Zum Inhalt springen

Die FIFA als Lohndrücker? Polizei schießt nach Deutschlandspiel auf protestierende Ordner in Durban

14. Juni 2010

Fussball ist im Kapitalismus eine Geldmaschine für Reiche und Konzerne - nicht für ArbeiterInnen. Beim Spiel Deutschland-Australien wurden an die Sicherheitskräfte im Stadion von Durban die zugeschicherten Löhne nicht ausgezahlt.

Wie die Financial Times Deutschland heute berichtet, kam es im Anschluss an das WM-Spiel Deutschland gegen Australien zu einer Protestdemonstration der OrdnerInnen beim Spiel. Deren Angaben zufolge wurde ihnen weniger als der zuvor vereinbarte Lohn ausgezahlt. Die Polizei schoss mit Tränengas und Gummigeschossen auf die protestierenden ArbeiterInnen.

Fussball im Kapitalismus ist ein profitables Geschäft. Und besonders bei Großereignissen wie einer Weltmeisterschaft machen große Konzerne und die FIFA die große Kasse mit der Leidenschaft von Millionen Fussballbegeisterten, die für die Spiel-Tickets sehr tief in die Tasche greifen müssen. Das die FIFA oder der Stadionbetreiber den Stadionarbeitern zugesicherte Löhne nicht zahlt, ist eine Sauerei und ihr spontaner Protest folgerichtig und gut. Sollten sich die FIFA oder die Stadionbetreiber weiterhin weigern, den zustehenden Lohn auszuzahlen, dann könnten unserer Auffassung nach die ArbeiterInnen im Stadion ein wirksames Druckmittel einsetzen: Den Streik während eines laufenden WM Spiels! Mal sehen wie lange es dauern würde, bis die Verantwortlichen zur Zahlung bereit sind, wenn die vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen durch einen Streik nicht mehr eingehalten werden können. Weltweite Aufmerksamkeit wäre garantiert.

Dokumentiert:

Ausschreitungen nach Deutschland-Spiel

Polizei schießt auf Sicherheitskräfte

Nach dem Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft haben Polizisten im WM-Stadion von Durban eine Demonstration von Ordnern aufgelöst. Mit Tränengas und Gummigeschossen ging die Polizei gegen die Sicherheitskräfte vor.

Nach dem Eröffnungsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika hat die Polizei am Sonntagabend mit Tränengas und Gummigeschossen eine Demonstration von WM-Arbeitern aufgelöst. Die rund 500 als Ordner im Stadion von Durban eingesetzten Arbeiter protestierten nach Polizeiangaben dagegen, dass sie weniger Lohn als vereinbart erhalten hätten. Teilnehmer der Demonstration sprachen von einem friedlichen Protest und zeigten sich überrascht über die Reaktion der Sicherheitskräfte.

Die bewaffneten Polizisten trieben die Demonstranten aus dem Stadion. Mindestens eine Frau wurde von einem Gummigeschoss verletzt. Nachdem die Polizei den Arbeitern eine zehnminütige Frist setzte, löste sich der Protest auf. Mindestens zwei Teilnehmer wurden festgenommen, einer von ihnen übergab der Polizei eine Pistole. Die deutsche Nationalelf hatte zuvor ihr WM-Eröffnungsspiel gegen Australien 4:0 gewonnen.

FTD vom 14.06.2010

One Comment leave one →
  1. mthemba permalink
    14. Juni 2010 13:03

    Durban – Armed riot police charged into hundreds of security stewards at a World Cup stadium in the early hours of Monday morning to break up a protest about low wages.

    Police appeared to set off two percussive grenades, causing loud bangs, to drive the workers out of a parking lot under the Moses Mabhida Stadium in Durban hours after Germany beat Australia 4-0 in Group D.

    There was no immediate word of any injuries or arrests at the protest.

    Associated Press reporters saw about 30 riot police charge into the crowd to drive it out of the stadium. While calm quickly returned to the stadium, some of the security stewards, wearing orange and green jackets, continued milling around outside.

    An AP photographer said police fired tear gas at protesters outside the stadium. A nearby street was littered with trash where the protesters were forced away. Concrete blocks had been pushed into a street.

    About 100 police later surrounded a group of about 300 protesters on a street near the stadium and separated the men from the women. An AP photographer said he heard police tell the protesters they would be arrested for causing a public disturbance.

    Repeated calls to police in Durban seeking comment were not returned.

    Fifa and the local organising committee for the World Cup did not immediately respond to telephone calls or e-mails seeking comment.

    The police command set up in Johannesburg for World Cup-related matters had not received an official report.

    Police were called to the scene after hundreds of angry stewards gathered to complain about their wages.

    „We left our homes at seven in the morning and now it is nearly 1 o’clock,“ said Vincent Mkize. „In the dry run, they didn’t want to tell us how much we would get.“

    Another of the stewards, Fanak Falakhebuengu, told the AP he had heard they would be paid R1 500 a day but were only getting R190.
    Hier ein Bericht von Demoteilnehmer*innen :

    „They were supposed to give us R1 500, that’s what Fifa told us and they gave us R190. We are working from 12 o’clock until now,“ said another man who asked not to be named. He ran from police before he could give his name.

    Many of the protesters were waving small brown envelopes that had held their pay. One handed to a reporter had the figure 190 written on it under „amount payable“.

    Others said they had been abandoned at the stadium after the match and would have to walk about four hours to get home. They said no transport was provided for them. – Sapa-AP

    von : Abahali base mjondolo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: