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COB Brasilien: Boykottiert Lotto und Finta!

23. September 2011

Für die sofortige Wiedereinstellung von Icaro Poletto!

FF Mercantil, ein Unternehmen aus Araxá-Minas Gerais, verantwortlich für die brasilianische Marke Finta und die itallienische Marke Lotto [Fußballschuhe, Kleidung, Trikots und Zubehör], halten ihre Arbeiter/innen unter extrem prekären Arbeitsbedingungen und benutzen verschiedene Mittel um sie daran zu hindern sich gegen ihre Ausbeutung zu organisieren: Sie erhalten keinen Zuschlag für gesundheitsgefährdende Arbeiten, sie sind extremer Hitze ausgesetzt, sie erhalten weniger als den Mindestlohn und viele von ihnen sind Opfer von Verstümmlungen, Strafen und Erpressung. Arbeiter/innen, die sich nicht den Bossen unterwerfen, werden unterdrückt.

Die letzte Strafaktion der Bosse geschah am 22. März mit der Entlassung von Icaro Poletto, Mitglied der Gewerkschaft Sindivários Araxá, die wiederum ein Teil der Arbeiter/innen-Föderation von Minas Gerais ist. Gemeinsam kämpfen sie für ihre Rechte.

FF Mercantil gehört zur Filon Confecções Gruppe in São Paulo. Es ist zwar nicht bekannt welche Arbeitsbedingungen in Filon herrschen aber sie dürften sich kaum von denen in Araxa unterscheiden, da beide Fabriken nach der gleichen Logik funktionieren, der Logik des Kapitals, welche die Rechte des Individuums und die Gesundheit der Arbeiter/innen immer der Profitmaximierung unterordnen.

Wir fordern die sofortige Wiedereinstellung des Genossen, ein Ende der Unterdrückung von Gewerkschaften und die Umsetzungen der folgenden Forderungen der Arbeiter/innen aus Araxá:

– die Einführung des 8 Stunden Tages
– die Einführung 5 tägigen eine Arbeitswoche
– Zuschläge für gesundheitsschädigende Arbeiten
– Gewinnbeteiligung
– Ankauf von Geräten, die die Hitze während der Arbeit reduzieren
– Recht auf freie Organisation der Arbeiter/innen

Boykottiert Finta und Lotto!
Kauft keine Produkte die durch Sklavenarbeit entstanden sind!
Für Gewerkschaftsfreiheit!
Für die Wiedereinstellung von Icaro Poletto!

Die Firmen sollten aus Unterstützung für den entlassenen Genossen und die dort Beschäftigten boykottiert werden. Ökonomischer Boykott ist unsere beste Waffe um Druck auszuüben. Die Fabrik und ihre Direktoren müssen den Druck zu spüren bekommen, damit sie die Rechte der Arbeiter/innen akzeptieren. Keine sozialen Rechte ohne permanenten Kampf! Wir bitten um internationale Solidarität!

FORGS – Confederação Operária Brasileira – Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (COB-IAA), http://cob-ait.net/

Soziale Rechte sind keine Wohltätigkeit der Bosse – sie sind die sozialen Errungenschaften der Arbeiter/innen!

Quelle:
http://lotto.zsp.net.pl/?p=24


Gewerkschafter vor Gericht!

Die Gewerkschafter/innen des „Sindicato de Artes e Ofícios Vários de Araxá“ aus Minas Gerais (Brasilien), angegliedert an die Gewerkschaft COB-IAA stehen nun unter dem Druck der Firma FF Commercial und einer drohenden Inhaftierung wegen ihres Kampfes um die Rechte der Arbeiter/innen.

Als ob die Niedriglöhne und Kündigungen der genannten Firma nicht schon schlimm genug wären, mittlerweile wurde gegen eines der Gewerkschaftsmitglieder ein Strafverfahren wegen Verleumndung eingeleitet. Angesichts dessen ruft die COB-IAA aus Rio Grande do Sul dazu auf, Protestmails an folgende Adressen zu schicken:
afnit@araxa.com.br,
fatima@finta.com.br,
vilela.comercial@hotmail.com,
cicero-representacoes@hotmail.com,
flavio.golrep@hotmail.com,
golrep2@hotmail.com

Protestbrief online schreiben:
http://lotto.zsp.net.pl/?page_id=2&email=1

Quelle: Anarchosyndikat Köln/Bonn

3 Kommentare leave one →
  1. 23. September 2011 14:55

    Direkte Aktion 206 – Juli/August 2011
    http://fau-duesseldorf.org/Members/faud1/texte-von-rudolf-muhland/da/sport-kleidung-und-klassenkampf

    Da rennt der Schweiß: Die brasilianische COB befindet sich im Konflikt mit einem Sportbekleidungshersteller

    Die globale Textil- und Bekleidungsindustrie ist berüchtigt für ihre Arbeitsbedingungen. Die Sparte für Sportbekleidung ist da keine Ausnahme. Bereits 1998 organisierte die Clean-Clothes-Campaign ein internationales Tribunal gegen die (Sport-)Bekleidungsindustrie, in der 80% der Belegschaften Frauen sind, denen oft selbst der unzureichende Mindestlohn vorenthalten wird. Diverse Konzerne wurden damals exemplarisch wegen andauernder Arbeitsrechtsverletzungen, der Unterdrückung von Gewerkschaften, schlechter Arbeitsbedingungen, unzureichender Löhne und sexueller Belästigungen von Frauen verurteilt.

    Auch zehn Jahre später, anlässlich der Euro 2008 und der Olympischen Spiele, berichtete die Kampagne „Fair Play“ über „Hungerlöhne und menschenverachtende Arbeitsbedingungen“ sowie über gewerkschaftsfeindliches Verhalten in der Branche. Letzteres drücke sich laut „Fair Play“ nicht nur in Entlassungen aktiver ArbeiterInnen aus, sondern auch in Form von „Verhaftung oder sogar Gewalt“. In dieser Zeit hat sich die Zusammensetzung der Beschäftigten nicht verändert. Weiterhin sind 80% der ArbeiterInnen Frauen. Auch die von diversen Konzernen eingeführten „Verhaltenskodizes“ haben die Arbeitsbedingungen nicht verbessert. Mit der Fußball-WM der Frauen gibt es dieses Jahr erneut einen Anlass, über die Zustände in der Sportbekleidungsindustrie zu sprechen. So organisiert etwa die christliche Initiative „Romero“ bundesweit Veranstaltungen über den dortigen „Arbeitsalltag und Arbeitsrechtsverletzungen“. Ihre zentrale Forderung dabei: ein „existenzsichernder Lohn für die Näherinnen in den Produktionsländern!“ Auch die anarchosyndikalistische IAA befasst sich derzeit mit dieser Branche. Denn Ende März diesen Jahres wurde Icaro Poletto, Mitglied der brasilianischen Sektion (COB-IAA), bei FF Mercantil entlassen, wo u.a. Trikots, Kleidung und Zubehör für die Marken Lotto und Finta hergestellt werden. Poletto hatte zuvor begonnen, sich mit seinen KollegInnen gegen die schlechten Arbeitsbedingungen (hohe Arbeitszeiten, starke Hitze, Lösungsmitteldämpfe und niedriges Gehalt) zu wehren. Seiner ihn unterstützenden Gewerkschaft wurde letztlich sogar mit „Pistoleros“ gedroht, jenen Todesschwadronen, die in Lateinamerika eine traurige Tradition haben und bekannt dafür sind, aktive ArbeiterInnen zu ermorden. Die COB hat darauf mit einem globalen Boykottaufruf gegen die beiden Marken Lotto und Finta reagiert. Wenn ihr diesen Kampf unterstützen wollt, könnt ihr euch an der E-Mail-Kampagne der ZSP beteiligen (siehe http://www.lotto.zsp.net.pl). Ihr könnt euch auch an den Fußballverein Borussia Mönchengladbach wenden, der Lotto zu seinen Sponsoren zählt. Rudolf Mühland

  2. 1. März 2012 02:31

    African Anarchism – Sam Mbah & I. E. Igariwey

    Submitted by Boris Badenov on Oct 31 2010 21:45

    African Anarchism – Sam Mbah & I. E. Igariwey

    This book covers a wide range of topics, including anarchistic elements in traditional African societies, African communalism, Africa’s economic and political development, the lingering social, political and economic effects of colonialism, the development of „African socialism“ and its failure, and a possible means of resolving Africa’s ongoing crises.

    Klicke, um auf Mbah%20and%20Igariwey,%20African%20Anarchism.pdf zuzugreifen

  3. Zwangsräumungen in Brasilien – „Copa para tod@s“ permalink
    5. Januar 2013 22:46

    Zwangsräumungen in Brasilien – „Copa para tod@s“

    Bereits 170.000 Zwangsräumungen und andere Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Herren-Fussball-WM 2014 sowie der Olympiade 2016 in Brasilien. KoBra-Aktivist_innen übereichen Protestbrief an Ex-Präsident Lula da Silva.

    Brasilien ist gastgebendes Land der Fussballweltmeisterschaft der Herren 2014 sowie die Olympischen Sommerspiele 2016. Der Bundesweiten Zusammenschluss Brasiliensolidarität – Kooperation Brasilien e. V. (KoBra) beklagt „die vielfältigen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen“ der „beiden sportlichen Megaevents.“ So wurden in diesem Zusammenhang bereits 170.000 Menschen geräumt bzw. sind von Räumung bedroht, ohne dass sie angemessen umgesiedelt und entschädigt werden. Während Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva die Nähe seiner Regierung zur Bevölkerung und den sozialen Bewegungen lobt, sind die Betroffenen mit dem Verlust ihrer Heimat konfrontiert.

    Bei einem Besuch Lulas im Dezember 2012 in Berlin überreichten Aktivist_innen von KoBra einen offenen Protestbrief. Der Brief ist steht hier im vollen Wortlaut zum Download zu Verfügung: http://www.kooperation-brasilien.org/de/kick-for-one-world/aktuelles/brief-de

    Weiterführende Links:
    http://www.kooperation-brasilien.org/de/kick-for-one-world
    http://www.goldenavalanches.com/
    http://terradedireitos.org.br/

    ——————-
    leftvision im web: ‪http://leftvision.de/‬
    leftvision auf twitter: ‪http://twitter.com/LeftvisionClips‬
    leftvision auf facebook: ‪http://www.facebook.com/leftvision‬

    http://afunke.blogsport.de/2012/12/23/zwangsraeumungen-in-brasilien-copa-para-tods/

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