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Berichte von der Libertären Medienmesse in Oberhausen (Ergänzt 07., 08. & 13.09.10)

6. September 2010

Im Folgenden geben wir erste Berichte über die Libertäre Medienmesse des vergangenen Wochenendes in Oberhausen wieder. Weitere Berichte können gerne an unsere email-Adresse gesendet werden oder hier als Kommentar gepostet werden.

1. Libertäre Medienmesse für den deutschsprachigen Raum

Die 1. Libertäre Medienmesse fand vom 3-5. September in Oberhausen im Jugend und Kulturzentrum „Druckluft“ (http://www.drucklufthaus.de/) statt. In drei Hallen stellten verschiedene libertäre/anarchistische Vertriebe/Verlage Bücher, Filme, Zeitschriften usw. aus. Außerdem gaben drei Veranstaltungsräume Platz, für die meist gut besuchten Veranstaltungen. Während der gesamten drei Tagen herrschte eine gute Stimmung und die Messe war alles in allem gut besucht. Für die Musikalische Untermalung sorgten Anarchist Academy im Rahmen ihres 2010 Release. Und natürlich gab es leckeres veganes Essen und Getränke die jederzeit für einen angemessenen Preis zur Verfügung standen.

Eingang zur Messehalle 3 - Foto: Cafe Libertad Kollektiv.

Viele Genossen/innen aus anderen Ländern wie Spanien und Frankreich hatten Stände auf der Messe und nahmen an den Veranstaltung teil, was zeigt das eine Solidarität und Zusammenarbeit auch über die Grenzen des eigenen Landes besteht. Diese Messe hatt es wirklich ermöglicht das sich mensch mit Inhalten der anarchistischen Bewegung vertraut machen konnte, das Aktive ihre Inhaltlichen Kenntnisse erweitern konnten und das neue Kontakte geknüpft werden konnten.

Wir sehen die Messe als guten Schritt für die Etablierung von libertären/anarchistischen Inhalten und als Stärkung der anarchistischen Bewegung. Wir freuen uns auf das/die nächste/n Jahr/e Limesse!

anarchistischer Funke

Quelle: Blog von „Anarchistischer Funke“

Libertäre MedienmacherInnen präsentierten ihre Arbeit

Von Edith Bartelmus-Scholich

Die "Fundacion Anselmo Lorenzo" auf der LiMesse - Foto: Cafe Libertad Kollektiv.

Mit einem zukunftsweisenden Konzept ging am Wochenende in Oberhausen die erste selbstorganisierte libertäre Medienmesse im deutschsprachigen Raum an den Start. Zuvor hatte es stets nur libertäre Buchmessen gegeben. Das war den OrganisatorInnen der „Limesse“ deutlich zu wenig. So standen in Oberhausen drei Tage Projektvorstellungen, Lesungen, Kultur und Veranstaltungen auf dem Programm, die mehr boten als Printmedien. Neben libertären Verlagen und Zeitschriften stellten Radio-, Video- und Internetprojekte im autonomen Zentrum Druckluft ihre Projekte vor. Die teilnehmenden 30 Kollektive kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die ca. 30 Veranstaltungen verbanden Medienproduktion mit anarchistischen Zielen und Traditionen. Den Veranstaltern war wichtig die Arbeit der jeweiligen Medienkollektive sichtbar werden zu lassen und politische Bezüge herzustellen. So fanden die BesucherInnen nicht nur Veranstaltungen zum Verlagsprogramm libertärer Verlage, Zeitungs- Video- und Internetprojekte, sondern auch zu brennenden Problemen des Kapitalismus. Betriebsbesetzungen wurden dabei ebenso gewürdigt, wie Forderungen, die Leiharbeit abzuschaffen, aufgemacht.

Trotz des Aufrufs am Samstag in Dortmund die Nazis zu blockieren, dem ein großer Teil des anarchistischen Spektrums folgte, konnten die Veranstalter mehrere hundert BesucherInnen begrüßen. Ihre Erwartungen wurden erfüllt. Im Rahmen der Veranstaltung klang bereits an, die libertäre Medienmesse in ein oder zwei Jahren wieder durchzuführen.

Quelle:  www.scharf-links.de

Folkert – Cafe Libertad Kollektiv, ASK und Archiv Karl Roche

Moin, auch von mir einen Gruss an die Veranstalter-Crew der LiMesse. Und um es klar zu sagen: das CLK hat nur das Material für den Kaffeestand gestellt und die vielen jungen Genoss~innen der Veranstalter in die Maschinerie eingewiesen. Chapeau vor der organisatorischen Leistung der LiMesse und dem Elan der jungen Genoss~innen aus der Region!

Und wir vom CLK, dem ASK Hamburg plus Archiv Karl Roche (nunja, wir waren mit 5 Genossen anwesend) hatten ihren Spaß und werden sicherlich wiederkommen.

Kritisch möchte ich anmerken, daß mir die FAU-Präsenz mehr als mangelhaft erschien. Es war ein regionales Ereignis mit tatkräftiger Unterstützung langjähriger Genoss~innen. Aber der FAU-Zuspruch war dürftig, was andere Regionen anging. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck, der mich erschreckt hat.

Auch hätte es sicherlich mehr Referate und Vorträge zu gewerkschaftlichen Themen geben können – aber es war ja vornehmlich eine Libertäre Messe und kein gewerkschaftlicher Kongress. Vielleicht kann das ja beim 2. Mal versucht werden zu kombinieren. Es muß ja nicht erst in Buch- oder Internetform gepreßt werden, um darüber zu sprechen.

Die Location war angemessen (altes Zechengelände) – aber durch die drei „verstreut“ liegenden Hallen plus Kneipe und Verpflegungsausgabe war das Gelände zu weitläufig. So verstärkte sich der Eindruck, daß viel zu wenig Besucher~innen gekommen waren. Leider ist das auch Fakt, es wurden viel mehr Menschen erwartet. Das war eine herbe Enttäuschung.

Das wurde aber durch die vielen Gespräche wettgemacht. Ich mußte mir ja nichts anhören, was ich für „daneben“ halte … das Spektrum der LiMesse war umfassend, schiocking für mich, dass ausgrechnet wohl der Vortrag von Bernd Drücke zu den am besten besuchten gehörte …

Absolut Klasse und für mich als Möchtegern-Historiker ein Highlight war die Anwesenheit des Genossen Xavier aus Madrid von der FAL. Muchias gracias!

Quelle: Kommentar auf Syndikalismus.tk

Mal so ein paar unsortierte Eindrücke von der 1. Libertären Medienmesse:

Der Infotisch des "Archiv Karl Roche" aus Hamburg - Foto: Cafe Libertad Kollektiv.

1. Bücher sind zu schwer. Besonders wenn man einen Rucksack voll davon nach Hause schleppt. Aber bei der massiven Konzentration von allem, was in deutsch, englisch und spanisch spannend ist und was man sonst nie so zu Gesicht bekommen würde, konnte ich nicht widerstehen. Die Vielzahl der Stände und das Angebot war wirklich super. Von druckfrisch bis antiquarisch,

2. Die Veranstaltungen, die ich besucht habe, waren durch die Bank weg interessant. Ein echtes Highlight war die von Rainer Thomann zum Thema Betriebsbesetzungen bei INNSE in Mailand und der Officine in Bellinzona. Da würde es sich sicherlich lohnen, mal eine kleine Rundreise zu veranstalten. Obwohl teilweise bis zu drei Veranstaltungen gleichzeitig waren (Ich hätte auch keine Idee, wie man das anders organisieren könnte) waren es teilweise bis zu 50 ZuhörerInnen.

3. Es hätten noch mehr Radio und Internetprojekte sein können, die sich vorstellen. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum z.B. yndikalismus.tk nicht da war. An der Art und Weise, wie man die Non-Print-Projekte darstellt, könnten die OrganisatorInnen noch ein wenig feilen. Vorschläge gibt es, wenn ich richtig mitgehört habe. Aber schließlich ist das ja auch noch Neuland.

4. Die Organisation des Drumherum war super. Es gab ständig Kaffee-Infusionen vom CLK für die teilweise übernächtigten BesucherInnen, die Essen von den netten NiederländerInnen von Le Sabot hat mich ein wenig mit veganer Küche versöhnt und ich habe sogar noch einen von deren schicken Bechern mit dem lustigen Logo (http://www.nadir.org/nadir/initiativ/le_sabot/de/algemein.html) geschenkt bekommen. Es gab einen Infostand mit GenossInnen, die einem schnell und hilfsbereit weiterhelfen konnten. Überall wieselten Leute rum, die beim Schnibbeln geholfen haben, Kaffee ausgeschenkt haben, die Veranstaltungen angekündigt haben usw. Ich kenne das aus unseren Zusammenhängen auch ganz anders und war echt positiv überrascht. Kudos an die vielen jungen bis grauhaarigen OrganisatorInnen aus der Ruhr-FAU und Drumherum!

5. Die Atmosphäre war sehr angenehm und solidarisch und ich habe viele, viele Gespräche mitbekommen, wo Leute sich ausgetauscht haben, Verabredungen getroffen haben, Projekte angeleiert haben. Der Biergarten und die Sonne haben dazu geführt, dass es da die ganze Zeit zuging, wie in einem Bienenstock, wo Ideen durch die Gegend summten. Vielleicht führt das ja dazu, dass es in nächster Zeit mehr anarchistische Archive gibt, dass sich die anarchistischen Radioprojekte besser austauschen oder dass es mehr Kontakte zu AnarchistInnen in Osteuropa gibt. Wir werden sehen.

6. Es hätten mehr BesucherInnen sein können. Ich war die ganzen drei Tage da und könnte nicht sagen, wieviele Leute da waren. Es war immer Betrieb und die Veranstaltungen waren, wie ich schon geschrieben habe, gut besucht, aber in drei Messe-Räumen und über drei Tage verläuft sich das natürlich ein wenig. Das ist z.B. auch auf der Nürnberger linken Literaturmesse so. Es waren aber diverse Leute nicht da, von denen ich vermutet hätte, dass ich sie sehen würde. Aber ich vermute mal, dass das ein typisches Anfangsproblem nach dem Motto „Mal sehen, was das so wird und es sich lohnt, hinzufahren“ ist. Die Anarchist Book Fair in London, soll mit weniger als 200 BesucherInnen angefangen haben, heute sind es mehr als 5.000. Wer nicht in Oberhausen war, hat definitiv etwas verpasst und bekommt hoffentlich die Gelegenheit, das beim nächsten Malen nachzuholen.

7. Weitermachen! Lasst das bitte nicht eine Eintagsfliege bleiben. Es wäre schade, wenn es nicht erneut eine solche Gelegenheit zum Schnacken, Zuhören und zum Wegschleppen schwerer Rucksäcke mit Büchern und anderen Dingen geben würde. Ich kann mir zwar ungefähr ausmalen, was das für ein Organisationsaufwand gewesen sein muss und vermute mal, dass die OrganisatorInnen jetzt akut urlaubsreif sind. Aber vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, ihnen bei einem nächsten Mal irgendwelche Arbeiten abzunehmen oder sonstwie zu helfen. Ich würde mich jedenfalls über eine 2. Libertäre Medienmesse echt freuen und verpreche schon mal, dann auch einige FreundInnen mitzubringen. Und ich könnte auch ein paar Pennplätze in einer Nachbarstadt von Oberhausen organisieren.

Von Ein anderer Besucher

Quelle: Kommentar auf Syndikalismus.tk

Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien: Besuch bei der Limesse

Mit ca. 50 Büchern sind wir zurück von der Limesse in SuperOberSauberHausen, die in den unplanmässig noch nicht fertig renovierten Räumen des Druckluft mit ausreichend Platz für die geschätzt 300 Besucherinnen und auch etwas Sonne stattfand. Die Veranstaltungen reichten beispielsweise von Einblicken in die Geschichte des AV-Verlags über die Analyse des Werks von Landauer bis hin zur Verquickung von Anfängen der Tierschutzbewegung mit der anarchistischen Bewegung. Gut besucht war auch unsere Vorstellung des Vorschlages für eine digitale anarchistische Bibliothek und eine Hand voll Interessierte haben sich im Laufe der Limesse weiter mit den Details beschäftigt und wollen nun das Projekt aufbauen. Erfreulich war vor allem auch die Anwesenheit älterer Anarchistinnen, die sich bei anderen Veranstaltungsformen (z.B. bei den A-Camps oder dem Berliner A-Kongress) weniger blicken lassen. Andererseits waren die Veranstaltungen mangels Zeit stark auf die Sprecherinnen zentriert. Neben den Veranstaltungern gab es aber zahlreiche Gespräche im kleineren Kreis. Mindestens 3 Teilnehmer planen in den nächsten Wochen einen Vortrags-Besuch in Wien – wir werden berichten. Insgesamt war die Limesse die Reise wert (trotz 12-stündiger Zugfahrt inkl. Evakuierung aus dem ICE), besonders auch dank der guten Betreuung durch die Veranstalterinnen.

Quelle: Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien

Rudolf Mühland aka key-keeper „Salud!

nun, denn auch mal von mir (einem von den 10 leuten, welche die 1. limesse organisierthaben) ein erster, kleiner, persönlicher rückblick. ich selbst habe von der messe kaum etwas mitbekommen – das lag daran das ich am wochenende die schlüsselgewalt hatte und darüber hinaus am infopoint eingeteilt war. beides führte dazu, das ich permanent fragen zu beantworten und probleme zu lösen hatte.

andererseits habe ich es mir nicht nehmen lassen schon am samstag aussterllerInnen und besucherInnen nach ihrem feedback zu befragen. es liegt in der natur der sache das diese sehr unterschiedlich ausgefallen sin. übereinstimmend hörte ich, das es ruhig mehr besucherInnen hätten sein können (die schätzungen der aussterlerInnen die ich befragt hatte (aus jeder der drei hallen mindestens eineR) variieren zwischen 200 und 600 besucherInnen an den drei tagen).

ebenso übereinstimmend hörte ich, das der verkauf gut bis überdurchschnittlich war – einzige ausnahme, ein antiquariat, das laut eigener aussage die „falschen sachen“ dabei hatte. desweiteren wurde positiv erwähnt, das die räumlichkeiten gut gewählt waren. die anbindung an den öpnv und die autobahn wurden ebenso gelobt wie das essen von le sabot (einige sprachen gar davon das sie an diesem wochenende mit vegan vokü ein wenig versöhnt wurden) und die möglichkeit sich ab und an zum ausruhen ins café oder einfach auf die „wiese“ zurückziehen zu können. und nicht zuletzt, wurde auch die ausschilderung und der infopoint ausdrücklich positiv bewertet.

aber natürlich gab es auch dinge die nicht so gut gelaufen sind. so hatten wir am freitag ein energieproblem, das erst im laufe des späten nachmittags/frühen abends gelöst werden konnte. da die bauarbeiten leider noch nicht abgeschlossen waren (zwei der drei hallen befanden sich schlußendlich noch im rohbau) fehlte auch licht. dieses problem wurde behelfmäßig gelößt. wir hatten an allen drei tagen auf dem ganzen gelände (an den hallen und veranstaltungsräumen) das programm für den jeweiligen tag aushängen – einige ausstellerInnen und besucherInnen hätten sich gewünscht wenn schon am freitag die progamme für alle tage ausgehangen hätten (wegen der „schichrplanung“ an den ständen) das mediensprektrum hätte größer sein können, bzw hätten von den verschiedenen medien mehr vertreterInnen da sein können. auch die art und weise wie die verschiedenen medienprojekte presentiert wurden hätte anders sein können (so haben wir selbst während eines interviews am sonntag mit coloradio die idee entwickelt, das die radios zum beispiel während der messe hätten „live“ von dieser berichten können. auch interviews mit ausstellerInnen, besucherInnen und referentInnen wären ne gute idee gewesen). auch für die web-projekte haben wir im laufe der messe ideen zu presentation entwickelt,….

eine kritik befasst sich mit der „kürze der veranstaltungen“ die zum teil sehr abrupt abgebrochen wurden. diese kritik nehmen wir zu kenntnis, ohne jedoch als veranstalterInnen hier wirklich eine lösung zu haben. die vielfalt der veranstaltungen (die uns auch wichtig war) verlangte einen strikten zeitplan (insbesondere unter berücksichtung der raumsituation). alle referentInnen wussten vorher wieviel zeit sie zur verfügung haben werden,… trotzdem: beim nächsten mal (eine formulierung die mir immer noch angst macht – aber die ich sowohl von ausstellerInnen, besucherInnen, interviewerInnen, helferInnen als auch organisatorInnen seit dem 03.09.2010 immer wieder gehört habe) werden wir das mit berücksichtigen und sehen ob/welche lösungen es da geben kann.

von einigen ausstellerInnen habe ich gehört, das sie gerne einen raum gehabt hätten, in dem sie sich nach dem jeweiligen offiziellen ausstellungsende hätten treffen können (wiedersehen, neuen kontakte knüpfen usw). das ging, besonders am samstag abend nicht, da es neben dem konzert mit anarchist academy auch noch eine party im café gab. letztere war nicht im rahmen der messe, sondern eine „fremd“veranstaltung. wir hatten eigentlich damit geplant diesen raum (das café) auch samstags abends nutzen zu können. leider hatte das druckluft aber einer anderen veranstaltungscrew für den 04.09.2010 einen raum für eine party zugesagt (ursprünglich sollte es die kleine disko sein – oberhalb des cafés, was wegen der bauarbeiten aber nicht ging) und wo ich grad beim samstag abend bin: leider kamen zum anarchist academy konzert nicht so viele leute wie erhofft. an der werbung kann es nicht gelegen haben, denn die war „fett“ und das konzert in allen wichtigen ruhrgebietsmagazinen (sowohl print als auch web) angekündigt! die veranstalterInnen die ich kenne, sagten mir, das ich erst gar nicht versuchen soll mir gedanken darüber zu machen warum das so ist. ihrer aussage nach ist das hat so, ein und die selbe band im selben raum ist mal total überfüllt und mal vor fast leerer halle, egal wieviele „konkurrenztermine“ es sonst noch gibt. der preis von 7€ war sicher nicht zu hoch, zumal es auch die möglichkeit gab „im notfall“ auch gegen spende rein zu kommen. auch die anschließende party mit insgesamt drei djanes war leider nur sehr schwach besucht. der eintritt war frei und die wenigen leute die kamen haben noch den einen oder andren € in der spendendose gelassen. und, wie ich von der thekencrew erfahen habe – hatte durchaus noch ansehnlich und überdurchschnittlich viele getränke umgesetzt .-)

was ich (als ehemaliger redakteur der direkten aktion) ein wenig schade fand, war das die >direkte aktiondadada< ja beim nächsten mal dabei? .-) was ich bei all dem lob und der kritik nicht vergessen möchte: einige besucherInnen kamen von wirklich weit her. so kam mindestens eine besucherin extre (!) aus italien. eine besucherin (mitglied in einem a-verlag in canada, die im oktober selbst eine büchermesse organisieren) kam ebenfalls extra zur messe – allerdings verband sie dies mit einem einmonatigen urlaub in europa/deutschland, da sie hier mal studiert hat. und eine besucherin kam aus melbourn/australien und war damit die am weitgereisteste besucherin überhaupt. allerdings muss hier erwähnt werden, das sie sich gerade „eh“ in europa befand .-) ansonnsten waren besucherInnen aus ganz deutschland, der schweiz, österreich und den niederlanden da.

da ich während der drei tage einen tunnelblick entwickelt habe (er begann am freitag um neun uhr und blieb bis montag 13 uhr) kann ich leider nur diesen groben überblick geben. aber: ich habe dann doch auch noch eine menge kollegInnen der fau (aus allen regionen!), mitglieder der asj-nrw und der anarchistischen föderation (forum deutschsprachiger anarchistInnen) gesehen. nicht zu schweigen von gut einem duzend alter freundInnen von mir – was mich besonders gefreut hat .-) als einer der organisatorInnen möchte ich auch noch einmal betonen, das diese messe so nicht möglich gewesen wäre ohne all die hilfe die wir erfahren haben. so haben viele kollegInnen der asj und der fau-iaa zum gelingen begetragen, ebenso das clk und viele andere mehr.

so – sicherlich habe ich jetzt das ene oder andere lob und die eine oder andere kritik vergessen, aber mir ging es ja auch nicht um einen lückenlosen rücklick .-)

Quelle: Kommentar von Rudi Mühland auf Syndikalismus.tk

FAU Bern: 1. Libertäre Medienmesse Oberhausen

Sonntag Nacht waren wir drei aus Bern wieder zurück in der Schweiz und sanken alle ziemlich bald erschöpft in unsere Betten. Von Freitag Morgen bis am Sonntag Abend waren wir an der 1. Libertären Medienmesse (LiMesse) in Oberhausen. In der Nähe des Oberhausener Hauptbahnhofs befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche seit über 20 Jahren das Jugendzentrum Druckluft, in welchem die Messe stattfand. In drei Hallen präsentierten 46 Projekte ihre Bücher, Broschüren, Videos, Radiosender und Internetforen. Dazwischen befand sich ein angenehmer Biergarten, in welchem manche interessante Diskussion stattfand, wo Kontakte geknüpft und aufgefrischt wurden oder wo einfach nur über einem kühlen Blonden getratscht wurde. Am selben Ort verpflegte die niederländische Kochgruppe „Le Sabot“ alle Anwesenden drei Mal täglich mit exquisiten veganen Mahlzeiten. Von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag fanden teilweise bis zu drei Workshops statt, die sich um Anarchismus und Medien oder auch um Betriebsbesetzungen drehten. Und obwohl mehrere Workshops gleichzeitig liefen und der Biergarten nie wirklich leer wurde, waren die Workshops gut besucht – bis 50 Leute interessierten sich für ein Thema! Zwischen den Workshops und Kuchenstücken, zwischen den Gesprächen und Mahlzeiten stromerten wir durch die drei Hallen und sahen uns die vollbepackten Stände an, da waren Anbieter aus allen Winkeln Deutschlands, aus der Schweiz (FAU Bern, a propos Verlag, chefduzen.ch) und sogar aus Spanien (Fundación Anselmo Lorenzo). Wegen dem reichen Angebot an interessanten Büchen ist es kein Wunder, dass der Rucksack von mir nach der Messe schwerer war als vorher – und das obwohl wir viel Material verkauft haben…

Obwohl die Büchermesse erschöpfend war, wir nicht viel zu Schlaf hatten und es mehr BesucherInnen hätte haben dürfen, war die LiMesse gelungen und es wäre genial, wenn es eine solche Messe nächstes Jahr wieder gäbe!

peb/smf

Aus: di schwarzi chatz, September/Oktober 2010 – Nr. 8, Jg. 2. Zeitung der Freien ArbeiterInnen Union in der Schweiz. http://www.faubern.ch | zeitung@faubern.ch

37 Kommentare leave one →
  1. Folkert permalink
    6. September 2010 13:38

    Moin,

    auch von mir einen Gruss an die Veranstalter-Crew der LiMesse. Und um es klar zu sagen: das CLK hat nur das Material für den Kaffeestand gestellt und die vielen jungen Genoss~innen der Veranstalter in die Maschinerie eingewiesen. Chapeau vor der organisatorischen Leistung der LiMesse und dem Elan der jungen Genoss~innen aus der Region!

    Und wir vom CLK, dem ASK Hamburg plus Archiv Karl Roche (nunja, wir waren mit 5 Genossen anwesend) hatten ihren Spaß und werden sicherlich wiederkommen.

    Kritisch möchte ich anmerken, daß mir die FAU-Präsenz mehr als mangelhaft erschien. Es war ein regionales Ereignis mit tatkräftiger Unterstützung langjähriger Genoss~innen. Aber der FAU-Zuspruch war dürftig, was andere Regionen anging. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck, der mich erschreckt hat.

    Auch hätte es sicherlich mehr Referate und Vorträge zu gewerkschaftlichen Themen geben können – aber es war ja vornehmlich eine Libertäre Messe und kein gewerkschaftlicher Kongress. Vielleicht kann das ja beim 2. Mal versucht werden zu kombinieren. Es muß ja nicht erst in Buch- oder Internetform gepreßt werden, um darüber zu sprechen.

    Die Location war angemessen (altes Zechengelände) – aber durch die drei „verstreut“ liegenden Hallen plus Kneipe und Verpflegungsausgabe war das Gelände zu weitläufig. So verstärkte sich der Eindruck, daß viel zu wenig Besucher~innen gekommen waren. Leider ist das auch Fakt, es wurden viel mehr Menschen erwartet. Das war eine herbe Enttäuschung.

    Das wurde aber durch die vielen Gespräche wettgemacht. Ich mußte mir ja nichts anhören, was ich für „daneben“ halte … das Spektrum der LiMesse war umfassend, schiocking für mich, dass ausgrechnet wohl der Vortrag von Bernd Drücke zu den am besten besuchten gehörte …

    Absolut Klasse und für mich als Möchtegern-Historiker ein Highlight war die Anwesenheit des Genossen Xavier aus Madrid von der FAL. Muchias gracias!

    • 6. September 2010 16:50

      Huhu Folkert
      der Schein ist heute oft anders als das Sein. Früher in der FAU hab ich überregionel mehr oder weniger alle irgendwie gekannt, als ich nur ein paar Jahre dabei war. Das hat sich geändert. Nicht weil ich keine Lust mehr habe, neue Leute kennezulernen. Auch nicht, weil ich weniger Rumreise als früher. Auf den heutigen FAU-Kongressen kenne ich nur noch etwa ein Drittel der Teilnehmenden. Und manchmal erzählt mir jemand unbekanntes Dinge, die ich einem „Neuen“ an Erfahrung nicht zugetraut hätte. Dann stellt sich heraus, dass derjenige auch schon einige Jahre dabei ist 🙂 Ich vermute, auf der LIME ist das auch so gewesen, viele neue Gesichter sind ein positives Zeichen. Ich komme da nicht mehr hinterher mit dem Kennenlernen, die Zeiten sind vorbei, wo ich jeden Aktiven in der FAU mit Handschlag begrüßen konnte. Freut mich, dass es euch gefallen hat!

  2. 6. September 2010 18:35

    @ Pottler

    Wenn es denn so einfach wäre … wo waren dann die ganzen Leute, die ich seit Jahren kenne, wo waren die vielen Redaktöre der FAU-Zeitung ‚direkte aktion‘, wo waren die Genoss~innen aus dem Norden und aus Berlin, aus Frankfurt, Bonn, dem Osten …? Haben die sich alle versteckt – ist die gesamte Bewegung jetzt schon so weit verjüngt, daß ich kaum einen 40Jährigen mehr (er)kenne?

    Ausdruck dieses Desinteresses dürfte ja wohl auch das vollständige Fehlen einer FAU-Präsentation der dienstältesten libertären Arbeiterzeitung auf der LIME gewesen sein. Bei einer derartigen Vorlaufzeit und dem Aufwand hätte es doch wenigstens eine kleine Beweihräucherung gegen können oder eine nette fetzige Podiumsdiskussion – Gründer, Mitarbeiter und Autoren des FAU-Organs waren genügend anwesend. Stattdessen hat Bernd D. einen Paforceritt durch 130 Jahre Anarchismus gehalten und dabei auch Die INTERNATIONALE der FAUD hervorgehoben (hab ich ganz nebenbei mitbekommen). Und warum gab’s keinen FAU-Infostand? Die LiMesse wurde von FAU-Genoss~innen organisiert und die FAU hat das (bundesweit) unterstützt … Es gibt doch keinen Grund, eine wachsende AS-Bewegung zu verstecken, die so eine libertäre Medienmesse organisiert.

    Naja, das nur mal so. Und das „wir“ mehr werden, das wurde mir leider nicht klar. Und über die Qualität von vegetarischem Essen diskutiere ich nicht mehr – bin ja weiterhin hauptsächlich Fleischfresser und stehe nicht so sehr auf Nutella zum Frühstück.

    Ahoi in den Pott – die LiMesse ist auf jeden Fall eine überfällige Idee und solidarisch ausbaufähig, wenn es denn gewünscht wird.

    Genug gemäkelt, sollen doch auch mal andere ihre Erkenntnisse und Anregungen äußern.

    • 6. September 2010 19:22

      Muss Du alles madig machen? Du kannst wohl nichts anderes.

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Über manche Kommentare kann man hier nur den Kopf schütteln…

      • günther permalink
        6. September 2010 23:15

        @ faum. kann mensch gewollt missverstehen eigentlich studieren?

      • Fröttmaninger Spezn permalink
        6. September 2010 23:26

        FAU München…projekte.free.de….immer aktuell 🙂 🙂 🙂

        Oi, Oi, Oi

  3. das_schwarze_schaf permalink
    6. September 2010 20:00

    Ich glaube nicht, dass es Folkert in dem Fall um „madig machen“ ging. Ich habe (neben den GenossInnen aus den umliegenden OGs) andere FAUistas u.a. aus Nürnberg, Marburg, Frankfurt/Main, Hannover, Münster, Bielefeld, München, Bonn, Neustadt, Aachen und Saarbrücken getroffen und bestimmt auch welche übersehen, die ich nicht kenne, weil es mir ähnlich geht, wie dem anderen Pottler. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass es aus weitaus mehr Städten leider keine GenossInnen nach Oberhausen geschafft haben. Nun war das Ganze natürlich auch kein FAU-Treffen sondern eine Libertäre Medienmesse, deren OrganisatorInnen nicht ganz zufällig zum großen Teil FAUist@s sind und die von weiteren GenossInnen von außerhalb des direkten regionalen Zusammenhangs tatkräftig unterstützt wurden. Anders wurde die LiMesse in die FAU hinein auch nicht propagiert. Wir wissen natürlich, wie schwer sich manche Leute aus ihren geliebten Metropolen loseisen können, um sich auf den beschwerlichen Weg in die Provinz zu begeben ;-). Genauso wie uns (auch schon bei anderen Anlässen) klargeworden ist, dass es im Zuge der Krise für viele in der Tat immer schwieriger wird, überhaupt noch Fahrt- und Unterbringungskosten aufzubringen. Aber wir gehen mal davon aus, dass sich – falls wir das noch einmal machen sollten – dennoch herumsprechen wird, dass sich eine Reise in den tiefen Westen bisweilen lohnt.

  4. Folkert permalink
    6. September 2010 20:49

    Ich widerhole mich gerne – es hat Spaß gemacht und wenn @ FAUM meine Meinung nicht gefällt, dann ist das eben mal sein oder ihr Problem. Ich habe mit diversen Ständen gesprochen und deren Erwartungen wurden nicht erfüllt – d.h. die Aufwendungen für Anfahrt etc. pp. sind durch die Umsätze (Benzin etc.) konnten nicht gedeckt worden. Manch einer fuhr mit mehr Gepäck zurück als er angeschleppt hat. Und viele Projekte können sich wohl nicht derartige Zuschußfeierlichkeiten erlauben, wenn sie nicht irgendwann am Hungertuch nagen wollen.

    Sselbst das AA-Konzert konnte kaum als „ausverkauft“ bezeichnet werden.

    Und @ Schwarzes Strich Schaf: seit Jahren gibt es WE-Tickets, die sich jede OG/LF zu fünft teilen kann … und gepennt wurde auch in Halle III …

    Bueno, dann setz‘ ich mal wieder meine Scheuklappen auf und lese den gekauften spanischen Büchern.

  5. 6. September 2010 22:28

    Danke an die VeranstalterInnen!!!

  6. david .g permalink
    7. September 2010 00:17

    Leider Folkert du hast recht,das FAU-IAA.Badsegeberg nicht da waren,
    auch Kiel war auch nicht da.
    Und ich war auch nicht da.,
    Mit schwarz-rote grusse David .G

  7. 8. September 2010 14:52

    Salud!

    nun, denn auch mal von mir (einem von den 10 leuten, welche die 1. limesse organisierthaben) ein erster, kleiner, persönlicher rückblick.

    ich selbst habe von der messe kaum etwas mitbekommen – das lag daran das ich am wochenende die schlüsselgewalt hatte und darüber hinaus am infopoint eingeteilt war. beides führte dazu, das ich permanent fragen zu beantworten und probleme zu lösen hatte.

    andererseits habe ich es mir nicht nehmen lassen schon am samstag aussterllerInnen und besucherInnen nach ihrem feedback zu befragen.

    es liegt in der natur der sache das diese sehr unterschiedlich ausgefallen sin.

    übereinstimmend hörte ich, das es ruhig mehr besucherInnen hätten sein können (die schätzungen der aussterlerInnen die ich befragt hatte (aus jeder der drei hallen mindestens eineR) variieren zwischen 200 und 600 besucherInnen an den drei tagen).

    ebenso übereinstimmend hörte ich, das der verkauf gut bis überdurchschnittlich war – einzige ausnahme, ein antiquariat, das laut eigener aussage die „falschen sachen“ dabei hatte.

    desweiteren wurde positiv erwähnt, das die räumlichkeiten gut gewählt waren. die anbindung an den öpnv und die autobahn wurden ebenso gelobt wie das essen von le sabot (einige sprachen gar davon das sie an diesem wochenende mit vegan vokü ein wenig versöhnt wurden) und die möglichkeit sich ab und an zum ausruhen ins café oder einfach auf die „wiese“ zurückziehen zu können. und nicht zuletzt, wurde auch die ausschilderung und der infopoint ausdrücklich positiv bewertet.

    aber natürlich gab es auch dinge die nicht so gut gelaufen sind. so hatten wir am freitag ein energieproblem, das erst im laufe des späten nachmittags/frühen abends gelöst werden konnte.

    da die bauarbeiten leider noch nicht abgeschlossen waren (zwei der drei hallen befanden sich schlußendlich noch im rohbau) fehlte auch licht. dieses problem wurde behelfmäßig gelößt.

    wir hatten an allen drei tagen auf dem ganzen gelände (an den hallen und veranstaltungsräumen) das programm für den jeweiligen tag aushängen – einige ausstellerInnen und besucherInnen hätten sich gewünscht wenn schon am freitag die progamme für alle tage ausgehangen hätten (wegen der „schichrplanung“ an den ständen)

    das mediensprektrum hätte größer sein können, bzw hätten von den verschiedenen medien mehr vertreterInnen da sein können. auch die art und weise wie die verschiedenen medienprojekte presentiert wurden hätte anders sein können (so haben wir selbst während eines interviews am sonntag mit coloradio die idee entwickelt, das die radios zum beispiel während der messe hätten „live“ von dieser berichten können. auch interviews mit ausstellerInnen, besucherInnen und referentInnen wären ne gute idee gewesen). auch für die web-projekte haben wir im laufe der messe ideen zu presentation entwickelt,….

    eine kritik befasst sich mit der „kürze der veranstaltungen“ die zum teil sehr abrupt abgebrochen wurden. diese kritik nehmen wir zu kenntnis, ohne jedoch als veranstalterInnen hier wirklich eine lösung zu haben. die vielfalt der veranstaltungen (die uns auch wichtig war) verlangte einen strikten zeitplan (insbesondere unter berücksichtung der raumsituation). alle referentInnen wussten vorher wieviel zeit sie zur verfügung haben werden,…
    trotzdem: beim nächsten mal (eine formulierung die mir immer noch angst macht – aber die ich sowohl von ausstellerInnen, besucherInnen, interviewerInnen, helferInnen als auch organisatorInnen seit dem 03.09.2010 immer wieder gehört habe) werden wir das mit berücksichtigen und sehen ob/welche lösungen es da geben kann.

    von einigen ausstellerInnen habe ich gehört, das sie gerne einen raum gehabt hätten, in dem sie sich nach dem jeweiligen offiziellen ausstellungsende hätten treffen können (wiedersehen, neuen kontakte knüpfen usw). das ging, besonders am samstag abend nicht, da es neben dem konzert mit anarchist academy auch noch eine party im café gab.
    letztere war nicht im rahmen der messe, sondern eine „fremd“veranstaltung. wir hatten eigentlich damit geplant diesen raum (das café) auch samstags abends nutzen zu können. leider hatte das druckluft aber einer anderen veranstaltungscrew für den 04.09.2010 einen raum für eine party zugesagt (ursprünglich sollte es die kleine disko sein – oberhalb des cafés, was wegen der bauarbeiten aber nicht ging)
    und wo ich grad beim samstag abend bin: leider kamen zum anarchist academy konzert nicht so viele leute wie erhofft. an der werbung kann es nicht gelegen haben, denn die war „fett“ und das konzert in allen wichtigen ruhrgebietsmagazinen (sowohl print als auch web) angekündigt!
    die veranstalterInnen die ich kenne, sagten mir, das ich erst gar nicht versuchen soll mir gedanken darüber zu machen warum das so ist. ihrer aussage nach ist das hat so, ein und die selbe band im selben raum ist mal total überfüllt und mal vor fast leerer halle, egal wieviele „konkurrenztermine“ es sonst noch gibt. der preis von 7€ war sicher nicht zu hoch, zumal es auch die möglichkeit gab „im notfall“ auch gegen spende rein zu kommen.
    auch die anschließende party mit insgesamt drei djanes war leider nur sehr schwach besucht. der eintritt war frei und die wenigen leute die kamen haben noch den einen oder andren € in der spendendose gelassen.
    und, wie ich von der thekencrew erfahen habe – hatte durchaus noch ansehnlich und überdurchschnittlich viele getränke umgesetzt .-)

    was ich (als ehemaliger redakteur der direkten aktion) ein wenig schade fand, war das die >direkte aktiondadada< ja beim nächsten mal dabei? .-)

    was ich bei all dem lob und der kritik nicht vergessen möchte:
    einige besucherInnen kamen von wirklich weit her. so kam mindestens eine besucherin extre (!) aus italien. eine besucherin (mitglied in einem a-verlag in canada, die im oktober selbst eine büchermesse organisieren) kam ebenfalls extra zur messe – allerdings verband sie dies mit einem einmonatigen urlaub in europa/deutschland, da sie hier mal studiert hat. und eine besucherin kam aus melbourn/australien und war damit die am weitgereisteste besucherin überhaupt. allerdings muss hier erwähnt werden, das sie sich gerade "eh" in europa befand .-) ansonnsten waren besucherInnen aus ganz deutschland, der schweiz, österreich und den niederlanden da.
    da ich während der drei tage einen tunnelblick entwickelt habe (er begann am freitag um neun uhr und blieb bis montag 13 uhr) kann ich leider nur diesen groben überblick geben. aber: ich habe dann doch auch noch eine menge kollegInnen der fau (aus allen regionen!), mitglieder der asj-nrw und der anarchistischen föderation (forum deutschsprachiger anarchistInnen) gesehen. nicht zu schweigen von gut einem duzend alter freundInnen von mir – was mich besonders gefreut hat .-)

    als einer der organisatorInnen möchte ich auch noch einmal betonen, das diese messe so nicht möglich gewesen wäre ohne all die hilfe die wir erfahren haben. so haben viele kollegInnen der asj und der fau-iaa zum gelingen begetragen, ebenso das clk und viele andere mehr.

    so – sicherlich habe ich jetzt das ene oder andere lob und die eine oder andere kritik vergessen, aber mir ging es ja auch nicht um einen lückenlosen rücklick .-)

    • 9. September 2010 12:01

      Schöner, ausführlicher Bericht! Danke, weil ich leider nicht dort sein konnte. Apro pos fehlender DA-Stand: Müßte die aktuelle DA-Ausgabe für September/Oktober 2010 nicht schon rausgekommen sein? Die Graswurzel flatterte mir schon vor einer Woche ins Haus….aber die DA noch nicht.

    • Hale Bob permalink
      9. September 2010 12:51

      Ja, dafür, dass sie sich in ihrer Jubiläumsausgabe so sehr mit angeblicher „Professionalität“ brüsten, sind sie ganz schön langsam. Und dann noch über Autoren mosern, die mit ihren Artikeln anonym bleiben wollen 🙂

      • Hallu Bob permalink
        9. September 2010 14:47

        Also ich finde es auch völlig unmöglich, dass die LayouterInnen, die sich neben ihrem Job und ihrem Studium noch die Nächte für den Umbruch der DA um die Ohren hauen, nicht auf die Minute pünktlich sind. Das ist doch wohl das Wenigste, das man von den faulen Säcken erwarten kann. Und jetzt mal ganz im Ernst: Ich habe ja schon viel in Sachen Konsum-Mentalität der A-Szene erlebt, aber so was wie Hale Bobs Kommentar setzt echt noch einen drauf!

      • Nur noch lächerlich permalink
        9. September 2010 17:30

        Ha ha.. das ist wieder so ne typische Reaktion aus der FAU. Anstatt mal eigenes Versagen anzuerkennen und damit selbstkritisch und damit selbstbewusst umzugehen wird rumgenölt…“Neben Lohnarbeit und Studium“. Alle zwei Monate 16 Seiten ist nicht zu viel verlangt. Andere Redaktionen haben das hinbekommen. Und wenn man´s kritisiert wird angepisst geblubbert. Blubb blubb FAU…schön das euer Politkommissar genug Zeit hat, hier dumme Kommentare zu posten, anstatt den GenossInnen tatkräftig unter die Arme zu greifen, das die DA erscheinen kann….

      • 10. September 2010 22:13

        Na, gerade, wenn die DA-MacherInnen mitten im Leben stehen und es ehrenamtlich machen, sollten sie Wert auf Verbindlichkeit und Pünktlichkeit legen! Ich verstehe nicht, wie man bei längst vorher bekannten Terminen es nicht schafft, sich zeitig darauf vorzubereiten. Angesichts nunmehr etwa zwei Wochen ist es zeitverschroben, von „auf die Minute pünktlich“ zu sprechen. Klar, es kann passieren, weil die DA eben von vielen Leuten abhängig ist, und das Schwächste Glied in der Produktionskette leider den Ausschlag geben kann, was das Erscheinen der Zeitung angeht. Und mir ist auch klar, dass die FAU an der Basis sehr stark Lernprozessorientiert ist. Das ist gut so, aber in Schlüsselpositionen, dazu zählt auch die DA, sollte es nicht so lange Zeit in Anspruch nehmen, wie in diesem Falle. Gut, gut, alles Geschenkt!
        Aber eines lass ich so nicht stehen:
        Erst als Redaktion groß rumtönen, wie professionell alles geworden ist mit der DA und fleißig Seitenhiebe verteilen, und dann gleich mit der nächsten Ausgabe selber nicht in die Pötte kommen.

      • 10. September 2010 22:58

        Ist die DA tatsächlich zu spät, oder ist sie nur bei dir in Hannover gerade nicht erhältlich? 🙂 🙂 🙂

  8. Ein Aussteller permalink
    8. September 2010 15:50

    Ich fand es für das erste Mal eine Super-Sache. Sicherlich hätte die Messe noch mehr Zulauf verdient, aber die Linke Literaturmesse in Nürnberg hat z.B. mit nur 200 BesucherInnen angefangen und sich erst im Laufe der Jahre deutlich gesteigert. Wir haben aus Oberhausen jedenfalls deutlich mehr als unsere Fahrtkosten mit in der Kasse nach Hause nehmen können, von den Gesprächen mal ganz zu schweigen. Den meisten anderen Verleger_innen, mit denen wir gesprochen haben, ging es es ähnlich. Das mit dem Konzert und der Party ist natürlich schade, aber vielleicht ist Hip-Hop auch einfach ein wenig out. Ich finde Konzerte im Rahmen der Messe auch nicht so wichtig. Wahrscheinlich sind sie es für die OrganisatorInnen, weil es eine der ganz wenigen Gelegenheiten ist, ein wenig Kohle zum Decken der Unkosten einzuspielen. Die Standgebühr hat ja mal gerade für die Miete der Tische gereicht. Werbung, Beschilderung etc. mussten wohl durch den Verkauf von Kuchen und Spenden am Kaffeestand wieder reinkommen. Ich hoffe, das ging halbwegs auf. Für das nächste Mal – für das ich unbedingt plädieren würde! – gehören auf meine Wunschliste noch mehr Veranstaltungen, noch mehr Möglichkeiten zum Austausch, mehr BesucherInnen, mehr Non-Print-Medien. Ansonsten hat das alles so gut gepasst und war so gut organisiert, dass man an vielen Punkten schon fast nichts mehr besser machen kann. Respekt!

  9. punky permalink
    8. September 2010 18:15

    hinterher ist man ja sowieso schlauer, aber traurig finde ich es schon, wenn potenziale nicht genutzt werden….. schon die linken buchtage im mehringhof in berlin waren sau schlecht besucht (ok, die sonne schien und es war fussball-wm)….- dafür waren aber beim sog. kommunismus kongress 1000 Leute, die dafür auch noch ca. 30 Euro Eintritt gezahlt hatten, nur um Zizek, Badiou und Negri zu sehen.

    Für die Lima wurde in Hamburg so gut wie keine Werbung gemacht…. All dies zeigt ja die große Schwäche vereint etwas auf die beine zu stellen, was auch für die eigenen leute interessant ist und erst recht für die, die nicht aus libertären szenerien kommen…..

    • es gibt nicht gutes... permalink
      9. September 2010 09:10

      Hi Punky. Was die Werbung angeht, gab es auf der Website der Limesse Flyer und Plakate zum Download und Ausdrucken, größere Menge konnte man auch direkt bestellen. Das mit dem selbst ausdrucken haben wir das bei uns im Ort auch gemacht. Wir hätten nie erwartet, dass die Organisator_innen tausende von Plakaten und zehntausende von Flyern durch die Republik in jedes Nest schicken oder dort auslegen. Wovon hätten die denn das bezahlen sollen? Selbst organisieren heißt halt auch, dass man selbst was organisiert und nicht darauf wartet, dass es andere für einen selbst tun. Wenn es dir also wichtig ist, beim nächsten Mal einfach selbst anpacken, anstelle hinterher zu beklagen, dass niemand anderes das getan hat, was du selbst hättest tun können. liebe Grüße.

  10. subcomandante marcus permalink
    9. September 2010 12:46

    ich war leider nur einen tag da, und das einzige was mich gestört hat ist dass ich viel zu wenig geld hatte um mir all das kaufen zu können was es dort an guten sachen gab. es hätten sicher mehr leute da sein können, was man aber bestimmt nicht den veranstalterInnen vorwerfen kann, die haben auch im vorfeld genug getan. ausserdem haben sich die anwesenden kaum an einem ort konzentriert, sondern in den hallen verteilt, so wenige waren es nach meiner beobachtung auch nicht. und als von „reis mit scheiss“-geschädigter gourmet muss ich der vokü mal ein dickes lob aussprechen, das essen war gut!
    als ganzes unbedingt wiederholenswert, sowas sollte zur gewohnheit werden.

  11. punky permalink
    10. September 2010 01:13

    hey, wäre einfach prima, man würde mal nach vorne diskutieren.. statt andere runterzumachen. zu einer veranstaltung gehörem auch attraktive kommunikationsmittel, flyer,plakate und so etwas, die dann auch geklebt werden. wir sollten uns hier nur nicht vorwerfen, das der kritiker das doch hätte selbst machen können. in hamburg, da wurde eben nichts in der richtung gemacht. jedenfalls nichts, was wahrzunehmen gewesen wäre. nicht mehr und nicht weniger.

    • bepper permalink
      10. September 2010 11:18

      Na die attraktiven Kommunikationsmittel gab es doch! Die lagen u.a. auf der Website der Libertären Medienmesse zum Download und Ausdrucken und man konnte sie dort auch bestellen. Jeder, der ein Interesse zur Verbreitung hatte, konnte sie also ausdrucken oder bestellen und dann aushängen oder kleben. Das haben viele auch getan. Ich verstehe echt nicht, wo dein Problem ist, Punky!

  12. 11. September 2010 11:10

    Hallo der neue Anschlag ist draußen, viel Spaß beim Lesen! und grüße aus Südhessen…..

  13. 11. September 2010 11:15

    Und vergesst nicht – 18.09. – :

    Die Libertär-sozialistische Gruppe unterstützt die Demo »Linke Freiräume erkämpfen und verteidigen! Unsere Solidarität gegen eure Repression.« am 18.09. in Bensheim. Treffpunkt ist auf dem Sparkassenvorplatz vor dem Bahnhof um 14:00 Uhr.

  14. 13. September 2010 17:21

    1. Libertäre Medienmesse Oberhausen

    Sonntag Nacht waren wir drei aus Bern wieder zurück in der Schweiz und sanken alle ziemlich bald erschöpft in unsere Betten. Von Freitag Morgen bis am Sonntag Abend waren
    wir an der 1. Libertären Medienmesse (LiMesse) in Oberhausen. In der Nähe des Oberhausener Hauptbahnhofs befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche seit über 20 Jahren das Jugendzentrum Druckluft, in welchem die Messe stattfand. In drei Hallen
    präsentierten 46 Projekte ihre Bücher, Broschüren, Videos, Radiosender und Internetforen. Dazwischen befand sich ein angenehmer Biergarten, in welchem manche interessante Diskussion stattfand, wo Kontakte geknüpft und aufgefrischt wurden oder wo einfach nur über einem kühlen Blonden getratscht wurde. Am selben Ort verpflegte die niederländische Kochgruppe „Le Sabot“ alle Anwesenden drei Mal täglich mit exquisiten veganen Mahlzeiten. Von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag fanden teilweise bis zu drei
    Workshops statt, die sich um Anarchismus und Medien oder auch um Betriebsbesetzungen
    drehten. Und obwohl mehrere Workshops gleichzeitig liefen und der Biergarten nie wirklich leer wurde, waren die Workshops gut besucht – bis 50 Leute interessierten sich für ein Thema! Zwischen den Workshops und Kuchenstücken, zwischen den Gesprächen und
    Mahlzeiten stromerten wir durch die drei Hallen und sahen uns die vollbepackten Stände an, da waren Anbieter aus allen Winkeln Deutschlands, aus der Schweiz (FAU Bern, a propos Verlag, chefduzen.ch) und sogar aus Spanien (Fundación Anselmo Lorenzo). Wegen dem reichen Angebot an interessanten Büchen ist es kein Wunder, dass der Rucksack von mir nach der Messe schwerer war als vorher – und das obwohl wir viel Material verkauft haben…

    Obwohl die Büchermesse erschöpfend war, wir nicht viel zu Schlaf hatten und es mehr BesucherInnen hätte haben dürfen, war die LiMesse gelungen und es wäre genial, wenn es eine solche Messe nächstes Jahr wieder gäbe!

    peb/smf

    Aus: di schwarzi chatz, September/Oktober 2010 – Nr. 8, Jg. 2
    Zeitung der Freien ArbeiterInnen Union in der Schweiz
    http://www.faubern.ch | zeitung@faubern.ch

  15. 11. Oktober 2010 03:46

    Die erste libertäre Medienmesse im Ruhrgebiet
    Ein Rückblick

    Vom 3. bis 5. September 2010 fand in Oberhausen im Szenezentrum Druckluft die erste libertäre Medienmesse im Ruhrgebiet statt (vgl. GWR 351, S. 20).

    Die VeranstalterInnen waren im Wesentlichen AnarchosyndikalistInnen aus dem Ruhrgebiet, dem Niederrhein und dem Rheinland.

    Ihnen ist zu danken, dass die europaweit an der Zahl zunehmende Kultur der libertären Buch- oder Medienmessen nun auch in Deutschland einen Ort gefunden hat. Bisher war die Schweiz das einzige Gastland im deutschsprachigen Raum. In südeuropäischen Ländern verbreiten sich solche Messen seit einigen Jahren in ungeahnter Geschwindigkeit.

    Der Unterschied zu den bekannten „linken Buchmessen“ (Berlin, Nürnberg usw.) besteht vor allem darin, dass sich libertäre Medienleute und ihr Publikum hier „unter sich“ treffen und damit die Existenz einer eigenständigen inhaltlichen Strömung markieren, während in den sonstigen linken Buchmessen seit einiger Zeit eher die marxistisch orientierten Verlage und Strömungen dominieren.

    Durch die jüngeren Versuche der Vermischung von Anarchismus und (Neo-)Marxismus – auch in der Theorie – werden meiner Ansicht nach die Konturen einer eigenständigen libertären Kultur zu sehr verwischt. Das, was Anarchismus ist oder sein kann, wird dadurch öffentlich weniger sichtbar.

    Dass marxistische zusammen mit anarchistischen Verlagen eine linke Buchmesse organisieren – also der bisherige Normalfall für Deutschland -, ist übrigens in Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien oder Portugal undenkbar. Schön also, dass die erste libertäre Medienmesse in Oberhausen endlich an diese südeuropäische Tradition einer schärfer hervorgehobenen Eigenständigkeit libertärer Kultur angeknüpft hat.

    Gleichwohl war das inhaltliche Programm der Veranstaltungen sehr variabel und spiegelte die Bandbreite heutiger anarchistischer Kultur gut wieder.

    Eine weitere Neuerung war der Begriff „Medienmesse“ – der Schwerpunkt sollte also nicht nur auf den klassischen Printmedien Buch und Zeitung liegen. Einige Veranstaltungen befassten sich daher mit dem Verhältnis von Anarchie und Internet oder es stellte sich das spannende Projekt der (nicht nur) digitalen Anarchistischen Bibliothek & Archiv Wien vor (1).

    Die „DadA – Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus“ und weitere ähnliche Projekte waren allerdings noch nicht vertreten, so dass die Tendenz „Medien“ bei kommenden Messen dieses Titels durchaus noch ausgebaut werden kann. Dasselbe könnte über Filme gesagt werden, obwohl einige Filmdokumentationen im Programm waren. Denn in den Ausstellungsräumen dominierten nach wie vor noch Buch und Zeitung.

    Es ist schwierig, den Zuspruch der BesucherInnen dieser ersten libertären Medienmesse im Ruhrgebiet richtig einzuschätzen. Die Veranstaltungen, Filme und Konzerte waren, soweit ich das mitbekam, durchweg gut besucht (auch die der Graswurzelrevolution) – in den Messeräumen machte sich das optisch allerdings nicht unbedingt bemerkbar. Am Freitagabend hatte ich den Eindruck, als besuchten lediglich die AusstellerInnen die jeweils anderen Stände, am Samstag blieb dieser Eindruck bis in den frühen Nachmittag hinein bestehen. Dann wurde es allerdings besser und ich sprach am Stand der Graswurzelrevolution mit einigen Leuten, die im Ruhrgebiet leben und sich angesichts dieser ersten Gelegenheit auch vorgenommen hatten, das ein oder andere Buch direkt zu erstehen.

    Zwei Rücksichtnahmen hätten vielleicht dazu führen können, dass der Publikumszuspruch weitaus höher hätte ausfallen können. Zum einen war zeitgleich am Wochenende die Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund zu deren „Antikriegstag“ am 4. September – das hätte vielleicht bei der Terminierung vorausgesehen werden können, zumal das jedes Jahr stattfindet.

    Zum anderen ist ein – zwar sehr schöner und auch bekannter Szenetreff wie das „Druckluft“ vielleicht nicht unbedingt ein Veranstaltungsort für eine solche Messe, der dem Anarchismus ein in die Gesellschaft hineinwirkendes öffentliches Schaufenster geben könnte, d.h. es auch Leuten aus szenefernen Bereichen der Gesellschaft leicht ermöglichen würde, sich einmal die libertäre Kultur anzusehen und von ihr positiv überrascht zu werden.

    Die letzte Schweizer libertäre Buchmesse in Biel/Bienne etwa fand in einem der größten Säle des Stadtzentrums statt und zog eine enorme Anzahl von BesucherInnen an, allein durch die Auswahl des Ortes.

    Das alles soll aber den positiven Eindruck dieser ersten Medienmesse im Ruhrgebiet nicht trüben, doch wenn daraus eine Reihe oder fest verankerte Tradition werden soll, könnte darüber vielleicht weiter nachgedacht werden. Ein großer Dank jedenfalls an die VeranstalterInnen für ihre Mühe.

    Lou Marin

  16. punky permalink
    13. Oktober 2010 11:31

    hallo lou marin,
    was ist denn so schlimm, wenn sich neo/post-marxistische und anarchistische verlage gemeinsam präsentieren? in frankreich ist das doch auch möglich. ich denke da auch an die büchertische während der cnt-feste oder wie sieht es aus mit der beteiligung von alternative libertaire? Guerin u.a. haben doch gerade auch versucht, die erkenntnisse „beider“ strömungen produktiv werden zu lassen?

    • Folkert permalink
      13. Oktober 2010 23:49

      Tja Punky,
      das war bereits vor 30 Jahren und hat nicht geklappt.
      Was lernen wir daraus?
      Marx und Bakunin kann man nicht velwechseln, sonst gibt das nen Knoten im Kopp.
      Wer „wissenschaftlichen Sozialismus“ und HistoMat predigt, ist ein armer Dummkopf,
      und kann m.E. nicht gleichzeitig einem freiheitlichen Kommunismus frönen.
      Wäre schön, wenn Du mehr aus FrankArm erzählen würdest als aus einer alten
      Seeräuberkiste so olles Plüntüch hervorzu“zaubern“.

  17. punky permalink
    14. Oktober 2010 12:45

    hallo folkert,
    es ging um die reflektion der entwicklung der anarchistisch, anarcho-kommunistischen und libertären bewegung in frankreich. und da sind ja einige organisationsansätze am start. neben der federation anarchiste gibt es ja noch die organisationen alternative libertaire, oci und ocs, no pasaran etc. – von den sich streitendenden beiden cnt s mal abgesehen…., und in allen organisationen scheint es vernünftige und sehr unvernünftige leute zu geben, sonst wären sie nicht so fürchterlich gespalten/uneins. denn eins schafft da zur zeit keiner. eine nach aussen attraktive politik an den start zu bekommen…..leider. dennoch finde ich die ansätze von daniel guerin und al am attraktivsten…… mehr wollte ich gar nicht sagen…. und hier in deutschland ist die zusammenarbeit zwischen fau und autonomer antifa frankfurt und anderen doch ein guter schritt…. und was die streitigkeiten im anarchosyndikalistischen bereich betreffen, denke ich mir, weisst du ja sehr gut, wo der hammer hängt……
    herzlichst
    punky

    • Folkert permalink
      14. Oktober 2010 18:20

      @ Punky,
      Danke, aber nun bin ich noch immer nicht schlauer, was die „Reflektion der A-Szene“ angeht. Dort gibt es eine massive soziale Bewegung gegen die Lebensarbeitszeitverlängerung – und die diversen Grüppchen der AS- und Anarcho-Szene kriegen keine „attraktive Politik an den Start“. Na, ich würde so etwas ohnehin nicht wollen. Die aktiven Zirkel, die „Politik“ machen und sich auf den Platformismus oder die Kombination Marx-Bakunin beziehen, warum sollten sich Menschen davon angezogen fühlen?
      Tja, „wo der Hammer hängt“ wüßte ich leider nur zu gerne. Nur wenn die größte AS-Organisation eine Kampagne startet und sich dabei von ich-weiß-nicht-wievielen-Syndikaten ganze sechs (in Zahlen: 6) aktiv beteiligen, dann ist was faul im Staate Dänemark.
      Ebenso herzlich zurück.

      • 14. Oktober 2010 19:26

        jaja, bisher beteiligt sich nur ein schstel der syndikate an dieser kampagne. ABER es werden mehr syndikate. und einige syndikate die (noch) nicht offiziell teil der kampagne sind, haben schon zu dem thema gearbeitet (so z.b. die fau-düsseldorf die schon eine veranstaltung zum thema durchgeführt hat, die fau-duisburg die noch diesen winter dazu eine veranstaltung durchführen wird [wahrscheinlich mit einem „referenten“ der fau-düsseldorf] usw. usf.).

        wie das also bei der fau-iaa so ist:
        einige syndikate fangen an, andere syndikate ziehen nach und es wird wohl auch das eine oder andere syndikat geben das (leider) gar nichts zum thema machen wird.

        drücken wir uns also mal die daumen, das die fachgewerke und die fau zusammen mit der opposition innerhalb der dgb-einzelgewewrkschaften diesen angriff werden abwehren können!

        ps: und vielleicht wächst die fau-iaa in/an dieser kampagne sogar weiter?

  18. punky permalink
    14. Oktober 2010 12:46

    natürlich ist s nicht die oci sondern die organisation communiste libertaire o c l, die ich meinte statt oci….pardon

  19. punky permalink
    15. Oktober 2010 16:47

    vielleicht anregend zu lesen?

    daniel guerin
    http://www.anarchismus.at/txt4/guerin.htm

    Wenn man in die Probleme etwas tiefer einsteigt, so ist es unschwer festzustellen, daß sich in der Vergangenheit Anarchismus und Marxismus gegenseitig beeinflusst haben. Malatesta, der bekannteste italienische Anarchist, hat einmal geschrieben: „Nahezu die gesamte anarchistische Literatur des 19. Jahrhunderts war durch den Marxismus beeinflusst“.

    Sie wissen, daß Bakunin eine große Hochachtung gegenüber den wissenschaftlichen Fähigkeiten von Marx hatte, und daß er damit begonnen hat, das „Kapital“ ins Russische zu übersetzen. Des weiteren veröffentlichte Bakunins Freund, der italienische Anarchist Carlo Cafiero italienische Kurzfassungen des „Kapitals.“ Umgekehrt haben die ersten Bücher Proudhons: „Was ist das Eigentum?“ (1840) und vor allem sein großes Werk „Systeme des contradictions economiques ou philosophie de la misere“ (1846) den jungen Marx stark beeinflusst, auch wenn wenig später der undankbare Ökonom seinen Lehrer durch den Kakao zog und gegen ihn „Misere de la philosophie“ schrieb.

    Trotz ihrer Auseinandersetzungen verdankte Marx vieles den Ideen Bakunins. Wir wollen hier nur zwei Beispiele anführen: Die Adresse, die von Marx über die Commune verfasst wurde, steht stark unter bakunistischem Einfluß – wie es von Arthur Lehning, dem Herausgeber des „Archives Bakounine“ herausgearbeitet worden ist. Und, wie ich es bereits erwähnt habe, wurde Marx Dank Bakunins dazu gezwungen, die Forderung nach dem Volksstaat, die seine sozialdemokratischen Verbündeten aufgestellt hatten, zu verwerfen

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