Zum Inhalt springen

Der Tod eines Anar­chisten in der Domi­ni­ka­ni­schen Republik

21. Mai 2012

Wer war dieser frühe anar­chis­ti­sche Hippie, der in der Karibik seinen gewalt­samen Tod fand? Fila­reto’ wurde am 24. Juli 1880 als Sohn von Ludwig und Elise Gold­berg in Berlin-Weißensee geboren, wohin die Familie zwei Jahre zuvor gezogen war. Sein Vater war 1892 der dritt­größte Steu­er­zahler im Bezirk. In der dor­tigen Feldt­mann­straße unter­hielt er eine Pri­vat­klinik, gleich­zeitig war er als Armen­arzt bekannt. Der Vater war in der jüdi­schen Gemeinde aktiv und gehörte in Alt-Weißensee zwi­schen 1898 und 1904 der jüdi­schen Reprä­sen­tan­ten­ver­samm­lung an.

Fila­reto machte seinen Schul­ab­schluss in Bran­den­burg und stu­dierte von 1900 bis 1904 Medizin an der Ber­liner Uni­ver­sität und in Frei­burg. Seine Dok­tor­ar­beit han­delt von der »hys­te­ri­schen Blind­heit«. In dieser Zeit kam er sowohl mit der Espe­ran­to­be­we­gung, die durch eine gemein­same Lengua franca die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­b­lene unter der Welt­be­völ­ke­rung über­winden wollte und in der linken Bewe­gung Anfang des Jahr­hun­derts viele Anfänger fand, als auch mit den Ideen von Fried­rich Nietz­sche in Kon­takt. 1905 zog er nach Berlin-Weißensee und ließ sich als Arzt nieder, Später arbei­tete er als Arzt im städ­ti­schen Kran­ken­haus in Fried­richs­hain. Gold­berg hei­ra­tete, bekam eine Tochter. Am 15. Mai 1910 trat er aus der jüdi­schen Gemeinde aus.

In diesen Jahren gehörte Dr. Hein­rich Gold­berg bereits zur Ber­liner Boheme, hatte Kon­takt mit Anar­cho­syn­di­ka­listen, Liber­tären und Naturan­hän­gern. Er selbst bezeich­nete sich als Anar­cho­kom­mu­nisten. Wäh­rend des Ersten Welt­krieges gehörte er pazi­fis­ti­schen Kreisen an. Um sich sam­melte er einen Kreis von Men­schen, die einen uto­pi­schen Kom­mu­nismus ver­traten und einer Rück­be­sin­nung auf das länd­liche Leben das Wort redeten. Damit ver­bunden war das Leben in freier Natur, Frei­kör­per­kultur, die Ableh­nung von tra­di­tio­nellen Fami­li­en­struk­turen und jed­weder bür­ger­li­cher Normen sowie die freie Liebe.

Zum ganzen Beitrag geht es hier: Womblog.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: