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Dokumentiert: DGB-Gewerkschaften wichtig zur Kontrolle der ArbeiterInnen

23. Juli 2010

Die feindliche Rolle der DGB-Gewerkschaften gegenüber den klassenbewussten ArbeiterInnen veranschaulicht das folgende Statement von 1971. Bereits damals sprach der Vorsitzende des Kapitalistenverbandes „Rheinstahl“, Toni Schmücker, aus, was des „Pudels Kern“ beim DGB ist. Die Kontrolle der ArbeiterInnen um z.B. wilde Streiks oder weitergehende Entwicklungen in der arbeitenden Klasse zu verhindern, zu sabotieren und ins Leere laufen zu lassen. Zu Beginn der 70er Jahre gab es eine größere Welle an selbstbestimmten und DGB-unabhängigen Arbeiteraktionen in der BRD, in denen es sowohl um Arbeitsbedingungen als auch Lohnforderungen ging. Der DGB und seine Einzelgewerkschaften beteiligten sich an der Bekämpfung dieser unabhängigen klassenkämpferischen Bewegung in den Betrieben.

Den Zeitungsausschnitt haben wir dem Roten Morgen (damals eine maoistisch-stalinistische Zeitung) Nr. 2 von 1971 entnommen.

9 Kommentare leave one →
  1. 23. Juli 2010 13:02

    Gut ausgegraben, das Dokument! Hab hier noch was gefunden aus dem Jahre 1929, das betraf die AG-Weser

    „Sie haben ja ‚ihre’ Arbeiter so erzogen, daß sie sich stets und immer den Gesetzen und Befehlen ihrer Minister- ‚Genossen’ bedingungslos unterwerfen. Sie erzählen ihren Schäfchen, dass es im Interesse der brachliegenden, notleidenden Industrie notwendig ist, alle Entbehrungen ihrer elenden Lage zu ertragen, und versprechen ihnen dafür goldene Berge für die Zukunft, und schon nimmt der größte Teil der Arbeiter ebenso willig das Joch auf sich, wie etwa der gläubige Christ, dem für das auf Erden zu erduldende Elend die Seeligkeit im Jenseits versprochen wird! Kirchen, Parteien und Zentralgewerkschaften: Gleiches System, gleiches Denken und gleiches Handeln! Und da gibt es noch Revolutionäre, welche borniert genug sind und die Arbeiterschaft zum Eintritt in diese Gewerkschaften auffordern, weil sie vermeinen, diese revolutionieren zu können! Die Losung aller ehrlichen Revolutionäre kann nur sein: Heraus aus den Zentralverbänden und Anwendung anarcho-syndikalistischer Kampfestaktik! Werdet Mitglied d. freien Arbeiter-Union Deutschlands!“ (Max Hilse, „Der Sprecher“, Nr. 1/1929)

  2. 23. Juli 2010 14:59

    weiterer Lesehinweis: Rainer Zoll: Der Doppelcharakter der Gewerkschaften – Zur Aktualität der Marxschen Gewerkschaftstheorie (suhrkamp 1976) … letztendlich leiden alle nicht-gelben Gewerkschaften an dem Widerspruch, zum einen elementare proletarische Klassenorganisation zu sein und damit latent antagonistisch dem Kapitalverhältnis gegenüber zu stehen, zum anderen aber im Rahmen kapitalistischer Verhältnisse als Vermittlungsinstanz den Verkauf der Ware Arbeitskraft an das Kapital zu organisieren (und somit auf der Ebene der FunktionsträgerInnen ein materielles Interesse an der Aufrechterhaltung eben jenes Kapitalverhältnisses zu entwickeln

    btw., die KPD/ML, welche den Roten Morgen (teilweise Realsatire, am „besten“ der Artikel zu langen Haaren von 1974) herausgab zog aus einer durchaus richtigen Analyse die falsche Konsequenz des Aufbaus eines Neuaufgusses der RGO

  3. christian permalink
    23. Juli 2010 19:43

    ein Text, der mir zur Gewerkschaft als Kontroll- und Vermittlungsinstanz schon sehr lange gut gefällt ist der aus Wildcat Nr. 49, Februar 1990, mit dem Titel „¿Gewerkschaft?“

    http://www.wildcat-www.de/wildcat/49/w49gewer.htm

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