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„Wir müssen die Macht der Energiekonzerne brechen“

13. April 2011

Am 25. April, dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, sind an zwölf Standorten Proteste gegen Atompolitik geplant. Gespräch mit Michael Wilk. Er ist Arzt, Mitglied der Anti-Atom-Südwest-Initiative und Mitorganisator der Aktivitäten zum 25. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl am 25. April.

Milliardenlöcher zeichnen sich im Bundeshaushalt ab, weil die Atomkonzerne RWE, E.on, Vattenfall und EnBW ihre Einzahlungen in den Ökofonds zum Ausbau erneuerbarer Energien vorerst gestoppt haben. Hat sich die Bundesregierung zu sehr von den Konzernen abhängig gemacht?

Es passiert, was zu erwarten war: Die Konzerne nutzen ihre Vertragsspielräume voll aus, die die Bundesregierung ihnen eingeräumt hat. Sie sind noch nicht mal verliebt in die Atomindustrie, ihnen geht es ums blanke Geldverdienen. In dem Moment, in dem sie keinen Gewinn mehr erwirtschaften können, hören sie auf, in einen Ökofonds einzuzahlen. Wen wundert’s?

Jetzt wird sich zumindest zeigen, ob die Bundesregierung wieder einmal kooperiert und faule Kompromisse macht – auch um etwas Geld in den Ökofonds zurückfließen zu lassen. Oder ob sie die Konzerne über einen anderen Weg an die Kandare nimmt, was ich bezweifle. Ich nehme an, daß sie wieder jämmerlich einknickt, wenn nicht massiv Druck von der Straße kommt.

Es geht hier um etwas Grundsätzliches: Wir müssen die Macht der Energiekonzerne brechen. Es kann nicht sein, daß diesen Konzernen, die nur an ihren Profit denken, alle Verfügungsgewalt über lebensnotwendige Ressourcen zugestanden wird. Wir dürfen nicht zulassen, daß die Bundesregierung wieder auf ihre alte Position zurückrutscht: Einige Bedenkenträger und sogenannte sachverständige Mediationsausschüsse moralische Worte sprechen lassen, einige alte Meiler abschalten und jüngere Kraftwerke fröhlich weiter am Netz halten. Ich erwarte von der Regierung nicht viel; interessanter ist, was die Anti-AKW-Bewegung jetzt machen wird.

Die plant Proteste zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 25. April unter anderem in Biblis, Neckarwestheim und Philip psburg – mit welchem Ziel?

Nach wie vor geht es den meisten Basisinitiativen um die Abschaltung aller AKW, um die Abwendung aller damit verbundenen Gefahren, unter anderem auch um eine Vermeidung weiterer Anhäufungen radioaktiven Mülls, der Tausende von Jahren bewacht werden muß. Am Tschernobyl-Jahrestag und vor dem Hintergrund der Katastrophe von Fukushima werden wir an zwölf Standorten demonstrieren, vor AKW und Zwischenlagern. Das ist nur ein Teil des Geplanten. Wenn die für drei Monate stillgelegten Meiler wieder ans Netz gehen, wird es zu diversen Aktionen kommen – bis hin zu Blockaden gerade auch vor jüngeren Reaktoren, die als Verhandlungsmasse von Atombetreibern und Regierung gelten.

Selbst die erzkonservative Hessen-FDP hat auf ihrem Parteitag am Sonntag dafür votiert, Biblis stillzulegen. Man wolle jetzt mit dem Betreiber RWE die notwendigen Vereinbarungen treffen. Für wie glaubwürdig halten Sie das?

Ich kann mir vorstellen, daß die FDP vor dem Hintergrund ihrer desolaten Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen die Reißleine zieht, und momentan alles äußert, was Stimmen bringen könnte. Glaubwürdig ist das allerdings nicht, auch wenn sie inhaltlich richtig liegen. Ich rechne damit, daß die pannenträchtigen Schrottreaktoren Biblis A und B jetzt stillgelegt werden, aber das reicht nicht. Alles muß vom Netz, auch der relativ neue baden-württembergische Reaktor Neckarwestheim II, der laut Atomkompromiß der Bundesregierung bis 2036 laufen soll.

Atombefürworter behaupten, neue Energien würden subventioniert und seien deshalb keine Alternative …

Atomstrom wird subventioniert, die Kosten der Lagerung des Mülls trägt aber auch der Steuerzahler. Das ist de facto die teuerste Energieart, wenn man alle Aufwendungen mit einbezieht. Wenn man die Risikokosten für den Fall eines Unfalls einberechnet, ist jede Kostendebatte sowieso zu Ende. Nach Berechnungen der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) gibt es bereits heute genug Energie, um alle AKW sofort abzuschalten.

Gitta Düperthal, Junge Welt, 13.04.2011

Siehe auch www.contratom.de

8 Kommentare leave one →
  1. 14. April 2011 14:11

    SchwarzRoter Spaziergang zur Anti-Atom-Kundgebung am AKW Grohnde

    Montag, 25. April 2011 um 12:00
    Emmerthal Bahnhof zum AKW Grohnde

  2. 16. April 2011 16:00

  3. 24. April 2011 15:51

    „Tschernobyler Kernkraftwerk namens W. I. Lenin“

    Die Atom-Ruinen von Tschernobyl und Fukushima

  4. 16. Mai 2011 03:05

    Diese NDR-Doku von 1999 zeigt auf, dass ein Erdbeben, ein schwaches (!!!), die Ursache war.
    Das Kühlwasserproblem ist der Hauptgrund dafür, da Flüsse nun mal gerne geologische Bruchlinien folgen ………………

    Der wahre Grund von Tschernobyl?
    http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#grid/user/0CB295B9A3BCE57B

  5. Atomkraft? Nie Dziękuję! permalink
    17. Januar 2012 15:24

    Atomkraft? Nie Dziękuję!

    Gegen mögliche Atomkraftwerke in Polen kommt aus Deutschland scharfer Protest. Scheitern könnten die Pläne aber eher am Geld

    Jacek Bieganla ist ein höflicher Mann. Und er ist Diplomat. Deshalb kommentiert der Presseattaché der Polnischen Botschaft in Berlin auch nur zurückhaltend, was vergangene Woche vor seinem Amtssitz geschah: Für eine Reaktion sei es „noch zu früh“. Aber ja, doch, man nehme die Stimmen aus Deutschland „sehr ernst“. Was man halt so sagt, wenn an einem Januarmorgen eine Schar von Umweltschützern mit Transparenten vor der Botschaft steht und einen mächtigen Pappkarton abliefert. Darin die Kopien von rund 60.000 Stellungnahmen und Protestnoten.

    http://www.freitag.de/politik/1202-atomkraft-nie-dzi-kuj

  6. Aus den Augen - aus dem Sinn? - oder einfach nur erkenntnisresistent! permalink
    17. Mai 2013 21:15

    Aus den Augen – aus dem Sinn? – oder einfach nur erkenntnisresistent!

    Vor nicht allzu vielen Jahrzehnten noch galt in Fragen der Energieversorgung die Kernenergie als „der“ Hoffnungsträger schlechthin: Im Betrieb erwiesen sich die Kernkraftwerke als vergleichsweise effizient, schädliche Abgase gibt es nicht und Uran als Brennstoff steht in quasi unerschöpflichen Mengen zur Verfügung. Speziell die Tatsache, dass sich bereits aus nur wenigen Kilogramm dieses radioaktiven Schwermetalles genauso viel elektrische Energie gewinnen lässt wie aus zigtausenden von Tonnen Kohle, bringt die Augen der Industriellen, aber auch vieler begeisterter Wissenschaftler sicherlich zum Leuchten.

    Die Kernenergie-Euphorie der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts fand jedoch sehr rasch ein jähes Ende. Neben den niemals vollständig zu kontrollierenden „Restrisiken“ im Betrieb, dem enormen Subventionsbedarf für minimale Wirtschaftlichkeit und der gegenwärtig geringen Akzeptanz in breiten Bevölkerungskreisen spielt hier sicherlich auch die weiterhin ungelöste Frage nach der Handhabung des anfallenden „Atommülls“ eine zentrale Rolle.

    Ausgebrannte Kernelemente lassen sich zwar durch diverse Wiederaufbereitungsverfahren zu einem großen Teil „wiederverwerten“, dennoch fällt im Betrieb nicht mehr sinnvoll verwendbares Material an, wie beispielsweise die Isotope der Elemente Americium und Curium. Aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Halbwertszeiten besitzen diese Stoffe eine hohe Radiotoxizität, entsprechend müssen nicht nur wir Menschen, sondern auch alle anderen Lebewesen dieses Planeten vor diesem „Atommüll“ geschützt werden – Ehrensache.

    Ein zeitgemäßes Entsorgungskonzept?

    Momentan wird insbesondere die Möglichkeit erörtert die wirklich gefährlichen Abfälle tief unter der Erde in alten Bergwerksstollen zu lagern, diese Stollen zu versiegeln und darauf zu warten, was die Jahrtausende noch so bringen – eine Idee, die nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch dem Sachverstand des Geologen sicherlich große Bauchschmerzen bereitet und wohlmöglich nur aus Kostengründen („Runter mit dem Zeug, Deckel drüber und gut“) ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Glücklicherweise stehen zunehmend auch neuere Konzepte zur „rückholbaren Endlagerung“ in der Diskussion – wenngleich diese wiederum neue Probleme mit sich bringen.

    Was soll also nun mit dem Atommüll passieren? Speziell in privaten Diskussionszirkeln, sei es auf einer Party oder am berüchtigten Stammtisch, fällt gerne der Satz „Schießen wir den Kram doch einfach ins Weltall – fertig!“. Lässt sich die Endlagerproblematik tatsächlich so einfach umgehen? Nüchtern (egal ob im übertragenen, oder im wortwörtlichen Sinne) betrachtet finden sich zunächst eine Reihe technischer Schwierigkeiten: Auch wenn moderne Raketensysteme vergleichsweise zuverlässig arbeiten, so geht, je nach Typ, ein niedriger, einstelliger Prozentsatz aller abgeschossenen Raketen aufgrund technischer Probleme verloren. Dies führt im Falle eines „Entsorgungsfluges“ zwar nicht zwangsläufig zu einer gefährlichen Freisetzung des hochgradig giftigen Atommülls, stellt jedoch riesige Anforderungen an die Stabilität der Schutzbehälter für den Atommüll, was sich wiederum in der Regel in der Gesamtmasse niederschlägt, was wiederum die ohnehin horrenden Kosten weiter erhöht.

    Ungeklärt bleibt auch die Frage, wo der Atommüll schließlich landen soll: In der Sonne? Auf dem Mond? Auf einem anderen Planeten? In einem Erdorbit? Oder gar in einem Orbit unmittelbar vor oder hinter unserem Heimatplaneten, an den so genannten „Lagrange-Punkten“? Jede dieser Möglichkeiten stellt unterschiedliche Anforderungen an die Größe der Rakete sowie die Zahl der möglicherweise (zwingend) notwendigen Kurskorrekturen.

    Vollkommen unabhängig vom möglichen Ziel erscheint mir diese Methode, ohne ein ausreichend zuverlässiges Raketensystem sowie zuverlässige Schutzmechanismen für den Fall des Falles, als glatter Wahnsinn – was den meisten Menschen auch rasch einleuchtet. Genau deswegen argumentieren die am stärksten überzeugten Freunde der kosmischen Sondermüllentsorgung gerne mit einer Art „Müllkanone“ (Stichwort „Railgun“): Man packe den Müll einfach in eine metallene Schutzkugel, stelle den richtigen Abschusswinkel und die korrekte Abschussgeschwindigkeit ein – 3,2,1 – aus den Augen, aus dem Sinn! Ist das Müllproblem also gelöst? Wie praxistauglich ist eine derartige Methode wirklich?

    Die theoretische Seite

    Von der theoretischen Seite her stehen wir vor einem mathematischen Problem, das ohne numerische Verfahren (also vom Computer durchgeführte Simulationen) nur mit absolut unrealistischen Vereinfachungen zu lösen ist, analog zum Baumgartner-Beitrag vor zwei Monaten. Dank des Computers sind wir hingegen in der Lage nach Herzenslust eine Vielzahl unterschiedlicher Fälle durchzuprobieren.

    Nehmen wir also einfach einmal an wir stopfen eine knappe Tonne an radioaktivem Sondermüll in eine Metallkugel mit einem Durchmesser von knapp 60 Zentimetern, so dass wir auf eine Dichte von knapp 10 g/cm³ kommen, was etwa 25% über der mittleren Dichte von Eisen liegt, um eine allzu empfindliche Reaktion auf den Luftwiderstand zu vermeiden.
    Dieser wird (siehe beispielsweise Wikipedia) über einen Term modelliert, in den die Querschnittsfläche des Objektes, die Dichte der Luft sowie das Quadrat der Geschwindigkeit eingehen – verdoppelt sich also die Geschwindigkeit, so ist der Luftwiderstand gleich viermal so groß. Ebenso fließt der so genannte „Widerstandsbeiwert“ ein, der die geomtrische Form des betrachteten Objektes berücksichtigt.

    Die Dichte der Luft sinkt bekanntlicherweise mit steigender Höhe, auf der Zugspitze in fast 3 Kilometern Höhe liegt sie zum Beispiel bereits 30% unter dem Meeresniveau. Einen für unsere Zwecke ausreichend präzisen Wert für die Dichte der Luft in Abhängigkeit von der Höhe liefert auch dieses Mal wieder die barometrische Höhenformel.
    Zu berücksichtigen sind weiterhin die sinkende Erdanziehung sowie die Drehung unseres Heimatplaneten, welche zu Trägheitskräften führt, namentlich der Zentrifugalkraft sowie der Corioliskraft.

    Für einen erfolgreichen Abschuss sind, falls wir uns auf einen Abschuss am Äquator parallel zu den irdischen Breitengraden entscheiden, zwei Parameter von zentraler Bedeutung: Der Abschusswinkel (gemessen relativ zur Erdoberfläche) sowie die Abschussgeschwindigkeit – mit welchen technischen Mitteln dies auch immer erreicht wird. Da schwer abzuschätzen ist, welcher Parametersatz zum Erfolg führt, bietet sich hier die „Methode brutaler Gewalt“ an: Probieren wir doch einfach alle nur denkbaren Kombinationen und Möglichkeiten aus.

    Feuer frei

    Wir starten bei einem Abschusswinkel von 0°, was einem horizontalen Abschuss in Richtung der Erddrehung entspricht, und gehen in Schritten von 1° langsam in die Vertikale bei 90° und darüber hinaus – was sich als Abschuss gegen die Drehrichtung der Erde deuten lässt.
    Bei der minimalen Anfangsgeschwindigkeit orientieren wir uns an zwei zentralen irdischen Größen: Der Kreisbahngeschwindigkeit, die je nach Höhe bei knapp 8 km/s liegt, sowie der Fluchtgeschwindigkeit von 11,2 km/s – also jener Geschwindigkeit, die ein Objekt mindestens haben muss, um dem Schwerefeld der Erde zu entfliehen. Um einen schönen Satz an Parametern zu haben, beginnen wir also bei 8 km/s und erhöhen in Schritten von 0,1 km/s bis hoch auf Werte von ungefähr 20 km/s. Wie sehen nun die Ergebnisse aus?

    Schlechte Nachricht vorweg: Von den 21.600 abgeschossenen Müllkugeln sind ausnahmslos alle Behälter früher oder später wieder auf dem Erdboden gelandet! Gehen wir etwas in’s Detail und betrachten die Gipfelhöhe über dem Erdboden:

    Erreicht werden minimale Werte von lediglich 1 km über dem Erdboden für die beinahe horizontalen Abschüsse, Gipfelhöhen von 1.000 bis 10.000 km für Abschüsse unter vernünftigen Winkeln (30° bis 150°) und niedrigen Geschwindigkeiten, sowie klar definierte Maxima zwischen 60° und 70° sowie im Bereich 115° bis 125° mit Maximalhöhen für die hohen Geschwindigkeiten von etwas mehr als 100.000 Kilometern – was immerhin beinahe 16 Erdradien entspricht. Die maximalen Flugdauern liegen bei fast 25 Stunden.

    Auffälliges Merkmal des Graphen ist die leichte Asymmetrie der Bereiche rechts und links von 90°, was auf den Einfluss der Erddrehung zurückzuführen ist.

    Ein ernüchterndes Ergebnis

    Auf der Grundlage der vorliegenden Daten kann ein sehr klares Fazit ausgesprochen werden: Die Idee, all jene problematischen Stoffe in eine Metallkugel einzuschließen und diese dann mit einer entsprechenden Vorrichtung in’s Weltall zu schießen, funktioniert noch nicht einmal auf dem Papier und würde in der Praxis in einer Katastrophe enden.

    Schuld hieran ist der außergewöhnlich hohe Luftwiederstand eines derartigen Geschosses, der bereits innerhalb weniger Sekunden die Geschwindigkeit dramatisch erniedrigt, so dass sie unter die bereits angesprochene irdische „Fluchtgeschwindigkeit“ sinkt – Mahlzeit! Die für einen Abschuss bei voller Geschwindigkeit mindestens aufzubringende Energie von knapp 56.000 Kilowattstunden, was dem Verbrauch des „statistischen Musterhaushaltes“ in 16 Jahren entspricht, würde also sinnlos verpulvert werden.

    Gibt es Möglichkeiten diese Methode doch noch zu retten, ohne das Geschoss mit zusätzlichen Hilfstriebwerken auszustatten? Untersuchenswert wären unter anderem noch andere, insbesondere stromlinienoptimierte Geschossformen wie beispielsweise eine Rakete, um den Luftwiderstand zu verkleinern und die Erdatmosphäre ohne große Geschwindigkeitsverluste zu verlassen. Liegt hierin die Lösung? Mehr dazu im folgenden Posting!

    http://erkenntnisresistent.blogspot.de/2012/12/aus-den-augen-aus-dem-sinn.html

  7. Die wahre Geschichte von Tschernobyl permalink
    29. Oktober 2013 19:12

    Der Super GAU:

    Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Als erstes Ereignis wurde sie auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als katastrophaler Unfall eingeordnet.

    Bei einer unter der Leitung von Anatoli Stepanowitsch Djatlow durchgeführten Simulation eines vollständigen Stromausfalls kam es auf Grund schwerwiegender Verstöße gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften sowie der bauartbedingten Eigenschaften des mit Graphit moderierten Kernreaktors vom Typ RBMK-1000 zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors führte. Innerhalb der ersten zehn Tage nach der Explosion wurde eine Aktivität von mehreren Trillionen Becquerel freigesetzt. Die so in die Erdatmosphäre gelangten radioaktiven Stoffe, darunter die Isotope Caesium-137 mit einer Halbwertszeit (HWZ) von rund 30 Jahren und Iod-131 (HWZ: 8 Tage), kontaminierten infolge radioaktiven Niederschlags hauptsächlich die Region nordöstlich von Tschernobyl sowie viele Länder in Europa.

    Nach der Katastrophe begannen sogenannte Liquidatoren mit der Dekontamination der am stärksten betroffenen Gebiete. Unter der Leitung des Kurtschatow-Instituts errichtete man bis November 1986 einen aus Stahlbeton bestehenden provisorischen Schutzmantel (объект укрытие), der meist als „Sarkophag“ bezeichnet wird.

    Über die weltweiten gesundheitlichen Langzeitfolgen, insbesondere jene, die auf eine gegenüber der natürlichen Strahlenexposition geringfügig erhöhte effektive Dosis zurückzuführen sind, gibt es seit Jahren Kontroversen.

  8. ☢☢☢ Wie die P☢litik Milli☢nenklagen von At☢mk☢nzernen ermöglicht ☢☢☢ permalink
    6. Februar 2015 20:03

    ☢☢☢ Wie die P☢litik Milli☢nenklagen von At☢mk☢nzernen ermöglicht ☢☢☢

    05.02.2015 | 09:06 Min. | UT | Verfügbar bis 05.02.2016 | Quelle: WDR

    In seiner letzten Ausgabe hatte MONITOR aufgedeckt, wie ein von RWE bestellter Brief des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier dazu beigetragen hat, dass die Atomkonzerne heute rund 900 Millionen Euro Schadenersatz von Bund und Ländern fordern – wegen der vorübergehenden Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke nach der Atomkatastrophe in Fukushima. Neue MONITOR-Recherchen belegen nun, wie tief neben der hessischen Landesregierung auch die damalige Bundesregierung in den Skandal verstrickt ist: Kritische Stimmen aus den eigenen Fachabteilungen wurden kaltgestellt; Warnungen vor den finanziellen Risiken ignoriert. Damit habe die Politik den Atomkonzernen den Weg zu millionenschweren Klagen erst ermöglicht, kritisiert die Opposition.

    http://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Wie-die-Politik-Millionenklagen-von-Atom/Das-Erste/Video?documentId=26321008&bcastId=438224

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