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Libertäre 1. Mai Demonstration in Dresden

4. Mai 2012

Am 1. Mai 2012 gab es wie in vielen anderen Städten auch in Dresden eine libertäre Demonstration zum 1. Mai. Dem Demo-Aufruf des Allgemeinen Syndikat Dresdens (Teil der FAU IAA und der FdA IFA) folgten 85-90 Menschen.

Die Demonstration führte durch den Stadtteil Pieschen, der vor allem von prekär Beschäftigten, Arbeitslosen und anderen einkommensschwachen sozialen Schichten bewohnt wird. Trotz enormer Nachmittagshitze und einer beachtlichen Routenlänge von 7 km waren die Teilnehmenden durchgängig laut, motiviert und in der Erfindung immer neuer Sprechchöre und Gesänge äußerst kreativ. Obwohl das örtliche FAU-Syndikat noch recht jung ist, bezogen sich ein nicht geringer Teil der Transparente und Parolen auf die Gewerkschaftsföderation.

Die Auftaktkundgebung um 16 Uhr am Bahnhof Neustadt hatte zunächst die Forderungen der Demonstration zum Thema. So forderten die Organisator*innen dazu auf, sich für die Kollektivierung von Betrieben, Freiflächen und Häusern aber z.B. auch alternative Bildung stark zu machen. Gleichzeitig wurde die Kriminalisierung spontaner, politischer und solidarischer Streiks sowie die anhaltende Repression gegen die außerparlamentarische Opposition verurteilt. Angegriffen wurden ebenso die anhaltende Verschärfung des urbanen Wohnungsmarktes, der weiter voran getriebene Sozialabbau und die mangelnde Selbstbestimmungsmöglichkeiten bei der Gestaltung der Stadt Dresden.

Auf dem Weg über die Leipziger Straße zur ersten Zwischenkundgebung wurde aus einem Haus heraus Wasser auf die Polizei-Reihe vor der Demo gekippt. Wenig später erreichte der Demonstrationszug Altpieschen. Hier sprach ein FAU-Mitglied aus Freital aus einem alltagsbezogenen Blickwinkel über die Gründe sich in der FAU zu organisieren. Die Nächste Kundgebung wurde vor dem selbstverwalteten und antifaschistischen Hausprojekt RM16 abgehalten. Nach einer kurzen Grußbotschaft an die Bewohner*innen folgte ein Redebeitrag eines Dresdner Mitglieds über die Entwicklung und Schwachstellen der Zentralgewerkschaften, insbesondere derer im DGB und zeigte mögliche Gegenkonzepte auf. Die dritte Kundgebung wurde vor dem 2010 kurzzeitig besetzen Gebäude Liststraße 8 abgehalten. Hier wurde der Verlauf der Besetzung aber vor allem die Entwicklung des Dresdner Wohnungsmarktes und die Auswirkungen für Obdachlose und Geringverdienende thematisiert. Aufgrund der enormen Hitze wurde von der Moderation auch ein Stimmungsbild eingeholt, ob die Veranstaltung gleich beendet werden soll, was einstimmig von den Teilnehmenden abgelehnt wurde. Die Demonstration endete wieder am Bahnhof Neustadt mit einer ergreifenden Rede der neugegründeten FAU-Initiative Chemnitz die zur solidarischen Organisierung in allen Lebensbereichen aufrief und sich anschließend kurz vorstellte. Mit der anschließenden Sammlung von Spenden war es möglich die Kosten für die Demonstration (Druck, Leihgebühren, Treibstoff) zu refinanzieren. Abschließend wurde den Teilnehmenden angeboten, sich in den Emailverteiler des lokalen Syndikats einzutragen und ein Interview mit dem Radio-Sender ColoRadio geführt.

Schon im Vorfeld hatte es im Rahmen der emanzipatorischen Tage im AZ Conni einen zweitägigen Infostand des Allgemeinen Syndikats gegeben. Am Samstag erschienen dann einige nette Menschen zum öffentlich angekündigten Malen von Transparenten.

Im Anschluss an die Demonstration wurde zu einem gemeinsamen Auswertungstreffen im Stammlokal des Syndikats aufgerufen, zu dem nochmal fast ein Viertel der Teilnehmenden erschien. Positiv wurde die Kreativität und die Anzahl an Demonstrationsmitteln bewertet. Auch das Lautsprecherwagen ein Kasten Wasser für die Demonstrierenden mitgeführt wurde erwies sich als sehr nützlich. Die Anzahl der Demo-Teilnehmenden wurde vor dem Hintergrund vieler anderer gleichzeitiger Veranstaltungen und den klaren Konsens gegen Fahnen von Parteiorganisationen und eine allgemein recht radikale Mobilisierung als sehr zufriedenstellend bewertet. Gleichzeitig wurde aber die recht geringe Mobilisierung und die späte Anfrage an andere Initiativen für Redebeiträge im Vorfeld als Schwachstelle angesehen.

Die Organisator_innen bedanken sich bei allen Teilnehmenden, dem beteiligten Fahrzeug-Kollektiv, dem anarchistischen Demo-Kollektiv, ColoRadio und der Chemnitzer FAU-Initiative.

Quelle: Indymedia

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