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Radio-Interview mit einem Vertreter der „Freeters“ aus Japan

11. April 2011

Das Graswurzel-Radio in Münster hat ein aktuelles Interview mit einem Genossen der Freeters Union aus Japan geführt.

Prekäre ArbeiterInnen sind die Kehrseite der glitzernden Fassaden der japanischen Exportwirtschaft. Es gab sie schon lange, durch die neoliberalen Reformen der 90er Jahre und durch die aktuelle Wirtschaftskrise ist ihre Zahl jedoch geradezu explodiert. Unter ihnen sind hunderttausende, die sich irgendwie von einem schlecht bezahlten Gelegenheitsjob zum nächsten durchschlagen. Viele sind jung, viele haben akademische Ausbildungen. Sie sind gesellschaftlich stigmatisiert und ausgegrenzt, häufig in Wohnbaracken am Rande der Großstädte zusammen gepfercht, viele obdachlos. Manche von ihnen nennen sich selbst «Freeter», ein Kunstwort, das aus einer Zusammenziehung von „Freelancer“ und „Arubaito“ (von deutsch: Arbeit) dem japanischen Begriff für Tagelohn oder Leiharbeit, entstanden ist. Freeter sind es auch, die in Japan rekrutiert werden, wenn es darum geht, als „Wegwerfarbeiter“ dreckige und gefährliche Arbeiten für ein Minimum an Lohn auszuführen. Auch unter den Arbeitern, die derzeit versuchen, die Katastrophe durch die zerstörten Atomreaktoren des AKW Fukushima I einzudämmen, sollen sich „Wegwerfarbeiter“ befinden. Seit einigen Jahren versuchen sich Freeter selbst gewerkschaftlich zu organisieren und gegen die Hölle aus Ausbeutung und gesellschaftlicher Ausgrenzung vorzugehen.

Länge: ca. 26 Min.

Zur (Ungeschnittenen) MP3 geht es hier

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