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Erscheinen der Zeitung der deutschsprachigen Anarchistischen Föderation angekündigt

29. Dezember 2010

Wie das Forum der deutschsprachigen AnarchistInnen (FdA – Mitgliedssektion der Internationale der Anarchistischen Föderationen) informiert, läuft der „Countdown“ zum Erscheinen der ersten Ausgabe ihrer neuen Zeitschrift mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Titel Gaidao. Bereits 2007 hatte das FdA das erscheinen einer eigenen Zeitschrift angekündigt. Diese trug den Titel „Veto“ und bestand aus vier Seiten im A5-Format. Den Großteil des Inhalts bildete dabei der Abdruck der Organisations-Statuten. Eine weitere Ausgabe wurde nicht mehr veröffentlicht. Für 2011 ist nun die Gaidao angekündigt. Diese wirkt bereits jetzt besser aufgestellt als ihre Vorgängerzeitschrift. Sie verfügt über einen eigenen Webauftritt und in einer Kurz-Information (Siehe im Anschluss) gibt es einen Einblick in die Themen der ersten Ausgabe. Zu dieser ersten Ausgabe wurde auch Syndikalismus.tk von der Gaidao-Redaktion über ihre Arbeit befragt und gebeten sich vorzustellen. Wo es die Zeitschrift schließlich als gedruckte Ausgabe zu beziehen gibt, werden die MacherInnen sicherlich noch mitteilen.

Der Countdown läuft 

Zum Inhalt läßt sich schon jetzt einiges verraten. Wir hatten verschiedene Gruppen, Initiativen und Organisationen gebeten sich vor zu stellen. Neben der anarcho- syndikalistischen FAU- IAA haben dies unter anderem noch die Libertäre Gruppe Karlsruhe und die Libertäre Aktion WInterthur (beide Mitglied des anarchistischen Netzwerks Südwest). Außerdem wird es Artikel über die anarchistischen Bewegung in Rumänien und Belarus geben und von der Gruppe Karakök haben wir einen Artikel über die Geschichte des Anarchismus in der Türkei (1920- 2008). Zwei anarchistische Büchermessen werden angekündigt, zwei Stellungnahmen zur FA Informale und vieles andere mehr erwartet euch!! (und das ist erst der Anfang!).

In den folgenden Ausgaben wird es dann etwas zu Peter Kropotkin und St. Imier gebe und natürlich immer zahlreiche Termine, jede Menge nützliches und unnützes Wissen.

改道 改道] gǎidào Redaktion

Zur Webseite geht es hier: http://gaidao.blogsport.de/

23 Kommentare leave one →
  1. Anarchosyndikalist permalink
    29. Dezember 2010 11:46

    Gǎidào hat einen schönen Wortklang, lässt sich auch sehr gut kämpferisch aussprechen. Bin schon gespannt auf die 1. Ausgabe, wird es denn überhaupt eine Druckausgabe geben? Heutzutage ist doch eine elektronische Ausgabe viel sinnvoller, der ganze Aufwand mit Druck und Vertrieb und Kohle eintreiben. Lassen wir uns überraschen, wie oft sie erscheint, monatlich oder vierteljährlich.

    Schön das es ein weiteres (A)-Blatt geben wird. Eine große Lücke gebe es schließlich wieder zu bepflanzen im Blätterwald, die Lücke, die das verschwinden des Schwarzen Fadens hinterlassen hat. Gutes Gelingen Genoss~innen.

  2. Jan permalink
    29. Dezember 2010 19:38

    Ich finds auch Klasse , ne Druckausgabe fände ich cool , ich mag das irgendwie gerne , so ne Zeitung in der Hand 😀

    Das mit dem blaetterwald stimmt wohl , naja luecken gibt’s da noch ne riesige : es gibt keine anarchistische Jugendzeitung ( obwohl ich dabei wäre wenn jemand sich mit dran setzt )

    • 29. Dezember 2010 21:20

      Salud!

      ich bin einer der Redakteure der 改道 改道] gǎidào. Vielleicht hast du ja Lust die „Jugendseiten“ als Redakteur zu betreuen? Noch gibt es sie nicht, aber wenn du willst kannst du ab Ausgabe Nr. 2 dabei sein – Redaktionsschluß ist der 25.01.2011!

      Was den Druck angeht: aus kostengründen müssen wir vorerst alle Interessierten bitten sich das Heft selbst aus zu drucken und ggf. zu Kopieren.
      Auf jeden Fall wollen wir zwei PDF’s pro Ausgabe online stellen, eine in schwarz-weiß und eine in Farbe.

      Wenn du interesse an einer kontinuierlichen Mitarbeit hast, dann melde dich einfach bei: fda-ifa_ät_free_punkt_de

      LG
      Rudi

      PS: Wenn sich hier noch mehr Leute finden, die an dem Zeitungsprojekt aktiv mitarbeiten wollen, sind diese aufgefordert sich ebenfalls zu melden! Wir selbst sind besonders auf der Suche nach Menschen die Artikel übersetzen können (eng., franz., span., portugisisch., russisch., polnisch., türkisch, arabisch,…. – nach deutsch) und oder in der Lage sind fundiert über die anarchistischen Bewegungen diesr Welt zu schreiben!

  3. Kickersfan permalink
    29. Dezember 2010 21:06

    Ich weiss echt nicht was das so oft vorgebrachte Vermissen des Schwarzen Fadens bedeuten soll. Ich habe ihn selber viele Jahre im Abo gehabt. Die letzten allerdings nur noch aus Solidarität. Denn mit Beginn der 1990er Jahre verflachte der SF zusehens. Waren zuvor noch viele „handfeste“ Beiträge in ihm zu finden – u.a. über die Bewegung in Spanien, über anarchistische Vernetzungsinitiativen und die anarchistische und syndikalistische Geschichte, wurde er zunehmend zum Spielfeld aller möglichen autonomen Initiativen und Up-to-date Themen. Eine wirkliche anarchistische Linie war in ihm doch wirklich nicht mehr erkennbar. Das war weder Fisch noch Fleisch. Wer braucht so was? (Und das Layout war auch schlimm – das aber nur am Rande). Gäbe es wirklich bedarf für solch ein Medium wie den Schwarzen Faden (ein geiler Titel – der dem Magazin in den letzten Jahren allerdings nicht mehr gerecht wurde) hätte es sicherlich einen Ersatz, eine Nachfolge gegeben. Ich will die Arbeit nicht schmälern, die in der jahrzehntelangen Herausgabe steckte – doch offensichtlich gehörte ein Großteil des Zielpublikums zu den typischen Oberschichts-Akademikern-Kindern (Studis) die nach ein paar Jahren super-toll-revolutionärer Anarchie in ihren Semestern an der Uni die Bewegung wieder verließen und nicht als Aktive dazustießen, um den heiß geliebten Faden am Leben zu halten.

    Und zu Jan: Ja, ich steh auch auf gedruckte Artikel. Das macht was her, ist angenehmer zu lesen und an die KollegInnen und Bekannten kann man so ne Zeitung auch weitergeben. Mal sehen was die AFD zustande bringt – nötig wärs, ein eigenes anarchistisches Magazin in D zu haben. Eine eigene Jugendzeitung fehlt auch. Die Utopia ist schrecklich einseitig und belehrend – ist ja fast wie in der Schule. Wäre das nichts für die angeblich so vielen ASJ Gruppen?

    • anarcho permalink
      31. Dezember 2010 11:35

      Ich seh das anders – der Schwarze Faden hat trotz dem inhaltlichen Abbau in den 90ern eine riesen Lücke bei der Debatte anarchistischer Theorien auf der Höhe der Zeit hinterlassen. Der Niedergang in den 90ern lief parallel zum Niedergang der ganzen Bewegung – und das lag nicht nur an den „Studis“ (ich weiß, was du meinst ;-). Neben einiger (aus einem Klassenstandpunkt kritisierenswerter) Theoriebildung aus der Postanarchismus-Ecke und der Stabilisierung der FAU kommt wenig neues/aktuelles und das ist schade.

      • Markus permalink
        1. Januar 2011 21:05

        Ich fand den Schwarzen Faden immer klasse – bis zum Ende. Gerade in den 90érn hat der Faden neben der Veröffentlichung vieler interessanter Chomsky-Texte sich sehr darum bemüht das Werk von Murray Bookchin in Deutschland bekannt zu machen, was mich sehr gefreut hat.

        Obwohl ich als Anarchosyndikalist Bookchins Verwerfung der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt nicht teile, gibt es in meinen Augen keinen wichtigeren Beitrag zum Gegenwartsanarchismus als das Werk von Bookchin, meine eigene Anarchismusauffassung ist stark von Bookchin geprägt.
        Schade, dass Bookchin in seinen letzten Lebensjahren als Reaktion auf das Umsichgreifen des Lifestyle-Anarchismus in den USA immer dogmatischer und anti-anarchistischer wurde und seine Konzeption eines libertären Sozialismus dann als vom Anarchismus unabhängig proklamierte.

        Der Post-Anarchismus ist für sich allein genommen eine Sackgasse, trotzdem enthält er m.E. viele wichtige und interessante Ideen, die aber zum klassischen Sozial-Anarchismus und Klassenkampf-Anarchismus in Beziehung gesetzt werden müssen. Der Post-Anarchismus kann den klassischen Anarchismus niemals ersetzen, befreit man den Post-Anarchismus aber von seinen typisch postmodernen Einseitigkeiten, dann leistet er trotzdem einen konstruktiven Beitrag. Als eigenständige Strömung ist er fruchtlos, als Ergänzung zum klassischen Anarchismus hat er meiner Ansicht nach seine Berechtigung.

        Die FAU hat sich stabilisiert und das ist gut so, aber hinsichtlich ihres Beitrages zur Aktualisierung anarchistischer und anarcho-syndikalistischer Theorie gibt es m.E. wenig Konstruktives.

      • Anarchosyndikalist permalink
        2. Januar 2011 04:29

        Hallo Markus,

        ich hoffe Du hattest auch ein schönes Waldmenschfest, gutes Neues noch nachträglich.

        Du hast Recht wenn Du schreibst, dass es aus der FAU (sehr) wenig konstruktives im Bereich der anarchosyndikalistischen Theorie bisher (!) gab. Das ließe sich ja ändern. Da ich Deine Beiträge hier immer außerordentlich zu schätzen wusste, würde es mich schon sehr wundern, wenn Du nicht so einige Inpetto hättest, Du alter Vielschreiber 😉
        Hol doch mal ein paar Pfeile ausm Köcher und schicker sie an die Redaktion, dann könnten sie in die Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe einfließen, weißt schon, Marckismus und so Kram …………………..
        Bis denne

      • Markus permalink
        2. Januar 2011 18:28

        Hallo Anarchosyndikalist,
        vielen Dank. Ich wünsche Dir auch ein gutes neues Jahr.

        Ja, der Text auf den Du ansprichst, kommt auf jeden Fall noch. Einen Mangel an Argumenten habe ich da nicht, eher zu viele. Hatte letztes Jahr einfach nicht ausreichend Zeit gefunden das Ding zu schreiben, weil´s diesbezüglich schon wichtig ist recht ausführlich auf die einzelnen Punkte einzugehen.
        Der Text wird eine ausführliche sachlich begründete Kritik vulgärmarxistischer Konzepte aus ANARCHISTISCH-syndikalistischer Perspektive enthalten, er wird u.A. die tatsächlichen theoretischen Grundlagen anarchistischer Staatskritik erläutern und versuchen einige in meinen Augen wichtige Aspekte des libertären Kommunalismus für den Anarcho-Syndikalismus fruchtbar zu machen. Kommt irgendwann im Laufe des Jahres- Versprochen!

        Davon abgesehen wird es im Laufe des Jahres auch noch einen längeren Kommentar zur „Demokratischen Psychiatrie“ in Italien geben, mit der ich mich kürzlich ausführlich beschäftigt habe (Basaglia, Jervis etc.). Dazu hatte ich mal eine sachlich falsche Bemerkung gemacht, diese wird korrigiert werden. Die italienische Demokratische Psychiatrie (also die italienische Variante der Antipsychiatrie, wobei sie sich selbst nicht so bezeichnet) ist nach dem Stand meiner bisherigen Recherchen eine insgesamt realistische pragmatisch-funktionale Alternative zur konventionellen Anstaltspsychiatrie – vorausgesetzt die Konzepte der Demokratischen Psychiatrie werden auch tatsächlich praktisch umgesetzt.
        Ich werde auf das libertäre Potential und die Errungenschaften der italienischen Demokratischen Psychiatrie genauso eingehen, wie auf die Fehlentwicklungen, die es diesbezüglich in Italien gab und darauf, was wir für die Zielsetzung der Abschaffung der konventionellen psychiatrischen Anstalten in Deutschland aus diesem Experiment lernen können.

        Soweit erstmal.
        Bestimmt ergeben sich im Laufe des Jahres noch viele andere interessante Themen.

        Beste Grüße an Dich und alle anderen Genossinnen und Genossen

        Markus

      • Anarchosyndikalist permalink
        3. Januar 2011 02:15

        Hallo Markus

        klarowitsch, dass Du für aktuelle Texte noch ein bisschen brauchst, aber — nun sei mal ehrlich — Du hast doch noch was etwas älteres in der Rückhand. Kann ja ruhig ein paar Wochen altsein, Du wirst deswegen gewiss noch nicht zu den Klassikern degradiert werden, denn Texte von Kropotkin und so, sind ja nun wirklich ein paar Tage älter als die Deinen, also drux mal nicht so rum 😉

      • Markus permalink
        4. Januar 2011 13:26

        Hab jetzt mal alles durchgesehen, was ich an älteren Texten so rumfliegen hab, aber das ist entweder zu veraltet, zu unfertig oder thematisch unpassend. Ich finde da leider erstmal nix, was guten Gewissens hier veröffentlicht werden könnte.
        Aber an allen Themen, die wir im letzten Jahr so diskutiert haben, bin ich dran geblieben und habe meine Positionen weiterentwickelt, ausdifferenziert und wo nötig korrigiert.
        Falls es mal irgendein bestimmtes Thema gibt, zu dem Du gerne eine Positionsbestimmung von mir lesen möchtest, kannst Du es mir natürlich gerne mitteilen und falls ich ausreichend Kenntnisse und Interesse bezüglich des Themas habe, schreibe ich im Laufe des Jahres was dazu. Ansonsten freue ich mich natürlich auch im Laufe des Jahres von Dir weitere Texte zu lesen.

    • 31. Dezember 2010 12:48

      am Ende war der Schwarze Faden (der um 1990 auch für Nicht-Anarch@s wie mich lesenswert war) leider nur noch ein Chomsky-Fanzine

      • Chomsky-Fan permalink
        1. Januar 2011 19:55

        Was hast Du gegen Noam?

  4. jan permalink
    29. Dezember 2010 22:31

    hey,

    ok stimmt wohl es gibt die utopia , ich weiß nicht so ganz was ich von der halten soll, irgendwie erscheint sie mir als jugendableger der gwr , euch nicht , genossen ?

    allgemein bin ich an allen angeboten interessiert …

    ich hoffe dass die asj strukturen in die richtung aktiv werden … ?!
    da gibt s en problem : die asj ist keine feste struktur kontakt untereinander geschweige denn aktive arbeit gibt es aus meinen erfahrung zögerlich bis nicht. Schade , aber zu ändern geht auch das !

    Liebe grüße jan

    • Empörer empor! permalink
      3. Januar 2011 08:50

      Wer bist du eigentlich, dass du sonen Quatsch schreiben kannst?
      Keine Feste Struktur? Komisch, NRW Vernetzung, Lokal halbwegs gut aufgebaute Ortsvereine…, Keine Kontakte Untereinander? Könnten immer mehr sein, bestehen aber!
      Aktive Arbeit nur Zögerlich? Dann leiste mal was! Da gibts einige sehr aktive GenossInnen, z.B. in Berlin wird immernoch viel gemacht, in Leipzig wird organisiert.
      Genau, zu ändern geht das auch, also Spuk nicht große Töne, sondern mach es einfach, dann kannste dir die großen Töne auch leisten!

  5. 2. Januar 2011 23:30

    Die weltweit beste anarcho-syndikalistische Zeitung bleibt meiner Meinung nach nach wie vor die „Анархия“ aus der Ukraine. Sie ist für Arbeiter geschrieben, und Arbeiter prügeln sich darum sie lesen zu dürfen – und es ist wörtlich so. Etwas, was fehlt, weil Anarchisten hierzulande sich eher selbst zu repräsentieren lieben, anstatt zu gucken wo Potenzial für eine Änderung steckt, und wie man es aktivieren kann.

    • 3. Januar 2011 15:19

      Salud!

      stell hier doch bitte mal einen Link zu der Zeitung (wenn sie ein web-presenz haben) hier ein. im fda-ifa gibt es evtl. Menschen die Artikel dieser Zeitung übersetzen können.

      LG
      Rudi (einer aus der Redaktion)

      ps: für alle die auf die nummer eins der 改道 改道] gǎidà warten, sie kommt im laufe des monats (sie muss „nur noch“ layoutet werden)

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Der Genosse hat den Link in seinem Kommentar angegeben. Einfach auf seinen Namen klicken 😉

  6. Jan permalink
    3. Januar 2011 11:53

    Also ,ich hab jetzt eher ueber das geredet ,was ich mitbekomme, das hab ich nicht zum Ausdruck gebracht , sorry !!!

    In Berlin gibt ja wirklich sehr aktive Menschen , fuer die mein Kommentar wirklich eine Beleidigung sein koennten .

    Vernetzung nur zoegerlich , meinte ich bu desweit. , die gibt es zwar auch aber eben nur zoegerlich , Zu mindest so wie ich es mitbekomme .
    Ein Kommentar ist immer subjektiv und aus persönlichen Empfindungen heraus geschrieben .

    Ich hasse wenn Leute einem vorwerfen man wuerde nichts machen, du kennst mich nicht also schwing keine großen reden darüber was ich machen soll,du weißt nichtwas ich mache !

  7. 3. Januar 2011 15:05

    @Chomsky-Fan

    zwar scharfsinniger Kritiker der US-Aussenpolitik aber ansonsten wenig radikal, m.W. seit 15 Jahren Mitglied der „Democratic Socialists of America“, schräge Haltung zum Umgang mit Faschos …

    • Bonaventura permalink
      3. Januar 2011 21:39

      „… schräge Haltung zum Umgang mit Faschos …“

      Du meinst seine Haltung zu dem französischen Holocaust-Leugner Faurisson (so 1979/80); und kürzlich (2009) hat er sich nochmal in Frankreich für so einen Patron ins Zeug gelegt. Mir klappen dabei allerdings die Fußnägel hoch.

      Erklärlich ist diese Haltung aus dem unbedingten Festhalten am 1st Amendment zur US-Verfassung:
      “Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances.”

      „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Einrichtung einer Religion betrifft, die freie Religionsausübung verbietet, die Rede- oder Pressefreiheit oder das Recht des Volkes einschränkt, sich friedlich zu versammeln und die Regierung um die Beseitigung von Missständen zu ersuchen.“
      (http://de.wikipedia.org/wiki/1._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten)

      (Weshalb ja in den USA Nazis und anderes Gelichter offen auftreten dürfen.)

      Allerdings ist dieser Artikel mehrfach eingeschränkt worden, etwa beim ‚Espionage Act‘ von 1917 (Kriegseintritt der USA) oder während der Antikommunistischen Hysterie der McCarthy-Zeit in den 1950er Jahren. Erstaunlicherweise (erstaunlicherweise?) ging es da immer gegen Kritik und ‚Subversion‘ von links (im weitesten Sinne).

      Aber gut, Chomsky ist es unbenommen, das „1st Amendment“ in seiner wortwörtlichen Bedeutung zu verteidigen. Er ist in manchem Aspekt wohl ein radikaler US-Liberaler in der Tradition von Thoreau und Emerson oder dem Briten Goodwin.
      Seine Haltung ist für meinen Geschmack schlicht naiv (und politisch dumm), aber nicht unehrenhaft.
      Er ist übrigen seit Jahrzehnten Mitglied der IWW und versteht sich selbst als Anarchosyndikalist. Naja.

      Gut, ein scharfsinniger Kritiker der US-Außenpolitik; und beim Rest muß man (w/m) sehen, was brauchbar ist.

  8. 4. Januar 2011 01:56

    Gǎidào Nr.01 / 01.2011 ist da!!
    Ihr findet sie unter:
    http://gaidao.blogsport.de/2011/01/04/gidao-nr-01-01-2011-ist-da/
    Natürlich gilt es noch so einiges zu verbessern – aber gerade zu Beginn eines neuen Projektes muss man sich auch Raum zur Verbesserung lassen .-)

    LG
    Rudi, einer der Redakteure der 改道 改道] gǎidào

  9. 4. Januar 2011 18:01

    Hallo Rudi!
    Hier kannst Du die Zeitung (die letzten Ausgaben jedenfalls) auch downloaden – einfach dem Link folgen und auf das Bild der jeweiligen Ausgabe klicken.
    http://rkas.org.ua/newspaper/Anarchy

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