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Selbstverwaltung in den Armenvierteln in Caracas

4. Januar 2012

Einen Einblick in die soziale Situation in Venezuela gibt der folgende Artikel der taz. Selbstverwaltung und Selbstorganisation sind Mittel, mit denen die BewohnerInnen von Armutsvierteln in Caracas gegen die Not ankämpfen. Inspiriert von libertären Ideen, treten dabei auch deutliche Widersprüche zu Tage; so wenn ein „Anti-Autoritärer“ den Präsidenten Venezuelas verteidigt.

„Unser Ziel ist, ein sozialistisches Viertel aufzubauen, solidarisch und selbstverwaltet. Unser Zeitplan sieht vor, dass wir sechs Monate diskutieren und Gemeinschaftsarbeiten erledigen, bevor wir mit den Architekten die Baupläne erarbeiten.“

Geschäfte selbst verwalten

„Unser Ziel ist nicht“, erklärt Yaneth Betancur, „dass uns die Regierung Sozialbauten hinstellt. Wir wollen neue Formen des Zusammenlebens aufbauen. Unser Viertel soll autofrei sein, damit die Kinder draußen rumlaufen können. Und wir wollen Einrichtungen und Geschäfte selbstverwaltet und gemeinschaftlich betreiben.“

Etwa 60 derartige Besetzungen gebe es zurzeit in Venezuela, erzählt die Frau, die meisten im Großraum Caracas. Da die Grundstücke meist in kommunalem Besitz seien, müsse man je nach politischen Verhältnissen vor Ort auch mit Räumungen rechnen.

Auf die Frage, ob er seine Situation nicht als paradox empfinde – als antiautoritärer Intellektueller einen Polizeiapparat ausbilden, als Basisbewegung auf einen Präsidenten wie Chávez setzen -, antwortet Hernan García erst mit Ja, dann mit Nein. Dass er als Polizeiausbilder arbeite, sei vor allem am Anfang schon sehr komisch gewesen, aber dass sie den Präsidenten unterstützten, fände er völlig logisch. „Wir sind zwar keine Anhänger der Regierungspartei PSUV, und wir wissen auch, dass wir vom Staat nicht viel zu erwarten haben. Aber wir sind trotzdem für den Präsidenten.“ Und völlig ironiefrei schiebt er hinterher: „Unseren Kommandanten.“

Hier den ganzen Artikel lesen: taz.de

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