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USA-Wisconsin: Generalstreik!!!!

24. Februar 2011

Vorneweg, möchten wir euch in Gedanken rufen, dass solche Gesetze überall und jederzeit von den Mächtigen und Herrschenden umgesetzt werden können. Keine Frage, Wisconsin ist weit weg, doch solch ein Gesetz kann auch inspirierend für Regierungen und Bosse in Europa sein. Heute Wisconsin und morgen vielleicht schon Österreich, Deutschland, Italien, etc.? Am Ende des Textes findet ihr Möglichkeiten die ArbeiterInnen von Wisconsin zu unterstützen. Jedoch, der beste Schutz gegen solche Gesetze sind noch immer kämpferische Gewerkschaften! „Nicht Jammern! Organisieren!“ (Joe Hill)

WISCONSIN – Was ist los?

(von X 359507)

Kurz gesagt, die Gewerkschaften der ArbeiterInnen des öffentlichen Dienstes kämpfen um ihre Existenz. Der Governeur hat eine offene Klassenkriegserklärung gemacht! Nein, ich übertreibe nicht, er hat der Nationalgarde einsatzbereit gestellt.

Die Kriegserklärung ist ein Gesetzesentwurf, der das Recht auf Kollektivvertragsverhandlung und Streik in Zukunft verbieten will. Der Gesetzesentwurf ist etwa 140 Seiten lang, und ist ein breiter Angriff auf die Rechte der ArbeiterInnen, weiters geht dieser Gesetzesenwurf gegen Windenergieprojekte. Es ist das mögliche Verbot von Kollektivvertragsverhandlungs- und Streikrecht, dass die Leute auf die Strassen und vor das regionale Parlament gebracht hat – 100.000 stark. Sie übernachten im Regierungsgebäude und schreien: „Demokratie! Freiheit! Gewerkschaften!”. Mittlerweile versuchen die PolitikerInnen das Gesetz in Kraft zu setzen, aber weil viele den Entschlossenheit der ArbeiterInnen spüren, finden sich nicht genug PolitikerInnen im Haus, um das Gesetz durchzusetzen. Weil ArbeiterInnen alle Branchen haben es dort verstanden: Ein Angriff auf Eine(n) ist eine Angriff auf Alle!

Wenn Governor Walker, die rechtsradikale Tea Party und die Milliardärgebrüder Koch dieses Anti-Gewerkschafts Gesetz durchsetzen, wird es mehrerer und weiterer solcher Angriffe geben. Es gibt schon ähnliche Gesetzesentwurfe in anderen Staaten und die Proteste und direkte Aktionen breiten sich aus in Ohio, Michigan, Indiana u.v.m. Die Industrial Workers of the World riefen den Generalstreik aus! Und dieser Ruf wurde beantwortet!

Wer soll der Krise zahlen? Als Walker sein Amt angetreten hat, hat es einen Budgetüberfluß gegeben. Und er bemühte sich, das Geld schnell ausgegeben, damit er sagen konnte das Wisconsin pleite ist. Die Krise ist in den USA noch im vollen Gang. Familien die noch Obdach haben, müssen sich im Winter entscheiden: „heizen wir, oder essen wir?“.

Natürlich ist es für die ArbeiterInnen des öffentlichen Dienstes nicht so schlimm, da ihre Gewerkschaften bessere Löhne und Arbeitsbedingungen durchgesetzt haben. Doch jetzt versucht der Governor, mit Hilfe der MilliardärInnen, die Kosten der Krise auf die SchullehrerInnen, die MüllkutscherInnen, die Putzfrauen/ -männer, welche Governer Walkers Mistkübel täglich entleeren, abzuwälzen.

Jedoch auch StahlarbeiterInnen, die Feuerwehrn und andere Menschen die nicht direkt von diesem Gesetz betroffen sind, sind bei den Aktionen dabei. So der Gewerkschaftsvorsitzende der Feuerwehrgewerkschaft: „Es brennt im Haus des Arbeit, und wir sind hier um es zu löschen!” Bis jetzt bekommen die Streikenden und Demonstrierenden auch indirekte Unterstützung durch die dortige Polizei, bis zum heutigen Tag gab es keine Verhaftungen.

Tunisien, Egyptien, Wisconsin – Auch die US-AmerikannerInnen habens gesehen, wie Demokratie tatsachlich ausschaut. Gov. Walker ist kein Mubarak, und jeder kann ruhig weiter Twittern, aber nach jahrzehntelangen gewerkschaftsfeindlichen Gesetzen, sinkende Löhne, und steigernde Ungleichheit, verstehen viele, dass es einen Klassenkrieg von oben schon lange gibt. Die herrschende Klasse ist schon längst organisiert, nicht nur durch Fusionen und Übernahmen, sondern auch mit Organisationen wie Americans for Prosperity, eine Gruppe die Gelder zwischen den Reichen und den PolitikerInnen „transferiert“. Wie kann man sich gegen eine System wo die Reichen die PolitikerInnen besitzen, währen? Wobbly Noam Chomsky meint hierzu: „Was zu Tun ist, ist was in Madison (Wisconsin), oder Tahrir-Platz geschieht. Wenn sich massenweise Opposition zeigt, müssen alle PolitikerInnen reagieren.”

Laufende Infos findet ihr unter: www.iww.org und IWW-Madison
Spendet für die kämpfenden ArbeiterInnen!

Beitrag übernommen von der IWW Deutschland/Österreich

5 Kommentare leave one →
  1. 26. Februar 2011 13:58

    Gewerkschaften in den USA geht es an den Kragen

    Die Rechte will das Verhandlungsrecht der Gewerkschaften kappen.

    30 Jahre nach dem Schleifen des Streikrechts auf nationaler Ebene stehen die amerikanischen Gewerkschaften wieder vor einer schweren Bedrohung. Sollte dem Gouverneur von Wisconsin gelingen, was er unter dem Vorwand der Budgetsanierung durchsetzen will, so verlieren sie ihr letztes wirksames Instrument. Sie müssten das Recht auf das Aushandeln kollektiver Arbeitsverträge aufgeben und hätten politisch nichts mehr zu bieten.

    Nach dem Zerfall der Gewerkschaften in der Privatwirtschaft wäre das Ende auch der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst absehbar. Ein Traum der konservativen Rechten würde wahr.

    Der Überlebenskampf der Gewerkschaften in Wisconsin greift bereits auf andere Bundesstaaten über. Ohio und Indiana sind blockiert, da sich die demokratische Minderheit im Parlament nur noch durch Flucht den Frontalangriffen der republikanischen Gouverneure zu entziehen wusste. In Pennsylvania und New Jersey, zwei politisch umkämpften Bundesstaaten, stehen Massenkundgebungen wie in Wisconsin bevor. Und einzelne Gewerkschaften drohen bereits mit einem Generalstreik; einem Arbeitsausstand, der in den USA äusserst selten geworden ist, seitdem US-Präsident Ronald Reagan 1981 mit der Massenentlassung des Flugsicherungspersonals das Streikrecht weitgehend aushöhlte.

    Etatsanierung vorgeschoben

    30 Jahre und einen drastischen Mitgliederschwund später geht es für die Gewerkschaften um alles oder nichts. Unterstützt von schwerreichen Financiers, will die politische Rechte das Verhandlungsrecht der Gewerkschaften ein für allemal schleifen. Es ist dies nichts anderes als «eine koordinierte Attacke auf die Arbeiterfamilien und den Mittelstand», wie der demokratische Ex-Gouverneur Ted Strickland sagt. Ein Blick auf Wisconsin bestätigt den Befund: Betroffen von einer Aushöhlung der Gewerkschaftsrechte sind Lehrer, Polizisten, Feuerwehrleute und Krankenschwestern. Sie verdanken den Kollektivverträgen relativ solide Löhne und gesicherte Pensionen. Entgegen der Propaganda von rechts sind sie aber keineswegs besser bezahlt als Angestellte der Privatwirtschaft. Gemessen am Ausbildungsstand, liegen ihre Löhne in Wisconsin sogar leicht unter jenen der Privatbetriebe. Ein Feuerwehrmann verdient 33?260 Dollar pro Jahr und ein Lehrer 24?400 Dollar. In 42 anderen US-Bundesstaaten verdienen Feuerwehrleute besser; ein Lehrer in Wisconsin erhält nur 240 Dollar mehr als Berufskollegen in einem Bundesstaat, wo Gewerkschaften keine Kollektivverträge aushandeln dürfen.

    Die Gewerkschaften beseitigen

    Obwohl solche Vergleiche zeigen, dass die öffentlich Angestellten nicht die Ursache der Budgetdefizite sind und obwohl die Gewerkschaften Lohnkonzessionen von über sieben Prozent angeboten haben, besteht Gouverneur Walker auf der Abschaffung des Verhandlungsrechts. Die Absicht ist klar: Die Gewerkschaften sollen ausgeblutet werden. Ohne Kollektivverträge gibt es kaum mehr einen Grund, Mitglied zu werden. Und ohne Mitglieder verfügen die Gewerkschaften über keine Mittel mehr, um ihre Anliegen politisch durchzusetzen. Die Demokratische Partei verlöre damit einen Pfeiler.

    Was Gouverneure wie Scott Walker unter dem Vorwand der Budgetsanierung betreiben, ist eine weitere Polarisierung des Landes. Es war die schmale, schwerreiche Geldelite, die 2008 den Finanzkollaps verursachte und die Rezession verschärfte, welche die Defizite der Bundesstaaten ansteigen liess. Die Defizite vorzuschieben, um die Gewerkschaften auszuhebeln und damit ein Gegengewicht zu den Interessen der Wirtschaftselite aus der Welt zu schaffen, ist Demagogie. Die Massenkundgebungen in Wisconsin, Ohio und Indiana zeigen jetzt, dass sich die Wähler nicht mehr jeden Schwindel bieten lassen.

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Gewerkschaften-in-den-USA-geht-es-an-den-Kragen-/story/30682816

  2. Die Leserättin permalink
    25. Oktober 2011 00:53

    Lutz Getzschmann

    „Lieber kämpfend als arbeitend hungern…“
    Der TextilarbeiterInnenstreik von Lawrence 1912

    http://wobblies.at/wp-content/uploads/2010/06/Lawrence-Brosch%C3%BCre.pdf

    —————————-

    Die IWW – Das ABC des revolutionären Unionismus

    http://www.wobblies.de/wp-content/uploads/2007/06/abc.pdf

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