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100 Jahre CNT – Berichte von 1931 – Vorboten der Revolution (5/8)

2. September 2010

Dieses Jahr feiert die traditionsreiche anarcho-syndikalistische Gewerkschaft Spaniens, die Confederacion Nacional del Trabajo (CNT), ihren 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir uns entschlossen, einige historische Berichte über die Entwicklung und Kämpfe der wohl bekanntesten anarcho-syndikalistischen Organisation der Welt zu veröffentlichen. Es handelt sich dabei um Beiträge, die in der Wochenzeitung der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), „Der Syndikalist“, erschienen sind. Gibt es über die soziale Revolution des Jahres 1936 zahlreiche Bücher, Artikel und auch Filme, so ist das Wirken der CNT vor dem Juni 1936 weitaus weniger dargestellt und analysiert. Doch alle Erfahrungen, Streiks und Aufstandsversuche vor der Revolution haben auch dazu beigetragen, dass diese schließlich von den Arbeitern und Bauern erfolgreich durchgeführt wurde, ehe sie schließlich von einer stillschweigenden Allianz aus Kommunistischer Partei, Faschisten, Kirche, Kapitalisten und den bürgerlichen Demokratien zerstört und militärisch besiegt wurde. Es soll an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden, daß auch die CNT Fehler machte, die dazu führten, dass sie ihre Machtposition verlor und sich ihr Einfluß verringerte.

In 8 Folgen unter dem Titel „Vorboten der Revolution“ begleiten wir die Kämpfe der AnarchosyndikalistInnen Spaniens. Jeden Monat werden wir einen weiteren historischen Text aus dem „Syndikalist“ veröffentlichen. Hier folgt der 5. Teil.

Red. Syndikalismus.tk

Max Nettlau im revolutionären Spanien 1931 – Korrespondenz.  Mit diesem 5. und dem kommenden 6. Teil der Serie zu 100 Jahren CNT werden insgesamt vier Artikel des Spanienkorrespondenten Max Nettlau wiederveröffentlicht.

Die spanische Revolution und die Aussichten des freiheitlichen Sozialismus

Ein Brief aus der katalonischen Republik

Aus Barcelona schreibt uns Genosse M.N.:

Am 18. April in Barcelona eingetroffen, finde ich hier die Menschen in einem Zustand ruhiger Freude und wirklichen Glücksgefühls, der so gänzlich von der krankhaften Aufgeregtheit oder abgestumpften Verdrossenheit im Sinne eines „Zu spät!“ verschieden ist, mit der wenigstens in den mir bekannten Milieus seinerzeit im Oktober-November 1918 die großen mitteleuropäischen Umwälzungen aufgenommen wurden. In Katalonien brach ein seit Jahrhunderten diesem Ziel zustrebendes Volk im freigewählten Augenblick mit einer eleganten revolutionären Geste das Joch eines despotisch nivellierenden zentralistischen Systems, und wünscht sich nur ein eigenes inneres Leben aufzubauen und seine Beziehungen zu den benachbarten regionalen Gruppierungen auf eine jedem zentralen Zwang unabhängige Grundlage zu stellen. Von dieser Idee ist alles durchdrungen, und, was mehr ist, bis jetzt sind alle bereit, diese Idee Teile ihrer Sonderwünsche zu opfern, nachzugeben und vor allem eine dauernd gesicherte Grundlage neuer freier Entwicklung zu schaffen. In diesem Sinne ist der „Katalonische Staat“ bereits ein Ding der Vergangenheit, und nach freundlichen Besprechungen mit Madrider Ministern nennen sich die vier katalonischen Provinzen heute anders: die Generalitat de Catalunya (spanisch Generalidad de Cataluna), d.h. die katalonische Allgemeinheit, tatsächlich der Name einer im alten selbständigen Katalonien seit 1323 bestehenden Vertretung der damaligen drei Stände, des geistlichen, militärischen und königlichen oder des Volkes zur Aufrechterhaltung des zwischen den Königen, der Nation und den Freiheiten aller Katalonier geschlossenen Vertrags während der Zeit, in der die Cortes (das damalige Parlament) nicht tagten. Diese Daten zeigen schon etwas von dem Alter gewisser Beziehungen unter den Gesellschaftsklassen in Spanien, durch welche die Rechte jeder derselben vertragsmäßig festgesetzt und garantiert wurden. Daran rüttelten dann die Jahrhunderte des Absolutismus immer mehr, und der moderne demokratische Staat im Sinne der Französischen Revolution tat des gleichen, er nivellierte und zentralisierte, wodurch vieles Alte zweckmäßig weggeräumt wurde, wodurch aber ein allgemeiner Zwang und Druck entstanden, die niemand – wenigstens das spanische Volk nicht – wirklich mit dieser leeren Form, dem auf allen lastenden Staat befreundeten. Darum fand der Föderalismus seit hundert Jahren solch glänzende Vertreter in Spanien, ebenso der föderalistische Proudhonismus, der assoziative Anarchismus Bakunins und ebenso der dezentralisierte Syndikalismus: alle bedeuteten einen Weg von der Staatsknechtschaft weg zur autonomen und sich vertraglich assoziierenden Gruppierung der so mannigfaltigen und intim so stark differenzierten Teile der iberischen Halbinsel.

Das harte, moderne Leben, die Feindseligkeit aller Staaten gegeneinander verstärkten das Staatsprinzip und hinderten humanitäre, soziale und freiheitliche Entwicklungen.

Da war und ist wirklich Spanien das einzige geistig freie Land gewesen, das an den hundert Jahren europäischen Staatswahnsinns und amerikanischer Kapitalanbetung am wenigsten teilnahm, sich von dem europäischen Kriegstreiben seit 1815 gänzlich fernhielt, und dessen beste Männer immer die erwähnten alten freiheitlichen Grundsätze geistig und oft mit den Waffen in der Hand vertraten. Daher war hier diese glänzende Ernte in wenigen Stunden möglich, und ist seitdem diese heitere, freundliche Ruhe möglich gewesen, weil man eben dem jetzt mit einer Geste Weggeschobenen innerlich so gänzlich entwachsen war. Zu dieser geistigen Reife gehörte auch die Einsicht, dass es aller Klassenkampfideologie zum Trotz noch immer zahlreiche menschliche Gemeininteressen gibt, in erster Linie eben Freiheit, die Möglichkeit der vielartigsten freiheitlichen Betätigung, und daneben freundliches Zusammenleben anstelle des Lebens stachliger Igel, das die parteigestempelten Menschen untereinander führen.

Zog das Buch schneller als Django den Colt: 1890

Das sehen hier die Anarchisten ein, die länger und ausdauernder unterirdisch oder auch durch aufopfernde Einzelhandlungen gewirkt haben als in fast jedem anderen Land, die aber jetzt der großen Öffentlichkeit möglichst nahe treten wolle, um ihre Ideen der Isoliertheit zu entreißen. Ebenso sehen es die Syndikalisten, die sich vom Staat fernhalten, die aber jetzt in der Lage sind, eine Menge notwendiger und nützlicher sozialer Arbeit zu leisten, die geschaffen werden kann, sollte und muß. Die Nationalisten scheinen einzusehen, dass ein Nationalismus auf Kosten des ökonomischen Lebens und des freundlichen menschlichen Zusammenlebens eine unfruchtbare Sache ist, und die sind himmelweit entfernt von der entsetzlichen Verrohung der Nationalisten, die 1918-1919 die mittel- und osteuropäischen Nationalstaaten gründeten, die (…) sich moralisch aus der Menschheit selbst ausschalteten und unvermeidlich meist schon vernichtenden Diktaturen verfielen. Wenn ich von diesem 1918-19 nationalistischen „Geist“ hier einer Spur begegnet wäre, würde ich in der nächsten Stunde dieses Land hier verlassen und zu den Toten schreiben, wie jene Länder von 1918-19, aber ich wusste aus der kleinen Erfahrung meiner beiden früheren Reisen (1928, 1929), dass ich hier Menschen finden würde, die fähig und wert sind, frei und glücklich zu sein, und ich habe mich nicht getäuscht.

Dies sind freilich erst die Flitterwochen, die ersten Flittertage des neuen Spanien, aber gerade in solch erster Zeit hat man 1918-19 oft bestialisch gewütet, hier wüsste ich keinen Missklang zu nennen. Während ich diese Worte schreibe, legt mir Federica Montseny die „Solidaridad Obrera“, das Organ der Syndikalisten, vom 19. April hin, in deren Leitartikel ich lese: „Das katalonische Volk wird nie erlauben, dass Begrenzungen und Grenzen zwischen es und seine Brüder der übrigen Regionen gesetzt werden. Besonders werden die Arbeiter nie zustimmen, dass politische Barrieren das spanische Proletariat trennen“.

Das haben die Arbeiter von 1918-19 nicht gesagt und haben die mitteleuropäischen Zerstückelungen geschehen lassen oder sich sogar darüber gefreut: dafür ist ihr Sozialismus heute im Nationalismus untergegangen, oder der Faschismus hat sie am Kragen, oder sie sind im Bann eines ohnmächtigen aufgeregten Kommunismus oder gar eines tollwütigen „Nationalsozialismus“, oder sie schlummern unter der großen Schlafmütze der Sozialdemokratie!

Gewiß ist Spanien weder vom Kapitalismus, noch von den Politikern, weder von der Armee, noch von den Pfaffen befreit, aber die besseren Elemente haben überall das Wort, und ihre Erfahrung lehrt sie, sich ihr Glück nicht zu verscherzen und ihren lauernden Feinden keine Angriffspunkte zu geben. Keine Diktatur, d.h. Alleinherrschaft einer Partei, sondern Eintracht und gegenseitige Rücksicht – in diesem Zeichen steht man heute und möge noch lange bleiben; ein schöner und vernünftigerer Tag nach der Revolution ist nicht zu denken. Für alles andere müssen erst wirkliche Kräfte durch ausdauernde Arbeit begründet werden. Denn mit Arbeitermassen kann man unmittelbare, wirkungsvolle Siege erringen und muß dies tun, aber nur die außerordentlich viel kleinere Zahl freiheitlicher Sozialisten könnte etwas Sozialistisches dauernd aufbauen. Daher muß diese Zahl durch Propaganda sehr vergrößert werden, und hierzu gehört eine allgemein freisinnige Atmosphäre, wie sie jetzt geschaffen wurde und einen kostbaren Schatz bildet. Glücklich sind die spanischen Arbeiter, denn sie konnten aus allen seit 1914 und 1917 im übrigen Europa gemachten unzähligen Fehlern viel lernen und haben dies auch, soviel ich sehe, getan. Die ergreifendsten Ereignisse waren überall die Befreiungen der Gefangenen, denen kein Widerstand entgegengesetzt wurde, die aber vielfach vom Volk durch direkte Aktionen beschleunigt wurden. So ist endlich der junge Pedro Mateo wieder in Freiheit, der seit 1921 anläßlich der Tötung des Ministers Dato, der die Arbeiterermordungen in Barcelona geduldet hatte, in Gerona und dann in Valencia in lebenslänglichem Kerker saß. Er wurde direkt aus dem Kerker zu der tausendköpfigen Volksmenge vor demselben gebracht und mußte Reden halten, dann ließen ihn die Arbeiter von Valencia zwei Tage nicht fort, am 18. kam er nach Hause, von einer Station vor Barcelona direkt zu seiner Familie. Seine Mutter hatte ihm seinerzeit das Leben gerettet, indem sie mit seiner minderjährigen Schwester resolut nach Madrid zu Primo de Rivera fuhr und so zu ihm zu sprechen wusste, dass lebenslänglicher Kerker ihn vor dem sicheren Tode bewahrte. Jetzt findet er seine Schwester als blühendes junges Mädchen wieder, ganz den Ideen ergeben. Sie hatte ihn gestern früh zuerst wieder gesehen, sie war auch unter den Freunden, die mir am Bahnhof begegneten, und ich habe wohl nie ein von Glück durchleuchteteres Gesicht gesehen als das ihrige – außer am Abend, als wir Pedro Mateo brachten, das seiner guten Mutter. Er selbst ist das Bild heiterer und sicherer Festigkeit, derselbe Mann wie früher. Solche Wiederbegegnungen gab es im ganzen Land, und Freude strahlt förmlich aus von diesen kleinen Gruppen glücklicher Familien und Freundeskreise.

Dieser große Umschwung in Spanien ist „unter einem glücklichen Stern geboren“, was man heute eugenisch nennt. Das gehört dazu, und wenn wir aus den anderen Ländern nicht auf der Stelle Ähnliches tun können, sollte uns dies nicht daran hindern, unermüdlich die Vorbedingungen zu schaffen, Stimmungen und Einsichten, die solche allgemeinen Bewegungen erst ermöglichen. Anders mag es in dem Land sein, an das neben Spanien wir alle in erster Linie denken – in Italien. Für dieses Land könnte vom freien Spanien eine Welle der Ermutigung und tatkräftiger Entschlossenheit ausgehen, die den Faschismus als Sturmflut hinwegspült. Selbst das hoffnungslose kleine Österreich setzte dieser Verknechtung im November 1930 einen Damm entgegen, und auch in Deutschland, nach meinen Eindrücken wenigstens erhebt sich gegen die Reaktion Widerstand, nun könnte die kräftige Tat in Spanien dem Faschismus Flügel geben, sich hinwegzuheben… Und der Kommunismus? Für den ist in Spanien kein Boden, dazu schüttelt man nicht Diktatur und Monarchie ab, um sich ein kommunistisches Joch aufzulegen! Wann werden die Bretter vor den Köpfen dieser Diktaturschwärmer fallen?

Dies sind so meine ersten Eindrücke nach gerade einem Tag in diesem mich immer neubelebenden sympathischen katalonischen Milieu. 19. April 1931 M.N.

Aus: „Der Syndikalist“, Nr. 18 vom 02. Mai 1931

Zum Thema der kompetenteste Historiker aller Zeiten, hier mit Brille und grauen Haaren

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Zur Lage in Spanien

Wir wissen alle, dass man nicht von Freude allein leben kann, aber in den seltenen Augenblicken wirklich großer Freude tut man es doch. Das spanische Volk, nach der kurzen Fortschrittszeit 1854-1856 von neuem den reaktionärsten Regierungen unterworfen, erlebte solche Freude im September 1868, als Alfons’s Großmutter Isabella vertrieben wurde, und im Februar 1873, als nun endlich die Republik proklamiert wurde, und im Juni jenes Jahres, als mit Pi y Margall eine Verwirklichung des Föderalismus bevorzustehen schien. Seitdem nur traurige Ereignisse mit nur kümmerlichen Momenten der Genugtuung, jedes Mal wenn Canovas, der konservative Minister, fiel, und als er getötet wurde. Schließlich die Hoffnungen der Jahre 1917 bis 1920, als neben die russische und die erwartete italienische soziale Revolution eine spanische zu treten schien. Mörderische Unterdrückung und die Diktatur von 1923 lasteten seitdem auf dem Volk, das erst im Januar 1930, Primos Sturz, aufatmete. Dann folgten noch die 15 Monate eines grenzenlos unaufrichtigen Regimes, das bis zuletzt die Frage offenließ, ob es versuchen würde, sich durch das Blutbad eines Kriegs gegen das ganze Volk aufrechtzuhalten, oder ob es dem Volkswillen weichen würde. Nun, alle Kräfte entzogen sich allmählich diesem System, und es verzog sich am 14. und 15. April durch schleunige Abreise mit längst gepackten und wohlgefüllten Koffern. Sollen da nicht dem Volk Tage und Wochen reiner Freude gegönnt werden?

Das sind die seltenen Zeiten, in denen alle anständigen Leute sich zuerst als Menschen unter Mitmenschen fühlen, und die Interessenpolitik nicht in die erste Reihe stellen. So auch die Arbeiter, in denen, soweit sie von freiheitlichen Ideen überhaupt berührt sind, diese Ideen sehr intensiv leben, intensiver als in manchen anderen Ländern. Sie blieben sozial weder untätig, noch uninteressiert, aber es gab und gibt so viel zu tun, dass trennende Fragen nicht in den Vordergrund gestellt wurden. Das Wesentliche in einer solchen Zeit ist, eine allgemeine breite und feste Grundlage zu schaffen, die späterem sozialen Vorgehen den Weg erleichtert. So ist die bisher von Regierungen nie anerkannte, nur geduldete Organisation, die sich ihrerseits nie um eine solche Anerkennung bemühte, nun ein grundsätzlich anerkannter freier Organismus. So zerstoben in alle Winde die nichtswürdigen sogenannten Sindicatos libres, „freie Gewerkschaften“, Polizei- und Diktaturgründungen, in denen die Mörder der aktiven Syndikalisten saßen, die dann in den Diktaturjahren in die Fabriken gingen und die Arbeiter mit dem Revolver zwangen, in diese Schandgewerkschaften einzutreten. Im November 1930 richtete sich die Volkswut gegen die Häuser dieser Mord- und Erpressungsgewerkschaften. Ein solches Haus steht an der Rambla, der belebtesten Promenade von Barcelona, da zogen sie noch im November aus den angreifenden einen jungen Anarchisten heraus und schleppten ihn die Stiege hinauf, um ihn oben zu quälen und zu töten. Damals war schon die Polizei, die früher diese Werkzeuge der Diktatur geschützt hatte, etwas erschüttert und drang in das Haus ein und entriß ihnen dieses Opfer, um ihn dann zu verhaften; aber es gelang ihm, nach Frankreich zu flüchten, und er ist nun längst zurück. Drei dieser Führer der „freien Gewerkschaft“ flüchteten in einen Weinschank in einer der volksdurchwogten, ganz engen Straßen des alten Barcelona und wurden nach langem Hin- und Herschießen erschossen, ein anderer wurde auf der Straße gelyncht. Solche Zustände gab es vor einem halben Jahr noch, und trotzdem war die Freude, war der Enthusiasmus so groß, war die Befreiung der Gefangenen das dem Herz der Arbeiter nächste Ziel, so dass unterlassen wurde, diesen Vipern nachzujagen und sie zu zertreten; sie haben sich von selbst verkrochen. In einem ihrer Häuser fand man ein Dutzend Bomben und Waffen usw., und dieses Haus ist ziemlich hergenommen worden, und noch jetzt stehen Soldaten zwanglos in seiner Nähe herum, und ebenso eine Feuerspritze. In einem ausländischen Blatt las ich, dass bei Syndikalisten Bomben gefunden wurden und Verhaftungen stattfanden, und das betraf das Haus dieser Arbeitermörder, und so wird die europäische Öffentlichkeit durch ihre Presse unterrichtet! Diese Personen werden ihrem Schicksal nicht entgehen, aber einstweilen wünschen die Arbeiter selbst keine Zwischenfälle durch individuelles Vorgehen. Von diesen Hindernissen befreit, stehen die Arbeiter in den Betrieben dem Unternehmertum ganz anders gegenüber als bisher, und diese wird sich natürlich sozial auswirken. Vieles, was anderswo längst eine Selbstverständlichkeit ist, muß in Spanien auf diesem Gebiet erst begründet werden. Maßnahmen, die durch Gesetzgebung, Vertrag und direkte Aktion eingeführt werden wie überall. Die Lage der Arbeiter ist sehr differenziert, in Barcelona kann in kürzester Zeit versucht werden, den Sechsstundentag durch direkte Aktion (Verlassen der Fabrik nach 6 Stunden) einzuführen, während in nicht weit entfernten katalonischen Industrieorten noch 9 Stunden gearbeitet wird. Der 1. Mai wurde Nationalfeiertag, das internationale Achtstundenabkommen wurde ratifiziert, eine fortschrittliche Frau, Victoria Kent, wurde Generalinspektorin der Gefängnisse, die erste Frau in öffentlicher Stellung. Die katalonischen Arbeiter betonen auf das stärkste ihr Festhalten an der spanischen Einheit (keine inneren Grenzen); nur die Kommunisten, die sich überall dort einnisten, wo Konflikte zu verschärfen und zu vergiften sind, erklären sich als Separatisten. Für die Arbeitslosen fehlt es noch an jeder öffentlichen Fürsorge, und sie beginnen vorhanden zu sein durch die nicht geringe ökonomische Krise, und das Zurückströmen vieler Tausender von Arbeitern aus Frankreich, Belgien, Nordamerika, den Diktaturstaaten Kuba und Argentinien usw. wird das Problem der Arbeitslosen immer akuter machen.

Auch er hat klein angefangen, hier mit Mama und Papa Nettlau 1869

Es geschieht, was möglich ist, um den Verfügungen der provisorischen Regierung durch kollektiven Druck einen fortschrittlichen Charakter zu geben und reaktionäre Entgleisungen zu beseitigen. So wurde von den zahllosen Deserteuren jetzt absurderweise verlangt, dass sie, um amnestiert zu werden, einige Zeit nachdienen, und dagegen wendet sich heute (Solidaridad obrera, 28. April) das katalonische Regionalkomitee der Confederacion (CNT). Ein Streik der Schuhmacher von Barcelona tritt in die dritte Woche. Das Metallarbeitersyndikat reorganisiert sich, doch ist all dies provisorisch bis zum Kongreß der CNT im Juni in Madrid, dem der Kongreß der IAA folgen wird. Die sozialdemokratische Gewerkschaftsinternationale begann schon ihren Kongreß in Madrid am 27. April, mit den spanischen sozialistischen Ministern und Emil Vandervelde aus Belgien usw. Viele Syndikate in Barcelona halten ihre Versammlungen, die mit Rekonstruktionsarbeit beschäftigt sind. Ein Geschichtsblatt in dieser heutigen „Solidaridad“ ist die Schilderung des letzten Zusammentretens der Mörder des Sindicato libre in ihrem unheilvollen Haus in der Calle de la Union am 14. April unter ihrem Chef Ramón Sales, mit all ihren Reserven, zuerst mit der Absicht, blutig aggressiv vorzugehen, dann durch die Nachrichten vom Sieg der Republik erschüttet und schließlich in Todesangst sich verflüchtigend. So sind die Nachrichten eines Tages im revolutionären Barcelona, und man sieht daraus, dass es an fleißiger, wenn auch unscheinbarer Arbeit nicht fehlt.

Im übrigen Spanien kann nur dasselbe sein, mit bedeutender Abschwächung an Zahl und Intensität, und von Madrid ab nordwärts, mit Ausnahme des Nordwestens (Galicien), wo freiheitliche Elemente sind, beginnt das Reich der politischen Sozialisten. Die sozialpolitische Geographie Spaniens ist wirklich von der Bodenform und dem Klima im äußersten Grade abhängig. Das wenig fruchtbare Binnenland und der rauhe Norden brachten immer die religiös fanatischen und militärisch fügsamen Kräfte hervor, die den fruchtbaren Süden mit seinem ,milden Klima, wo freiheitliches Denken in den reichen und arbeitsamen Städten sich schneller entwickelte, im Zustand staatlicher Unterdrückung hielten. Daher blühten im Süden der republikanische Föderalismus und der Anarchismus, während im Norden das Staatstum, der Carlismus, die Sozialdemokratie, der Kommunismus vorwogen, und dies erklärt die vielhundertjährige Spannung – eine eigentlich jedem Land eigenen Disharmonie zwischen den in naturbegünstigten und den in rauheren Gegenden lebenden Teilen der Bevölkerung, die weder die Vorherrschaft eines dieser Teile, noch Trennung und Absperrung beseitigen können, sondern nur solidarischer Föderalismus, und diesen Standpunkt vertreten die spanischen Arbeiter (die Kommunisten immer ausgenommen).

Man kann wohl sagen, dass bis zum Kongreß der CNT im Juni eine große Reorganisation stattgefunden haben wird, und dann wird sich zeigen, welche Richtung die große Organisation nehmen wird, die eines vom Anarchismus durchdrungenen Syndikalismus, die heute die der besten Kämpfer ist und bleibt, oder ob durch die schnelle Ausbreitung der Organisation in diesen zwei Monaten wenige entwickelte Elemente zahlreicher werden. Es ist dies eine Lebensfrage des Syndikalismus, und sie wird hier jedenfalls ernst und gründlich behandelt werden, und man hofft, dass die freiheitliche Richtung durchdringen wird.

In diesem Sinn den vollen Wert des organisierenden Syndikalismus des täglichen Kampfes und den Wert des erziehenden, Kopf und Herz der Menschheit mit neuen Idealen erfüllenden Anarchismus gleicherweise betonend, sprachen die Redner der ersten großen Versammlung anarchistischer Affirmation (Geltendmachung der anarchistischen Ideen) am 21. April im Riesensaal des Palacio de Bellas Artes, vor zirka 10.000 Zuhörern. Dies war die erste große, gänzlich freie Versammlung seit 1873, ohne Polizei im Saal und draußen, und sie verlief mit der Ruhe der großen englischen Versammlungen; die Redner sprachen klar und energisch, ohne Rhetorik, kein Wort zu viel. (1)

Nun freuen wir uns auf einen Ausflug in die Berge am Sonntag, dem 8. Mai, an dem nur engere Kreise teilnehmen wollten, etwa 50. Da man aber weiß, dass Pedro Mateu und andere der Freiheit wiedergegebene dort sein werden, scheint es, dass aus der ganzen Umgebung die Genossen zusammenströmen werden, vielleicht tausend, und man fürchtete, dass der einzige Brunnen, der dort sein soll, ausgeschöpft wird – und was dann? Denn mit Wein und Bier geben sich die frugalen Spanier nicht viel ab. So idyllisch verlaufen noch diese schönen Wochen, und lassen bessere Eindrücke zurück als Äußerungen von Hass und Zorn und physischem Kampf. Denn gekämpft auf jede Weise hat man in Barcelona seit hundert Jahren mehr als irgendwo sonst in Europa, das währenddem meist in tiefer Stille lag, und so wird man auch jetzt weiter nach dem eigenen Rhythmus vorgehen, und jedes andere Volk tue dasselbe.

Und er schrieb schneller als dass es den Nazis möglich war, die Macht zu ergreifen. Danke Max Nettlau!

M.N. Barcelona, 28. April 1931

(1) Das Ehrenpräsidium dieser großen Versammlung erhielt der Genosse Nettlau selbst, der den Versammelten eine Eröffnungsansprache hielt. Sie wurde in der Presse der CNT abgedruckt. D. Red.

Aus: „Der Syndikalist“, Nr. 19 vom 09. Mai 1931.

Teil 1 der Serie

Teil 2 der Serie

Teil 3 der Serie

Teil 4 der Serie

Zur Sonderseite „Ein Jahrhundert CNT“ geht es hier (Homepage in spanisch)



17 Kommentare leave one →
  1. 8. September 2010 19:03

    btw.: ein Text aus einer deutschsprachigen POUM-Zeitung von 1937, welcher sich (zustimmend) auf einen Artikel von Jaime Balius (CNT, FAI, Amigos de Durruti) bezieht: http://entdinglichung.wordpress.com/2010/09/08/75-jahre-poum-teil-1-%e2%80%93-gemeinsam-gegen-die-konterrevolutionare-gefahr-1937/

    • POUM stinkt permalink
      8. September 2010 19:30

      Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die POUM mit ihren 20.000 Mitgliedern unbedeutend war gegenüber den 2 Millionen Mitgliedern der CNT. Es sollte auch keinesfalls vergessen werden, dass die POUM ihre Kasernen nach Lenin benannte und keinesfalls eine irgendwie geartete libertäere Organisation darstellte.
      Was die POUM schreibt, ist taktische Politheuchelei. Am besten, man hält sich ans Original der Freiheit, den Anarcho-Syndikalismus. POUM ist überflüssig wie nur irgendwas. Gulag-Fans als Moralapostel, ha ha ha

  2. punky permalink
    9. September 2010 02:51

    Gulag Fans als Moralapostel. geht es denn noch…. also dass der obige kommentar hier gepostet wurde, ist wirklich ein un-ding.
    was die poum betrifft, genügt ein blick auf wikipedia:

    Während des Spanischen Bürgerkrieges zwischen 1936 und 1939 arbeitete die POUM mit der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), später vor allem mit der radikalen Gruppe Amigos de Durruti, zusammen. Er war jedoch numerisch weitaus schwächer als die Anarchisten. Neben dem Kampf gegen die putschenden Militärs um Francisco Franco stand für beide Organisationen der Erhalt der Sozialen Revolution im Vordergrund, die im republikanischen Lager die Gegnerschaft vieler Gruppierungen, vor allem der Kommunisten, auf sich zog.

    In den POUM-Milizen kämpften u.a. Mitglieder trotzkistischer, linkssozialistischer und oppositioneller kommunistischer Gruppen wie der deutschen SAP (wie diese gehörte die POUM dem Londoner Büro, einem Zusammenschluss linkssozialistischer und unabhängiger kommunistischer Parteien an) und KPO und bekannte Persönlichkeiten wie George Orwell und der spätere Bundestagsabgeordnete Peter Blachstein.

    Vom PCE, der in der Volksfront-Regierung vertretenen Kommunistischen Partei Spaniens, die der Kominternlinie folgte, wurde die POUM als „trotzkistische Verräter“ und Tarnorganisation der Faschisten diffamiert. Dies geschah vor dem Hintergrund der seit August 1936 stattfindenden Moskauer Schauprozesse gegen angebliche interne Feinde der UdSSR.

    Der PCE erhielt innerhalb der republikanische Zone, bedingt durch die sowjetischen Waffenlieferungen gegen Franco, eine dominante Position. Die kommunistische Kritik richtete sich nicht zuletzt gegen die Anarchisten, mit denen man es aber nicht frontal aufnehmen konnte. Die in der Regierung Caballero sitzende CNT setzte sich wiederum nicht offen für die POUM ein. Im Mai 1937 kam es schließlich zu einer tagelangen bewaffneten Auseinandersetzung in Barcelona, in der der POUM gemeinsam mit den Anarchisten gegen Kommunisten und Republikaner kämpfte. Dabei gab es ca. 500 Tote. Die moskautreuen Kommunisten deuteten ihn als faschistischen Umsturzversuch um. In Folge der Mai-Ereignisse, deren vorzeitiges Ende vor allem die CNT in ihrem Bestreben um eine linke Einheitsfront herbeigeführt hatte, verlor die Revolution immer mehr an Boden. Nur kurze Zeit später wurde auch der Regierungschef gestürzt, der sich stets gegen ein Verbot der POUM ausgesprochen hatte.

    Parteiverbot 1937 und Spaltung 1939 [Bearbeiten]
    Im Juni 1937 wurde die Partei schließlich verboten. Andreu Nin wurde vom stalinistischen Geheimdienst GPU verschleppt und ermordet. Der öffentliche Prozess wegen Hochverrats gegen die POUM-Mitglieder endete mit Gefängnisstrafen für die Beklagten. Die geforderte Todesstrafe wurde allerdings nicht ausgesprochen, da Zweifel an der kommunistischen Darstellung aufkamen. Das Verbot der POUM wurde bestätigt. Die konfliktträchtige Situation zwischen den verschiedenen antifaschistischen und kommunistischen Gruppierungen trug neben anderen Faktoren mit dazu bei, dass Franco am Ende des Bürgerkriegs siegreich aus den Kämpfen hervor ging, die Republik beseitigte und eine personalisierte Diktatur in Spanien errichtete, in der sämtliche sozialistischen Organisationen verboten wurden.

    Nach 1939 spaltete sich die POUM mehrfach, Restgruppen bestanden im französischen Exil und in Katalonien bis ca. 1980 weiter. Dem Andenken an die POUM und an Andreu Nin widmet sich die Fundación Andreu Nin.

  3. punky permalink
    9. September 2010 03:04

    besser wäre sich mal kritisch und vor allem ohne polemik mit den fehlern der spanischen anarchisten auseinander zu setzen, statt nur einseitig die cnt zu glorifizieren….spanien scheint für manche, bzw. die rolle der anarchisten im bürgerkrieg, das zu sein, was für mler mal china oder für dkpler die sowjetunion war…

  4. POUM stinkt immernoch permalink
    9. September 2010 09:17

    Nun mal nichts durcheinanderwürfeln.
    Zum einen war die POUM wirklich unbedeutend mit nur 20.000 Mitgliedern. Schaut man in Literatur zur Spanischen Revolution, gewinnt man jedoch immer wieder den Eindruck, sie sei so stark gewesen wie die CNT. Entweder sie taucht zuerst auf in den Texten oder ihre Abkürzung findet sich so häufig wie die der CNT. Stets werden beide auf eine Stufe gestellt, das kann nicht angehen!
    Zum Zweiten wird so getan, als solle die berechtigte Kritik an der CNT (hört ihr, berechtigt!) von der POUM kommen. Wieso von der POUM? Ausgerechnet von Kommunisten. Die wären die ersten gewesen, die Stalins Rolle eingenommen hätten, wenn sie denn gedurft hätten! Wurden sie von ihren eigenen Spießgesellen verfolgt, so ein Pech aber auch.
    Dass Wikipedia keinen wissenschaftlichen Standards standhält, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.
    Also:
    War die POUM bedeutend?
    War sich nicht marxistisch?

  5. punky permalink
    10. September 2010 01:17

    hey, ok, dann schaut mal bei edition nautilus, da gibt es bücher zum spanischen thema….wenn ihr so dogmatisch diskutiert, ist s kein wunder, wenn man in der sektiererischen ecke landet…..

  6. 11. September 2010 01:27

    Ihr seid herzlich eingeladen zum Kulturabend am 21. September 2010,
    Ausstellung „100 Jahre CNT (anarchosyndikalistische Gewerkschaft)“ mit Videos, 20 Uhr,
    Umsonstladen, 19-21 Uhr, Romero-Haus, Heerstr. 205

  7. 9. Dezember 2010 14:34

    Seit dem 2. September häng ich hier rum, kommt der Rest noch?

    • Manifestación Madrid Atocha Sol Anarquistas CNT AIT 28 Marzo 2009 Ⓐ permalink
      21. September 2013 01:14

  8. Los anarquistas viviendo en anarquía ( la Autogestión obrera ) permalink
    27. Februar 2014 18:04

    Los anarquistas viviendo en anarquía ( la Autogestión obrera )

    Vivir en Anarquía seria una sociedad sin estado,todas las funciones tradicionalmente desempeñadas por el estado son asumidas por el proletariado.

    El ejército abolido he sustituido por el pueblo en armas, las milicias voluntarias.Los ministerios suprimidos son sustituidos por la federación de los productores,autonomía local de los productores y federalismo.
    Solidaridad de autodisciplina en lugar de leyes.Policías y magistrados sustituidos por la vigilancia revolucionaria de los trabajadores.

    En las regiones libres la solidaridad entre la ciudad y los pueblos se organiza rápidamente en colectividades se reúnen en federaciones…

    ¿Qué quieren l@s Anarquistas?

    L@s anarquistas queremos la paz inmediata, tierras para el campesino y
    la socialización de los medios de producción y distribución.
    La abolición del capitalismo y de la esclavitud del salario,
    iguales derechos para tod@s y nadie con privilegios especiales.
    La tierra, las fábricas y talleres, la maquinaria productora y los medios de distribución.
    Que cada individuo trabaje según su capacidad y recibir de acuerdo con sus necesidades.

    Libertad plena para cada uno y un uso común basado en los intereses mutuos.
    Los anarquistas estamos en contra de la delegación del poder en gobierno y en
    contra darle autoridad a partidos políticos.

    Toda clase de gobierno, destruye toda revolución y roba a los trabajadores y las trabajadoras
    l@s resultados ya conseguidos.

    La vida y el bienestar dependen de la economía, no del el manejo política.
    O sea, lo que el pueblo quiere es vivir y trabajar y satisfacer sus necesidades.
    Para esto es necesario el manejo sensato de la industria, no la política.
    Por que la política es el juego de dominar y gobernar
    a los hombres y las mujeres, y no es para ayudarl@s a vivir.

    Por eso hay que abolir el gobierno político, y que los asuntos agrarios,
    industriales y sociales esten beneficio de tod@s, en lugar de en
    beneficio de los gobernantes y los explotadores.
    ___

    Comunas libres

    Base de la nueva sociedad: la Comuna libre

    (Organización social libertaria)

    La Comuna libre, constituida por todos y cada uno de los ciudadanos, puede tener la función de coordinación social general, en el aspecto simplemente administrativo; no de poder o institución política sino de servicio social, en el plano territorial local. Sus funciones deben ajustarse a aquellas resoluciones y decisiones que las propias asambleas libres comunales hayan tomado de consenso
    mutuo. De la organización comunal ha de desterrarse todo autoritarismo y toda burocracia.

    Las federaciones comarcales, regionales y nacionales de Comunas libres podrán constituirse en el plano general de un país o zona geográfica y étnica determinada, y confederarse internacionalmente.

    La Comuna no debe concentrar en sí el poder político, y menos militar, que debe éste igualmente desaparecer en absoluto. Ni siquiera poder revolucionario. Todo poder político ha de ser abolido y nadie debe ejercerle. Tampoco debe haber en la Comuna propietarismo económico, que haga de su término geográfico e histórico un coto cerrado o un feudo. Toda Comuna debe estar abierta a la solidaridad, practicarla y recibirla, basándose en el principio de que toda riqueza natural o creada o fabricada, todo producto, utillaje o bien material, es patrimonio común y permanece a la disposición de todos, siendo su usufructo regulado por las normas colectivas libre y voluntariamente establecidas.

    _____________
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    mutualistas (Proudhon), colectivistas (Bakunin-R. Mella), comunistas libertario u comunistas anarquico (Kropotkin- Malatesta) , autogestión, socialización,colectividades, anarquistas Aragón, anarquistas en Barcelona, trabajadores, trabajadoras, obreros, obreras, sindicatos,sindicato, 1 de Mayo, CNT AIT, CNT FAI, CNT, AIT, Asociación Internacional de los Trabajadores, revolución social, documental, historia, marchas, mitin, manifestación, Sacco y Vanzetti, protestas, autodefesa, Historia…

  9. Revolución ..... permalink
    21. Oktober 2014 17:14

    Revolución de Octubre de 1934 en el País Vasco

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