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Pour ma Classe: „Der Untertan“ von Heinrich Mann

17. August 2011

„Der Untertan“ von Heinrich Mann zeichnet in humorvoller Art und Weise das nationalistische Wesen der wilhelminischen Zeit am Beispiel des Diederich Heßling. Sein Lebenslauf ist der rote Faden des Werkes und reicht von seiner Jugend bis zu seinem Aufstieg in die nationalistischen, wohlhabenden Kreise der Gesellschaft. Mann veröffentlichte sein Werk zuerst 1914 in der Zeitschrift „Zeit im Bild“, wobei diese abgebrochen wurde, als der Erste Weltkrieg begann. Manche Schilderungen der korrupten und verlogenen Adelsgesellschaft erinnern an Heinrich Manns „Im Schlaraffenland“.

Zusammenfassung nach Kapiteln:

I Jugend

Diederich Heßling wächst in Netzig auf. Seine Kindheit ist geprägt von Verrat an Klassenkameraden und den Arbeitern seines Vaters. Er liefert sich bei Unartigkeiten sogar selbst dem strafenden Vater aus. Zum Chemiestudium zieht er nach Berlin und verkehrt mit den Göppels – ein Partner des Vaters. Hier lernt er Agnes Göppel kennen, deren Liebe er zurückweist, weil er annimmt der rigorosere Mahlmann würde um ihre Hand anhalten. Im Studium lernt er Wiebig kennen, ein Jurist. Dieser Machtinstanz ordnet er sich sofort unter und beginnt seine Gesinnung wie auch seine Rhetorik ihm anzupassen. Er tritt in die Neuteutonia Korporation ein. Heßling wird zwar positiv gemustert, ist aber nicht in der Lage seinen Dienst beim Militär abzuleisten und wird entlassen, wegen eines mehr oder weniger vorgetäuschten Fußleidens. Der Höhepunkt des Kapitels ist eine außer Kontrolle geratene Demonstration, auf welcher Diederich auf den Kaiser trifft. Er liegt im Dreck der Straße und der amtierende Kaiser lacht ihn aus, hoch zu Ross.

II Doktortitel

Zu Beginn des Kapitels trifft Diederich auf Agnes Göppel und erfährt mit Sicherheit, dass sie sich statt zu dem ruppigen Mahlmann, zu ihm hingezogen fühlte. Er beginnt wieder einen Kontakt zu ihr, der sich zu einer Beziehung entwickelt, die seinerseits geprägt ist von der Angst vor Ränken und Verschwörungen, ihn einzufangen und zu binden. Schließlich fahren sie auf Land, ungestört von dem verreisten Vater. Dort ist zu Beginn eine gewisse Idylle zwischen den Beiden wahrzunehmen, aber schließlich brechen sie die Tour ab, wobei klar wird, dass dies auch für ihre Beziehung gilt. Schließlich versucht der Vater die beiden wieder zu vereinen, weil er zum Einen eine pragmatische Beziehung zwischen sich und dem industriellen Papierhersteller Heßling knüpfen will und zum anderen, weil seine Tochter verpönter Weise bereits mit Heßling vor der Eheschließung geschlafen hat. Diederich macht zügig seinen Doktor. Diederich trifft in Berlin auf den Sohn des wohlhabenden und in Netzig gut gelittenen Buck, eines alten Freiheitskämpfers der deutschen Revolution. Wolfgang Buck verkehrt mit Sozialisten und weil Diederich sich den Nationalisten unterwirft hält er zwar eine Beziehung zu dem jüngeren Buck, aber versteckt seine Ansichten zunächst vor ihm. Am Ende des zweiten Kapitels lässt sich Diederich einen Bart nach dem Vorbild des Kaisers und der hohen Offiziere herrichten.

III Zurück in Netzig: ein folgenreicher Tag

Der Schriftsteller Heinrich Mann.

Zurückgekehrt in Netzig trifft Diederich auf eine Jugendbekannte und beginnt zu flirten. Die begehrte Guste Daimchen ist kürzlich zu Reichtum gelangt und zum Ärger von Diederich mit dem Sozialisten Buck zusammen. Erfolglos schreitet Diederich in seine Papierfabrik und versucht seine Macht den Arbeitern zu demonstrieren, was zu einer Blamage führt, denn Napoleon Fischer der Maschinenmeister und dazu Sozialdemokrat lässt sich nicht beindrucken. Diederich schmeißt ein junges Pärchen aus dem Betrieb, weil sie versteckt während der Arbeit Sex hatten. Nach diesen Aufregungen befindet sich Diederich auf dem Weg zum Bürgermeister kehrt aber bei dem alten Buck ein. Hier will er versuchen einige Geschäftsvorteile zu erreichen, weil er den Betrieb vergrößern möchte. Der alte Buck beweist mehr rednerisches Talent als Diederich und verärgert ihn, der sich wegen dem geschäftlichen Ansinnen, als stets liberal darstellen muss.
Nach diesem ebenfalls erfolglosen Besuch bei Buck, der ihn höchsten in Verbdinlichkeiten mit dem alten Sozialisten gebracht hat, trifft er auf den Bürgermeister und den Assessor Jadassohn. Gemeinsam nehmen sie die ersten Drinks und treffen auch auf den Pastor Zillich. Unter dieser Gruppe deutlich national gesinnter Männer kehrt auch Diederich sein eigentlichen Ideale heraus und schimpft über die Liberalen und Sozialdemokraten, die er kurze Zeit vorher, bei Buck noch loben musste und sich selbst zu ihnen zählte. Die Gruppe wechselt die Kneipe und trifft auf den Ort einer Erschießung. Es hat den jungen Arbeiter getroffen, der von Diederich rausgeworfen wurde, er hatte einen Wachposten gereizt. Daraufhin betrinken sich die Männer und treffen mit Kunze, einem Major und mit Kühnchen, einem Gymnasialprofessor zusammen, die beide im Krieg gekämpft haben. Zu der trunkenen und immer offensiveren Gruppe gesellt sich der Journalist Nothgroschen. Als dann an einem anderen Tisch eine Gruppe mit demokratischer Gesinnung sitzt, geraten Diederich und ein gewisser Lauer in einen Streit „um die Verjudung der deutschen Herrscherhäuser“. Dieser Umstand wird zwar von Diederich ausgeschlachtet, aber Jadassohn macht sich als Gerichtsperson dazu Notizen, was auf die Wichtigkeit dieses Streits im Folgenden hinweist. Die Nationalisten trennen sich völlig betrunken und randalieren nachts in Netzig. Nothgroschen und Diederich schreiben zwei Telegramme, die in der Zeitung abgedruckt werden. Das eine rechtfertigt die Tat des Wachpostens und erhebt ihn in den Gefreitenstand und ist gefälscht. Im späteren folgt aus Berlin allerdings kein Dementi. Das zweite Telegramm soll dem Kaiser zeigen, dass die Gruppe seine Herrschaft unterstützt. Das dritte Kapitel, das bisher das reißerischste war, endet mit der Bewunderung Nothgroschens für Diederich, den er im Halbdunkel äußerlich für den Kaiser, will sagen für einen Repräsentanten der Macht hält.

IV Der Prozess, ein Auftakt

Auch das vierte Kapitel beginnt für Diederich schlecht, weil er sich wiedermal notgedrungen in Handel einlassen muss, die er nicht will: Zum einem mit dem Sozialdemokraten Fischer, der ihn in seinem Höhenflug im Betrieb zum Schein unterstützt und ihm rät eine neue Maschine zu kaufen. Zum zweiten mit dem Prokuristen Kienast, der zu ihm kommt, weil er die Ärgernisse die die unbezahlbare Maschine macht, aufklären will – zu allem kommt hinzu, dass Kienast sich mit Diederichs Schwester zusammenfindet. Zu diesen Ärgernissen für Heßling kommt der Bruch hinzu, der sich vollzieht, als sich seine Saufkumpanen ins negative Licht der Öffentlichkeit gerückt sehen, weil es einen Prozess wegen der Majestätsbeleidigung geben soll. Auf einmal will keiner seiner nationalistischen Kameraden mehr zu ihm halten – Diederich ist isoliert. Selbst beim eigentlichen Prozess wird er zu Beginn gedemütigt, denn der ganze Saal scheint gegen ihn zu sein. Man nennt ihn einen Denunzianten (Kunze). Doch schließlich hält Diederich eine ergreifende Rede in der er seine absolute Verbundenheit zur Majestät lobpreist und bringt so nicht nur seine Kameraden zurück auf seine Seite, sondern auch den Richter und somit der Angeklagte verurteilt. Als dann alle den erfolgreichen Heßling grüßen, hat er seine Aufnahme in die nationalistische Riege Netzigs bestanden und wird sogar vom Regierungspräsidenten Herrn von Wulckow beachtet.

V Aufstieg durch Schliche und Korruption

Im Betrieb von Diederich verletzt sich eine junge Arbeiterin und Diederich wendet sich an Fischer und gerät so immer weiter in die schleichende Abhängigkeit zu dem Sozialdemokraten. Das zentrale gesellschaftliche Ereignis des fünften Kapitels ist die Aufführung eines Theaterstückes aus der Hand von Frau von Wulckow. Jadassohn und Diederichs Schwestern spielen dabei eine Rolle. Während des Spiels biedert sich Diederich bei Wulckow an, um später die Gelegenheit zu haben, in nähere Verhandlungen mit ihrem Mann treten zu können. Während des mittleren Aktes verschwindet Diederich mit der Tochter des Pastors und versucht sie in einem versteckten Zimmer des Theaters zu verführen, was ihm nicht gelingt, weil Guste Daimchen ihn dabei überrascht. Er lenkt geschickt von sich ab und lässt sich die beiden Damen gegenseitig anfeinden. Der Abend endet mit Diederich, der sich vom Sohn des alten Buck dazu hinreißen lässt betrunken typische Kraftausdrücke des wilhelminischen Nationalismus durch das Theater zu schreien. Später redet Heßling mit Napoleon Fischer über politische Karriere und schließt einen Pakt mit dem Sozialdemokraten der sich für ein Gewerkschaftshaus kaufen lässt. Zu Gast bei Wulckow begeht Diederich einen Fauxpas, als er den einflussreichen Mann zu bestechen versucht. Wulckow entrüstet sich darüber, um Unbestechlichkeit vorzutäuschen, doch hält trotzdem sein Wort. Daraufhin verkauft Diederich an einen Gesandten des Fürsten Quitzin seine Fabrik unter Wert und erhält dafür einen Orden. Schließlich trennen sich Buck und Guste Daimchen und Diederich, der bereits eine Affaire mit der Frau hatte, beschließt während eines nüchternen Besuchs bei Daimchens die Ehe.
Zum Ende des fünften Kapitels geschieht etwas ähnliches wie zum Ende des dritten Kapitels – in seiner Erscheinung, mit dem Orden, dem Kaiserbart erkennt ihn Guste nicht wieder.

VI Etabliert mit Auszeichnung

An die Eheschließung mit Guste schließen sich die Flitterwochen an, die die beiden in Italien / Rom verbringen, weil sich dorthin Kaiser Wilhelm II begeben hat. In diesen Tagen reist Diederich dem Kaiser auf Schritt und Tritt durch die Stadt und ertappt sogar einen vermeintlichen Attentäter. Schließlich kann er einige Augenblicke in Gegenwart seines Idols genießen. Wieder in Netzig trifft er auf seinen alten Kommilitonen Hornung, der sich seinen nationalen Bestrebungen anschließen wird, weil er enttäuscht ist, trotz abgeschlossenem Studiums keine ihm gerechte Arbeit zu finden. Mittlerweile ist der Reichstag aufgelöst und der Wahlkampf zwischen den Liberalen, den Sozialdemokraten und den Nationalisten ist entbrannt. In diesem, durch den Pakt mit Fischer, gelingt es Diederich, der sich mit Absicht nicht als Kandidaten aufgestellt hat, die Freisinnigen und seinen Hauptwidersacher, den alten Buck auszuschalten. Eine weitere Demütigung für den alten Freiheitskämpfer ist sein Finanzverlust durch Diederich, der durch die wirtschaftlichen Folgen seines gesellschaftlichen Aufstiegs reicher geworden ist und nun die Nationalisten zu den wohlhabenden Aktienhaltern und Fabrikbesitzern gehören. Diederich leiht dem alten Buck gönnerhaft Geld. Schließlich – weil er seinen Einfluss eingebüßt hat – ist der alte Buck im Stich gelassen und isoliert. „Der Untertan“ endet mit einer ereignisreichen Einweihung einer Kaiser Wilhelm I Statue zum 100 Geburtstag des vorigen Kaisers, auf der Diederich eine weitere Auszeichnung, einen weiteren Orden erhält. Zusammen mit seinem Orden von Quitzin und einer Schärpe, dem Kaiserbart und seinem sonstigen Auftreten schleicht sich Diederich zu dem alten Buck. Der Kranke erschreckt sich daraufhin derart, dass er stirbt.

Interpretation:

Heinrich Mann kritisiert mit „Der Untertan“ den wilhelminischen Nationalismus, mit seinen antisemitischen, eugenischen und rassistischen Ideen. Er entlarvt die Adelsgesellschaft als verräterische Vetternwirtschafter und dumme, böswillige Menschen. Anhand seiner Charaktere zeigt Mann auf, wie Kapitalismus und Herrschaft einander bedingen. Er zeigt neben dem ausbeuterischen (in der Fabrik Heßlings „weht jetzt ein anderer Wind“), menschenverachtenden (Kühnchen über die gefolterten Französinnen) und kulturlosen (Während des Aufenthalts in Italien rät Diederich Guste sich das „alte Zeug, was da herumsteht“ anzusehen) Auftreten der Nationalisten auch die Korruption in den Sozialdemokratischen (Fischer ist ebenfalls käuflich) und Liberalen Kreisen (Wechsel der Lager, wirtschaftliche Ränke und Kartelle).

Der Roman entsteht vor dem ersten Weltkrieg, aber Mann greift bereits dem Krieg vor und lässt Buck in einer dunklen Formel davon reden. („Wenn die Katastrophe der sie auszuweichen gedenken“) Wenn man die völkischen und rassistischen Äußerungen der Nationalisten entsprechend sammelt, drängt sich auch der Eindruck auf, er habe das Hitlerreich als Überspitzung des bestehenden meinen können. Bei dem Ringen zwischen den Nationalisten und den Demokraten verliert schließlich die demokratische Gesinnung. Besiegelt wird diese Niederlage mit dem Tod des alten Buck, der der letzte Repräsentant der alten Kämpfer der deutschen Revolution ist. Neben diesen politischen und wirtschaftlichen Folgen „der Macht“ schildert Mann aber auch interessante psychologische und kulturelle Widersprüche des nationalistischen Ungeistes. Dazu zählen zum einen die unehrliche Umgangsweise, die lediglich aus Floskeln und Manierlichkeiten besteht, aber noch stärker die verrückte Sexualität. Diederich besitzt zu Beginn seiner „Karriere“ eine vergleichbar übliche sexuelle Ausprägung. Als er dann fortgeschritten ist, in den Kreisen der Einflussreichen und Adligen, wünscht er sich in all seiner Unterwürfigkeit auch von Guste ein herrisches Auftreten – sie soll ihn, den eigentlichen Herrn des Hauses, beschimpfen und unterdrücken – „Auf die Knie, elender Schklafe!“. Kulturell gesehen zeichnet Mann die Nationalisten und „Kaisertreuen“ auch verarmt oder gar kulturfeindlich. Das erkennt man an den Äußerungen zum Theaterstück von Frau von Wulckow – hier wird weder ehrliche Kritik geübt, noch ein ehrliches Lob ausgesprochen. Alle Kommentare beziehen sich nur auf die Hoffnung durch eine entsprechende Äußerung auf Bälle und Saufgelage der Fürsten geladen zu werden, um Beziehungen auszubauen. Auch die Liebesbeziehungen sind verklemmt und unehrlich. Das freie Liebe praktizierende Arbeiterpärchen wird nach der Fusion von Diederichs Fabriken gefeuert, als Beispiel für die anderen. Wer als Frau einmal mit einem unverheirateten Mann Sex hatte, gilt als unrein und hat es schwer einen Partner zu finden, in den rechten Kreisen der Gesellschaft. Es gibt zwei Szenen im Buch mit regelrechten Fürbitten, anstelle der „Fallengelassenen“. Einmal ist es Diederich selbst, der darob in Zweifel an „der Macht“ verfällt, sie aber schnell wieder wegschiebt.

Der Klang und die Bedeutung der Namen sind eine nähere Betrachtung wert: „Diederich“ könnte man mit „tatenreich“ übersetzen und „Heßling“ hat eine auffallende klangliche Ähnlichkeit mit „hässlich“. Wobei er tatsächlich „reich an hässlichen Taten“ ist. Bei dem Assessor „Jadassohn“ tritt eine ähnliche versteckte Charakterisierung im Namen auf. „Judas geistiger Sohn“ sozusagen, was zum einen durch seine korrupte, nationalistische Haltung und seine Nähe zum Gericht und seine denunziative Einstellung naheliegt. Als Vertrauensbeweis schneidet sich der biblische Judas sein Ohr ab – Jadassohn lässt sich die Ohren in Paris richten – wenn das keine Parallele ist. Der Name „Wulckow“ und sein „slawisches Aussehen“ lässt auf eine östliche Junkerfamilie schließen – die ostelbischen Junker waren bis ins Hitlerreich hinein, die Geldgeber des Nationalismus.

„Nomen est omen“ so sind die Namen ein Teil der geschickten rhetorischen Mittel die Mann einsetzt um seinem satirischen Werk seine Größe zu verleihen. Außerdem spielt er mit der Sprache seiner Charaktere: Neben dem Äußeren, das Diederich an das „der Macht“ anpasst, lernt er in seiner Unterwürfigkeit ganze Redewendungen der über ihm Stehenden auswendig und benutzt sie gegen seine Widersacher. Dies lässt selbstverständlich auch auf sein Selbstbewusstsein schließen. Neben Diederich ist aber auch der Bürgermeister eine „Fahne im Wind“ – ihn begleitet stets die Formulierung „Einerseits – andererseits“ wo er auch immer auftritt. Diese Standpunktlosigkeit macht klar, dass nicht nur der aufstrebende Diederich heucheln muss, um weiter nach Oben zu gelangen, sondern dass alle gehobenen Posten eine devote Einstellung vorrausgesetzt haben und im Grunde alle die gleichen Kriecher sind.

Grandiose Mischung von Humor und Kritik. Wobei die zwei Komponenten eine beachtliche Tiefe erreichen. Unbedingte Pflichtlektüre zur herrschenden deutschen Gesellschaftsschicht zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Quelle: Heinrich Mann „Der Untertan“,
Roman, Aufbau-Verlag Berlin 1956
(Deutsche Volksbibliothek)

Quelle: Pour ma Classe-Blog

3 Kommentare leave one →
  1. Graue Zellen permalink
    4. Mai 2013 01:36

    Der Untertan

    Vom Album „Krauts“ 2000

    In Deutsch warst du dabei
    Heinrich Mann haben wir gelesen
    In Diskussionen bist du gut gewesen
    Du redest schließlich allen nach dem Mund

    Der Untertan ist immernoch deutsch
    Liebt irgendeinen Führer
    Und das Vaterland, das Vaterland

    Die Linken hast du schon in der Schule gehasst
    Als Opportunist dich gut gestellt
    Hast ja gesagt und nein gedacht
    Das Herz saß immer schon am rechten Fleck

    Der Untertan ist immernoch deutsch
    Liebt irgendeinen Führer
    Und das Vaterland, das Vaterland

    Die Jahre ziehen ins Land
    Der Wind dreht ’89
    Der Zeitgeist, der wird deutsch
    Degen die Freiheit
    Gegen die Gleichheit

    Als Zeitsoldat bist du dann aufgeblüht
    Der nationale Geist ist dein Zuhaus
    Heut liebst du Kameraden der Germania
    Für Nation und Rasse ein dreifach Hurra

    Untertan heisst Henker
    In Auschwitz warst du da
    Gegen die Freiheit
    Gegen die Gleichheit

    Der Untertan ist immernoch deutsch
    Liebt irgendeinen Führer
    Und das Vaterland, das Vaterland

    Rainhard, ich hab dich gestern gesehen
    Hallo Arschloch, mit dem Schmiss im Gesicht
    Bist noch am Kriechen, willst diskutieren:
    Verpiss dich, mit Faschisten rede ich nicht
    Mit Faschisten rede ich nicht
    Mit Faschisten rede ich nicht

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