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Helen Graham über Seidmans „Gegen die Arbeit“

3. Mai 2012

Folgenden Text entnehmen wir der Webseite der soeben erschienen siebten Ausgabe der Barrikade. Er ist das redaktionelle Vorwort der Barrikaden-Redaktion zum Schwerpunktthema „Gegen die Arbeit“.

Helen Grahams Rezension der Originalausgabe von Michael Seidmans Buch »Gegen die Arbeit« – die wir hier erstmals in deutscher Übersetzung vorlegen – erschien 1992 in der Zeitschrift des Amsterdamer Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG) [1]. Seidman erwähnt in dem Manuskript des Vortrags, den er zur Vorstellung der deutschen Übersetzung seines Buches im Oktober 2011 in verschiedenen deutschen Städten hielt, und der in der »graswurzelrevolution« und im Internet veröffentlicht wurde [2], diese Rezension in Anmerkung 8 seines Vortragsmanuskripts – eigentümlicherweise aber allein im Zusammenhang mit den »älteren Schwestern« einer »neue[n] Generation von Feministinnen«: diese »älteren Schwestern« hätten »dem Buch anfangs recht kritisch gegenüber gestanden«, während die »neue Generation (…) die Anerkennung zu schätzen« wußte, »die Gegen die Arbeit der besonderen Rolle der Frauen als Widerständlerinnen entgegenbrachte, insbesondere ihren hohen Fehlzeiten und ihrer relativ geringen Identifikation mit dem Arbeitsplatz«. Michael Seidman unterstellt damit offenbar, daß Helen Grahams Kritik sich auf seine Beschreibung der Rolle der Frauen im Kampf »gegen die Arbeit« konzentrieren würde – ein Aspekt, den sie, wie hier unschwer nachzulesen ist, lediglich in ein paar Sätzen abhandelt.

Karl Heinz Roth und Marcel van der Linden ignorieren Helen Grahams Rezension in ihrem Vorwort zu der deutschen Ausgabe [3] von Seidmans Buch übrigens völlig, obwohl sie diverse Kritiken der ersten Ausgabe aus dem akademischen Spektrum anführen. Diese schätzen sie durchgängig ein als »eher ratlos« oder »Randprobleme« – wie »eine mögliche Überschätzung der Stärke der französischen Bourgeoisie oder die mangelnde Berücksichtigung komplementärer Studien über den Arbeiterwiderstand in der Sowjetunion« – diskutierend, oder daß sie »Anstoß an der explizit betonten Konfrontationsstellung, die Seidman gegenüber den dominierenden – modernisierungstheoretischen und marxistischen – Strömungen der Arbeitergeschichtsschreibung« nehmen werden.

[J.S.]

Hier als pdf-Datei die Rezension im Original. Spannend ist übrigens, daß Marcel van der Linden in seinem Vorwort, das er zusammen mit Karl Heinz Roth schrieb,  eben diese Rezension nicht erwähnt. Und das, obwohl er Forschungsdirektor des Amsterdamer Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG) und Professor für die Geschichte der sozialen Bewegungen an der Universität von Amsterdam ist. Außerdem ist er Vorstandsmitglied der Bremer Stiftung für Sozialgeschichte – zusammen mit Karl Heinz Roth.

Die deutsche Übersetzung findet sich in der Print-Ausgabe der Barrikade.

Quelle: Homepage der Barrikade

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