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Köln: Zehntausende gegen Atomkraft

27. März 2011

Am 26. März 2011 haben im Rahmen einer bundesweiten Anti-Atom-Demonstration anlässlich der andauernden Reaktorkatastrophe von Fukushima auch in Köln zehntausende Menschen für einen sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie protestiert.

Die Veranstalter/innen sprechen dabei von 40.000 Teilnehmer/innen – zusammen mit den Protesten in Berlin, Hamburg und München soll es mit über 200.000 Demonstrant/innen die größte Anti-Atom-Demo in der deutschen Geschichte gewesen sein.

Auf einer Auftaktkundgebung am Neumarkt, die das Kölner Anti-Atom-Plenum organisiert hatte, nahmen am Mittag etwa 15.000 Demonstrant/innen teil. Nach Redebeiträgen von linken Basisaktivist/innen und einem Attac-Vertreter ging der Protestzug vorbei an der „Gesellschaft für Reaktorsicherheit“ in der Glockengasse zum Dom und über Heumarkt und Severinsbrücke zur Deutzer Werft.

Die Abschlusskundgebung des bürgerlichen NGO-Bündnisses fand am Deutzer Rheinufer statt. Zu der nachmittaglichen Bündnisveranstaltung mit Bühnenprogramm hatten neben Umweltschutzverbänden auch bürgerliche Parteien und DGB-Gewerkschaften aufgerufen. Als zweiter Demonstrationszug mit rot-grünen Politiker/innen an der Spitze zogen sie, unterstützt von sozialdemokratischen und marxistischen Parteien, vom Busparkplatz am Deutzer Bahnhof zu dem „Volksfest“ am Rheinufer. Dort Reden durften die Parteivertreter/innen allerdings nicht, das war den Umweltschutzverbänden und Künstler/innen vorbehalten.

Denn das Großspektakel soll keine Wahlkampfveranstaltung für die eine oder andere Partei gewesen sein, sondern der kämpferische Auftakt für einen dauerhaften Anti-Atom-Protest: Schon am Montag, den 28. März, findet um 18 Uhr die wöchentliche Anti-Atom-Mahnwache von „ausgestrahlt“ am Dom statt. Am 20. April werden dann Aktivist/innen die Jahreshauptversammlung des Atomstrom-Konzerns RWE in Essen belagern. Und für den Jahrestag des Super-GAU in Tschernobyl am 25. April sind bundesweit Proteste an Atomanlagen in Planung – für Nordrhein-Westfalen wird zu einem Ostermarsch an der Uran-Anreicherungsanlage in Gronau mobilisiert.

Quelle: Anarchosyndikat Köln/Bonn (dort auch weitere Fotos)

9 Kommentare leave one →
  1. 28. März 2011 07:59

    Beeindruckende Zahlen – Hamburg waren es lt. Presse 40.000. Siehe auch mein eigener Blog … Massenproteste sind wichtig – UND es geht auch darum, individuelle Protest-Formen zu entwickeln. Alternative Lebensweisen … Die Isolation durchbrechen, Konsumismus in eigene Produktivität umwandeln. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt …

  2. J.B. permalink
    28. März 2011 14:22

    Der Fukushima-Super-Gau braucht jetzt ein wirksames Krisen-Management
    Artur P. Schmidt auf Telepolis, 27.03.2011
    Lage völlig außer Kontrolle und sehr ernst, es kann zu einem Mega-Tschernobyl kommen
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34432/1.html

  3. 30. März 2011 12:01

    “Die Kernschmelze ist nun schon seit Längerem eingetreten”

    Im DLF-Radiointerview vom 28.03.11 der Strahlenbiologe Lengfelder:
    Fukushima-Kühlung bringt wenig

    Edmund Lengfelder hält die Rettungsversuche für das Kernkraftwerk Fukushima für ein “hilfloses Unterfangen”. Man müsse das AKW ähnlich wie in Tschernobyl abdichten – und die Sperrzone auf 50 Kilometer ausweiten. […]

  4. Wilfried Schmickler permalink
    30. März 2011 23:39

    • 31. März 2011 16:56

      wow, ist das wahr! wir, die menschen müssen moral haben und danach zusammen unser leben leben und selbst bestimmen, der staat, regierungen, konzerne und verwaltungen haben keine moral, KEINE! (frei nach b. traven)

  5. Urban Schramm & Georg Priol permalink
    31. März 2011 16:05

  6. Bärliner permalink
    5. April 2011 15:02

    Antiatom-Demo Berlin 26. März 2011 Fukushima mahnt!

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