebe erpressen ihre Belegschaften, um weiterhin Profit zu maximieren.

Unsere erste Information zu DIEHL/Airbus von 15. Januar 2012 könnt ihr hier nachlesen: https://syndikalismus.wordpress.com/2012/01/15/asg-hamburg-der-airbus-diehl/

ASG Hamburg-Altona, 12. Juli 2012

Blog der ASG Hamburg

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