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Eingesandt: Oskar Lafontaine und die „Kulis“. Über die sozialdemokratische Tradition des Fremdenhasses

20. November 2011

Mensch musste kein~e hellseherische~r Prophet~in sein, um vorhersehen zu können, dass Lafontaine & Gysi sich zusammenschließen würden, um die sozialdemokratischen Genoss~innen & „linken“ DGBler~innen aufzusammeln (WASG), die durch das Reformmartyrium der rotzgrünen Regierung unter dem Superkanzler Schröder, von der SPD desertierten.

In den mehr als 20 Jahren seit der sogenannten „Wiedervereinigung“ mutierte die SED zur PDS, dann zur Linken/PDS und schlussendlich zur heutigen neosozialdemokratischen Partei „Die Linke“. Wie tief verwurzelt diese in der Ursozialdemokratie ist, lässt sich besonders deutlich an der neuen Ikone der Neosozialdemokratie ablesen: Oscar Lafontaine.

Lafontaine hatte sich 2005 mit seinem „Chemnitzer Bekenntnis“ bis in den braunen Sumpf hineingewälzt. Er sagte: „Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter mit zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen.“; was nichts anderes bedeutet als nationaler Schutz der Arbeit. Es ist die klassische Sündenbocktheorie. Seltsamerweise gab/gibt es in Chemnitz viele Arbeitslose und sehr wenig Ausländer~innen. Dies brachte ihm nicht nur den tollwütigen Applaus von Rechtsextremen ein, sondern auch das schallende Gelächter der NPD-Riege mit dem Kommentar, dass er ja ihre uralte Forderungen umsetzen wolle.

Unvergessen auch Lafontaines Forderung zur „Wiedervereinigung“ einen Monat nach dem Mauerfall: Oskar forderte Aufenthaltsgenehmigungen für DDR-Bürger~innen. Sie sollten erst in den Westen einreisen dürfen, wenn sie vorher eine Wohnung u n d einen Arbeitsplatz gefunden haben. Damals führte er einen Landtagswahlkampf, bei dem die Republikaner seinen Thron gefährdeten, und sagte: „Es dürfen nicht immer mehr Menschen zu uns kommen. Das schafft böses Blut.“ Ausgrenzung und Fremdenhass sind sozialdemokratische Maßstäbe in seinem politischen Denken. Bis heute sind sich BRDler~innen und DDRler~innen fremdgeblieben, die Mauer in den Köpfen der Menschen ist nicht nur geblieben, sie wurde sogar noch erhöht, wenn mensch sich die Äußerungen von Stoiber, Schönbohm & Co von 2005 ins Gedächtnis ruft.

Gustav Landauer

Aber ist das wirklich neu für die gute alte Sozialdemokratie (respektiv SPD & DGB & Linkspartei/PDS) ? — Nicht wirklich. — Schauen wir doch einmal an den Anfang dieser Geschichte. Damals berichtete unser alter Genosse Gustav Landauer in der Zeitung „Der Sozialist“ (1) folgende Begebenheit und die dazugehörige Meinung, der damals noch sehr jungen Sozialdemokratie. Am 26.08.1893 (!) erschien der Artikel „Kulis und Proletarier“, er begann mit einer sehr wichtigen Feststellung: „Die Machthaber, die unsere gesellschaftlichen Zustände aufrechterhalten, die das Privateigentum beschützen und festhalten, die Massen verelenden und körperlich und geistig ruinieren, haben ein neues Verbrechen auf sich geladen.“ Dann berichtet er davon, dass „…in Aigues-Mortes [heißt schicksalhafterweise: „Scharfer Tod“] in Frankreich haben französische Arbeiter, die Not litten, ihre italienischen Brüder im Leid, die zu Hungerlöhnen arbeiteten, überfallen und ihnen eine schreckliche Schlacht geliefert. Über 60 Menschen sind, teilweise schwer, verwundet worden, 13 sind getötet worden.“

Seiner Fassungslosigkeit über diese Ereignisse ließ er wie folgt freien Lauf: „Ich aber könnte jedem einzelnen der französischen Mörder weinend um den Hals fallen und ihn fragen: Mensch, Mensch, was hast du getan? Deinen Bruder hast du getötet, der arm und elend war wie du! Ist es nicht dasselbe, ob ein Italiener hungert oder ein Franzose? Und siehe, wenn du Arbeit hättest, dann läge er auf der Straße. Wer aber ist Schuld an dieser Konkurrenz der Arbeiter?“

Diese aufgeworfene Frage beantwortete er so, als wäre sie nicht 1893 sondern 2005 aufgeworfen worden: „Gibt es auf der Welt nur einen ganz bestimmten Vorrat von Lebensmitteln, zu dem sich die Menschen herandrängen; müssen sie sich gegenseitig die Hälse abschneiden, um nur etwas von den Vorräten der Natur zu ergattern? Keine Spur davon! Mit Hilfe der menschlichen Arbeitstechnik ist eine so unendliche Fülle von Gütern aufgestapelt oder wenigstens sofort zu erzeugen, dass kein Mensch zu entbehren brauchte. Die Menschen streiten sich auch gar nicht um den direkten Genuss der Lebensmittel; denn zu diesem direkten Genuss der Lebensmittel werden sie gar nicht zugelassen. Sie streiten sich nur darum, arbeiten zu dürfen; hart, unsäglich hart, sich schweißtriefend 12, 15, 18 Stunden lang. Wer verwehrt den Menschen den direkten Genuss? Von wessen Erlaubnis hängt es ab, ob sie arbeiten dürfen? – Von dem, der die Arbeitsmittel, die Rohmaterialien, das Geldkapital, den Grund und Boden, die Maschinen im Besitz hat. Es drängen sich so viele herzu, um nur nicht zu verhungern, dass ein Teil gar nichts abkriegt und alle übrigen bekommen Hungerlöhne.“

Was würde wohl der Genosse Landauer zu der heutigen Situation sagen, wenn er dafür noch Worte finden würde, im Jahre 2005! Aber wie stand die jungfräuliche Sozialdemokratie — noch zwei Jahrzehnte weit entfernt von 1. Weltkriegsfinanzierung und blutiger Niederschlagung der Rätebewegung (2) — zu diesem bedauerlichen Ereignis. Dies belegte der Genosse Landauer mit folgenden Zitaten aus dem berühmt-berüchtigten „Vorwärts“.

Nach dem Landauer die Proletarier~innen über ihren wirklichen Feind aufgeklärt hatte, ging er dazu über, sie „über ihre ‚falschen Freunde’, an ihrer Spitze die Sozialdemokratie deutschen Ursprungs“ ebenso aufzuklären: „Eine sehr merkwürdige Stellung diesen Vorgängen gegenüber nimmt der Vorwärts ein, das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie. Er beschimpft die ermordeten italienischen Arbeiter in ihr Grab hinein, und er beschimpft bei dieser Gelegenheit, wie im Februar des vorigen Jahres, die schlechtestgestellten Arbeiter, die Lumpenproletarier im Gegensatz zu einer Arbeiteraristokratie, die nach seiner Meinung staatlich zu schützen ist gegen die Schmutzkonkurrenz der Ausgepowerten.“

Hier schließt sich schlussendlich der sozialdemokratische Kreis zu Oskar Lafontaine!

Weiter über den Vorwärts: „Er hat einen neuen Namen gefunden; diesmal nennt er die unterste Schicht des Proletariats nicht mehr Lumpenproletariat und Ballonmützen, sondern Kulis. Kulis sind ursprünglich chinesische Sklaven; der Vorwärts macht einen Unterschied zwischen den bessergestellten Arbeitern und den Sklaven. In seiner Sonntagsnummer schreibt er: ‚Die Krawalle in Aigues-Mortes hat die Profitsucht des französischem Unternehmertums hervorgerufen, die den heimischen Arbeitern die Schmutzkonkurrenz italienischer Kulis auf den Hals gehetzt hat.’ Pfui Schande! Nicht die Ausbeutung im allgemeinen wird hier als schuldig bezeichnet; … Also schon ein ganz vorsintflutlicher, vor allem vormarxistischer Standpunkt. Aber der Vorwärts geht noch weiter, er fordert sehr unverblümt nationalen Schutz der Arbeit gegen fremde Einfuhr; und darum müssen diese Fremden beschimpft werden, als ob sie nicht gleichfalls leidende Menschen wären. Welcher Wahnsinn! …, er hetzt ausdrücklich nur gegen diejenigen fremden Arbeiter, von denen er weiß, dass der unaufgeklärte deutsche Arbeiter sie zum Teil gleichfalls mit seinem nicht zielbewusstem Hasse verfolgt.“

Der „Vorwärts“ hetzte aber nicht nur gegen Italiener, sondern auch gegen Proletarier/innen aus Böhmen und Polen: „Das dringenste Erfordernis ist eine durchgreifende soziale Reform, die es unmöglich macht, dass die Arbeiter verschiedenen Stammes zu Nutz und Frommen gewinngieriger Unternehmer gegeneinander ausgespielt werden, dass der italienische Arbeiter als Lohndrücker gegen den französischen in die Schranken tritt. Das gilt für >Kulturstaaten<. Ob der Kuli gelbhäutig oder schwarzhäutig, ob er Böhme oder Pole ist, gegen die Kuliwirtschaft muss mit sozialpolitischen Mitteln gekämpft werden.“ Genosse Landauer beschloss den Artikel mit dem Aufruf: „Prägt es euch ein, Proletarier, und vergesst es nicht wieder. Das schreibt das Hauptorgan der Sozialdemokratie am Dienstag, den 22. August 1893.“

Ja so war das schon damals. Daraufhin sollten die „unaufgeklärten deutschen Arbeiter“ erst einem Kaiser und darnach einem Führer bedingungslos folgen, denen dieses nationale Schutzinteresse besonders wichtig war. Leider können wir ihnen heute nicht mehr um den Hals fallen und sie fragen: „Mensch, Mensch, was Hast du getan? Deinen Bruder hast du getötet, der arm und elend war wie du!“

Die Lafontaine & Gysi-Partei ist das heutige Sammelbecken der sozialdemokratischen „falschen Freund~innen“, die einen hohen Beitrag zur Umsetzung der Hartz-4-Gesetze als Landesregierungsbeteiligte und mittels DGB geleistet haben, dass es heute eine in Facharbeiter~innen, Angestellte, Arbeiter~innen, Hilfsarbeiter~innen, Leiharbeiter~innen, Jobber~innen, 1-Euro-Zwangsarbeiter~innen, eu-ausländische Arbeitende, nicht-eu-ausländische Arbeitende, Arbeitslose, Sozialhilfeabhängige, Obdachlose aufgesplitterte Arbeiter~innenklasse gibt. Die schon im Inlande gegeneinander ausgespielt wird und noch potenziert mit der ausländischen „Konkurrenz“, nämlich der Arbeiter~innenklasse selber!

UNSER STANDORT heißt nicht Deutschland, sondern IST DIE WELT !

Thomas Bruns

 Fußnoten
(1) Die Zitate von Landauer sind entnommen aus dem Buch:
Signatur: g.l. Gustav Landauer im >Sozialist< (1892-1899) Hrg. V. Ruth Link-Salinger, edition suhrkamp Neue Folge 113 – ersch. 1986  http://www.amazon.de/Signatur-Gustav-Landauer-Sozialist-1892-1899/dp/3518111132

(2) Der Rätekommunist Willy Huhn kam in seinem Buch „Der Etatismus der Sozialdemokratie – Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus“ zu folgendem Schluss: „So wurde die Mehrheitssozialdemokratie, welche sich mit dieser Begründung auf dem Boden der Landesverteidigung und der Bewilligung der Kriegskredite, vor allem aber auf den des ‚Kriegssozialismus‘ stellte, vor der Weltgeschichte die erste nationalsozialistische Partei!“ Im Umkehrschluss war für Huhn der Nationalsozialismus nur die „konsequentere Sozialdemokratie“. http://www.ca-ira.net/verlag/buecher/huhn-etatismus.html

22 Kommentare leave one →
  1. fresch permalink
    21. November 2011 10:39

    Ja jede zeit hat ihre Täter das kapital hat es in allen Systemen bisher verstanden das Arbeiter auf Arbeiter schlugen ohne zu fragen wer der Verursacher ist wir brauchen hier geharnischt soweit in der Geschichte zurück gehen wie waren doch die dicken Überschriften die Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeit weg und Harz 4 Bezieher wollen nicht arbeiten in meinen 63 Jahren tauchen immer wieder solche und ähnliche Sprüche auf die nur ein ziel haben. es wird damit von den gezielten Kapital Verbrechen abgelenkt diese setzen ihre macht je nach belieben ein ein zustand des Misstrauens unter den Arbeitern ist dabei für ihre gier das ideale ziel

  2. Die DDR und die Juden permalink
    21. November 2011 17:25

    Die DDR und die Juden

  3. 22. November 2011 12:39

    wobei generell zu sagen ist, dass die Sozialdemokratie vor 1914 gegenüber Kolonialismus, Rassismus und Antisemitismus zumindest verbal und zuweilen auch in der Praxis relativ prinzipienfest Stellung bezogen hat, so in der Bemühung, italienische und polnische MigrantInnen zu organisieren oder als sie während des Höhepunktes der antisemitischen „Berliner Bewegung“ Paul Singer in Berlin als Kandidaten aufstellte

    Lafontaine war immer ein Populist und nie Teil der „eigentlichen“ SPD-Linken, was allen eigentlich schon 1987 deutlich gewesen sein sollte, als er den DGB-Gewerkschaften mit der Forderung „35-Stundenwoche ohne vollen Lohnausgleich“ in den Rücken fiel

    ansonsten ist Willy Huhn, worauf der Luxemburger Anarchist hinweist, durchaus mit Vorsicht zu geniessen, umso bizarrer, dass das Buch bei ça ira und mit einem Vorwort des Bahamas-Redakteurs Clemens Nachtmann erschienen ist … besser zur Vorkriegs-Sozialdemokratie sind m.E. die Arbeiten von Kurt Brandis und Kurt Mandelbaum sowie Arbeiterbewegung im Obrigkeitsstaat. SPD und Gewerkschaft nach dem Sozialistengesetz von Manfred Scharrer

    ansonsten haben Landauers Ausführungen für mich dahingehend einen schalen Beigeschmack, da er offenbar gleichfalls keine Probleme hatte, Eugen Dührings Theorien in einen akzeptablen und einen inakzeptablen Teil zu „spalten“

    • Sorry permalink
      23. November 2011 01:27

      Das ist ein sehr kurzer Artikel, in dem ich leider nicht die gesamte damalige historische Antisemitismusproblematik etc einbauen konnte, dabei geht es hier aber nur um den klassenspalterischen Charakter des Vorwärts und die ausländerfeindlichen Äußerungen von O.L. …. Wie die AntiDeutschen mit den Dingen die der Lux hervorhebt zusammenpassen ist ein anderes Thema. …… Was G.L. bei Dühring von was schied, war auch nicht das Thema.
      Sorry, aber Du machst da 100 Fässer auf um zu fluten ……….. zu G.L. fällt mir auch einiges ein, was ich persönlich nicht vertrete, sein Pazifismus und sein Hang zur Mystik, aber das hat nun mal auch rein garnix mit dem Thema des Artikels zu tun.
      Der Vorwärts war sicher nicht besonders hilfreich um die „italienischen und polnischen Kulis“ zu organisieren. Ebensowenig die Hasstriade des O.L. —- nur um mal zum Thema zurückzukehren.

  4. Erich Honecker und die Gestapo permalink
    25. November 2011 17:58

    Die Historikerin Monika Kaiser entzaubert den Mythos des lupenreinen und edlen Antifaschisten Erich Honecker und legt ihre Recherchen zu Honeckers Zusammenarbeit mit der Gestapo offen. Delikat ist der Umstand, dass dem Stasi-Chef Mielke diese Vorgänge bekannt waren und er die betreffenden Akten als Kopie in seinem Panzerschrank unter Verschluss hielt.

  5. Die Ex-Kanzler Brandt und Schmidt mit sozialdemokratisch-rassistischen Aussagen permalink
    9. Januar 2012 12:36

    Die Ex-Kanzler Brandt und Schmidt mit sozialdemokratisch-rassistischen Aussagen

  6. August Gratzik permalink
    1. März 2012 21:03

    Sozialdemokratische Arbeiterverräter in Castrop.

    Die Erwerbslosen werden schon seit Jahresfrist in
    andere Gegenden von hier abgeschoben. Vor allem
    nach Zwickau, Oelsnitz und ins Aachener Revier. Das
    geschieht durch das Arbeitsamt mit Einverständnis der
    Arbeitervertreter! Das Gemeinste aber ist, daß den Arbeitslosen
    viel versprochen wird, das sich bald als Vorspiegelung
    falscher Tatsachen herausstellt. So stellte
    sich heraus, daß die Leute anstatt der versprochenen
    7 Mark nur 4 Mark Tagesverdienst erhielten. Wer sich
    von den jüngeren Leuten weigerte, sich verschicken zu
    lassen, dem wurde die Arbeitslosenunterstützung entzogen.
    Die Gewerkschaftsvertreter im Arbeitsausschuß
    waren damit einverstanden, daß gegen 55 Prozent der
    jugendlichen Erwerbslosen verschickt werden sollten.
    Eine weitere Schikane gegen die Arbeitslosen erlaubten
    sich die Herrschaften, indem sie bekanntgaben,
    daß von nun an die Arbeitslosen täglich stempeln gehen
    müßten. (Bisher zweimal wöchentlich.) Als wir dagegen
    protestierten, standen die Vertreter der SPD.
    (natürlich Stadtverordnete, wie Völker, der zugleich
    Reichsbannerführer ist) auf und verkündeten: Wer
    nicht täglich stempeln geht, erhält keine Unterstützung.
    Als wir Arbeitslosen uns gegen diese freche Zumutung,
    die an unsere Kraft und an unser Schuhwerk größere
    Ansprüche stellte, zur Wehr setzten, wurde uns erklärt,
    daß nicht eine Versammlung der Arbeitslosen, sondern
    der Arbeitsausschuß darüber zu bestimmen hätte. Und
    dieser, in welchem 5 Arbeitervertreter sitzen: 3 von den
    freien Verbänden und 2 von den christlichen, erklärte
    sich einstimmig mit dem täglichen Stempeln einverstanden.
    Wir waren zwar immer noch dagegen, aber
    einige SPD.-Genossen bekamen Angst, gingen täglich
    stempeln. Jetzt war natürlich unsere geschlossene Phalanx
    durchbrochen, und wir mußten wohl oder übel in
    den sauren Apfel beißen.
    Das ist die Verräterpolitik der Sozialdemokratischen
    Partei. Arbeiter, wendet diesen Leuten den Rücken und
    schließt euch einer wirklichen revolutionären Arbeiter-
    Organisation an, wie die FAUD. (Anarchosyndikalisten)
    sie ist. August Gratzik

    http://digital.a-bibliothek.org/Der%20Syndikalist%201918%20-%201932/08.32.07.08.1926SynD.pdf

  7. Die Entstehung des Rassismus permalink
    7. Juli 2012 23:20

    Die Entstehung des Rassismus

    Anfang des 20. Jahrhunderts wiesen deutsche und französische Atlanten „ethnographische Weltkarten“ auf, auf denen ein Zusammenhang zwischen den Kontinenten und den dort angeblich lebenden Rassen hergestellt wurde. Den Karten zufolge bestehe die Menschheit aus Rassen, also Bevölkerungsgruppen, die sich durch bestimmte erbliche Merkmale voneinander unterscheiden, und das auffallendste davon sei die Hautfarbe.

    Ab dem 15. Jahrhundert vollbrachten Bartolomeu Dias, Kolumbus, Vasco da Gama, Francisco Cabral und Magellan in portugiesischen und spanischen Diensten das, was man in Europa als „große Entdeckungen“ bezeichnet.Portugal und Spanien teilten die Welt anschließend untereinander auf. Dadurch erhielten die Europäer Zugang zu neuen Handelsrouten sowie zu neuen Ländern und Reichtümern, die es nun auszubeuten galt.

    Aufgrund des Bedarfs an Arbeitskräften in der „Neuen Welt“ entstand der so genannte „Atlantische Dreieckshandel“. Die europäischen Händler verschafften sich Sklaven in Afrika, verschleppten diese in die Neue Welt und brachten anschließend den von diesen kostenlosen Arbeitskräften erwirtschafteten Gewinn an die europäischen Königshöfe. Der Sklavenhandel war ein bedeutender wirtschaftlicher Aspekt der Weltgeschichte und beeinflusst darüber hinaus bis heute unsere Denkmuster. Der Begriff „Neger“ entstand im Zusammenhang mit dem Sklavenhandel und wurde somit praktisch zum Synonym von „Sklave“.

    Die Europäer glaubten im „zivilisatorischen Auftrag“ den als „weniger entwickelt“ geltenden Völkern Amerikas, Afrikas, Asiens und Australiens Fortschritt und Glauben vermitteln zu müssen.1914, vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, war nahezu die gesamte Erde von den europäischen Mächten kolonialisiert. Diese beuteten ihre Kolonien aus und erklärten der übrigen Welt, dass es Fortschritt nur in ihrem Sinn gab.

    In Europa trieben die Nationalsozialisten die Überzeugung, dass es Rassen gebe und die so genannte „arische“ darunter die wertvollste sei, auf die Spitze. Zwischen 1939 und 45 wurden in Deutschland und in ganz Europa systematisch Juden, Sinti und Roma, Schwarze, Mischlinge, Homosexuelle und Behinderte ermordet, weil sie nicht dem arischen Ideal entsprachen.

    In den USA war es 1861 zum Bürgerkrieg gekommen, nachdem 11 Bundesstaaten aus der Union ausgetreten waren, um weiterhin schwarze Sklaven als kostenlose Arbeitskräfte ausbeuten zu können. Die Konföderierten verloren den Krieg und die Sklaverei wurde abgeschafft. Aber durch eine gesetzliche Rassentrennung wurde in fast allen Bundesstaaten eine Trennung zwischen Weißen und Schwarzen durchgesetzt.

    Südafrika machte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine paradoxe Entwicklung durch. Während nach und nach alle Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangten, beruhte in Südafrika das gesellschaftliche Leben auf der Apartheid, d. h. der Trennung zwischen der schwarzen und der weißen Bevölkerung, den Nachkommen niederländischer und britischer Siedler. 1951 wurde durch die Einrichtung von 10 der schwarzen Bevölkerung vorbehaltenen Homelands die getrennte Entwicklung der Rassen auch in territorialer Hinsicht festgeschrieben.

    Inzwischen wissen wir, dass unser Erbgut weder weiß, noch schwarz noch gelb ist. Alle Menschen gehören derselben Art an und haben gemeinsame Vorfahren.Der Homo sapiens, der seit etwa 150.000 Jahren in Afrika belegt werden kann, begann vor etwa 60.000 Jahren die anderen Kontinente und in den darauf folgenden Jahrtausenden die ganze Erde zu besiedeln.

    Auf dieser Karte sieht man die weltweite Verbreitung der Hautfarben. Die unterschiedliche Färbung der Haut ist das Ergebnis der Anpassung des Menschen an die Umwelt und an das Klima. Dunkle Haut schützt besser vor der Sonne, und je entfernter vom Äquator die Menschen leben, umso heller ist ihre Haut. Damit passt sie sich der geringeren Sonneneinstrahlung an und ermöglicht die Bildung von Vitamin D, das für das Wachstum wichtig ist.Natürlich hat sich diese Verbreitung durch Migration, durch Reisen sowie durch Vermengung und Vermischung der Bevölkerung, kurz gesagt durch die Globalisierung verändert.

  8. Lafontaine fordert Rückkehr zu nationalen Währungen permalink
    9. Mai 2013 22:40

    Lafontaine fordert Rückkehr zu nationalen Währungen

    Angesichts der wachsenden sozialen Konflikte in Europa tritt der Gründer und ehemalige Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit, wie der Sparkurs in Europa verschärft und die Arbeiter des Kontinents gespalten werden können. Durch die Wiedereinführung nationaler Währungen will er die Löhne in den Südländern um 20 bis 30 Prozent senken.

    Letzte Woche veröffentliche Lafontaine auf seiner Website eine Stellungsnahme, die für eine „produktivitätsorientierte Lohnpolitik“ eintritt. „In Südeuropa sind die Löhne und Ausgaben zu stark gewachsen“, schreibt Lafontaine. Weil in Deutschland die Löhne zudem gesunken seien, habe das zu einem wirtschaftlichen Ungleichgewicht geführt, das den Südländern den Export erschwere.

    „Um eine annähernd ausgeglichene Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erreichen“, fordert Lafontaine, müssten „Länder wie Griechenland, Portugal oder Spanien gegenüber dem Durchschnitt der EU-Länder um 20 bis 30 Prozent billiger und Deutschland um 20 Prozent teurer werden.“

    Die Versuche, die Löhne in den Südländern mit Austeritätsprogrammen zu senken, seien gescheitert. „Die reale Abwertung über sinkende Löhne, die 20 bis 30prozentige Einkommensverluste in Südeuropa und sogar in Frankreich verlangt, führt – wie wir in Spanien, Griechenland und Portugal schon sehen können – zur Katastrophe.“

    Mit Katastrophe meint Lafontaine hier nicht das soziale Elend, die Arbeitslosigkeit oder die Lohnkürzungen, für die er sich in dem Text wenig später selbst ausspricht. Er meint vielmehr die Gefahr von unkontrollierbaren sozialen Aufständen und Revolutionen, wie sie sich in ganz Europa entwickeln. Das will er verhindern, indem er einen neuen Mechanismus für die sozialen Angriffe entwickelt und Nationalismus und Chauvinismus schürt, um die Arbeiter des Kontinents zu spalten.

    Konkret schlägt Lafontaine vor, „neben dem Euro“ wieder nationale Währungen einzuführen, um „kontrollierte Abwertung und kontrollierte Aufwertung über ein von der EU getragenes Wechselkursregime wieder möglich zu machen“. Die Südländer sollen ihre eigenen Währungen dann so weit abwerten, bis ihre Exporte auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig sind.

    Ein ähnliches Modell verfolgte Lafontaine bereits 1990 als SPD-Kanzlerkandidat. Damals sprach er sich gegen die Einführung der D-Mark in der DDR aus, um die Löhne im Osten vor der Wiedervereinigung möglichst niedrig zu halten.

    Lafontaines Vorschlag, zu nationalen Währungen zurückzukehren, knüpft direkt an die Austeritätspolitik der Bundesregierung an. Diese diktiert allen europäischen Ländern eine Politik der Lohnsenkung und der Kürzung von Sozialausgaben. In Griechenland, Portugal, Spanien und Italien hat die Regierung Merkel mithilfe der EU und des IWF eine soziale Katastrophe angerichtet. Allein in Griechenland sanken die Reallöhne in dieser Periode um durchschnittlich 40 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg gleichzeitig über 27 Prozent.

    Lafontaine geht das nicht weit genug. Durch die Einführung nationaler Zweitwährungen und deren Abwertung will er Löhne, Renten und Sozialleistungen mit dem Rasenmäher der Inflation auf ein Minimum senken. Arbeiter würden in der schwachen Zweitwährung ausbezahlt, mit der Importgüter aus dem Rest Europas schlicht unbezahlbar wären. Dank solcher Sklavenlöhne würden die Länder in ein Paradies für ausländische Investoren verwandelt. Die sozialen Folgen wären verheerend.

    Die wohlhabenden Mittelschichten, deren soziale Interessen Lafontaine artikuliert, könnten den Euro hingegen als Zweitwährung bewahren und hätten weiterhin vollen Zugang zu den Waren des Weltmarkts und auch zu den Fördertöpfen der EU. Die Hausmädchen, Schuhputzer und Gärtner dieser Leute würden demgegenüber mit Hungerlöhnen abgespeist.

    Lafontaines Vorschlag zielt darauf ab, die Mittelschichten zu mobilisieren, um den Austeritätskurs der Finanzelite fortzusetzen und den Widerstand der Arbeiter dagegen zu unterdrücken. Er zielt darauf ab, die Einkommensunterschiede in Europa weiter zu vertiefen, die Arbeiter zu spalten und gegeneinander auszuspielen.

    Die Einkommen in Europa klaffen schon jetzt weit auseinander. Laut Eurostat lagen die durchschnittlichen jährlichen Bruttolöhne 2012 in Deutschland bei 42.400, in Spanien bei 26.300 und in Portugal bei 17.400 Euro. Diese Kluft will Lafontaine weiter vertiefen.

    Dabei ist seine Behauptung, in Südeuropa seien die Löhne „zu stark gewachsen“, schlichtweg eine Lüge. Laut Zahlen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sind die Reallöhne in Spanien von 2000 bis 2008 lediglich um 4,6 Prozent, in Portugal sogar nur um 3,3 Prozent gestiegen. Als Folge der Sparprogramme sind sie seither drastisch gefallen und liegen größtenteils unter dem Niveau von 2000.

    Die von Lafontaine vorgeschlagene Lohnsenkung hätte direkte Rückwirkungen auf Deutschland. Die Löhne würden hier nicht, wie er andeutet, um 20 Prozent steigen. Vielmehr würden die niedrigen Löhne in Süd- und Osteuropa wie in der Vergangenheit systematisch genutzt, um die Löhne auch in den westlichen und nördlichen Ländern zu drücken. Das Ziel ist die Zerschlagung sämtlicher sozialer Errungenschaften der Arbeiter auf dem gesamten Kontinent.

    Dass sich Lafontaine derart rechter und reaktionärer Argumente bedient und sich offen hinter das Programm der sozialen Konterrevolution in Europa stellt, entlarvt den sozialen Charakter der Linkspartei. Hervorgegangen aus der stalinistischen Bürokratie im Osten und der sozialdemokratischen im Westen vertritt sie die Interessen einer wohlhabenden Schicht, die der Arbeiterklasse extrem feindlich gesonnen ist. Je weiter sich die Krise verschärft, desto enger rücken diese Elemente an die Finanzelite und deren Staatsapparat heran.

    Lafontaines Standpunkte sind von denen äußerst rechter Formationen nicht mehr zu unterscheiden. Der Vorschlag, Parallelwährungen mit dem Ziel der Abwertung einzuführen, wurde vor gut zwei Wochen schon von dem Vorsitzenden der rechts-konservativen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, lanciert. Die AfD tritt für ein neoliberales Wirtschaftsprogramm ein und will einerseits die Sozialausgaben und andererseits die Steuern für die Reichen senken. Die EU will sie beibehalten und „durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung verschlanken“.

    „In vielen Punkten haben sie mit ihrer Kritik an der derzeit praktizierten Eurorettung recht“, kommentierte die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, das Programm der Rechtsformation gegenüber N-TV. Es sei „noch nicht ausgemacht“, in welche Richtung diese Partei gehe. „Wie wir kritisieren sie die Europapolitik der Kanzlerin. Da gibt es viele Überschneidungen“, sagte Wagenknecht.

    Mit ihren Avancen gegenüber dem rechten Rand zeigt Wagenknecht die Ausrichtung ihrer eigenen Partei und folgt dem Beispiel ähnlicher kleinbürgerlicher und pseudolinker Gruppen in anderen Ländern. Die griechische Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) schmiedete erst kürzlich ein Bündnis mit Rechtspopulisten. In Osteuropa ist die Zusammenarbeit von selbsternannten „linken“ Organisationen mit rechtsextremen und faschistischen Parteien an der Tagesordnung.

    In der Linkspartei hat Lafontaines Vorstoß zu Auseinandersetzungen geführt. So argumentiert die Vorsitzende Katja Kipping für den Erhalt der Europäischen Union und der gemeinsamen Währung. Sie stellt sich damit hinter die Regierung Merkel, die SPD und die Grünen, die vorläufig an der EU und am Euro festhalten und diese nutzen, um die sozialen Rechte der Arbeiter in jedem europäischen Land anzugreifen.

    Die Unterschiede zwischen den beiden Standpunkten sind aus Sicht der Arbeiter marginal. Während Kipping an der bisherigen Politik der sozialen Kürzungen unter dem Diktat der EU festhält, entwickelt Lafontaine neue Mechanismen, um dasselbe Ziel zu erreichen.

    Die Arbeiter Europas können dem Spardiktat der EU nur entgegentreten und die Macht der Finanzelite brechen, indem sie sich vereinen und für Vereinigte Sozialistische Staaten von Europa kämpfen. Lafontaine versucht eine solche Einheit zu verhindern, indem er die Arbeiterklasse spaltet und Nationalismus schürt.

    Christoph Dreier
    http://www.wsws.org/de/articles/2013/05/09/lafo-m09.html

  9. Fragen permalink
    16. Mai 2013 09:06

    Ganz genau. Alles für alle.

    Historische u. aktuellere Texte gibt es viele z.B.:
    http://www.anarchismus.at/ueber-den-tellerrand-blicken/cornelius-castoriadis/506-cornelius-castoriadis-und-daniel-mothe-hierarchie-und-selbstverwaltung

    und weitere Texte auf http://www.anarchismus.at
    oder eben hier auf syndikalismus.wordpress.com

    über Revolution – http://www.youtube.com/watch?v=jPmyIT_wphU
    http://lebenimfalschen.blogsport.de/?p=140

    Bertolt Brecht: Fragen eines lesenden Arbeiters

    Wer baute das siebentorige Theben?

    In den Büchern stehen die Namen von Königen.

    Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?

    Und das mehrmals zerstörte Babylon –

    Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern

    Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
    Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war Die Maurer?
    Das große Rom

    Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz

    Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang

    Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.

    Der junge Alexander eroberte Indien.
    Er allein?

    Cäsar schlug die Gallier.
    Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
    Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte Untergegangen war. Weinte sonst niemand?

    Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer Siegte außer ihm?

    Jede Seite ein Sieg.
    Wer kochte den Siegesschmaus?

    Alle zehn Jahre ein großer Mann.
    Wer bezahlte die Spesen?

    So viele Berichte.
    So viele Fragen.

    (Werkausgabe Edition Suhrkamp, Frankfurt/Main 1967, Auflage 1990 – Bd. 9).

  10. Fragen eines lesenden Arbeiters ~ B. Brecht permalink
    17. Mai 2013 15:56

  11. Lafodödel oder was? permalink
    13. Oktober 2015 15:41

    Dietmar Bartsch und „Lafodödel“

    Linke bestreitet Spionage-Vorwürfe

    Der künftige Fraktionschef der Linkspartei Dietmar Bartsch hat seine Parteikollegen aus dem Vorstand kategorisiert. Zu Ausforschungen sei es aber nicht gekommen, heißt es.

    „Zuverlässig“, „unabhängig“ oder „Lafodödel“? Der designierte Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, hat nach einem Bericht der „Welt“ den 44-köpfigen Parteivorstand der Linken ausforschen und in Freund-Feind-Kategorien einteilen lassen. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht am Dienstag auf einen internen E-Mail-Austausch. In Kreisen der Fraktion hieß es, es habe keine Spionage oder Ausforschungen gegeben. Es sei lediglich um eine Liste gegangen, in der die Parteivorstandsmitglieder den jeweiligen Strömungen zugeordnet worden seien. Nach dem Parteitag in Göttingen im Sommer 2012 habe der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi seinen Stellvertreter Dietmar Bartsch gebeten, einen Überblick über den neu gewählten Parteivorstand zu erstellen. „Bartsch hat das nicht in Auftrag gegeben. Das ist Quatsch“, hieß es weiter. In Gysis Umfeld hieß es, er habe allerdings keine detaillierte Namensliste angefordert, sondern nur wissen wollen, wie die Mehrheiten in dem Gremium seien. Über die Form sei er nicht begeistert gewesen.

    Auf dem Parteitag war Bartsch bei der Wahl zum Parteichef seinem Konkurrenten Bernd Riexinger unterlegen. Der Gewerkschafter aus Baden-Württemberg führt die Linke seitdem gemeinsam mit Katja Kipping. Vor dem Parteitag hatte es erbitterte interne Grabenkämpfe gegeben, das Klima in der Partei war von großen Misstrauen geprägt: So hatte Ex-Parteichef Oskar Lafontaine seine Bereitschaft zur Rückkehr an die Parteispitze davon abhängig gemacht, dass Bartsch seine Kandidatur zurückziehe. Zwei Jahre zuvor hatte Lafontaine erzwungen, dass Bartsch sich als Bundesgeschäftsführer der Partei zurückziehen musste. Beim Parteitag in Göttingen kam es dann zum offenen Streit zwischen Gysi und Lafontaine. Angesichts der heftigen Flügelkämpfe sprach Gysi von „Hass“ und „Denunziation“ in Partei und Fraktion. Die Kritik aus den westdeutschen Landesverbänden erinnere ihn „an die Arroganz der alten Bundesländer bei der Wiedervereinigung“. Wenn einer neuen Parteiführung die Einigung nicht gelinge, bleibe nur die Spaltung übrig, ermahnte Gysi seine Genossen.

    Dem „Welt“-Bericht zufolge teilte Bartsch die Vorstandsmitglieder in Kategorien ein. Dafür gab es Kürzel, mit denen jeder Vorstand markiert wurde: „Z“ für zuverlässig, „U“ für unabhängig und „L“ für links oder „Lafodödel“ – gemeint waren damit die Anhänger von Lafontaine. Dazu gehört auch dessen Ehefrau Wagenknecht. Auch Parteichef Bernd Riexinger wurde das Etikett „Lafodödel“ angeheftet. Riexinger gehörte als früherer Landesvorsitzender in Baden-Württemberg zu denjenigen, die im Streit zwischen Lafontaine und Bartsch in Brandbriefen die Loyalität des früheren Bundesgeschäftsführers Bartsch angezweifelt hatten. Bartsch selbst sagte zu dem Bericht: „Das kommentiert sich von selbst.“

    Der frühere Parteivize Heinz Bierbaum, der heute für die Linke im saarländischen Landtag sitzt und als Vertrauter Lafontaines gilt, kritisierte hingegen das Vorgehen: „Das sind Methoden, die wir keineswegs akzeptieren können. So etwas macht man nicht“, sagte er der „Welt“.

    Bartsch und die bisherige Vizefraktionschefin Sahra Wagenknecht sollen in zwei Wochen an die Fraktionsspitze gewählt werden – und damit die Nachfolge von Gregor Gysi antreten. Die Wahl ist für den 13. Oktober vorgesehen.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/dietmar-bartsch-und-lafodoedel-linke-bestreitet-spionage-vorwuerfe/12384928.html

  12. Lafontaine: Der Kampf gegen das Asylrecht geht weiter permalink
    30. Januar 2016 17:19

    Oskar: Der Kampf gegen das Asylrecht geht weiter

    Der heutige Vorstoß von Oskar Lafontaine, den Flüchtlings-Zuzug nach Deutschland zu begrenzen [1], reiht sich ein in seinen jahrzehntelangen Kampf gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland.

    Bereits als Oberbürgermeister von Saarbrücken hatte sich Lafontaine für Sachleistungen und Sammellager für Asylbewerber eingesetzt. „Es war Lafontaine, der als damaliger Ministerpräsident des Saarlandes noch lange vor der Einführung eines Asylbewerberleistungsgesetzes die Sozialhilfe für Flüchtlinge nicht mehr auszahlte, sondern auf Sachleistungen umstellte. Mit seiner Rhetorik, zusammen mit einer Kampagne in der konservativen Presse, gelang es, das Asylrecht sturmreif zu schießen.“ [2] Dank seiner aktiven Mithilfe ging sein Wunsch, das Asylrecht auszuhöhlen, 1993 in Erfüllung. Die Folgen bekämpfen die meisten Linken – strömungsübergreifend – noch heute. Nicht jedoch der Genosse Lafontaine. Nachdem die „Asylanten“ zahlenmäßig zu einem beinahe vernachlässigbaren Gegner geworden waren, forderte Lafontaine in Wahlkampfreden als SPD-Vorsitzender und später auch in seiner Kolumne in der Bild-Zeitung, den Zuzug von Aussiedlern zu begrenzen. Ebenfalls in der Kolumne verteidigte er 2004 den Vorschlag des damaligen SPD-Innenministers Otto Schily, in Nordafrika Auffanglager für Flüchtlinge einzurichten. [3] Um es kurz zu machten: „Oskar Lafontaine muß sich die Frage nach seiner Mitschuld an der heutigen rigiden Ausländerpolitik gefallen lassen.“[4]

    Wer, wie Oskar Lafontaine, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im CSU-Stil „mitverantwortlich für die stetig ansteigenden Flüchtlingszahlen“ [5] nennt, stärkt jenen den Rücken, die sich für „Asylkritiker“ halten und Woche für Woche gegen die Aufnahme von Flüchtlingen protestieren.
    Wer fordert, den Flüchtlings-Zuzug zu begrenzen um „in Deutschland den Familiennachzug zu ermöglichen“ [6], spielt die Werte des Schutzes von Flüchtenden gegen die des Schutzes von Familien aus. Das ist mit den Werten der Partei DIE LINKE nicht vereinbar.
    Während der Parteivorstand deutlich macht, dass DIE LINKE sich klar als die Partei der Flüchtlingshelfer positioniert, reiht sich Oskar Lafontaine ein in die Reihe derer, die jeden Tag den sozialen Frieden durch Flüchtlinge für gefährdet erklären.
    Fakt ist: Oskar Lafontaine stützt mit seinem Vorstoß diejenigen in der Bundesregierung, die das Asylrecht abschaffen. Er stützt jene, die Kontingente statt des persönlichen Rechts auf Asyl wollen. Darum ist sein Vorstoß vollständig untragbar.

    Matthias Höhn hat es auf den Punkt gebracht: „Weder ist es akzeptabel, die einen Flüchtlinge gegen die anderen auszuspielen, noch ist es hilfreich, den sozialen Frieden angesichts der aktuellen Situation als gefährdet zu proklamieren. Beides tun andere jeden Tag – und ich bin dankbar, dass viele Menschen genau dagegen Woche für Woche auf die Straße gehen.“ [7] Dem kann ich uneingeschränkt zuzustimmen.

    [Peter Laskowski, Ema.Li Baden-Württemberg]

    [1] Oskar Lafontaine: Flüchtlings-Zuzug begrenzen um in Deutschland den Familiennachzug zu ermöglichen, http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/b/1/f/1/t/oskar-lafontaine-fluechtlings-zuzug-begrenzen-um-in-deutschland-den-familiennachzug-zu-ermoeglichen/
    [2] Ulla Jelpke, Lafontaines Ausländerpolitik,http://www.sopos.org/aufsaetze/42d14027e952c/1.phtml
    [3] Ulla Jelpke, Lafontaines Ausländerpolitik,http://www.sopos.org/aufsaetze/42d14027e952c/1.phtml
    [4] Ulla Jelpke, Lafontaines Ausländerpolitik,http://www.sopos.org/aufsaetze/42d14027e952c/1.phtml
    [5] Oskar Lafontaine: Flüchtlings-Zuzug begrenzen um in Deutschland den Familiennachzug zu ermöglichen, http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/b/1/f/1/t/oskar-lafontaine-fluechtlings-zuzug-begrenzen-um-in-deutschland-den-familiennachzug-zu-ermoeglichen/
    [6] Oskar Lafontaine: Flüchtlings-Zuzug begrenzen um in Deutschland den Familiennachzug zu ermöglichen, http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/b/1/f/1/t/oskar-lafontaine-fluechtlings-zuzug-begrenzen-um-in-deutschland-den-familiennachzug-zu-ermoeglichen/
    [7] Matthias Höhn, https://www.facebook.com/matthiashoehn.dielinke/posts/1046429948742280?fref=nf&pnref=story

    ———————–

    Veröffentlicht: November 9, 2015 | Autor: Redaktion Ema.Li Bund | Abgelegt unter: Redaktionelle Beiträge |5 Kommentare

    https://emanzipatorischelinke.wordpress.com/2015/11/09/oskar-der-kampf-gegen-das-asylrecht-geht-weiter

  13. SPD | Ermächtigungsgesetz 1933 permalink
    10. August 2016 15:03

    Dieses Video ist von einem Nazikanal bei YT ……
    …… ich poste es als Material für Feinstudienzwecke

    Interessant ist die widerwärtige nationalpopulistische Scheiße des SPD-Redners WELS (wenn ich das richtig rausgehört habe)

    Der längere Teil ist allerdings Hitler …….. wie er die SPD genüsslich ausweidet ……

    Der Rätekommunist Willy Huhn kam in seinem Buch „Der Etatismus der Sozialdemokratie – Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus“ zu folgendem Schluss: „So wurde die Mehrheitssozialdemokratie, welche sich mit dieser Begründung auf dem Boden der Landesverteidigung und der Bewilligung der Kriegskredite, vor allem aber auf den des ‚Kriegssozialismus‘ stellte, vor der Weltgeschichte die erste nationalsozialistische Partei!“ Im Umkehrschluss war für Huhn der Nationalsozialismus nur die „konsequentere Sozialdemokratie“.

    SPD | Ermächtigungsgesetz 1933

  14. VOLLHONKS IM GESPRÄCH Deutschland - wie weiter? (Gauweiler & Lafontaine 2016) permalink
    28. September 2016 22:53

    VOLLHONKS IM GESPRÄCH Deutschland – wie weiter? (Gauweiler & Lafontaine 2016)

  15. Das Ende der Sozialdemokratie permalink
    9. November 2016 22:08

    Das Ende der Sozialdemokratie

    Aufzeichnung der Veranstaltung „Die letzten Tage der Sozialdemokratie“ mit Jürgen Kuttner und Guillaume Paoli vom 4. Oktober 2016 in der Berliner Volksbühne.

    „Was soll das Theater? – Aufruf zur Gründung einer neuen Volksbühnenbewegung“ heißt der Aufruf vom Philosophen Guillaume Paoli zur Rettung der Berliner Volksbühne in seiner jetzigen Art. Darin kritisiert Paoli die Kulturpolitik des Berliner Senats.

    Zur Ankündigung der Veranstaltung war auf der Seite der Volksbühne ein Elfride Jelinek Zitat zu lesen:

    „In allen europäischen Ländern stirbt eine einheimische Spezies aus: die Sozialdemokratie. Wie die männliche Gottesanbeterin wird sie nach der Paarung aufgefressen. Nach und nach sind all ihre Konturen unkenntlich geworden. Die Einen nennen es „Verrat“, die Anderen „Anpassung“, doch am Ende des Weges steht nicht die versprochene Integration, sondern wachsende soziale Desintegration.

    Über die Tagespolitik hinaus hat das Phänomen historische Dimensionen. Schließlich wurden die Kultur und die Mentalität Europas vom sozialdemokratischen Prinzip maßgeblich geprägt. Wie kam es zur Auflösung? Soll man sich darüber freuen? Ist eine Wiederauferstehung denkbar? Wünschenswert?

    „Und jetzt ist sie tot, die Sozialdemokratie, sie weiß es vielleicht noch nicht, ich glaube, sie weiß es wirklich nicht, wenn ich mir diese Gesichter so anschaue, na gut, dann helfe ich halt nach, ich erkläre sie für tot, und jetzt kommt etwas anderes. Ich ahne schon, was kommt. Ein düsterer Schatten, der sie alle hinwegfegen wird, aber vorher werden sie noch da sein. Solange sie können.“

    KOMPLETT https://www.freie-radios.net/79812

  16. +++ Dann ist links tatsächlich gleich rechts geworden +++ In Querfronten trägt sich die Linke zu Grabe +++ permalink
    13. Februar 2017 00:13

    Dann ist links tatsächlich gleich rechts geworden

    In Querfronten trägt sich die Linke zu Grabe

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