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Zwischen 800 und 1000 auf der sozialrevolutionären Demo zur Abschaffung von Lohnarbeit und Kapitalismus am 30.04. in Frankfurt/Main

1. Mai 2010

"Für die soziale Revolution". Demo am 30. April in Frankfurt/Main. Foto: Saul.

Von der Demonstration am gestrigen Freitag-Abend liegen nun die ersten Berichte vor. Sprechen Demo-Teilnehmer von 600 Teilnehmenden so wird auf den Homepages der Autonomen Antifa Frankfurt und der FAU die Zahl von über 1000 genannt. Die bundesweit beworbene Demo stand unter dem Motto „Endlich wird die Arbeit knapp. Kapitalismus abwracken.“ Interessant ist das Bekanntwerden der Richtlinie zur Berichterstattung im Hessischen Rundfunk über die Demonstration. Laut Antifa Frankfurt heisst es darin, „es reiche sich „im Service auf die Verkehrsbehinderungen“ zu beschränken, „wenn nichts passiert“. Sollte die Lage allerdings ‚eskalieren‘ „, wolle man „sofort eine Berichterstattung aufnehmen“. Auf der Demonstration hielten auch die FAU Frankfurt und die Anarcho-Syndikalistische Jugend (ASJ) Göttingen einen Redebeitrag.

Wir dokumentieren hier die Berichte der FAU und der Autonomen Antifa Frankfurt.

FAU Bericht: Sozialrevolutionäre Vorabenddemonstration zum 1. Mai in Frankfurt/M

Mehr als 1.000 Menschen nahmen am Vorabend des 1. Mai an einer Demonstration für die Abschaffung des Kapitalismus und der Lohnarbeit quer durch die Frankfurter Innenstadt teil. Aufgerufen hatte das sozialrevolutionäre und antinationale Krisenbündnis Frankfurt unter dem Motto „Endlich wird die Arbeit knapp! Kapitalismus abwracken! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!“.

Als Ort der Auftaktkundgebung hatten die VeranstalterInnen den Stadtteil Gallus gewählt. Hier kam 1985 im Verlauf einer Gegendemonstration anlässlich einer NPD Versammlung im Haus Gallus Günther Sare ums Leben, nachdem er während einer Hetzjagd der Polizei auf die DemonstrantInnen von einem Wasserwerfer überfahren worden war.

Ein Zeitzeuge berichtete über das Ereignis, bevor in Redebeiträgen der Gruppe Dissident aus Marburg und der FAU Frankfurt zum eigentlichen Thema der Demonstration übergegangen wurde. Um 19.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug bei bester Stimmung Richtung Frankfurter Innenstadt in Bewegung.  Mit Parolen wie „100 Jahre DGB tun dem Kapital nicht weh“, „Nie, nie wieder Lohnarbeit“ und „Für Billiglohn und Zwangsarbeit haben wir keine Zeit“ wurde das Anliegen der DemonstrantInnen lautstark untermalt. Nach einer Zwischenkundgebung am Hauptbahnhof, in deren Verlauf unter anderem auf den Zusammenhang von Kapitalismus, Staat und Nationalismus eingegangen wurde, gelangten die TeilnehmerInnen schließlich gegen 21.45 Uhr zum Ort der Abschlusskundgebung. Nach weiteren Beiträgen der Anarcho-Syndikalistischen Jugend Göttingen und der Campus Antifa ließen die Veranstalterinnen den Abend mit Musik ausklingen.

Positiv überrascht waren die OrganisatorInnen über die von der Polizei geübte Zurückhaltung. „Zwar sei das Aufgebot der Polizei auch bei dieser Veranstaltung eher als unverhältnismäßig zu bewerten, allerdings nähme man die Bemühungen der Staatsgewalt, sich deeskalitv zu verhalten durchaus positiv wahr. Immerhin sei es so möglich, die Inhalte der Demonstration nach außen zu tragen und durch Transparente sichtbar zu machen.“ Dies sei, so Hertha Barwich, bei vergangen Demonstrationen in Frankfurt zu ähnlichen Inhalten, auf Grund der kesselartigen Seitenbegleitung der Aufzüge durch Uniformierte zuletzt immer weniger der Fall gewesen.

Quelle: fauffm3 auf fau.org

Autonome Antifa Frankfurt: Über 1000 Menschen auf antikapitalistischer Demonstration in Frankfurt

Am Abend demonstrierten in Frankfurt am Main über 1000 Menschen für die Abschaffung der Lohnarbeit und ein Ende des Kapitalismus. Die Demonstration unter dem Motto „Endlich wird die Arbeit knapp! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz – Kapitalismus abwracken!“ verlief friedlich. Aufgerufen hatte das „sozialrevolutionäre und antinationale Krisenbündnis Frankfurt“. Angereist waren Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik.

Bündnissprecher Christian Linden erklärte zum Anliegen der Demonstration: „Aufgrund des Produktivitätsfortschritts ist eigentlich immer weniger Aufwand notwendig um die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Da Lohnarbeit aber im Kapitalismus die einzige Quelle von Mehrwert ist, presst der Staat die Menschen mit Hartz IV zu immer mieseren Bedingungen in Lohnarbeit. Dagegen wollen wir deutlich machen: Kapitalismus und Lohnarbeit sind längst überflüssig und gehören durch eine kollektive Organisation der gesellschaftlichen Produktion und Arbeitsteilung überwunden.“

Mit Transparenten und Parolen wie „A- Anti- Anticapitalista!“ und „Für Deutschland keinen Finger krumm!“ liefen die Demonstranten von der Frankfurter Galluswarte durch die Innenstadt, mit einer Zwischenkundgebung am Haupbahnhof. Die Demonstration endete am Goetheplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Im Gegensatz zu den letzten gesellschaftskritischen Demonstrationen in Frankfurt hielt sich die Polizei zurück, die Veranstalter beschwerten sich allerdings über „systematische Filmaufnahmen“ und „scharfe Vorkontrollen“.

Zuvor hatte es Diskussionen um den zu erwartenden Polizeieinsatz gegeben, da beispielsweise eine Demonstration von Studierenden im Januar in einem massiven Polizeikessel lief, der eine Sicht- und Wahrnehmbarkeit der Demonstration verunmöglichte. Irritert zeigte sich Linden über eine bekanntgewordene Richtline des hessischen Rundfunks zur Berichterstattung. Darin heißt es, es reiche sich „im Service auf die Verkehrsbehinderungen“ zu beschränken, „wenn nichts passiert“. „Sollte die Lage allerdings ‚eskalieren‘ „, wolle man „sofort eine Berichterstattung aufnehmen“. Linden dazu: „Ich bin gespannt, ob dem HR eine linksradikale Demonstration auch dann einen Bericht wert ist, wenn sich nicht über ein Gewaltspektakel empört werden kann.“

Die heutige Demonstration war vorläufiger Höhepunkt der Kampagne des sozialrevolutionären und antinationalen Krisenbündnis Frankfurt dar, die unter dem Motto „3,2,1… uns! Kapitalismus abschaffen!“ Selbstorganisation und kollektive Aneignung in der kapitalistischen Krise fördern will. Im Rahmen der Kampagne gab es bereits zahlreiche Demonstrationen und Veranstaltungen, z.B. gegen die rassistische Ermittlungsgruppe „AG Wohlfahrt“ in Offenbach, für kostenlosen Nahverkehr, gegen die autoritäre Hochschule und gegen Leiharbeit.

autonome antifa [f]

Originalbeitrag hier

Siehe auch:

Kurzer Videobericht des Hessischen Rundfunks über die Demo

Teilnehmerbericht von Saul „Kapitalismus Abwrackdemo“ (er spricht von 600 TeilnehmerInnen) auf Indymedia

Mobilisierungswebseite zur Demonstration

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