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„Strike Bike“: Eine Belegschaft schreibt Geschichte – Broschüre online

5. Dezember 2010

 

Eine kritische Nachbetrachtung zu einem einzigartigen Arbeitskampf

Diese kritische Nachbetrachtung versteht sich als ein Rechenschaftsbericht, der den Verlauf, Kritik und Erfahrungen der Betriebsbesetzung mit selbstverwalteter Fahrradproduktion der Bike Systems GmbH-Kolleg/innen in Nordhausen / Thüringen im Jahre 2007 nachzeichnet.

115 Tage dauerte dieser verzweifelte Kampf gegen die Plattsanierung einer ostdeutschen Fahrradfabrik, die in einer »Woche der Anarchie« Ende Oktober 2007 endete. Weil die Arbeiter/innen durch die Aushebelung der kapitalistischen Besitzverhältnisse selbstverwaltet und eigenmächtig die Produktionsanlagen zur Herstellung von 1.800 knallroten »Strike Bikes« mit der fauchenden Katze, dem Symbol des »wilden Streiks« und der Rebellion, wieder anwarfen, schrieben sie Klassenkampf-Geschichte in Deutschland und Europa, die bis heute nachwirkt. Weil einige wenige Fahrradwerker im südlichen Harz noch immer ihren Kampf, ihre Autonomie und Würde nicht aufgeben wollen und weiter Faharräder zusammenbauen und neue Modelle entwickeln – die »Black Edition Strike Bike 2.0« ist weiter in Arbeit – verdient dieser »Übermut« und diese Zuversicht in die eigene Kraft unseren Respekt und unsere Solidarität.

Inhalt

Eine rebellische Belegschaft wird abgewickelt – vom Widerstand der Fahrradwerker in Nordhausen gegen die kapitalistische Logik

• Ablauf – wie entstand die Idee vom »Strike Bike«?

• Kritik an der IG Metall

• »Heuschrecken«-Kritik und nationalistische NPD-Trittbrettfahrer

• Internationale Solidarität – konkret

• Eine überwältigende Presse- und Medien-Kampagne der FAU-IAA

• Dokumente, Bilder, Diagramme

• Die neue Firma Strike Bike Nordhausen GmbH – Probleme und Möglichkeiten

Vielen Dank an den Autoren und Genossen Folkert, die Broschüre hier kostenlos zum lesen anzubieten.

Download der Broschüre im PDF-Format hier (4,39 MB, 52 Seiten)

 

6 Kommentare leave one →
  1. Anarchosyndikalist permalink
    5. Dezember 2010 20:39

    Wieso wurde die Broschüre nicht veröffentlicht (Syndikat-A-Design)?
    Ob das Titelfoto daran Schuld ist?
    Ohne Pedale kommt bekanntlich nix in Fahrt und könnte auch symptomatisch dafür sein, dass Strike-Bike zum Rohrkrepierer (Konkurs) wurde.

    • lalala permalink
      6. Dezember 2010 15:57

      Die Qualität der Nordhausener Fahrräder war schon vor Strikebike miserabel.
      Das muss man dazu sagen, denn die Selbstverwaltung war nicht nur vor dem Problem des Konfliktes mit den Chefs gestellt, sondern auch mit der Frage, wer denn überhaupt diese Schrotträder kaufen sollte.
      Die Räder die international versandt wurden haben nur aus purer Solidarität Abnehmer gefunden, im Inland war die Nachfrage nur bei Leuten groß, denen nicht bekannt war, dass die Produkte aus der „Manufaktur“ qualitativ sehr minderwertig waren.
      Das lag nicht an der Belegschaft, der wurden schließlich die Fahrradbaukästen vorgegeben und irgendwo möglichst billig eingekauft.
      Wenn man sich also vor die Frage der Betriebübernahme gestellt sieht, muss man ebenfalls die Konkurrenz zu den existierenden Produkten / Herstellern beachten um Marktfähig zu bleiben – das hört sich widerwärtig an, aber trifft ebi Reagenzglasversuchen leider zu.
      Und Strikebike war nun mal einer.

      • Folkert permalink
        6. Dezember 2010 21:01

        @ lalala

        (toller Name, unter welchen Pseudonymen schreibste sonst noch?)

        Ein Problem war, daß die StrikeBikes mit rottigen Komponenten (speiziell Trettlager) seitens der Lieferanten-Arschlöcher zusammengebaut werden mußten. Und die Arbeiter~innen mußten Vorkasse zahlen, sonst hätten sie die Materialien überhaupt gar nicht erst bekommen. Und was machste mit Material, das gebraucht wird, das Du aber nicht zurückgeben kannst, weil der Dreckslieferant seine Ladenhüter nicht gegen ordnungsgemäße Ware getauscht hat?

  2. Bus- und Bahnnutzer permalink
    5. Dezember 2010 21:01

    Vielen Dank für das Zugägigmachen dieser Broschure. Das sind wirklich wichtige und interessante Erfahrungen!

  3. Mimikry permalink
    14. August 2011 21:17

    Der goldene Porsche des Herrn Langeder aus Linz – der Mimikry-Künstler Johannes Langeder

    Wenn der Künstler Hannes Langeder mit seinem goldenen Porsche durch die Linzer Innenstadt fährt, geht es ihm nicht um Geschwindigkeit – schließlich schafft der Ferdinand GT3 RS grade mal 13 km/h Spitze. Es geht ihm auch nicht um Pferdestärken, denn davon hat sein Gefährt gerade mal 0,14. Nein, Hannes Langeder geht es um Kunst, Mimikry-Kunst genauer gesagt, und aus diesem Grund hat er den langsamsten Porsche der Welt gebaut – aus zwei Fahrrädern, einem Haufen Elektroinstallationsrohren und jeder Menge Goldfolie. Mimikry stammt aus dem Tierreich und bedeutet (frei übersetzt) „so tun als ob“: Der Schwächere ahmt den Stärkeren nach, um sich bei der Erhaltung seiner Art den entscheidenden Vorteil zu sichern. So ahmt Auto-Fahrrad Ferdinand einen echten Porsche nach und fügt sich – trotz fehlenden Motors – nahezu perfekt in den Linzer Stadtverkehr ein. Der Mimikry widmet sich ein Großteil von Hannes Langeders Kunstprojekten. Sieben Jahre lang führte der Leiter eines Linzer Kunstvereins und Besitzer des Grand Café „Zum Rothen Krebschen“ die sogenannte Linzer Philharmonie, ein „Dilettantenorchester“ bestehend aus 30 bis 80 Laien-Musikern, -Chorsängern und -Balletttänzern, das – nach nie mehr als zwei Proben – berühmte klassische Musikstücke in ganz Österreich zum Besten gab und so – ganz im Sinne der Mimikry – ein echtes Orchester nachahmte. Langeder versucht durch seinen ganzheitlichen Kunstansatz die Täuschung auf so vielen Ebenen wie möglich zu gestalten. So inszenierte er für seinen Ferdinand mediale Präsentationen in Form einer Auto-Show, Pressefotografien, einer Doku über den Bau des Fahrzeugs und einer Testfahrt auf dem Salzburgring. In dem er sich selbst in die Rolle eines Klischee-Porschefahrers begibt, wird auch er Teil seiner Kunst. Je besser die Mimikry eines seiner Kunstobjekte funktioniert, desto interessanter wird es für Langeder. Das nächste mobile „Art-Mimikry-Objekt“ ist schon in der Planung. Es soll wieder einem Auto ähneln. Mehr wird allerdings nicht verraten.

  4. Märchen wird wahr permalink
    10. August 2014 15:56

    Das Fliegende Fahrrad

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