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Demonstration gegen den Mord an Christy Schwundeck

27. Mai 2012

In Gedenken an Christy Orordion Schwundeck versammelten sich am 19. Mai 2012 Mitglieder der Initiative Christy Schwundeck, THE VOICE Refugee Forum und der KARAWANE vor dem Jobcenter in der Mainzer Landtstrasse in Frankfurt am Main, wo Christy ein Jahr zuvor unter nicht aufgeklärten Umständen von einer Polizistin erschossen wurde. Das Verfahren zur Aufklärung ihres Mordes wurde im März eingestellt. Eine Demo für die Aufklärung der Todesumstände ist für den 2. Juni 2012 geplant. Für Christy Schwundeck und alle die anderen Opfer rassistischer Polizeigewalt!

2.Juni, 13°° Hauptbahnhof Frankfurt/M. Mehr auf: http://initiative-christy-schwundeck.blogspot.de/

Demonstration am 2.Juni! Aufklärung, immernoch!

Christy Schwundeck ist nun schon seit einem Jahr tot und immer noch wissen wir nicht, wie es zu ihrer Tötung kam. Trotzdem wurde nun das Ermittlungsverfahren gegen die schießende Polizistin eingestellt! Sollen wir also wieder akzeptieren, dass der Tod einer Schwarzen Person nicht aufgeklärt wird? Dürfen Polizisten in diesem Land einfach Menschen töten ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden?

Wir trauern um Christy, sind aber auch wütend und werden am 2.Juni für die Wiederaufnahme der Ermittlungen demonstrieren! Wir fordern euch alle auf, mit uns für Gerechtigkeit und Aufklärung auf die Straße zu gehen!

Für Christy Schwundeck und alle die anderen Opfer rassistischer Polizeigewalt! 2.Juni, 13°° Hauptbahnhof

Presseerklärung

zur Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Frankfurter Polizeibeamtin durch die Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Am 19.05.2011 war die zum damaligen Zeitpunkt 39 Jahre alte Christy Schwundeck im Frankfurter Rheinmain Jobcenter nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit zwei Polizeibeamten durch Schußwaffengebrauch zu Tode gekommen. Vorausgegangen war nach Aktenlage ein Disput zwischen der aus Nigeria stammenden und seit Mitte der Neunziger Jahre in Deutschland lebenden Frau und einem Sachbearbeiter der Arbeitsagentur, welcher ihr die Barauszahlung von Hartz-IV-Leistungen unter Hinweis auf eine Banküberweisung verweigert hatte.

Nachdem Frau Schwundeck sich geweigert hatte, die Arge ohne Auszahlung zu verlassen, wurde eine Polizeistreife hinzugezogen, welche die Hartz-IV-Bezieherin zum Verlassen des Gebäudes veranlassen wollte. Im Zuge der Kontrolle zog Frau Schwundeck auf einmal ein Messer, in dem folgenden Handgemenge zog sich der Polizeibeamte am Arm sowie im Bauchbereich Stich-und Schnittwunden zu. Seine Kollegin hatte den Raum bereits rückwärts verlassen und stand im Flur, als der männliche Beamte mit jetzt gezogener Waffe Frau Schwundeck aufforderte, das Messer fallen zu lassen. In diesem Moment schoß die Polizeibeamtin, welche ebenfalls ihre Dienstwaffe gezogen und Frau Schwundeck zum Fallenlassen des Messers aufgefordert hatte, aus einer Entfernung von etwa 2,5 Metern vom Flur aus auf die im Zimmer stehende Hartz-IV-Bezieherin, welche mit einen Bauchschuß zu Boden ging und wenig später in der Klinik verstarb.

Am 30.01.2012 hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main das gegen die Polizeibeamtin geführte Ermittlungsverfahren unter anderem mit der bemerkenswerten Begründung eingestellt, es müsse zugunsten der Beamtin angenommen werden, daß sie auf einen „guten Ausgang“ des Schußwaffeneinsatzes vertraut habe. Zwar hätten die verfügbaren Zeugenaussagen Zweifel aufkommen lassen, ob sich Frau Schwundeck überhaupt auf die im Flur stehende Polizistin zubewegt habe, allerdings sei dies der beschuldigten Polizistin auch nicht zu widerlegen gewesen. Zudem sei die Polizistin aber auch durch Notwehr gerechtfertigt gewesen: Ein Warnschuß, ein Schuß in die Extremitäten oder ein milderes Mittel wie der Einsatz von Pfefferspray oder eines Schlagstockes sei wegen des verbleibenden Risikos eines Angriffs für die Beamtin nicht zumutbar gewesen. Die Frankfurter Strafverteidiger Thomas Scherzberg und Michael Koch vertreten den deutschen Ehemann bzw. den in England lebenden Bruder der Getöteten. In ihrem Auftrag haben beide Rechtsanwälte Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung eingelegt, die im Anhang dieser Presseerklärung beigefügt ist. Das Ziel ihrer Mandanten ist es, eine Antwort der Ermittlungsbehörden darauf zu erhalten, warum ein Mensch so unvermittelt durch polizeilichen Schußwaffeneinsatz zu Tode kommen mußte, obwohl anwesende Tatzeugen die Angriffsversion der Beamtin nicht hatten bestätigen können. Klarheit kann hier nur ein öffentlicher und um restlose Aufklärung des Tatgeschehens vom 19.05.2011 bemühter Strafprozeß bringen.

Frankfurt am Main, 21.03.2012

RA Thomas Scherzberg / RA Michael Koch

We protest against the German Police Murder of a Nigerian woman in the Frankfurt Job Center –
Why was Christy Schwundeck Killed?

http://thevoiceforum.org/node/2548

Demonstration on Saturday, 2nd June 2012 at 13pm (Hauptbahnhof Frankfurt am Main)

We Look Forward to your Participation! We still Demand : Investigations and Justice!

On the 19th May 2011 Christy Schwundeck, a Black Woman from Nigeria, was shot by a Policewoman inside the Jobcenter Gallus. At a Press Conference a few hours after the incident, The Public Prosecutor of Frankfurt alleged that it was clearly a case of self-defense as Christy Schwundeck had attacked the Policewoman with a Knife.

The echo in the Press portrayed her as an aggressive rioting person. But today we know, that it could never have been in self-defense, because Christy Schwundeck was shot in the presence of another Police officer and at least one Social worker, by a Policewoman who stood merely at the entrance and as such could not be immediately threatened by Christy. Early this Year, Judicial inquiries against the Policewoman were suspended. A year after Christy`s death, her Family and the Public still has no idea about the circumstances that led to her being Shot! In Consideration of the many unanswered questions and absurdities, we are astonished and furious at the same time! WE ASK: Why should we accept, that the Police shoots a Black Woman from Nigeria, without facing judicial consequences? How could it be, that the Proceedings have been suspended based on ,,Self-defense� even though the Policeman and other Witnesses involved could not confirm this allegation ?

How could it be, that 2 Police Officers are not capable of disarming Christy Schwundeck or to de-escalate the situation? WE ASK: Should we accept again, the fact that the Killing of a Black person remains unresolved? Who is next? We also remind of other Victims of Police Violence, whose Deaths have never been resolved: Mariame N`Deye Sarr, Dominique Koumadio and Oury Jalloh.

WE DEMAND: The immediate reopening of investigations against the Policewoman. The Appointment of an Independent Investigations Committee, Reconstruction of events on the 19.05.2011 and Public proceedings. Justice for Christy Schwundeck, and all the other victims of Racist Police violence. The Immediate Stop of Attacks aimed at The Black Community!

Demonstration on Saturday, 2nd June 2012 at 13pm (Hauptbahnhof Frankfurt am Main)

We Look Forward to your Participation!

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  1. 28. Mai 2012 00:20

    Reblogged this on Ubeudgen’s Blog.

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