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Aktionen gegen Leiharbeit, Niedriglohn und Hartz IV

10. April 2010

Fast 150 TeilnehmerInnen demonstrierten gestern lautstark in der Frankfurter Innenstadt für die Abschaffung der Leiharbeit und gegen Hartz IV. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft FAU Frankfurt im Rahmen der Kampagne „3..2..1.. Uns! Kapitalismus abschaffen“.

Ausgestattet mit Informationsmaterial über die besondere Ausbeutung in Leiharbeitsverhältnissen sowie über Hartz IV als Druckmittel, Menschen in die Leiharbeit zu zwingen, bewegte sich der kleine Demonstrationszug quer durch die Innenstadt vorbei an zahlreichen Leiharbeitfirmen, vor denen Kundgebungen abgehalten wurden. Die Forderung, Leiharbeit abzuschaffen stieß auf breite Zustimmung bei den PassantInnen. Manche mußten selbst schon für Leihfirmen arbeiten, oder haben Bekannte, die sich unter schlechten Bedingungen von Menschenhändlern vermieten lassen müssen.

Auch die Sorge, selbst nach der Kündigung aus einem regulären Arbeitsverhältnis gezwungen zu sein, einen miserabel bezahlten Job anzunehmen, von dem sich die Existenz nicht mehr ohne aufstockende Sozialleistungen bestreiten läßt, war bei vielen PassantInnen präsent.

Am gleichen Tag fanden auch in weiteren Städten Deutschlands Aktionen gegen die Leiharbeit statt.

In Hannover ging die FAU zum Beispiel unbeabsichtigt gegen MitarbeiterInnen einer Leiharbeitfirma in’s Rennen. Diese hatten sich zufällig zur gleichen Zeit vor der Arbeitsagentur eingefunden, um im Auftrag ihres Arbeitgebers neue Arbeitskräfte zu rekrutieren. Der Punkt ging am Ende an die Mitglieder der FAU-Hannover: Die Reaktion der Angesprochenen war durchweg positiv, immer wieder kam es zu anregenden Gesprächen. Einige Erwerbslose, die ein Flugblatt erhalten hatten, verzichteten anschließend dankend darauf, mit den VertreterInnen der Leiharbeitsfirma zu sprechen.

Auch in Bonn gab es unter dem Motto „Rücken krumm, Taschen leer, Leiharbeit Danke sehr!“ Proteste gegen die Leiharbeit. Zusätzlich bekundeten Mitglieder die FAU und der ASJ Bonn vor der Leiharbeitsfirma „Unique“ in Bonn ihre Solidarität mit einem Arbeitskampf der spanischen CNT in Zaragossa bei „Start People“. Beide Firmen sind Töchter des holländischen Leihkonzerns „USG People“.

Aus den anderen Städten, wie Nürnberg, Bremerhaven usw., liegen derzeit noch keine Informationen vor.

Bereits am Donnerstag hatten zwei dutzend AktivistInnen in Düsseldorf einen Spontanbesuch bei einem Treffen des Bundesverband Zeitarbeit (BZA) durchgeführt und dafür gesorgt, dass den Damen und Herren vom BZA das Essen im Halse stecken blieb. Vor der Tür wurden Transparente entrollt und im Gebäude Flugblätter gegen den Menschenhandel verteilt.

In Frankfurt bildete die Aktion einen weiteren Auftakt für die Demonstration am 30. April, zu der ein Bündnis aus FAU-GewerkschafterInnen, antikapitalistischen und antifaschistischen Gruppen in Anspielung auf die Abwrackprämie unter dem Motto „Kapitalismus abwracken!“ aufruft.

Weitere Informationen:

krise.blogsport.dewww.leiharbeit-abschaffen.dewww.soziale-unruhen.net -> dort bitte beachten: „Markttage Zeitarbeit“ Mi. 28. April, 8:30, Eingang ARGE Mitte, Luxemburgerstr 121, Köln

Quelle: fau.org

One Comment leave one →
  1. thomaschewski permalink
    12. Mai 2010 13:33

    ich finde eure aktion super gut und schon lange überfällig! ich versuche schon eine weile etwas über eine demo in stuttgart heraus zu finden, der ich mich dann gerne anschließen würde! es ist mittlerweile ganz klar zu erkennen was unsere regierung hier zu etablieren versucht. nicht nur das sich die regierung zu handlanger der menschenhändler macht, sie erlässt sogar noch gesetze die es diesem menschlichen abfall ermöglicht seine machenschaften ungestört auszuweiten. bestehende rechte werden einfach unter den tisch gekehrt wie z.b der kündigungsschutz. das ist ja als ob ein zeitarbeiter und sein cheff im gleichen laden diebstahl begehen und der eine wird dafür bestraft (zeitarbeiter) und der andere wird von der regierung von der schuld befreit indem ein gesetz zu seinen gunsten verabschiedet wird… meiner meinung nach solidarisieren sich noch viel zu wenige diesbezüglich und vorallem sind diese wenigen leute bei weitem nicht millitant genug. denn unsere regierung giebt nichts auf ein paar meckernde leute. hier wird sich erst etwas tun wenn französische zustände erreicht werden. hier in stuttgart gab es ein billig bordell das in der presse und im fernseher für einigen aufruhr sorgte weil dort frauen für ca. 12 € die stunge arbeiten mussten, was für menschenunwürdig gehalten wurde. unsere regierung hält es aber nicht für menschenunwürdig bei zeitarbeitsfirmen für 7,0 € anzuschaffen?! GLEICHE ARBEIT GLEICHER LOHN ! und mit nichts anderem sollten wir uns zufrieden geben. macht weiter so leute ich finde es super das es leute wie euch giebt die noch genug mut besitzen etwas zu unternehmen. „wenn auch alles scheitert die massen zu mobilisieren, die zustände werden es schaffen“

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