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Ein Nachwort zum Schulungs- und Trainingslager der RKAS 2011

6. September 2011

Ja wir sind eine Sekte! Ja wir sind die RKAS!

Es passiert in der Geschichte häufig, dass beleidigende Spitznamen, die von dem Feind gegeben werden, angenommen und zu eigenen werden. So nannten die spanischen Adligen die niederländischen Freischärler verächtlich „Geusen“. Die rührenden Till Eulenspiegels begannen sich Geusen zu nennen. Die französischen Aristokraten gaben der Pariser Armut den verächtlichen Namen „Sansculotten“, Träger langer Hosen, weil die Armut lange Hosen trug, und nicht die eleganten kurzen Kniebundhosen der Reichen – die Culotten – und die fröhlichen Sansculotten nahmen mit Stolz diesen Namen an. So haben uns auch unsere Feinde vor zweihundert Jahren einen ärgerlichen Namen ausgedacht – „Anarchisten“ – und über die Jahre wurde uns dieser Name zum eigenen.

Als die RKAS bekannt wurde und sich der Eitelkeit und der Dummheit vieler sogenannter „Linker“ entgegen stellte – die Hand erhebt sich nicht, sie „Revolutionäre“ zu nennen, begannen auf uns verächtliche und ironische Beiworte zu rieseln. Und da unsere Kraft von Tag zu Tag wächst, und die Richtung unseres Kampfes ihre Richtigkeit in der Praxis beweist, und wir hier nicht verächtlich zu machen sind und man über nichts gegenständlich streiten kann, so haben unsere Freunde, die „Ultraaarevolutionäre“ und „Truuuueanarchisten“ zur Waffe ihrer Demagogie die Behaftung mit Vorurteilen erwählt. Und wie man uns nicht bloß genannt hat: Partei, autoritäre Organisation, Hammelherde, ungehobelte, dreckige Bergarbeiter, hausgemachte Provinzielle – und letztendlich, Sektierer.

Wir lächeln nur zur Antwort und erwidern: ja, wir sind eine Sekte, ja, wir sind die RKAS! Wir sind eine große Familie von Anarchisten, die immer ihre eigene Meinung, und ihren eigenen Blick auf die Dinge hat. Ob unsere Methoden und unser Stil originell oder traditionell sind – das ist eine Frage der Taktik und der Strategie, aber es ist unser Weg, und wir gehen ihn überzeugt und ehrlich.

Ja, wir sind eine Sekte, in dem Sinne, dass wir eine festgefügte Organisation von Gleichgesinnten sind, wir sind eine anarchistische Familie, eine Gemeinschaft von Kämpfern, Propagandisten und Arbeitern.

Ja, wir sind autoritär, wenn ihr unter Autorität feste Überzeugungen, harte Prinzipien, den Glauben an die Anarchie, Strenge zu sich selbst und Schonungslosigkeit den Feinden gegenüber versteht. Doch dann waren die autoritärsten Anarchisten Bakunin und Kropotkin, Malatesta und Tscherkesow, Machno und Arschinow, Durruti und Ascaso. Und, natürlich schmeichelt es uns in einer Reihe mit solchen Autoritäten der Anarchie zu stehen.

Ja, wir sind eine Partei, in dem Sinne, in dem Kropotkin in seinem Testament über eine Partei geschrieben hat oder in dem, in welchem die Väter des Syndikalismus Pataud und Pouget darüber sprachen, oder in dem Sinne, in welchem Machno und seine Mitstreiter davon sprachen.

Ja, wir sind ungehobelte dreckige Bergarbeiter und sind stolz darauf, denn darauf muss man stolz sein!

Ja, wir sind hausgemachte Provinzielle, welche eine anarcho-kommunistische Internationale anarcho-syndikalistischer Organisationen von der Ukraine bis zum Nahen Osten, vom Baltikum bis zum Kaukasus geschaffen haben, während ihr eure richtigen Schriftstücke geschrieben habt und in unsere Richtung eure Exkremente gespuckt habt.

Wir sind stolz auf unsere Organisation, wir lieben unsere Genossen wie Brüder und Schwestern, wir verhalten uns achtungsvoll zu unseren alten Veteranen, und in der RKAS gibt es Aktivisten, welche 50 und 60 Jahre zählen! Und wir achten alle Arbeiter auf dem Feld des Anarchismus und der Revolution, tätige und ehrliche Mitstreiter aus anderen Organisationen und sind immer zur Zusammenarbeit mit allen bereit, die diese Welt zum Besseren ändern wollen.

Wir sind stolz auf die RKAS und spucken auf all eure Vorurteile und dummen Erfindungen.

Und für die Hammel werdet ihr gerade stehen müssen))

Das können wir über uns unseren Freunden und Feinden sagen.

Wir machen unsere Sache ehrlich, und werden sie bis zum letzten Ende fortsetzen.

Kraft, Disziplin, Überzeugung

Jetzt sind wir bekannt. Jetzt ist es klar, wer wir sind, und was wir wollen. Und wir wollen eine einfache Sache – die Verwirklichung der anarchistischen Ideen im Leben. Uns gefällt die Gesellschaft, in der wir genötigt sind zu leben nicht, und unser Ziel besteht darin, sie zu verändern und sie anarcho-kommunistisch zu organisieren. Und dazu benötigen wir eine sehr starke, disziplinierte, kämpferische und zahlenmäßig mächtige Organisation der Anarchisten. Eine solche Organisation zu werden ist das Bestreben der RKAS, und mit diesem Ziel führen wir unsere jährlichen Schulungs- und Trainingscamps durch.

Diese Camps bilden einen Teil der Tätigkeit der RKAS zur Schaffung eigener Strukturen, der Festigung lokaler Organisationen und der Konföderation im Ganzen, die Erhöhung des theoretischen, praktischen und kämpferischen Niveaus ihrer Mitglieder und die Erweiterung ihrer Reihen durch die Hinzuziehung neuer Teilnehmer. Daher wird das Camp als Teil des jährlichen Arbeitsplanes auf den Konferenzen der RKAS geplant, die Konferenz wählt einen Kommandanten des Camps und eine Koordinationsgruppe.

Die Aufgabe der Camps sind – die Zusammenfassung der Ergebnisse des Arbeitsjahres der RKAS. Sich gemeinsam zu versammeln, herangereifte Fragen zu beraten, einander zu sehen, sinnvolle Dinge zu lernen – und hauptsächlich – selbstorganisiert zu leben, seine kleine, wenn auch kurzfristige, aber doch Anarchie zu schaffen, zu sehen, wie das ist, um genau zu wissen, dass es möglich ist, und das Anarchie wunderbar ist. Und wie sieht es mit der Funktion des Kommandanten aus – dessen Anweisungen „widerspruchslos befolgt werden müssen“? Ist das anarchistisch? – wird so mancher von euch fragen. Es ist anarchistisch. War Machno kein anarchistischer Kommandeur einer aufständischen Armee? Und Durutti eine Kommandeur einer anarchistischen militärischen Kolonne? Und gewählte Funktionen – sind sie anarchistisch?

In vielen Jahren unserer Camps hat der Kommandant niemals die Anordnung gegeben ihm einen zu blasen, oder ihm die Wäsche zu waschen, welche widerspruchslos befolgt worden wären. Streng? Grob? Ja, natürlich. Aber wenn man beginnt seine „anarchistischen Rechte“ einzufordern, und Sinnlosigkeit an Stelle abgestimmter Arbeit zu setzen, alles nacheinander besprechen zu wollen, dann – warum hast du beschlossen, dass dies Anarchismus sei?

Und bevor man kritisiert und sich über Funktionen und Vollmachten eines Kommandanten aufregt, schaue dich selbst an und antworte – ist dein Niveau der Selbstdisziplin und Verantwortlichkeit so hoch, dass du keines Koordinators in einer solchen schwierigen Sache wie einem Schulungs- und Trainingscamps bedarfst? Zum Beispiel: kennst du die Örtlichkeit, in die du dich begibst ausreichend? Und die damit verbundenen Schwierigkeiten, kennst du rationelle Verhaltensregeln und die nötige Sicherheitstechnik? Oder nur die Ordnung der Marschroute? Es gibt zahlreiche Einzelheiten, rein technischer und organisatorischer Natur, welche die Organisatoren des Camps kennen und berücksichtigen, die aber du nicht kennst und berücksichtigst.

Daher schließen wir das Thema mit den Kommandanten, Regeln und Tagesordnungen. Wenn du kommen willst – kommst du, wenn es dir nicht gefällt – bleibst du zu Hause, oder fährst in ein Camp in dem solange geschlafen wird, wie man will, in dem die Windrichtung diskutiert wird und Feste des Ungehorsams gefeiert werden. Das ist dann nach deinem Verständnis die Anarchie. Und das RKAS-Camp – nach unserem. Zu uns kommen viele neue Leute, manchmal mit Mißtrauen – vielleicht ist etwas verkehrt? Aber wegfahren tun sie immer mit einem erleichterten Herzen und der Freude neugewonnener Freundschaften. Und immer als Freunde der RKAS. Natürlich, es sind die morgendlichen Meditationen, die ihre Wirkung tun ))

Übrigens, über sie, die Meditationen, und die Tagesordnung insgesamt

Im Camp gibt es ein kompaktes Schulungs- und Trainingsprogramm. Man muss alles schaffen. Daher wird früh aufgestanden. Um 5 Uhr früh stehen die Diensthabenden auf. Die Dienstabteilung von fünf Personen wird am Vortag freiwillig einberufen und wählt einen Ältesten. Der älteste Diensthabende leitet den Prozess des Dienstes und koordiniert die Arbeit der Abteilung zusammen mit dem Kommandanten. Der älteste Diensthabende ist mit einer Pistole bewaffnet, und sorgt am Tage mit seiner Abteilung für die Sicherheit auf dem Gelände des Camps. Welche Pflichten haben Diensthabende noch? Zubereitung des Essens, Holzmachen und Besorgung von Trinkwasser, Aufräumen des Geländes, Erfüllung verschiedener Aufgaben im Alltagsleben des Camps. Alle Teilnehmer des Camps durchlaufen die Dienstabteilung, sich in der Praxis Selbstorganisation aneignend, und das Arbeiten in einer Gruppe erlernend.

Also, die Diensthabenden stehen um fünf Uhr morgens auf, und bereiten Tee auf dem Feuer zu. Um halb sechs ist allgemeines Wecken – durch die Diensthabenden. Das Camp wacht auf, 15-20 Minuten sind für die persönliche Hygiene bestimmt, Zähne putzen, sich waschen, auf’s Klo gehen. Zum Klo übrigens. Auf’s Klo geht man auf besonders dazu eingerichtete Orte. Damit sich das Gelände nicht in einen großen Misthaufen verwandelt. Man darf nur dorthin gehen, und sonst nirgends. Kleinigkeiten? Aber diese Kleinigkeiten sind wichtig, und sie werden nach Ankunft in einer Einführung erläutert.

Um 6 Uhr setzen sich alle ans Feuer und erhalten ihre Tassen mit grünem Tee. Im Wald sind wunderbare Morgenstunden. Es ist still, nur Geräusche der Natur. Das Feuer knistert. Alle sitzen schweigend und genießen den heißen Tee. Das Schweigen erlaubt einem sich auf den Arbeitstag einzustimmen. Vom Zustand des Halbschlafes zum Zustand des Wachseins überzugehen. Das war auch schon die genannte Meditation – den Tee schweigend trinken und die erwachende Natur genießen. Und wer über Meditation getrötet hat – nach dem Motto „Was für eine schräge Sache!“ – der ist ein Trottel.

Nach der Teetrinkmeditation folgt der Frühsport – das Erwachen des Körpers, welcher  fließend in das Morgentraining übergeht. Üblich ist ein Warm-up, sportliche Übungen und Technik des Nahkampfes. Zum Abschluss ein Geländelauf. Nun, wie man sagt, ist in einem gesunden Körper ein gesunder Geist, und nach dem Frühstück um 9 Uhr kann man zum politischen Unterricht schreiten. Im diesjährigen Camp war das erste Modul der „Schule des Anarchisten“ Vorträgen zu Kernfragen des Anarchismus gewidmet. In den Vorträgen wurden Fragen der Weltanschauung des Anarchisten, der Herkunft des Staates, der Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus, dem Phänomen der Herrschaft und weiteres behandelt. Neben den theoretischen Vorträgen gab es auch rein praktische: die Spezifik der Arbeit einer lokalen RKAS-Sektion, wie wird eine Kooperative gebildet, gewerkschaftliche Arbeit usw.

Zu allen Vorträgen wurde empfohlen Mitschriften anzufertigen – und dies wurde auch gemacht. Denn die Geistesarbeit wird wesentlich fruchtbarer, wenn sie auf verschiedene Weise stimuliert wird. Und eine Mitschrift kann später nützlich sein. Nach den Vorträgen folgte eine kurze Pause und es kam das Modul des Trainings an die Reihe. Trainings – sind bestimmte praktische Übungen, wo in spielerischer Form dieses oder jenes wichtige Aspekt  abgearbeitet wurde, welches für die praktische Arbeit eines anarchistischen Kollektivs sinnvoll ist. Es ist gleichermaßen lustig, energisch und nützlich. Die Trainings belehren, führen zur Annäherung und nehmen Barrieren in der Kommunikation. Nach dem Trainingsmodul folgt um 13 Uhr das Mittag. Nach dem Mittag ist Freizeit. Man kann im Fluss baden, sich unterhalten, mit Genossen Dummheiten machen, oder einfach im Zelt schlafen. Nach der Freizeit folgen praktische Übungen in der „Schule des Anarchisten“. Das gemeinsame Durcharbeiten unterschiedlicher praktischer Momente unserer anarchistischen Arbeit, von dem Kriegsspiel „Sarniza“ bis zum Besprechen von Fragen zur Tätigkeit der Selbstverteidigungskräfte der RKAS.

Und endlich das Abendtraining, welches der Übung im Nahkampf und verschiedenen spezifischen Kenntnissen dient – zum Beispiel dem Bodenkampf, dem Messerkampf, der Taktik des kollektiven Kampfes, Schießübungen und anderen nützlichen Dingen dient.

Nach dem Training kommt das Abendbrot. Man kann sich entspannen, der Arbeitstag ist beendet. Es erfolgt die Dienstübergabe und das Camp berät den vergangenen Tag. Es werden entstandene Fragen beraten, und aufgetretene Mängel beim Dienst an diesem Tag, es werden Wünsche für den kommenden Dienst ausgesprochen. Die Diensthabenden und der Älteste werden gewählt, es erfolgt die Waffenübergabe vom Ältesten zum Nächsten.

Der Tag wird kommen, wo all diese Erfahrungen der Selbstorganisation und Disziplin unsere Macht bilden werden und uns in den entscheidenden Gefechten des Klassenkampfes für eine anarchistische Zukunft von Nutzen sein werden. Und dann werden sich die Teilnehmer der RKAS-Camps mit Dankbarkeit die Zeiten des Lernens erinnern, welche ihnen im weiteren Kampf geholfen haben.

Den Tag beschließen Lagerfeuer. Von Gitarren begleitete Lieder, Flötenspiel. Witze und Lachen. Diskussionen über den vergangenen Tag. Sternenhimmel über dem Kopf, und das Knistern des Feuers. Um 23 Uhr ist offizielle Ruhe. Doch alle gehen bereits früher in die Zelte. Selten bleibt jemand lange wach. Morgen kommt ein neuer Tag!

El Kommandante RKAS

13 Kommentare leave one →
  1. tina permalink
    6. September 2011 21:09

    ich habe keine ahnung, auf was ihr euch vorbereitet – mag sein, daß die täglichen bedingungen, in denen ihr lebt, euch die militärische ausbildung vonnöten erscheint – und jede, die nicht eurer meinung ist und dies auch sagt, abgrenzt und das ist mein problem mit euch: ich habe keine lust, von euch irgendwann erschossen zu werden, weil ich vielleicht die „falsche“ auffassung von anarchismus und kampf habe

  2. Nestor Machno permalink
    6. September 2011 22:26

    Falls du den noch nicht kennst Tina – du brauchst dir unter Umständen keine Sorge zu machen:
    Nestor Machno reitet eine Gefangenenkolonne ab. Ab und zu zeigt er auf einen Gefangenen und sagt: „Den da erschießen!“ Ein Schuss, ein Schrei, ein Tod. Das geht eine ganze Weile so. Als Machno die Kolonne fast abgeritten hat, wirft sich ein Gefangener, auf den Machno gezeigt hatte, auf den Boden und bearbeitet diesen mit den Fäusten. Dabei brüllt er: „Ich will nicht! Ich will nicht! Ich will nicht!“ Nestor Machno sagt: „Hoppla, und den da nicht – der will nicht.“ 🙂

    • Verchovnij Soviet permalink
      8. September 2011 01:50

      Zum Totlachen…

    • tina permalink
      8. September 2011 10:18

      kannte ich schon, ist so wie alt vieles , auf was ihr euch bezieht — hab halt weder lust auf militarismus noch jugendhaftes mackerrebellentum – wenn ich einige der kommentare hier lese (notwendige disziplin, luschen) – kann ich nur den kopfschütteln – erinnert mich an die sprüche der leninistischen rafbürger*innen, die sich im ausbildungslagern mal so richtig krieg reinziehen durften

  3. Hier eine Alternative permalink
    6. September 2011 23:06

    Besser ist es für Denkmäler und den permanenten Rückzug zu campen.

    http://de.indymedia.org/2011/09/315492.shtml

  4. Solidarische Kritik permalink
    7. September 2011 18:19

    Vieles von dem, was ich von der RKAS höre und lese gefällt mir sehr gut: Selbstdisziplin, verbindliche Schulungen, Absage an den schädlichen Pazifismus, Wille zu gewinnen und sich für den täglichen Kampf zu rüsten, Klassenkampf. Das alles zeugt davon, dass sich diese GenossInnen ernst nehmen und es mit der Neugestaltung der Gesellschaft ernst meinen. Was mir nicht gefällt ist die Einrichtung eines „Kommandanten“. Sowas braucht niemand der sich als Anarchist bezeichnet. Und schon gar nicht muss man diesem, ohne seine Position zu hinterfragen, Folge leisten. Da gibt es andere Formen und Mittel um eine verbindliche tägliche Verantwortung zu gewährleisten. Vielleicht sollte der Kommandant einfach mal das Gelände den anderen GenossInnen zeigen und sie damit vertraut machen. Soviel Macht – und ihre Rechtfertigung – gefällt mir nicht. Auch wenn es manchmal schwer ist: Jeder ist Ersetzbar, bzw. muss es im Interesse der Gesamtbewegung bzw. Organisation sein. Das mit dem Eid gefällt mir übrigens auch nicht. Was passiert mit denjenigen, die den Eid – aus welchen Gründen auch immer – brechen? Warum wird ein solcher gefordert? Klar isr, das die RKAS eine anarchistische Kaderorganisation ist, keine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft. Ich würde mich freuen wenn die GenossInnen über diese Punkte (Kommandant, Eid) nachdenken. Es geht auch anders und funktioniert. Ansonsten wünsche ich der RKAS kräftiges Wachstum. Es ist gut zu wissen dass es solch verbindliche und kampffreudige GenossInnen gibt.

  5. Prüfungskommission für Übersetzer permalink
    7. September 2011 19:52

    Und wie sieht es mit der Funktion des Kommandanten aus – dessen Anweisungen „widerspruchslos befolgt werden müssen“?

    Ich hab das mal nachgeprüft: Das Wort, was in diesem Satz als „widerspruchslos“ übersetzt wurde, heißt im Original eher so etwas wie „streng“. Die Kritik zum Kommandanten teilt die Prüfungskommission aber ebenfalls. 🙂

  6. Seltsam ist es schon permalink
    8. September 2011 00:04

    Ich teile die solidarische Kritik eigentlich vollkommen. Allerdings ist es auch so, dass wenn ich mir die Bewegung hierzulande, und nicht nur hierzulande anschaue, es ziemlich öde ausschaut. Es fehlt sowohl die Leidenschaft für die Sache, die man zu vertreten vorgibt, es fehlt Biss – und ja – es fehlen elementare Disziplin und elementares Verantwortungsbewusstsein. Es mag sein, dass der Weg, den die RKAS gewählt hat, falsch ist. Die kritisierten Punkte sprechen dafür. Jedoch vom Ausgangspunkt her – abgesehen von einem „Kommandanten“ und einem (meiner Meinung nach weniger wichtigen) Eid – ist alles Gesagte genau auf den Kopf getroffen. Es wird eben kein Raum gelassen, für „Bequemlichkeitsanarchisten“ – oder wie hier schon zurecht angemerkt wurde „Soziologiestudenten“. Entweder man steht zu einer Sache – und dann ist es eben notwendig dass Verantwortlichkeit kollektiv eingefordert wird. Das ist ein Lernprozess, der hierzulande völlig fehlt. Darüber würde ich als erstes den Kopf schütteln. Es freut mich daher zu allererst, dass es nicht nur Luschen in der Bewegung gibt.

  7. Erik Alfredsson permalink
    8. September 2011 01:38

    Bei meinen Großeltern hieß so etwas schlicht „Hitler-Jugend“.

    !Hasta siempre, Comandante!

    • günther permalink
      8. September 2011 12:47

      @erik. bei meinen auch. und in der 5, klasse albertus magnus gymnasium friesoythe 1961 wurde im sportuntericht noch fleissig strammgestanden und marschieren geübt. unser sport- und deutschlehrer war fan der waffen SS.

  8. Butterfly permalink
    16. September 2011 23:38

    Das Kreuz und die Messerhelden

  9. Kropotkin permalink
    28. April 2012 23:51

    Peter Kropotkin, Anarchism: Its Philosophy and ldeal

    Peter Kropotkin: Anarchist Morality

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