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Faschisten in der spanischen CGT jetzt erst „enttarnt” (Ergänzt)

13. August 2010

• Juan Antonio Aguilar war mehr als ein Jahr lang Präsident des Comité de empresa (Betriebskomitee) der IT-Firma Tecnocom in Madrid (http://www.tecnocom.es/Paginas/home.aspx ). Die CGT bekam bei der Gewerkschaftswahlen 38 und die CC.OO. 37 Stimmen (11 Enthaltungen bzw. ungültige Zettel) – CGT: 5 Sitze und CC.OO. 4 Sitze. Er wurde als Mitglied der spanischen Blood and Honour verurteilt und ist Generalsekretär des Movimiento Social Republicano (MSR). Verschiedene CGT-Mitglieder haben bereits im März verschiedene Mitglieder der Gewerkschaftssektion der CGT angeschrieben, sie bekamen aber nur eine lapidare Antwort per email, daß er die Recht der Mitglieder verteidige und früher bei der CC.OO war … („Desde que le conocemos, el comportamiento de Juan Antonio, cuando formaba parte de CCOO y ahora que ha pasado a nuestras filas, siempre ha sido el mismo: coherencia en la defensa de los derechos de los compañeros y siempre intentando implicar a los mismos en su defensa. Es más, siempre ha trabajado por encima de la media del resto de representantes„).

Es gab mindestens drei weitere Neonazis in der CGT, aber während der vergangenen Monate passierte nichts gegen sie. Außerdem ist Juan Antonio Aguilar in den „sozialen Bewegungen“ ein bekannter Name und es gibt genügend faschistisches Beweismaterial gegen ihn. (Público, 10.8.10 – http://www.publico.es/espana/331567/neonazis/infiltran/cgt/tratar/captar/obreros ).

Lesenswert übrigens auch die aktuell 185 Kommentare zu dem Público-Artikel, der zumindest den Eindruck einer organisierten neonazistischen Unterwanderung und Infiltration linker Gewerkschaften erkennen läßt. Motto: „Arbeit zuerst für Spanier! Migrant~innen raus!“.

Die CGT fragt blöde nach “Wozu?“ die Neonazis in der CGT militante Anarchosyndikalisten ausspionieren. Ja, wozu wohl? (Antonio Carretero, Rojo y Negro:http://www.rojoynegro.info/2004/spip.php?article31176)

http://madrid.indymedia.org/node/14847 und http://madrid.indymedia.org/node/14842

Aber warum ist denn den CGT-Kolleg~innen nicht aufgefallen, daß sich einige militante Neonazis, wie der Nationale Führer der MSR, Juan Antonio Aguilar, im Juni diesen Jahres wegen seiner Mitgliedschaft bei ‚Blood and Honour’ verurteilt wurde (El Mundo, 6.7.10) … und Juan Antonio Llopart, aktueller Sekretär des Movimiento Social Revolucionario auf seiner Homepage schreiben kann, daß er Mitglied der Fuerza Nacional del Trabajo ist, der faschistischen Gewerkschaft der Faschopartei Fuerza Nueva … „und der CGT-Metall“. Llopart, wurde zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil er den Holocaust leugnet und Bücher über Hitler vertreibt. In einem englischen Interview aus dem Jahre 1988 sagt er, daß er Nationalbolschewist und Franco-Gegner sein, damals in einer Republican Social League… Pervers: das Interview wurde auf einer „öko-anarchistischen“ Webseite »Tierra Firm« (Festes Land) veröffentlicht, die einen spanischen Nationalanarchismus propagiert: http://www.eco-anarquista.org/terra-firma/interview05.html

Heute dann auch ein Kommentar auf Nodo50: http://www.anticapitalistas.org/node/5570

• Ich kann mich nicht dagegen sträuben – es mag ja sein, daß hinter diesen aktuellen Enthüllungen über Neonazis bei der CGT durch eine PSOE-Zeitung wie Público das Interesse der regierungsamtlichen Kreise stecken. Aber mal ehrlich: zum Generalstreik ruft auch deren eigene „Gewerkschaft“ UGT (da gibt’s auch einige Neonazis drin) und der pseudo-kommunistische CC.OO. (da hat’s auch Rotfaschisten drin und echte Nazis) auf. Also, macht es Euch mal nicht zu einfach, werte Kameraden der CGT-Führung, ihr versucht nur, diesen Skandal unter den Teppich zu kehren, weil ihr wie die blöden drei Affen euch verhalten habt: Nicht sehen, nichts hören und nichts sagen. Das solltet ihr schnellstens nachhaltig richtigstellen.

Mögen die, die wirklich spanisch sprechen uns mit weiteren Informationen versorgen!

Folkert, ASK – VAB Hamburg-Altona

Ergänzt:

Und hier noch die Llopart-Webseite, unglaublich: http://juanantoniollopart.wordpress.com/2010/05/25/entrevista-a-juan-a-llopart-en-factual-es/#more-394 und sein Kampf gegen die „Gewerkschafts-Inquisition“ …

und dann die CGT-Mitglieds-„Kreditkarte“ des Fascho:

41 Kommentare leave one →
  1. 13. August 2010 23:02

    Hammer-Krass!! –
    schade dass mein spanisch noch im „konstruktionsmodus“ ist, hätte mich gerne mit cnt und cgt genossen darüber unterhalten..auf fb zum beispiel…
    natürlich nutzt das auch den herrschenden, solch einen skandal auszuschlachten, es nutzt ihnen aber auch schon lämgst, wenn man solche umstände entstehen lässt, und den genossen nicht zuhört, die davor gewarnt haben!

  2. Nestor Burma permalink
    13. August 2010 23:16

    Hammerhart. Da muss die CGT jetzt unverzüglich handeln. Dem Eintrittsdatum auf der Mitgliedskarte nach ist der Llopart seit Dezember 1999 in der CGT Mitglied. Da haben alle Selbstschutzfunktionen versagt. Der organisatorische Schaden ist groß. Und natürlich spricht das nicht für eine antifaschistische Reputation der CGT. Echt der Hammer, das dieser Abschaum so lange schon in der CGT herummanövriert und offensichtlich auch noch durch Verharmloser in der Organisation geschützt wurden. Faschos raus aus (anarcho)-syndikalistischen Organisationen. (Hätte nie gedacht so einen Satz mal zu schreiben…).

    • Anarcho permalink
      14. August 2010 23:26

      Ich habe mich vor ein paar Jährchen etwas mit dem Thema beschäftigt und es wird uns noch öfter auf Trab halten. Die „Fahrt zur Hölle“ – Broschüre bietet ja schonmal ein bißchen was dazu. Im nationalrevolutionären Spektrum läßt sich zumindest teilweise ein Wandel weg von der Debatte von KP-Texten der 20er-Jahre etc. hin zu Mühsam, Rocker und co. beobachten. Zwar ist der Kreis theoretisch diskutierender Personen überschaubar, über Periodika und Foren hat dieses aber Einfluss auf „Autonome“ NationalistInnen und Kameradschaften. Der Vorteil einer gewerkschaftlichen Orientierung liegt auf der Hand: Einerseits kann man weiter vom „revolutionären Deutschen Arbeiter“ träumen, andererseits kann man die Anti-Partei-Orientierung gegen die NPD in Stellung bringen. Insofern werden wir Nazis wohl öfters von „nationalem Syndikalismus“ labern hören. Und so landet man dann auf Naziseiten, deren Linkliste FAU, anarchismus.at & co. zwischen Kameradschaft X & Y enthält.

      Und historisch gesehen sollte man nicht übersehen, dass auch syndikalistische Ideologieelemente in den frühen Faschismus italienischer Prägung einflossen. „Sternhell, Zeev – Die faschistische Ideologie“ sollte zur anarchosyndikalistischen Standardlektüre gehören. Es schildert saugut die Entstehung der faschistischen Ideologie – und die linken Anteile daran.

      • Folkert permalink
        15. August 2010 00:40

        Sternhell ist nicht unbedingt sternenklar.

        Es kann kein Argument sein, daß Mussolini mal Anarchist oder Syndikalist oder Sozialist war. Eben, was ihm gerade paßte. Daraus konstruieren zu wollen, daß es anarchistische Elemente im Faschismus gibt, ist mehr als unredlich (oder antideutsch?).

        Wie aus einer anarchistischen Gewerkschaft (was die frühe USI sicherlich nie war) wie der USI führende Intellektuelle Dank Futuristen und Sorel zu Faschisten wurden, hat sicherlich tiefergehende und andere Gründe. Eine antikapitalistische Bewegung zur Verteidigung des Vaterlandes und des nationlen Kapitals und zur Eroberung Abessiniens (Äthopien) zu bringen und den Krieg als Geburt der Nationalismus zu feiern, das mag vielleicht in einer wirren Zeit möglich gewesen sein – geringe Teile davon. Die USI gibt es noch heute und niemand dort diskreditiert sie wegen eines Mussolini. Das ist eine echt deutsche Krankheit, die Ffinger in falsche Wunden zu legen.

        Die heutige Zeit ist übrigens – wir erleben sie gerade – rückwärtsblickend vielleicht auch sternhell’sche Betrachtungen wert. Fragt sich nur, wer sie dann noch liest, steht ja nix drüber auf DeineTube.

      • Markus permalink
        15. August 2010 14:20

        Habe hier einen interessanten Text zum Thema „Italienischer Syndikalismus und früher Faschismus“ gefunden (leider nur in englisch). Dem Autor zufolge ist nur eine kleine Minderheit von USI-Mitgliedern zu den Faschisten übergelaufen und bei diesen habe es sich mehrheitlich um Personen gehandelt, die dem marxistischen und republikanischen Flügel der USI angehörten und nicht um Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten oder revolutionäre Syndikalisten. Wenn das so stimmt, dann wäre wohl gerade die mangelnde Verbundenheit dieser Personen mit anarchistischen und revolutionär-syndikalistischen Ideen ein wesentlicher Faktor für ihren Übertritt zum Faschismus gewesen.

        http://flag.blackened.net/revolt/anarchism/writers/anarcho/anarchism/italianfascism.html

      • 15. August 2010 14:50

        „dann wäre wohl gerade die mangelnde Verbundenheit dieser Personen mit anarchistischen und revolutionär-syndikalistischen Ideen ein wesentlicher Faktor für ihren Übertritt zum Faschismus gewesen.“

        Genau das ist logisch. In jeder größeren Bewegung gibt es Leute, die später woanders hinlaufen, auch zu den Sozialdemokraten oder Christen.
        Ich sollte mich mal hinsetzen und einen Bestseller schreiben: „Der Syndikalismus als konstituierendes Element des Christentums“. Wie? Da stimmt die zeitliche Abfolge nicht nicht?
        Och, das kriegen wir hin, muß ja nur von Intellektuellen gelesen – ach was gelesen – nachgeplappet werden 🙂

  3. Unbedarft permalink
    13. August 2010 23:32

    Aber gab es nicht auch in der FAU mal Faschos, die versucht haben das zu unterwandern?

    • Folkert permalink
      14. August 2010 00:27

      Falls dem so wäre – was soll diese Frage?
      Es geht ja wohl um die Geschichte von wegen ‚Währet den Anfängen‘ – und da ist es egal, welche Organisation schon mal von Faschisten unterwandert worden ist oder wo das versucht wurde.
      Das die sich entsprechendes Terrain suchen, paßt zu ihrer Strategie – aber in Spanien gibt’s genügend rechtsradikale Fascho-Gewerkschaften, also hat es nur ein Ziel: Destabilisierung von (wie auch immer) libertären Sturkturen [wie im ‚Fall Scala‘ bei der CNT 1977 durch den faschistischen Innenminister Martin Villa].
      Solltest Du die Antideutschen meinen, stimmt’s auch.
      Allerdings finde ich dieses blauäugige „unbedarft“ doch recht verräterisch. Von Genoss~innen darf mehr Durchblick und Klarsicht erwartet werden …
      „Unbedarft“ deutet hier auf eine faschistische Provokation hin!
      Es wäre also mal sinnig, die Herkunft und IP zu überprüfen, denn soo doof darf kein AS sein.
      Ich kriege gerade ’nen richtigen Hals!

      • Nestor Burma permalink
        14. August 2010 02:00

        Das muss keine „faschistische Provokation“ sein. Ich hab ja auch immer wieder mal gehört das der Oberlercher vom Deutschen Kolleg mal in der FAU gewesen sein soll. (Wohl in den 80er Jahren). Leider findet sich auch zu diesem „Sachverhalt“ nichts im 30 Jahre FAU-Buch.
        Und das bei TK auch Faschos mitlesen (und wahrscheinlich ab und zu auch ne Lust auf Kommentare verspüren) überrascht nicht, haben doch einige von denen TK auch verlinkt. Da kann man nichts dagegen machen ausser offensichtliche Scheisse nicht freizuschalten.

        PS: Bei der Wissensvermittlung innerhalb der FAU an neue Mitglieder oder Interessenten würde es mich allerdings auch nicht wundern wenn die hier Nachfragen. Denn Wissensvermittlung über die eigene Geschichte wird in den meisten Gruppen ja überhaupt nicht betrieben. Da nutzen dann manche vielleicht lieber TK. Denn hier gibts Austausch. Gruß nach HH.

      • 15. August 2010 23:17

        Die KollegInnen vom ASK/VAB haben einen Text zur FAU-Spaltung 1980 auf ihre Seite eingestellt, aus der Hamburger anachistischen Zeitung »Utopia« aus dem Jahre 1980.
        Vielleicht findet sich noch das eine oder andere in den Archiven.

  4. Folkert permalink
    13. August 2010 23:38

    Aguilar war auch mMitglied der als „Anarchofaschisten“ bezeichneten BB.AA. Bases Autonomos der Jahre 1984/85 in Madrid.

    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:YFciyhhxdo4J:frentenegro.foroactivo.com/historia-revolucionaria-f3/historia-de-bases-autonomas-t534.htm+%22bases+aut%C3%B3nomas%22+aguilar&cd=1&hl=es&ct=clnk&gl=es&client=firefox-as

    Was wirklich ankotzt, ist die Verharmlsung dieses Vorgangs in der Szene.

    Wer Parolen brüllt wie: »¡Gora ETA y Gora Mussolini!« und noch heute der Sozialen Republik des Faschisten Mussolini nachheult, gehört mit den Füßen nach oben aufgehängt – nicht bloß zum Trockenwerden hinter den Ohren! Faschisten, die mit Faschistengruß und Hammer & Sichel rumgelaufen sind, sind möglicherweise auch Arbeiter, zu allererst sind sie aber Faschisten, die die Arbeiterklasse im Namen des Nationalismus ausbeuten und knechten. „Sozialpatriotische Gewerkschaftsrevolutionäre“, es wird immer übler. Aber das gibt’s nicht nur im DGB und jeder anderen Gewerkschaft. Leider. Deshalb ist ein Parteimitgliedschaftsverbot in AS-Gewerkschaften unumgänglich! Die spanische AS-Gewerkschaft SOLIDARIDAD OBRERA verließ übrigens seinerzeit die CGT wegen ihrer ungehemmten Infiltration von Humanistische Partei-Mitglieder, die heute Teil der Izquierda Unida (hierzulande: Die Linke aus SED & WASG) sind.

    Gewerkschafter haben mit ‚Arbeitertum‘ nichts zu schaffen!

    • 14. August 2010 00:59

      seh ick ooch so.
      ich übersetz mir gerade die weiteren links- das meiste sind rechtfertigungen und anklalgen an die „andere“ presse-

      über plötzlich zu dem Thema nachdenklich gewordenen investigativen Journalismus von der sensationslüsternen Medien..
      und so´n dünnpfiff,
      statt selbstkritik kam ja wohl eher die politische schiene nach der methode:“ nun kocht das mal nich so hoch, das nützt nur der ugt“ und so – widerlich.

      also müssen wir wohl selber fragen stellen-

      und:
      die CGT wissen, wie man Minderheiten mit reaktionären und totalitären Tendenzen loswird, genauso wie mit dem Druck von Arbeitgebern, Regierung oder Massenmedien … bla-aua!
      (von dem Rojo y Negro-redakteur auf indymedia madrid, man sind dat schmerzen..)

      Politiker Bla Bla…Denn ganz offensichtlich wissen sie nicht (!) wie man die Schweine loswird.

      aber die kommentare (auf indy madrid) sind zum teil voll klar .
      so nach der methode ihr sollt eure fehler erkennen und nich auf der presse rumhacken, einer schreibt, er hätte denen schon schriftliches über die nazis überreicht:
      „denn sie wurden als wenigen mesecitos naziz, aus denen ihr gewarnt toleriert. Nicht zu Ärger mit der Bank-und Tecnocom Abschnitt der Artikel, den Sie übergeben bekommen und Sie zu Narren geworden zu lange“
      „wenn sie nicht transzendieren die Scheiße springt und trotzdem würden Sie suchenwoanders“..
      genau!
      (entschuldigt die maschinenübersetzung)–
      muss jetz auch ma los…

  5. Kickersfan permalink
    14. August 2010 02:16

    Boah… der Hammer. Macht mich fast Sprachlos. Drecks Nazis aufs Maul – und ihren Verhamlosern auch!

    • Folkert permalink
      14. August 2010 11:57

      Also, wer das Märchen verbreitet, daß Reinhold Oberlercher Mitglied der FAU in Hamburg gewesen sein soll, würde mich mal interessieren. Ich kenne den Vogel nicht und wenn er Mitglied in der Abspaltung von 1979 (nannte sich später FAU/R) gewesen ist, dann hat es sicherlich nichts mit AS zu tun. Ist mir aber auch bis heute nicht erinnerlich.

      Wie wir als FAU Hamburg mit dem Faschisten Oberlercher verfahren sind, kannste hier nachlesen:

      http://de.indymedia.org/2004/08/88950.shtml

      • 14. August 2010 13:14

        Oberlercher ist in diese Abspaltung der FAU eingetreten. Das waren die, die auch die „Direkte Aktion“ herausgegeben hatten. Etwa drei Dutzend Ausgaben von 1980 bis etwa 1982/83.
        Oder war er bei deren Nachfolgern? Bei denen wollte er so ein nationales Programm durchsetzen. Gelang ihm nicht und er ist wieder gegangen.
        Jedenfalls war er nie in der FAU.
        Aber er kann als Nationaler bei den Antideutschen der FAU- Hamburg vielleicht wieder eintreten 🙂

      • Bonaventura permalink
        14. August 2010 18:01

        @ Folkert & Hete Petete

        Oberlercher war in der Hamburger FAU-Abspaltung (der sog. ‚Hamburger Krankheit‘) und trat auf derem ‚Osterkongreß‘ 1980 auf. 1980 galt er noch als ehemalige APO-Größe, und die Hamburger hatten wohl gedacht, sich mit seinem ‚klingenden‘ Namen schmücken zu können (wie sie ja auch sonst kritik- und prinzipienlos sich überall dranhängen mußten).
        In meinen Unterlagen habe ich einen Leserbrief an die „TAZ“, der dort wohl nicht gedruckt wurde, aber in einer Ausgabe des internen Rundbriefs „Debatte“ der FAU-IAA 1996 erschien. Da er als Leserbrief geschrieben war, wird wohl niemand was dagegen haben, wenn er hier veröffentlicht wird …

        „Betr.: Rege Nachfrage nach rechtsextremem Weltbild. Der frühere Anarchist Reinhold Oberlercher schult heute Neonazis.
        Von Burkhard Schröder.
        Taz v. 6. 12. 1995, S. 15

        Liebe Tazzen,

        es ist schon eigentümlich, wenn Gespenster einer scheinbar längst vergessenen Episode aus der Versenkung emportauchen, die sich etwa zwischen 1979-81 vor allem in der radikalen Linken in Hamburg abspielte. Ich erlaube mir dazu ein paar Anmerkungen und Erläuterungen, da ich seinerzeit die Ereignisse aus nächster Nähe verfolgt habe und ein paar Mißverständnisse ausräumen muß, die Burkhard Schröder – sicher unwissentlich – in die Welt gesetzt hat.

        Ich entschuldige mich vorab schon einmal dafür, daß ich etwas in die Kiste verstaubter Erinnerungen greife, die viele Taz-LeserInnen sicherlich langweilen werden. Es ist aber notwendig, da die von Schröder erwähnte „Freie Arbeiter-Union“ (FAU) und deren Zeitschrift „Direkte Aktion“ – in der Reinhold Oberlercher für ein „sofortiges Einstellungsverbot für Ausländer“ und den „nationalen Befreiungskampf gegen Rußland“ eintrat (und übrigens auch die Unterstützung der „kapitalistischen“ Anarchie propagierte, da die Anarchie im Wortsinne, also die „herrschaftslose Gesellschaft“, ja zur Zeit nicht zu verwirklichen und deshalb jede Form vom Anarchie schon in Ordnung sei – der ganze Text hieß, so weit ich mich erinnere, „Nationalanarchistisches Manifest“) – ist nicht identisch mit der immer noch existierenden „Freien ArbeiterInnen-Union“ (FAU-IAA) und der von ihr seit 1977 herausgegebenen anarchosyndikalistischen Zeitung „direkte aktion“.

        Die beiden FAU und ihre Zeitungen hatten aber miteinander zu tun: Ostern 1980 spaltete sich von der FAU/IAA (die damals noch „Initiative FAU/IAA“ hieß) eine Minderheit ab, die kurzerhand die „Initiative FAU“ für aufgelöst erklärte, sich „FAU“ nannte und eine eigene Zeitung unter dem Titel „Direkte Aktion“ herausgab, die auch die Ausgaben-Numerierung der „direkten aktion“ der „Initiative FAU“ weiterführte. In der „Taz“ erschien damals, nach Ostern 1980, dazu ein Artikel unter der treffenden Überschrift „Anarchos putschen in der FAU“. Meines Wissens existiert diese in Hamburg gegründete „FAU“ schon seit Jahren nicht mehr – im Gegensatz zur FAU/IAA.

        Übrigens ist ein kurioses (Spät-?)Produkt jener alten Geschichte die „FAU/Anarchistische Partei“ (FAU/AP), der zumindest die LeserInnen der Berliner „Taz“ im letzten Jahr begegnet sind, als DDR-NostalgikerInnen für die Wiedererrichtung der Mauer – pardon, des „antifaschistischen Schutzwalles“ – demonstrierten. Wie Anarchie und Stalin zusammenpassen sollen, ist mir allerdings ein Rätsel – ebenso wie der Weg eines SDSlers zu den Neonazis (womit ich wieder bei Oberlercher bin).

        Reinhold Oberlercher ist Mitglied der Ostern 1980 in Hamburg abgespaltenen „FAU“ gewesen, und sein Artikel ist in deren Zeitung erschienen. Es gereicht dieser Gruppe immerhin zur Ehre, daß sie sich von ihm getrennt hat.

        Der etwas längere Ausflug in die wenig heroische Geschichte des Anarchismus in der BRD der späten 70er und frühen 80er Jahre, für den ich mich nochmals entschuldige, scheint mir allerdings nötig, da aus Unkenntnis sehr leicht Mißverständnisse und die überaus beliebten Vorverurteilungen erwachsen können. Da ich ‚Zeitzeuge‘ bin, empfinde ich es als meine Pflicht, mich zu äußern.
        Ich hoffe, Ihr druckt diesen Leserbrief ab, auch wenn er um einiges länger ist als die Passage, auf die er sich bezieht. Aber ein Mißverständnis läßt sich mit ein paar Worten in die Welt setzen, seine Klärung erfordert meist etwas mehr Zeit und Platz.

        Freiheit und Glück!“

  6. 14. August 2010 11:58

    Es sieht zwar so aus, als hätte die CGT diese Infiltration erst zu spät mitbekommen und erst reagiert, nachdem sie durch die Recherchen der Publico-Journalistin darauf gestoßen wurden. Dass die Organisation offenbar im März Hinweise von Mitgliedern abgebügelt hat, ist nicht zu entschuldigen.

    Aber wie vorschnell hier auf der Grundlage von teilweise falschen Maschinenübersetzungen geurteilt wird, ist auch erschreckend. Warum erwähnt der Artikel aus Sydikalismus.tk (13.8) nicht, dass die CGT nach eigenen Angaben bereits Ausschlußverfahren gegen die Faschos eingeleitet hat, worauf diese die Organisation verlassen haben (Rojo y negro 10.8.)? Sicher zu spät, aber darf man es deshalb unter den Tisch fallen lassen?

    Und dass der laxe oder zumindest langsame Umgang der Organisation mit diesen Fällen auch für eine Kampagne gegen die CGT ausgenutzt wird, sechs Wochen vor dem geplanten Generalstreik, kann man nicht ganz von der Hand weisen. Das entschuldigt nicht die Nachlässigkeit der CGT im Umgang mit Hinweisen auf faschistische Infiltration, aber wer glaubt, die linksliberale Público würde aus reinem journalistischen Berufsethos und zufällig gerade jetzt mit dieser Geschichte kommen, ist ebenfalls blauäugig.

    Trotzdem Danke für den Artikel, die Sache bleibt ein Skandal, und ich hatte bisher nichts davon mitbekommen.

    • Folkert permalink
      14. August 2010 12:40

      jboe – Du vergißt nebenbei auch, daß diese Typen seit über zehn Jahren in der CGT Mitglied sind und in all diesen Jahren als Neofaschisten aktiv gewesen sind. Das es einen Zusammenhang von generalstreik und Kampagne gegen die CGT geben soll, halte ich für lächerlich – dazu sind die angeblichen 60.000 Mitglieder dieser Funktionärsorganisation einfach zu unbedeutend. Und diese lahmen Tagesgeneralstreiks werden an der sozialen Situation ebenfalls nichts ändern.
      Es geht sicherlich um die Diskreditierung von (vermeintlich) libertären Strukturen. Das habe ich aber auch geschrieben.

      Und noch was, jetzt pöbelt Juan Antonio Aguilar auf seiner Webseite – nach seinem Rausschmiß bei der CGT:

      »La CGT, CCOO, UGT … son la vanguardia del capital para controlar y acallar a los trabajadores auténticamente revolucionarios.«

      Sollte seinen „Genossen“ im Vorstand der Madrider Gewerkschaft nicht schon früher mal aufgefallen sein, daß er permanent einen sozialen Faschismus gepredigt hat? Vielleicht besteht eben gar kein Interesse an einer politischen Auseinandersetzung – weil Mitglieder wichtiger sind als Inhalte …

      • 14. August 2010 19:09

        Naja, wenn die Karte echt ist, muß Llopart schon vor mehr als zehn Jahren Mitglied gewesen sein. Er selbst schreibt übrigens in seinem Blog, er sei „vor Jahren Mitglied der CGT Metal in Barcelona gewesen“ („estuvo hace años afiliado a la CGT del metal de Barcelona“) und nicht, wie Du nahelegst, dass er es immer noch ist oder bis vor kurzem war. Tatsächlich ist bislang (mir jedenfalls) nicht klar, wie lange er in der CGT war und wann und warum er sie verlassen hat. Aus dem Público-Artikel geht auch überhaupt nicht hervor (d. h. es wird weder behauptet, geschweige denn belegt), dass Llopart noch CGT-Mitglied ist oder bis in die jüngere Vergangenheit war. Auch, ob er der CGT noch angehörte, als er 2009 wegen dieses Nazipropagandadelikts verurteilt wurde, bleibt völlig offen.

        Wenn es im März Hinweise von Mitgliedern gab, und die Führung so reagiert hat, wie Público zitiert, ist das zweifellos eine Sauerei. Aber es belegt eben gerade nicht, wie Du behauptest, „daß diese Typen seit über zehn Jahren in der CGT Mitglied sind und in all diesen Jahren als Neofaschisten aktiv gewesen sind“. Dann wäre doch wohl die Frage, warum das erst im März 2010 ein paar Leuten auffiel.

        Das Einzige, was hier evident ist, ist dass die CGT offenbar grob fahrlässig mit den Hinweisen auf die Unterwanderung durch Neonazis umgegangen ist. Ich finde, das ist schlimm genug. Aber es gibt keinen Beweis, dass das über Jahre übersehen oder gar geduldet und vertuscht wurde, und es ist unsauber, diesen Eindruck zu erwecken.

        Ich weiß nicht, was dieser, freundlich ausgedrückt, nicht sehr sorgfältige Umgang mit Fakten soll. Okay, manchen Leuten reichen vielleicht ein paar halbgut recherchierte Indizien, um sich ihr Weltbild zu bestätigen. Man lag eben schon immer richtig mit der Einschätzung, dass die „Funktionärsorganisation“ (?) CGT den wahren Anarchismus verraten hat …

        Ich finde das ungefähr so erfreulich wie Debatten um den wahren Marxismus-Leninismus oder die richtige proletarische Denkweise.

  7. Folkert permalink
    14. August 2010 18:07

    Nachtrag: Die MSR gehört zum europäischen Faschistenbündnis mit der NPD, FN Franreich und so weiter …

    • 14. August 2010 18:52

      die spanischen cnt-genossen halten sich scheint´s vornehm zurück, da was zu kommentieren, hab jedenfalls nix gefunden, was darauf hindeutet. von wem allerdings die kommentare auf indymedia madrid sind, vermag ich nicht rauszufinden…

    • 14. August 2010 19:09

      Mit den rumänischen Faschisten um „Noua Dreapta“ stehen sie auch in Verbindung. Letztes Jahr im August gab es ein Treffen zwischen Juan Antonio Aguilar und dem „Führer“ von „Noua Dreapta“ Tudor Ionescu. Ein Foto belegt das Treffen der beiden in Rumänien. Und von all dem will die CGT nichts mitbekommen haben?
      BTW: Danke an Folkert für diesen Beitrag. Diese Aufklärung ist wichtig.

  8. M.V. permalink
    14. August 2010 22:46

    Auf Libcom findet sich seit dem 10.08. ebenfalls eine Diskussion zum Thema.Dort werden auch die gleichen Fragen aufgeworfen wie hier. Und ein paar 100%-ige IAA-Hardliner sind auch am Start. Die Beiträge sind in Englisch:
    http://libcom.org/forums/news/nazis-cgt-e-10082010

  9. Folkert permalink
    14. August 2010 23:48

    @ http://www.jboe-reporting.de/

    Naja, wenn Du eben Journalist bist, möchte ich Deine „Recherchen“ hier auch nicht kommentieren.

    Vielleicht habe ich unwesentliche Details übersehen, es geht hier aber nicht um Berufsethos, sondern um die Information der AS-Bewegung hierzulande. Was ich privat von der CGT halte, weiß jede/r hier. Da brauchst Du Dich nicht aufzuspielen als jW-Reporter. Ich würde auch niemals behaupten – was Du mir unterstellst -, daß die CGT „den wahren Anarchismus verraten“ hat. Soviel Blödsinn schreibe ich nicht in einem Satz. Die CGT ist eben keine AS-Gewerkschaft, basta!

    Wenn Du selbst recherchiert hast, warum Dudann icht heraus, daß vier von acht CGT-Delegierten der IT-Firma nach Bekanntwerden der Zusammenhänge aus der CGT rausgeworfen wurden. Warum nicht die gesamte CGT-Sektion der Firma rausflog, fragen sich auch andere CGT-Kollegen. Und warum der Faschist Aguilar nach seinem Rausschmiß bei der pseudo-komunistischen CC.OO. sofort in der CGT aufgenommen wurde, bleibt weiterhin ein Rätsel. Aber wenn du nachliest, die CGT bekam bei den Gewerkschaftswahlen 37 Stimmen, die CC.OO immerhin eine mehr.

    Über den Faschisten Llopart dürftest Du ebenso viel Material dank meiner Vorarbeit finden, auf daß Du einen sauberen Artikel irgendwo unterbringen kannst. Gegen Bezahlung, versteht sich. Natürlich erwarte ich dafür kein Dankeschön, wäre ja gelacht, wenn Journalisten wirklich allein durch ihre Arbeit statt durch Surfen ihren Lebensunterhalt verdienen würden …

  10. Granado permalink
    15. August 2010 16:19

    Faschisten können sich nicht auf Sorel berufen – da pfuscht auch Sternhell. Figuren wie Robert Michels, der sich auch mal als Syndikalist gerierte (s. Grünberg-Festschrift 1932) geben da eher das Leitbild ab – bei denen der Drehpunkt aber gerade auch auf sarkastisch-zynischen Einschätzungen der „oligarchischen Tendenzen des Gruppenlebens“ beruht (1911 – und genau dagegen entwickelte der Anarchosyndikalismus organisatorische Methoden – die aber auch bewußt befolgt werden müssen!). Mussolini wetterte über Bonzen und Bürokratie (über seine „Strategie“ aber eineinteressante Angabe in Franz Jungs Autobiographie).

  11. Anarcho permalink
    15. August 2010 19:26

    @ Folkert

    Mir geht es nicht darum, die USI oder gar den Syndikalismus als ganzes zu diskreditieren – schließlich verstehe ich mich als Teil der anarchosyndikalistischen Bewegung. Ich glaube nur, dass wir es auch in Deutschland und Österreich zunehmend mit rechtsextremen Gruppierungen zu tun kriegen werden, die sich auf einen Nationalsyndikalismus berufen. Insofern sollte das Phänomen schon diskutiert werden, bevor auch hierzulande plötzlich alle blöd aus der Röhre kucken.

    Die Nazis rund um den „Fahnenträger“ diskutieren z.B. Texte von Rocker, Rühle, Rüdiger, Mühsam usw. Die lustigen vom „Netzwerk Sozialistische Nation“ haben wiederum direkt auf die „Fahrt zur Hölle“-Broschüre reagiert und empfehlen anarchismus.at „aufgrund der für Denkanstöße durchaus brauchbaren und interessanten anarchistischen und syndikalistischen Texte“. In Ihrer Antwort auf die Broschüre argumentieren sie: „Das Ziel ist nicht, diese Einflüsse 1:1 zu übernehmen, sondern sie für unsere Zielsetzungen anzupassen: Ein nationaler Volksrätestaat, in welchem der Staat lediglich die Rolle einer koordinierenden, ausführenden Instanz einnimmt und kein vergötzter Selbstzweck ist, ein Staat ohne Klassen-, Parteien- und Bürokratenherrschaft. Das gilt auch für die Herrschaft selbsternannter nationalistischer oder internationalistischer Polit-Eliten (zu denen sich das MS-Kollektiv offenkundig rechnet). Der nationale Syndikalismus ist hierbei eine wirtschaftliche Organisationsform, beruhend auf Überführung der Produktionsmittel in die Hände der Produzierenden. (…) Wir sehen uns als Teil der „Dritten Front” jenseits von Reaktion und Kommunismus… Die Aspekte unserer Weltanschauung – progressiven Nationalismus und Sozialismus – auf syndikalistischer Grundlage zu vereinen, bedarf grundlegender Diskussionen und wirft viele Fragen auf, die in „ideologisch gefestigten” politischen Lagern sicherlich Verwirrung stiften werden und genau dies auch sollen.”

    Ändern können wir das sowieso nicht, nur einen klaren Trennstrich zu Nationalrevolutionären ziehen. Aber diskutieren sollten wir das Thema schon…

    Das „antideutsch“ kannst du stecken lassen, das nehme ich persönlich ;-).

  12. Folkert permalink
    15. August 2010 21:21

    @ Anarcho

    Jeder zieht sich die Schuhe an, die ihm passen – nicht die, die ihm ggf. fälschlicherweise hingestellt werden, Du heißt ja nicht Aschenputtel. Also beschwer Dich nicht.

    Wieso kommt aus einer gewissen Ecke eigentlich immer der Hinweis auf faschistische Tendenzen in der AS-Ideologie? Warum kümmerst Du Dich nicht eher um die andere Variante, die rotfaschistische, die viel schlimmer ist, weil evident! Nebenbei: Sternhell verdreht Fakten, manipuliert seine Leser~innen. Dennoch sollte dieses suateure Buch gelesen werden, spricht nichts dagegen.

    Das ich „Dein Thema“ aufgreife, beweist ja wohl mein Beitrag. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß ich nun den ganzen Tag über die ideologischen Gemeinsamkeiten von AS und NS/NR/usw.pp. nachdenke – den gibt es nämlich nicht. Fertig! Das einige deutsche Neonazis sich anstatt auf die NPD lieber auf eine Querfront-Ideologie (die ja auch überhaupt nichts Neues darstellt) und eine Gewerkschaftsdiskussion wirft, beobachten wir ganz bestimmt. Vielleicht ist denen auch schon aufgefallen, daß eine Gewerkschaft schwerer zu verbieten ist, als eine Partei. [Komm‘ jetzt nicht mit dem Berrrlin Quatsch!] Da gibt’s genügend Potential im DGB, das sie anboren könnten.

    Aber zurück: Die CGT ist eine reformistische Gewerkschaft, die sich ein schwarzrotes Kleidchen angezogen und die sich den modernen Mantel der Mitarbeit im System leger umgeworfen hat. Würden alle diversen neofaschistischen, stalinistischen, trotzkistischen und sonstwie ML-Feixisten das Weite aus dieser Gewerkschaft suchen, sie würde wohl eklatant zusammenschrumpfen und auch keine Staatsgelder (etwas mehr als 200.000 Euro) mehr kassieren dürfen.

    Wie die CGT in faschistischen Kreisen eingeschätzt wird, sagt dieses Interview mit dem UNT-Gewerkschaftführer recht deutlich. Der jedoch hat seinen eigenen Verein:

    »Respecto a la anarcosindicalista CNT, consideraciones ideológicas al margen, no nos gusta su forma de actuar contra el Sistema y desde fuera del Sistema. Su actuación al final es una forma de automarginarse que no va a ningún sitio. Nuestra línea de actuación práctica, también consideraciones ideológicas al margen, se identifica más con la de la anarcosindicalista-posibilista CGT: ir contra el Sistema pero desde dentro del propio Sistema y ofreciendo alternativas realistas. Ello tiene sus inconvenientes y supone exponerse al peligro de dejarse llevar por el mismo Sistema al que se combate, pero entendemos que esa es la mejor vía de actuación.«
    UNT-Führer Jorge Garrido (Unión Nacional de Trabajadores – Vereinigung Nationaler Arbeiter)

    Wir alle sollten die Augen und Ohren benutzen, um Faschisten jeder Art zu denunzieren und zu bekämpfen. Aber vergiß nicht und beobachte auch intensiv folgendes:

    Der Kampf gegen den Faschismus beginnt mit dem Kampf gegen den Bolschewismus!

  13. Folkert permalink
    15. August 2010 21:24

    @ Anarcho

    Du ziehst Dir eben die Schuhe an, die man Dir passen.

    Was Faschisten von der CGT halten – lies mal dies:
    »Respecto a la anarcosindicalista CNT, consideraciones ideológicas al margen, no nos gusta su forma de actuar contra el Sistema y desde fuera del Sistema. Su actuación al final es una forma de automarginarse que no va a ningún sitio. Nuestra línea de actuación práctica, también consideraciones ideológicas al margen, se identifica más con la de la anarcosindicalista-posibilista CGT: ir contra el Sistema pero desde dentro del propio Sistema y ofreciendo alternativas realistas. Ello tiene sus inconvenientes y supone exponerse al peligro de dejarse llevar por el mismo Sistema al que se combate, pero entendemos que esa es la mejor vía de actuación.« UNT-Führer Jorge Garrido (Unión Nacional de Trabajadores – Vereinigung Nationaler Arbeiter – faschistische Gewerkschaft)

    Und ich möchte Dicgh nicht auch noch zum blinden Einäugigen machen:

    DER KAMPF GEGEN DEN FASCHISMUS BEGINNT MIT DEM KAMPF GEGEN DER BOLSCHEWISMUS!

    Ich hoffe, Du hast das nicht vergessen, als Du Sternhell gelesen hast. Es gibt eben nicht nur einen oder den einen Feind …

  14. Anarcho permalink
    16. August 2010 01:12

    @Folkert

    Keine Angst, ich habe im Laufe meines Lebens etwas mehr als Sternhell gelesen und das Rühle-Zitat bringt so ziemlich auf den Punkt, warum ich in der anarchistischen/anarchosyndikalistischen Bewegung aktiv bin und nicht bei irgendeinem K-Grüppchen. Ich komme auch nicht aus einer „gewissen Ecke“ – deshalb versuche ich inhaltlich zu debattieren und nicht zu denunzieren, wie es bei Antideutschen der Fall ist. Ich habe an keinem Punkt gesagt, dass es im AS faschistische Tendenzen gibt, das wäre doch absurd! Aber gut lassen wir das – sonst vergeuden wir nur beide unsere Zeit…

    • Folkert permalink
      16. August 2010 10:25

      @ Anarcho

      Kein Problem – aber das Rühle-Zitat paßte hier wie Faust auf’s Auge.

  15. 16. August 2010 10:42

    Ist schon wieder Sorel-Saison?
    Das alte Märchen wird wieder zum Nachtisch serviert? Dabei ist es sehr schwierig, in der deutschsprachigen syndikalistsichen Presse und den Publikationen etwas zu dieser Person zu finden. Das steht fast nichts, und das hat den Hintergrund, dass Sorel, Michels und Co. für die syndikalistische Bewegung einfach nicht relevant genug waren. Dies und die Tatsache, warum Sorel trotzdem immer wieder der syndikalistischen Arbeiterbewegung zugdichtet wird, erklärte Rudolf Rocker in seinem Texte „Anarchosyndikalismus“ aus dem Jahre 1937:

    „Man findet im Auslande oft die irrige Meinung verbreitet, die besonders durch Werner Sombart [Deutscher Soziologe mit hoher Auflage!] genährt wurde, dass der revolutionäre Syndikalismus in Frankreich seine Entstehung Intellektuellen wie G. Sorel, E. Berth und H. Lagardelle zu danken hätte, die in der 1899 gegründeten Zeitschrift Le Mouvement Socialisten die geistigen Ergebnisse der neuen Bewegung in ihrer Weise theoretisch verarbeiteten. Das ist grundfalsch. Diese Männer haben der Bewegung selbst nie angehört, noch hatten sie irgendwelchen nennenswerten Einfluß auf ihre innere Entwicklung. Übrigens war die CGT durchaus nicht aussschließlich aus revolutionären Gewerkschaften zusammengesetzt; eine Hälfte ihrer Mitglieder waren sicherlich reformistisch gestimmt und hatten sich der CGT nur deshalb angeschlossen, weil auch sie erkannten, dass die Abhängigkeit der Gewerkschaften von den politischen Parteien für die Bewegung ein Unglück war. Aber der revolutionäre Flügel welcher die tatkräftigsten und aktivsten Elemente der Arbeiterschaft auf seiner Seite hatte und dabei über die besten geistigen Kräfte innerhalb der Organisation verfügte, gab der CGT ihr eigentliches Gepräge und bestimmte ausschließlich die Ideenentwicklung des revolutionären Syndikalismus.“

    Peter Schöttler sieht die Sache, ganz unabhängig von Rocker, ähnlich klar. In seinen Ausführungen zum Thema Syndikalismus mußte er sich für das Auslassen von Sorel rechtfertigen (!) und schrieb:

    „Sorel…sicher nicht der Theoretiker des Syndikalismus“

    „3. Georges Sorel

    Wo aber bleibt Sorel? Es mag in der Tat überraschen, dass dieser Name, der bis heute als Chiffre für Syndikalismus gilt, (1) in unserem Bericht bislang einfach nicht vorkam. Diese Abwesenheit entspricht jedoch dem wissenschaftlichen Konsens, daß der zurückgezogen lebende Philosoph, der nur zu einzelnen Syndikalisten wie Pelloutier und Delesalle einen intensiveren Kontakt pflegte und nur phasenweise für syndikalistische Blätter schrieb – so 1906-1908 in Lagardelles ‚Mouvement Socialiste’ seine berühmten ‚Reflexions sur la violence’ (…) – eigentlich nur eine Randfigur darstellte, wenngleich eine faszinierende. Für die sozialhistorische Erneuerung der Syndikalismus-Forschung ist es daher typisch, dass die Sorel jahrelang übergangen bzw. der inzwischen verselbständigten Sorel-Forschung mit philosophiegeschichtlichen oder politologischen Fragesellungen überlassen hat. Dort wurde dann vor allem Sorels Irrationalismus und seine Nähe zum aufkommenden Faschismus diskutiert.“

    (1) Diese Identifikation geht so weit, dass in der gehobenen Publizistik Sorel auch kurzerhand gewerkschaftliche Funktionen angedichtet werden. So spricht Fritz J. Raddatz mehrfach davon, Sorel sei ‚Sekretär der 1892 gegründeten Fédération des Bourses du Travail und Initiator für die Gründung der Confédération Générale du Travail’ gewesen; er verwechselt also erstens Sorel mit Pelloutier und behauptet zweitens fälschlich, dass der Arbeitsbörsen-Sekretär für eine Fusion mit der CGT eingetreten sei: Georg Lucács in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek 1972, 43f.; Vorwort zu; ders. (hrsg.), Warum ich Marxist bin, München 1978, 18.

    Wir können da wohl machen was wir wollen, wer die alten Märchen vom Zusammenhang Sorel-Syndikalismus-Faschismus unbedingt glauben und wahrhaben will, wird es weiter tun. Gerade Intellektuelle nähern sich dem Syndikalismus oft über jene „philosophiegeschichtlichen oder politologischen Fragesellungen“. Wer die Bewegung weiterhin versucht zu diskreditieren, wird weiter darauf herumreiten.
    Wer dagegen guten Willens ist und nicht diese Absicht hat, wird sich von den obigen beiden Zitaten vielleicht überzeugen lassen.
    Ansonsten sollte das wohl kaum Thema sein, es gibt zum einen ganz andere Sorgen und zum Anderen wirklich bedeutende Personen aus der Geschichte des Syndikalismus.

    • Granado permalink
      16. August 2010 18:49

      Genauer lesen!
      Folkert schrieb:
      „Wie aus einer anarchistischen Gewerkschaft (was die frühe USI sicherlich nie war) wie der USI führende Intellektuelle Dank Futuristen und Sorel zu Faschisten wurden, hat sicherlich tiefergehende und andere Gründe.“
      – Darauf reagierte ich lediglich, dass sich diese entstehenden Faschisten fälschlich auf Sorel beriefen – wie auch Mussolini selbst, der aus Sorels „Mythos“ Generalstreik den Mythos „Nation“ meinte machen zu können. Und Sternhell (sage ich aus dem Gedächtnis) sonderte auch nur die üblichen Assoziationen zu Sorel ab. Dass Sombart u.a. es sich bequem machen wollten, den frz. Syndikalismus per Sorel einzusammeln, hat Nettlau auch schon deutlich gemacht.
      Michels ist ein anderes Kapitel, sein Flirten mit dem Syndikalismus nehme ich nicht ernst. Aber sein „ehernes Oligarchiegesetz“ von 1911 halte ich sehr wohl für die Vorlage, wogegen die Anarchosyndikalisten ihre organisatorischen Verfahren artikulierten.
      Und neben einer starken Tendenz zum Korporativismus in der Arbeiterbewegung sehe ich begleitende sarkastisch-zynische „Desillusionierung“ von Intellektuellen etc. als Pflastersteine zum Faschismus.
      P.S. Franz Jung erwähnt am Schluss den ex-Kommunisten Nicola Bombacci mit seiner Monatszeitschrift (La Verità, Mitautoren: Arturo Labriola, Walter Mocchi, Pulvio Zocchi).

  16. Folkert permalink
    16. August 2010 18:25

    Über Sorel:

    »Das Hauptwerk sind die ‚Reflexions sur la Violence‘. Sie erschienen zuerst 1906 im Movement socialiste. Von irgendeinerm nenneswerten Erfolg, der in die Tiefe und Breite ging, konnte nicht die Rede sein, obgleich sie kamen wie ‚ein elektrischer Schlag in gewitterschwerer Luft’. (…) Diejenigen, die das Buch unmittelbar und am meisten anging, lasen es nicht. Das wenigstens stellte ein repräsentativer Vertreter der syndikalistischen Confédération général du Travail fest, der kein halbes Dutzend militanter Arbeiter auftreiben konnte, die zu den ‚Betrachtungen über die Gewalt‘ gegriffen hätten.« (S. 32)

    aus • HANS BARTH – Masse und Mythos. Die Theorie der Gewalt: Georges Sorel (rororo, 1959)

    • Bonaventura permalink
      17. August 2010 01:07

      Ernst H. Posse schrieb anläßlich Sorels Tod 1928 in der von Artur Müller-Lehning herausgegebenen der Internationalen Revue i 10 (neudruck bei Kraus Reprint, Nendeln 1979, p. 155-156) unter anderem:

      »Das Echo seines Todes war wie Leben und Werk verwirrend, zwiespältig. Während die linksradikalen Kreise ihrer tiefen Sympathie Ausdruck gaben, taten das Gleiche die Leute der ‘Action Française’ und Georges Valois, der Theoretiker des französischen Fascismus. Mussolini selbst nennt sich Schüler Sorels und hat das des öfteren betont. So antwortete er einmal auf die Frage eines Redakteurs des ‘A.B.C.’ Madrid, welcher Einfluss für seine Entwicklung der Entscheidende gewesen sei: ‘Der Sorels. Für mich war die Hauptsache Handeln. Ich wiederhole, Sorel schulde ich am meisten. Dieser “maître” des Syndikalismus hat durch seine schroffen Theorien der revolutionären Taktik am meisten dazu beigetragen, die Disziplin, Energie und Stärke der fascistischen Kohorten zu begründen’. Sorel hat 1912 in persönlichem Kontakt mit Mussolini gestanden. Aus dieser Zeit wird folgender Ausspruch überliefert, der Mussolinis Natur und spätere Auswirkung prophetisch erfasst: ‘Notre Mussolini n‘est pas un socialiste ordinaire. Croyez-moi: vous le verrez peut-être un jour à la tête d‘un bataillon sacré saluer de l‘épée la bannière italienne. C‘est un italien du quinzième siècle, un Condottière. On ne le sait pas encore, mais c‘est le seul homme énergique capable de redresser les faiblesses du gouvernement.’ [Unser Mussolini ist kein gewöhnlicher Sozialist. Glauben Sie mir: Sie sehen ihn möglicherweise eines Tages an der Spitze eines heiligen Bataillons, mit dem Schwert die italienische Flagge grüßend. Er ist ein Italiener des fünfzehnten Jahrhunderts, ein Condottière. Wir wissen es noch nicht, aber dies ist der einzige energische Mann, der fähig ist, die Schwächen der Regierung auszugleichen.]«
      Ein prophetisches Wort …

      Mussolini war vor dem 1. Weltkrieg radikaler, antiparlamentarischer Sozialist, der von ihm redigierte „Avanti“ stand auf dem extremen linken Flügel der italienischen Sozialisten. Seine rapide Wandlung zu militanten Nationalisten nach Kriegsbeginn ist ein Phänomen, das ja auch aus anderen Ländern bekannt ist (ich nenne für Deutschland nur ‚Umlerner‘ wie Konrad Haenisch oder Paul Lentsch).

      Posse schreibt weiter; »Die Übereinstimmungen im an sich sozialistischen Werk Sorels mit den Lehren des extremen Nationalismus und Traditionalismus werden zu derartigen Zweifeln führen. Und da kann nur allgemein gesagt werden, dass diese beiden Lager, die aus entgegengesetzten Motiven Gegner des in Europa herrschenden bourgeoisen, parlamentarischen und demokratischen Geistes sind, in negativen Zielen, in der Vernichtung dieses Geistes, in der Kritik notwendigerweise übereinstimmen müssen. Erst der Aufbau des Neuen führt sie auseinander, endgültig. In dieser Situation ist das Werk Sorels entstanden, daher seine eigenartige Resonanz. Der Sinn seines Werkes dagegen liegt im Sozialismus, für den er kämpfte.«

      (Der ganze Artikel ist hier nachzulesen: http://raumgegenzement.blogsport.de/2010/02/23/ernst-h-posse-georges-sorel/)

      Gerhard Wartenberg (unter seinem nome de plume H. W. Gerhard) schrieb in einer Rezension (Georges Sorel, der Theoretiker des Syndikalismus; in: Der Syndikalist, Nr. 25/1931):
      »Sorel wird mitunter … als der Schöpfer des Syndikalismus bezeichnet. Das ist unrichtig. Der Syndikalismus ist in Frankreich wie auch in den anderen Ländern aus dem Schoße der Massen entstanden. Allenfalls könnte man Fernand Pelloutier eine besondere Rolle bei der Entstehung des französischen Syndikalismus zuschreiben, aber nicht Sorel, der nur Theoretiker war und gar nicht in der Bewegung stand. Wenn er also auch nicht der Schöpfer des Syndikalismus war, so hatte er doch auf die Arbeiterbewegung in den romanischen Ländern einen sehr großen Einfluß, der noch heute fortdauert. Auch Mussolini kann in seiner sozialistischen Zeit als Schüler Sorels betrachtet werden und hat die Lehre von der Gewalt dann auf den Faschismus mit Erfolg übertragen.
      Hier kann gleich auf ein anderes Märchen über Sorel hingewiesen werden: er soll der intellektuelle Vater des Faschismus sein. (…)
      Zwar haben Sorel und andere linksstehende Intellektuelle um 1910 Beziehungen mit nationalistischen Kreisen angeknüpft, um eine Strecke Weges gemeinsam gegen die beiden verhaßte Demokratie zu gehen, aber deshalb ist Sorel noch nicht einen Schritt breit von seiner rein proletarischen Einstellung gewichen, was man von unseren Kommunisten bei ihrem Liebäugeln mit nationalbolschewistischen Ideen nicht behaupten kann. … Es handelte sich eben nur um eine vorübergehende Taktik.
      Auch die Lehre von der Gewalt bedarf einer erheblichen Umänderung, ehe sie ein faschistisches Aussehen bekommt. Sorel spricht immer von proletarischer Gewalt und versteht darunter den Generalstreik Selbstverständlich ist es jeder gewalttätigen Bewegung möglich, sich auf Sorel zu berufen, denn die Gewalt kann ebenso wenig wie eine andere Idee monopolisiert werden. Das Gewalt in der Gesellschaft eine realere Macht darstellt als parlamentarisches Geschwätz, ist auch schon allen früheren Revolutionären bekannt gewesen. Wenn also die Squadri Mussolinis ihren Sieg durch Gewalt errangen, dann beweist das nichts gegen Sorel, sondern nur etwas für Mussolini, er hat bei seinem Meister gut gelernt. Für uns folgt daraus nichts weiter, als die Sache noch besser zu lernen, selbstverständlich entsprechend den Gegebenheiten eines jeden Landes.
      Eins ist natürlich sicher: der Faschismus stellt ein viel lebendigeres, aggressiveres, moderneres und deshalb gefährlicheres System des Kapitalismus dar. Er hat diese Eigenschaften durch gewisse Anleihen bei sozialistischen Denkern erreicht. Diesem Denken ist daraus kein Vorwurf zu machen. Sonst könnte man auch Marx anklagen, mit seiner Diktatur des Proletariats das Stichwort für die faschistische Diktatur geliefert zu haben. Das ist natürlich kein Argument. Eher schon die Tatsache, dass manche Einrichtungen des Faschismus aus Sowjetrussland entlehnt worden sind (Tscheka gleich Ovra, Gewerkschaftsmonopol, Pressemonopol usw.). Sorel hat also nicht mehr mit dem Faschismus zu tun als ein Streik mit einer Aussperrung.
      Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir nicht mit allem einverstanden zu sein brauchen, was Sorel geschrieben hat, wie wir auch keine Bakunin- oder Kropotkin-Scholastiker sind, dass aber in Sorels Werken noch eine Fülle von Anregungen steckt, die von uns bisher noch nicht gehörig beachtet worden sind.«

      Mit dieser Schlußfolgerung können wir doch leben, denke ich.

      • Anonymous permalink
        18. Dezember 2010 17:37

        @ Bonaventura

        Könntest Du bitte den Artikel von Gerhard Wartenberg komplettieren – an drei Stellen stehe … – wäre sehr freundlich, danke.

      • Bonaventura permalink
        20. Dezember 2010 02:55

        @ anonymus: der Text ist noch etwas länger, als die Auslassungszeichen andeuten; hier ist er komplett. Wenn du dich für weitere (deutsche) Texte von Sorel interessierst, dann benutze diesen link
        http://library.fes.de/cgi-bin/populo/sozmon.pl
        und gebe in die Suchmaske ‚Sorel‘ ein – es sind Artikel, die von Sorel in den „Sozialistischen Monatsheften“ vor der Jahrhundertwende erschienen sind (und zumindest zum Teil, soweit ich weiß, in den Text „Die Auflösung des Marxismus“ eingegangen sind). Pikant ist, nebenbei, daß ausgerechnet in den SoMo, die kurz darauf das ‚Zentralorgan des Revisionismus‘ wurden, Texte von Sorel, aber auch von Gustav Landauer, erschienen.

        Hier also die komplette Rezension von Gerhard Wartenberg (a.k.a. H.W. Gerhard) aus dem Syndikalist:

        „Georges Sorel, der Theoretiker des Syndikalismus

        Von Georges Sorel, dem Theoretiker des französischen Syndikalismus sind in den letzten Jahren zwei Werke deutsch erschienen: ‚Über die Gewalt’ (Verlag Wagner, Innsbruck 1928, 885 S., Preis Brosch. 9 M., geb. 12 M.) und die ‚Auflösung des Marxismus’ (Verlag Gustav Fischer, Jena 1930, 72 S., Preis 4 M.)

        Der Titel ‚Auflösung des Marxismus’ erinnert etwas an Marxistentöterei, soll aber mehr Weiterentwicklung des erstarrten Dogmas bedeuten, denn Sorel anerkennt durchaus die großen Leistungen von Marx und Engels und fasst den Syndikalismus gerade auf als den reinen Marxismus, der nichts weiter sei als die Lehre des Klassenkampfes.
        Im Vorwort verteidigt Sorel zunächst Marx gegen die unzulänglichen Angriffe der bürgerlichen Professoren, wendet sich aber dann gegen engstirnige Auslegungen wie die von Lafargue und gegen unfruchtbare Popularisierungen wie die von Kautsky. Dagegen verspricht er sich viel von durchdachter Weiterentwicklung, wie sie Bernstein 1896 versucht hatte, ohne dessen Reformismus zu teilen.
        Sorel knüpft an die Bernsteinsche Auffassung an, in dem er zeigt, dass der Marxismus zwei entgegengesetzte Bestandteile aufgenommen hat oder mit ihnen in Beziehung steht: den Utopismus und den Blanquismus. Während aber der Reformist Bernstein diese Unterscheidung trifft, um dem blanquistischen, revolutionären Element den Prozeß zu machen, zeigt Sorel in seiner geistreichen, gut dokumentierten Weise, dass weder der Utopismus noch der Blanquismus mit dem Marxismus notwendig verbunden sind, sondern dass beide zu bürgerlichen Konsequenzen führen: der Utopismus, weil er zu sozialer Quacksalberei, vergeblichen Experimenten und allerhand Reformen führe, die den Kapitalismus nicht beseitigen können (Gewinnbeteiligung, Konsumvereine usw.), der Blanquismus, weil er eine neutralistische Partei mit einem revolutionären Generalstab bedeute, der sich später zum euren Herrn ausschwinge (Jakobinismus).
        Nun taucht selbstverständlich die Frage auf, was denn vom Sozialismus übrig bleibe, wenn man die sozialen Phantasien und die politische Revolution streiche? Sorel antwortet und versucht nachzuweisen, daß er sich dabei in Übereinstimmung mit dem Kern des Marxismus (dem ‚Marxismus Marxens’) befinde: der Klassenkampf, der revolutionäre, rein proletarische Klassenkampf, wie ihn der Syndikalismus führt. Es sei nicht unsere Aufgabe, nur mit der künftigen Leitung der Produktion zu befassen, die Wirtschaft leite sich sehr gut selbst. Es sei auch nicht unsere Aufgabe, die Revolution zu leiten, das Proletariat werde seine Revolution durch den Generalstreik schon selbst machen. Das ist die Lehre Sorels in der ‚Auflösung des Marxismus’.
        In ‚Über die Gewalt’ entwickelt er seine Auffassungen viel eingehender und gibt auch oft Ausblicke in Nebengebiete, die stets durchdacht und geistreich sind. Deswegen ist es schwer, die Gedankengänge Sorels kurz anzudeuten. Er gibt eben keine Formeln, sondern geschichtliche Betrachtungen über sehr weite Gebiete.
        Seine Schlussfolgerungen sind für uns nichts Neues, es sind die Grundsätze unseres Programms. Also zum Beispiel der Kampf gegen den Reformismus und die Politiker, gegen die heuchlerische Demokratie, für den proletarischen Generalstreik, für eine proletarische Moral, eine Produzentenmoral. Sorel legt Wert darauf, den proletarischen Generalstreik vom politischen Generalstreik abzugrenzen, er zeigt weiter die Moralität der Gewalt und die Dekadenz des Pazifismus, sein Ideal ist ein kräftiges, mutiges Proletariat, das seine Rechte energisch auch mit Gewalt verteidigt, so auch die Bourgeoisie zum Widerstand veranlaßt und den Endkampf beschleunigt. Es steckt darin etwas von der ‚schöpferischen Entwicklung’ Bergsons und auch ein gutes Stück vom Geiste Nietzsches. Nicht mehr ist hier die Rede von einem wässrigen Humanitarismus, wie er im 18. Jahrhundert zeitgemäß war, nicht mehr von den verblichenen Idealen der Französischen Revolution, von denen noch Jaures und der ganze parlamentarische Sozialismus zehrten. Aber es tritt uns auch nicht ein doktrinärer Marxismus á la Kautsky entgegen, sondern der proletarische Klassenkampf in seiner Reinheit.
        Wenn auch alle diese Dinge für uns nicht viel neues bringen, dann muß man doch auf die Art und Weise der Begründung achten, die stets zwingend und geistreich ist und ein ungeheures Material verwendet. Gerade diese Ableitungen und gelegentlichen Blicke in verwandte Gebiete können für uns noch eine Fundgrube für die Entwicklung unserer Ideen sein.
        Es mag zutreffen, dass Sorel etwas zu sehr von der Bedeutung der Gewalt eingenommen war und andere Faktoren zu sehr außer acht ließ. Aber man solle sich der Tatsache bewusst bleiben, daß Sorel nicht das blinde Dreinschlagen unter ‚Gewalt’ versteht, sondern fast immer den Streik oder den Generalstreik, d.h. einfach irgendwelche Handlungen, die dem Proletarier seinen Gegensatz zum kapitalistischen Staat fühlbar werden lassen, ohne deshalb gleich Menschenleben zu kosten.
        Ein weiterer Begriff Sorels, mit dem man sich auseinandersetzen muß, ist der des Mythus. Das stark aufgetragene, begeisternde Bild des sozialen, expropriierenden Generalstreiks, bei dem keine Einzelheit beschrieben oder diskutiert werden soll, der ‚Mythus des Generalstreiks’ muß nach Sorel für uns das werden, was für die ersten Christen das Reich Gottes, für die Männer der Französischen Revolution ihr Glaube an das Reich der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit war. Sicher würde Sorel auch den Glauben der Kommunisten Westeuropas an das Sowjetparadies oder den Glauben der Nazis an das Dritte Reich zu den Mythen rechnen. Sorel will diese Mythen von den Utopien getrennt wissen, die er ablehnt, bei den Mythen kommt es auf die Ganzheit an, sie sind nichts als Bilder, während es bei den Utopien auf die Einzelheiten ankommt, die sich im Verlaufe der Entwicklung immer wieder ändern, wodurch die Utopien immer wieder wertlos werden.
        Es wird sich schwer bestreiten lassen, dass Mythen in der Geschichte eine große Rolle gespielt haben, auch wenn sie nicht zu dem erwarteten Ziele führten. Aber es will mir scheinen, als ob die Mythen von uns als bewussten Revolutionären nicht besonders gefördert zu werden brauchten – sie kommen von allein, sie sind vielfach nur die für die Massenseele und von ihr zurechtgekneteten Ideen. Fördern wir die Erkenntnisse, die klaren Ideen, und überlassen wir die Mythen sich selbst. Die Masse wird die Ideen, die sich nicht vollständig aufnehmen kann, schon zu vereinfachten Bildern machen.
        Mag das Werk Sorels also auch für uns als Syndikalisten einige Angriffspunkt bieten, so ist der Mensch Sorel in vieler Beziehung vorbildlich. Sein Leben verlief sehr einfach. Er wurde geboren am 2. November 1847 in Cherbourg als Sproß einer bürgerlichen Familie. Nach dem Besuche der Schulen in Paris wurde er Ingenieur. Bis zum Alter von 45 Jahren war er beim staatlichen Wegbau tätig. Er stieg bis zum Chefingenieur auf und bekam den Orden der Ehrenlegion. 1892 legte er sein Amt nieder, ohne die Pension zu verlangen, er wollte ganz unabhängig sein und nur seinen Studien leben. In diesen Jahren bewältigte er eine ungeheure Arbeit, vertiefte sich in die Sozialwissenschaften und die Philosophie und schrieb eine große Reihe von Artikeln für sozialistische und volkswirtschaftliche Zeitungen in Frankreich, Italien, Deutschland. 1899 war er noch kein Sozialist gewesen, sondern empfahl die Bibel als weltliches Werk. 1894 veröffentlichte er in der ‚Ere Nouvelle’ eine Reihe von drei Aufsätzen, ‚Die alte und die neue Metaphysik’, in der er sich als Sozialist vorstellte, der die Einflüsse von Proudhon, Marx und Bergson erfahren hat. 1898 schrieb er ‚Die sozialistische Zukunft der Gewerkschaften’, worin er schon den orthodoxen Marxismus ablehnte und den syndikalistischen Standpunkt vertat. Den revolutionären Syndikalismus arbeitete er seit 1904, seit der großen Enttäuschung aller Ehrlichen über den Ausgang der Affäre Dreyfuß heraus. 1906 und 1907 erschienen die Artikel, die dann zu ‚Über die Gewalt’ vereinigt wurden, noch später folgte die ‚Auflösung des Marxismus’. Einige Werke Sorels erschienen nur italienisch, da in Italien mehr Interesse für derartige Gedankengänge vorhanden war. Der Weltkrieg ließ ihn resignieren, er hatte für die heuchlerischen Schlagwörter der Entente Demokratien, Selbstbestimmung der Völker’ usw. nichts übrig. Die russische Revolution begrüßte er und schrieb sogar eine ‚Verteidigung für Lenin’, ohne seine eigentlichen syndikalistischen Gedanken aufzugeben. Er starb am 28. August 1922 in der Zurückgezogenheit in Boulogne-sur-Seine. Sorels Charakter und Lebensführung werden von allen Zeitgenossen sehr gut beurteilt. Er besaß keinerlei Ehrgeiz und arbeitete, seit er Sozialist war, selbstlos und aufopfernd für das Proletariat. Seine Gegner verunglimpfte er nicht so gehässig wie Marx, er war ein Wunder an Fleiß und führte ein sehr sauberes, zurückgezogenes Familienleben. Er war vielleicht der erste sozialistische Denker, der aus eigener Anschauung einen Begriff von der modernen Technik besaß und daraus Folgerungen zog (bei Marx, Proudhon, Bakunin war das bekanntlich nicht der Fall).
        Sorel wird mitunter (so von Margherita Hirschberg-Neumeyer in ‚Die italienischen Gewerkschaften’, Jena 1928, S. 32) als der Schöpfer des Syndikalismus bezeichnet. Das ist unrichtig. Der Syndikalismus ist in Frankreich wie auch in den anderen Ländern aus dem Schoße der Massen entstanden. Allenfalls könnte man Fernand Pelloutier eine besondere Rolle bei der Entstehung des französischen Syndikalismus zuschreiben, aber nicht Sorel, der nur Theoretiker war und gar nicht in der Bewegung stand. Wenn er also auch nicht der Schöpfer des Syndikalismus war, so hatte er doch auf die Arbeiterbewegung in den romanischen Ländern einen sehr großen Einfluß, der noch heute fortdauert. Auch Mussolini kann in seiner sozialistischen Zeit als Schüler Sorels betrachtet werden und hat die Lehre von der Gewalt dann auf den Faschismus mit Erfolg übertragen.
        Hier kann gleich auf ein anderes Märchen über Sorel hingewiesen werden: er soll der intellektuelle Vater des Faschismus sein. So sagt der französische Faschist Georges Valois (Le fascisme, Paris 1927) und auch der deutsche Professor von Beckerath (Wesen und Werden des faschistischen Staates, Berlin 1927). Der letztere zeigt allerdings gleich die Grenzen der Übereinstimmung auf.
        Zwar haben Sorel und andere linksstehende Intellektuelle um 1910 Beziehungen mit nationalistischen Kreisen angeknüpft, um eine Strecke Weges gemeinsam gegen die beiden verhaßte Demokratie zu gehen, aber deshalb ist Sorel noch nicht einen Schritt breit von seiner rein proletarischen Einstellung gewichen, was man von unseren Kommunisten bei ihrem Liebäugeln mit nationalbolschewistischen Ideen nicht behaupten kann. (Radek-Reventlow 1923, das „Programm zur nationalen und sozialen Befreiung’ usw.). Es handelte sich eben nur um eine vorübergehende Taktik.
        Auch die Lehre von der Gewalt bedarf einer erheblichen Umänderung, ehe sie ein faschistisches Aussehen bekommt. Sorel spricht immer von proletarischer Gewalt und versteht darunter den Generalstreik. Selbstverständlich ist es jeder gewalttätigen Bewegung möglich, sich auf Sorel zu berufen, denn die Gewalt kann ebenso wenig wie eine andere Idee monopolisiert werden. Das Gewalt in der Gesellschaft eine realere Macht darstellt als parlamentarisches Geschwätz, ist auch schon allen früheren Revolutionären bekannt gewesen. Wenn also die Squadri Mussolinis ihren Sieg durch Gewalt errangen, dann beweist das nichts gegen Sorel, sondern nur etwas für Mussolini, er hat bei seinem Meister gut gelernt. Für uns folgt daraus nichts weiter, als die Sache noch besser zu lernen, selbstverständlich entsprechend den Gegebenheiten eines jeden Landes.
        Eins ist natürlich sicher: der Faschismus stellt ein viel lebendigeres, aggressiveres, moderneres und deshalb gefährlicheres System des Kapitalismus dar. Er hat diese Eigenschaften durch gewisse Anleihen bei sozialistischen Denkern erreicht. Diesem Denken ist daraus kein Vorwurf zu machen. Sonst könnte man auch Marx anklagen, mit seiner Diktatur des Proletariats das Stichwort für die faschistische Diktatur geliefert zu haben. Das ist natürlich kein Argument. Eher schon die Tatsache, dass manche Einrichtungen des Faschismus aus Sowjetrussland entlehnt worden sind (Tscheka gleich Ovra, Gewerkschaftsmonopol, Pressemonopol usw.). Sorel hat also nicht mehr mit dem Faschismus zu tun als ein Streik mit einer Aussperrung.
        Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir nicht mit allem einverstanden zu sein brauchen, was Sorel geschrieben hat, wie wir auch keine Bakunin- oder Kropotkin-Scholastiker sind, dass aber in Sorels Werken noch eine Fülle von Anregungen steckt, die von uns bisher noch nicht gehörig beachtet worden sind. Leider ist der hohe Preis der beiden Bücher der Verbreitung in unseren Kreisen nicht günstig, besonders für die 72 Seiten starke Broschüre ‚Die Auflösung des Marxismus’ erscheint der Preis von 4 Mark als viel zu hoch. Vielleicht ist es dem ASY-Verlag möglich, später einmal die Herausgabe der ‚Materiaux d’une theorie du proletariat’ in deutscher Übersetzung ins Auge zu fassen. Besonders der in diesem Sammelband von ‚Materialien einer Theorie des Proletariats’ enthaltene Aufsatz ‚Die sozialistische Zukunft der Gewerkschaften’ (Avenir socialiste des syndicats) dürfte in unserem Lande eines verknöcherten Staatskapitalismus und Reformismus interessieren, wo sich die Führer der großen Gewerkschaften noch nie mit den sozialistischen Aufgaben der Gewerkschaften beschäftigt haben, sondern sich mit einer unbestimmten ‚Wirtschaftsdemokratie’ begnügen.

        H.W. Gerhard“

        Aus „Der Syndikalist“, Nr. 25/1931.

  17. 19. August 2010 18:09

    Das geht wohl in die 2. Runde:

    Mögen das mal andere Jenoss~innen übersetzen, die das besser können als ich.
    Bin sehr gespannt:

    http://madrid.indymedia.org/node/14878
    http://www.interviu.es/reportajes/articulos/neonazis-en-la-cgt

    • |das|schwarze|schaf| permalink
      20. August 2010 08:06

      In den Artikeln geht es um Aguilar. Der wurde 2008 bei den BR-Wahlen zum Betriebrat der CC.OO. (ehemals kommunistische Gewerkschaft) bei Tecncom gewählt. Kurz darauf sind er und einige andere Betriebsräte der CC.OO. zur CGT Betriebsgruppe übergelaufen. Diese wurde im März von einem anderen CGT Syndikat darüber informiert, wes Geistes Kind diese Leute sind. Daraufhin teilte die Betriebsgruppe nur lapidar mit, darüber sei man von den CC.OO. bereits informiert worden und dort hätte es in 10 Jahren Mitgliedschaft keine Probleme gegeben. Das hat dann völlig zurecht andere in der CGT (etliche von deren Mitgliedern sind bei der Antifa) auf die Palme gebracht. Schließlich wurden die Infiltranten dann ausgeschlossen. Ganz am Ende versteigt sich der CGT Regionalsekretär in eine Propaganda-Lüge, wenn er behauptet: „Die CGT ist die einzige Gewerkschaft im spanischen Staat, die keinen Beitritt von Arbeitern, die Waffen oder Gewalt als Arbeitsmittel benutzen, zulässt“. Sie ist natürlich nicht die einzige Gewerkschaft, die das nicht zulässt, sondern neben der CNT allenfalls eine zweite. Und die CNT lässt im Gegensatz zur CGT z.B. auch keine nicht Waffen- und Schlüsseltragenden Knastbediensteten als Mitglieder zu.

      Das Ganze taugt allerdings wenig für Instrumentalisierungen, wie das ein ehemaliger IAA-Generalsekretär (der immer viel Zeit für alles, außer zur Erledigung seiner Mandates hatte) auf libcom unter der Überschrift „Nazis in der CGT“ jüngst versuchte. Denn schließlich war es die CGT selbst, in der es deshalb Ärger gab und die die Bande ausgeschlossen hat. Und die nicht ganz uninteressante Frage, ob es nicht gerade ein Überbleibsel des anarcho-syndikalistischen Lokalismus ist, der dafür gesorgt hat, dass die CGT Betriebsgruppe sich offenbar über Monate gegen einen schnelleren Ausschluß der Faschos sperren konnte, hat sich auf libcom noch niemand zu stellen gewagt.

      • Folkert permalink
        20. August 2010 11:04

        Das sich die CGT „selbst gesäubert“ hat mag ja stimmen. Allerdings erst, nachdem andere Mitglieder massiven Protest eingelegt haben. M.E. hat es rein gar nichts mit „Lokalismus“ zu tun, wenn eine pro-faschistische Betriebsgruppe – es sind ja nicht alle bzw. die gesamte sección sindical ausgeschlossen worden – erst nach Monaten auffällt – besonders wenn ein Faschist wie der MSR-Führer Aguilar auch noch zum Vorsitzenden des Betriebskomitees der Firma gewählt wird – keinem in der örtlichen CGT-Bankgewerkschaft ist das aufgefallen? Zumal der Sieg ja auch publiziert wurde. Für wie blöd wollen die uns denn verkaufen?
        Was Rata für einen Scheiß abzieht, ist mir ziemlich wurscht. Spaßig ist, daß dort auf libcom eine Sudeldiskussion geführt wird (soweit mich mein Denglish nicht trügt), die es hier auf TK nicht (mehr) gibt. Dort toben sich auch FAUistas aus, als sich hier an ernsthaften Diskussionen zu beteiligen. Ist aber sicherlich unter ihrer Würde, mit Ex-Genoss~innen zu granteln.

      • Anarchosyndikalist permalink
        20. August 2010 15:11

        @ |das|schwarze|schaf|

        „…… ob es nicht gerade ein Überbleibsel des anarcho-syndikalistischen Lokalismus ist, der dafür gesorgt hat, dass die CGT Betriebsgruppe sich offenbar über Monate gegen einen schnelleren Ausschluß der Faschos sperren konnte, hat sich auf libcom noch niemand zu stellen gewagt.“

        Diese Frage wird gemieden wie der Teufel das Weihwasser fürchtet, von den einen, den antidoitschen, rätekomuuuhhhnistischen, kotzkystischen Maulwürf~innen, weil es ihnen sonst schneller an den Vatermörder-Kragen (ursprünglich „parasite“ d. h. Schmarotzer) gehen würden, ebenso wie die anderen, die braven FAUistas, weil sie die FAU nicht gerne gesundschrumpfen sehen wollen — wohl selbst dann noch, wenn diese Schmarotzer~innen ihr Wirtstier, die schwarze Katze, zur Strecke bringen sollten.

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  1. Georges Sorel, der Theoretiker des Syndikalismus (1931) « Espace contre ciment

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