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Eigentor der FAU – weil es wohl nix wichtigeres gibt

1. November 2010

Screenshot der Begründung, weshalb Ad Sinistram nicht weiterhin auf die FAU verlinkt.

Im Klassenkampf, oder hier besser gesagt im „Anarchismus“, ist es manchmal wie beim Fußball. Man sammelt durch entschlossenen Kampf Sympathien und vergrößert dadurch seine eigene Basis, das sympathisierende Umfeld wächst. Hin und wieder kommt es in der Hitze des Gefechts (welch militaristische Sprache!) zu schnellen Wechseln zwischen Angriff und Verteidigung. Und manchmal springt der Ball auch doof auf und es kommt zu einem Eigentor. Schwamm drüber und weiter ist da die richtige Einstellung. Doof ist es nur, wenn man Eigentore schießt ohne bedrängt oder angegriffen zu werden. Also sich ohne jeglichen Grund die Pille selber reinhaut. So geschehen in der FAU, genauer gesagt durch ein Mitglied der FAU Magdeburg, welches verschiedenen persönlich nicht gefälligen Blogs untersagen wollte – und untersagt hat – auf die Homepage der FAU zu verlinken. Ein unserer Ansicht nach völlig lächerlicher Versuch hier Zensur gegen Bloggerinnen und Blogger auszuüben und obendrein auch noch sehr weltfremd, wenn man (in diesem konkreten Fall: Frau) noch nicht realisiert hat wie das Internet funktioniert.

Im konkreten Fall ging es um (mindestens) zwei Blogs die auf die FAU Webseite verlinkten. Dadurch, so die Auffassung des Mitgliedes der FAU Magdeburg, würde der Eindruck erweckt das es sich bei den Blogbetreibern um Mitglieder der FAU handelt. (Allein diese Begründung zeugt schon von einem großen Vertrauen in die Urteilskraft der Leserinnen und Leser). Dies sei umso schlimmer als sich auf ihren Blogs sexistische Ansichten fänden. Wir können das nicht beurteilen, uns liegen keine konkreten Aussagen diesbezüglich vor. Jedenfalls schrieben, nach Auskunft eines der betroffenen Blogbetreiber, drei Mitglieder der FAU diesen an, den Link auf die FAU Webseite zu entfernen. Das hat dieser auch getan, allerdings nicht ohne eine grundsätzliche Kritik an diesem Vorgehen seitens der FAU zu äußern. Grundsätzlich stellt sich uns dabei auch die Frage, auf welcher Grundlage ein Blogbetreiber aufgefordert werden kann, einen Link zu entfernen. Hat die FAU dazu einen Beschluss getroffen? Wollen FAU-Mitglieder alle Blogs im Internet durchforsten um allen möglichen unlieben Seiten zu untersagen auf sie zu verlinken? Sicherlich ist das eine nette Beschäftigung wenn man sonst nichts zu tun hat. Es gibt ja auch keine sozialen und politischen Probleme hierzulande. Sollte dieses Verhalten einiger FAU-Mitglieder, die sich definitiv zu wichtig nehmen, einreißen, dann müssen wir hier keine Propethen sein, um vorauszusagen, das sich die FAU ziemlich schnell unter den Bloggerinnen und Bloggern sehr unbeliebt machen wird und ihre eingangs erwähnte SympthasantInnen-Szene schrumpfen wird. Wegen einigen Mitgliedern, die nichts Konstruktives mit ihrer Zeit anzufangen wissen, sollte der größte AS-Verein in deutschen Landen die Sympathien die er hat, nicht verspielen.

Wir dokumentieren hier die Stellungnahme des Blogbetreibers von „Ad Sinistram“ zu den Forderungen aus der FAU und warum er den Link auf die FAU-Seite entfernt hat. 

Die Dogmatik ansonsten so undogmatischer Damen und Herren oder: in eigener, genauer, recht eigentümlicher Sache.

Der Anarchosyndikalismus sollte sich dadurch auszeichnen, relativ spontan und praxisorientiert zu handeln. Er wäre demnach qua dieser Eigenschaften dazu verpflichtet, ausgesprochen wenig dogmatisch vorzugehen. Der bereits verstorbene Horst Stowasser, Autor von „Anarchie!: Idee – Geschichte – Perspektiven“, definierte Anarchismus als dogmenfreie Zone; es gäbe lediglich einige gemeinsame Nenner, die den Anarchismus einten, das Ziel einer friedlichen, ausgewogenen Gesellschaft beispielsweise; ein weiterer gemeinsamer Nenner ist aber auch, dass zur Erreichung eines solchen Zieles, nicht jedes Mittel angewandt werden darf. Anarchismus ist ohnehin ein täuschender Termini, denn es handelt sich dabei weniger um eine zielgerichtete Bewegung, als um eine Geisteshaltung verschiedener Menschen, verschiedener Anarchisten.

Nun ist es in diesem Lande nicht weit her mit der Idee des Anarchosyndikalismus; zu obrigkeitsergeben, zu untertänig köchelt die Volksseele vor sich hin – Gewerkschaft bedeutet hier, feisten Funktionären zu applaudieren, Tröten zu blasen, moderat zu streiken, damit die Volkswirtschaft brummt. Daher war es nur begrüßenswert, dass es die FAU, die Freie Arbeiterinnen- und Arbeit-Union gab; ein gewerkschaftlicher Zusammenschluss, der wenig von Kollaboration mit Wirtschaftsführern oder falscher Vernünftelei im Namen der Wirtschaft hält – der nicht ein Quisling der Macht sein will, wie es ver.di, IG Metall oder die einzelnen Gewerkschaften der CGB sind.

An dieser Stelle, bei ad sinistram, wurde deshalb aus Überzeugung auf die FAU verwiesen; Mitglied war und bin ich keines, weil ich es mit eingetragenen und abgestempelten Bekenntnissen, die dann in Konfessionsbüchlein ganz nah am Herzen getragen werden sollen, nicht dicke habe. Hier wurde auf die FAU verwiesen: Präteritum! Es wird nicht mehr: nicht, weil ich nicht mehr wollte – ich hätte gewollt! -, aber die Damen und Herren scheinen zu dem Entschluss geraten zu sein, fortan auf Verlinkungen bei ad sinistram zu verzichten – Gründe hierfür kenne ich keine, keine substantiellen; man teilte mir aber andernorts mit, dass Animositäten einiger Mitglieder den Ausschlag dafür gaben – statt der Sache die eint, lieber ein eitles „Ich kann dich nicht leiden“-Spielchen. Scheinbar, so lese ich aus drei an mich gegangenen Nachrichten heraus, habe man schon länger darüber diskutiert und disputiert. Namen irgendwelcher Personen wurden mir ebenso genannt; Namen, die mir was sagen sollten, es aber nicht tun – irgendwelche Rädelsführer oder Rädelsführerinnen, die das FAU-Logo entfernt sehen wollten, so scheints.

Es sei hier vollkommen irrelevant, wer da seine wichtigtuerischen Finger im Spiel hatte; es interessiert mich ausgesprochen wenig. Amüsant stelle ich mir jedoch vor, wie einige FAUler gemeinsam um einen klapprigen Tisch lagern, stundenlang Plörre saufen und darüber beratschlagen, weshalb und warum ein Logo auf diversen Internetpräsenzen nicht richtig im Sinne der wahren und unantastbaren Lehre sind. Dogmatiker, wie sie nicht im Buche stehen, nicht in anarchistischen Büchern jedenfalls – aber was wäre deutsche Vereinsmeierei ohne strenge Auslegung der Satzung! Wer sonst nichts hat, der bastelt sich ein soldatisches Dogma… irgendwas braucht man ja im Leben…

Die FAU verzichtet also darauf, hier beworben zu werden – ich verzichte darauf, um Werbeerlaubnis zu betteln. Fortan werden es die freien Arbeiterinnen und Arbeiter womöglich bei Spiegel Online versuchen oder beim Focus – da wären die Zugriffszahlen auch höher. Konjunktiv: wären! Denn ein Traum wirds bleiben, mehr aber nicht. So wie der deutsche Anarchosyndikalismus ein Traum bleibt – man könnt ihn aber als Alptraum haben: das ja! Als Gruppe schwafelnder und dogmatisiernder Predigergestalten; als eine frei denkende, frei handelnde, besonnene und charakterlich lockere Veranstaltung scheint selbst die humanistischste Gesinnung in diesem Lande undenkbar… 

Quelle: Blog Ad Sinistram

 


 

98 Kommentare leave one →
  1. 1. November 2010 13:39

    der blogger scheint auch nicht hellste zu sein wenn er aus der haltung eines fau mitglieds auf eine position der ganzen fau schließt. die überschrift -fau schiesst eigentor- ist sogesehen ähnlich dämlich.

    • Granado permalink
      1. November 2010 19:30

      Häh? Soll „Ad Sinistram“ Vollmachten von den 3 FAU-Mitgliedern einfordern (wenn sie schon so auftreten)?

    • 1. November 2010 20:17

      @ T.

      verstehe, wenn also beim Fußball einer ein Eigentor fabriziert, zählt das nicht für die Mannschaft, nur für den einzelnen Spieler. Klingt wirklich logisch.

      Du bist dämlich, dämlicher, Damm(platz)hirsch.

      Viel Spaß mit dem Lehrfilmen, schön weiterüben.

  2. 1. November 2010 15:23

    hochgradig bizarr die ganze Sache … vielleicht ein Fall für das International Anarchist Tribunal 😉

    • Anarchosyndikalist permalink
      3. November 2010 01:09

      Netter Bonustrack bei „Ein Grossereignis, dass seine Schatten voraus wirft“ 😉
      Den Spiegelartikel finde ich sehr interessant, wie diese rechte Psychosekte „Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis“ (VPM) im Bildungssektor einnistet ist ein ziemlicher Hammer. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13686565.html
      Ist glatt ein Fall für die ASJ-Genoss~innen.

      • 4. November 2010 15:53

        der VPM hat sich zumindest formell vor einigen Jahren aufgelöst, wobei die Gestalten nach wie vor durch die Gegend geistern (vergleichbar mit der MG-Auflösung und dert Geburt der Zeitschrift „Gegenstandpunkt“) … das Beispiel war allerdings durchaus mit Bedacht gewählt, der VPM ging 1986 aus der sogenannten „Zürcher Schule für Psychotherapie“ von Friedrich Liebling (1893-1982) hervor. Liebling gehörte in Wien in den 1920ern zum Kreis um Pierre Ramus (mit welchem er die Befürwortung der freiwilligen Vasektomie teilte), sein Denken kann als eine Synthese Adlerianischer Individualpsychologie mit anarchistischen und linkssozialistischen Einflüssen bezeichnet werden, sein Laden nahm allerdings nach und nach Sektencharakter an. Die VPM-Chefin Annemarie Buchholz-Kaiser ist ehemalige antiautoritäre Pädagogin und hat m.W. in den 1960ern oder 1970ern ihre Dissertation zu Kropotkin geschrieben.

      • Anarchosyndikalist permalink
        4. November 2010 19:22

        Danke für die pointierte Ausführung.

        Der Artikel stammt aus dem DER SPIEGEL 1/1993, die VMP enstand 1986, wie konnte sie in so kurzer Zeit zu so einer rechten Psychosekte mutieren, hast Du dazu noch Infos?

        Da müssen doch erhebliche Veränderungen (durch andere Personen?) von Statten gegangen sein, dank.

  3. 1. November 2010 17:06

    Aua! Sind das Schmerzen! Andererseits beweisst das wiederum, daß wir alle nicht frei von dieser Geselleschaft und ihren Widernissen sind- mannometer, das klingt nach Parteilogik wie Marschmusik nach Militarismus!

  4. 1. November 2010 20:31

    Da freut sich syndikalismus.tk aber. Endlich wieder was gefunden xD

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Ob du´s glaubst oder nicht: Wir könnten noch ne ganze Menge mehr erzählen. Angefangen dabei, das der FAU eigene Materialienvetrieb (FAU-MAT) keinen öffentlichen Verkauf mehr betreibt – zugunsten des Privatgeschäfts eines FAU Mitgliedes aus der antideutschen Hamburger FAU Gruppe, welches zuvor für FAU-MAT zuständig war. Welch Zufall aber auch. Leider fallen die schlechten Sachen in und aus der FAU immer auch ein Stück weit auf die gesamte anarcho-syndikalistische Bewegung in Deutschland zurück.

    • Schonungslose Aufklärung permalink
      1. November 2010 21:02

      Was ist da nun wieder los, dass MUSS in die AS-Öffentlichkeit und darf nicht nur als Kehricht unter dem antideutschen Fußabtreter verschwinden.
      Erinnert schwer an den rätekommunistischen FAU-Unternehmer der für seinen Transporter ca. 1400 € (100€ für 3 Stunden Einsatz) bei den Montagsdemos abzockte.

    • 1. November 2010 21:14

      Nur her mit der schmutzigen Wäsche.

  5. 1. November 2010 20:44

    Und wie recht der werte Genosse Ad Sinistram obendrein hat.

    Das ist typisch FAU-Gedönse. In Ermangelung der Möglichkeit den Klassenkampf zu führen, wird mal wieder ein besinnungsloses don-quijoteskes Schauspiel aufgeführt.

    Und da kommt noch ein gewisser Herr T. und meint den Blogger abermals anpissen zu müssen, gehts noch: Setzt Dich/Euch mit Euren „Unzulänglichkeiten“ (äh, war das jetzt zu höflich?) auseinander.

    Syndikalismus.tk sollte ein Solischreiben in Form eines „Offenen Briefes“ für & an ihn verfassen, denn das Verhalten der FAU ist mal wieder nicht zu fassen, unglaublich, was für Nas~innen — ach was, was für Vollpfost~innen.

    Vielleicht ist es noch nicht zu spät und Genosse Ad Sinistram wird zukünftig doch noch zwischen Anarchosyndikalismus und FAU scharf unterscheiden.

  6. *kopfschüttel* permalink
    1. November 2010 20:54

    Die Nationalsyndikalisten werden von denen nicht aufgefordert den Link zur FAU zu löschen, nein da muss schon ein Gleichgesinnter herhalten.

    • *kopfschüttlerin* permalink
      6. November 2010 18:51

      Die werden sie wohl noch nicht gefunden haben.

  7. FAUista permalink
    1. November 2010 21:30

    bin ich nicht mehr lang, endgültig Schnauze voll.

  8. Markus permalink
    1. November 2010 22:01

    An der Diskussion und dem Zensurversuch war ich nicht beteiligt. Da das Thema aber offenbar einige hier interessiert, sollte doch m.E. auch eine gewisse Kenntnis der Positionen des Blogbetreibers in die Beurteilung einbezogen werden.
    Hier ein paar Links zu einigen der kontroversen Texte dieses Blogs. Kann sich dann ja jeder selbst ein Urteil darüber bilden, inwieweit der Sexismusvorwurf berechtigt ist:

    http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/09/bis-dass-der-profit-uns-scheidet.html
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3834/das-anruchige-geschlecht
    http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/10/gleichstellung-abgeblasen.html
    http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/09/mibrauch-mit-dem-mibrauch.html

    Der Blogbetreiber vertritt auf jeden Fall männerrechtliche und feminismuskritische Positionen. Sein Schreibstil ist dabei oft sarkastisch, seine Feminismuskritik ist oft wenig differenziert und sehr verallgemeinernd formuliert und eine wissenschaftliche Fundierung einiger Argumentationsgänge, die m.E. näher begründet werden müssten, fehlt.

    Ich persönlich bin der Ansicht, dass es männerrechtliche Positionen gibt, die berechtigt sind, ebenso gibt es selbstverständlich auch berechtigte Kritik an manchen feministischen Positionen, (was bei der Vielzahl unterschiedlicher und divergierender feministischer Strömungen ja auch schwerlich anders sein kann). Dass also überhaupt jemand männerrechtliche oder feminismuskritische Positionen vertritt, sehe ich aus anarchistischer Perspektive keinesfalls als per se kritikwürdig an. Das wäre in der Tat eine mit Denkverboten operierende Political Correctness.

    Anders sieht es aus bezüglich einer Haltung, die einen allgemeinen und diffusen Antifeminismus vertritt, die Wichtigkeit und Notwendigkeit antipatriarchaler Kritik und Praxis – und zwar auch hier und heute – generell leugnet oder relativiert und für vermeintliche oder tatsächlich vorhandene Benachteiligungen von Männern in bestimmten Bereichen schwerpunktmäßig oder ausschließlich einen als monolithischen Block missverstandenen Feminismus verantwortlich macht. Ein solcher prinzipieller Antifeminismus, der bei manchen (aber zum Glück nicht allen) Personen und Gruppen im männerrechtlichen Kontext leider nicht selten anzutreffen ist, ist zweifellos mit anarchistischen Positionen unvereinbar.

    Ob das hier gegeben ist, möge jede/r für sich selbst beurteilen.

    • Anarchosyndikalist permalink
      3. November 2010 00:49

      Er greift wichtige „Rand“themen auf, die durchaus unter die Räder geraten oder geraten könnten, wenn sie außer Acht gelassen oder mit der Acht belegt werden.
      Er attackiert den Oberschichtenfeminismus a la Bundesgebärministerin von der Karriereleyen, als auch den Wohlstandsfeminismus , was nützt es das Frauen heutzutage in Lohnarbeit gehen, wenn es dann den Ausbeuter~innen, in dem Fall dann Immobilien- und Bodenbesitzer~innen, gestattet wird, die Mietprofite so hoch zu schrauben, dass beide Partner malochen gehen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen und nicht in die Armutsfalle zu tappen. Das Sorgerecht ist wirklich ein großes Sorgenkind geworden, seine Kritik hat Hand und Fuß. Bei dem Mißbrauch-mit-dem-Mißbrauch hat er auch völlig Recht, schlimm wird dieser Mißbrauch auch, wenn dieser bei Scheidung und Sorgerecht als Waffe gegen den Mann aufgefahren wird, um ihn schlicht in ein schlechtes Licht zu rücken, die geringste Vielleicht-Verdächtigung reicht schon.
      Es macht alles auf mich nicht den Eindruck, dass es sich bei ihm um einen allgemeinen und diffusen Antifeminismus handeln könnte. Klar wäre es ausführlicher besser, aber es sind nun mal relativ kurze Artikel.

      Jede 4. Tat im Bereich „Häusliche Gewalt“ geht auf das Konto von Frauen, nicht gegen Kinder wohlgemerkt, sondern gegen Männer.
      Wer sich klar macht, wie verzweifelt viele Frauen sind, wenn sie davon berichten und ihnen nicht geglaubt wird, kann sich sicher ausmalen, wie schwer es Männer haben, die zur Polizei flüchten und dann ausgelacht werden, wenn sie so was zur Anzeige bringen wollen.
      Natürlich ist die größte Zahl solcher Gewalt bei Männern, aber sind Männer die Opfer von Frauen werden nicht gleichberechtigt mit ihren weiblichen Leidensgenossinnen zu betrachten und zu achten? Das Opfer ist immer ein Individuum!

      http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV?feature=mhum#g/c/7F8E9460D8DEBB52

      Die SS-Scherginnen in Auschwitz und die US-Foltermägde im Irak hat kein Mann dazu gezwungen, sie waren und sind die selben Psychopat~innen wir ihre männlichen Ebenbilder. Der~die Täter~in ist ebenfalls immer ein Individuum!

      • Markus permalink
        3. November 2010 02:37

        Hi Anarchosyndikalist,
        danke für Dein Kommentar. Ich werde erst am Donnerstag oder Freitag dazu kommen ausführlich zu antworten und darauf einzugehen, wo ich jeweils die Teilwahrheiten und wo die problematischen Aspekte der Artikel sehe.

        Kurz vorab: Die Kritik an der Benachteiligung von Männern beim Sorgerecht ist berechtigt und dass sich hierzu Männerrechtsgruppen gebildet haben, die sich für ihre Rechte engagieren, ebenfalls. Da sind wir einer Meinung.

        Was das Thema häusliche Gewalt angeht, sind die mir bekannten Zahlen über männliche Gewaltopfer jedoch weit niedriger. Ich habe noch kürzlich über die wissenschaftliche Stichhaltigkeit einiger Untersuchungen zur häuslichen Gewalt nachrecherchiert und kam da auf andere Ergebnisse als die von Dir genannten. Muss ich mir nochmal genau angucken.

        (Die Fälschung von Untersuchungsergebnissen zur häuslichen Gewalt durch Falschauswertung ist bei Maskulisten übrigens leider die Regel.
        Und sowohl von Feministinnen als auch von Maskulisten wurden hin und wieder gefälschte Untersuchungsergebnisse zur sexuellen Gewalt veröffentlicht.)

        Es gibt in den Artikeln aber auch einiges, was ich kritikwürdig und problematisch finde. Da werde ich auch drauf eingehen.

        Also, nehmen wir die Artikel ruhig mal sachlich und differenziert auseinander.
        Falls noch jemand seine Meinung zu den Artikeln posten möchte, fände ich das sehr interessant.

    • Bonaventura permalink
      4. November 2010 02:40

      Viel von dem, was Roberto zu bewegen scheint, hat wahrscheinlich mit seinen persönlichen Erfahrungen zu tun (das ist zumindest mein Eindruck). Seine Polemik und seinen Sarkasmus finde ich persönlich nicht so gelungen (er hat eindeutig nicht das Niveau von den Marx-Brothers, den Monty Pythons oder Terry Pratchett). Inhaltlich fand ich das auch nicht soo doll. Aber so gruselig, daß nun der FAU-link von seiner Seite zu verschwinden hätte, sind diese Beiträge denn doch nicht. Und die Themen, die er anspricht, sind ja durchaus diskussionswürdig.
      Glücklicherweise habe ich nie – als Vater (alleinerziehend und in patchwork-Beziehung mit Töchtern und Söhnen) diese Probleme gehabt (nur den üblichen Ärger mit heranwachsenden Kindern – die uns zeigen, was wir unseren Eltern alles so zugemutet haben).
      Zensur ist grundsätzlich Mist; Zensur, die einzelne Personen stellvertretend für eine Gruppe/Organisation ausüben, wenn sie dazu nicht offiziell legitimiert sind, ist schon eine ziemliche Jauchegrube (um mal im Bild zu bleiben).

      • Markus permalink
        4. November 2010 15:39

        Danke für Deinen Beitrag, Bonaventura.
        Ja, was den Zensurversuch angeht, denke ich, ist in dem obigen Artikel von Syndikalismus tk alles Wichtige gesagt.

        Haben denn wirklich nur so wenige eine Meinung zu Robertos Artikel? Oder findet Ihr seine Texte so langweilig?

        Mein eigener Beitrag kommt wahrscheinlich doch erst am Wochenende. Habe mich gerade wieder etwas zu stark im schwer durchschaubaren Sumpf der Forschungslage über häusliche Gewalt verfangen.

      • 4. November 2010 19:07

        Hier noch von den Tagesthemen gestern zum Weltmännertag (!)

        Gewalt gegen Männer: Mehr als zehn Prozent der Männer werden Opfer von Gewalt

        http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag78688_res-.html

        Das er sich der Messerattacke erwehren konnte wundert nicht, da er Karate kann.

        Nebenbei bemerkt:
        Es wäre wirklich interessant, welche Beiträge dieses Blogs die Zensursula(s) der FAU auf den Plan rief. Ob es die 4 von Dir ausgewählten sind, halte ich für unwahrscheinlich, hab gerade keine Zeite den Blog zu durchforsten.

      • 6. November 2010 19:06

        Wars der Papa oder die Mama?

      • ticktack permalink
        12. November 2010 03:17

        @ Markus
        welches Wochenende?

      • Markus permalink
        13. November 2010 01:09

        Was die Recherchen zur Forschungslage über häusliche Gewalt angeht, folgt ein Text zum Thema am Sonntag. Der Forschungsstand ist derart verworren, dass ich mir dafür doch etwas mehr Zeit nehmen musste.

        Bis dann

      • Markus permalink
        14. November 2010 10:46

        Hallo Anarchosyndikalist,
        danke für das Kompliment (weiter unten).

        Zur häuslichen Gewalt:
        Der genaue prozentuale Anteil der männlichen Opfer häuslicher Gewalt ist ziemlich schwer zu ermitteln und da ich kein Kriminologe bin, bin ich zu keinem gesicherten Ergebnis gekommen. Ich erkläre jetzt mal die Datenlage, so wie sie mir bisher bekannt ist. Das ist kurz gefasst leider nicht möglich, denn die Datenlage ist äußerst komplex, umstritten und verworren. Falls jemand mehr weiß oder weiter recherchieren möchte, kann er mich gerne vervollständigen oder korrigieren.

        Speziell für Deutschland gibt es ohnehin nur eine Handvoll Untersuchungen zur häuslichen Gewalt gegen Männer. Eine Untersuchung von 2004, die allerdings aufgrund der zu geringen Anzahl an befragten Personen nicht als repräsentativ gilt, findet sich hier:

        Klicke, um auf M_C3_A4nnerstudie-Kurzfassung-Gewalt,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf zuzugreifen

        Ein großer Teil der Studien, die hierzu weltweit existieren, haben den Nachteil, dass die Motivation für die Gewalthandlungen, Ausmaß und Schwere von Verletzungen und der Kontext der Gewalthandlungen, (ob z.B. ein dauerhafter Misslandhandlungskontext besteht oder nicht), nicht mit erhoben wurden. Das hat methodologische Gründe.

        In der Forschung wird zwischen Hellfeld- und Dunkelfeldstudien unterschieden. Hellfeldstudien sind die offiziell bekannten und registrierten Fälle (z.B. durch Kriminalitäts– und ärztliche Behandlungsstatistiken). Diese sagen nichts über das Dunkelfeld der häuslichen Gewalt aus, also über diejenigen Fälle, die nicht an die Öffentlichkeit kommen. Zur Erforschung des Dunkelfeldes häuslicher Gewalt wurden spezifische Erhebungsinstrumente entwickelt.

        Die hierzu am häufigsten verwendete Untersuchungsmethode ist die von dem Soziologen Murray A. Straus 1972 entwickelte Conflict-Tactics-Scale-Methode (CTS-Methode).

        http://de.wikipedia.org/wiki/Conflict_Tactics_Scales

        Diese fragt in möglichst neutraler, nicht-wertender Form Handlungen in Konfliktsituationen im Kontext von Partnerbeziehungen für die letzten 12 Monate ab.

        In allen westlichen Ländern, in denen mit dieser Methode Untersuchungen durchgeführt wurden (die meisten stammen aus den USA) waren die Ergebnisse vergleichbar.
        Die über 200 mit dieser Methode durchgeführten Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die ausgeübte Gewalt in der Partnerschaft entweder zu etwa gleichen Teilen von beiden Partnern ausging oder sogar leicht häufiger von Frauen.
        Die Hellfeldstudien (z.B. offizielle Kriminalitätsstatistiken) kommen hingegen in der Regel nur auf ca 5% – 10 % männliche Gewaltopfer.
        Diese Diskrepanz ist natürlich frappierend und hat zu einer intensiven forschungsmethodologischen Kontroverse geführt.
        Die Gefahr einer Datenmissinterpretation der mit der CTS-Methode gewonnenen Ergebnisse ist sehr hoch, wenn diese Ergebnisse nicht kontextualisiert und mit den durch andere Methoden gewonnenen Befunden verglichen und in Beziehung gesetzt werden. Auf solchen Datenmissinterpretationen beruht die von manchen Maskulisten gern behauptete These, dass häusliche Gewalt weiblich sei. (Was Datenmissinterpretationen zugunsten der eigenen Bezugsgruppe allgemein angeht, nehmen sich Feministinnen und Maskulisten meiner Erfahrung nach allerdings prinzipiell nichts. Auf beiden Seiten wurde schon die haarsträubendsten Dinge behauptet, insbesondere wenn es um das Thema Gewalt geht.)

        Bezüglich der durch die CTS-Methode gewonnenen Daten ist als erstes zu berücksichtigen, dass sexuelle Gewalt und von Ex-Partnern ausgeübte Gewalt nicht miteinbezogen wurden. Alle dazu vorhandenen Befunde aus anderen Untersuchungen und Kriminalitätsstatistiken belegen, dass diese in der Regel von Männern ausgehen.
        Bei den durch die CTS-Methode gewonnenen Daten ging es also meist um die häusliche Gewalt innerhalb bestehender Beziehungen abzüglich der sexuellen Gewalt. Einige Untersuchungen betrafen darüber hinaus das Verhalten bei Dates.

        Zweitens wurde ein bedeutender Teil dieser Untersuchungen mit jüngeren Personen, (z.B. Studierenden) durchgeführt. Gewalt in Paarbeziehungen von jüngeren Personen ist allerdings verbreiteter als bei älteren. Ein Teil der Befunde ist somit nicht so ohne weiteres auf Paarbeziehungen von älteren Personen übertragbar.

        Drittens ist die CTS-Methode wie gesagt so konzipiert, dass sie in möglichst neutraler,
        nicht-wertender Form Handlungen in Konfliktsituationen innerhalb der letzten 12 Monate abfragt. Dieses einfache Abfragen von einzelnen Handlungen in nicht-wertender Form führt dazu, dass eine Vielzahl schwacher bis mittelschwerer gewalttätiger Handlungen in Konfliktsituationen genannt werden, die bei Untersuchungen mit wertenden Formulierungen, Untersuchungen mit Fragen ausschließlich nach schweren und verletzenden Gewalthandlungen oder in Kriminalitätsstatistiken nicht auftauchen. Dadurch gehen die Zahlen für häusliche Gewalt bei der Verwendung der CTS-Methode allgemein drastisch in die Höhe.

        Die CTS-Methode erfasst jedoch wie gesagt weder den Kontext der Konfliktsituation, noch die Handlungsmotivationen, noch die Folgen der Handlungen (z.B. Verletzungen), sie erfasst nur die einzelnen Handlungen in Konfliktsituationen selbst. Das bedeutet, dass mit dieser Methode nicht erfasst werden kann, warum überhaupt Gewalt angewendet wird, ob Frauen oder Männer im Durchschnitt schwerer verletzt werden und ob das konflikthafte Verhalten im Kontext eines dauerhaften Misshandlungsverhältnisses steht oder nicht.

        Einigen dieser Defizite wurde von dem Erfinder der Methode Murray S. Straus z.T. Rechnung getragen – die 1990 entwickelte verfeinerte und revidierte CTS-2–Methode enthält nun auch Fragen zu sexueller Gewalt sowie nach Verletzungen.

        Eine umfassende Kritik an Missinterpretationen der durch die CTS-Methode gewonnenen Befunde und einen systematischen Vergleich mit durch andere Methoden gewonnenen Erkenntnissen zur häuslichen Gewalt, enthält folgender interessante Artikel des
        US-amerikanischen Soziologen Michael S. Kimmel von 2001(leider nur auf englisch):

        Klicke, um auf GenderSymmetry.pdf zuzugreifen

        Kimmel betont u.A., dass solche Untersuchungen, die Ausmaß und Schwere von Verletzungen bei häuslicher Gewalt berücksichtigen sowie versuchen festzustellen, ob sich die Gewalt im Kontext eines dauerhaften Misshandlungskontextes abspielt, in der Regel zu dem Ergebnis kommen, dass hier Frauen signifikant häufiger Opfer sind als Männer.
        Kimmel unterscheidet zwischen 2 Formen häuslicher Gewalt, die er expressive und instrumentelle Gewalt nennt.
        Als expressive Gewalt bezeichnet er leichte bis mittelschwere Gewalthandlungen, die in Paarbeziehungen, insbesondere von jüngeren Personen, häufiger auftreten, z.B. leichtes bis mittelstarkes Stoßen, Schubsen und Schlagen, das in der Regel nicht zu Verletzungen führt und keinen systematischen Charakter hat. Der größte Teil der durch die CTS-Methode festgestellten Befunde falle in diese Kategorie.
        Als instrumentelle Gewalt bezeichnet er hingegen systematische, schwere und verletzende Formen von Gewalt, die oft im Kontext eines dauerhaften Herrschafts- und Misshandlungsverhältnisses stehen. Bezüglich dieser Form häuslicher Gewalt seien Frauen weit häufiger Opfer als Männer, er schätzt die Prozentzahl männlicher Opfer auf unter 10%.

        Mit dieser Einschätzung markiert Kimmel das eine Ende der Interpretationsskala der Befunde zur häuslichen Gewalt. Am anderen Ende steht eine im Jahre 2000 veröffentlichte
        Meta-Analyse des britischen Psychologen John Archer (leider ebenfalls nur auf englisch):

        Klicke, um auf Archer2000.pdf zuzugreifen

        Dieser kommt bei einer Auswertung von 82 Studien aus westlichen Gesellschaften zur häuslichen Gewalt und den daraus resultierenden Verletzungen zu dem Ergebnis, dass von Verletzungen zu 62% Frauen betroffen sind und zu 38 % Männer. Auch nach diesen Ergebnissen sind Frauen häufiger von schwerer häuslicher Gewalt betroffen als Männer, aber das Verhältnis beträgt hier knapp 6 zu 4.

        Spätestens hier zeigt sich also, dass es als Nicht-Experte schwer möglich ist, zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen, wenn schon zwei der wichtigsten und meistzitierten Forscher auf diesem Gebiet in ihren Befunden derart weit auseinander liegen.

        Der Erfinder der CTS-Methode Murray S. Straus schließt sich in seiner Interpretation der Befunde tendenziell der Sichtweise von Kimmel an, dass Frauen sehr viel häufiger Opfer schwerer häuslicher Gewalt werden als Männer.

        Er schreibt:

        „Das vielleicht umstrittenste Ergebnis unserer nationalen Studie von 1975
        über Gewalt in der Familie war der Befund, dass eine beträchtliche Anzahl
        von Frauen ihre Ehemänner schlug. Seit 1975 haben mindestens zehn weitere
        Untersuchungen die Tatsache bestätigt, dass Frauen ihre Ehemänner
        schlagen. Unglücklicherweise sind diese Angaben falsch berichtet, missverstanden und mißinterpretiert worden. Die Untersuchungen zeigen einheitlich, dass ungefähr dieselbe Anzahl von Frauen Männer schlägt, wie auch Männer Frauen schlagen. Dennoch übersehen jene Berichte, die bestätigen, dass Gewalt gegen Ehemänner genauso verbreitet ist wie Gewalt gegen Frauen, zwei wichtige Tatsachen. Erst einmal bedeutet
        die größere Stärke und Durchschnittsgröße sowie die stärkere Aggressivität
        von Männern, dass der Schlag eines Mannes mehr an Schmerz, Verletzung, und Schaden anrichtet, als es der Schlag einer Frau tun kann. Zweitens sind fast 3 Viertel der von Frauen verübten Gewalt eine Folge von Selbstverteidigung.
        Gewalt durch Frauen sollte nicht einfach abgetan werden, aber auch nicht übersehen oder verheimlicht werden. Gelegentlich haben Gesetzgeber und Wortführerinnen wie Phyllis Schlafly die Zahlen über Gewalt durch Ehefrauen dazu benutzt, den Bedarf an Hilfe für misshandelte Frauen kleinzureden. Solche Argumente leisten der Diskriminierung von Frauen gewaltig Vorschub.
        Wie bereits von uns gesagt: Weit häufiger ist eine Frau, die ihren Mann
        schlägt, vorher selbst geschlagen worden. Ihre Gewalt ist die Gewalt der Selbstverteidigung. Bei einigen Gelegenheiten wird sie zurückschlagen, um sich selbst zu schützen; bei anderen wird sie zuerst zuschlagen, im Glauben dass sie, wenn sie es nicht tut, selbst furchtbar geschlagen wird.“

        Straus gibt u.A. zwei Beispiele aus einer Befragung zur Gewaltmotivation von Frauen zur Selbstverteidigung.

        „Wenn er mich schlägt, schlage ich zurück. Ich habe nicht so viel Kraft wie er, aber ich weiß meine Kraft einzusetzen. Er könnte mich verletzen, aber ich darf nicht klein beigeben. Wissen sie, da ist nun mal niemand der mir hilft. Also…schlage ich zurück…nehme etwas in die Hand und schlage ihn.“

        Ein anderes Beispiel:
        „Ich kenne den Blick, den er hat, wenn er mich schlagen will. Wir sind nun seit 10 Jahren verheiratet, und ich kenne diesen Blick. Wenn er diesen Blick bekommt, greife ich nach einem Gegenstand, mit dem ich ihn schlagen kann.“

        (Bei letzterem Beispiel, einem Beispiel für Gewalt von Frauen gegen Männer aus quasi vorbeugender Absicht, können wir selbstverständlich nicht wissen, ob die Interpretation dieser Frau zutreffend ist oder nicht und ob ihre Handlungen dementsprechend gerechtfertigt sind.)

        Nach der von Straus angegebenen Interpretation seiner Befunde wäre also sogar ein gewisser Teil derjenigen Fälle, in denen Frauen angaben als erste Gewalt angewendet zu haben, als indirekte und vorbeugende Verteidigung zu interpretieren. Wenn dementsprechend drei Viertel der von Frauen angewendeten Gewalt in der Partnerschaft direkt oder indirekt der Selbstverteidigung dient, dann entspräche dies der obigen Angabe, dass bei einem Viertel der häuslichen Gewalt Frauen die Täterinnen und Männer die Opfer sind.
        Nur müsste nach Straus innerhalb dieses einen Viertes, in dem Männer die Opfer sind, noch einmal zwischen leichten bis mittleren sowie nicht-systematisch ausgeübten Gewalthandlungen einerseits und schwereren und in einem dauerhaften Herrschaftskontext stattfindenden Gewalthandlungen andererseits (oder wie Kimmel es nennt, zwischen expressiver und instrumenteller häuslicher Gewalt) differenziert werden. Und was diese Differenzierung angeht, betont auch Straus, dass Frauen signifikant häufiger Opfer schwerer und dauerhaft ausgeübter Gewalt seien als Männer.

        Einen interessanten soziologischen Erklärungsansatz, warum auch ein bedeutsamer Prozentsatz (nach Straus ein Viertel) von Frauen häusliche Gewalthandlungen als echte Angriffshandlungen verüben, (wenn auch nach Straus meist leichte bis mittelschwere Gewalthandlungen), entwirft er in folgendem Artikel (leider wieder nur auf englisch):

        Klicke, um auf CTS21.pdf zuzugreifen

        Zu der Hypothese von Straus, dass ein bedeutender Anteil von Frauen Gewalthandlungen gegen ihre Partner in quasi vorbeugender Absicht beginnen, weil sie befürchten ansonsten von ihren Partnern geschlagen zu werden, habe ich bisher jedoch keine Untersuchung gefunden, die dies systematisch erforscht und belegt hätten. Vielleicht gibt es solche Untersuchungen, aber ich habe bisher keinen Hinweis darauf gefunden, sondern nur einzelne anekdotische Beispiele wie das oben genannte. Hier kann ich also bislang nichts dazu sagen, wie gut empirisch abgesichert diese Hypothese ist, bzw. wie hoch der prozentuale Anteil von Frauen ist, die aus dieser Motivation heraus Gewalt anwenden.

        Straus und Kimmel gehen beide unabhängig voneinander davon aus, dass der Anteil schwerer Gewalthandlungen im Kontext häuslicher Gewalt in etwa mit den Hellfelduntersuchungen zum Thema übereinstimmt, dass das Verhältnis von weiblichen und männlichen Opfern schwerer häuslicher Gewalt also ca 10 zu 1 (oder weniger) sei.
        Hierauf erwidern einige Kritiker, dass dieser Schluss nicht zulässig sei, 1. weil Männer bei gleichen Verletzungen oft seltener zum Arzt gingen als Frauen und 2. weil Männer seltener von schweren Gewalterfahrungen berichten bzw. diese zur Anzeige bringen würden, aus Angst dadurch das Gesicht zu verlieren und nicht ernst genommen zu werden. Das Dunkelfeld müsse demnach höher sein als 10 zu 1. Kimmel versucht dieser Kritik zu begegnen, indem er auf Studien verweist, die angeblich belegen, dass Männer sogar eher dazu neigen zur Polizei zu gehen als Frauen. Ich kenne die entsprechenden Untersuchungen, auf die er verweist nicht und kann sie nicht beurteilen, aber zumindest in der ganz oben angegebenen Untersuchung zur häuslichen Gewalt gegen Männer in Deutschland haben ausnahmslos alle Männer, die häusliche Gewalterfahrungen gemacht haben angegeben, dass sie nicht zur Polizei gegangen sind. Zumindest diese Studie scheint also eher darauf hinzuweisen, dass viele Männer aus Scham nicht Anzeige erstatten.

        Im Gegensatz zu den Interpretationen von Straus und Kimmel stehen wie gesagt die Befunde von Archer, der weit höhere Raten schwerer Gewalt von Frauen gegen Männer behauptet als Straus und Kimmel, nämlich ein Verhältnis von ca 6 zu 4.

        Allen genannten Forschern gemeinsam ist die Befundlage, dass Frauen häufiger Opfer von schwerer häuslicher Gewalt werden als Männer.

        Als vorläufige unbefriedigende Antwort auf die Frage nach dem prozentualen Anteil von männlichen Opfern schwerer häuslicher Gewalt kann demnach gesagt werden, dass dieser Anteil offenbar irgendwo im Spektrum von unter 10% (Kimmel) zu 38 % (Archer) liegt.

        Wie schon gesagt, als Nicht-Experte ist es schwer möglich zu beurteilen, welche Seite Recht hat, (oder ob beide Unrecht haben).
        Mir persönlich, erscheint das von Archer behauptete Verhältnis von ca 6 zu 4 angesichts des Umstandes, dass in allen anderen Bereichen der Gewaltkriminalität Männer sehr viel häufiger Gewalt anwenden als Frauen doch als fragwürdig. Wenn Frauen im Kontext schwerer häuslicher Gewalt so relativ nah am Ausmaß der Gewalttätigkeit von Männern dran sein sollen, warum zeigt sich dies nicht auch in anderen Bereichen?

        Selbstverständlich bin ich als libertärer Sozialist stets auf Seiten der Opfer von Herrschaft und Gewalt, egal welches Geschlecht, aber bei Untersuchungen, die sehr hohe Fallzahlen von männlichen Gewaltopfern durch Frauen behaupten, sollten wir m.E. doch vorerst skeptisch sein.

        Umgekehrt erscheint mir aber auch Kimmels Annahme eines prozentualen Anteils von unter 10 % männlicher Opfer häuslicher Gewalt als zu niedrig. Das Argument, dass Männer häufig aus Scham nicht Anzeige erstatten, wird von ihm keinesfalls überzeugend widerlegt. Ich vermute eher, dass der prozentuale Anteil männlicher Opfer schwerer häuslicher Gewalt höher ist als von Kimmel behauptet.

        Mir erscheinen also beide genannten Positionen als fragwürdig, aber das sind nur meine persönlichen Vermutungen.

        Die genannten Forscher und ihre Befunde gehören auf jeden Fall zu den bekanntesten, einflussreichsten und meistdiskutierten in der Forschung zur häuslichen Gewalt. Falls irgendwer Interesse daran hat, kann er in dieser Richtung ja gerne weiterrecherchieren. Und wer hier besser informiert ist als ich, kann die von mir recherchierten Informationen gerne vervollständigen oder korrigieren.

        Grüße

        Markus

  9. andi1789 permalink
    2. November 2010 01:09

    Sehr viele Leute könnten mit der Idee des Anarchismus durchaus etwas anfangen, aber wenn sich die einzige greifbare Vereinigung von Anarchosyndikalisten in Deutschland, durch ihre Mitglieder derart albern verhält, dann bekommt diese Idee in der Bevölkerung nie eine Stimme. Ich kenne Robertos Texte und weiß, dass sein Stil ein gewisses Ironieverständnis erfordert, das nicht jede/-r aufbringt. Ein Blogtext muss auch keine wissenschaftliche Abhandlung über den Feminismus liefern, um ihn bzw. seinen heutigen gesellschaftlichen Stand zu kritisieren. Mir ist klar, dass der Feminismus sozusagen im Paket des Anarchismus inbegriffen ist, doch diese kleinliche Reaktion ist wohl ein klassischer Kurzschluss: gegen Feminismus = böse. Aber in den verlinkten Texten geht es nicht um die Gesellschaft der Zukunft sondern um die gegenwärtige.
    Wie nimmt sich eigentlich folgendes bei duckhome aufgetanes Zitat von Emma Goldman für heutige Feministinnen aus?
    http://www.duckhome.de/tb/archives/8361-Emma-Goldman,-1911.html

  10. micha (mobil) permalink
    2. November 2010 03:44

    so, nu habta mich so weit – anstatt inhaltlich zu streiten, wird da die verlinkungsverbotskeule rausgeholt, mit sexismusbetreffenden begründungen!! Mir bleibt nix weiter übrig, als stante pede eine öffentliche, fetzige diskussion über libertären Sinn und Unsinn von #*ôï! Definitionsmacht zu fordern!!!! Sonst gründet ne Scheiss-Partei, das stünde Leuten mit solchen Methoden typischer zu Gesicht!

    • Markus permalink
      2. November 2010 10:18

      „anstatt inhaltlich zu streiten, wird da die verlinkungsverbotskeule rausgeholt, mit sexismusbetreffenden begründungen!!“

      Nicht von mir, wie ich im ersten Satz meines letzten Kommentars eigentlich geglaubt habe deutlich gemacht zu haben. Ich streite inhaltlich. Mein Kommentar sollte keine Rechtfertigung für irgendeine Verbotspraxis liefern, sondern eben auf die inhaltlichen Aspekte verweisen.
      Würde ich eine „Verlinkungsverbotskeule“ befürworten (was nicht der Fall ist), würde ich das schon deutlich zum Ausdruck bringen.

      • 2. November 2010 17:47

        denn wirste wohl auch nich gemeint gewesen sein…

  11. Schwatte Katze permalink
    2. November 2010 09:49

    Bizarr! Worum geht? Einer FAUista missfällt, dass ein Blogbetreiber Werbung für die FAU macht, dessen Betreiber offensichtlich hahnebüchende patriarchale Positionen vertritt. Sie schreibt ihn an, dass er die Verlinkerei bitte lassen soll, weil sie als FAU-Mitglied nicht möchte, dass von einigen Leuten evt. die Positionen des Blogbetreibers mit derjenigen der FAU verwechselt werden. Der Blogbetreiber fühlt sich in seiner männlichen Ehre gekränkt und kommentiert den Vorfall entsprechemd zynisch. syndikalismus.tk wittert ein Thema und steigt darauf ein. Große Sache das, wirklich und unbedingt eines Artikels wert! Das Niveau hier war streckenweise schon mal deutlich besser, aber mittlerweile scheint das nach dem Motto „Masse um jeden Preis statt Klasse“ zu gehen. Und das durchaus im doppelten Wortsinn.

    Anmerkung Syndikalismus.tk: So liegen die Wahrnehmungen auseinander. Wo ist denn bitte die „hahnebüchene patriarchale Position“ des Blogbetreibers? Beleg das bitte. Und wenn Syndikalismus.tk gegenüber Zensurforderungen in den „eigenen“ Reihen Schweigen würde, würde den Machtgeilen in dieser Bewegung der Weg doch gleich viel leichter gemacht. Und das wollen wir nun überhaupt nicht. Ansonsten gilt: Wenn dich das ach so tiefe Niveau hier abschreckt: Das Netz ist groß.

    • 2. November 2010 18:06

      wo wir gerade bei Jubiläen sind und so – bei dieser „Art“, zu diskutieren und falls das „Tradition“ hat, wundert es mich nicht mehr so kollossal, daß es einer „Anführerin“ (jahrzehntelang gelungen ist, die Exil-CNT zu ihrem Privatclub einzudampfen- incl. Lügen über Gelddiebstahl durch Kämpfer wie Cypriano Mera, Museum statt Kampf etc.

      Anderen das Klassenkampfinteresse abzusprechen passt da natürlich dazu wie der Arsch auf den berühmten Eimer.
      Und- was genau hat denn nun einer verbrochen, dessen „Vergehen“ die bitte rechtfertigen sollen, den Link zur Fau zu löschen – ja hakts denn vollends- brauch die FAU keine lobenden Links mehr von Nicht- MitgliederInnen?
      Also – die Frage der Definitionsmacht (sagt das Wort ja schon, dass libertärer Diskurs damit nix zu tun hat) muss geklärt werden, genau so, wie man nur ehrlich rüberkommen kann, wenn man eigene Schwächen und Fehler offenlegt, überhaupt offen dikutiert, und dadurch die Möglichkeit hat, sich mit anderen Interessierten zusammenzuschliessen, die von der Verderbtheit politisch-mächtigem, kalkuliert dialektischem, also „Herr/Damschaftsverhalten“ auch die Fresse gestrichen voll haben und sich auf Augenhöhe assoziieren möchten.
      Das ist der anarchosyndikalistische Ansatz, den ich bei Allen, die weiter auf Politikmachen stehen, vermisse.

      • 4. November 2010 19:46

        Ehrlich gesagt, wenn Werbung damit verbunden ist sexistische Blogs aufzuwerten, dann verzichte ich gerne auf Werbung!

    • 4. November 2010 18:09

      „Wo ist denn bitte die “hahnebüchene patriarchale Position” des Blogbetreibers? Beleg das bitte. „

      Gern doch: Sexismus im Netz: ad sinistram

      Ansonsten wäre doch wohl ein wirklich famose Idee, wenn der Herr De Lapuente für diese Seite wirbt – ihn interessierte ja ohnehin vor allem die Idee.

      Falls es nch Erklärungsbedarf gibt, was wirklich passiert ist, hilft Kennst nicht über dieses Schreiben:

      Werter Herr De Lapuente,

      auf ihrer Webseite ad-sinistram stellen Sie das Logo der FAU als Grafik
      ein und hinterlegen einen Link auf die „Über uns“-Seite der FAU. Ich bitte
      Sie, die Grafik zu entfernen, da es in der FAU derzeit noch keinen Konsens
      gibt, wie wir beworben werden wollen. Bis eine Lösung gefunden ist, damit
      Unterstützer im Internet mit einer Grafik für uns werben können, ohne
      dabei mit tatsächlichen FAU-Seiten verwechselt zu werden, ist die
      Verwendung des Schriftzuges als permanente Grafik potenziell
      problematisch. An einer alternativen Grafik, die Sympathisanten zur freien
      Verwendung zur Verfügung stehen soll, wird gearbeitet.

      Um trotzdem Sympathie zu bekunden und auf die Inhalte und Politik der FAU
      und die Idee des Anarchosyndikalismus aufmerksam zu machen, binden Sie
      bitte die RSS-Feeds der FAU oder der Direkten Aktion, der Zeitung der FAU,
      und/oder nehmen die FAU und/oder die Direkte Aktion in ihre Blogroll auf.
      Zudem gibt es spezielle Kampagnenbanner und dazu gehörige
      Internetangebote, die auf bestimmte Aktionen aufmerksam machen und
      ausführlicher darüber informieren können, was die FAU und den
      Anarchosyndikalismus so sympathisch macht.

      Mit freundlichen Grüßen

      Mitglied Nr. 6 der FAU Magdeburg

      Die andere Webseite, Binsenbrenner, hat das Logo unaufgefordert entfernt und kommentiert.

      Beide Herren stellen in ihren Kommentaren zum „Vorall“ die Faktenlage nicht wahrheitsmäß dar und ich finde es doch ein bisschen traurig, dass das alles hier einfach nachgestellt wird.

      • Bürokrata errecta rex permalink
        4. November 2010 21:45

        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRRbitteGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR
        GRRRGRRGRRRGRRGRRR

      • 4. November 2010 22:00

        Wahrscheinlich dauert es nochmals gute 10 Jahre, bis die FAU die „Lösung“ gefunden hat. Legt mann%frau den statistsichen Mittelwert zugrund, wird diese hernach noch fünfmal gekippt (wie z. B. beim Bundesflyer der FAU und ihren Kommakämpfen).
        Kann also etwas dauern, liebste Sympartisan%innen.

      • Nestor Burma permalink
        4. November 2010 22:04

        Verschwörungstheorie ick hör dir Trappsen: „Beide Herren stellen in ihren Kommentaren zum “Vorall” die Faktenlage nicht wahrheitsmäß dar“. Nur Isi macht das natürlich, ist klar, ne.

        Aber das hier ist der Abschuss: „Ich bitte
        Sie, die Grafik zu entfernen, da es in der FAU derzeit noch keinen Konsens
        gibt, wie wir beworben werden wollen. Bis eine Lösung gefunden ist, damit
        Unterstützer im Internet mit einer Grafik für uns werben können, ohne
        dabei mit tatsächlichen FAU-Seiten verwechselt zu werden, ist die
        Verwendung des Schriftzuges als permanente Grafik potenziell
        problematisch. An einer alternativen Grafik, die Sympathisanten zur freien
        Verwendung zur Verfügung stehen soll, wird gearbeitet.“

        Gibt es nicht einen Beschluss der FAU die Mitgliedszahlen nie öffentlich zu erwähnen? Nun, von Magdeburg wissen wir nun das es tatsächlich mindestens 6 Mitglieder der FAU gibt. Top!

        Syndikalismus.tk sollte das tatsächlich nicht unter Zensur einordnen sondern unter Realsatire. Wer nimmt diesen Stuss denn ernst??

      • 4. November 2010 22:41

        es erhärtet sich für mich mein anfangsverdacht, dass dieses schreiben eine fälschung ist, wenn man sich die texte auf ihrer seite anschaut, denn sie zoffen sich wohl schon schwanzuslongusmäßiglang.

      • 4. November 2010 23:32

        wer auch immer fau magdeburg 6 ist, du hast se nich alle – so einfach is das , aber danke, daß du diese abseitige aufforderung zum entsolidarisieren hier auch noch dokumentierst. die spricht zum glück gegen sich selbst.
        Aber wenn ihr aus einer arbeiterInnen-selbstorganisation wieder einen sekten-debattierclub studentisch-vegan-antideutsch-genderfixierter art machen wollt, werden wir gegen diese absichten ankämpfen – in und ausserhalb der fau – weil uns was an der selbstorganisation und dem zusammenschluss der arbeiterklasse liegt. und nicht an solchen spaltereien.

      • Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses permalink
        6. November 2010 19:13

        Ham die auch eine Eso-Fraktion?

  12. glouton permalink
    3. November 2010 01:24

    Es doch ganz erfreulich, dass es hier immer wieder relativ spannende Gedanken gibt, die woanders nicht einmal den Versuch machen aufzutauchen. Auch wenn diese sicherlich häufiger auftauchen sollten, als es bislang passiert. 🙂

    • 4. November 2010 19:29

      ;-(prost)

      • Vorkoster permalink
        4. November 2010 22:46

      • Drogenberater permalink
        6. November 2010 19:33

        Zapata Gold ist der Renner, aber der neueste Geheimtipp ist Ba-Jin-Gras, die steigen jetzt auch in den Markt ein und die Preise werden purzeln.

  13. 4. November 2010 18:45

    Ich finde es auch etwas unangenehm, dass dieser Folgebeitrag hier zum Hetz-Beitrag bei ad-sinistram (soviel Unwahrheit beide auch enthalten können) unter „Zensur“ getaggt wird. Zensur kann eine Bitte sich nicht als FAU-Präsenz darzustellen ja wohl nicht sein. Außerdem ist Sexismus natürlich ein Problem und der Missbrauch von Logos ebenfalls. Wenn aber der Blogbetreiber – hysterisch wie er nun mal ist- Zensur behauptet und dazu vorgibt, dass ihm subtanzielle Gründe nicht bekannt sind, ist das beides nun unwahr.

    Ich erwarte dabei nicht, dass jeder auf Anhieb Sexismus erkennt, aber wenn er einem doch nun schon erklärt wird, sollte man darauf dann reagieren und nicht auch noch die Rechte der Sexisten verteidigen, die sich hysterisch aus gekränkter Eitelkeit echauffieren, und sich dabei mit einem geklauten Logo auf links labeln und sich antipatriachale Politik zu Nutzen machen, mit der sie nichts gemeinsam haben und deren glattes Gegenteil sie publizieren:

    Keine Privilegien für Sexisten!

    • 4. November 2010 23:42

      wie doof muss man sein, das als fau-präsenz verwechseln zu wollen-die beiträge sind feminismuskritisch, auch wenn dir das nicht passt ist das noch kein sexismus, es sei denn, du entblödest dich ob der „Definitionsmacht-Konstruktion“, dass du entscheiden darft aufgrund von worten( WORTEN!) anderer, wer sexist ist und wer nicht. aber da in diesem scheissland auf der straße die vom team blau-silber mit dem stern auffe mütze auch die definitionsmacht für sich beanspruchen, weisste denn ja, in welche gesellschaft du dich damit begibst.
      keine macht für niemand.
      alles gesagt.

    • Usus permalink
      20. November 2010 05:52

      Keine Privilegien für Sexistinnen!

  14. 4. November 2010 18:58

    Im Übrigen werden die Kommentare auf diesem Blog vormoderiert. Warum? Um sie zu zensieren? Nach welchen Kriterien?*

    Würde hier übrigens das FAU-Logo auftauchen, als Hinweis auf „Über Uns“, würde ich ebenfalls die Betreiber bitten, es zu entfernen.** Auch, wenn die bösartigen Reaktionen absehbar erscheinen und sicher hoch unangnehm ausfallen. Immerhin ist dieser Weg, zu darum zu bitten, doch der freundlichste von allen.

    Anmerkung Syndikalismus.tk: * Pornoseiten und andere Reklame landet im Müll – genauso wie Spam-Beiträge. Dagegen lassen wir hier auch Menschen zu Wort kommen die keine Anarcho-SyndikalistInnen oder AnarchistInnen sind.
    ** Da könntest uns natürlich bitten. Es würde uns aber nicht interessieren da a. du in keiner Weise für die FAU sprichst, maximal für die lokale Gruppe, wenn sie dich denn dafür mandatiert hat. Und b. weil wir das grundsätzlich einfach lächerlich finden.

    • 4. November 2010 23:43

      dafür kann man auf der fau seite gar nicht offen diskutieren, drum tun wirs eben hier.

  15. 4. November 2010 19:36

    Also syndikalismus.tk lässt ungern einen Fettnapf aus, wenn es denkt der FAU wieder mal einen mitgeben zu können. Da wird dann Sexismus als lächerlicher Vorwurf gebrandmarkt und sich mit Männerrechtlern und Sexisten soldiarisiert. Und dann glaubt ihr auch noch echte Anarchosyndikalisten zu sein? Ihr seid lächerlich!*

    * Anmerkung von Syndikalismus.tk: Ha ha, geil. You made our day. An „Männerrechtlern“ finden wir übrigens grundsätzlich nichts zu kritisieren – schlimm nur das so eine Bewegung nötig wurde, wir sind Freundinnen und Freunde von Gleichheit und Gleichberechtigung. Die sog. „Definitionsmacht“ von Frauen lehnen wir übrigens als autoritäre Anmaßung und Herrschaftsstruktur entschieden ab. Wieviel lächerlicher mag es da doch sein im Internet Zensur auszuüben? Die einen rechtfertigen es mit „Kinderpornographie“ oder „Hassseiten“ und die anderen eben mit „Sexismus“ und maßen sich an, im Namen der FAU zu sprechen. Im Prinzip sind sie Brüder (und Schwestern) im Geist. Und das ist dann leider nicht mehr lächerlich…

    • 5. November 2010 16:55

      Männerrechtler … vielleicht demnächst auch noch Verständnis für KapitalistenrechtlerInnen, oder WeissenrechtlerInnen, (oder gar DeutschenrechtlerInnen) … wenn die NutzniesserInnen von gesellschaftlichen Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnissen den Kampf der Unterdrückten und Ausgebeuteten abwürgen wollen kann da was nicht stimmen

      • Anarchosyndikalist permalink
        6. November 2010 20:48

        Kapitalist~innen sind grundsätzlich Nutznießer~innen, aber nicht alle Männer, ebenso wie nicht alle „Jüd~innen“ reich sind. „Jüdische“ Arbeiter~innen haben wie „deutsche“ Arbeiter~innen keinen „Nutzen“, ebenso wie männliche Arbeiter. Männer grundsätzlich als sexistisch zu diffamieren entspringt dem Mythos der heiligen Jungfräulichkeit, es ist die Kehrseite der Madaillie Doppelmoral und ihrer gesellschaftlichen Auswüchse.
        Erst kürzlich bekam ich mit, wie eine Brasilianerin (afrikanischen Ursprungs) einem Afrikaner primitive Rückständigkeit vorhielt. Ich kenne auch Afrikaner~innen, die z. B. Jamaikaner~innen verächtlich Sklav~innen nennen. Der Hutsi und die Tutsi Konflikt war ebenso geprägt, hatte mir mal ein Ethnostudent ausführlich erläutert.
        Männer sind ebensowenig ALLE sexistisch, wie ALLE „Weisen“ Rassist~innen sind. Genauso falsch ist es, zu behauten es gäbe keine „Schwarzen“ Rassist~innen. Oder „Jüdische“ Rassist~innen.
        Es gibt schwule und lesbische Rassist~innen, schwule Nazis, aber sind deswegen alle Homosexuellen Nazis? Oder ALLE Nutznießer~innen des Rassismus?
        Was ist mit häuslicher Gewalt in Homobeziehungen?
        Ich bin gegen die Homoehe, weil ich die Ehe als solches ablehne, ebenso bin ich gegen den Bau von Moscheen, weil ich für die Entfernung von Kirchen und Synagogen bin, wenn schon religiös, dann bitteschön Privat.

        Sind die Frauenrechlerinnen in den Industriestaaten nicht doch irgendwie Nutznießerinnen der „Nord-Südgefälle“? Für die im „Süden“ ist nämlich eine mörderische Steigung!
        Gab mal einen sehr guten Artikel in der Taz, Anfang der 1990er, der sich damit auseiandersetzte, über einen Internationalen Ferministinnenkongress, mit dem treffenden Titel „Black and white not united“.

        Emanzipation bedeutet Freilassung von Sklaven, Kindern, Befreiung von Bevormundung. Emazipiert bedeutet gleichberechtigt, ohne Vorurteile sein!

  16. Anarchosyndikalist permalink
    4. November 2010 22:19

    Werte Prinzessin in der Erbsensuppe,

    Deine Hassliebe mit dem mit der Acht gebannten Blogger ist einfach köstlich und höchst amüsant, da haben sich die Richtig~innen getroffen. Ihr solltet heiraten, ja ehrlich, Ihr seid das schwarzrote Traumpaar 2010.

    Ich hab besseres zu tun, als mich durch Eure Blogs zu fressen, auch wenn hinter diesem Griesberg das SchlarAffenland verbergen würde, danke, nett gemeint.

    Einen Punkt fand ich beim überfliegen Deines und Ritinardos Blogs.

    Ich darf Israel nicht kritisieren? Das ist für Euch der schlimmste Auswuchs des heutigen Antisemitismus? Wie antideutsch ist das denn? Aber, doch, klar, dass dann auch jegliche konstruktive Kritik (damit meine ich nicht unbedingt die Beiträge Deines Lieblingsbloggers!) am Feminismus verboten ist.

    PS: Das mit dem heiraten nehm ich zurück, denn Inzest zwischen Zwillingen ist wirklich das Allerletzte.

  17. 4. November 2010 23:08

    ;-(rülpschen)

  18. Issis Welt (Poem in nicht reimender Form) permalink
    5. November 2010 01:28

    Auch diesen nicht besonders ästhetischen Erguß nimmt die Tagschicht von TK raus.

  19. Der Antrag ist da permalink
    5. November 2010 01:52

    Die Tagschicht von TK hat den Antrag jetzt gelöscht. Die FAU sollte vielleicht etwas mehr interne Schulungen anbieten 🙂

    • fauista permalink
      5. November 2010 04:21

      Ne Vollklatsche hat der FAUista, der interne Anträge herauskopiert und im Internet veröffentlicht und meint er wäre Herr Oberschlau. Das ist nichts geringeres als Verrat! Bitte einfach nur aus der FAU austreten. Danke.

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Bitte entscheide dich für einen Nick und wechsle nicht beständig deinen Namen.

      • Anarchosyndikalist permalink
        5. November 2010 20:56

        Wird Frau Oberschlau nu aus der Krabbelgruppe ausgetreten?
        Die arme FAUista. Als Schwanzträgerin wäre ihr das nicht beschieden, für wahr.

      • 5. November 2010 21:39

        fauisi – das feindbild schimmert sowieso durch, klar erkennbar.

      • 6. November 2010 21:37

        Da der Frauenanteil in der FAU doch erheblich unter dem Bevölkerungsdurchschnitt, also genauer gesagt unglaublich weit darunter liegt, ist es doch wahrscheinlich, dass es ein Mann war.
        Aber mann/frau weiß ja nie, es soll ja Feuerwehrmänner/frauen geben, die legen Feuer, um dann als Ersthelfer/in im Rampenlicht zu stehen.

  20. 5. November 2010 02:23

    Whow. Wird hier demnächst auch die Debatte veröffentlicht?

  21. Markus permalink
    5. November 2010 10:30

    Ich finde die Veröffentlichung von FAU-Interna ebenfalls unsäglich. Keine Organisation kann es sich leisten sowas zu dulden. Die interne Kommunikation wird dadurch ausgehebelt und die innere Demokratie zerstört. Das ist also keine Kleinigkeit, sondern ein Anschlag auf die direktdemokratische Struktur und das Funktionieren der Organisation an sich.

    Das beleidigende „Poem in reimender Form“ finde ich ebenfalls völlig für´n Arsch. Was auch immer jemand von Isis Ansichten halten mag, sie diskutiert jedenfalls sachlich und begründet ihre Ansichten. Darauf mit Internet-Mobbing zu reagieren ist unterstes Niveau und jedes Syndikalisten und Anarchisten unwürdig.

  22. 5. November 2010 16:39

    @Anarchosyndikalist:

    in der Zeit zwischen Friedrich Lieblings Tod 1982 und der VPM-Gründung 1986 fand in gewisser Weise eine Art Umgründungsprozess der Zürcher Schule mit fraktionellen Auseinandersetzungen statt, wo sich die Gruppe um Annemarie Buchholz-Kaiser schliesslich durchsetzte, möglich war dieser Transformationsprozess allerdings dadurch, dass der Laden schon vor 1982 auf die Leitfigur Friedrich Liebling zugeschnitten war, welcher mehr oder weniger alle Mitglieder folgten, letztendlich kann mensch von der Auflösung eines Widerspruchs sprechen: eine formell strukturlose aber faktisch autoritär verfasste Gruppe mit einer antiautoritären Lehre kommt auf Grund des Todes der von allen anerkannten Führungsfigur in eine Nachfolge- und Sinnkrise und löst diesen Widerspruch durch die Umwandlung in eine rechtskonservative und widerspruchsfreie Psychosekte

    die m.E. besten Bücher zum Thema sindvon Eugen Sorg Lieblingsgeschichten. Die „Zürcher Schule“ oder Innenansichten eines Psycho-Unternehmens (1991) und von Hugo Stamm VPM – Die Seelenfalle. „Psychologische Menschenkenntnis“ als Heilsprogramm (1993)

    • Bonaventura permalink
      6. November 2010 04:40

      Noch’n Buch:
      Ingolf Efler und Holger Reile (Hrg.), VPM – Die Psychosekte, Reinbek bei HH 1995 (rororo Sachbuch 9911) 202 Seiten. Kostete damals DM 14,90 – wahrscheinlich nur noch antiquarisch erhältlich. Es enthält u.a. einige (interne) Unterstützer-Namenslisten im Faksimile.
      Das Buch hat mir damals gereicht. Interessant fand ich seinerzeit bei der Lektüre übrigens, daß in den „Frontorganisationen“ von VPM Namen wie Prof. Dr. Gertrud Höhler, Christa Meves (Lebesschützerin und Mitherausgeberin des Rhein. Merkur), Gerhard Löwenthal (kennt den noch jemand? ZDF-Magazin? Den Schnitzler der Westzonen?) oder Heinrich Lummer auftauchten.

      Scientology fand und finde ich übrigens gefährlicher (aber das ist ein Faß, das ich hier nur zeige). Wer was dazu lesen will: Frank Nordhausen und Liane von Billerbeck, Scientology. Wie ein Sektenkonzern die Welt erobern will, Berlin 2008 (Verlag Christoph Links), 616 Seiten.

      Anschließend eine Frage, die mich schon lange bewegt: Warum fallen halbwegs intelligente Menschen auf diesen (und anderen) Müll rein? Ernst Bloch sagte mal (etwa 1934, in: „Vom Hazard in die Katastrophe“) sinngemäß, daß die Kommunisten wahr, aber VON SACHEN reden, während die Nazis demagogisch lügend, aber ZU MENSCHEN reden.
      Setze ‚Anarchisten‘, ‚Libertäre‘, ‚Anarcho-Syndikalisten‘ für ‚Kommunisten‘, die Aussage stimmt immer noch – und vielleicht noch viel mehr ….
      Gibt es die Möglichkeit, darüber sich kollektiv, selbstkritisch und fruchtbar den Kopf zu zerbrechen? Oder muß ich dies in mein ‚engeres soziales Umfeld‘ verlegen? Das frage ich mich schon seit einigen Jahrzehnten.

      • Workingclass permalink
        6. November 2010 22:35

        „Anschließend eine Frage, die mich schon lange bewegt: Warum fallen halbwegs intelligente Menschen auf diesen (und anderen) Müll rein? Ernst Bloch sagte mal (etwa 1934, in: “Vom Hazard in die Katastrophe”) sinngemäß, daß die Kommunisten wahr, aber VON SACHEN reden, während die Nazis demagogisch lügend, aber ZU MENSCHEN reden. Setze ‘Anarchisten’, ‘Libertäre’, ‘Anarcho-Syndikalisten’ für ‘Kommunisten’, die Aussage stimmt immer noch – und vielleicht noch viel mehr ….
        Gibt es die Möglichkeit, darüber sich kollektiv, selbstkritisch und fruchtbar den Kopf zu zerbrechen? Oder muß ich dies in mein ‘engeres soziales Umfeld’ verlegen? Das frage ich mich schon seit einigen Jahrzehnten.“

        Hallo erstmal,

        Das ist wirklich spannend, denn genau diese Frage, exakt nach dem Lesen des genannten Zitates, stelle ich mir auch schon einige Jahre.

        Eine kurze Erklärung dazu meinerseits würde wohl so ausfallen, das zum einen eine deutliche Überheblichkeit und Arroganz vieler radikaler Linker im persönlichen Umgang mit „un-politischen“ Menschen ein Grund dafür ist, das diese sich gegen ihre eigenen Interessen wenden, weil sie von radikalen Linken nicht als Menschen wohlwollend akzeptiert werden. Wieviele Anarchosyndikalisten (zu denen ich mich zähle) sind denn z.B. wirklich Lohnarbeitende und keine Studenten oder um das noch genauer zu umreißen, wie viele haben denn noch einen wirklichen Arbeiterklassen-Hintergrund durch ihre Familie und damit eine gewisse Verbundenheit zu „einfachen Menschen“? Viele leben einfach in der Szene, haben keine wirklichen Kontakte nach außerhalb – und Fußball ist nur ok, wenn es St. Pauli ist. Ich glaube das ein wichtiger Grund der Distanz zwischen radikalen Linken/AS und KollegInnen z.B. darin liegt, das wir zu universalen Analysen und Lösungen neigen. Wenn das Problem z.B. die Überstunde ist, dann bleiben wir nicht nur dabei stehen, das die Überstunde Lebenszeit raubt und erwerblose Kollegen von Lohnarbeit ausschließt, sondern wir begründen das dann auch mit dem grundsätzlichen Willen des Kapitalismus, eine erwerbslose Reservearmee als potentielle Konkurrenz, Streikbrecher und Lohndrücker zu halten und Geld einzusparen, das durch Neueinstellungen ausgegeben würde – ok, ich hätte ein abstrakteres Beispiel wählen müssen… Denn das hier gegebene checken nahezu alle KollegInnen.
        Vielleicht kann ich´s so ausdrücken – auf praktische Fragen muss es praktische Antworten geben. Und: man muss glaubwürdig sein, um akzeptiert zu werden. Personen treten bei uns meistens hinter Positionen zurück. Als Beispiel z.B. Wahlen. Die meisten „Linken“ wählen Parteien aufgrund ihrer Programmatik und nicht wegen der Kandidaten. Unter meinen KollegInnen konnte ich feststellen, das es dort viel mehr auf die Ehrlichkeit und Echtheit eines Menschen ankommt, als auf die Prinzipien und Programme die er vertritt. Ein Schlüssel, das alles aufzuknacken kann es meines Erachtens nur sein, sich nicht von den Menschen abzuheben, sondern so gut wie möglich als „revolutionärer Fisch im Wasser“ mitzuschwimmen und Richtungsanstöße zu geben. Das heißt auch, nicht abzublocken wenn rassistische und sexistische Sprüche fallen, sondern diese (z.B.) ins Lächerliche zu ziehen aber sie durchaus entschlossen zurückzuweisen. Dadurch macht man schon einmal eine andere Position sichtbar, aus der dann auch Orientierungen erwachsen können. Es kommt aber immer auf die konkrete Situation vor Ort an. Jeder Betrieb hat seine Eigenarten. Nach einer gewissen Zeit – wenn man akzeptiert ist und das Wort zählt, kann man dann auch den AS einbringen. Nicht als Floskel, aber als praktische Vorstellung. „Hey, wir brauchen die Chefs doch gar nicht. Ahnung haben sie eh nicht. Wir können ohne die Arbeiten und das viel besser.“
        Zusätzlich ist meines Erachtens ZEIT ein wesentlicher Faktor. Die Möglichkeiten mit den KollegInnen (Ich gehe hier von der Arbeitswelt aus) konkret zu diskutieren sind wenige. Man kann aber versuchen immer wieder seine Ansichten und „Perspektiven/Wünsche“ und Ablehnungen deutlich zu machen. In einem Betrieb in dem ich eine zeitlang arbeitete, war „Kapitalist“ schließlich ein Schimpfwort, das fast alle KollegInnen benutzten und Worte wie „Revolution“ kamen dann von ihnen selber auf. Mit einem Lächeln zwar, aber nicht ohne Ernsthaftigkeit. Wenn sie dann wieder zuhause waren – in der Regel „normale Arbeiterfamilien“, dann waren die Sachen nicht weg, aber total überlagert: Familienangelegenheiten, Probleme und durch die Berieselung durch kapitalistische Medien -> TV verdrängt.
        Wir müssen Möglichkeiten schaffen, dass Menschen aus diesem Trott gerissen werden können. Die allermeisten meiner KollegInnen haben/hatten so gut wie nie Zeit ein Buch zu lesen. Und selbst wenn sie es sich vornahmen war dann die Konzentration darauf sehr schwer, weil es fast verlernt war.
        Kurz zusammengefasst; Solidarisch aber bewusst/konsequent sein im Betrieb und viel Zeit haben (das meint Jahre) sowie Alternativen für einen besseren Alltag entwickeln.

        Zum anderen kommt bei uns Anarcho-Syndikalisten noch ein weiteres erschwerend hinzu. Wir wollen AKTIVE KollegInnen/GenossInnen, die vollumfassend an die Probleme herangehen. Keine Einpunktbewegungen. Viele Menschen – so scheint es mir – sind aber sehr auf konkrete (und aktuelle) Sachen gepolt. Aus diesem Grund hatte z.B. die Piratenpartei solch Sympathie gewonnen, weil sie gegen die Zensur des Netzes ist. Oder davor die WSAG wegen ihrer Ablehnung von HartzIV. Was wir brauchen ist Zeit und eine eigene Infrastruktur mit (freundlichen)Treffpunkten um den Alltag derjenigen, die wir erreichen wollen, nach und nach zu verändern.

        Jetzt hab ich schon wieder viel mehr geschrieben als ich eigentlich vorhatte. Ich hoffe ich hab mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Einen Punkt habe ich aber noch: Das viele trotz besseren Wissens das falsche Tun, wird wohl auch psychologische Gründe habe. Passiv sein und bleiben ist vermeintlich sicherer als aktiv sein und sich zu engagieren. Wir wissen natürlich das dem nicht so ist, sondern das passiv sein die Schweine stärkt und uns (als Klasse mit gemeinsamen Interessen) schwächt. Aber viele haben dieses Bewusstsein noch nicht erreicht.

        Ich kenne Kollegen, die weder Rassisten noch Neonazis sind und bei den Wahlen NPD oder DVU gewählt haben. Einfach aufgrund dessen, weil sie denken, das dass System NPD und DVU hasst. Für sie war es der Ausdruck von Auflehnung und Ausdruck des eigenen Hasses, zumindest aber der Unzufriedenheit auf das System. Die Linkspartei ist einfach auch nur sozialdemokratische, angepasste Mittelschicht mit Schlips und Kragen und moralischen Reden. (Womit sich der Kreis zur anarchistischen Szene in Deutschland auch wieder zu schließen beginnt – mit den moralischen Reden). Ich bin fest überzeugt dass viele Menschen eine Menge Hass mit sich herumtragen. Der muss raus und braucht ein Ventil. Graswurzel-Anarchismus ist da keine Lösung und einfach unattraktiv. Classwar in England hat da mit seinen „Bash the rich“-Märschen durch Bonzenviertel eine gute Orientierung gegeben. Hass muss in Klassenhass und Kapitalismus/Herrschaftsablehnung transformiert werden.

        Soviel erstmal. Grüße.

      • Ian Bone permalink
        6. November 2010 23:11

  23. 6. November 2010 01:47

    oh armselige shice, du machst mich traurig, das ist genau, wohin das mit der dialektischen rechthaberei führt, jedenfalls nicht zur abschaffung von machtstrukturen – klugshicerei statt klassenkampf, und wer nicht zu den wortführerInnen ja und amen sagt, wird ausgegrenzt.
    informelle strukturen unhinterfragt hier, antideutsche, definitionsmacht da, – das erinnert mich alles er an kaderorganisation, und ist jedenfalls ausgeburt dieser gesellschaft und nicht emanzipatorisch – genossen , die sich ohne andere, solidarische mitstreiter so etwas ausliefern, nehmen sich vereinsamt nen strick, und werden nie wieder kämpfen- das erinnert mich alles fett an sektenkram und gehört überwunden. –
    kalte „entdinglichung“ und wer per se recht ha, t, auch wenn er/sie lügt oder taktiert-
    da bleibt von vertrauen nur trau-rig üb-rig.
    companeros, companeras, das hat die idee, für die ihr euer blut gegeben habt, nicht verdient, und die zukunft schon gar nicht.

    • Reaktionen aus der FAU permalink
      6. November 2010 12:39

      In der FAU ziehen schon wieder die albekannten Nasen über Syndikalismus.tk her. Abweschselnd wird behauptet „schon seit langem nicht mehr Syndikalismus.tk“ zu lesen, auf der anderen Seite werden FAU-Mitglieder aufgefordert nicht bei dieser „Bildzeitung“ zu schreiben oder zu kommentieren. Kritische Öffentlichkeit und andere Auffassungen können manche einfach nicht vertragen. Ich finde TK eine gute Sache. Täglich – statt nur alle 2 Monate (wie die DA) und mensch kann seine Meinung kundtun.

      • 6. November 2010 17:08

        Sowas nennt sich dann eben totaler Realitätsverlust.

        So drängt sich folgende Frage auf:
        Wie verbürgerlicht-verblödet ist die FAU?

      • 6. November 2010 17:47

        Es wird wohl nicht mehr lange dauern, dann wird den wenigen Genoss~innen wie Markus — der sich noch traut, wenigsten hin und wieder seine brillianten Kommentare abzusetzen — der Hammer die Worte der unfehlbaren Erbsensuppenprinzessin Isi auf den Amboss in Keilschrift eingravieren:

        „Das ist nichts geringeres als Verrat! Bitte einfach nur aus der FAU austreten. Danke.“

        Immerhin hat sie süßholzraspelnderweise noch lieblich „Bitte“ und bravspießig „Danke“ ins feindliche Ohr gehaucht.

        Es ist die selbe von Größenwahn zeugende Arroganz, die syndikalismus.tk entgegenschlägt, wie sie sich gegenüber der ach so kleinen Organisationsstärke der IAA-Sektion in Serbien entgegenschwappt und auch den educat-Genoss~innen (inhaltliche Unterschiede sind inhaltliche Unterschiede sind inhaltliche Unterschiede sind — Basta).
        Wenn die FAU wenigstens die Organisationstärke der SAC (Bevölkerungsanteilsmäßig! — SiC!) hätte, würde ihr diese Arrganz zwar immer noch wie Scheiße im Gesicht keben, aber wenigsten könnte sie es sich dann „leisten“ — man gönnt sich ja sonst nichts.

        Warum ist dieser erforderliche und dringend notwendige Quantensprung (nicht der ries~innengroße Supersprung, sondern die denkbar kleinstmögliche Veränderung!) nicht realisierbar?
        Das wäre dann der Steigbügel ………

    • Folkert permalink
      7. November 2010 02:01

      @ Workingclass

      Deine Analyse zielt schon irgendwo in die richtige Richtung. Allerdings halte ich das angebliche „Keine Zeit“-Argument für Blödsinn. Die Leute haben sehr viel Zeit, nur eben nicht für das, was sie angehen sollte, dass macht eben keinen Spaß, nervt. Ich kenne verdammt viele Menschen, Bekannte etc. pp., die alle angeblich keine Zeit mehr haben, sich für sich selbst einzusetzen, weil sie sich mit sehr viel anderen Dingen vollmüllen, die sie glauben haben zu müssen …

      Und dass Classwar heute nicht mehr (oder nur noch rudimentär?) existiert, dürfte ja auch seine Gründe haben. Die hatten einen stinknormalen „burn-out“, weil sie als Polit-Clowns 24-Stunden-Schichten alle Tage die Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr hingekaspert haben.

      Vielleicht muß man als AS den Menschen – Kolleg~innen auch mal sagen, dass sie sich mehr Zeit für sich selbst und ihre Probleme nehmen sollten, anstatt immer nur rumzujammern und die Verantwortung bei anderen zu suchen. Oder den einfachen Weg, der eben nicht darin bestehen kann, alle vier Jahre die noch übleren Leute zu wählen. Das ist eben kein Protest, das ist politischer Selbstmord. Aber wie wir ja wissen, denkt ein großer Prozentsatz der proletarischen Bevölkerung rechtsextrem. Woher das kommt, sollte untersucht werden – und darf nicht beschönigt werden.
      Die Ursache sind Angst, das deutsche Gefühlsmoment Nr. 1. Vor allem und jedem. Der eine nimmt Dir die Arbeit weg, der andere spielt besser Fußball als Du. Echt Scheiße dieses System. Also soll alles schon durchorganisiert werden, jedenfalls alles, was in die Hose gehen kann. Wenn einer Scheiße gebaut hat, dann brüllt er(sie am lautesten nach der Gesellschaft bzw. dem Staat, der ihm helfen soll.

      Wie tief das (nichtvorhandene) Klassenbewußtsein gesunken ist, zeigt sich daran, daß ALG II-Bezieher~innen immer wieder diese Jobs loben (klar, zu wenig Kohle!) – weil sie ja sonst ja keine Anerkennung finden würden. Meine Fresse, geht in einen Sportverein, organisiert Euch auf Stadtteilebene als Erwerbslose oder alleinerziehende Frauen, aber MACHT was. Es muß immer erst der Staat kommen und Programme hinwerfen für die Kanaille, ansonsten kriegen viele einfach den Arsch nicht hoch. Und zwar weder für sich – geschweige denn für andere. Die Kerle können sich ja irgendwo gemeinschaftlich kratzen, wenn sie es nicht schaffen, vernünftige und sinnvolle Aktivitäten – die es auch ohne Geld gibt – anzustellen.

      Bueno, ich mach jetzt wohl mal lieber ein paar Tage Urlaub.

  24. 7h3linguist permalink
    11. November 2010 14:59

    Voll gut wie hier alle erkannt haben, dass es nur einige der FAU waren, aber die ganze FAU wird in Sippenhaft genommen (ich benutze das Wort mit Absicht). Auch gut, wie Menschen hier der FAU die Verantwortung implizit übertragen, AS zu repräsentieren, ihr aber einen Satz später die Fähigkeit dazu absprechen. Erinnert mich tatsächlich ein wenig an Stammtisch-Bildzeitungsniveau. Phrasen dreschen, sich beschweren – aber selber nix verbessern. Chapeau!

    Da fällt mir was mit Emo-Bezug ein: Heult doch!

    • 11. November 2010 18:01

      na komm, gerade als linguist mit der technik des diebes, der „haltet den dieb“ ruft, zu operieren, ist ja wohl auch ein bisschen platt – sicher gibt es unter den kommentatoren hier welche, die aufgrund von verletzungen durch achtlose oder machtbetonte gruppendynamiken in der fau solche peinlichkeiten willkommen aufnehmen, um zurück zu beissen – jedoch bleiben sie peinlichkeiten und gehören diskutiert, wenn man anarchosyndikate aufbauen will, die als grundlage für ein neues miteinander herhalten sollen – die meissten hier sind nicht gegen, sondern mit der fau oder auch in der fau- wenn jede kritik allerdings auf politisch-lavierendes verhalten stösst, die interne, ja nahezu partei-räson hervorruft, trägt das nicht gerade zum frustabbau bei. und dann kommt so eine häme dabei raus. ursache- wirkung, nech? die a-s bewegung muss nun mal damit umgehen, dass es syndikate in, um und ausserhalb der drei buchstaben gibt, die besser früher als später gelernt haben müssen, miteinander zu kooperieren, ganz nach föderativem grundprinzip. da ist kein platz für politverhalten und kritikunfähigkeit.
      übrigens, nen netten blog haste da – danke für das bereitstellen der pdf – daran siehste ja selber, wenn alles schon in da und fau-seite stehen würde, bräuchtest du dann einen extra blog? siehste, geht vielen von uns genau so.

      • 7h3linguist permalink
        11. November 2010 20:28

        Sicherlich gehört so etwas diskutiert, persönlich finde ich syndikalismus.tk (als FAU-Mitglied) auf jeden Fall eine Bereicherung – auch wenn hier häufig,v.a. in den Kommentaren, FAU-bashing betrieben wird. Konstruktive Kritik finde ich phantastisch, frustmotivierte überflüssig. Die FAU ist eben auch ein Sammelsurium an Individuen, ohne „Eingangsschulung“; und sie bietet sich als Organisation natürlich auch als Kristallisationspunkt für Kritik und Überhebung durchaus an.

        Wegen Blog: Danke für die Blumen 🙂

      • 25. November 2010 17:54

        Vonwegen bashing, is doch nur einen vor den Sabberlatz.

    • franch kafcha permalink
      25. November 2010 00:38

      Emos sind doch auch super…

  25. Anna Nym permalink
    12. November 2010 11:00

    Ich habe langsam das Gefühl, dass hier welche echt zu blöd sind, die simpelsten Erklärungen zu begreifen. Jeder Vollspaten, dem der Anarchosyndikalismus derart am Herzen liegt, dass er ihn mit Symbolik auf seiner Webseite veranschaulichen muß, kann doch das Banner des hiesigen Internetereignisses (syndikalismus.tk) nutzen. Da muß er doch nicht die FAU denunzieren und mindestens einen Teil der Mitglieder empören. Und darum frage ich mich auch, warum die Faschisten, Sexisten, Rassisten und andere Internetfallgruben nicht für euch werben, als die intelligentere, politisch unortohdoxe, undogmatische, anachosyndikalistischere Gegenöffentlichkeit zur FAU, dem Hort der vom Zwang der Beitragszahlung befreiten Super-Anarchisten?

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Hallo Isi 🙂 Auch mal wieder hier? Kannst nicht ohne uns. Wissen wir ja 😉

    • 12. November 2010 17:52

      jetzt wirds lächerlich. m( niemand kann die fau so diskreditieren, wie mitglieder, die sich so peinlich unlibertär verhalten. wir mögen die fau, ihre genosssen und genossinnen, nur die, die sich nicht wie anarch@compner@s verhalten, und trotzdem in der fau NICHT kritisiert werden, kriegen auch ausserhalb, z. b. hier, ihr fett weg. zu recht.
      also, fau-mitglieder, macht endlich was gegen die leider vorhandenen internen anteile von antideutschtum, majorisierung durch vorturner mit informellen in-group-strukturen, definitionsmacht und politmauschelei, und der kritik von aussen wird der beitritt ( jawoll, mit beitragszahlung) und die mitarbeit und wo nötig, die kritik von innen folgen.

    • 13. November 2010 01:57

      Wie friedhofsblond bist du denn, Isi?

      XXXX einfach wieder in den
      Spiegelein, Spieglein wer ist die ……… in Schland.

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Na na na. Immer locker schwarz-roter, mäßige er doch seine Wortwahl.

  26. punky permalink
    13. November 2010 18:49

    sind hier jetzt alle ladygagablond und blöd geworden?

    • 13. November 2010 23:50

      Nö, Anna Nym alias Isi hat mit ihrem letzten Kommentar ihren Rückstand erhöht mit einem 2. Eigentor, bildet sich aber ein, sie würde mit 2:0 in Führung liegen.

    • sancho pansa permalink
      25. November 2010 00:27

      Lady Gaga ist doch super…

  27. 19. November 2010 22:45

    Ich hab mich bislang nicht an der Diskussion hier beteiligt. Aber nun bin ich durch einen Hinweis darauf aufmerksam geworden, das auf Isis Blog (FAU Magdeburg) eine unsägliche faschistoide Männerhasserin lobend vorgestellt wird. Es geht um die berühmt-berüchtigte Valerie Solanas. Zitat: “ Wie die Menschen durch ihre höhere Entwicklung und ihr höheres Bewußtsein ein vorrangiges Lebensrecht gegenüber den Hunden haben, so haben die Frauen ein größeres Lebensrecht als Männer. Die Vernichtung sämtlicher Männer ist daher eine gute und rechtliche Tat; eine Tat, die sich zum Wohl der Frauen wie zum Segen aller auswirken würde.“ Ich weiss nicht was mit der Isi so los ist, aber irgendwas muss da extrem schiefgelaufen sein, wenn sie Vernichtungsfantasien gegen Männer gut heißt. Was die FAU wohl dazu sagt? Werden ihr nun Links auf die FAU UNTERsagt? Ein schönes Aushängeschild für die AnarchosyndikalistInnen. Gruß von einer kommunistischen Feministin, die für die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter eintritt und keinen Männerhass fährt.

    http://isis-welt.blog.de/2010/11/15/vernichtungsfantasie-9981445/

    • Anarchosyndikalist permalink
      20. November 2010 02:56

      „Was die FAU wohl dazu sagt? Werden ihr nun Links auf die FAU UNTERsagt?“

      a) Wie immer nichts b) Wohl kaum.

      http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?sWord=Solanas&p=productsList&suchen.x=0&suchen.y=0

      Frauen sind nun mal nicht besser als Männer, auch nicht bei der Endlösung, haben die SS-Frauen schon in Auschwitz unter Beweis gestellt.

      https://syndikalismus.wordpress.com/2009/12/28/eingesandt-die-frohlichen-massenmorderinnen-von-auschwitz-der-wahnsinn-der-normalitat/

    • Bonaventura permalink
      21. November 2010 05:39

      Nun konnte ich meine Neugier doch nicht zügeln und habe mir Isis blog angeschaut. Sie propagiert offenbar wirklich Valerie Solanas „Manifest zur Abschaffung der Männer“ – komplett ohne Ironie (oder läßt mich mein verkrüppeltel X=Y-Gen das nicht verstehen?)
      Darum frage ich lieber mal nach:
      Meinst du das ernst, Isi? Ist das deine Meinung? Und wenn ja, bist du dann vielleicht nicht in der falschen Organisation und dem falschen Umfeld?
      Anarchismus, Syndikalismus, selbst Sozialismus im weitesten Sinne, hat sich die »Befreiung der Menschheit« von Ausbeutung und Unterdrückung auf die Fahnen geschrieben (um es etwas pathetisch auszudrücken) – und zwar in jeder Form (worunter selbstverständlich auch das Verhältnis zwischen Frau und Mann fällt). Wie paßt das zusammen mit der Forderung nach Ausrottung von fast der Hälfte der Menschen auf diesem Globus; und eigentlich auch – nach Solanas – von zumindest einem erklecklichen Teil des übriggebliebenen, an sich mit dem richtigen Gen-Paar (XX) gesegneten Teils der Menschheit?
      Gewaltphantasien als Ventil für Frust sind ja OK, aber du solltest sie nicht öffentlich herumposaunen, wenn du nicht dazu stehst. Sie sind schließliche kein (politisches) Programm zur Emanzipation der Menschheit, schon garnicht für freiheitliche SozialistInnen. Massenmord als Konzept ist die Domäne der Nazis und ihrer Geistesverwandten (m/w). Der ist nicht lustig; und er ist schließlich schon fabrikmäßig praktiziert worden – übrigens waren es da keine Kaufhäuser, sondern nur Duschen, und die standen in Konzentrationslagern. Die Leute , die dort einsaßen, hatten keine Wahl. Sie wurden dorthin mit Gewalt gebracht, und sie hatten in der Mehrzahl auch keine Chance, durch ‚Abschwören von einer irrigen’Weltsicht‘ freizukommen, denn sie waren per Gesetz genetisch verdammt – ‚Juden‘ (ob religiös oder nicht), ‚Zigeuner‘, ’slawische Untermenschen‘ etc. Also was? The same procedure as every year, James?
      Eine letzte Frage: Wie soll die Vermehrung der Menschheit nach Abschaffung der Männer erfolgen? Die männlichen Samen sind bisher zumindest dazu nötig. Aber wie lange reichen die Vorräte der vorhandenen Samenbanken? Wie lange sind die haltbar? Ist es zudem nicht eine gefährliche Verengung des Gen-Pools, wenn nur einige wenige Exemplare der Spezies Mann in Reservaten gehalten werden und gelegentlich ‚gemolken‘ werden? Und schließlich: was passiert in dieser (an sich fast) männerfreien Welt mit den männlichen Babys, die geboren werden – werden sie ‚eleminiert‘ oder in die Männerreservate ausgesetzt?

      • günther permalink
        21. November 2010 22:22

        @ bonaventura . valerie solanas schrieb nicht nur „manifest der gesellschaft zur vernichtung der männer,“ deutsch im maro verlag. sie schrieb auch pornos für olympia press in paris. sie lebte zeitweilig in andy warhols geldmaschine factory und war opfer und täterin in dieser durchgeknallten hippiekommune. für isis, wenn du das schreiben dieser frau ernst nimmst, tritt aus der fau aus und wechsle zum “ julius schleicherfreundeskreis“.da triffst du auch noch bekannte aus der bahamas redaktion .

      • günther permalink
        21. November 2010 22:30

        @ isis. noch als nachsatz, wie wärs mal wieder mit ganz normaler gewerkschaftsarbeit? soll ja auch ganz spannend sein.

      • 22. November 2010 01:33

        Zum Stichwort „BaHamas“

        Nie wieder Zionismus & Wahres Judentum heute

        http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#grid/user/F134AE83E531EB50

    • sancho pansa permalink
      23. November 2010 21:04

      findest du auch Public Enemy doof, weil das „schwarze Rassisten“ seien?

    • Rot-Schwarze Psychologin permalink
      24. November 2010 11:22

      Aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit Patienten würde ich hier einen ausgeprägten egomanischen Darstellungstrieb unterstellen. Das müsste natürlich in Therapiegesprächen tiefer ergründet werden. Vielleicht ist es so, das einfach nie jemand diesen Menschen lieb hatte und dieser nun in der FAU den Eindruck hat, das alle nach seiner Pfeife tanzen und er dort Aufmerksamkeit erhält, welche ihm die Welt vorenthalten hat. Solche Patienten darf man in ihrem Wahn natürlich nicht auch noch durch Zureden unterstützen. Das macht die ganze Sache sonst noch schlimmer und es wird für die Patienten noch schwerer, sich von ihren Zwangsgedanken und krankhaften Vorstellungswelten zu befreien. Langjährige Therapien können da helfen und diese Menschen begleiten, wieder ein normales Leben zu führen.

      • 27. November 2010 17:00

        Dieser Analyse kann ich nur zustimmen, würde aber noch eine gewaltige Portion Homosapiensphobie diagnostizieren.

  28. 19. November 2010 22:49

    Isquierda
    Noch ein Nachschlag: Das stammt aus der Feder von der Isi:

    2010-11-16 @ 07:00:51

    Solanas meinte auch, dass man – wenn man genau sein will – auch alle Frauen töten müßte, aber dass das nicht ginge, weil sonst niemand übrig bleibt. Auf Männer zu fokussieren, macht da natürlich durchaus Sinn. Solanas selbst schlug an Einkaufszentren angegliederte Männer-Vergasungskammern vor. Zu Blumenerde recycelt müßten auch nur die irrationalen Männer, aber das sind ja ohnehin fast alle. Alternativ kam ihr die Abschaffung des Geldes in den Sinn. Selbstredend möchte ich lieber das Geld behalten und schlage daher die luftdichte Isolation der Kinderaufbewahrungshorte bei Porta und Ikea vor, um darin irrationale Männer zum tief nach Luft schnappen zu schicken…während des Einkaufs. Auf der Rückfahrt hat man dann mehr Platz im Auto, für Tüten und Taschen.

  29. Jutta permalink
    29. November 2010 03:23

    Huhu Isis

  30. Helmut permalink
    28. Januar 2011 01:13

    „Der Blogger“, um an das Eingangsposting anzuschliessen, Herr Lapuente, ist nicht nur nicht einer der hellsten … er ist einer der dunkelsten Politköpfe dieser neudeutschen Bloggerwelt

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