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Interview mit DGB, ver.di und FAU zur „Zukunft der Gewerkschaften“

26. Juni 2010

Am 24. Juni kam es in Halle zu einem Radiointerview von Radio Corax zwischen dem DGB-Funktionär Johannes Krause, Lothar Philipp von ver.di und GenossInnen der FAU Halle. Aufhänger der Sendung unter dem Titel „Zukunft der Gewerkschaften“ ist das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zur Gültigkeit verschiedener Tarifverträge in ein- und demselben Betrieb. Nicht nur das es interessant ist, das sich die Berufsfunktionäre mittlerweile genötigt sehn an solchen Runden mit Vertretern konkurrierender Gewerkschaften teilzunehmen; sie haben bei diesem Radiointerview sogar eigene betriebliche und organisatorische Schwächen angesprochen.

Demgegenüber war der Auftritt der FAU GenossInnen recht inhaltsarm. „Wir haben da glaub ich noch keine Position“ und „Ich hab nicht verstanden worum es ging“ – Das sind wirklich nicht die besten Voraussetzungen in ein Interview mit gegnerischen Gewerkschaftsfunktionären zum Thema „Urteil des Bundesarbeitsgerichts“ zu gehen. Sicherlich ist den FAU Genossen zu Gute zu halten das sie solche Sendungen und Diskussionsrunden nicht so oft machen. Doch bei diesem Auftritt scheint einmal wieder ein generelles Problem der FAU in vielen Orten durch: Mangelnde Vorbereitung und keine grundsätzlichen Schulungen zu prinzipiellen Themen und der Präsentation derselben.

Und so verwundert es auch nicht, dass die Funktionäre der reformistischen Gewerkschaften ihre (nicht zukunftsweisenden) Argumentationsketten besser aufgebaut haben und um jeden Preis versuchen, sich als Basisgewerkschaft zu präsentieren. Wenn dann auch noch zusätzlich die Konkurrenz der FAU inhaltlich nichts auf der Pfanne hat, dann kann man auch mal generös sein. Nach dem (unausgesprochenen) Motto: „Ihr seit schon recht – aber habt keine Ahnung“. „Idealistisch“ eben. So wundert es nicht, das keine Widerrede kommt, wenn der DGB Funktionär bei der FAU „nachfragt“, ob sie überhaupt weiß, wie die betriebliche Situation in Halle aussieht. Und das die anwesenden Genossen  ja nur studieren könnten, weil der DGB vorher die Grundlagen dafür geschaffen hätte. Denn: „Sozialpartnerschaft” ist der Garant für Erfolg.“

Wir empfehlen dieses Interview als Schulungsgrundlage. Welche Fehler wurden darin gemacht, wo wurde nicht reagiert, wo hat man sich unterbuttern lassenn, wie soll man grundsätzlich an solch ein Interview herangehen.

Radiointerview im Format MP3 hier

Leider ist Tonqualität des Mitschnitts sehr leise.

Dokumentiert: Ankündigung der Sendung bei Radio Corax

Zukunft der Gewerkschaften- Eine Diskussionsrunde darüber, wie zeitgemäß Gewerkschaften sind.

Was würde eigentlich passieren, wenn es keine Gewerkschaften mehr gäbe? Wahrscheinlich müssten wir unser Geld selber auf Arbeit mitbringen. Arbeiten bis zum Umfallen. Bezahlte Pausen und Urlaub wollen sich die Unternehmen dann nicht mehr leisten. Um Gesundheits- und Arbeitsschutz dürfen sich die Arbeitnehmer gefälligst selber kümmern. Kündigungsfristen würden sicherlich auch abgeschafft, denn die nächste Arbeitskraft steht schon vor der Tür. Die Angestellten bei den Arbeitsgerichten hätten dann auch weniger zu tuen.

Doch wie haben sich Gewerkschaften im Laufe der Zeit entwickelt? Werden sie noch den Anforderungen an die moderne Arbeitswelt gerecht? Können Gewerkschaften in Zeiten prekärer Beschäftigungsverhältnisse, von Globalisierung und Erwerbslosenkarrieren noch ihrer sozialen Funktion gerecht werden?

Dazu hat Nadja Hagen von Radio CORAX mit unseren Gästen diskutiert. Zu Gast bei uns waren: Johannes Krause vom DGB, Lothar Philipp von der ver.di und Vertreter der Freien ArbeiterInnen Union Halle.

Quelle: Radio Corax


8 Kommentare leave one →
  1. 26. Juni 2010 20:18

    hihi. Ja, eine Schlappe. Sowas passiert nicht nur bei der FAU, sondern viel zu oft. Aber die Gruppen, die es mit „Schulung“ probiert haben, sind ja auch nicht so scheen.
    Brauchbare Schulungskonzepte anywhere?

  2. 26. Juni 2010 20:34

    Wir haben in Berlin auch klein angefangen kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Schulungswochenenden in der Region Ost und anderen Regionen wären gut. Da können wir speziell soetwas lernen. Unsere Genoss_innen in Halle sind auf einem guten Weg!

  3. 26. Juni 2010 21:22

    oh, mann, ich habs mir gerade angehört-( die sendungwar ja schon in einem kommentar weiter unten angekündigt) – vielleicht sollten wir wirklich lernen, wie mensch sich nicht argumentativ die doch so gute butter vom brot nehmen lässt..

    ich schlage vor, wir schieben ein interview zu diesen themen hinterher – welche positiven beispiele von arbeitskampfmethoden OHNE sozialpartnerschaft und 40 jahre „sozialem frieden“ gibt es, auf der basis des koalitonsrechts – ohne das wort in den mund zu nehmen, das die tarifgesetze ins spiel bringt! (tarifmächtigkeit usw)
    die genossen aus halle hätten wissen dürfen, das das von DGB UND BdA bevorzugte modell eine closed-shop-politik von oben bedeutet!
    die lohnabschlüsse von der lokführergewerkschaft beispielsweise waren ja vor dem Urteil des BAG auch schon legal!
    Daß wir als anarchosyndikalisten (in anderen ländern einfach eine von mehreren richtungsgewerkschaften) am liebsten alle beschäftigten einer branche (gewerkschaftsintern) in einer branchengewerkschaft sich organisieren lassen, ist ja klar.
    (z.B. alle gesundheitsarbeiter, ob arzt, pfleger oder putzkraft im selben Krankenhaus)-
    wenn in doofland allerdings beispielsweise nur die pfleger_innen in 3 stationen eines krankenhauses die abrechnungen für die patientenanwendungen nicht ausfüllen (ne art wilder „good-work-strike) – und sich in einer unabhängigen gewerkschaft für ne betriebsvereinbarung zur verbesserung der arbeitsverhältnisse einsetzen, passiert das alles unabhängig vom tarifrecht, ist einfach nur druck von unten und die art von betriebskampf, wo der dgb uns gegenüber wirklich alt aussehen würde.
    Im grunde, und das muss in solchen interviews auch demnächst deutlich werden, ist jeder arbeitskampf von anarchosyndikalisten in diesem land auch ein kampf gegen den status quo des betriebsverfassungsgesetzes und des tarifrechts, auch wenns hart klingt.
    sonst haben wir weitere 40 jahre „sozialen frieden“.

  4. Granado permalink
    26. Juni 2010 21:47

    Ja, schade. Zu Corax gibt’s doch auch eine enge Beziehung?
    Die Genossen in Halle sind wenige und ohne konsolidierte Erfahrung. Aber was ist aus den Propagandatouren in der Region geworden – die ja auch mit einem internen Informations-/Schulungsblock hätten verbunden werden können, oder bei Gelegenheit von Regionaltreffen.
    Da sehe ich auch eine besondere Verantwortung Berlins für die Region.

  5. Geschaedigter permalink
    27. Juni 2010 02:00

    Gewerkschafter, vor allem die, die in der Politik waren oder noch sind, waren
    mitbeteiligt an der Agenda 2010, an der Wirtschaftskrise, an der Umverteilung
    von Oben nach Unten und an vieles mehr. Waren kriminell – z. B. Skandal
    Neue Heimat, haben Mitglieder verarscht, kungeln mit den Bossen und der Politik,
    sind zahnlose Tiger. Ihnen geht es, ähnlich wie beim Bücherclub, nur um möglichst
    hohe Mitgliederbeiträge, um ihre eigene Pfründe zu sichern. Die meisten, so empfinden
    es viele ehemalige Mitglieder, sind unfähig, eingebildet, dumm, arrogant.In der
    Privatindustrie hätten Gewerkschaftsfunktionäe keine Chance! Deshalb sind viele,
    zu viele, in der Politik zu finden und denken nur an sich.
    Allein schon das saudumme Gebrabbel vom Michael Sommer oder Frank Bsirske
    zu aktuellen sozialen Themen – einfach widerlich! Es wird Zeit, dass Mitglieder
    endlich aufwachen und merken, dass sie nur verarscht werden.

    • nix für ungut permalink
      27. Juni 2010 12:35

      du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst, aber es hätte einmal gereicht. an den verzerrten zeilenumbruch erkennt man, dass du diese botschaft immer nur kopierst, und offensichtlich in allenmöglichen foren postest, ist ja auch ok, aber nicht spammen bitte, wie gesagt einmal reicht wirklich. kleiner tipp: die umverteilung läuft von unten nach oben, solltest du bei gelegeheit korrigieren, bevor du weiter durch die www-welt ziehst.

  6. 27. Juni 2010 16:03

    Na ja, für die Genossen von der FAU wäre halt auch eine Positionsbestimmung von ihnen selbst die Grundlage von einem ernsthaften Streitgespräch mit DGB-lern.

    Will man nur einfach durch Zusammenschluss mit den beschissenen Verhältnissen irgendwie zurechtkommen, oder geht es um mehr? oder um was anderes?

    Weil sonst kommen gegenüber den etablierten Gwerkschaften immer so moralische Positionen wie beim Geschaedigten oben, und man kann sich auch gar nicht erklären, warum der DGB überhaupt Mitglieder hat außer den paar „Bonzen“, die sich bereichern.

  7. georg hoffer permalink
    28. Juni 2010 14:04

    Das genügt hoffentlich:Die Mitglieder der Hartz4KommissionFebruar 2002 wurde die Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt eingesetzt.
    Zu den Mitgliedern gehörten:
    Am 22. Februar 2002 wurde die Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt eingesetzt.
    Zu den Mitgliedern gehörten:
      
    Beachtenswert an der Zusammensetzung der Kommission ist, dass unter den 15 Mitgliedern nur eine einzige Frau ist.
    Es befand sich in der Kommission kein Vertreter/in eines Erwerbslosenverbandes. Zudem stammen 13 der 15
    Am 22. Mit-
    glieder aus den „Alten Bundesländern“, lediglich Wolfgang Tiefensee stammt aus den „Neuen Bundesländern“.
    Dr. Peter Kraljic ist niederländischer Staatsbürger.
    zur
    – Norbert Bensel, Mitglied der DaimlerChrysler Services AG und der Deutschen Bahn AG
    – Dr. Jobst Fiedler, Roland Berger Strategy Consultants
    – Heinz Fischer, Abteilungsleiter Personal Deutsche Bank AG
    – Peter Gasse, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen
    – Dr. Peter Hartz, damals Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG
    – Prof. Dr. Werner Jann, Universität Potsdam
    – Dr. Peter Kraljic, Direktor der McKinsey & Company Düsseldorf
    – Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di Bundesvorstandes
    – Klaus Luft, Geschäftsführer der Market Access for Technology Services GmbH
    – Harald Schartau, damaliger Minister für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technolgie des Landes NRW
    – Wilhelm Schickler, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen
    – Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
    – Prof. Dr. Günther Schmid, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
    – Wolfgang Tiefensee, damaliger OB der Stadt Leipzig, heute Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung
    – Eggert Voscherau, Mitglied des Vorstandes der BASF AG

    MEIN KOMMENT: DR:Peter Kraljic-ist Holländer-der Wirtschaft Lobbyist-Ausländer dürfen weder an Gesetzgebung Deutschlands beteiligt sein, weder Gesetze Verfassen, mit Verfassen ;usw.-das, ist HOCHVERRAT-VERFASSUNGSBRUCH- GRUNDGESETZBRUCH

    Schaut Euch das mal,an, ohne einen einzigen gewählten Abgeordneten-des Bundestages,ohne Volksvertreter die für Gesetze zust#ändig gewesen wären????????????????

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