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Babylon Berlin: Tarifvertrag wertlos

2. Juni 2011

Wir dokumentieren eine von der FAU Berlin versandte Presserklärung:

Ein Jahr Haustarif im Babylon: Weder Geschäftsführung noch Ver.di halten sich an den abgeschlossenen Tarifvertrag

Im Dezember 2009 schlossen Ver.di in Person von Andreas Köhn und Babylon-Geschäftsführer Timothy Grossman einen Tarifvertrag für das Berliner Traditionskino am Rosa-Luxemburg-Platz ab, der rot-rote Senat stellte für tarifliche Lohnerhöhung 30.000 Euro zur Verfügung. Doch ohne Druckmittel und mangels einer Basis im Betrieb musste Ver.di eine stark abgespeckte Variante des Flächentarifvertrages unterschreiben. So wurden die Vergütungstabellen und beispielsweise die Anerkennung von Berufserfahrung vorerst ausgesetzt. Der Arbeitskampf, den Beschäftigte mit der Basisgewerkschaft FAU Berlin Monate zuvor begonnen hatten, sollte von Ver.di und Geschäftsleitung offenbar schnell befriedet werden.  Der Betriebsrat Matthias Schulz: „Ver.di rechtfertigte den billigen Vertragsabschluss mit dem Versprechen auf baldige Nachverhandlungen. Heute scheint es, als hätten sich Ver.di und Babylon-Geschäftsführung das Schweigen der Kritiker und das Ende des Arbeitskampfes möglichst billig erkaufen wollen.“

Bis Oktober 2010 hätten die Vergütungstabelle und damit die Löhne nachverhandelt werden müssen. Im Dezember 2010 erklärte Geschäftsführer Timothy Grossman, noch im selben Monat würden die ausstehenden Verhandlungen nachgeholt. Bis heute ist das nicht geschehen. Keine der Tarifparteien hält sich an den eigenen Vertrag. Nach wie vor liegen die Löhne im einzigen kommunal geförderten Kino Berlins, trotz Ver.di-Vertrag, weit unter dem Flächentarifvertrag.

Matthias Schulz
Betriebsrat Neue Babylon GmbH

betriebsratbabylon@googlemail.com
Tel. 01723579249

9 Kommentare leave one →
  1. pete permalink
    7. Juni 2011 22:17

    die PM, die ihr hier mit Datum 2. Juni reinkopiert habt, ist anscheinend vom 28.03.
    http://prekba.blogsport.de/2011/03/28/tarifluege/
    Und die Überschrift „Tarifvertrag wertlos“ habt ihr euch wohl auch selbst ausgedacht?! Hauptsache reißerisch?

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Hi Pete, stell dir vor, die Presserklärung fand sich in unserer email. Und tatsächlich – wir haben die Überschrift gewählt. Schlimm schlimm, soviel Selbständigkeit. Übrigens können wir dir dabei nicht helfen wenn du unsere Kurzzusammenfassung der PM in der Überschrift als „reißerisch“ bezeichnest. Du könntest aber alternativ auch die Schriftgröße oder die Farbgebung kritisieren und uns reißerisches Verhalten vorwerfen. Scheinst ja keine wirklichen Probleme zu haben. Was uns übrigens auch sofort wieder beruhigt hat und wir recht zuversichtlich sind, das du dieses Problem in den Griff bekommst. Nicht aufgeben – du schaffst das!

    • Pete permalink
      8. Juni 2011 10:16

      Hallo Syndikalismus.tk

      einen anregenden Diskussionsstil pflegt ihr hier!

      Mit eurer „selbständig“ ausgedachten Überschrift suggeriert ihr halt, dass das die Wortwahl der dokumentierten PM wäre. Ihr schreibt ja schließlich: „Wir dokumentieren eine von der FAU Berlin versandte Presserklärung“. Und das Datum nicht zu nennen, sondern die PM als „aktuell“ einzustellen, entspricht auch nicht journalistischen Mindeststandards. Die Quelle der PM nennt ihr auch nicht. Zumal mittlerweile, wie man auf http://prekba.blogsport.de nachlesen kann, es auch neue Entwicklungen gibt. Ich persönlich halte das für nicht sehr redlich.

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Hi Pete, deine Absicht war doch nur mal wieder gegen Syndikalismus.tk rumzupupsen. Also lass das von wegen Redlichkeit. Glaubst du übrigens das wir die einzigen sind, die diese PM nicht am selben Tag ihrer Datierung veröffentlicht haben? Welch furchtbares unjournalistisches Verhalten, diese PM erst 3 oder 4 Tage später einzustellen. Übrigens: Wenn es neue Entwicklungen im Babylon-Kino gibt, dann hindert dich niemand daran uns darüber zu informieren – email genügt.

      • nachfrage permalink
        8. Juni 2011 14:49

        hi tk

        versteh ick dat richtich, die pm wurde 4 tage vor dem 2. juni an euch jeschickt, obwohl diese vom 28. märz is? komische pressearbeit von denen.

  2. Fragender permalink
    8. Juni 2011 11:04

    Wo ist jetzt der große Unterschied zwischen der Überschrift „Tarifvertrag wertlos“ und „Tariflüge“? Und klingt nicht „Tariflüge“ etwas reißerischer? Hat Pete einen Knall?

  3. Anarchosyndikalist permalink
    8. Juni 2011 12:32

    @ pete

    Die PM-Schlagzeile „TARIFLÜGE“ ist wesentlich reißerischer als die sachliche „Tarifvertrag wertlos“- Schlagzeile.

    5 Tage „älter“ ist dieser Eintrag auf prekba
    ver.di und Filmschaffende « RITINARDO Pingback am 07. Juni 2011 um 7:39 Uhr

    Vögelt Dein Frisör gerade Deinen Therapeuten, oder warum laberst Du Dich hier aus?

  4. Folkert permalink
    8. Juni 2011 14:04

    „Die Beschäftigten erfuhren von den bereits abgeschlossenen Nachverhandlungen erst am Mittwoch durch einen Aushang an ihrem Arbeitsplatz. »Die Vermutung liegt nahe, dass die Verhandlungen eine Reaktion auf die Forderungen des Betriebsrates darstellen«, sagt Schulz. Dagegen wehrt sich Köhn. Jeden Monat fänden Gespräche mit der Geschäftsführung statt. »Wir streben an, den Flächentarifvertrag bis Mitte 2012 einzuführen«, ergänzt er. Der Betriebsrat glaubt daran allerdings noch nicht.“

    So steht’s im ND vom 8.4.11 {habe ich auch gerade erst gelesen}.

    Wenn der BR nicht mal mehr weiß, mit wem die GF sich über den Tarif unterhält, was weiß der BR denn überhaupt? Sonst hätte der BR-Schulz (FAU?) das ja in seiner Erklärung wohl doch erwähnt. Das Köhn lügt ist ebenso offensichtlich – warum wird dann daraus seitens der Beschäftigten des BabyLohns nichts mehr gemacht? Luft raus? Und wie äußert sich die FAU Berlin dazu?

  5. Ein Teil vom Wir permalink
    1. Januar 2012 16:04

    Ein Teil vom Wir

    Die Christa-Wolf-Retrospektive im Berliner Kino Babylon Mitte zeigt einen unerhörten Film: In „Unsere Kinder“ geht es um das Aufkommen von Rechtsextremismus in der DDR

    Totalitär war die DDR nicht nur in Fragen der Herrschaft, sondern auch in solchen der Sinnproduktion: Im Prinzip ließ sich jeder Hahnenschrei in den Zusammenhang mit Planerfüllung und Weltfrieden bringen. In einem positiven Sinne bedeutete das: Verantwortung – und was damit gemeint sein kann, hört man im Prolog von Roland Steiners Dokumentarfilm Unsere Kinder.

    http://www.freitag.de/kultur/1151-ein-teil-vom-wir

  6. "Und wenn Sie gar nicht existieren?" permalink
    1. Januar 2012 16:06

    „Und wenn Sie gar nicht existieren?“

    Subnukleare Fragen an ein schwer vermisstest Teilchen, auch bekannt unter dem Namen Higgs, das möglicherweise vor einem schicksalhaften Jahr 2012 steht

    Wir treffen uns in der Hotel­lounge. Das Teilchen wirkt entspannt, es ist lässig gekleidet und legt sein Telefon auf den Tisch. Man merkt ihm den Wirbel der vergangenen Wochen gar nicht an. Nervös erscheinen dafür seine PR-Berater. Fünf Nanosekunden, signalisieren sie. Dann muss das Higgs-Teilchen weiter.

    http://www.freitag.de/wissen/1151-interview-higgs

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