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Der Abriss hat begonnen – Der Aufstand auch

27. August 2010

SEK-Truppe der Polizei räumt BesetzerInnen vom Dach des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Sie hatten dort ein Transparent gegen den Abriss angebracht.

Um 14:30 Uhr (am 25.08.2010 –Anm. Syndikalismus.tk) begann der Abriss des Nordflügels des Stuttgarter Bahnhofs. Ein großes Polizeiaufgebot sperrte den Bereich und räumte die Dauer-Sitzblockade am Zaun der Baustelle. Innerhalb weniger Minuten waren hunderte DemonstrantInnen vor Ort. Nach kurzer zeit begannen die DemonstrantInnen wie angekündigt den Straßen zu besetzen.

Laut Polizeibericht kam es zu Flaschenwürfen und es wurden vereinzelt Barrikaden gebaut. Erst in der Nacht beruhigte sich die Lage wieder. Vor dem Zaun soll eine Dauerblockade weitere Arbeiten erschweren. Nach Angaben der AktivistInnen sollen sich an die 30.000 Menschen an den protesten beteiligt haben. Die Polizei sprach von 6000. Zuerst wurde die Kreuzung der Heilbronnerstrasse besetzt um den Verkehr lahm zulegen. Von Minute zu Minute wuchs die Menge wütender DemonstranInnen. Im weiteren Verlauf wurden weiter Zentrale Verkehrspunkte in Stuttgart besetzt. Darunter der Rothebühl-Platz, Charlottenplatz und der Wagenburgtunnel. Der Verkehr in der Innenstadt kam bis in die späten Abendstunden zum erliegen.

HBF Stuttgart: Polizei gegen GleisbesetzerInnen.

Desweiteren wurden Bahnsteige und ein Gleis blockiert und somit die Abfahrt des TGV nach Paris und weiterer Züge verzögert. Es kam zu erblichen Verzögerungen im Bahnverkehr. In den frühen Abendstunden besetzten einige AktivistInnen das Dach des Nordflügels um den weiteren Abriss zu verhindern. Zur Stunde befinden sich die BesetzerInnen noch auf dem Dach.

Am Gebhard-Müller-Platz kam es laut AugenzeugInnen um 23 Uhr zu einer brutalen Räumung, bei der ein Polizist mit einem Pferd in die Menge ritt. Video / Fotobeweiße von dem Vorfall werden Gesucht.

Ab jetzt wird jeden Tag eine Demonstration um 14:30 Uhr stattfinden.

Text verfasst vom Libertären Bündnis Ludwigsburg und von uns übernommen.

Quelle: Indymedia Deutschland vom 26.08.2010

5 Kommentare leave one →
  1. 27. August 2010 13:39

    „lustig“ diese vermummten, gewaltbereiten Leute mit irgendwelchen Fetzen, mit weißer Schrift auf grün. Das erinnert mich an eine spezielle Truppe im Nahen Osten. Dort hammas doch schon mal gesehn 😉

    • Folkert permalink
      28. August 2010 23:05

      Tja, vielleicht hätten diese vielen bürgerlichen Protestler mal vor zwanzig Jahren aufmerken sollen, als das Projekt durchgewunken bzw. als undurchführt und viel zu teuer bezeichnet wurde. Nun werden sie ‚rebellisch‘, weil’s den Schwaben zu teuer wird (auch wenn der Bund – also vier alle) bezahlen und nicht die DB … Um 1990 wurden die ersten Pläne vorgelegt – ohne jedwede Kosten für „die Sturgetter“ Bürger, weil der Verkauf des oberirdischen Bahnhofsgeländes genau viel Kohle eingebracht hätte wie dern Bau eines unterirdischen Bahnhofs (mit viel zu wenigen Gleisen übrigens) gekostet hätte. Daß man einen über 4 Kilometer langen Tunnel durch einen Berg Richtung Ulm bohren müßte – was damals technisch als nicht machbar eingeschätzt wurde – hat wohl keinen interessiert.

      Also wird das alte Spielchen gespielt – die dummen Bürger~innen rennen gegen Windmühlen an. Plötzlich haben die immer wohlschaffenden Schwaben Zeit? Wie eigentlich, wegen eines abgrund häßlichen Bahnhofs? Oder wegen der zerstörung des Schloßparks?

      Grüsse aus Altona, wo auch ein Bahnhof tiefer gelegt wird und der gesamte Stadtteil dadurch umstrukturiert wird (na und?) – und es keinen Protest gibt.

      Wer mit dem Protest erst dann anfängt, wenn die Bagger kommen, der hat irgendetwas falsch gemacht. Das war bei der Atomenergie so, wie bei der Startbahn West und nun bei S21.

      • 1. September 2010 11:04

        Nun, mensch hört in deinem Kommentar gewisse Ressentiments gegen Schwaben heraus, darauf will ich nicht näher eingehen, außer dass ich das für sehr dumm halte. Aber zum Kern: Natürlich hätte sich vor 15 Jahren schon Widerstand gegen das Projekt regen können, als S21 aber im Landtag 2006 beschlossen wurde, haben sich ja die ersten Gruppen gegründet. Vorher war S21 nur ein Schubladengedanke. Das beeindruckende an den Protesten ist, dass er durch alle bürgerlichen und politischen Spektren geht – es laufen gar vereinzelt Faschos mit (bis sie erkannt werden). Der Protest „gehört“ also niemandem, er setzt sich zusammen, ohne „Führung“. Und es ist beeindruckend, wenn es Rangeleien mit Cops gibt, Pferde anreiten und sich BürgerInnen den Schlägern in Grün/Blau in den Weg stellen und nichts dagegen haben, wenn schwarz Gekleidete neben ihnen laufen.

        Die Proteste gegen S21 sind längst mehr als der Widerstand gegen einen Bahnhofsumbau und den Kahlschlag des Parks. Viele Menschen haben erkannt, was ihr Parlamentarismus wert ist – nämlich nichts. Sie erkennen, das man alles selber machen muss. Und das finde ich doch sehr beachtenswert – vor allem im „fleißigen“ Schwabenland.

        Wenn ihr in Altona nichts gegen die Umstrukturierung habt -gut! Es lebt sich doch leichter ohne Konflikte, oder?

        Und deine Beispiele, die du am Ende anführst zeugen von einem enttäuscht-ärgerlichen Fatalismus. Ich möchte trotzdem als ein Gegenbeispiel Wackersdorf anführen.

        So long,

        ich muss jetzt mein Häusle bauen gehen (tztz)

      • 8. September 2010 20:11

        50 Videos spiegeln diese bunten Widerstand wieder 😉

        http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#grid/user/72AEDCE2532A88D5

  2. K 21 permalink
    8. September 2010 19:33

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