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Wiederherausgegeben: Die „Betriebsfibel“ für revolutionäre Betriebsarbeit von Berni Kelb

15. April 2010

Wir freuen uns eine weitere Broschüre zum Lesen und Ausdrucken auf Syndikalismus.tk anbieten zu können. Die „Betriebsfibel“ von Berni Kelb inklusive der „Bilanzanalyse“ von Jörg Huffschmid. Beide Texte sind hervorragende Grundlagen für die Gruppen- und Eigenschulung in revolutionärer Betriebsarbeit. Auch wenn beide Texte zu Beginn der 1970er Jahre verfasst wurden, ist die in ihnen enthaltene Strategie zur (anarcho-syndikalistsischen) Arbeit im Betrieb noch heute anregend und zu empfehlen. Das längst vergriffene (und wohl auch leider vergessene) Buch wird von uns in neuem Layout wiederveröffentlicht.

Um einen besseren Einblick in die Broschüre zu ermöglichen geben wir hier einen kurzen Auszug aus der Einleitung, sowie das komplette Inhaltsverzeichnis wider.

Mit herzlichem Dank an den Genossen, der uns diesen Text zur Verfügung gestellt hat.

44 Seiten – DIN A 5

Download als PDF-Version hier:

Aus der Einleitung von Berni Kelb:

Es geschieht immer wieder, daß Genossen wie du ver­suchen, in ihrem Betrieb die Belegschaft zu agitieren. Und von dieser kriegen sie dann gesagt: »Das ist ja alles ganz schön, was du uns da erzählst. Aber mach man so weiter. Dann fliegst du bald raus!« Auf deine – einer etwas kurz­sichtigen Opferbereitschaft entsprin­genden — Erklärung: »Das macht mir gar nichts aus!« kommt dann die Antwort: »Uns aber.« Damit ist die Sache eigentlich erledigt. Du konntest dein Anliegen nicht vermitteln. Jetzt bist du als Revolutionär isoliert. Wahrscheinlich bist du, wie die meisten von uns, An­fänger in der revolutionären Betriebsarbeit. Wir – die­ses wir läßt sich organisatorisch noch nicht genau be­stimmen. Es umfaßt die Genossen, die sich als neue, revolutionäre Linke verstehen. Das sind diejenigen, die sich in ihrem Selbstverständnis ungefähr auf die im fol­genden Abschnitt angedeutete Zielvorstellung einigen können.

Vielleicht bist du schon länger in deinem Betrieb be­schäftigt. Du hast dich aber erst kürzlich entschlossen, auch hier etwas für die Revolution zu tun. Und nicht nur nach Feierabend in Versammlungen oder auf der Straße. Vielleicht hast du aber auch erst jetzt eine solche Arbeit angenommen. Aus der Erkenntnis heraus, daß revolutionäre Arbeit vor allem im Betrieb nötig und sinnvoll ist. Beim gegenwärtigen Arbeitskräftemangel ist das kein Problem. So oder so, du bist Anfänger. Und das ist keine Schande, wenn man etwas Gutes anfängt.

Aber Anfänger sind unerfahren. Das ist zunächst nicht weiter schlimm. Auf der Gegenseite haben wir es meistens ebenfalls mit Anfängern zu tun. Mit Anfängern in der Abwehr revolutionärer Betriebsarbeit. Einfach deshalb, weil es seit geraumer Zeit in kaum einem Be­trieb langfristig angelegte, zielstrebig und planmäßig betriebene revolutionäre Arbeit gegeben hat. Dieser Umstand darf dich jedoch nicht dazu verleiten, mit einer Art Kräftegleichgewicht zufrieden zu sein. Es ge­nügt nicht, daß sich unsere plumpen Fehler mit denen der Gegenseite ausgleichen. Die Gegenseite wird rasch lernen. Sie ist gut organisiert. Und sie hat alle erdenk­lichen Hilfsmittel zur Verfügung. Das müssen wir da­durch aufwiegen, daß wir unsere Erfahrungen austau­schen und systematisieren. Denn wir können nur dann einen Vorsprung kriegen, wenn es uns gelingt, die mas­senhafte Wiederholung grober Anfangsfehler und die damit verbundenen Opfer zu vermeiden. Dazu soll diese Fibel beitragen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Das Ziel revolutionärer Betriebsarbeit

2 Die zweckmäßigen Mittel des revolutionären Kampfes

3 Der geeignete Betrieb

Der Einzelkämpfer im Betrieb

1 Zwei Hauptaufgaben

2 Zwei ständige Gefahren

a Die Sackgasse der »Legalität um jeden Preis«

b Der Polit-Clown

3 Die Rückendeckung: Verbindung nach außen

4 Die Vorarbeit: Sicherung und Ausbau der eigenen Position

5 Das Ende des Einzelkämpferdaseins

Das selbsternannte Komitee

1 Struktur und Arbeitsstil des Betriebskomitees

2 Rolle und Perspektive des Betriebskomitees

Die Vorbereitung des Kampfes

1 Bedeutung und Inhalt der Agitation

2 Die Form der Agitation

3 Die Wirkungsweise der Agitation

Die Führung des Kampfes

1 Die Bedeutung der zunächst niedrigen Forderung

2 Die Ausweitung des Kampfes

Die Nachbereitung des Kampfes

1 Organisation als Frucht des Kampfes

2 Alte und neue Organisation

3 Für oder gegen bestehende Gewerkschaften

4 Der innere Feind

Anhang

Jörg Huffschmid, Die Bilanzanalyse – Instrument zur Aufdeckung der Ausbeutung und des Profits

22 Kommentare leave one →
  1. 15. April 2010 16:59

    Baw, wie geil! Danke, ich habs auch gleich runtergesaugt und weiterverlinkt! Den Artikel und Film „Umsonst is dat nie“ natürlich auch!

    Für mich war gleich das Kapitel mit den Ratschlägen, wenn mensch noch allein am Agitieren im Betrieb ist, fällig – und soo schlecht läufts nich!

  2. Kickersfan permalink
    15. April 2010 21:12

    Leute, wie geil. Mal wieder ein super spannender Titel von dem ich noch nie was gehört hatte.
    Das Teil klingt richtig gut. Zieh ich mir gleich rein. Ihr seit Super!

  3. Markus permalink
    17. April 2010 20:52

    Danke an Syndikalismus tk für diese interessante Broschüre.
    Wir werden sie in unserem Syndikat ausgiebig diskutieren.
    Freue mich auch auf alles, was ihr kürzlich an weiteren Schriften angekündigt habt.

    • Anarchosyndikalist permalink
      17. April 2010 21:39

      Dann hoffe ich mal, dass Du schon ein paar Texte parat hast bzgl. Marckismus etc pp 😉
      Die kannst Du dann auch mal unter die GenossInnen bringen. Ruhig so schön polemisch wie Du es hier schon in den Diskussionen getan hast — das ist das Salz in der Suppe 😉

      • Markus permalink
        18. April 2010 00:05

        Hallo Anarchosyndikalist,
        zur Zeit bin ich mal wieder heftig im Arbeitsstress.
        Prinzipiell könnte ich zu dem Thema Texte noch und nöcher verfassen. Habe die zu kritisierenden Texte auf drei Ebenen systematisch auseinander genommen:
        diskursanalytisch (Wie werden Bedeutungen konstruiert?), wissenschaftlich (Entspricht das Gesagte überhaupt dem Forschungsstand in den betroffenen Disziplinen?), 3. in Bezug auf den AS (Ist das Gesagte mit dem, was die große Mehrheit der Anarchosyndikalisten historisch in Theorie und Praxis für wahr und richtig hielten im Einklang?). Mal schauen, ob ich das jemals weiter ausarbeite und aufschreibe.
        Was die Polemik angeht, verwende ich eigentlich nur bei Leuten, die auch zur Polemik neigen. Aber das ging beim letzten Mal zu sehr mit mir durch. War völlig überarbeitet und übermüdet, (daher auch die sonstigen ungewöhnlich vielen Fehler in diesen Texten). Hätte niemals über persönliche Konflikte quatschen dürfen, die niemanden etwas angehen. War überhaupt nicht meine Absicht irgendjemanden persönlich zu diskreditieren, war eigentlich nur als kleiner polemischer theoretischer Richtungsstreit gedacht.
        Ich verabscheue die vulgärmarxistische Syndikalismusinterpretation, die ich da kritisierte, aber persönliche Diskreditierungen von FAU-Genossen wegen banaler Konflikte verabscheue ich noch mehr. Habe in dieser Hinsicht scheiße gebaut. (Widerspricht meinem Verständnis anarchistischer Ethik.) Werde mich sobald ich Zeit dafür finde dafür entschuldigen (nicht für die polemische Kritik an diesem bescheuerten Text und der mit diesem Text verbundenen Anspruchshaltung, sondern dafür, dass ich in der Hitze des Gefechts persönlich geworden bin.) Mein nächster Kommentar zu Holger Marcks wird daher keine Polemik gegen seine Ansichten (vielleicht mein übernächster wieder), mein nächster Kommentar wird eine Entschuldigung für asoziales Verhalten von meiner Seite und eine differenzierte Klarstellung derjenigen Aspekte der Tätigkeiten von Holger Marcks für den AS, die ich anerkenne und respektiere.
        Also, nicht enttäuscht sein, aber wenn ich jemandem vorwerfe, dass er sich hin und wieder zu wenig im Griff hat und ich selbst bin dann auch kein Stück besser und wenn ich stets betone Kritik muss differenziert und um Objektivität bemüht sein und dann jemanden nur in die Pfanne haue, dann bin ich als Kritiker nicht sehr glaubwürdig. Mein nächster Kommentar zu Holger Marcks (erscheint vermutlich nächstes Wochenende) nimmt daher ganz in dem Sinne wie Proudhon es stets getan hat, mal die gegenteilige Perspektive ein und lobt Holger Marcks für alles, was er in meinen Augen gut macht (dazu gehört nicht das Schreiben theoretischer Texte über den AS, aber manches andere). Also, demnächst auf Syndikalismus tk – Markus entschuldigt sich fürs Persönlichwerden und lobt Holger Marcks anstatt ihn in die Pfanne zu hauen. Würde ich nicht machen, wenn das jemand von mir gefordert hätte, aber als Moralist und „überheblicher Hippie“ (Holger Marcks Bezeichnung für mich) will ich meinem Ruf ja schließlich gerecht werden.
        (Und kurze Kommentare bei komplexen Themen wird´s von mir auch weiterhin NICHT geben, ich bleibe bei „soziologischen Romanen“, wem´s nicht passt, dem empfehle ich die Schlagzeilen der Bildzeitung.)
        Darüber hinaus, Anarchosyndikalist, freue ich mich auf unsere nächste Diskussion, kommt immer gut was bei rum, finde ich.

      • Anarchosyndikalist permalink
        18. April 2010 13:58

        Hallo Markus,

        mit Salz in der Suppe meinte ich nicht, dass ich in dieser bewegungslos an der Oberfläche schwimmen kann (Totes Meer) sondern ein schmackhaftes Süppchen, das ausreichend gesalzen ist, damits besser schmeckt, auf Leute mit diätischen Problematiken können wir leider keine Rücksicht nehmen, die müssen sich über ihre Selbsthilfegruppe versorgen lassen.

        Also Du bist mir vielleicht einer, dass riecht ja förmlich nach einem fiesen Plan, erst schmierst Du Marcks fett Honig ums Maul, um ihn danach erst so richtig abzuwatschen. Freu mich schon darauf, hahahahahahahahahahahahahaha 🙂

        Der Pop war schon in dem etc. p(o)p enthalten, aber ich kann Firefox Hinweis nur noch mal unterstreichen!!! Wird Zeit für einen Anti-Pop-Text, der auch den GenossInnen von Syndikat-A die müden Äuglein öffnet – musste das wirklich sein??? Hatte mir diesen Text garnicht gekauft, weil mir klar war (was für ein bescheuerter Titel — *gruselgruselgrusel*), dass dieser mein geringes Bütje nicht wert ist und ich dieses für wichtigereTexte verwenden will/muss.

        Das mit dem manchmal (!) kurz fassen, war von dem Kommentator wohl eher so gemeint (vermute ich mal), auch mal kurz eine Aussage zu machen. Natürlich nicht bei komplexen Thematas. Dennoch erlaube ich mir, Dir zu empfehlen (ruhig ausführlich) einiges kompakter zu verfassen 😉

        PS: Danke für das Kompliment, kann ich nur ebenso erwiedern.

      • eni permalink
        18. April 2010 15:12

        dann bin ich wohl eine mit diät problenen, mir gefällt die sache nicht. wenn makrus solche probleme mit einer person oder seiner arbeit für die fau hat versteh ich nicht warum er dass nicht in der fau anspricht. da hört mensch nix von ihm. du bist doch mitglied oder? versteh mich nicht falsch: es gibt eine menge dass außerhalb diskutiert werden kann und soll. wenn es aber um einen genossen und seine arbeit geht sollte mensch so fair sein und erst mal die gemeinsame ebene nutzen. dann kann die person nämlich auch darauf eingehen. das wäre sicher für alle produktiv. erst wen das scheitert geht mensch auf eine informelle ebene. so finde ich das etwas unglaubwürdig, und dinge über die personen selbst (öfters geschehen hier) verbieten sich so wie so. wer soll diese behauptungen nachprüfen? zur sache tut das auch nix. außer das personen verunglimpft werde öffentlich. warum die modration so was nie entfernt ist mir rästel haft. meine sympathien die ich erst hierfür hatte sind in letzter zeit arg gesunken. ich glaube markus tut sich seiner Sache damit keinen gefallen. ich finde das eine unkultur. hoffentlich kriegt ihr da mal noch die kurve.

      • Markus permalink
        18. April 2010 16:45

        nicht nur die lieben GenossInnen von Syndikat A, meinem Lieblingsversand, sind leider drauf reingefallen, ebenso die GenossInnen von Anarchopedia, wo der Text von Pop ebenfalls zu finden ist. Und unser Syndikat auch kurzfristig, vor einem Jahr haben wir tatsächlich in Ungedanken mal ein Exemplar davon verkauft, wir hatten das Ding nur grob überflogen. Wird nicht nochmal passieren.

      • Markus permalink
        18. April 2010 17:25

        @eni
        Deine Kritik bezüglich persönlicher Verunglimpfungen war berechtigt. (Der Rest, den Du über mich erzählt hast, nicht.) Ich hatte das so gar nicht beabsichtigt. Die persönlichen Äußerungen fielen als Reaktion auf eine Frage. Ich war in einem ziemlich überarbeiteten und unausgeglichenen Zustand und beantwortete wie mit Tunnelblick einfach die Frage. Das war unsolidarisch, die persönlichen Äußerungen waren undifferenziert und unangebracht sowieso und vermittelten ein negatives Zerrbild einer komplexen Persönlichkeit. Ich werde es demnächst versuchen wieder gut zu machen. Es gibt auch öffentlich geäußerte Positionen von Holger Marcks, mit denen ich übereinstimme. Darauf werde ich eingehen und das undifferenzierte Zerrbild, dass ich in dieser unreflektierten Reaktion versehentlich entworfen habe, wieder dekonstruieren. Dass ist die eine Sache.
        Die andere Sache ist: Veröffentlichte Texte dürfen auch kritisiert werden, auch scharf, wenn es gute Gründe dafür gibt. Und die gibt es hier. Das ist nichts Internes.
        Aus meinem obigen Kommentar müsstest Du doch eigentlich ersehen können, dass mir die persönlichen Äußerungen leid tun. Vermutlich hast Du den Kommentar mal wieder nur überflogen, ansonsten hätte er ja eigentlich auf Deine Zustimmung stoßen müssen.

      • Anarchosyndikalist permalink
        19. April 2010 03:37

        @ eni

        wenn du etwas konzentrierter lesen würdest, als Du hier Deine Kommetare reinhämmerst, dann hättest Du mitbekommen, dass ich eben nicht eine Polemik (Salz) a la Totes Meer wünsche, sondern ……………. (…………….)

      • Heribert Kornpichler permalink
        19. April 2010 03:48

        @ eni Kann es sein, dass Du nicht an Übersalzung leidest, sondern an Unterzuckerung? Macht sich auch an deinem Beitrag zu den Wirtschaftspolitische Betrachtungen (15) bemerkbar.

    • Firefox permalink
      17. April 2010 22:33

      Ja, ich wollte dich auch noch ermuntern, mal eine gut fundierte Antwort auf diesen Paul Pop zu schreiben. Fänd ich prima, weil du die Klassiker gut kennst, und dieser Text kommt mir komisch vor……

      • Markus permalink
        18. April 2010 12:17

        Hallo Firefox,
        ich find den Text von Paul Pop auch reichlich merkwürdig. Sowohl die Marx- als auch erst recht die Bakunin-Interpretation sind völlig einseitig und tendenziös. Der Text ist stark ideologisch, wenig wissenschaftlich. Es ist bei dem Pop-Text allerdings zu bedenken, dass er offenbar von einem Operaisten/Postoperaisten geschrieben und ursprünglich in der post/operaistischen Zeitschrift „Grundrisse“ veröffentlicht wurde. Beide Richtungen sind interessant und selbstverständlich kann der AS manches von Operaisten und Postoperaisten lernen (umgekehrt erst recht), aber viele Grundpositionen des Operaismus/Postoperaismus sind beim besten Willen nicht mit dem AS in Einklang zu bringen.
        Häufig massive Organisationsfeindlichkeit und Spontaneitätsfetischismus der übelster Sorte, jede stabile Organisation und sei sie auch noch so direktdemokratisch organisiert, ist bereits eine Unterdrückung der Arbeiterautonomie.
        Jede theoretische Schulung von Arbeiterinnen und Arbeitern, sei sie auch noch so sehr von der Absicht geprägt einfach zu informieren und selbständiges und kritisches Denken zu fördern und nicht ideologisch zu indoktrinieren, ist in dieser Sichtweise bereits leninistische Indoktrination.
        Jede Festlegung von Prinzipien und Strategien, sei diese auch noch so vorläufig, undogmatisch, kritisierbar und veränderbar, ist wiederum Unterdrückung der Arbeiterautonomie.
        Mit solchen Einstellungen ist kein wirksamer Aufbau von Gegenmacht der Arbeiterklasse gegen die herrschende Klasse zu machen.
        Ist zum Glück nicht bei allen Operaisten/Postoperaisten so, aber das ist bei denen eine häufige Grundtendenz.
        Kommt dann noch einseitig rezipierter Poststrukturalismus dazu, dann drehen, wenden und biegen die sich alles zurecht, wie es ihnen passt und heraus kommt dann solcher unhaltbarer Schrott wie ich ihn bei einigen dort veröffentlichten Texten kritisiert habe. Überwiegend sind die Leute, die dort Texte veröffentlichen, relativ typische Mittelschicht-Intellektuelle, das ist keinesfalls prinzipiell problematisch, ich kann Klassen-Essentialismus nicht ausstehen, aber bei denen merkt man teilweise schon, dass die Arbeiterklasse für sie eher theoretisches Objekt ist und dass sie mit den praktischen Anforderungen des Aufbaus proletarischer Gegenmacht nie viel am Hut hatten.
        Die Bezugnahmen auf den Anarchismus von manchen Leuten da beruhen z.T. auf grober Unkenntnis. Deshalb hätte diese Bakunin-denunzierende Paul Pop Broschüre m.E. niemals so relativ stark in die libertäre Bewegung Eingang finden sollen. Mich ärgert´s dann immer, wenn Leute das alles glauben, was da drin steht. Ich halte mir Deinen Vorschlag irgendwann mal ausführlicher auf Paul Pop zu antworten im Hinterkopf.

  4. Anarchosyndikalist permalink
    17. April 2010 21:36

    Eine Broschüre mit einigen konstruktiven Empfehlungen. Aber ist auch ein bisschen veraltet, süß klingen solche Formulierungen: „Beim gegenwärtigen Arbeitskräftemangel ist das kein Problem.“ Das waren noch Zeiten, als das Chäffchen einem noch freudestrahlend die Hand schüttelte, nachdem mensch mal ein paar Tage krankfeierte (aus dieser Zeit stammt dieser Begriff) …… 1972!!!!!!!

    • Bonaventura permalink
      20. April 2010 02:37

      Du hast recht, 1972 ist nicht 2010. Aber das ist wie mit allen ‚historischen‘ Texten: man kann sie ernst nehmen – oder wörtlich ;-).
      Nebenbei: der ‚Geburtenknick‘ kommt; ich habe schon vor ein bis zwei Jahren Prognosen gelesen, daß es zumindest in Deutschland (oder in den führenden kapitalistischen Staaten insgesamt) für die Kapitalisten enger werden könnte, weil die industrielle Reservearmee zusammenschmilzt, weil sich die Bevölkerung nicht gehörig vermehrt – weshalb etwa ein Gunnar Heinsohn (wie man hier, auf syndikalismus.tk, nachlesen kann) Muffesausen bekommt. Vielleicht ist die Demographie doch gelegentlich auf unserer Seite …

  5. syndikalismusTV permalink
    20. April 2010 13:29

    @lle KaffesatzleserInnen und ihre Gläubigen

    Heute ist ein ganzer Industriezweig, die Prognoseindustrie, geworden, besonders was Bevölkerungswachstum anbelangt. Der erste Film ist dem Thema gewidmet, auch was die Nazis schon machten, arme Deutsche sterben aus bei gleichzeitiger „Volk ohne Raum“-Propaganda.
    Der zweite Film behandelt andere Themen der Angstindustrie, auch sehr aufschlußreich.
    http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#g/c/41997EA1305550AA

  6. 26. April 2010 15:38

    Zwei lehrreiche Filme:

    SBB-Streik Officine/Bellinzona
    http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#grid/user/212142A7E4AD2C07

    INNSE Betriebsbesetzung Mailand
    http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#g/c/B3F00045546AD721

  7. Erik Alfredsson permalink
    27. Dezember 2010 23:51

    „Revolutionäre Arbeit sol im Betrieb stattfinden, nicht auf der ‚Idiotenwiese'“.

    Deshalb: „Betriebsfibel“ lesen!

  8. 24. März 2011 19:13

    hallo! Bei meinen Recherchen nach Bernie Kelb stieß ich auf eure Website. Ich blogge sehr viel und schrieb gerade eine Rezension von Kelbs Buch „Organisieren oder organisiert werden“, von dem ich noch 2 Exemplare habe. („blog/news“) auf meiner Homepage – Adresse s.oben.
    herzlichen Gruß
    Raimund Samson

  9. 11. Dezember 2011 16:04

    Berni Kelb ist letzte Woche gestorben: http://www.taz.de/!83477/ … Berni, present!

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