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Rumänien: Gesundheitssystem kollabiert

2. September 2010

Am 1. September bekam das rumänische Gesundheitssystem, das sich bereits eh im Zustand des Kollabierens befindet, einen weiteren Schlag vom Ministerium durch die Regierungsentschließung Nr.615/2010 verpasst. Diese Entschließung beinhaltet die Streichung der Fonds für die Behandlung chronischer Erkrankungen. Diese Entscheidung wird nicht nur die Leben derer in Gefahr bringen, die unter solcherart Krankheiten leiden – Beispielsweise die an Tuberkulose erkrankten – eine Erkrankung, die bis heute nicht in Rumänien ausgemerzt wurde – sondern auch diejenigen, die mit diesen Personen in Kontakt kommen.

Mehr noch ist diese Art der Entschließung nur ein kleines repräsentatives Beispiel des kompletten Desinteresses für die öffentliche Gesundheit, auch wenn das Staats-Budget für das Gesundheitswesen große Summen aus den Taschen der BürgerInnen erhält. (In Rumänien gibt es zwei Abgaben für „die Gesundheit“: 10,5% vom Bruttolohn für das „Nationale Gesundheitshaus“ und 5,5% vom Bruttolohn für die Gesundheitsversicherung).

Für all das – ich lese dazu auf den Internet-Seiten der BBC diese Statistiken:

– Rumänien gibt nur 3,6% seines Bruttoinnlandprodukts für die Gesundheitsversorgung aus, weniger als jedes andere Land in der EU;

– Frisch examinierte Ärzte verdienen etwa 400 US-Dollar im Monat;

– Seit 2007 haben an die 5000 Ärzte, das ist einer von zehn, Rumänien in Richtung Westen verlassen;

(Quelle: http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-10914678)

Es ist nichts Neues hier, das Patienten ihre eigene Behandlung bezahlen wenn sie medizinische Hilfe benötigen, auch wenn sie jeden Monat in das Gesundheitssystem einzahlen – 16% von ihrem Einkommen. Dies Geschieht, da quer durch Rumänien die meisten Krankenhäuser verschuldet sind und es sich nicht leisten können für Medikamente zu zahlen.

Die Folgen der Regierungspraxis für das Gesundheitssystem können sehr gut an den folgenden jüngeren Beispielen aus der Praxis dargestellt werden:

– 23. April – Amelia Anthony – erstklassige Solistin am Nationalen Operetten Theater „Ion Dacian“ wurde beinahe getötet, nach dem sie in ein Koma viel. Im Krankenhaus wurde sie mit gefährlichen Bakterien infiziert;

– 30. April – eine 21 Jahre alte schwangere Frau stirbt im Krankenhaus da sie dort vernachlässigt wurde;

– 23. Mai – ein 9 Jahre alter Junge stirbt im Krankenhaus. Seine Mutter brachte ihn ins Krankenhaus wegen eines gebrochenen Arms.

– 15. August – ein 8 Jahre alter Junge stirbt im Krankenhaus. Er wurde wegen einer Beinverletzung eingeliefert.

Diese Beispiele aus der Krankenhaus-Praxis sind nur die Spitze des Eisbergs und die Ursache dafür ist die kriminelle Politik der Regierung…

Beitrag übernommen vom Anarcho-Syndikalistischen Infodienst Rumänien (ASIR)

Siehe auch den ASIR-Blog


3 Kommentare leave one →
  1. Einer von ASIR permalink
    4. September 2010 11:11

    Weil er so großes Vertrauen in das Gesundheitssystem seines Landes hat, fährt der rumänische Staatspräsident Traian Basescu regelmäßig zu Untersuchungen und Behandlungen nach Österreich.

  2. Lebensretter Ostblockviren - Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen permalink
    5. Mai 2013 15:53

    Lebensretter Ostblockviren – Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen

    Im Laufe der Zeit haben mehr und mehr Bakterienstämme Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt. Ein Ausweg aus dieser Krise könnte die sogenannte Phagentherapie darstellen. Die Dokumentation geht der alternativen Heilmethode auf den Grund und zeigt dabei ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen auf. Die als Bakteriophagen bezeichneten Viren sind die natürlichen Feinde der Bakterien. Anders als Antibiotika befallen sie nur eine bestimmte Bakterienart und wirken spezifischer. In der ehemaligen Sowjetunion hat sich der Einsatz von Phagen vor allem im Zweiten Weltkrieg etabliert. Nach dem Krieg wurde das Eliava-Institut in Tiflis zum Zentrum der Phagenproduktion und Medikation des gesamten Ostblocks. Millionen Menschen konnten behandelt und gerettet werden. Doch das Wissen des Instituts ist in Gefahr. Es fehlt an Geld und Infrastruktur. In den westlichen Ländern ist die Phagentherapie ein kaum erforschtes, skeptisch betrachtetes Gebiet.

    Lebensretter Ostblockviren – Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen https://www.youtube.com/watch?v=_mm3GlUnGFk

    Das 1928 von dem britischen Forscher Alexander Flemming entdeckte Penizillin machte den Medizinern und ihren Patienten Hoffnung, dass es nun vorbei sei mit den bakteriellen Infektionen. Doch es stellte sich heraus, dass Bakterienstämme Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln können. So sind alternative Heilmethoden gefragt. Eine davon scheint die Phagentherapie zu sein.
    Der Franzose Henri Lemaitre setzt seine ganze Hoffnung darauf. Ein Sturz von der Leiter hatte für ihn tragische Konsequenzen. Die Operationen übersteht er gut, doch dann infiziert er sich im Krankenhaus mit einem lebensgefährlichen resistenten Keim. Kein Antibiotikum hilft. Zwischenzeitlich sieht es so aus, als könne nur eine Amputation Henri Lemaitre retten. Der Pariser Arzt Alain Dublanchet hat die Therapie mit Bakteriophagen erstmals am Pariser Institut Pasteur kennengelernt. Nun hofft er am Eliava-Institut in Georgien die Lösung für seinen Patienten Lemaitre zu finden. Seit Jahrenzehnten hat sich dort die Therapie mit Phagen bewährt.
    Bakteriophagen sind der natürliche Feind der Bakterien. Anders als Antibiotika befallen sie nur eine bestimmte Bakterienart und wirken spezifischer. Dies ist Vor- und Nachteil zugleich. Denn der Bakterienstamm muss genau bestimmt werden, bevor die Phagenkultur auf diesen Keim angelegt werden kann, anders als bei einem Breitband-Antibiotikum.
    In der ehemaligen Sowjetunion hat sich der Einsatz von Phagen vor allem im Zweiten Weltkrieg etabliert. Nach dem Krieg wurde das Eliava-Institut in Tiflis zum Zentrum der Phagenproduktion und -medikation des gesamten Ostblocks. Millionen Menschen konnten behandelt und gerettet werden. Doch das Wissen des Instituts ist in Gefahr. Es fehlt an Geld und Infrastruktur, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Und in den westlichen Ländern ist die Phagentherapie ein kaum erforschtes, skeptisch betrachtetes Gebiet. Die Dokumentation geht der alternativen Heilmethode auf den Grund und zeigt dabei ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen auf.

    So wie in dem Film dargestellt, würde eine Studie in den westlichen Ländern für eine Phage ca. 10 Millionen Euro kosten. Davor scheuen sich die Firmen. Eine belgische Firma entwickelt daher im Moment eine Phage gegen MRSA. Die Phagen werden in Georgien aus Flusswasser gewonnen. Vielleicht sollten wir wieder mehr Flusswasser anstatt Wasser vom Supermarkt trinken. Wenn in Belgien eine künstliche Phage hergestellt wird, helfen uns vielleicht eines Tages auch die Phagen nicht mehr.
    Ein Militärkrankenhaus in Wiesbaden setzt bei nicht mehr mit Antibiotika behandelbaren Patienten aber aufgrund des Protokolls von Helsinki Phagen als Therapie ein. Aufgrund des Helsinkiprotokolls dürfen Ärzte Medikamente ohne Studiennachweis einsetzen, wenn herkömmliche Therapien nichts mehr nützen. Vielleicht müsste dieses Protokoll bei MRSA öfters zur Anwendung kommen und die Phagentherapie angewendet werden.

    Weitere wichtige Infos von mir finden Sie auf:
    http://www.rolf-keppler.de
    Meine monatlichen Rundbriefe finden Sie auf:
    http://home.arcor.de/rundbriefe

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