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Kooperation Syndikalismus.tk und „Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe“

15. Juni 2010

Ab sofort stehen auf der Materialien-Seite von Syndikalismus.tk die ersten 200 Hefte der „Anarchosyndikalistischen Flugschriften-reihe“ zum lesen, runterladen, ausdrucken, kopieren und verteilen zur Verfügung. Syndikalismus.tk bietet damit dieser einzigartigen und kostenlosen bzw. kostengünstigen Fundgrube anarcho-syndikalistischen und anarchistischen Wissens einen neuen Platz und hofft damit zur Verbreitung der Schriften beitragen zu können. Zur offiziellen Premiere der Kooperation zwischen der Anarchosyndikalistischen Flugschriftenreihe und Syndikalismus.tk führten wir ein Interview mit unserem Genossen Thomas Bruns, der uns über die Entwicklung und den Werdegang der Hefte in Kenntnis setzt.

Syndikalismus.tk: Zu erst einmal: Wir freuen uns sehr das die „Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe“ nun bei uns erscheint. Wie bist du auf die Idee für diese „Umsonsthefte“ gekommen?

Thomas Bruns: Als erstes möchte ich Euch ganz herzlich dafür danken, dass Ihr mir diese Möglichkeit angeboten habt. Es freut mich sehr, dass hiermit diese Heftreihe wieder „auferstehen“ kann, im Rahmen der momentan wohl interessantesten Seite zum Anarchosyndikalismus im Netz.

Titel Nummer 25 aus der ersten Folge der Anarcho-syndikalistischen Flug-schriftenreihe: Rudolf Rockers „Der Syndikalismus und seine Aufgaben“.

Ich stieß vor einigen Jahren zur FAU-IAA München, welche ein bunter Haufen Anarchist~innen war. Die Propaganda, sprich der Büchertisch, war von Anfang an, als eines der wichtigsten Mittel erachtet worden. Wunderbarerweise durfte ich als Delegierter auf den FAU-IAA-Bundeskongress reisen, wo ich viele gute Genossinnen und Genossen kennen lernen konnte und mir ein sehr gutes Bild machen konnte, über die Bundesverhältnisse, welche mich mehr als nur beeindruckten. Dort sah ich von einigen Syndikaten selbst aufgelegte, nur ein paar wenige Seiten umfassende Flugschriften von Klassikern wie Bakunin, aber auch zu aktuellen Themen wie Zeitarbeit, die waren glaube ich aus Bonn. Da war mir klar, dass ist es. In einem wesentlich größeren Umfang, als die vereinzelten Ausgaben der Syndikate, ein propagandistisches Angebot für Kopierspende, statt die berechtigterweise viel kostenintensiveren Broschüren und Bücher.

Syndikalismus.tk: Was findet sich in den Heften wieder? Decken sie eine bestimmte Bandbreite an Themen ab oder befassen sie sich „nur“ mit der anarchosyndikalistischen Bewegung in Deutschland?

T.B.: Der Schwerpunkt liegt natürlich auf dem Anarchosyndikalismus, aber auch andere anarchistische Texte wurden aufgenommen. Der älteste Text ist von Étienne de la Boétie, Von der Freiwilligen Knechtschaft des Menschen aus dem Jahre 1550, wurde übrigens von Landauer übersetzt. Dann das ganze Spektrum der Klassiker Kropotkin, Goldman, Rocker, Machnobewegung und FAUD-Texte, welche dann mit Chomsky und Artikeln aus der DA in die heutige Zeit führen. Eine wilde Mischung die sich numerologisch ständig erweiterte. Dazu kamen Texte vom Revolutionären Bräuhof aus Wien bis hin zu einem Heft zur Gestalttherapie und Anarchismus von der Genossin Stahlmann.

Syndikalismus.tk: Und gibt es dabei so etwas wie besonders gefragte Titel, so genannte „Renner“? Was interessiert am meisten? Und was eher nicht?

T.B.: An den Büchertischen in München ging natürlich Mühsam und Landauer viel weg, ansonsten ging alles mehr oder weniger gleichviel raus. Die Klassiker fanden viel Interesse, da sie oft nicht in den Standardwerken enthalten sind. Einiges wurde auch extra für die Flugschriftenreihe abgetippt. Die meisten Texte stammen aber aus dem Internet und haben durch diese Heftreihe eine druckbare Version erhalten, damit sie im deutschsprachigen Raum für Büchertische jederzeit nutzbar sind.

Eine besonders positive Erfahrung war, dass wir wirklich reichlich Kopierspenden bekamen, die Leute gaben oft wesentlich mehr, als sie konsumierten, so dass wir problemlos auch vielen Leuten, die nicht viel Kohle haben, es auch umsonst geben konnten, besonders in der Zeit der Montagsdemos gegen Hartz 4, fanden diese Schriften so in Kreisen Verbreitung, die wohl sonst nie mit den anarchosyndikalistischen Ideen in Berührung gekommen wären. Es waren dann irgendwann mal so 70 verschiedene Titel zusammengekommen und wir hatte sie immer mit je 25 Exemplaren aufgelegt für unseren Büchertisch.

Die unangefochtene Nummer 1, also der absolute Renner war Heft 66 Gambone, Sankt Che – Die Wirklichkeit hinter der Legende des heroischen Guerillakämpfers Ernesto Che Guevara – diese maßgebliche Kritik fußt auf der Che-Bibel. Dieses Heft wurde immer wieder von uns aufgelegt, es waren sicher mehrere Hundert, weil wir sie jedem der~die mit einem Che-T-Shirt oder -Button an den Büchertisch trat in die Hand gedrückt hatten. Natürlich gab es zum Beispiel auch SDAJünger~innen* die es empört zurückwiesen, warum brauch ich wohl nicht ausführen. Als dieses Heft später Online auf der A.M.S.E.L.-Seite (Die Abkürzung steht für das Allgemeine Münchner Syndikat Erwerbsloser und Lohnabhängiger der FAU-IAA) stand wurde es auch dort überdurchschnittlich oft heruntergeladen, es musste also nicht unbedingt angepriesen werden.

Syndikalismus.tk: Im Jahr 2006 gab es dann ja eine sehr unschöne Sache. Ich denke, viele unserer Leser~innen werden davon nichts wissen, obwohl es damals durchaus hohe Wellen in den anarchistischen Kreisen schlug. Ihr wurdet von einem Historiker, von Hartmut Rübner, angezeigt. Was ist da geschehen, was war denn da so schlimmes „vorgefallen“?

T.B.: Es war nicht der Autor, sondern sein Verleger Jochen Schmück vom Libertadverlag im Namen von ihm, er drohte mit einer Unterlassungsklage. Zum Verständnis muss ich ein bisschen weiter ausholen. Wir veröffentlichten einen Text von Rübner, der auf der fau.org-Seite im Internet stand; da hatte ich ihn ja auch her. Als dann Rübner dies nicht wollte, wurden die Texte von ihm sofort aus dem Netz genommen und ich hatte sie auch umgehend aus dem Büchertischbestand herausgenommen. Dann entstand in kleinen Schritten eine eigene Internetseite der OG München, und wir wollten natürlich auch die U-Heftreihe zum Download bereitstellen. Es wurde eine Liste der Hefte reingestellt, auf der auch noch der Rübnertext stand, es waren aber nur die ersten fünf Hefte zum downloaden, der Rübnertext verteilte sich Kapitelweise auf die 50er-Nummern. Ich sagte noch, dass die bitte von der Liste entfernt werden müssen, das verzögerte sich aber, und prompt kam der Brief von Schmück ins Haus geflattert. Wir haben das natürlich verstanden und es ihm genau erläutert und das er ja ersehen konnte, dass sie nicht hochgeladen waren. Aber er schaukelte die Sache immer höher. Er bekam sich gar nicht mehr ein, fühlte sich „enteignet“ und schrieb Seitenweise Vorhaltungen. Dann verstieg er sich sogar soweit, dass er bei einer Alternativen Büchermesse, wo er einen Vortrag anmeldete, in dem er dies auch noch thematisieren wollte, um irgendein Projekt von sich zu hypen. Er entblödete sich selber und warf uns „Heuschreckenanarchismus“ vor, lass Dir das mal auf der Zunge zergehen, und wir mussten davon ausgehen, dass er so völlig durchgeknallt war, dass er dieses fertig layoutet Flugblatt auf dieser Messe verteilen würde. Das Flugblatt hatte den Titel „Heuschreckenanarchismus“ und war gegen die FAU-IAA gerichtet, die angeblich AutorInnen enteignen würde.

Dann habe ich im Einvernehmen und einstimmigen Mandat, aber nicht im Namen der FAU München eine Gegenposition verfasst und an die Adresse dieser Messe geschrieben. Dem folgten einige Entgegnungen von ihm und mir. Das ganze fand auf Anarchopedia statt, dies entgleiste endgültig, als Trittbrettfahrer dort einen Text platzierten, der nicht von mir war und es gab dann nur noch Gedönse. Ich habe mich dann da ausgeklinkt, weil es mich ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch nervte, es mir dann egal. Schmück hat dann alles immer wieder rausgelöscht und so Wikispielchen. Wer diesen historischen Streit nachlesen möchte, kann es unter der folgenden Adresse tun, es empfiehlt sich aber, auch alle Versionen mitzulesen, da vieles von Schmück unterdrückt wurde. Unter der Überschrift: „Anarchopedia:Archiv/Boykott des Libertad-Verlages ?!“ finden sich alle Beiträge.

http://deu.anarchopedia.org/Anarchopedia:Archiv/Boykott_des_Libertad-Verlages_%3F! — (wegen dem Ausrufezeichen am Ende der Adresse funktioniert der Link so nicht, aber einfach rauskopieren und ins www-Adressfeld reinkopieren)

Syndikalismus.tk: Eine Unterlassungsklage von Leuten die sich selber in der anarchistischen Bewegung verorten ist natürlich alles andere als ein korrekter Umgang unter Genoss~innen. Unter Menschen mit einem anarchistischen Anspruch muss es da andere Möglichkeiten geben. Aber um das festzuhalten: Sie haben also den Staatsapparat gegen tatsächliche anarchistische bzw. anarchosyndikalistische Genoss~innen eingesetzt. Habt ihr in dieser Situation Solidarität erfahren? Welche Reaktionen gab es?

T.B.: Ja, es war einfach nur noch peinlich, weil wir zunächst ganz naiv daran gingen und davon ausgingen, dass er uns glauben würde, aber irgendeine Profilierungsneurose trieb ihn offenbar in diesen Wahnsinn hinein. Der FAU Bundeskongress fasste dann auch einen Beschluss zu der Angelegenheit, der Schmück deutlich machte, das er so nicht gegen GenossInnen vorgehen kann.

Syndikalismus.tk: Kannst du schon etwas über die künftige Planung sagen? Gibt es Themen die du ins Auge gefasst hast und die ebenfalls als Umsonst-Heft erscheinen sollen?

T.B.: Neuen Thematiken sind wir natürlich aufgeschlossen. Die Reihe sollte natürlich so weitergeführt werden, dass sie möglichst viele Aspekte des Anarchismus abdecken, als wilde Mischung eben. Hervorheben möchte ich noch zwei besondere Hefte, da sie nur in dieser Reihe existieren.

Die neueste Veröffentlichung: Fritz Kater erklärt uns in Heft Nummer 200 die „Organisation der FAUD“.

In Heft 106 ist die Dokumentation eines unveröffentlichten Textes der Münchner Räterepublik von 1919 enthalten und trägt den Titel: „Instruktion zur Bildung von revolutionären Betriebsräten“. Dieser Text stammt aus dem Münchner Arbeiterarchiv und der Historiker, der ihn uns zur Verfügung stellte, meinte hinter vorgehaltener Hand, dass an diesem vielleicht Mühsam mitgewirkt haben könnte, was sich aber nicht wirklich nachweisen ließe. Der Text erschien erstmals als separates Heftchen, weil es eben rätekommunistisch war.

Der zweite seltene Text stammt aus dem Bayrischen Staatsarchiv, den wir bei Recherchearbeiten zu einem Buch entdeckten. Das A.M.S.E.L. unterstützte den Autor bei seinem Münchenaufenthalt nach allen Kräften und durchforstete mehrere Archive, auch in anderen Orten, mit ihm gemeinsam, angefangen bei alten Adressbüchern bis zu vielen nicht relevanten Quellentexten. Da das Thema dieses Textes, ein Polizeispitzelbericht von 1914, nicht syndikalistischer Art war, sondern zum Kontext des Freidenkertums gehörte, passte er nicht so recht ins Buch. Damit er aber nicht verloren geht, haben wir ihn natürlich sofort in die Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe aufgenommen, in Heft 111 „Josef Sontheimer’s Vortrag zum 100. Geburtstag Bakunins für die Gemeinschaft proletarischer Freidenker“.

Es wäre schön, wenn noch mehr solche Texte mit Raritätsstatus auch in Zukunft in die Reihe aufgenommen werden könnten. Einfach Kontakt aufnehmen mit der Redaktion von Syndikalismus.tk 😉 — aber auch ansonsten sind alle aufgefordert Hinweise auf interessante Texte zu bringen, die dann in die Heftreihe einfließen werden.

Syndikalismus.tk: Hab vielen Dank für das Gespräch und deine Arbeit!

Die Seite mit den Heften der Anarchosyndikalistischen Flugschriftenreihe findet sich hier:

* SDAJ: „Sozialistische Deutsche Arbeiter Jugend: Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

Siehe auch

https://www.syndikalisten.org/Textarchiv

http://www.fau-aachen.net/nachrichten/die-anarchosyndikalistische-flugschriftenreihe-ist-wieder-online.html

Dokumentiert: Erklärung des Bundeskongress der FAU-IAA 2006 zum Libertad-Verlag

Der Jahreskongreß der Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU-IAA) verabschiedete am 05.Juni 2006 folgende Erklärung:

Das unsolidarische Verhalten des „Libertad- Verlages“ gegenüber unseren FAU- Genossinnen und Genossen aus München in der sog. „Raubdruck“-Angelegenheit hat die FAU dazu veranlasst, die Publikationen des „Libertad- Verlages“ aus ihrem Medienangebot zu nehmen.

Bei den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen der FAU und dem „Libertad-Verlag“ geht zur Zeit das Gerücht herum, dass die FAU ursächlich zur Einstellung der Verlagstätigkeiten des „Libertad-Verlages“ beigetragen habe.

Es genügt diesbezüglich festzustellen, dass der „Libertad-Verlag“ vor annähernd 10 Jahren seine letzte Neuerscheinung herausgebracht hat, und seither nicht mehr als aktiver Verlag in Erscheinung getreten ist.

Von einem ursächlichen Zusammenhang zwischen der Einstellung der Verlagstätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt und den oben genannten Auseinandersetzungen mit der FAU kann also keine Rede sein.

FAU-IAA

26 Kommentare leave one →
  1. Anarcho permalink
    15. Juni 2010 11:33

    Der Libertad-Verlag hatte vorher schon eine ähnliche Auseinandersetzung mit anarchismus.at, allerdings lautete der Vorwurf dort noch „Vulgäranarchismus“ ;-). Anarchismus.at hatte Texte aus dem Netz gespiegelt, die der „anarchistische Texte“-Reihe entnommen waren, und selbst noch ein paar hinzugefügt – und dazu beim Verlag angefragt, ob das eh o.k. ist. Der reagierte sauer (o.k., man kann auch vorher fragen), Endergebnis: alle Texte wurden rausgenommen und ein Großteil durch den selben Text aus einer anderen Quelle ersetzt. Sinnlose Mehrfacharbeit für die GenossInnen halt.

    Der Witz an der Sache: Schmück wollte die Texte selbst online stellen und bis heute ist gerade mal ein Text verfügbar (http://www.dadaweb.de/wiki/Atr-Projektplan). Selbst die Texte, die von anarchismus.at eh schon fertig bearbeitet waren, gibt`s da noch nicht, obwohl sie irgendwann mal an Libertad geschickt wurden. Richtig beschissen ist das dann bei einigen anarchafeministischen Klassikerinnen – die gibt`s heute noch nicht im Netz und die GenossInnen können sich die nur über Bibliotheken und Antiquariate besorgen, obwohl`s die mal kurz bei anarchismus.at gab. Wirklich sinnvoller Umgang mit anarchistischem Wissen…

    Ich glaube, das Hauptproblem ist, dass sich hier in Ansätzen die Raubkopierdebatte der 70er-Jahre übertragen auf`s Internet wiederholt, und das so einfach nicht funktioniert. In den 70ern/80ern wurden Bücher von Karin Kramer etc. teilweise gleich nach Erscheinen um ein Minimum des normalen Verkaufspreises über Büchertische vertickt. Wo aber wird ein Verlag geschädigt, wenn sowieso vergriffene Broschüren, die auch nicht neu aufgelegt werden sollen, ins Internet gestellt werden? Mit ein bißchen gutem Willen, gegenseitigem Respekt und KOOPERATION könnten da wohl alle das Beste daraus machen: anarchistisches Wissen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dafür ist es schließlich da.

  2. Markus permalink
    15. Juni 2010 14:09

    Supergeil!!!
    Freue mich sehr über die vielen interessanten Texte und die Möglichkeit diese umsonst auszudrucken.
    Danke an Thomas, Syndikalismus tk und alle Beteiligten.
    Wirklich ein unübertrefflicher Beitrag zur anarchistischen und anarchosyndikalistischen Weiterbildung.

  3. Leser permalink
    15. Juni 2010 14:49

    Vielen Dank für die vielen Texte!
    Eine kleiner Hinweis: Die Nr. 152 ist nicht online, nur ein Bild.

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Vielen Dank für deinen Hinweis. Der Fehler wurde soeben behoben.

  4. 15. Juni 2010 14:53

    Endlich gibt es sie wieder online. Das muss ich gleich an meine Genossen weitersagen.
    Aber erstmal die eigene Sammlung ergänzen, da hat sich ja doch einiges getan seitdem die AMSEL-Seite vom Netz ging 😀

    Ich kann mich nur Markus anschließen und euch herzlich danken.

  5. Leser permalink
    15. Juni 2010 15:06

    Das ging ja schnell, nochmals vielen Dank.

  6. 15. Juni 2010 15:36

    WOW, ist ja die Wucht! Und die vielen Hinweise zum Weiterlesen und Bilder, gut gemacht!
    Wie viele Farbpatronen gehen da eigentlich alle, wenn man alles ausdruckt, hats schon jemand probiert??????

  7. Syndikalistisch-Leben permalink
    15. Juni 2010 17:42

    Hallo liebe Syndikalismus.tk Freunde,
    es ist schön, wenn ihr die Wiederveröffentlichung der Texte bewerkstelligt, so können andere FreundInnen dies getrost vernachlässigen. Euch sei der Hinweis gegeben, dass demnächst ein weiteres Projekt startet: „Syndikalistisch Leben“, hier sollen Fotos, Texte und ebend auch Bücher, welche wichtig sind für die anarchistische und syndikalistische Bewegung veröffentlicht werden. Aus der Diskussion, zum diskutieren.
    Auch fremdsprachige Broschüren werden eingebunden.

    Das Projekt startet mitte Juli, ihr dürft gespannt sein,
    Eurer Syndikalistisch-Leben-Team

  8. Nestor Burma permalink
    15. Juni 2010 18:06

    Liebe GenossInnen,

    das ist Großartig. Die Hefte hatte ich vor Jahren schon mal auf nem Büchertisch gesehen und war begeistert. Das es sie nun wieder gibt – und dies auf sicheren Beinen – das ist Großartig. Die Texte regen zur Eigenbildung an und man kann sie auch getrost an Interessierte weiterempfehlen. Mit eurer Seite ist wirklich nötiger Schwung in die Bewegung gekommen, ihr seit aktuell, führt verschiedene Genossen zusammen und man merkt euch den Willen zur Stärkung des Anarcho-Syndikalismus an. Weiter so und danke dafür! Danke auch an den Thomas!

  9. 15. Juni 2010 18:09

    dann kann der Libertad-Verlag sich ja mit Pathfinder Press zusammenschliessen, die wegen einer ähnlichen Sache den bürgerlichen Staat gegen das Marxists Internet Archive bemüht haben … ein Grund mehr für mich, den Libertad-Verlag nicht zu mögen

  10. einer der den scheiss mitbekommen hat permalink
    15. Juni 2010 18:40

    der schmück hat damals von einem seiner kumpels den „tip“ bekommen doch nach münchen zu fahren um der fau „proletarisch die meinung zu sagen“. er hat mit der idee online kokettiert. Wie jetzt zu sehen ist, ist er auch gegen anarchismus.at so ekelhaft arrogant und überheblich vorgegangen. solche typen haben in der bewegung nichts zu suchen. kein cent für den schmück seinen libertad-verlag.

    • 15. Juni 2010 18:57

      ist Schmück mit Klaus Schmitt und Bernd Kramer verwandt? … irgendwie gleichen sich da doch die Verhaltensweisen

    • 15. Juni 2010 19:06

      Glaub nicht, mehr von denen wären kaum zu ertragen 🙂 Wieso, hat der Kramer Verlag auch schon Spezialanwälte auf Schüler gehetzt wie „Libertad“?

      • 15. Juni 2010 19:32

        das m.W. nicht … aber ein ähnliches Niveau von Cholerikertum wen einem mal was nicht gefällt … muss mal nachsehen, ob die alle auch vor knapp 20 Jahren in der Kampagne gegen den Schwarzen Faden involviert waren, als jener eine Rezension abdruckte, in welcher gewisse Überschneidungen zwischen den Rändern der stirnerianischen und der völkischen Szene in den 1920ern angesprochen wurden

      • Eule permalink
        15. Juni 2010 20:42

        So viel alte Wäsche, nunja, scheint leider noch aktuell zu sein 😦
        Vor 20 Jahren hat Jochen Schmück eine Kampagne gegen Arno Maierbrugger und den Schwarzen Faden angezettelt. Maierbrugger hatte den Individualanarchismus angeblich in eine faschistische Ecke geschrieben in seinen Beiträgen, die er später im Buch „Fesseln brechen nicht von selbst!“ übernahm. Das Buch ansich ist tatsächlich grottenschlecht, mit das dümmste, was der TrotzdemVerlag jemals verlegt hat. Das waren damals glaube ich drei Leute, die Unterschriften sammeln wollten gegen den Schwarzen Faden um in einem große Bündnis eine öffentliche Protesterklärung zu verfassen.
        Mir fiel diese verbale Überaggressivität aus dem Libertad-Verlag unangenehm auf, ansonsten hätte ich dieses dämliche Schauspiel schon längst vergessen 🙂

  11. 15. Juni 2010 19:38

    schon krass, hatte das mit dem Libertad?! -Verlag auch mitbekommen zu der Zeit – aber demnach ist die Abmahn-Mafia mittlerweile in der Anarcho-Szene angekommen- geistiges Eigentum, haha.

    Danke, überhaupt! Mit der Kooperation habt ihr wieder einen Stein für die Brücke geholt, mit der wir den Kloakenfluss des Kapitalismus überwinden können!

    (und der Kopf der neueren Schriften gefällt mir sogar bessa!)

  12. 15. Juni 2010 20:35

    Auf den Bernd Drücke von der Graswurzel sind diese Leute um Schmück auch schon losgegangen. Angeblich seien große Teile seines Buches „Zwischen Schreibtisch und Strassenschlacht“ Plagiate. In Wirklichkeit waren die wohl neidisch, weil sie in Drücke und seiner Beschäftigung mit anarchistischen Zeitschriften eine Art „Konkurrenz“ sahen. Die sind verbal böse auf ihn und das Buch losgegangen mit dem Titel „Zwischen Plagiat und libertärer Beliebigkeit“! Und als Bernd vermitteln wollte in Guten, haben sie noch nachgetreten .
    Leider finde ich die Dokumentation dessen nicht mehr im Netz Es stand über 10 Jahre auf der DADA-Seite und Drücke damit am Pranger. Da waren die DADA-Betreiber anscheinend noch stolz drauf. Ich fand vor allem die Art und Weise echt widerlich! Miese Nummer, echt.

    Ist nur noch dies hier zu finden unter „DADA-Kritik“:

    http://archiv.gesellschaftsanalyse.de/btexte/dadanew.htm

  13. Bonaventura permalink
    16. Juni 2010 00:11

    Ich weiß nicht, was die Münchner FAU-Gruppe seinerzeit von Rübners „Freiheit und Brot“ nachgedruckt resp. ins Netz gestellt hat, aber – ich habe es eben überprüft – auf „dadaweb“ finden sich immer noch (seit 2004) Auszüge aus dem Buch:

    Hinweis des Verlages und Inhaltsverzeichnis (mit links zu den online gestellten Kapiteln und zu Rezensionen)
    http://ur.dadaweb.de/ask5.htm

    Vorbemerkung (H. Rübner)
    http://ur.dadaweb.de/ask5vor.htm

    3.1. Die Rekonstituierung der ‚Freien Vereinigung‘
    http://ur.dadaweb.de/ask50301.htm

    3.2. Das anarchosyndikalistische Gewerkschaftsverständnis
    http://ur.dadaweb.de/ask50302.htm

    11.1.3. Die anarchosyndikalistischen Frauenbünde
    http://ur.dadaweb.de/ask51113.htm

    11.1.6. Die ‚Schwarzen Scharen‘: Eine »paramilitärische Reaktion auf den entstehenden Nationalsozialismus
    http://ur.dadaweb.de/ask51116.htm

    11.2.1. Die ‚Gilde freiheitlicher Bücherfreunde‘
    http://ur.dadaweb.de/ask51121.htm

    Anhang III. Register der Personen, Organisationen, Periodika und geographischen Namen
    http://ur.dadaweb.de/ask5-ndx.htm

    Übrigens finden sich dort auch Auszüge aus dem Buch von
    Rudolf Berner (alias Frank Tireur), DIE UNSICHTBARE FRONT. Bericht über die illegale Arbeit in Deutschland (1937)
    http://ur.dadaweb.de/ask7.htm
    mit links zu einigen online gestellten Kapiteln sowie Rezensionen (die ich hier jetzt nicht noch extra anführe)

    Ach so, noch was – hat die FAU nicht seinerzeit den Druck von Rübners Buch (mit)finanziert?

    P.S.: Meinen Glückwunsch zu der Broschürenreihe! Es geht doch … 😉

    • Anarcho permalink
      16. Juni 2010 11:20

      dadaweb gehört zu Schmück, da dürfen ja ruhig Auszüge sein. Nur spiegeln sollte man das nicht ;-).

      Bei aller Kritik an Schmück sollte man nicht vergessen, dass er ja auch einiges auf die Beine stellte und stellt. Er investierte ja viel Zeit und Energie in die „Bewegung“. Was das Thema Copyright anbelangt, verhält er sich jedoch einfach scheiße. Offensichtlich hat er das Gefühl, dass da seine Arbeit einfach enteignet wird. Gegen anarchismus.at argumentierte er z.B. mit der editoriellen Arbeit und den eingefügten Fußnoten, warum man Proudhons „Eigentum ist Diebstahl“ von 18xx nicht einfach aus der Libertad-Broschüre kopieren darf…

      Naja, traurigerweise sind da andere weiter. Gestern kam in den Nachrichten, dass google 30 Millionen Euro locker macht, um über 400.000 Bücher aus der Österreichischen Nationalbibliothek zu digitalisieren. Die Rechte liegen dabei nicht einfach bei google, sondern die NB erhält komplette Kopien kostenlos für die eigene Verwertung – und werbefrei soll das ganze dann auch sein (na mal sehen). So viel Wissen auf einen Klick – davon träume ich bei anarchistischen Materialien auch ;-).

      • Bonaventura permalink
        17. Juni 2010 02:25

        Sorry, da sträubt sich der Archivar in mir: Die Proudhon-Broschüre „Eigentum ist Diebstahl“ (anarchistische texte 3, Libertad-Verlag, Berlin/W 1977) ist ein ganz schlechtes Beispiel für die eigene editorische Leistung – zumindest die 2. Auflage, die ich habe (vielleicht gibt es ja Neuauflagen, auf die mehr eigenes Gedankenschmalz eingeflossen ist?).

        Jedenfalls ist die Broschüre – meine Ausgabe (s.o.) – ganz sichtbar aus anderen Quellen zusammengebastelt:
        1. Peter Kropotkin, P. J. Proudhon und seine Ideen (S. 4 – 7) – abgetippter Auszug aus der Broschüre von Kropotkin, „Die Entwicklung der anarchistischen Ideen“, Berlin o. J. (Vlg. Der Syndikalist) [laut Inhaltsverzeichnis]
        2. Proudhon, Beweis der Hypothese Gottes durch das Eigentum (S. 9 – 19) – abgetippter Text aus Gottfried Salomon (Hrg.), Proudhon und der Sozialismus, Berlin 1920 [laut Inhaltsverzeichnis]
        3. Proudhon, Revolutionäres Programm (1848) (S. 21 – 25) – fotokopiert aus: Achim von Borries & Ingeborg Brandies (Hrg.), Anarchismus. Theorie, Kritik, Utopie. Mit Arbeiten von Goodwin, Proudhon, Bakunin, Kropotkin, Malatesta, Landauer, Rocker, Goldman, Volin, Read, Goodman, Souchy, Frankfurt/M 1970 (Melzer Verlag) [ein beliebter Steinbruch für sozialisierte Drucke libertärer Texte]
        4. Proudhon, Wesen uns Bestimmung der Regierung (S. 26 -31) – fotokopiert aus: Pierre Joseph Proudhon, Bekenntnisse eines Revolutionärs, Reinbek 1969 (rororo klassiker – Texte des Sozialismus und Anarchismus 243 – 245]
        5. Proudhon, Das Prinzip der Föderation (S. 33 – 38) – fotokopiert aus Borries & Brandies (siehe 3.)

        Meckern könnten allenfalls Rowohlt (ob’s die noch interessiert?) und Melzer (und den Verlag gibt es wohl nicht mehr). Also – eigentlich könnten die Texte wieder ins Netz …

        Du hast natürlich recht, Jochen Schmück hat seine unzweifelhaften Verdienste (allein seine Dissertation über die Anarchistische Presse!), und darum ist es nicht nur schade, sondern überflüssig. wenn Differenzen untereinander per Gericht ausgefochten werden – müssen wir denen die Entscheidung überlassen? Das ist doch peinlich.

        Ach so, was im Netz steht, ist zugänglich – das ist doch eine Binsenweisheit

      • anarcho permalink
        17. Juni 2010 11:30

        @Bonaventura

        Die meisten Texte der „anarchistische Texte“-Reihe wurden aus verschiedenen anderen Quellen zusammengestellt. Die GenossInnen von anarchismus.at hatten deshalb auch wenig Mühe, die Originaltexte heranzuziehen – ein Gespräch mit dem Melzer Verlag und man hatte das o.k. Kooperationsangebote wie ein Werbebanner am Ende jedes Textes und zur Verfügung stellen der fertig bearbeiteten Digitalisierung waren offensichtlich auch eine Beleidigung ;-).

  14. Karin permalink
    16. Juni 2010 11:43

    Prima, danke schön!

  15. 16. Juni 2010 12:15

    ansonsten in diesem Zusammenhang für die/den eine/n oder andere/n interessant und frisch online gestellt: Pataud/Pouget: Syndicalism and the co-operative commonwealth mit Einleitungen von Kropotkin und Tom Mann

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