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David Chichkan: Anarchistische Kunst

26. März 2012

Die folgenden Bilder des anarchistischen Künstlers David Chichkan wurden zuerst auf der deutschen Indymedia Seite veröffentlicht. Es dauerte nicht lange dann folgten auch schon die ersten Kommentare a la: „Mackerscheisse“, „Peinlich“, „Gewaltverherrlichend“ etc. Der bürgerliche Einfluss in der radikalen Linken bzw. der anarchistischen Szene macht sich eben auch bei der Kunst mit solchen Aussagen deutlich. Wir hingegen finden die Bilder äußerst gelungen. Sie veranschaulichen den Kampf um Freiheit und Würde gegen die Übel und die Auswüche der patriachalisch-kapitalistischen Gesellschaft. Mehr davon!

Einen Artikel mit Interview mit dem Künstler David Chichkan (in ukrainisch) findet sich hier.

 

 

 

23 Kommentare leave one →
  1. 26. März 2012 09:23

    naja, ihr macht es euch aber auch sehr einfach, indem ihr sagt, das sei „bürgerliche“ Kritik und deswegen nicht einmal im Ansatz ernstzunehmen.

    Ja, manche der indy-Kommentare wirken lächerlich. Dennoch ei den Bildern die Gewalt darstellen (und die ihr hier gar nicht zeigt), ist es durchaus gut und wichtig zufragen, ob solche Bilder unser Selbstverständnis prägen sollten. Und nur weil ihr mit identity-politics nichts anfangen könnt, heißt das auch nicht, dass mensch sich nicht kritisch mit der Darstellung von Geschlecht auseinandersetzten darf (auf den Bildern stehen die Frauen meist schön rum, während alle die prügeln eher männlich wirken). Die Geschlechterverhältnisse sind KEIN Nebenwiderspruch!

    Und dann ist da noch das Bild wo die RAF verherrlicht wird und mit Anarchismus in Verbindung gebracht. Das geht gar nicht! Da ist jede Kritik daran legitim. Die RAF darf kein Vergleich für uns sein!

    (p.S.: Aber viele der Bilder finde ich gut, davon kann es ruhig mehr geben.)

  2. Baadermeinhofscheißdrecksbande permalink
    26. März 2012 13:51

    Das Bild mit den beiden Fressen und das A im Kreis passt echt nicht, da brauchen sie wirklich mal Nachhilfsgeschichtsunterricht (indy-kommentar).
    Der Text Leninisten mit Knarre müsste dringend ins Ukrainische übersetzt werden 😉
    Da ieht man mal wieder, wie weit die Staatspropaganda wirkt!!!!!
    Von wegen RAF = Anarchistische Gewalttäter

    ALSO: Den Planet Wissen zurückerobern 😉

    Ansonst spitzenmäßig gute Arbeiten!

  3. punk permalink
    26. März 2012 15:08

    was bedeutet das (E)?

  4. Juppi permalink
    2. April 2012 10:49

    ja ich find die bilder ja auch fett .

    aber genossen : Wo sin die den Kauflich zu erwerben?

  5. Wie Künstler die Welt entschlüsseln permalink
    12. Dezember 2012 00:26

    Geheime Gesellschaften – Wie Künstler die Welt entschlüsseln

  6. Ⓐ Arte y anarquía Ⓐ permalink
    14. Dezember 2012 18:28

    Arte y anarquía

  7. Ⓐ "La anarquía del silencio. John Cage y el arte experimental". Julia Robinson, comisaria Ⓐ permalink
    14. Dezember 2012 18:53

    „La anarquía del silencio. John Cage y el arte experimental“. Julia Robinson, comisaria

  8. Spezialeinheit Werwolf permalink
    21. Januar 2013 19:23

    Spezialeinheit Werwolf

    1942 in der Ukraine, nahe Winniza: In den Wäldern wird das Führerhauptquartier ‚Werwolf‘ für den Russlandfeldzug gebaut. Als die Ankunft von Adolf Hitler unmittelbar bevorsteht, soll eine russische Spezialeinheit in die schwer bewachte Anlage eindringen und ihn ermorden. Doch ein unentdeckter feindlicher Spion befindet sich in den eigenen Reihen, der die Mission gefährdet…

  9. Braune Vergangenheit: art-Magazin druckt Brief von Emil Nolde an Joseph Goebbels permalink
    1. März 2014 20:32

    Braune Vergangenheit: art-Magazin druckt Brief von Emil Nolde an Joseph Goebbels

    Hamburg (ots) – Das Magazin art zeigt in seiner März-Ausgabe einen bisher noch nie als Faksimile gedruckten Brief des Künstlers Emil Nolde: Adressat ist Joseph Goebbels. Pünktlich zur ersten großen Nolde-Retrospektive seit 25 Jahren im Frankfurter Ständel-Museum bestätigen sich damit die Erkenntnisse zu Noldes nationalsozialistischen Einstellungen.

    In der Kritik stand Emil Nolde bereits aufgrund antisemitischer Passagen in seiner Autobiografie. Er selbst empfand seine Kunst als urdeutsch und bejubelte Hitlers Machtübernahme. Er konnte nicht fassen, dass die Nazis seine expressionistischen Arbeiten als „entartet“ bezeichneten und ihm ein Berufsverbot erteilten. Das Magazin art druckt nun einen Brief aus dem Berliner Bundesarchiv, den Nolde am 02. Juli 1938 an Joseph Goebbels schrieb. Ziel war, beschlagnahmte Bilder wiederzuerlangen. Er preist sich dabei als NSDAP-Mitglied an und argumentiert, dass er „als fast einzigster deutscher Künstler in offenem Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst (…) gekämpft habe“. Seine Werke seien „deutsch, stark, herb und innig“. Er unterschreibt regimeergeben mit „Heil Hitler“.

    Die große Retrospektive im Frankfurter Ständel-Museum zeigt, wie eng Noldes farbenprächtige Bilder und seine braune Vergangenheit verbunden sind.

    Der vollständige Artikel „Noldes dunkle Seite“ ist in der März-Ausgabe von art zu finden.

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-02/29485202-braune-vergangenheit-art-magazin-druckt-brief-von-emil-nolde-an-joseph-goebbels-007.htm

  10. The Black Rider - Preparation - generale 19.Feb 2014 permalink
    4. März 2014 18:32

    The Black Rider – Preparation – generale 19.Feb 2014

    Musical von Tom Waits, WS Burroughs, Bob Wilson.
    Insz./ Ausstattung: Albrecht Hirche
    Musikalische Leitung: Doris Kleemeyer
    Maske: Anna-Helen Giese / Ina Wiegleb
    Licht: Uwe Wegner
    Ton: Reinhard Frye / Oliver Sinn
    Staatstheater Hannover – Ballhof1 – 2014

  11. Jonathan Meese "Die kritische Masse" --- 2013 Mannheim permalink
    13. März 2014 21:18

    Jonathan Meese „Die kritische Masse“ — 2013 Mannheim

    MANNHEIM, DEUTSCHLAND – Jonathan Meese zelebriert am 26. Juni 2013 im Nationaltheater Mannheim seine wohl vorerst letzte öffentliche Performance.
    Nur drei Wochen vor seinem Gerichtsprozeß wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen vor dem Amtsgericht Kassel entfacht Meese bei den 17. Internationalen Schillertagen im Nationaltheater Mannheim unter dem Motto „Die kritische Masse“ eine künstlerische Generalabrechnung mit der Weltsekte „Demokratie“. Bei diesem Auftritt, der wohl zu seinen radikalsten überhaupt zählen dürfte, folgt Meese völlig entfesselt seinem Performance-Titel „GENERALTANZ DEN ERZSCHILLER (GUIDO QUILLER IST DER TOTALSTE DON GIN SCHILLER, BALLETIERT EUCH, WIE SCHNURRL‘ – NONNINEI, ES BRUZZELTS: DR. SCHILLERZ) (SCHILLER MI ON, S. V. P.)“ vor ausverkauftem Haus etwa zweieinhalb Stunden lang und trifft dabei den Nerv des demokratischen Pressetums derart, so dass am Tag darauf eine gleichgeschaltete Medienhysterie gegen die Kunst durch die Medienlandschaft fegt. Schliesslich eröffnet die Staatsanwaltschaft Mannheim ein Ermittlungverfahren gegen den ERZ-Großkünstler. Jedoch auch diesmal wird die Strafverfolgung, wie schon im Prozeß in Kassel, Anfang Januar 2014 ohne wenn und aber mit dem Ergebnis eingestellt: JONATHAN MEESE IST KUNST !!!
    Es lebe die K.U.N.S.T. …

    Der Film ist ein Propagandawerk von Jan Bauer

    http://www.jonathanmeese.com
    http://www.propagandawerk.org

  12. The Ukrainians permalink
    26. Juni 2014 21:58

    The Ukrainians
    Berlin

    QUALLEN ÜBER DER KRIM
    Von der Krim bis zum Maidan: Die DAAD-Galerie zeigt in Berlin die erste umfassende Schau ukrainischer Gegenwartskunst

    Der Künstler Yuri Leiderman vertritt eine originelle Auffassung zum Thema Krieg. „Die Ukraine und Russland befinden sich de facto im Kriegzustand“, doziert er auf der Ledercouch in seinem Atelier in Berlin-Moabit.

    „Unter diesen Umständen ist es besser, diesen Konflikt sofort mit aller Kraft auszutragen, anstatt ihn der nachfolgenden Generation zu überlassen.“ Zumindest fairer und gerechter wäre das, meint Leiderman. Tatsächlich? Sollten wir uns auf neue Großkriege freuen? Ist das künstlerisch-ironische Überhöhung oder Aufruf zum offenen Krieg? Wir wissen es nicht – wie wir überhaupt sehr wenig wissen über dieses Land, über das doch so unendlich viel geschrieben wird.

    Fest steht: Jahrzehntelang verbrachten die Einwohner der Ukraine ihren Urlaub auf der Krim – Rücken an Rücken mit Russen und anderen Völkern. Es ist schön auf der Krim, vor allem im Hochsommer. Bestes Badewetter – gäbe es da nicht diese Quallen, die vom Himmel immer wieder auf die ahnungslos Sonnenbadenden herab plumpsen, ähnlich wie die Kröten in dem einstigen Kultfilm Magnolia.

    Der Künstler Mykola Ridnyi hat 2009 ein Video über die Krim gedreht, in dem Quallen die Hauptrolle spielen. „Es gibt da Ende August eine Zeit, in der zigtausende tote Quallen am Strand herumliegen“, erzählt er in den schmalen Räumen der Berliner DAAD-Galerie, wo das Video zurzeit in Endlosschleife läuft. Einen ironischen, humorvollen Film wollte er produzieren, doch dann wurde er von der Wirklichkeit überrollt: „Genau zum Zeitpunkt unseres Drehs, im Sommer 2009, fand der russische Überfall auf Georgien statt. Insofern gibt es da eine merkwürdige Parallelität – vielleicht mit dem Unterschied, dass der Überfall auf Georgien noch viel brutaler war.“ Das Video als Vorwegnahme zukünftigen Schreckens. Mykola Ridnyi, 29 Jahre alt, wirkt ein wenig schüchtern und sehr jung, während er an der Wand der DAAD-Galerie lehnt.

    Gleich um die Ecke vom Checkpoint Charlie ist hier binnen weniger Wochen von der Kuratorin Bettina Klein eine Ausstellung aus dem Boden gestampft worden, die es in sich hat. Ein knappes Dutzend Künstler bevölkern die Schau „The Ukrainians“, angereichert durch Panels, Diskussionen und Lesungen. Die einen berichten, sie hätten 2004 Künstlerstatus erreicht, seit der Orangen Revolution also; die anderen, wie Boris Mikhailov und Jury Leiderman, sind schon eine Generation länger dabei, haben ihrerzeit in Odessa und Moskau gearbeitet und wohnen jetzt in Berlin. Eine solche Dichte ukrainischer Kunst suchte man in Deutschland bisher vergeblich. Wer freilich eine gerade Linie aufspüren möchte, eine Kohärenz jenseits des gemeinsamen Engagements, der findet kaum etwas außer individualistische Gesten und sorgsam gehütete Positionen.

    Noch nie waren Künstler so sehr teilnehmende Beobachter ihrer selbst, ihre eigenen Dokumentaristen, wie am Maidan, wo Überwachungskameras und Videokünstler unablässig filmten, als wollten sie keinen Moment dieses historischen Moments verpassen, wenn sie nicht gerade per Facebook oder Twitter verkehrten. Die „erste virtuelle Revolution“ sei das gewesen, heißt es, auch wenn vielfach noch mit Pappe und Holz hantiert wurde. Da waren die großen, obsessiven Augen zu sehen, die Oleksandr auf einem Demo-Plakat vor sich hertrug, ein Augenpaar, das der Staatsmacht signalisierte: „Ich sehe, was ihr tut.“ Nach hinten aber sandte dieses janusköpfige Schild auch eine Botschaft an die Protestierenden: „Wir lieben euch.“ Nicht schlecht für eine Revolution.

    Olesia Khomenko war den ganzen Winter über auf dem Maidan dabei. Sie gehört zur renommierten Künstlergruppe REP („Revolutionary Experimental Space“) und ist noch immer vom eigenen revolutionären Furor ergriffen. „Ich habe mich gefragt, wie ich als Künstlerin zum Gelingen der Revolution beitragen konnte, und dachte dann: Ich tue das, was ich am besten kann, nämlich zeichnen.“ Nicht den Maidan natürlich, der war ja schon der Ort einer idealen, utopischen Gesellschaft geworden, der war gleichsam selbst Kunstwerk und brauchte keine impressionistische Überhöhung mehr. Also begann sie, die Menschen am Maidan zu zeichnen, ganz einfach mit Papier und Bleistift, wie ein Straßenkünstler. Oft habe sie die Skizzen an die Leute verschenkt, sie hätten sich sehr darüber gefreut und sahen sich bestätigt. Sie habe mit Kohlepapier gearbeitet und so immer eine schwarze Kopie behalten. Darunter auch der erste Märtyrer vom Maidan, ein Armenier mit Schärpe, den sie Tage vor seinem Ableben auf dünnes Zeichenpapier bannte.

    Einen ganzen Stapel solcher Skizzen hat Olesia Khomenko nach Berlin mitgebracht. Ästhetische Schmalkost, wie aus der ersten Zeichenstunde an der Kunstakademie, wo doch in Kiew immer noch nach sowjetischer Tradition streng gegenständlich gemalt wird. Sind die simplen Porträts ein nationales Epos in Form einer Straßenzeichnung? Irgendwo zwischen Politik, Pathos und Art Brut? Sind das „The Ukrainians“, die die Ausstellung meinte – benannt ursprünglich nach einer britischen Band, die mit Ostrock-Folklore und pseudo-nationalem Ost-Kitsch aufwartete?

    Sogar in die Krankenhäuser und Leichenhallen sollen sich die Künstler diesmal eingeschlichen haben. Sie zeichneten Opfer, Schwerverletzte und Tote, Menschen, die, als sie noch lebten, von ihrer Kunst angeblich berührt waren. Doch sind die Künstler jetzt die neuen Frontberichter, ist das Lazarett das neue Atelier? „Postcards from Maidan“ – wie Kinderzeichnungen kursierten diese Zeichnungen massenweise im Internet. Sogar Rembrandts Anatomiestunde wurde von jungen Revolutionären per Ölbild nachempfunden.

    Umso obskurer das Zeichensystem, das sich die Gruppe REP hat einfallen lassen: sozusagen eine eigene Comicsprache, ein System von Hieroglyphen der Utopie – das Wörterbuch als Sprache der Utopie wird gleich mitgeliefert. Das Huhn steht für Naivität, die Gummistiefel für Fortschritt, ein davoneilender Mann im Anzug für einen fliehenden Präsidenten. Auf einer ganzen Wand der DAAD-Galerie sieht man nun ein solches Mega-Piktogramm mit Hühnchen und Pferden abgebildet. Was das soll, weiß man allerdings nicht so recht. Ein neues Esperanto, wie die REP-Künstler meinen, ist es jedenfalls nicht.

    Vielleicht muss das ja so sein: dass die Sprache der Utopie scheitert, weil schon die Utopie nicht näher benennbar ist. Inzwischen steigen auch die ersten Künstler bei REP wieder aus oder sind dabei auszusteigen, so dass sich manche in Berlin nur noch hinter vorgehaltener Hand äußern. Und dann gibt es noch die Generation der Veteranen: Boris Mikhailov, eine Generation älter als die jungen Künstler vom Maidan, hat eine herrliche Performance auf einem Kriegsschiff abgehalten. Dabei ließ er eine golden angestrichene Holzkassette wie eine Schmuckkassette präsentieren, die drei Buchstaben enthält. Es sind genau die drei Buchstaben des ukrainischen Alphabets, die es vom russischen Alphabet unterscheiden – übersetzt bedeuten die Wörter „Fuck“. Ist das noch Patriotismus oder schon deutliche Kritik des nationalistischen Wahnsinns?

    Humor, Ironie und manchmal Sarkasmus sind ein Markenzeichen der älteren ukrainischen Generation. Yuri Leiderman zum Beispiel, Künstler und Schriftsteller, handelt in seiner Kunst nach einer Logik des Absurden, die keine Logik kennt. Auch er fühlt sich von der Wirklichkeit eingeholt. „Ich habe 2007 Schauspier in Nazi-Uniformen durch die Straßen von Odessa rennen lassen. Aber jetzt ist das Wirklichkeit, bezeichnen sich Linke und Rechte, Nationalisten und Revolutionäre gegenseitig als Nazis. Wer hätte das vor Kurzem noch für möglich gehalten?“ Unterdessen spaltet die Frage des Umgangs mit Putin die ukrainische Künstlergemeinschaft. Leiderman hat einen Boykottaufruf gegen die Manifesta initiiert, der mächtig Wellen schlug, eine Biennale, die in diesem Sommer in Sankt Petersburg abgehalten werden soll. Andere, wie der Fotokünstler Boris Mikhailov, sind gegen einen Boykott. So gehen Freundschaften in die Brüche. Bisher wurde die ukrainische Künstlergemeinschaft durch den Druck von außen zusammengehalten; jetzt wirken neue Fliehkräfte.

    The Ukrainians

    DAAD-Galerie, bis 21. Juni

    http://www.daadgalerie.de

    http://www.art-magazin.de/kunst/72723/the_ukrainians_berlin

    ###

    Zum Thema auf http://www.art-magazin.de:
    http://www.art-magazin.dehttp://www.art-magazin.de/kunst/17085/artur_zmijewski_berlin

    http://www.art-magazin.dehttp://www.art-magazin.de/kunst/11585/shahzia_sikander_daad_galerie_berlin

  13. Herbert Achternbusch ~ Bierkampf permalink
    31. Januar 2015 18:48

    Bierkampf ist der Titel eines Films von Herbert Achternbusch von 1977.

    Achternbusch ist Produzent und führt Buch und Regie. Er spielt selbst „Herbert“, der wiederum mit einer gestohlenen Uniform einen Polizisten spielt, der vermutlich eigentlich keiner ist.
    Auf dem Münchner Oktoberfest (gedreht 1976) wandert dieser zunächst unsicher umher, verspürt aber bald den Respekt, den die Uniform erweckt, und beginnt sich zu betrinken und in einem Bierzelt (im Schottenhamel) Besucher des Oktoberfestes zu belästigen, indem er ihnen ihre Brezeln stiehlt und aus ihren Maßkrügen trinkt.
    Seine Frau (gespielt von Annamirl Bierbichler) ist währenddessen auf der Suche nach ihm und führt surreale Gespräche mit merkwürdig anmutenden Personen. Am Schluss des Films erschießt sich „Herbert“ aus Verzweiflung über sein Leben mit seiner Waffe.
    Der Film ist vor allem dadurch bemerkenswert, dass die zahllosen realen angetrunkenen, schunkelnden Besucher des Oktoberfestes zu unfreiwilligen Darstellern in Achternbuschs Film werden: Ihre Wut über die gestohlenen Brezeln ist nicht gespielt und wird vom Alkoholpegel noch befeuert, teilweise versuchen Bierzeltgäste mit Achternbusch, dessen Uniform sowieso schon mehr als derangiert aussieht, eine Schlägerei zu beginnen.
    Andere blicken ihn nur fassungslos an oder klopfen ihm kumpelhaft auf die Schulter. Dokumentierte Realität und Spielfilmhandlung wechseln ständig in merkwürdiger Weise. Am Ende spüren der bestohlene Polizist und sein Kollege den falschen Polizisten auf.[1]
    Der Film gilt als einer der unterhaltsamsten Filme Achternbuschs.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bierkampf

    Herbert Achternbusch ~ Bierkampf (1977)

  14. Fassbinder ~ Die dritte Generation (RAF-Comedy) permalink
    1. März 2015 17:26

    Fassbinder ~ Die dritte Generation (RAF-Comedy)

    Die dritte Generation ist eine Schwarze Komödie von Regisseur Rainer Werner Fassbinder über politischen Untergrund und Terrorismus aus dem Jahr 1979. Der Film wurde in Cannes uraufgeführt.

    Handlung

    West-Berlin, im Winter 1978/79: die RAF-Terroristen der dritten Generation sind eine lokale Gruppe gelangweilter junger Leute. Sie entstammen unterschiedlichen Verhältnissen: Rudolf Mann ist Verkäufer in einem Musikgeschäft, Petra Vielhaber die Ehefrau eines Bankdirektors. Der selbsternannte Komponist Edgar Gast lebt vom Beamten-Gehalt seines Vaters, des Polizeikommissars Gerhard Gast. Dazu stoßen die Geschichtslehrerin Hilde Krieger, Susanne Gast, Frau von Edgar und Sekretärin eines amerikanischen Computer-Konzerns, der in Afrika ausgebildete Terrorist Paul und zwei entlassene Bundeswehrsoldaten – der Afrodeutsche Franz Walsch und Bernhard von Stein. Anführer der Gruppe ist August Brem (ein Agent Provocateur). Als Erkennungszeichen haben sie Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung” gewählt, dennoch fehlen der Gruppe die politischen Ideen und gesellschaftliche Utopien.

    Ihre Aktionen führt die Dritte Generation in West-Berlin aus. Drei Mitglieder erbeuten Pässe in einem Einwohnermeldeamt. Einen Rückschlag erlebt die Zelle, als Paul in einem Lokal von einem Killerkommando der Polizei unter Kommissar Gast erschossen wird. Die Gruppe wandert daraufhin in den Untergrund. Die vormalige Wohnung der Gruppe wird von Kommissar Gast und seinen Leuten durchsucht. Sie treffen nur noch den verwirrten Bernhard an. Die verkleideten und mit neuen Identitäten ausgestatteten Angehörigen der Dritten Generation erbeuten Geld bei einem Banküberfall in der Bank von Petras Ehemann Hans Vielhaber. Petra streckt Hans mit mehreren Schüssen nieder, wird aber im Rathaus Schöneberg von der Polizei erschossen, als sie dort einen von Franz gebauten Sprengsatz platzieren will, den ihr August übergeben hat.

    Bernhard hatte zuvor heimlich ein Treffen von P. J. Lurz und August und dann die Übergabe der Bombe von Franz an August in einem asiatischen Restaurant beobachtet.

    Franz wird kurz darauf am Grab seiner heroinabhängigen Freundin von der Polizei liquidiert. Bernhard konfrontiert schließlich Kommissar Gast damit, dass er das Spiel durchschaut und August Brem als Verräter der Gruppe erkannt hat, bezahlt dies aber ebenfalls mit seinem Leben: Gast wirft Bernhard über das Geländer ins Treppenhaus.

    Brem lässt sich sein Doppelspiel von dem US-amerikanischen Unternehmer Peter Lurz bezahlen, der seine Fahndungscomputer in der BRD absetzen möchte und daher die Terroranschläge unterstützt. Die revolutionäre Zelle hat er gemeinsam mit Kommissar Gast gegründet, der die Terroristen verfolgt. Um die Behörden der BRD zum Kauf neuer Computer zu nötigen, wird der US-Unternehmer Lurz entführt, der von der Absprache Bescheid weiß. Die verbleibenden Mitglieder der Gruppe drehen ein Bekennervideo, in dem sich der Computervertreter als Geisel an die Öffentlichkeit wendet und bekannt gibt, er „werde hier gefangen gehalten im Namen des Volkes und zum Wohle desselben“.

  15. 7. März 2015 14:31

    1.)
    In Anarchismus und Utopie in der Literatur um 1900: Deutschland, Flandern und …

    Hubert van den Berg — Der Fall der deutschen proletarischen anarchistischen Bewegung im frühen 20. Jahrhundert
    https://books.google.de/books?id=Rq8RKe69InYC&pg=PA22&lpg=PA22&dq=Avantgarde+und+Anarchismus.+Dada+in+Z%C3%BCrich+und+Berlin+Autor:+%09van+den+Berg,+Hubert&source=bl&ots=QOEusLAsmr&sig=9jOieAqUAtLv9lE_5jbUJtjzO6c&hl=de&sa=X&ei=Afj6VLH4JISPPZrTgbgO&ved=0CDYQ6AEwBA#v=onepage&q=Avantgarde%20und%20Anarchismus.%20Dada%20in%20Z%C3%BCrich%20und%20Berlin%20Autor%3A%20%09van%20den%20Berg%2C%20Hubert&f=false

    ——–

    2.)
    Hubert van den Berg
    Avantgarde und Anarchismus — Dada in Zürich und Berlin

    Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter, 1999 / 509 Seiten, Literatur- und Quellenverzeichnis, Personenregister / ISBN 3-8253-0852-9
    Heute ca 60,– € — 509 Seiten

    Dada wird oft als „ästhetischer Anarchismus“ charakterisiert, weil es in Negation und Destruktion exzeliert habe. Tatsächlich gab es enge Beziehungen zwischen Dada und dem zeitgenössischen Anarchismus. Insbesondere Hugo Ball befaßte sich intensiv mit den Ideen von u.a. Bakunin, Kropotkin und Landauer. Dieses Buch zeichnet zum ersten Mal in detaillierter Weise die politische und ästhetische Bedeutung des Anarchismus für Dada in Zürich und Berlin nach. Die umfassende historische Bestandsaufnahme resultiert in eine grundsätzliche Neuinterpretation von Dada im breiteren Rahmen der europäischen Avantgarde: Der Anarchismus diente nicht so sehr der Legitimation dadaistischer Destruktivität, sondern vielmehr der Begründung avantgardistischer „neuer Kunst“ und der damit verbundenen Utopie eines „neuen Lebens“. Diese konstruktiven Zielsetzungen werden als die vielfach verkannten Hauptanliegen des dadaistischen Projekts ausgewiesen. (Umschlag Rückseite)

    Vorbemerkung

    Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Alle Worte haben andre erfunden. Ich will meinen eigenen Unfug, meinen eigenen Rhythmus und Vokale und Konsonanten dazu, die ihm entsprechen, die von mir selbst sind. Wenn diese Schwingung sieben Ellen lang ist, will ich füglich Worte dazu, die sieben Ellen lang sind (Ball1988:40).

    Dada und Anarchie, Dadaismus und Anarchismus – sie werden oft in einem Atemzug genannt, sei es von Feuilletonisten, die sich in Superlativen zu überbieten suchen, sei es von der Avantgardeforschung, wenn sie die besondere Sprengkraft des Dadaismus in Worte zu fassen sucht. Doch nicht nur wird Dada plakativ als anarchistisches Phänomen umschrieben. Schon lange ist klar: Es hat auch persönliche Kontakte zwischen manchen Dadaisten und Repräsentanten der zeitgenössischen sozialpolitischen anarchistischen Bewegung gegeben. In Schriften aus dem Kreis der Dadaisten wird wiederholt auf das anarchistische Theorienkonglomerat, beispielsweise auf Proudhon, Bakunin und Kropotkin, Bezug genommen. Zwar wird in der Forschungsliteratur regelmäßig auf diese Beziehungen und Bezugnahmen hingewiesen, allerdings dienen solche Hinweise in der Regel nur dem Nachweis der historischen Plausibilität ahistorischer Homologiebildungen. Der Zusammenhang zwischen Dadaismus und Anarchismus wird überwiegend in Form nachträglich konstruierter Parallelen, Ähnlichkeiten und globaler Übereinkünfte beschrieben, nach dem Motto: Dada habe zerstören wollen, der Anarchismus auch, Dada forderte grenzenlose Freiheit, der Anarchismus ebenfalls. Die folgenden Untersuchungen zielen dagegen auf eine Rekonstruktion der Art und Weise ab, wie insbesondere die Züricher und Berliner Dadaisten selbst auf den Anarchismus Bezug nahmen, wie sie sich auf politischer Ebene zum Anarchismus verhielten, ob und, wenn ja, welche Elemente anarchistischer Theoriebildung sie sich aneigneten und diese in die dadaistische Programmatik integrierten, sei es direkt oder indirekt, sei es lediglich als Reflexionsfläche oder als Vorgabe und Wegweiser für eigene Gedankengänge, sei es polemisch-negativ, kritisch-distanziert, mit gewissen Vorbehalten oder gerade im besten Einvernehmen.

    Als Fallstudie des künstlerisch-literarischen Rekurses auf den Anarchismus sind die vorliegenden Untersuchungen als Beitrag zur Beschreibung des historischen Zusammenhangs zwischen Kunst, Literatur und Anarchismus zu verstehen. Als solche schließen sie eine langjährige Beschäftigung mit diesem Forschungsterrain vorerst ab. Diese Arbeit ist nicht nur als Korrektur der Art und Weise, wie der Dada in der Avantgardeforschung in der Regel mit Anarchismus in Zusammenhang gebracht wird, oder als Ergänzung bisheriger Darstellungen des Verhältnisses Dadaismus – Anarchismus gedacht. Sie ist darüber hinaus als Beitrag zur Revision des heutzutage konventionellen Dada-Verständnisses zu verstehen und somit im doppelten Sinne als Beitrag zur Dada- und Avantgardeforschung.

    Es war in erster Linie die Auseinandersetzung mit der Poetik des Dadaisten Hans Arp (cf. van den Berg 1993b), anschließend jedoch auch die für die vorliegende Arbeit erforderliche umfassende Lektüre dadaistischer Programmschriften, die schließlich zur Feststellung führten, daß im dadaistischen Selbstverständnis der zehner und zwanziger Jahre Dada zumindest in Zürich und Berlin weitaus konstruktiver angelegt war, als jene gegenwärtig dominante Bestimmung von Dada als Anti-Kunst und Anti-Alles glauben lassen will, dem man sowohl in den einflußreichen Memoiren einiger ehemaliger Dadaisten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als auch in der darauf maßgeblich beruhenden Forschungsliteratur antrifft. Diese Studie schließt in diesem Sinne an eine Reihe verstreut publizierter, jedoch zusammenhängender Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Dadaismus und der Avantgarde an, in denen ebenfalls die These vertreten wird, daß die konstruktive Seite des Dadaismus weitaus stärker entwickelt war, als gemeinhin angenommen wird: daß es den Dadaisten nicht primär um Sinnzerstörung, Destruktion und Negation, sondern vielmehr um neue, alternative, wenn auch nicht traditionslose Sinnstiftung ging, die zwar die Absage an bestimmte Traditionen voraussetzte, jedoch keineswegs darin beharrte (cf. van den Berg 1995a, 1995c, 1996b, 1997a, 1997b und 1997c).

    Manche Überlegungen aus diesen Artikeln sind in die vorliegende Arbeit eingeflossen, so wie die Ergebnisse von Nachforschungen im Rahmen dieser Arbeit wiederum in manchen dieser Beiträge berücksichtigt wurden. Auf ältere Veröffentlichungen wird insbesondere zurückgegriffen bei der Betrachtung der Philosophie von Salomo Friedlaender und ihrer Bedeutung für Dada (ci intra 7, van den Berg 1995a und 1997a). Daneben beruht die Beschreibung anarchistischer Überlegungen zur Ästhetik bei Proudhon, Tolstoi und Kropotkin auf einer älteren Darstellung ihrer Erwägungen (cf. intra 6.3.2.2 und van den Berg 1989b). Hugo Balls Auseinandersetzung mit und Bezugnahme auf Gustav Landauer, insbesondere im Hinblick auf die Genese seiner dadaistischen Lautdichtung (cf. intra 5), war Gegenstand einiger Vorträge – 1994 in Grenoble, 1995 in Vancouver (BC) – und einer Vorveröffentlichung im Hugo-Ball-Almanach (cf. van den Berg 1995b).

    Für Auskünfte, Hinweise, Kommentare und den Zugang zu unveröffentlichten Archivalien und Publikationen sowie für ihre Druckgenehmigung als Rechtsinhabern danke ich an dieser Stelle: Wolfgang Asholt (Münster), Peter Bürger (Bremen), Richard Cleminson (Bradford), Cathérine Coquio (Paris), Bernhard Echte (Zürich), Hartmut Geerken (Wartaweil), Andreas Graf (Berlin), Garol V. Hamilton (Pittsburgh), Andreas Hansen (Berlin), Sigrid Hauff (Wartaweil), Francesca Hauswirth (Gonfignon), Chris Hirte (Berlin), Marion von Hofacker (Icking), Heinz Hug (Zürich), Herbert Kapfer (München), Rolf Kauffeldt (Düsseldorf), Christoph Knüppel (Herford), Anja Krauß (Darmstadt) Raimund Meyer (Zürich), Dieter Nelles (Wuppertal), John Segal (Halebarns), Grete Stmeh (Glamart-Meudon), Ernst Teubner (Pirmasens), Christophe Tzara (Sceaux); und außerdem folgenden Institutionen und ihren MitarbeiterInnen: Akademie der Künste (Berlin), Berlinische Galerie (Berlin), Bibliothèque littéraire Jacques Doucet (Paris), Deutsches Literaturarchiv (Marbach), Einwohnermeldeamt (Berlin), Fondation Arp (Meudon-Glamart), Fondation/Stiftung Hans/Jean Arp und Sophie Taeuber-Arp (Meudon-Clamart/Rolandseck), Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (Amsterdam), International Dada Archive, University of Iowa (Iowa City), Kunstgewerbemuseum (Zürich), Graphische Sammlung im Kunsthaus Zürich (Zürich), Leo Baeck Institute (New York), Magyar Szocialistia Munkáspárt, Politikatörténéti Intézet (Budapest), Robert-Walser-Archiv der Carl-Seelig-Stiftung (Zürich), Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie (Den Haag), Rijksdienst Beeldende Kunst (Den Haag), Schweizerisches Sozialarchiv (Zürich), Staatsbibliothek zu Berlin/Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Berlin), Stadtbücherei Pirmasens (Pirmasens), Universiteitsbibliotheek, Rijksuniversiteit Leiden (Leiden).

    Ferner möchte ich für ihre großzügige finanzielle Unterstützung an erster Stelle meinen Eltern danken wie auch der Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO) und der Forschungsabteilung der Faculteit der Lerteren der Universität Amsterdam, die durch mehrere Reisestipendien Forschungsaufenthalte in Frankreich, Deutschland und der Schweiz ermöglichten und diese Veröffentlichung finanziell unterstützten.

    Mein besonderer Dank gilt außerdem Hans Würzner (Leiderdorp), der am Anfang dieser Arbeit stand, Walter Fähnders (Osnabrück), der sich durch seine zahllosen Hinweise, Anregungen und Kommentare unschätzbar gemacht hat, Andreas Graf (Berlin), Hendrik van den Berg (Uitgeest), Jan Gäth (Hamburg) und Ralf Grüttemeier (Oldenburg), die Korrekturen gelesen haben, Noor Kegel (Amsterdam), die bei der Drucklegung geholfen hat, sowie last but not least Ferd. Drijkoningen, der mir als Doktorvater nicht nur die Möglichkeit geschaffen hat, an der Universität Amsterdam diese Studie vorzubereiten, sondern mir vor allem auch die Freiheit gelassen hat, eigene Wege zu verfolgen. Die vorliegenden Untersuchungen wurden im Herbst 1997 als Dissertation unter dem Titel Avantgarde und Anarchismus. Untersuchungen zur Bedeutung des Anarchismus in der Programmatik des Dadaismus in Zürich und Berlin bei einer Promotionskommission der Universität Amsterdam eingereicht und am 6. Januar 1998 in der Aula dieser Universität öffentlich verteidigt.

    Zutiefst entschuldigen will ich mich bei Ilia Neudecker, Torsten und Siri van den Berg, die das Anwachsen der folgenden Bleiwüste ebenfalls zu verspüren bekamen, insbesondere jedoch bei Torsten, der ungefragt wohl am meisten unter dieser Arbeit gelitten hat. Ihm sei dieses Buch als magerer Trost daher gewidmet.

    Hubert van den Berg
    Inhaltsverzeichnis (und Textauszug)

    Vorbemerkung

    0. Einleitung
    0.1 Stand der Forschung
    0.2 Fragestellung und Abgrenzung
    0.3 Methodologische Vorüberlegungen und Begründung der Vorgehensweise
    0.4 Gliederung

    1. Dada – ein avantgardistisches Projekt
    1.1 Definitionsschwierigkeiten: ,Dada ist ungreifbar und will das auch sein‘
    1.2 Dada als Projekt – erste Definition
    1.3 Umriß und Kurzgeschichte des dadaistischen Projekts in Zürich und Berlin
    1.4 Konturen der Programmatik des dadaistischen Projekts in Zürich und Berlin

    2. Anarchismus und Intelligenz im Deutschen Kaiserreich
    2.1 Wortgeschichte und Bedeutungsvielfalt der Begriffe ,Anarchie‘ und ,Anarchismus‘
    2.2 Anarchismus als historische sozial-poljtische Bewegung und Theoriebildung
    2.3 Anarchismus im Deutschen Kaiserreich
    2.4 Expressionismus, Boheme und Anarchismus

    3. Expressionismus und entpolitisierter Anarchismus: die Zeitschriften Revolution und Die Freie Straße
    3.1 Revolution (1913)
    3.2 Die Vorarbeiten der Freien Straße (1915-17)
    3.3 Kontinuitäten im Vorfeld Dadas

    4. Die Dadaisten und der Erste Weltkrieg. Anarchismus in Stellungnahmen zu Krieg und Revolution
    4.1 Die Dadaisten, der Erste Weltkrieg und die Politik
    4.2 Ablösung von Anarchismus durch Marxismus
    4.3 Nihilismus und Anarchismus
    4.4 Johannes Baader – ein individualanarchistischer Messias?
    4.5 Anarchismus und eklektischer Linksradikalismus bei Hugo Ball und Raoul Hausmann
    4.6 Der Erste Weltkrieg und die Abwendung vom Anarchismus

    5. Anarchismus in Hugo Balls poetologischen Überlegungen zum Lautgedicht und zur Phantastik
    5.1 Anarchismus und die Genese der dadaistischen Lautdichtung
    5.2 Hugo Balls Tenderenda der Phantast. Konsequenter Anarchismus als Übereinstimmung von Stil und Überzeugung

    6. Anarchismus in der Begründung, Verteidigung, Bekämpfung und Überwindung avantgardistischer ,neuer Kunst‘ im Züricher Dadaismus
    6.1 Dada in Zürich und die ,neue Kunst‘ als Politikum
    6.2 ,Die vollkommene Anarchie der Kunst‘: ,Neue Kunst’, innere Notwendigkeit‘ und Anarchismus
    6.3 Der Züricher Konflikt zwischen ,Ästhetikern‘ und ,Moralikern‘

    7. Der dadaistische Geisteszustand, die freigesetzte Bedeutung und die schöpferische Indifferenz
    7.1 Von der Kunst zum Geisteszustand
    7.2 Salomo Friedlaenders ,Schöpferische Indifferenz‘
    7.3 Zur dadaistischen Aneignung von Friedlaenders ,schöpferischer Indifferenz‘
    7.4 Les vrais Dadas sont conrre Dada. Dadaistische Indifferenz, Meinungsunterschiede und das Auseinanderbrechen von Dada

    8. Die Wirklichkeit des Ich und die Wirklichkeit im Ich: Zum Verhältnis zwischen Subjekt, Kunst und Wirklichkeit im Züricher und Berliner Dadaismus
    8.1 Berlin vs. Zürich
    8.2 Wirklichkeit und Subjekt in Zürich und Berlin
    8.3 Franz Jung, Die Freie Straße und der Rhythmus der Welt
    8.4 Die Theoreme von Gross, Jung und der Freien Straße bei Huelsenbeck und Hausmann

    9. Zusammenfassung, Schlußfolgerungen und Ausblick
    9.1 Historisches Resümee
    9.2 Grundzüge der dadaistischen Anarchismusaneignung
    9.3 Dadaismus, Anarchismus und die historische Avantgarde

    Literatur- und Quellenverzeichnis

    Ungedruckte Quellen und Archivalien

    Literatur

    Personenregister

  16. MEESE gegen die Bayreuther Kulturkloake permalink
    14. Juli 2015 22:26

    MEESE gegen die Bayreuther Kulturkloake

    BERLIN, DEUTSCHLAND — Jonathan Meese wurde am 16.05.2015 von Harald Falckenberg in den Roten Salon der Volksbühne in Berlin, Deutschland, zu einem Gespräch mit dem Thema „Bayreuth: Ein Mißverständnis?“ eingeladen. Jonathan Meese berichtet in diesem Gespräch über seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den Bayreuther Festspielen. Er sollte dort 2016 Richard Wagners „Parsifal“ als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner inszenieren. Im November 2014 trat Katharina Wagner von dem Vertrag mit Meese zurück. Zur Begründung hieß es: Kostenüberschreitung. Seit dem geht Jonathan Meese nun gegen diese Lüge vor und erklärt unbeirrt Bayreuth zur Chefsache.

    Ein Propaganda-Film von Jan Bauer . Net

    http://www.jonathanmeese.com
    http://www.propagandwerk.org

  17. Picasso ~ Kunst als politische Waffe permalink
    12. Oktober 2015 23:04

    Picasso ~ Kunst als politische Waffe

    Alles, was Pablo Picasso zu sagen hatte, brachte er in seiner Malerei zum Ausdruck. Er revolutionierte die Kunst seiner Zeit. Die Dokumentation stellt den Künstler und politischen Aktivisten Picasso in den Mittelpunkt. Sein monumentales Gemälde „Guernica“ aus dem Jahr 1937 ist wohl eines der prägnantesten Beispiele, das von Picassos politischem Engagement zeugt.

    Picasso sah in seinen Bildern nicht nur reines Vergnügen, Kunst war für ihn auch eine politische Waffe und ein Teil seines Kampfes als Mensch. 1937 lebt der spanische Maler Pablo Picasso, Mitbegründer des Kubismus, seit über 30 Jahren in Paris. Von seinen mehr als 8.000 Gemälden, die er im Laufe seines Lebens schuf, ist das monumentalste und ergreifendste zweifelsohne „Guernica“.

    Die Nachrichten aus Spanien Anfang des Jahres 1937 beunruhigen Picasso. Seit mehreren Wochen herrscht Bürgerkrieg in seinem Heimatland. Am 26. April 1937 wird die Stadt Guernica durch deutsche Kampfflugzeuge der verdeckten Elite-Einheit Legion Condor mehrere Stunden lang bombardiert. Mehr als 1.600 Tote und 800 Verletzte, von Guernica bleibt nur Schutt und Asche.

    Picasso ist erschüttert, seine unmittelbare Reaktion auf diesen barbarischen Akt war die Malerei. Mit seinem Gemälde „Guernica“ bezog er erstmals eindeutig Stellung gegen das, was ihn empörte. Er trat für die Spanische Republik, gegen die Franquisten und gegen die Beteiligung der Nazis in diesem Krieg ein. Für Picasso war malen „sehen“, und er „sah“ sein Jahrhundert besser als jeder andere.

    Er begriff den Künstler auch als politischen Menschen, der die zeitgeschichtlichen Entwicklungen mit Aufmerksamkeit verfolgt. Von dieser Einstellung zeugt seine gesamte Malerei. Er verarbeitete darin die großen historischen Ereignisse seiner Zeit und engagierte sich mit Leib und Seele im Kampf gegen den Faschismus, als Mitglied der kommunistischen Partei Frankreichs oder Unterstützer der Friedensbewegung. Noch heute hallen die Leidenschaft und das Engagement, mit denen Picasso sein Jahrhundert prägte, im kollektiven Gedächtnis nach.

  18. Wer hat Angst vor abstrakter Kunst ? permalink
    12. Oktober 2015 23:27

    Wer hat Angst vor abstrakter Kunst ?

  19. Die Abenteurer der modernen Kunst : Libertad! (1930-1939) permalink
    19. Dezember 2015 23:24

    Die Abenteurer der modernen Kunst (5/6)
    (5): Libertad! (1930-1939)
    Freitag, 18. Dezember um 21:45 Uhr (52 Min.)

    Mit Archivmaterial und den Mitteln der Fiktion erzählt die Dokureihe die Geschichte der Künstler und Intellektuellen von den Anfängen der modernen Kunst bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. In dieser Folge: Anfang der 1930er Jahre zwingt der aufkommende Faschismus die Künstler dazu, politisch Farbe zu bekennen. Europa ist zerrissen zwischen rechter Ideologie und Kommunismus.

    Die Abenteurer der modernen Kunst

    Interview mit dem Autor des Romans, der als Grundlage für „Die Abenteurer der modernen Kunst“ diente.

    Die Zwischenkriegszeit steht im Zeichen der kommunistischen Versuchung und des aufkommenden Faschismus. Louis Aragon ist begeistert von Stalin und verrät die Surrealisten 1930 auf dem internationalen Schriftstellerkongress in Charkiw, als er der kommunistischen Partei die Treue schwört. 1935 kommt es auf dem „Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur“ zum endgültigen Bruch zwischen Breton und Aragon.

    Im Juni 1936 reist André Gide nach Moskau, wo er mit großem Pomp empfangen wird. Angesichts der sowjetischen Realität ist ihm der Prunk eher unangenehm. Kurz nachdem er nach Paris zurückgekehrt ist, trifft er sich mit André Malraux, der gerade aus Spanien eingetroffen ist, das sich im Bürgerkrieg befindet. Malraux hat die Fliegerstaffel „España“ aufgebaut und kämpft auf der Seite der Republikaner gegen Franco. Gide möchte den Reisebericht „Retour de l’U.R.S.S.“ veröffentlichen, der hart mit Moskau ins Gericht geht, doch seine Freunde und Malraux halten den Zeitpunkt für ungünstig. Der Aufstieg des Faschismus erfordere es, die UdSSR als einziges Bollwerk gegen den Nationalsozialismus zu unterstützen. Das Buch erscheint dennoch. Die Sowjets sind außer sich, die Deutschen jubeln.

    Fotografen, Journalisten und Schriftsteller aus der ganzen Welt zieht es nach Spanien. George Orwell, Pablo Neruda und Ernest Hemingway engagieren sich gegen Franco, Fotos von Robert Capa und Gerda Taro erscheinen in internationalen Tageszeitungen. 1937 malt Picasso in Paris das Monumentalbild „Guernica“, eine Anklage gegen die Gewalt des Franco-Regimes und den Faschismus. Weihnachten 1938 ist die Republik am Ende. Der Spanische Bürgerkrieg ist Vergangenheit, doch der Zweite Weltkrieg steht bevor.

    http://www.arte.tv/guide/de/048760-005-A/die-abenteurer-der-modernen-kunst-5-6?autoplay=1

    nur 7 tage!!!

  20. Jonathan Meese "Kunst und Recht" ~ Vortrag vor Bundesverfassungsgericht permalink
    29. Dezember 2015 21:56

    Jonathan Meese „Kunst und Recht“ ~ Vortrag vor Bundesverfassungsgericht

    KARLSRUHE, DEUTSCHLAND — Noch 2013 angeklagt wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen hält Jonathan Meese am 2.12.2015 im Bundesverfassungsgericht zum Thema „Kunst und Recht“ als Gastredner vor Bundesverfassungs- und Bundesgerichtshofrichtern, dem Generalbundesanwalt und weiteren erlauchten Experten des deutschen Rechtstums einen Vortrag ueber die Notwendigkeit neuer ideologieloser Gesetze.

    Ein Propagandafilm von Jan Bauer . Net

    http://www.jonathanmeese.com
    http://www.propagandawerk.org

  21. Roger Behrens: Wie empörend oder empört ist die Kunst? Und wen interessiert das? permalink
    28. März 2016 21:56

    Roger Behrens: Wie empörend oder empört ist die Kunst? Und wen interessiert das?

    Ein Beitrag der 4. Kritischen Vortragsreihe an der Uni Münster

    Aufstand, Abstand, Ende – Wie empörend oder empört ist die Kunst? Und wen interessiert das?

    Donnerstag, 23. Januar
    Roger Behrens, Philosoph, Hamburg

    Es ist von großen Veränderungen und gefährlichen Träumen die Rede: die Leute gehen auf die Straße, fordern besser regiert zu werden, proben den Aufstand als Frühling, die Idee des Kommunismus soll wieder im Spiel sein. Vermittelt wird dies allenthalben durch Kunst und Kultur – das Spektakel scheint in seinen vielfältigen Aspekten von subversiven, widerständigen Politiken der Ästhetik ergriffen zu sein, die sich von den feinsten Verästelungen des Alltags über den Staat, den Betrieb und den Markt erstreckt. – Der Vortrag meldet hier allerdings Zweifel an: die Kunst und Kultur, die sich hier einmischen, sind Teil des Problems, nicht die Lösung

  22. DIX FOIS DIX permalink
    11. März 2017 19:00

    Otto Dix ~ ZEHNMAL DIX / DIX FOIS DIX

    —————————————————————————————————-

    Otto Dix, der schonungslose Maler ……………………………………….. Noch 23 Tage

    Otto Dix hat wie kaum ein anderer Maler seine Zeit seziert. Die Porträts aus der Welt des Huren- und Freiermilieus waren ein Tabubruch. Seine brutale Darstellung des Krieges brachte die Gesellschaft zum Beben. Archivaufnahmen des Künstlers sowie Interviews mit ihm verweben sich mit historischen Aufnahmen seiner Zeit, flankiert von Kuratoren und Galeristen.

    Otto Dix ist ein Maler von epochaler Bedeutung für die moderne Kunstgeschichte und ein Chronist seiner Zeit. Wie kaum ein anderer deutscher Künstler bannte er die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, die emotionale Befindlichkeit des Menschen seiner Zeit, insbesondere der Weimarer Republik und die tabuisierten Randbereiche der Gesellschaft auf die Leinwand. Seine verletzten und verletzlichen Charaktere, die Einsamkeit der menschlichen Existenz, das Dasein im Furor des Krieges waren seine Themen, und diese malte er gnadenlos direkt und ungeschönt. Die Dokumentation arbeitet mit Zitaten aus Briefen und Interviews, zeigt gefilmtes Archivmaterial des Künstlers, in dem er über sein Werk spricht. Neben der Auseinandersetzung mit Gewalt und Krieg legt der Film ein besonderes Augenmerk auf die Rolle seiner Familie. „Otto Dix – Der schonungslose Maler“ zeichnet Otto Dix’ Schaffensprozess nach und zeigt, wie sehr die Erfahrungen und persönlichen Erlebnisse des Künstlers Eingang in sein Werk fanden. Besonders bedeutsam und prägend für sein Gesamtwerk ist sein Einsatz als Soldat im Ersten Weltkrieg, den er von Anfang bis Ende erlebte. Nach dem Kriegsende beschäftigte er sich mit den Kriegsheimkehrern und traumatisierten Verwundeten. In kaum aushaltbarer Weise zeigt Dix die brutale Fratze des Krieges. Mit dem wachsenden Nationalsozialismus und der Machtergreifung Hitlers ist die Karriere für Otto Dix vorbei. Dix wird als einer der Ersten als entartet gebrandmarkt, seine Werke finden bereits Eingang in die erste Ausstellung zur entarteten Kunst in Dresden. Er geht schließlich mit seiner Familie an den Bodensee. Da er keine gesellschaftskritischen Bilder mehr malen kann, konzentriert er sich auf die Landschaft als Motiv: Doch auch wenn das Spätwerk von Dix weniger wahrgenommen wird, erfährt er Anerkennung. Er erhält im Laufe seiner letzten Lebensjahre verschiedene Kunstpreise und das Große Bundesverdienstkreuz. Der Künstler arbeitet bis zum Schluss. Sein Werk hat bis heute seine Kraft und Gültigkeit bewahrt.

    http://www.arte.tv/guide/de/066296-000-A/otto-dix-der-schonungslose-maler

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